„Ich will auch Präsenzunterricht – aber nicht ohne Plan“: Wie ein Lehrer das Schul-Chaos nach dem Bund-Länder-Gipfel kommentiert

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BERLIN. Gestern abend überschlugen sich die Meldungen – erst hieß es: Kitas und Schulen in Deutschland bleiben weitgehend bis zum 31. Januar geschlossen. Dann wurde deutlich: Sooo war das wohl nicht gemeint. Jedes Bundesland macht nun mit seinen Bildungseinrichtungen, was es will. News4teachers-Leser „SB“, selbst Lehrer, hatte bereits in der Nacht vor dem Gipfel einen eindrucksvollen Kommentar geschrieben, den wir dann auch als Gastbeitrag veröffentlichten (hier nachzulesen). Am späten Abend, unter dem Eindruck des entstandenen Durcheinanders, legte er noch einmal nach. Auch diesen Beitrag möchten wir noch einmal einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen.

News4teachers-Leser „SB“ hatte Hoffnung in den Bund-Länder-Gipfel gesetzt – und sieht diese enttäuscht. Illustration: Shutterstocck

SB am 05.01.2021 um 22:33 Uhr

Heute nacht um 1.25 Uhr hatte ich schon meinem Unmut kundgetan. Jetzt sitze ich wieder am Schreibtisch und bin wieder einmal in der Realität angekommen.

Irgendwie mag man es nicht mehr verstehen? Man setzt sich hin, schaut sich eine Pressekonferenz der Bundesregierung an und nimmt folgende Aussagen war.

Die Situation ist ernst. Wir haben keine Daten, die wir aktuell bewerten können. Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen, wo wir sein müssen um wieder sicherer agieren zu können. Wir haben Angst vor einer unbekannten Gefahr durch die Mutation des Virus. Wir behalten alle Maßnahmen bei und verschärfen teilweise noch einige Bereiche. Auch die Kitas und Schulen bleiben bis zum 31.1 geschlossen – hier besteht EINIGKEIT.

Kurz darauf wache ich in der Realität auf. Immer mehr Pressekonferenzen der Landesfürsten zeigen ein anderes Bild. NRW beschließt morgen, wie es weitergeht, RP sieht den 18.1 als Möglichkeit zu öffnen und mein MP Kretschmann spricht auch vom 18.1. „nach Überprüfung“.

Jetzt sitze ich hier und überlege mir, wie bewerten, wie wollen die das einschätzen?
Kretschmann sagt ganz klar: Wir müssen Familie und Beruf vereinbaren – sprich: Schulen werden primär zum Erhalt des Wirtschaftsstandorts geöffnet. Das ist im Kern für mich in Ordnung, da hier auch mein Wohlstand, meine soziale Sicherheit in gewisser Form davon abhängt. Ich frage mich aber, welche Maßstäbe werden an diese Wiederöffnung angelegt?
Welcher Erkenntnisgewinn im Bereich Infektionsschutz, im Bereich Organisation oder welches Umdenken ist denn dazu gekommen?

Die Devise in den Kultusministerien heißt: Zurück zum Alltag

Eigentlich hört es sich doch nach – zurück zum Alltag an. Erste Gespräche mit Studienkollegen, die mittlerweile im Kultusministerium sitzen, bestätigen mir das. Tief in mir weiß ich, dass ich gemeinsam mit meinem Chef und einigen Kollegen in wenigen Tagen wieder neue Pläne erstellen und umsetzen muss. Eigentlich kein Problem, aber blöd: Morgen ist Feiertag. Erste Infos kommen dann am Donnerstag (vielleicht?!) und dann geht es los.

Die größte Frechheit ist, dass die Kritik an der fehlenden Planung in Baden-Württemberg abgetan wird, dass man behauptet, die Schulen am 21.12 über den Weg nach dem 11.1 informiert zu haben. Äääääh – Moment, gut dass das Schreiben auf der KuMi Seite ist. Da steht was von geändertem Zeugnisdatum, Versetzungsentscheidungen, Anzahl schriftlicher Leistungsfeststellung, Aufnahmeverfahren GS, Außerunterrichtlicher Veranstaltungen, Tage der offenen Tür (waren übrigens vorher schon untersagt), und dann kommt endlich die weitere Perspektive und die spricht für sich:

Zitat: „Wir wollen wieder zu einem Unterricht in der Präsenz zurückzukehren, sobald dies verantwortbar ist. Leider kann ich lhnen aber heute noch keine konkreteren lnformationen
geben. Wir müssen die weitere Entwicklung des Pandemiegeschehens in den Weihnachtsferien abwarten. Grundlage werden dann die Entscheidungen beim nächsten Treffen der Bundeskanzlerin mít den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 5. Januar sein. Vor diesem Hintergrund müssen wir wieder innerhalb eines sehr kleinen Zeitfensters den Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien regeln und auf dieser Grundlage organisieren.“ Hä? Das KuMi sagte doch, die Schulen wären am 21.12 über die verschiedenen Möglichkeiten und Schritte informiert worden.

Also entweder erhalten wir nicht alle Emails?! Oder ich stehe auf der Leitung.
Oder es ist so wie immer – intern wird was anderes kommuniziert als nach außen.
Das ist wie ein Kapitän, der sagt, die Lage ist im Griff und gleichzeitig dem ersten Offizier befiehlt, machen Sie die Rettungsboote bereit. Es soll Ruhe ausstrahlen, bewirkt aber genau das Gegenteil. Jetzt sitzt man wieder da – ratlos, verwirrt, vielleicht verärgert. Man fragt sich, was sind solch harte Aussagen wert, wenn sie nicht mal mehr 2 Stunden halten? Wenn sie trotz angeblicher Einigkeit kassiert werden?

Meine Schüler fragen mich: Warum sagen Politiker erst das EINE und machen dann das ANDERE?

Ich unterrichte auch Gemeinschaftskunde. Meine 7er haben mich da mittlerweile schon des Öfteren in die Enge getrieben, wenn es genau darum ging: Warum sagen Politiker erst das EINE und machen dann das ANDERE? Was sagt man da als Lehrer? Wie erklärt man das?
Mein Lieblingssatz von meinem Politik-Professor an der PH: „Das ist Politik – das verstehen wir nicht…“ Nein ich verstehe es nicht. Ich verstehe nicht, warum man nicht in Ruhe und Geduld agiert.

Ich verstehe, dass es einen Druck gibt. Von Seiten der Wirtschaft, der Eltern, der Schulen, der Politik. Ich bin für Präsenzunterricht – aber nicht ohne Plan. Nicht nach dem Motto, alles wie gehabt. Ich hab es schonmal geschrieben: Ich bin für Mut, endlich mal die Wahrheit auszusprechen, dass es kein normales Schuljahr ist. Dass Prüfungsvorbereitungen nicht optimal gelaufen sind, dass man mit dem Stoff vom letzten Jahr noch hinterher hängt. Dass man mit viel individueller Förderung aktuell Lücken aufholt, dass man sich von Problem zu Problem hangelt.

Ich bewundere mich und alle meinen Kollegen, die ich täglich treffe, dafür, wie wir das meistern. Wie wir das mit Galgenhumor durchstehen. Wie wir den Kids jeden Tag versuchen,  unser Bestes zu geben. Wie man eigenes Geld in die Hand nimmt, weil der Staat nicht hinterherkommt. Wie man Material persönlich durch die Gegend fährt, weil ein Teil der Klasse zu Hause sitzt. Wie man sich täglich motivieren kann…

Führt dieses Chaos in den Schulen nicht dazu, dass die Menschen in Gesundheitsberufen noch mehr Arbeit haben?

Dann treffe ich Menschen die in der Pflege, im Krankenhaus, auf Intensiv arbeiten oder die mit mir im DRK sind. Die noch viel mehr auf dem Zahnfleisch gehen, die täglich die traurige stille Seite von Covid mitbekommen. Die wirklich wissen, was die Krankheit bedeutet.
Und dann frage ich mich oft, jammere ich jetzt zu viel? Vielleicht ein bisschen – anderseits frage ich mich: Führt dieses Chaos in den Schulen nicht dazu, dass diese Menschen noch mehr Arbeit haben? Dass die noch mehr ans Limit geführt werden? Das ganze Land haben wir ausgebremst, damit genau das nicht passiert. Damit unser Gesundheitssystem nicht zusammenbricht, damit wir nicht unglaubliche Zahlen wie im Ausland bekommen. Und jetzt eiern wir wieder herum. Selbst wenn die aktuellen Infektionszahlen kein realistisches Bild liefern, wir sind noch mind. bei 10 000 Neuinfektionen am Tag. Wir haben eine neue Mutation, die noch keiner abschätzen kann. Und wir überlegen weiterhin von Woche zu Woche.

Fazit von heute: Ich hab gerade in den Spiegel geschaut und mit der Schulter gezuckt und mir gesagt, war ja klar. Was hast du denn gedacht was passiert? Und dann hab ich mir selber geantwortet, ich hatte Hoffnung…

Ich bin für Schule. Ich habe Schüler, bei denen weiß ich, dass es zu Hause schlimm ist. Die mich die letzten Tage bereits angerufen und gefragt haben, wie es weitergeht. Die mir schon vor den Ferien gesagt haben, sie gehen lieber in die Schule – auch wenn man da Mathe lernen muss. Ich mag meine Kids, ich bin gerne mit ihnen im Klassenzimmer, lache mit ihnen, kämpfe mit ihnen mit Brüchen und Zahlen, Adjektiven und Pronomen und bin oft genauso chaotisch wie sie. Aber genau darum, weil ich sie mag, will ich auch, dass sie sicher sind – dass wir als Schule sicher sind.

Jetzt haben wir Zahlen, von denen wir im Frühjahr gewarnt haben – und schaffen es nicht mehr, der Sicherheit Vorrang zu geben

Gemeinsam gesund bleiben, ist unser Motto seit 10 Monaten. Seit 10 Monaten ist es eine Berg- und Talfahrt. Wir haben aber vor etwas weniger als 10 Monaten etwas mehr Mut gehabt und radikal alles dichtgehalten bei niedrigen Zahlen und mit großem Erfolg, weil wir danach sicherer langsam aufmachen konnten. Jetzt haben wir Zahlen, von denen wir im Frühjahr 2020 gewarnt haben und schaffen es nicht mehr, Sicherheit den Vorrang zu geben. Sicherheit ist nicht nur eine Organisationsform, nicht nur ein Konzept, nicht nur Hygieneanweisungen. Sicherheit ist auch ein Gefühl. Ein Gefühl von Vertrauen, von Gelassenheit, von Ruhe.

Als ausgebildeter Erlebnispädagoge habe ich immer so gearbeitet, dass ich nur ein Risiko eingegangen bin, das ich auch beherrschen konnte – und selbst dann habe ich noch 200 Prozent Puffer oben drauf gesetzt, damit definitiv nichts passiert. So ein bisserl wünsche ich mir diese Philosophie zurück….

Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

Klartext eines Lehrers: „Ich habe Kollegen mit Tränen in den Augen gesehen“

 

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50 KOMMENTARE

  1. @SB

    Lieber @SB,
    vielen Dank, auch in diesem Kommentar von Ihnen kann ich mich in vielen Punkten wiederfinden, und so wird es den allermeisten KuK gehen.

    Und wieder finde ich, dass auch dieser Beitrag von Ihnen in SÄMTLICHE MEDIEN (Radio, TV, Print) GEHÖRT und aufgegriffen wird.

    Ich hoffe, dass die entsprechenden Redaktionen wach werden und auch abwägen: Was ist uns als Redaktion mehr wert?
    -Werbeeinnahmen (natürlich aus der Wirtschaft, für die die möglichst weit geöffneten Kitas und Schulen den Rücken frei halten sollen)
    -oder doch das Wohl der Bevölkerung der BRD?
    Ja, liebe „Medienlandschaft“ – jetzt müsst IHR euch entscheiden!

    Hier darf sich „news4teachers“ ausgenommen fühlen, denn ohne DIESES Redaktionsteam wäre heute immer noch Null Information außerhalb der Schulen durchgesickert.
    Darum noch einmal meinen ausdrücklichen Dank an n4t, bitte bleiben auch Sie so hartnäckig am Ball.

  2. Schon die Überschrift finde ich falsch. Es gibt Pläne für die (stufenweise) Öffnung der Schulen. Sie fallen nur in jedem Bundesland anders aus und sie ändern sich alle paar Wochen oder gar Tage. Das ist das, was uns/mich irre macht. Ständig wieder anders und „nee, doch nicht“. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass viele, die sagen, sie seien auch für Präsenzunterricht, das nicht ehrlich so meinen, sondern nur sagen. Es gibt ja Konzepte dafür, doch die werden dann von den gleichen Leuten wieder abgelehnt.

    • Ein Plan bedeutet, zu wissen, was man macht, wenn dies oder jenes passiert. Das gibt es nicht.

      Es gibt lose Listen möglicher Maßnahmen, die die Länder tun oder lassen können, wie es gerade beliebt. Wenn das ein „Plan“ ist, dann folgt der Inhalt meiner Sockenschublade auch einem solchen.

      Auch von „Stufen“ kann keine Rede sein – eine Stufe hat eine festgelegte Form, also einen definierten Anfang und ein ebensolches Ende. Eine Stufe ohne diese Form nennt man Rutschbahn.

      • Da stimme ich dir zu. Auch was Frau Gehbauer in NRW als „Stufenplan“ vor den Ferien präsentiert hat ist ein reiner Witz. Sieht er doch weitestgehend nur Einschränkungen für die Klassen 8,9,11 und (an den Gesamtschulen noch) 12 vor. Das ist ein Bruchteil einer Schulgemeinschaft. Das ist so, als würde man die 16 Kultusminister auf 16qm einsperren und dann sagen, weil der Inzidenzwert ins Unermessliche steigt, dürfen jetzt 2 von euch nach Hause gehen.
        Präsenzunterricht ist wichtig und ich bin froh, dass uns die Krise diese Erkenntnis beschert hat. Aber wenn er der Politik so lieb ist, dann muss er ihr auch teuer sein. Dann müssen sie in Luftfilter investieren. Dann müssen sie in mehr Personal investieren. Die GEW fordert zum Beispiel, dass Studierende zur Kinderbetreuung eingestellt werden.Die suchen dringend Arbeit, das wäre eine Win-win-Situation. Man müsste evtl. weitere Räumlichkeiten akquirieren – viele Vereinheime und Gemeindehäuser etc. sind zur Zeit ungenutzt. Man müsste in besseres W-LAN, mehr Endgeräte und IT- Administratoren investieren.
        Aber man tut gar nichts. Man diskutieren einfach monatelang immer wieder das gleiche Thema, ohne das sich an der Faktenlage etwas geändert hätte. Es ist so ermüdend.

    • Der Plan sagt nur, dass die Schüler nach und nach wieder in die Schule gehen. Das war und allen auch vor der KMK klar. Wichtiger wäre endlich festzulegen, wann welche Klassenstufe wieder in die Schule muss und vernünftige Pläne auszuarbeiten, wenn es keine „normale“ Schule geben kann. Noch besser wäre Gesundgeitsschutz in der Schule, aber da müsste man ja Geld investieren und das geht ja nicht.

  3. Mal eine andere Frage, wozu mich nicht nur dieser Post inspiriert:

    Hat jemand schon versucht gegen Präsenzunterricht zu remonstrieren? Einfachster Grund: Allgemeingefährdung?!

    Und ich habe mich in letzter Zeit mit der Kündigung auseinandergesetzt, um dann Dinge zu erfahren wie; je nach Bundesland kann man mit der Kündigung einen Haufen Geld für die Rente verlieren. An sich logischer Hintergrund, wenn man bedenkt, dass das Arbeitsverhältnis natürlich so langfristig wie möglich sein soll.

    Was aber passiert eigentlich genau bei Disziplinarverfahren, wenn ich jetzt illegal einen Streik anzetteln würde, um einfach zu schauen, was das Land noch machen will? Uns Lehrer feuern? Viel Spaß dabei…

    Falls jemand eine Antwort auf die erste oder letzte Frage hat, gerne her damit. Infos zur „risikofreien“ Kündigung nehme ich auch gerne.

    • Sollten Sie kündigen, zahlt der AG ja nur seinen Anteil in die Rentenkasse ein. Ihr Anteil würde ja dann bei der Berechnung fehlen.
      Bei den Disziplinarverfahren ist ja die Entlassung das letzte Mittel. Zur Züchtigung Ihrer Ungehorsamkeit sind Kürzungen Ihrer Bezüge, Versetzung usw. möglich…

    • Ja, gegen Präsenz für alle gleichzeitig, aber für Wechsel, solange es noch sinnvoll war.
      Man hätte damit – auch das stand drin – eine Schließung sowie viele Infektionen verhindern können. Fragen Sie bitte nicht nach der Antwort des Ministeriums. Über diese Antwort könnte ich ausfällig werden. Die spottet jeder Beschreibung.

      Ausstieg bedeutet quasi Verlust der bisher erworbenen Ansprüche. Nachversichert wird nur der Arbeitgeberanteil an fiktiven Rentenzahlungen. Der Arbeitnehmeranteil fehlt dann. Also quasi als hätte man statt 30 Jahre nur 15 gearbeitet und eingezahlt.

    • @ Hummel, wie Georg schrieb verlieren Sie Geld, nämlich das, das Sie zuvor nicht gezahlt haben, also Ihren „Arbeitnehmeranteil“. Soweit ich weiß, könnten Sie das aber einfach nachzahlen (Sie haben dieses Geld ja bekommen!), wenn Sie es nicht schon ausgegeben haben.

      Ansonsten halte ich das für keine gute Idee. Wo wollen Sie denn hin jetzt? Wo ginge es Ihnen denn besser? Angesichts der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in so vielen anderen Branchen?

    • Liebe Hummel,
      ich kann Ihre Wut, Verzweiflung und Resignation gut nachvollziehen. Und ja, was sollte denn passieren, wenn sich alle Leherer*innen in Deutschland gleichzeitig und solidarisch weigern, ihren Dienst unter diesen Bedinungen anzutreten? Soll der Staat sie etwa alle im Rahmen von Disziplinarverfahren abstrafen oder gar entlassen? Die Justiz kommt heute schon nicht mehr hinterher und Lehrkräfte fehlen ohnehin in erschreckendem Maße. Manchmal glaube ich, ein Generalstreik aller Lehrkräfte wäre die einzige Aktion, eine Veränderung herbei zu führen.
      Und jetzt zu Ihrer zweiten Frage, bei der ich Ihnen vielleicht weiterhelfen kann: Eine Kollegin von mir hat sich vor Jahren aus ähnlichen Gründen entschieden, aus dem Beamtenverhältnis vorzeitig und freiwillig auszuscheiden. Seit ein paar Jahren wurden die Regelungen zugunsten der ausscheidenden Beamten durch die Einführung des sog. „Altersgeldes“ deutlich verbessert,
      Das wird öffentlich nicht sonderlich breit getreten, wahrscheinlich, damit nicht noch mehr Beamte ausscheiden. Aber schau mal unter den folgenden Links nach. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland (wer hätte es gedacht…) verschieden. Aber wenn du Glück hast, erstattet dir dein Bundesland im Rahmen dieses Altersgeldes den Versorgungsausgleich, der sonst hätte nachversichert werden müssen.
      https://beamte.verdi.de/themen/beamtenrecht/++co++9e564616-21e4-11e3-b158-52540059119e
      https://www.bmi.bund.de/DE/themen/oeffentlicher-dienst/beamtinnen-und-beamte/altersgeld/altersgeld-node.html
      Liebe Grüße, viel Glück, Kopf hoch und weiter tapfer bleiben. Diese Gesellschaft braucht nichts mehr als mutige Menschen. -PeBa-

  4. Ja, die LandesfürstInnen … „spielen“ Pandemie, in sicheren Büros mit Luftfiltern (ja, die Geräte, die für Schulen als untauglich erklärt wurden, entgegen wissenschaftlicher Expertise) und wenn es da aus dem Büro mal rausgeht, dann hat man im großen Saal wenig Menschen und Plexiglaskabinen.

    Irgendwie erinnert mich das an:
    Feldherren, die früher in sicherer Entfernung vom Schlachtfeld über den Karten saßen und die Truppen symbolisch hin- und hergeschoben haben.
    In sicherer Entfernung hat man auch gar nicht mitbekommen, wie andere verreckt sind, wenn man auf der Karte mal einen kleinen Fehler gemacht hat.
    Es gab auch Ausflüge mit Kutschen, da konnte die feinere Gesellschaft jenseits der militärischen Führung mit Familien Ausflüge machen, mit Picknick, und sich vom nächstgelegenen Hügel das Gemetzel anschauen.

    Und das Gehabe unserer politischen „Elite-Einheiten“ auf Landesebenen erinnert mich an einen Song von Klaus Lage, aus dem Jahr 1985:

    https://www.youtube.com/watch?v=INCG7zTJsog

    „Monopoly“
    Ja, Vater, do bist noch vom ganz alten Schlag,
    Seit vierzig Jahren pünktlich ? jeden Tag.
    Do warst nie krank und bist noch drauf stolz.
    Na und, was soll’s?
    Wann hast do jemals richtig Urlaub gemacht?
    Dein ganzes Leben für’n Betrieb mitgedacht.
    Deinen Job macht jetzt ein Stück Silikon.
    Wen juckt das schon?
    Wen juckt das schon?
    Monopoli, Monopoli,
    Wir sind nur die Randfiguren
    In einem schlechten Spiel.
    Monopoli, Monopoli,
    Und die Herrn der Schloßallee
    Verlangen viel zu viel.
    Mama hebt Kaffeegläser auf für’n Gelee.
    Do bist schon ewig in der IG Chemie,
    Doch darauf warst do echt nicht gefaßt –
    So kalt geschaßt.
    do warst als Kind für mich der stärkste Mann,
    Einer, der irgendwie alles lösen kann.
    Doch das hier ist keine Modelleisenbahn.
    Was fängst do an?
    Fängst do jetzt an?
    Monopoli, Monopoli,
    Wir sind nur die Randfiguren
    In einem schlechten Spiel.
    Monopoli, Monopoli,
    Und die Herrn der Schloßallee
    Verlangen viel zu viel.
    Soviel hast do schon versäumt,
    Soviel hast do schon geträumt.
    Zeit ist jetzt reichlich da,
    Mach dir ’n paar Wünschen wahr.
    Mensch Mann, pack doch nicht ein,
    Denn do bist nicht ganz allein.
    Auch wenn’s dir dreckig geht,
    Es ist noch nicht zu spät.“
    (zitiert nach der Quelle: „LyricFind“)

    1985!!!

  5. NRW hat „PLAN“, seit Dezember den Stufenplan.
    „Schulen zu“ …
    Ich möchte wetten, die STUFE 2 wird heute 1:1 ab 11.01. ausgerufen:

    AUSGESTALTUNG DES DISTANZUNTERRICHTS
    wo immer möglich Präsenzunterricht Klassen 1-7
    Distanzunterricht im Wechsel ab Klasse 8 mit Ausnahme der Abschlussklassen möglich

    Denke, ändern wird man den Präsenzunterricht auf allenfalls wie bereits bekannt auf „freiwllig nach schriftlichem Antrag“.

    Und wieder konnte man sich erfolgreich vor Arbeitsschutz und den RKI-Empfehlungen „25 – 50“ drücken, oder weiter ignorieren. Risikogruppen danken ausdrücklich.

    • Ok, Wette verloren. Sie überrascht. Es wurde das „Gebauer-Modell“ für alle Schulen in NRW statt das „Solinger Modell“ für Schulen nur in der Hotspot-Kommune . Kein Präsenzunterricht und Distanzunterricht spätestens ab dem 13.01. bis erstmal 31.01..
      Aber Sie hat das System Klasse 1 – 6 nun übernommen.
      Und Sonderregelung für Q1 – Klausuren in Präsenz auch während Distanzunterricht

  6. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Was Sie aber leider nicht ansprachen, aber ebenso wichtig ist: Wir benötigen Gesundheitsschutz, vor allem in den Grundschulen, die bisher mit fadenscheinigen Argumenten ausgeklammert wurden, damit wir Lehrer auch unsere eigenen Familien schützen können. Was nützen mir all die Regeln, Kontaktbeschränkungen, usw. wenn ich vormittags von 20 bis 30 Kindern ohne Abstandsgebot und Maske angeatmet werde. Als Fachlehrer erhöht sich die Anzahl an manchen Tagen um den Faktor 3.

    Bei der Forderung nach Gesundheitsschutz geht es nicht um irgendwelche exklusiven Wünsche, sondern um das elementarste im Leben.

  7. Und wann beginnen und enden diese „Stufen“? Ist es abhängig von der Inzidenz? Oder entscheiden die KMs nach Lust und Laune?

  8. Ich kann dieses gejammere auf hohem Niveau nicht mehr hören. Hier wird immer von Hygienekonzepten gesprochen, nur sehe ich in meinem Berufsalltag als Integrationshelfer/Schulbegleiter nichts davon.
    Die vollkommen überbezahlten Sonderpädagogen an meiner Schule interessiert es einen Scheiss ob die Kinder die Masken richtig tragen, oder sich die Hände waschen.
    Ich bin als 1:1 Betreuer jeden Tag über viele Stunden mit weniger als 1,5m Abstand am zu betreuenden Kind.
    Die feinen Lehrkräfte sitzen am Pult und sind weit weit weg von dem Kindern.
    Ich musste mir schon sehr qualifizierte Aussagen von Lehrkräften anhören das Schule der sicherste Ort der Welt ist.
    Da kann ich nur mit dem Kopfschütteln.

    • Ich würde mir ne andere Schule suchen, wenn das keine maßlose Übertreibung ist. Ob sie es glauben oder nicht, in den meisten Schulen wird noch sehr engagiert ohne Abstand gearbeitet und unsere mickrigen Hygieneregeln streng befolgt. Maskenpflicht btw gibt es nicht überall, weswegen man da auch schlecht was zu den Kindern sagen kann.

    • @Integrationshelfer: Warum so verächtlich? Ich kenne nur Lehrkräfte, die sehr selten am Pult sitzen, sondern die meiste Zeit durch die Klasse laufen, schauen, wo‘s hakt, helfen, motivieren, von Gruppe zu Gruppe oder bei den einzelnen Schülern schauen, und das viele Stunden hintereinander. Ich persönlich stehe beim Erklären, beim Boardanschrieb, laufe viel, und bin nach dem langen Tag auch körperlich k.o.—-
      Rappelt es beim Kopfschütteln?

    • @Integrationshelfer
      Arbeiten Sie wirklich in diesem Beruf?
      Oder, spinnen Sie sich ihre Beschreibungen nur zusammen?
      Was Sie hier schreiben entspricht nicht dem, was in der Schule täglich passiert!
      Ich kenne keine Lehrer welche “ am Pult sitzen“ und dies anscheinend durchgängig!
      Wenn ich wirklich mal sitze, dann um den Tagebucheintrag oder die Anwesenheitsliste zu erledigen, ansonsten bin ich ständig auf den Füßen und zwischen den Schülern zu finden!

    • Wollte ich auch schon posten, wenn Sie es nicht bereits getan hätten. „Schule ist ein sicherer Ort“ – diese Daten sprechen eine deutlich andere Sprache.
      Hier zeigt sich die Schwäche des föderalistischen Schulsystems: Wozu trifft sich Frau Merkel, eigentlich mit den 16 Ministerpräsidenten, wenn hinterher doch wieder jeder, der will, aus wahltaktischen Gründen ausschert. Frau Merkel als Physikerin versteht, was eine Exponentialfunktion bedeutet – bei gewissen anderen Politikern habe ich da meine Zweifel, oder es ist ihnen egal. Auch wenn ich die Gefahr natürlich sehe, würde ich mir manchmal doch wünschen, sie könnte in bestimmten Notsituationen auf den Tisch hauen und sagen: „So wird es gemacht, basta!“

  9. Die Damen und Herren Kultusminister gehören alle mal aus ihren sicheren Büro’s rausgeholt und 1 Woche in die kalten Klassenräume ,bei offenen Fenstern gesperrt,dann hätten wir ganz schnell Lüftungsanlagen in den Schulen.Mir tun die Kinder Leid,die mit Jacken und Mützen im Unterricht sitzen müssen und sich dabei auch noch konzentrieren sollen.

  10. Ich halte mich an das was die Kanzlerin, Frau Dr. Merkel am Dienstag im TV verkündet hat. Schulen bleiben zu. Herr Laschet sagte, im WDR aktuell zu sehen, Schulen blieben zu. Frau Gebauer diskutiert noch, Heute, was Sie machen wird um nicht Ihr Gesicht zu verlieren und um nicht die politische Marschrichtung (FDP, Liebediener und Paladin der Industrie) aus den Augen zu verlieren.
    Da ich in solchen elementaren Dingen (wo es um Leben und Tot geht) sehr nachtragend bin, kann sich Frau Gebauer darauf einstellen, dass ich nach Aufhebung ihrer Immunität, juristisch Mittel und Wege finden werde, um mich für diese verquere Politik zu bedanken. Und das ist kein politisches Versprechen.

  11. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schulen-kitas-frueher-oeffnen-100.html

    Da fliegt mir der Hut weg. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre kein Erzieher oder Lehrer und lese diesen Artikel…

    Laut RKI hat sich die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen seit Beginn der Weihnachtsferien halbiert. https://www.tagesschau.de/investigativ/corona-schulen-inzidenz-rki-101.html

    Und daraus lesen „Fachleute“ keinen Effekt ab? Korrigiert mich, wenn ich mich irre, aber wenn etwas quakt wie eine Ente und aussieht wie eine Ente…

    In letzter Zeit fallen mir nur noch Halbsätze zu unserer momentanen Situation ein. Ich will so vieles nicht mehr zuende denken.

    • Schon beeindruckend, wie man das als Arbeitgeber von Beamten, die keinerlei Möglichkeit einer Arbeitszeiterfassung haben, von einer Sekunde auf die andere so bestimmen darf! Das sollte sich mal ein anderer (ans Arbeitsrecht eines Rechtsstaates gebundener) Arbeitgeber so einfach ohne Beteiligung und Mitsprache von Personalvertretung und Betriebsrat erlauben!

      • Wissen Sie, ob die Personalvertretung nicht vielleicht schon zugestimmt hatte?
        Unser Personalrat ist dermaßen obrigkeitshörig, dass bei den Versammlungen der Schulrat eingeladen wird. Soll ja alles schön transparent sein und kein unschöner Verdacht aufkommen.

      • In allen anderen Behörden haben die Mitarbeiter*innen die Arbeitzeit zu dokumentieren und abgeleistete Überstunden durch Freizeitausgleich auszugleichen. Es wird sogar unterschieden zwischen angeordneter Mehrarbeit und den in einem Zeitraum anfallenden Überstunden aus der Zeiterfassung. Letztere müssen quartalsweise abgebummelt werden, da sie ansonsten verfallen. Die angeordnete mehrarbeit, die nicht abgebummelt werden kann, kann ausnahmsweise auch durch zusätzliches Entgelt ausgeglichen werden.

        Lediglich in Schule ist die Erfassung der Arbeitszeit nicht möglich. Dass in anderen Bereichen sowohl bei öffentlichen als auch bei privaten Arbeitgebern die Stempeluhren abgeschafft und durch Vertrauensarbeitszeit ersetzt worden sind, hat sich bis in die Schulministerien alerdings noch nicht herum gesprochen.

  12. Das Ganze Problem in Baden-Württemberg fusst oder krankt auf/an etwas ganz anderem – neben der offensichtlichen Ignoranz der Kultusministerin:

    Sie ist im jetzt beginnenden Wahlkampf direkte Konkurrentin zum Ministerpräsidenten!

    Und ich befürchte, dieser will fair spielen …. „seufz“

    Entweder hätte jemand mit Weitsicht die Wahlen verschoben oder einer der beiden hätte während dieser Zeit sein Amt nieder legen müssen, dann würden vielleicht die Schulen hier nicht zerrieben werden….

  13. NRW: Distanzunterricht bis zum 31.1. ….. ich hab’s kaum glauben können, als ich es vorhin las. Geht der Dame GEBAUER doch der Pöppes auf Grundeis … bei über 1100 Toten in den letzten 24 Stunden? Ich beschwere mich bestimmt nicht über diese längst fällige Entscheidung….hätte sie den KuK hier im Forum mal genauer zugehört und den einen oder anderen praktischen Tipp zur Sicherung von Unterricht bei gleichzeitigem Gesundheitsschutz für SuS , KuK und den jeweiligen Angehörigen, dann bräuchten wir jetzt nicht komplett in den Distanzunterricht. Da hat dat Yvonne wohl überzockt … und nu isse mit ihrem Kurs baden gegangen.

  14. …komme vom Dienst in der Notbetreuung.
    Staunen einiger Kollegen- ‚warum trägst du Maske?- …ist doch eh sinnlos‘

    Gespräch mit weiteren Kollegen.
    Es zeigt sich erschreckende Resignation und Abgestumpftheit.
    Mit mir werden auch unsere quirligen Kollegen, die sich für Schüler, Kollegen und Studenten einsetzen, immer leiser.
    Die Ohnmacht, nicht wirklich kreative Ideen, schon gefasste Konzepte zu Gehör bringen zu können, lähmt.

    Ja, in Pandemiezeiten Entscheidungen zu treffen, das ist nicht einfach, für jeden Einzelnen, jede Schulleitung, jeden Kultusminister, jeden Regierungschef.

    Aber es fehlen die Rückkoppelungen, zwischen den einzelnen Verantwortlichen und mit uns, vor Ort.
    Wie oft heißt es an meiner Schule, wir warten mal, was das Kultus dazu sagt, die sind ja dafür da.
    DORT fängt es an….

    In Abwandlung des Songs von Lea :

    …alle meine Freunde, finden dass ich leiser bin, dass ich leiser bin, leiser WEIL ICH ANDERS BIN…

  15. Berlin schert auch aus und öffnet schrittweise die Schulen ab 18.01.:

    Unterricht wird ab 18. Januar langsam wieder hochgefahren

    „Der Berliner Senat hat sich auch auf einen Fahrplan für die Wiedereröffnung der Schulen geeinigt, bis dahin wird aber weiterhin eine Notbetreuung angeboten. Demnach sollen Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 1 bis 3 ab 18. Januar in wechselnden Gruppen an den Schulen unterrichtet werden. Es solle in den ersten drei Klassenstufen ein Präsenzunterricht für jeder Schülerin und jeden Schüler von mindestens drei Stunden am Tag sichergestellt werden, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch.

    Ab 25. Januar sollen dann die vierten bis sechsten Klassen folgen, in den Präsenzphasen gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ab Klassenstufe 5 auch im Unterricht. Nach den Winterferien am 8. Februar sollen dann alle Klassen in halber Klassenstärke und abwechselnd den Unterricht besuchen. Ab 15. Februar soll der Unterricht dann wieder hochgefahren werden. Zur Kontaktvermeidung soll der Unterricht nach Jahrgangsstufen organisiert werden.“

    • Nicht ganz richtig. Man öffnet bereits am 11.1. An den Oberschulen werden nächste Woche mehr als die Hälfte der Schüler in die Schule kommen, d. h. an den ISS die Klassen 9, 10, 12 und 13, an den Gymnasien die Klassen 10,11 und 12. Prüfungen dürfen in allen Jahrgängen bei Wahrung des 1,5-Meter-Abstandes geschrieben werden. Damit sind wir wieder fast beim Lockdown light.

  16. In BW hat Eisenmann wohl mächtig Angst davor, dass in den Medien über zusammengebrochene Server berichtet wird.

    Jetzt soll es zwar Fernunterricht geben, aber vorsorglich wird vorgeschrieben:
    „Verzichten Sie möglichst auf gescannte Arbeitsblätter und setzen Sie Aufgaben-funktionen in Lernplattformen ein.“

    und

    „Setzen Sie Videokonferenzen nur für bestimmte Unterrichtsphasen und zeitlichbegrenzt ein.“

    Hier geht es lediglich um die Wahlaussichten von Eisenmann. Die Bildunginteressen der SuS werden immer nur vorgeschoben.

    Quelle: KM-BW: https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2021-01-06-Regelungen-Schulbetrieb-nach-Weihnachtsferien
    dort dann „Schreiben des Kultusministeriums zum Schulbetrieb ab dem 11. Januar 2021 (PDF)“

  17. Ich bin betroffen, erschüttert und schockiert über all dieses Chaos in einer solch undurchsichtigen Situation… Auch Niedersachsen bleibt nicht bei Szenario C bis zum Ende des Halbjahres sondern öffnet Grund-und auch Förderschulen Schwerpunkt GE ab 18.1. im Szenario B.
    Ich arbeite an einer solchen Förderschule, ja unsere Klassen sind klein im Vergleich der Schülerzahl an Regelschulen und dennoch arbeiten wir hautnah am Kind, jeden Tag, jede Minute…an Menschen mit Beeinträchtigungen, die Hilfestellungen bei nahezu allen täglichen Belangen benötigen.
    Ich liebe meinen Job und gäbe alles dafür wieder ganz normal arbeiten zu dürfen und mich sicher zu fühlen.
    Damit ist seit Monaten Schluss, jede weitere Info aus dem KM ist ein weiterer Schlag ins Gesicht.
    Jeder im Kollegium gibt mehr als 120% um unseren SuS eine möglichst normale Lernumgebung zu schaffen, ihnen trotz Abständen, Einschränkungen, Masken und Kälte Schule zu ermöglichen. Jede neue Regelung wurde versucht bestmöglich umzusetzen, so schwer es auch war und ist.
    Doch jetzt ist mein Fass voll, übervoll!
    Förderschulen gleichgesetzt mit Grundschulen, keine Unterscheidung zwischen Primar- und Sekundarstufe…warum ??? Habe ich irgendwie eine Studie verpasst dass Menschen mit Beeinträchtigungen in Schule keine Gefahr laufen sich / andere anzustecken, auch wenn das ab 12 Jahren doch überall das gleiche Risiko sein soll wie bei einem Erwachsenen?
    Keine Masken mehr am Platz? So ein Irrsinn!
    Gleichzeitig darf ich mich nur noch mit einer weiteren Person am Tag treffen, also nix mehr mit der einen Kontaktfamilie, damit wenigstens unsere Kinder am Nachmittag noch zusammen spielen können…
    Danke für nichts!

    • Gut, dass wir die Hoffnung nicht verloren haben.
      Vielleicht hat ja doch irgendwer mit irgendeiner Bemerkung oder Darstellung – offiziell oder inoffiziell – irgendetwas bewirkt.
      Wir werden es nie erfahren und können jetzt nur hoffen, dass dann der Rest des Schuljahres nicht doch wieder einfach nur „bildungsgerecht geöffnet“ wird, sondern mit Sinn und Verstand und vor allem mit Abstand und Luftfilteranlagen…
      Ach nee, letztere brauchen wir ja nicht mehr, im Februar ist ja schon fast Sommer… dann kann man ja wieder die Fenster offen lassen… wen interessiert schon, dass bei Windstille und innen/außen gleichen Temperaturen auch im Sommer kein Luftaustausch stattfinden kann…

  18. In Hessen versteht man auch unter größtmöglicher Kontaktbeschränkung …?

    Man holt die Abschlussschüler in die Schule zurück. Das bedeutet für eine integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe die Klassen 9,10, 12 und 13. Damit hat man genau die ansteckendste Altersgruppe in die Schulen geholt, um sich beim gemeinsamen Zusammentreffen schön anzustecken.
    Und dies in Zeiten eines mutierten Virus, der sich bevorzugt genau in dieser Altersgruppe und zudem viel schneller verbreitet.
    Man sollte das Amt des Kultusministers nicht mit einem Juristen besetzen.

    • Toll ist immer die Einschränkung „sobald es das Infektionsgeschehen zulasse“. Es gibt immer noch keine klare Aussage, was das genau bedeutet. Und ob es in allen Bundesländern das Gleiche bedeutet. Vor den Sommerferien lautete die Devise fürs neue Schuljahr genauso bezüglich Präsenzunterricht. Und wir haben ja gesehen, wohin das geführt hat. Kaum eine Inzidenz war hoch genug, um den Vollbetrieb in Schulen zu canceln.
      Thüringens KM Holter hat heute auch schon verkündet, Anfang Februar für alle Klassenstufen zu öffnen. Von Abhängigkeit von Inzidenzen war nicht die Rede, und das, obwohl in Thüringen zurzeit 11 Landkreise oder Städte zwischen 300 und 400 liegen. Da müsste sich ja sehr viel tun…

  19. Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht… das sagte Heinrich Heine einst und es passt auf die aktuelle Situation und vor allem auf mich. Was habe ich mich gestern gefreut… Einsicht. Endlich Einsicht. Endlich klare Aussagen von ganz oben. Moment, echt jetzt? Ausatmen, einatmen, ausatmen. Nochmal schnell nachgoogeln. Ja da steht es wirklich… schwarz auf weiß- die Schulen bleiben geschlossen.
    Puuuh… der fallende Stein vom Herzen dürfte vom Seismographen messbar gewesen sein.
    Aber dennoch, ich gestehe… ein kleiner Teil in mir hat zitternd in der Ecke gesessen und an den Föderalismus gedacht. Aber… das werden sie doch nicht tun, die Minister…
    Was soll ich sagen. Sie haben es getan.
    Manche zumindest. In Bawü wird der 18. für Kitas und GS angepeilt , SBBZs G und K „dürfen“ unter Pandemiebedingungen schon sofort, die anderen SBBZs sollen auch am 18. folgen. Andere Bundesländer haben auch schon ihre eigene Soße zum Hauptgericht Lockdown serviert.
    A la carte laut Beschluss gibt es anscheinend eher weniger.
    Und ich lese in der Landesverordnung: „ Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten, großzügige Home-Office-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ umsetzen zu können.“ Und ich kann es nicht ändern. Mir schießen die Tränen in die Augen.
    Ich verstehe schon, Bildung ist wichtig- und vor allem meine Schüler aus eher bildungsfernen Haushalten brauchen die Schule. Aber – schon tausendmal gesagt- was wiegt mehr? Bildung oder Gesundheit? Keiner hat dieses verdammte Virus bestellt. Keiner hat es zum Bleiben eingeladen. Es ist da …. auch in Schulen. Verdammt nochmal, ja, auch in Schulen. Dafür brauche ich nicht Mathematik oder Statistik studiert zu haben.
    Und was schreien sie sich jetzt an, die Minister in der Schlammschlacht des Wahlkampfs. Ich bin besser- nein ich, ich… denn ich kann die Schulen schon öffnen. Und die wertlosen Masken waren nicht meine Zuständigkeit. Ich, ich, schaut mich an- ich garantiere den Eltern dass Schulen bei mir sicher sind.
    Ach was macht mich das müde. Was ist das am Thema vorbei. Nichts ist geschehen um den vielbesungenen Wahlslogan Bindungsgerechtigkeit anzugehen. Keine Leihgeräte. Keine Datensticks für diejenigen ohne Wlan. Aber auch keine Schutzmaßnahmen im Klassenzimmer….
    Schaut sie an, die Paviane die wetteifern darum wessen Po röter ist.
    Ich könnte zu Hause bleiben, mich krank schreiben lassen… aber ich liebe meinen Job. Ich liebe meine Kids. Auch ich mag den Distanzunterricht nicht. Aber ich möchte, dass wir alle gesund aus dieser Krise gehen. Meine Schüler, deren Eltern, meine Kollegen- und ja, auch ich. Verdammt noch mal- Wahlkampf auf Kosten unserer Gesundheit.
    Ach was bin ich müde… und desillusioniert….

  20. „Deutsche Botschaftsschule Teheran widersetzt sich dem Coronavirus“
    „Im jeden Klassenzimmer werden die Abstände eingehalten. Die Schülerinnen und Schüler haben individuelle Einzeltische mit Plexiglasschutz. “
    „Seit dem 6. Dezember befinden sich in jedem Klassenzimmer und in den Räumen der Kindergärten außerdem modernste Hochleistungsluftreiniger aus Deutschland, welche die gesamte Raumluft mehrfach in der Stunde filtern, sodass Aerosole, Bakterien, Viren und Feinstaub keine Chance haben. Die 90 Kilogramm schweren Filtergeräte wurden kurzfristig von Schulleiter Harald Pröm auf einer Dienstreise in Deutschland bestellt und per Luftfracht in den Iran transportiert. Sie sind extrem leise, sodass die Unterrichtskommunikation nicht gestört wird.“
    https://www.auslandsschulwesen.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/Webs/ZfA/DE/Aktuelles/2020/201214_DBST_Corona_Luftreiniger.ht

    „36 Schulen und Kindertagesstätten in Duderstadt (Landkreis Göttingen) sind am Mittwoch mit Raumluftreinigungsgeräten ausgestattet worden. “
    „Zehn Unternehmer in Duderstadt hatten gemeinsam 300.000 Euro gespendet, um 162 Luftreiniger anzuschaffen. “
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Duderstadt-162-Raumluftfilter-fuer-Schulen-und-Kitas,aktuellbraunschweig6016.html

    WAS FÜR EINE TRAURIGE REALITÄT

  21. Hallo SB – ein >Auslandsschwabe> meldet sich vom Niederrhein.
    Ihren ersten Beitrag habe ich so zusammengefasst und kommentiert:
    MUT zur klaren Aussage, was vorläufig NICHT geht – aber solche Aussagen nur AUSSERHALB des Dienstes; und vor allem – belasst es bei WORTEN, ihnen TATEN folgen zu lassen? Unmöglich!
    Diese Spannung prägt alle Kommentare hier – und wenn ich SB recht verstehe, besteht für Magistra FURIOSA und daskanndochnichtwahrsein, die das ebenso klar formuliert haben, sowie für die Allermeisten hier so gut wie KEINE Chance auf TATSÄCHLICHE Änderungen – emotionale Entlastung kann nur durch klare – sehr notwendige – Worte gegenüber den polit. Entscheider*innen erfolgen.
    Aber da liefert SB noch einen anderen Hinweis mit Zitat: „Es ist unglaublich, wie man mit den Ressourcen hier umgeht. Und dann kriegt man noch eine auf den Sack, wenn man sich übergreifend über mehrere Schulen zusammenschließt, um Probleme gemeinsam zu lösen, weil Schulämter und Obere Dienstaufsichtsbehörden nicht gut aufeinander zu sprechen sind.“
    Das lese ich als DEN Weg aus der Falle heraus: „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“ nach dem Solinger Vorbild – nun aber mit TATEN, für die dann der ganz besondere MUT aufgebracht werden muss. Das Leiden an der Situation – seit nunmehr 10 Monaten und fortdauernd – ist groß. Ich ergänze den Apell von SB so: leidet wegen der TATEN – für EUCH, für die KINDER, und für die ELTERN = „Dienst nach PANDEMIE-Vorschrift“.
    ———————
    Wenn der Solinger Ansatz – gemäß Ihrer erneuerten Einschätzung der Zersplitterung in der Kollegen- und Elternschaft – in dieser akuten Pandemie schon extrem weitgehend war, und ein besonderer Glücksfall der Einmütigkeit auf Stadtebene
    – sind Sie dabei, in Ihrer Stadt eine solche Kooperationsbasis zu entwickeln – damit zunächst im Rückblick eine solide Gesamtanalyse erfolgen – und dann – anhand ihrer Ergebnisse – ein neues Kapitel SCHULEN im Pandemieplan der Stadt/des Kreises/ des Landes geschrieben werden kann – mit allen strukturellen, materiellen und zeitlichen VORBEREITUNGSSCHRITTEN ?
    Und sind Sie dabei, für dieses Kapitel auch den Abschnitt „Kooperationsvereinbarungen zwischen SCHULE und GESUNDHEITSAMT für den Infektionsfall“ vorzusehen?

    Menschen mit Ihrer Zugewandtheit zu Kindern und Jugendlichen – und mit Ihrem professionellen Engagement über den Unterricht hinaus, werden dringend gebraucht, um produktiv gegen das GROSSE VERGESSEN anzukommen, was sich noch immer nach jeder derart katastrophalen Beeinträchtigung breit gemacht hat.
    Ich hoffe darauf – für meine Enkel.

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