Beamtenbund: Staat fehlen 330.000 Beschäftigte, die meisten in Kitas und Schulen

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BERLIN. Beim Bund, den Ländern und Kommunen klafft nach Einschätzung des Beamtenbundes dbb eine Personallücke von fast 330.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. «Der Bedarf wächst seit Jahren um rund zehn Prozent jährlich», sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach in Berlin. «Die demografische Entwicklung treibt eine Abwärtsspirale an, gegen die die Kommunen, die Länder und der Bund viel zu wenig gegensteuern.»

Fordert eine vernüngtige Lehrerbedarfsplanung: Ulrich Silberbach. Foto: dbb

Allein 145.000 Beschäftigte fehlten in den Kommunen, hier schwerpunktmäßig den Kitas. «Die Länder und Kommunen haben zwar dazugelernt und in den letzten Jahren tausende Stellen geschaffen. Es fehlen aber weiterhin mindestens 100.000 Erzieherinnen und Erzieher», sagte Silberbach. 45.000 fehlende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien es in der Kranken- und Altenpflege. «Ohne die pflegenden Angehörigen würde die Altenpflege in Deutschland zusammenbrechen», sagte der dbb-Chef. Hierbei sei Kinderarbeit in Deutschland leider an der Tagesordnung. «Es gibt nach Schätzungen rund eine halbe Million Minderjährige, die regelmäßig in der Pflege ihrer Angehörigen zum Teil mit schwerer, immer mit verantwortungsvoller Arbeit im Einsatz sind.»

38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlten an den Schulen, jeweils 27.000 bei der Bundespolizei und der Steuerverwaltung und 25.000 bei der Polizei in den Ländern. «Die Not ist nicht plötzlich über die Bundesländer hereingebrochen», sagte Silberbach. Zum Beispiel würden seit Jahren steigende Schülerzahlen prognostiziert. Die Kultusminister müssten einheitliche Parameter für eine angemessene Lehrerbedarfsplanung aufstellen und sich dann danach richten. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Das ist alles wirklich interessant. „Lehrermangel“ und „Bedarf ist groß“ höre ich schon seit Jahren. Dennoch arbeite schon zwei Jahre in 1-Jahres TV-H Verträgen und dümple auf der Warteliste rum. Solche News entsprechen einfach nicht der Realität. Wir jungen Lehrer werden einfach mit Zeitverträgen vertröstet. Zumindest ist das hier bei uns in Mitteldeutschland so.

  2. „«Es gibt nach Schätzungen rund eine halbe Million Minderjährige, die regelmäßig in der Pflege ihrer Angehörigen zum Teil mit schwerer, immer mit verantwortungsvoller Arbeit im Einsatz sind.»“

    Auch ein SKANDAL für sich.
    Das wird auch schon seit Ewigkeiten ausgeblendet, denn die Kinder beklagen sich nicht, weil sie sogar Nachteile fürchten! (Ich habe da schon vor Jahren mal einen TV-Bericht gesehen.)

    Aber irgendein Möchtegern-Schlaumeier wird auch das wieder so hinbiegen, dass es letztlich dem Kindeswohl dient (über die Stärkung der innerfamiliären Bindung vielleicht?).

    Ich weiß mittlerweile nicht mehr was ich schlimmer finden soll:
    Das Totschweigen oder doch das dumme Gewäsch mit z.B. „tansparenten Impulsen“ (= fadenscheinige Lügengeschichten, die „Käptn Blaubär“ wenigstens lustig erzählt hätte!)?

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