Lehrer und Eltern fordern: Empfehlungen des RKI für Schulen umsetzen!

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KIEL. Wegen der steigenden Corona-Belastungen an den Schulen haben in Schleswig-Holstein die GEW und der Landeselternbeirat Gymnasien Konsequenzen an den Schulen  verlangt. «Das Bildungsministerium verdrängt statt zu handeln», sagte GEW-Geschäftsführer Bernd Schauer. «Dabei können wir das wachsende Gesundheitsrisiko für alle an Schule Beteiligten doch nicht einfach ausblenden.»

Das Bildungsministerium in Schleswig-Holstein beachtet die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb nicht. Illustration: Shutterstock

Die Landesregierung müsse endlich handeln. «Wir erwarten von Bildungsministerien Karin Prien (CDU), ihren eigenen Pandemie-Plan aus dem August und die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) in die Tat umzusetzen.» Demnach sollen Klassen halbiert werden, wenn ein Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erreicht wird. «Das ist in Schleswig-Holstein leider inzwischen vielerorts der Fall», sagte Schauer. Im Landesdurchschnitt hatte Schleswig-Holstein Stand Freitag einen Inzidenzwert von 53,2, bundesweit lag der Wert bei 140,4. Kein Bundesland beachtet die Empfehlungen des RKI.

Die Zahl der von Corona betroffenen Schüler-„Kohlerten“ hat sich verdoppelt – in nur zwei Wochen

Laut Bildungsministerium in Kiel waren zuletzt 205 Kohorten – also einzelne Schülergruppen, Klassen oder ganze Jahrgangsstufen – wegen Corona-Fällen oder (möglichen) Corona-Kontakten vom Präsenzunterricht in den Schulen ausgeschlossen und mussten zu Hause bleiben. Damit hat sich die Zahl der betroffenen Kohorten seit dem 30. Oktober (damals 95 Kohorten) in zwei Wochen mehr als verdoppelt. Komplett geschlossen waren zuletzt fünf Schulen, Ende Oktober waren es noch zwei. Ministerin Prien hat wiederholt betont, dass die Schulen keine Corona-Hotspots seien, und Präsenzunterricht durchweg erteilt werden solle, wo dies möglich sei.

«Jetzt Wechselunterricht ist viel besser, als später immer mehr Schulen in einen vollständigen Lockdown zu schicken», sagte Schauer. Lehrkräfte mit Vorerkrankungen müssten vom Präsenzunterricht ausgenommen werden. Aus Sicht der GEW bedarf es außerdem einer einheitlichen Linie der Gesundheitsämter bei Quarantäneanordnungen für Schüler und Lehrkräfte. «Da beobachten wir eine uneinheitliche Praxis, die in den Schulen Verwirrung stiftet», sagte Schauer.

Wann muss eine Klasse in Quarantäne? Gesundheitsämter entscheiden unterschiedlich

Dieselbe Kritik äußerte auch Claudia Pick, Vorsitzende des Landeselternbeirats Gymnasien Schleswig-Holstein. Die Gesundheitsämter würden manchmal nur die Tischnachbarn von mit Sars-CoV-2 infizierten Schülern in Quarantäne schicken, manchmal dagegen ganze Klassen. «Das verunsichert und ist ein Flickenteppich.»

Auf Unverständnis stößt laut Pick der Widerspruch, dass im Supermarkt Abstand gehalten und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden müsse – während in den Schulen zwar auch Maskenpflicht herrsche, aber die Abstände meist nicht einzuhalten seien. Und in den Schulbussen stünden die Kinder «im Zentimeterbereich» nebeneinander. «Es ist eng im Schulbus, wie passt das zum Rest der Situation?» Viele Eltern sorgten sich um die Gesundheit der Kinder, sagte Pick.

Wie die GEW empfahl auch Pick mehr Hybridunterricht, bei dem ein Teil der Klasse direkt vom Lehrer unterrichtet wird und andere Schüler übers Internet von zu Hause zugeschaltet sind. Die Schulen seien dafür sehr unterschiedlich aufgestellt. Es gebe praktische Probleme wie unzureichendes WLAN in Schulen, mangelndes technisches Wissen bei Lehrern, Datenschutz-Aspekte und pädagogische Probleme wie «oh, jetzt spricht die Lehrerin nur mit den Zugeschalteten». Deshalb sei es wichtig, Hybridunterricht frühzeitig zu üben.

Eltern fordern: Unterrichtsversorgung auch im Homeschooling sicherstellen

Ziel müsse sein, eine Unterrichtsversorgung auch zu Hause sicherzustellen. Und nicht nur Schüler nach Hause zu schicken und ihnen Aufgaben mitzugeben, was in der Praxis häufig geschehe, sagte Pick. Schüler hätten auch Sorge, den für Prüfungen notwendigen Stoff zu Hause nicht vermittelt zu bekommen. Unterrichtslücken seien so schon im Frühjahr entstanden – und drohten jetzt erneut. (dpa)

Prien hält an Regelunterricht an Schulen fest – trotz Ausbruch in Husum

 

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23 KOMMENTARE

  1. Schleswig-Holstein 53,2
    NRW heute 165,0 (am 1. November bei 160,7) dazwischen war Lokdowm light
    UND?
    Müsste, könnte, sollte, dürfte, wäre, hätte … außer basta und blabla passiert ja nichts.

  2. Es ist wie überall. In jedem Bundesland der gleiche Horror mit den Bildungsminister/innen. Im Saarland wurde von einigen Landräten und der Bildungsministerin beschlossen, dass nur noch der direkte Sitznachbar oder Kontakt eines infizierten Schülers in Quarantäne gehen. Das ist eigentlich Sache des Gesundheitsamt. So wurde dem Gesundheitsamt durch die Blumen gesagt was zu tun ist. Fehler eingestehen ist fehl am Platz.

  3. Wenn andere Länder wieder in ein relativ normales Leben übergehen, wird in Deutschland immer noch darüber diskutiert ob man die Schulen in den Lockdown mit einbeziehen soll. Bis dahin haben wir dann mehr Tote zu beklagen. Unfassbar was da passiert. Kommt endlich in die Gänge ihr KM und Bildungsminister/innen und nehmt eure Aufgaben ernst. Die Lehrer und Schüler haben genau wie sie ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Da muss man nicht noch lange überlegen. Kleinere Klassen mit wechselndem Distanz und Präsenzunterricht würde da schon helfen. Und zwar jetzt und nicht erst in ein paar Wochen….Weihnachten steht vor der Tür

    • Der Lockdown wird erst kommen, wenn so viele Lehrer krank oder tot sind, dass der Schulbetrieb nicht mehr möglich ist. Und dann waschen sich die KM die Hände in Unschuld…

  4. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass hinter den Funktionären nicht nur um ihre Gesundheit besorgte Lehrer stehen, sondern auch solche, denen der ganze Aufwand mit den Masken und der Lüfterei in den Klassenzimmern schlicht zu viel ist. So geht das nicht. Schule ist wichtiger als fast alles andere, denn es geht um Chancen unserer Kinder – und die Zukunft unserer Wissensgesellschaft. Bildungsökonomen haben eindrücklich vorgerechnet, dass Unterrichtsausfall Lücken reißt, die noch Jahrzehnte später messbar sind. Dazu kommt die Belastung der entnervten Eltern, denen man nicht zumuten kann, weitere Monate ihre Kinder auch nur jede zweite Woche zu Hause zu betreuen, weil der Staat versagt.
    Schulen sind systemrelevant – die Lehrer müssen einsehen, dass sie in dieser Notlage besonders gefordert sind und einen Extrabeitrag bringen müssen – ähnlich wie die Pflegekräfte. Letztere haben dieses Jahr teilweise bis zur Erschöpfung gearbeitet und Urlaub vertagt.
    Wie wäre es, wenn Lehrer helfen würden, das Ansteckungsrisiko zu minimieren, indem sie für eine gewissen Zeit mehr arbeiten? So könnte man Klassen teilen und je zur Hälfte vormittags und nachmittags unterrichten.
    Potenzial gibt es reichlich: Insgesamt arbeitet in Deutschland gut jeder Vierte Teilzeit. Bei den Lehrkräften sind es satte 40 Prozent – in den Grundschulen sogar 47 Prozent. In Baden-Württemberg gibt es zum Leidwesen der gegen den Lehrermangel kämpfenden Kultusministerin sogar mehr Teilzeit- als Vollzeitkräfte. Würde nur ein kleiner Teil unserer ausgesprochen gut bezahlten Lehrer sich dazu bereitfinden, bis zum Ende der Pandemie ihr Deputat aufzustocken – der Dank und Respekt der Republik wären ihnen gewiss.
    Unabhängig davon muss das Virus in den Schulen natürlich weit besser bekämpft werden. Es darf nicht in Räumen unterrichtet werden, wo man die Fenster nicht öffnen kann und keine Luftreiniger vorhanden sind. Maskenpflicht ist überall angezeigt, natürlich auch in der Grundschule. Es hat sich gezeigt, dass das problemlos geht. Lehrer müssen vorrangig getestet – und sobald ein Impfstoff verfügbar ist, auch geimpft werden.

    Bisher gelten Schulen den Virologen noch immer nicht als Treiber der Pandemie. Weitere Studien sind aber überfällig. Die Kultusminister sind in der Pflicht, die Infiziertenzahlen in den Schulen – wie schon vor Wochen zugesagt – nicht nur zu erheben, sondern auch bundesweit zu sammeln und zu veröffentlichen.
    Alle Beteiligten müssen wissen, woran wir sind. Sollte die Zahl der Infizierten besorgniserregende Dimensionen erreichen, muss in den betroffenen Regionen auch über Hybridunterricht oder teilweise Schulschließungen geredet werden. Aber erst dann.“

    https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-die-lehrer-muessen-einsehen-dass-in-der-krise-ein-extrabeitrag-notwendig-ist/26622192.html?ticket=ST-15282887-2cRcfHqaquMMkdeNU9pe-ap6

    Mehr arbeiten… Dank und Respekt? Luftreiniger und Maskenpflicht? Wurde beides von unserem KM vorige Woche abgelehnt. Mehr arbeiten – wäre sicher für einige LuL möglich, aber dann bitte vorher auch mehr Infektionsschutz.

    • Hallo Leseratte,

      der Gedanke, dass alle Teilzeitlehrer einfach ihr Debutat aufstocken, mag erst einmal eine gute Idee sein. Hast du dir eigentlich mal überlegt warum viele Lehrer nur Teilzeit arbeiten? Ich selbst bin gerade in Elternzeit als Lehrer zu Hause. Ich habe 3 kleine Kinder und ich arbeite seit Kind Nr. 1 auf der Welt ist Teilzeit. Warum? Als ich Vollzeit gearbeitet hatte, war ich beruflich pro Woche etwa 55-60h am arbeiten.Mit Kindern ist das nicht zu schaffen. Viele Lehrer sind deswegen in Teilzeit, weil sie Kinder großziehen! Mal angenommen es wird einen Vormittags- und einen Nachmittagsunterricht geben. Der Teilzeitlehrer, der wegen seiner eigenen Kinder in Teilzeit ist, arbeitet dann in der Schule von beispielsweise 8-17 Uhr. Kommt nach Hause, bringt seine eigenen kinder nach dem essen nur schnell noch ins Bett um sich alsbald von 20-24 Uhr oder länger an die Unterrichtsvorbereitung/Nachbereitung zu setzen. Macht Summa summarum mindestens 13h arbeiten täglich…
      Wie lange würdest Du das aushalten?

      • Hallo, Katja, da bin ich wohl etwas missverstanden worden 😉
        Ich bin selber 37 Jahre im Dienst, arbeite (noch) voll. Ich weiß natürlich, dass es viele KollegInnen gibt, die gute Gründe haben, Teilzeit zu arbeiten – Gesundheit, Familie, Pflege von Angehörigen usw. Ich wollte auch überhaupt nicht sagen, dass jeder mal eben lustig mehr arbeiten könnte. Mir ging es eigentlich darum, dass es schon ziemlich dreist ist, mal eben die Forderung nach Mehrarbeit aufzustellen, ohne überhaupt einen angemessenen Arbeitsschutz zu gewährleisten. Es gibt sicher durchaus KollegInnen, die zu einer kurzzeitigen Erhöhung der Stundenzahl bereit wären, aber nicht unter den Bedingungen ohne Arbeitsschutz. Aufgeregt hat mich in dem Artikel, aus dem ich zitiert habe, auch die Aussage, Lehrern wäre der ganze „Aufwand mit den Masken und der Lüfterei in den Klassenzimmern schlicht zu viel“. Ich frage mich, woher die Verfasserin das Recht nimmt, solche Aussagen zu treffen. Und die Forderung, vormittags und nachmittags quasi zwei Schichten zu schieben, geht natürlich an jeder Realität vorbei. Mit der Bereitschaft des einen oder anderen, mehr zu arbeiten, dachte ich eher an eine temporäre Erhöhung der Wochenstundenzahl um 1-2 Stunden, wenn Not am Mann ist und Kollegen länger ausfallen. Die „normalen“ 3 Stunden Mehrarbeit im Monat fallen ja sowieso an. Mir ging es keinesfalls um das Aufstocken der Teilzeitbeschäftigten auf volle Stundenzahl. Tut mir leid, wenn das hier so angekommen ist. Mir ging es darum, dass es schlichtweg unverschämt ist, unter den aktuellen Arbeitsbedingungen auch noch selbstverständlich Mehrarbeit zu erwarten. Vor allem werden ja die Forderungen, die im Artikel als wichtig erachtet werden („Es darf nicht in Räumen unterrichtet werden, wo man die Fenster nicht öffnen kann und keine Luftreiniger vorhanden sind. Maskenpflicht ist überall angezeigt, natürlich auch in der Grundschule.“) gar nicht oder nur unzureichend umgesetzt.

        • Also zunächst: Viele Lehrer arbeiten schon mehr. An unserer Grundschule achten wir seit Wochen penibel darauf, dass sich die Gruppen nicht mehr vermischen. Wir haben Zeiten und Pausen verlegt und beaufsichtigen unsere Klassen selbst, auch in der Pause, in allen Pausen. Ich selbst habe vier Stunden aufgestockt. Meine Chefin hat den Großteil der Ferien durchgearbeitet, Personal mobilisiert etc.
          Manche Kommentare ärgern mich, wie z.b die Personen, die meinen Lehrer würden im Gegensatz zu Pflegepersonal nichts beitragen.
          Ich persönlich mache mir riesige Sorgen um meine Schüler. Die Sache hat nämlich zwei Seiten und wer immer hier „einfache Lösungen“ präsentiert, der vergisst: Ein Mensch ist keine Maschine und Heimunterricht/Computerunterricht kann nicht alles vermitteln, was für die Entwicklung notwendig ist. Es kann kurzzeitig eine Lösung sein, aber nicht dauerhaft und nicht für jedes Alter gleichermaßen
          Langfristig brauchen wir andere Lösungen. Ich bin gerne bereit meinen Teil dazu zu leisten.

    • @Leseratte

      Und wer noch nicht einmal für den Job als KM tauglich ist – oder sogar für den Lehrer-Halbtagsjob zu blöde ist – kann ja immer noch beim Handelsblatt kommentieren.
      Da findet sich auch ein entsprechend kluger und anspruchsvoller Redakteur, dem das gefällt.

      Und was ist, wenn man gar nicht blöde, sondern nur stinkfaul ist?
      Antwort: s.o. (Wenn man noch fauler ist als es von Lehrkräften in diesem Kommentar oben behauptet wird – Die arbeiten ja fast grundsätzlich nur auf halben Stellen, die Lehrer! – dann kann man sich den Arbeitsgang der Recherche sparen und gleich drauflosklecksen …)

      Bravooo!
      Bravooo!

  5. In Teilzeit hast Du ein „Debutat“, Vollzeitkräfte haben ein D e p u t a t.

    Für Klugscheißer*innen:
    Deputat
    Naturalien als Teil des Lohns

    aus lat.
    deputatum „das Abgeschnittene“, zu lat.
    deputare „abschneiden, beschneiden“, aus lat.
    de „von weg“ und lat.
    putare „beschneiden“

    https://www.wissen.de/wortherkunft/deputat

  6. Leseratte lebt an der Realität vorbei.
    Gesundheit ist wichtiger als Bildung. Schuljahre kann man nachholen.
    Den KM geht es nur darum, Wahlen zu gewinnen und Eltern an der Arbeit zu halten, damit die Manager ihre Boni bekommen und die Aktionäre ihre Dividende. Kinder sind der Kollateralschaden.
    Bei uns in RP sind wir in Ludwigshafen inzwischen bei einem Inzidenzwert von 312 und in Speyer bei über 360!!!!!. Und gemacht wird rein gar nichts. Frau Dreyer und Frau Hubig warten lieber mal ab statt potenzielle Wähler zu verscheuchen.
    Das ist so abscheulich.

  7. Eigentlich schade, dass es so laufen muss.
    Ich werde keine Mehrarbeit leisten, keine Deputate aufstocken um diesen Irrsinn zu unterstützen.
    Wenn es nicht anders geht Vernunft in die Dickschädel der Landesfürsten und Kultusminister zu bringen, dann vielleicht wenn die Lage so außer Kontrolle gerät, dass die Intensivstationen zusammenbrechen.
    Mal sehen ob die Ärzte mehr Gehör finden, wenn sie von ihren Erfahrungen bei der Triage berichten.
    Ich kann den Jugendlichen jedenfalls nicht erklären, warum es brandgefährlich ist sich im Freien mit mehr als einem Freund zu treffen, sie in der Schule, in überfüllten Klassenzimmern aber mit einem Lappen vorm Gesicht und einem periodisch offenen Fenster absolut sicher sind.
    Ich hätte diese ungleichen Maßnahmen mit 18 auch nicht erst nehmen können.

  8. Ja, ja das Handelsblatt… Warum sind Schulen systemrelevant? Die Eltern müssen arbeiten und können nicht auf ihre Grundschüler zu Hause wochenlang aufpassen. Ja, ja der Handel… Die Wirtschaft… vor allem! Infektionsschutz bei Beamten? Die streiken doch nicht! (Lobby??)
    Investitionen in Lüftungstechnik hilft nicht nur gegen Covid 19 Viren.
    Wer beklagt sich denn über Notunterricht in normalen Grippewellen?

    Beratungsresistenz und Ignoranz nenne ich diese Krankheit!

    Und ich muss mein Kind nötigen, sich in ein überfülltes, mangelhaft gelüftetes Klassenzimmer stundenlang zu hocken, während ein Einkauf im Supermarkt ne schnelle Sache ist. Ich befürworte die Schulpflicht aber nicht in diesem Fall.

    Ich habe ein Recht mein Kind und uns zu schützen.

    Notfalls ist Bubi dann mal krank. Offiziell läufts ja nicht.
    Und was kam aus dem Mund einer Kinderpflegerin im Kindergarten meines Jüngeren? Nicht testen lassen,sonst „müssten wir dicht machen“..
    Der Artikel aus dem Handelsblatt ist pure Sch*****.!!

    Teilzeit der Lehrer wird kritisiert. Die Verfasserin dieses Artikels hat andere Probleme nehme ich an…

  9. Ich verstehe auch nicht warum man nicht mit Wechselunterricht alle Beteiligten entlastet.
    Weniger Kinder im Haus, auf dem Schulhof, im Bus…
    Mehr Energie der Lehrer für den Unterricht statt Hygienevorschriften Aufsicht.

  10. Unsere Grundschule läuft schon wieder mit einem partiellen Distanzunterricht. Gleichzeitig arbeiten und Kind begleiten, heißt das für mich.
    Beidem kann zumindest ich nicht gut gerecht werden.
    Ich arbeite jeden Tag 16 – 17 Stunden: zwei Kinder, Beruf und Haushalt.
    Für Freizeit, Sport oder Spiel ist keine freie Zeit.
    Ich gehe auf dem Zahnfleisch, schon lange.
    Und jetzt wieder diese Wahnsinns-Herausforderung Distanzunterricht in der Grundschule… ich kämpfe dafür, dass wir das als kleine Familie überleben.

    Ich schlage mal wahnsinnig vor: schulfrei

  11. Ich stehe kurz vor meiner Pensionierung, dies ist also mein letztes Schuljahr nach rund 45 Dienstjahren. Ich gehöre zur Risikogruppe und arbeite im Fernunterricht. Eigentlich habe ich einen Lehrauftrag von 17 Unterrichtsstunden. Dafür werde ich auch bezahlt. Im hometeaching arbeite ich weit über meine eigentliche Unterrichts Zeit hinaus und habe einen 8 Std Tag mit Vor-u d Nachbereitung. Es fiel mir anfangs nicht leicht mich auf diese Form des Unterrichtens einzustellen, aber es geht. Da ich mit Kindern arbeite, die in Quarantäne sind, bekomme ich mit, wie hoch die Ansteckungsgefahr auc bei Kindern ist. Oft wird ein Geschwisterkind erst nach Wochen selber krank. Anzeichen wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit werden ja bei Ihnen nicht ernst genommen. Da werden die Kinder nach kurzer Quarantäne wieder in die Schule gequält um dort die Infektion weiter zu geben.
    Teilt endlich die Klassen. Als Kind hatte ich aus lehrermangel 2 Kurzschuljahre und das hat mir auch nicht geschadet.
    Gesundheit muss vorgehen, das ist unser höchstes Gut. Dieses ist unersetzbar. Bildungslücken hingegen können wieder gefüllt werden.

    • @ELKE Weyrich

      Vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar, denn er zeigt, was trotz 2 Kurzschuljahren möglich ist, wenn man etwas erreichen WILL (und sich dann eben auch selber entsprechend anstrengt).

      Ungleich härter hat es betimmt viele getroffen, die deutlich weniger als die Pflicht-Schulzeit in der Schule sein durften – auch damals schon (= Kriegszeit) unter teils erbärmlichen organisatorischen Bedingungen.
      Von der emotionalen Belastung möchte ich mal besser gar nicht anfangen.
      Wenn ältere Familienmitglieder so etwas erzählt haben, hatte ich als Kind immer den allergrößten Respekt dafür, dass diese Leute alle – ohne Ausnahme – in der Lage waren, ihr ganz normales, durchschnittliches Leben als Erwachsene leben zu können.
      Ganz nebenbei wurde ein Land wieder aufgebaut … nicht heruntergewirtschaftet.

      Da kann man mal sehen, was geht, wenn man WILL.
      (Das richtet sich an Jung und Alt, an Politiker – besonders an die selbstherrlich-verbohrten wie zuletzt gestern Abend FDP-Stamp, … eigentlich an UNS alle.)

  12. Durch Mehrarbeit lässt sich bestenfalls der Ausfall des Unterrichts von vorerkrankten und aktuell erkrankten Lehrkräften ausgleichen.
    Wenn es darüber hinaus Fernunterricht geben soll, geht das nur indem ensprechend viel Präsenzunterricht ausfällt. Teilt man die Klassen, gibt es nur noch halb so viel Unterricht für jeden, egal ob zu Hause oder in der Schule.
    Man kann also akzeptieren, dass es im Sinne eines Gesundheitsschutzes deutlich weniger Unterricht gibt oder man macht einfach weiter und schaut was passiert. Möglicherweise ger keinen Unterricht.
    Wenn bei halbierten Klassen der in der Schule ausfallende Unterricht per Fernunterricht aufgefangen werden sollte, bräuchte man annähernd doppelt so viele Lehrende. Wo sollten die herkommen?

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