54 Prozent der Viertklässler bekommen Empfehlung fürs Gymnasium

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DRESDEN. In Sachsen haben in diesem Jahr anteilig deutlich mehr Grundschüler eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen als 2020. Wie das Kultusministerium am Donnerstag mitteilte, haben von 32.100 Mädchen und Jungen rund 17.300 (54 Prozent) eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhalten. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2020.

Immer mehr Schüler zählen zu den Leistungsstarken. Illustration: Shutterstock

Etwa 45 Prozent der Grundschülerinnen und Grundschüler erhielten eine Empfehlung für die Oberschule. Die Gründe für den Anstieg führt das Kultusministerium auch auf die Corona-Pandemie zurück. Da die Schüler zu Hause unter unterschiedlichen Bedingungen lernten, sollten die Lehrer bei der Benotung eher zugunsten des jeweiligen Schülers entscheiden, hieß es. Das sächsische Schulsystem ist (abgesehen von den Förderschulen) zweigliedrig.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) warb dennoch für die Oberschule. «Die Eltern sollten bei ihrer Entscheidung bedenken, dass es gute Gründe für die Wahl der Oberschule gibt. Nach dem Besuch der Oberschule stehen alle Wege offen.» Mit einem guten Abschluss könne das Berufliche Gymnasium oder die Fachoberschule besucht werden. dpa

Studie: Gegliedertes Schulsystem sorgt für mehr Leistung und Bildungsgerechtigkeit – vor allem schwächere Schüler profitieren

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9 KOMMENTARE

  1. Lächerlich. Bei uns in NRW gehen mittlerweile schon rund 70% eines Jahrgangs auf das Gymnasium. Mir soll’s recht sein, vielleicht bricht dann das Schulsystem aus Kaiserzeiten endlich von allein zusammen, statt weiter vor sich hin zu siechen.

    • Hier auch. In jeder Klasse bestimmt 15-20%, die von Anfang an maßlos überfordert sind… und die Eltern jammern, dass es so schwer und so viel ist… aber natürlich ist das Gymnasium und die strengen Lehrer mit den überzogenen Anforderungen Schuld, nicht etwa die falsche Empfehlung… ‍♀️

  2. „Da die Schüler zu Hause unter unterschiedlichen Bedingungen lernten, sollten die Lehrer bei der Benotung eher zugunsten des jeweiligen Schülers entscheiden, hieß es“
    Da sieht man die geballte Ahnung von Pädagogik im sächsischen Kultusministerium. Natürlich ist es immer absolut, ohne Ausnahmen, selbstverständlich zugunsten des Schülers oder der Schülerin, wenn er oder sie aus Gymnasium geschickt wird. Solche Trends sind mehr als bedenklich und waren mir bislang eher aus den Bundesländern, die deutschlandweit fürs Schmalspurabi bekannt sind (z.B. nur 4 Fächer im Abi prüfen!), bekannt.

  3. Da haben die KM mit ihren Vorgabe, immer zugunsten des Schülers….., zu entscheiden, beinahe allen Schülern , den Lehrern und den Eltern eigentlich einen Bärendienst aufgezwungen!
    Ausbaden müssen es die überforderten Schüler, Klassenbildungen, welche wieder teilweise zerfallen, da überforderte Schüler spätestens im HJ wechseln ( Schulart oder Klassenstufe), frustrierte Schüler und Eltern! Lehrer welche den Lernstoff runterfahren, um schwächere Scbüler mitzunehmen !
    Gute Schüler, welche sich langweilen und vielleicht, wie auch die schwächeren, unmotiviert zu Schwänzern werden!
    Lehrer die mehrfach Wechsel in der Klasse haben und dann, für die neuen Schüler die im. Unterricht ausgeteilten AB, passgenau, nachliefern müssen! Dies in mehreren Klassen! Unruhe über das ganze Schuljahr hinweg ist vorprogrammiert! Dies tut aber keiner Klassenge einschläft gut!

  4. Ja prima.

    So kann man Kinder natürlich auch kaputt machen.

    Die quälen sich durch die Schule, bis endlich eingesehen wird, dass es nicht klappt.

    Dann gehen diese Schulsystem-und KuMientscheidungs-Versager ab.

    Bleibt:
    Ich bin ein Versager.
    Lehrer sind Versager.

    Das motiviert zum Lernen natürlich ungemein. Auf der neuen Schule mit diesem durch Falschentscheidungen und unpädagogischen (aber billigeren oder nur unmenschlichen, undifferenzierten) Entscheidungen Versagerselbstbild wird es natürlich prima klappen. Denn: Da werden u. U. zur Motivation und zur Änderung des Versagerselbstbildes die Noten hinterhergeschmissen – Zahlen von eins bis vier.

    Plötzlich wird es gut in der Schule – ohne was zu lernen, denn es geht pädagogisch darum (und das ist wichtig), das Selbstbild zu verändern.

    Klappt nur bedingt gut. Viele lernen gar nicht und behalten ihre Motivationsnoten – gelernt: Nichtstun reicht.

    Damit wird ein Verhalten gefördert, das weder angestrebt noch sinnvoll für das weitere Leben ist.

    Es müssen echte Erfolgserlebnisse her! Es muss die Erfahrung gemacht werden: Lernen lohnt sich – und ich kann das!

    Dann erst sind wir bei dem, was das Kind braucht – der Erfahrung der Selbstwirksamkeit, die das Versagerselbstbild nachhaltig verändert und eine starke Persönlichkeit fördert.

    Aber was träume ich hier? Bei 30 Kindern, zig davon mit Versagerselbstbild, knapp 1,5 Minuten pro Unterrichtsstunde pro Kind ist das nicht zu schaffen.

  5. Lächerlich. In meiner Gym Klasse waren Sus die standen Mathe 5, Physik 5. Aber Sport, Musik Kunst 1. Denen könnte ich nichts beibringen. Es war furchtbar auf der einen Seite langweilen sich Sus auf der anderen Seite verstanden die nichts. Hatte damals 2.0 und bekam keine Gym Empfehlung. Aber gibt ja genug Helikoptereltern. Mein Kind muss unter allen Umständen aufs Gym. Wenn nicht klappt sind Lehrer schuld.

    Mein Vorschlag. Aufnahmetests am PC. Damit keine Eltern im Nachgang meckern können. Wer das Niveau nicht erreicht kommt nicht rein. Kunst Musik und Sport sollte NICHT entscheidend sein.

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