Droht jetzt ein Durcheinander? Merkel-Länder-Runde vertagt das Thema Schule

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BERLIN. Bildungsverbände haben enttäuscht auf das Ergebnis der Bund-Länder-Beratungen vom Donnerstag reagiert. «Die Kultusministerkonferenz hat ihre Hausaufgaben gemacht und ein (…) Konzept zur schrittweisen Öffnung der Schulen vorgelegt», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von der GEW, dem VBE sowie dem Bundeselternrat. Die Vertagung des Themas führe dazu, dass nun weiter jedes Land für sich festlege, wie vorzugehen sei, kritisierten die Verbände. «Aus der Ankündigung eines orchestrierten Vorgehens ist ein Improvisationstheater geworden.»

Lässt sich offenbar beim Thema Schule nicht drängen: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Shutterstock

Die Öffnungen der Schulen benötigten Sicherheit, insbesondere bei den Hygienestandards und für den Infektionsschutz, so heißt es in der Erklärung von GEW, VBE und Bundeselternrat. Das habe ihnen die Politik mit der Verschiebung verweigert. Bund und Länder hatten die Entscheidung über weitere Öffnungen von Schulen und Kitas auf die nächste Beratungsrunde am 6. Mai vertagt. Dann sollten «sehr klare Entscheidungen» fallen, «in welcher Folge und in welcher Art und Weise Schule, Kita wieder möglich sind», kündigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten an.

Laschet bremst seine Schulministerin bei Schulöffnungen aus

Sie gehe bei der Rückkehr nicht von einem «Entweder-Oder» aus, «nur die großen Schüler oder nur die kleinen», sagte Merkel. Sie denke eher an einen «parallelen Prozess der verschiedenen Altersgruppen», bei dem zunächst aber keine Gruppe komplett zurückkehre.

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Länder wie Sachsen-Anhalt, das Saarland oder Bremen planen bislang für den Montag die Rückkehr bestimmter Schülergruppen. In den meisten Bundesländern sind die Schulen seit Mitte März bis auf eine Notbetreuung geschlossen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte, am kommenden Mittwoch weitere Schritte absprechen zu wollen. Damit pfiff er sein Schulministerium zurück, dass bereits angekündigt hatte, alle Grundschüler würden ab dem 11. Mai tageweise «in einem rollierenden System» wieder die Schule besuchen (New4teachers berichtet ausführlich über das Chaos in der NRW-Landesregierung – hier geht’s hin).

KMK will jeden Schüler zurück in die Schule bringen – ein bisschen

Trotz Corona-Krise sollen alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen können – das schlagen jedenfalls die Kultusminister der Länder den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrem am Dienstag beschlossenen Konzept vor. «Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können», heißt es in dem Papier der Kultusministerkonferenz (KMK), über das Bund und Länder an diesem Donnerstag beraten sollten und nun eben am kommenden Mittwoch beraten.

Einen regulären Schulbetrieb für die rund elf Millionen Schüler in Deutschland wird es vor den Sommerferien laut den Kultusministern aber nicht geben. Nach dem jetzigen Stand sei dies aufgrund des Abstandsgebots von mindestens 1,50 Meter nicht möglich, hieß es in dem «Rahmenkonzept». Ein Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim solle ausgebaut, digitales Lehren und Lernen weiterentwickelt werden. News4teachers / mit Material der dpa

Kultusminister wollen jeden Schüler bis Sommer in die Schule bringen – schließen einen normalen Schulbetrieb bis dahin aber aus

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