Karliczek: Mindestens jeder fünfte Schüler hat vermutlich dramatische Lernrückstände

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BERLIN. Der Deutsche Lehrerverband schätzt, dass mindestens 80 Prozent der Schüler wegen der Corona-Krise eine zusätzliche Lernförderung brauchen – die Bundesbildungsministerin schätzt, dass mindestens jeder fünfte Schüler massiv mit  Lernrückständen zu kämpfen hat. Klar ist: Die Kosten für einen Ausgleich gehen in die Milliarden. Tatsächlich beraten Bund und Länder bereits seit Wochen über eine „Nachhilfe-Milliarde“.

Zeigt sich optimistisch: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon
Sorgt sich um die Schüler: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Das Aufholen coronabedingter Lernrückstände von Schülern erfordert nach Schätzungen des Deutschen Lehrerverbands (DL) rund zwei Milliarden Euro. DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte: «Viele Kinder und Jugendliche werden zukünftig begleitende Förderangebote etwa in Form zusätzlichen Nachmittagsunterrichts oder digitaler Nachhilfe brauchen.» Beim Großteil der Schülerinnen und Schüler könnten die coronabedingten Lerndefizite in den nächsten zwei Schuljahren wieder aufgeholt werden. Bei mindestens 20 Prozent der Schüler gehe er davon aus, dass wegen der Corona-Krise ein stark erhöhter Förderbedarf entstanden sei. «Da haben wir Bedenken, ob sie überhaupt noch den verpassten Stoff aufholen können.»

«Das ist eine Langstrecke und nicht nur eine vorübergehende Förderung»

Zwischen 300 und 600 Präsenz-Unterrichtsstunden seien je nach Bundesland, Schulart und Infektionslage inzwischen weggefallen und nur teilweise durch Distanzunterricht ersetzt worden, so Meidinger. Er erwarte daher, dass eine Lernförderung über mehr als nur ein Schuljahr laufen müsse. «Das ist eine Langstrecke und nicht nur eine vorübergehende Förderung, die man nach wenigen Wochen und Monaten abhaken kann.»

Ähnliche Zahlen hatte zuletzt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) genannt. Die Studie des arbeitgebernahen Instituts geht laut einem Bericht der «Rheinische Post» zufolge von rund 1,5 Millionen Schülern aus, bei denen durch die Krise ein stark erhöhter Förderbedarf entstanden ist. Die Autoren rechnen mit einem durchschnittlichen Förderbedarf von rund 100 Stunden pro betroffenem Schüler – und kommen so auf eine Fördersumme von 1,5 Milliarden Euro.

Über ein entsprechendes Förderprogramm beraten Bund und Länder bereits seit einigen Wochen: Im Gespräch ist eine «Nachhilfe-Milliarde». Dies sei der Bedarf für die Kernfächer, erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die SPD-geführten Länder schlagen vor, rund jedem fünften der 11 Millionen Schüler zusätzlichen Unterricht anzubieten – entweder über ein ganzes Schuljahr zwei Stunden pro Woche oder über ein halbes Schuljahr vier Stunden.

Karliczek sagte: «20 bis 25 Prozent der Schüler haben vermutlich große Lernrückstände – vielleicht sogar dramatische.» Möglichst schon zu den Sommerferien, spätestens zum neuen Schuljahr würden entsprechende Förderangebote bereitgestellt, für Deutsch, Mathematik und möglicherweise die erste Fremdsprache. Zielgruppe seien vor allem Schülerinnen und Schüler, bei denen ein Wechsel bevorstehe – entweder auf eine weiterführende Schule oder in eine Ausbildung. Der jeweilige Bedarf müsse «vorher in einer Lernstandserhebung ermittelt werden».

«Wir brauchen möglichst bald einen Überblick vorrangig in den Kernfächern, wo die Schüler stehen und wie groß die Lücken sind»

Auch DL-Präsident Meidinger forderte eine baldige Bestandsaufnahme über den Lernstand: «Wir brauchen möglichst bald einen Überblick vorrangig in den Kernfächern, wo die Schüler stehen und wie groß die Lücken sind.» Auf der Grundlage dieser Diagnose sollte dann gemeinsam mit Eltern und Kindern beraten werden, welche Maßnahmen nötig und sinnvoll sind, um die Zukunftschancen sowie die weitere Bildungslaufbahn und die angestrebten Schulabschlüsse zu sichern.

Bei Schülern, die starke Defizite aufweisen, wäre auch ein zusätzliches Schuljahr denkbar, so Meidinger. «Man könnte neben dem individuellen freiwilligen Wiederholen an größeren Schulen eigene Lerngruppen bilden, in denen die Lücken aus den letzten zwei Schuljahren aufgeholt werden.» Das könnte auch den Druck mindern, neben dem Lernen des neuen Stoffs gleichzeitig den alten nachholen zu müssen. Meidinger sagte: «Freizeit und Hobbys sind im Lockdown sowieso schon genug auf der Strecke geblieben.»

Der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, begrüßte das zusätzliche Förderangebot an Schulen. Er forderte jedoch, auf eine zeitliche Begrenzung zu verzichten. «Ein auf zwei Jahre befristetes Förderprogramm wird den bevorstehenden Herausforderungen nicht gerecht werden können. Es muss daher jetzt schon darüber nachgedacht werden, wie das nun zu spannende Auffangnetz verstetigt werden kann, um langfristig zu wirken.» News4teachers / mit Material der dpa

Studierende sollen Schülern helfen, Lernlücken zu schließen – Lehrerausbilder sind skeptisch

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68 KOMMENTARE

  1. Ich bin gespannt, was sich die Kultusminister und die Finanzminister nun einfallen lassen, um hier zu sparen. Eine Milliarde für Luftfilter waren die Schülerinnen und Schüler nicht wert. Deshalb habe ich auch hier so meine Zweifel.

    Interessant dürften die Begründung dafür werden. Monatelang war doch die Schulgerechtigkeit und SuS insgesamt soooo wichtig, als es darum ging, dafür zu sorgen, dass die Eltern alle schön zur Arbeit gehen, damit in der Wirtschaft alle Räder rollen.

    Wenn die Pandemie vorbei ist, werden die SuS ganz plötzlich nicht mehr so wichtig sein – davon gehe ich fest aus. Schauen wir mal, was passieren wird.

    • Wenn das Geld da wäre, könnte man es ja jetzt sofort noch in Luftfilter stecken,
      danach dann jährlich in eine Ausstattung der Schulen, die der Betonung, dass Bildung so wichtig sei und KiTa und Schule nicht nur Aufbewahrung, Rechnung trägt.

      Aber die Forderung ist sicher nicht mit den Finanzministerien der Länder oder des Bundes abgestimmt.

      Neben Corona-Modellprojekten könnten wir ja auch mal Bildungscloud-Modellprojekte fördern, die Personal in Schule bringen, dass die vielen zusätzlichen Aufgaben ausgleicht, und die den vorgeschriebenen Arbeitsschutz in Schulen möglich werden lassen. Dann klappt es vielleicht auch in Zukunft wieder mit der Besetzung der Lehrkräftestellen.

      • Ich meinte „Bildungs-Projekte“ … ganz ohne Cloud, aber mit Personal und Räumen, die, wie man jetzt noch deutlicher sieht, schon lange fehlen.

  2. Toll, da rollt ja eine neue „Welle“ auf uns zu. Jetzt dürfen wir bestimmt erstmal ein Konzept entwickeln, wie wir die „Lernstandsrückstände“ erheben und rückmelden und danach dann „beheben“. Wofür soll das Geld den ausgegeben werden? Für Bezahlung der Mehrarbeit? Neue Lehrkräfte, die dann plötzlich vom Himmel fallen?

  3. Die allermeisten dieser 20% haben die Rückstände auch unabhängig von der Pandemie, weil sie auf die falsche Schulform geschickt wurden, der selbst oder von den Eltern angestrebte Abschluss oder Wechsel zu hoch ist oder schlicht und ergreifend die Arbeitshaltung nicht stimmt. Ein weiteres Schuljahr oder Förderstunden nach 16 Uhr machen das nicht besser.

    Wer soll eigentlich diese Förderung übernehmen? Für 15€/Stunde findet man zumindest keine Lehrer. Für die Förderklassen schon, jedoch wird das für die Lehrer kein Spaß werden, weil die sich überwiegend aus den „Spezialisten“ des Jahrgangs zusammensetzt.

    • Das hat mit einer „falschen“ Schulform nichts zu tun, es sind genau die 20%, die auch sonst in den Testungen auffallen, eine unzureichende Lesekompetenz erreichen etc.

      Aber auch wenn die Förderung von DaZ oder die zusätzlichen Stunden im Brennpunkt eingespart werden, wenn Sprachförderung vor der Einschulung wegfällt, interessierte es in den letzten Jahren nur den Finanzminister, der sich die Hände rieb.

      Aber die Million wird sicher nicht für diese SchülerInnen ausgegeben. Warum sollte man sich jetzt plötzlich für genau diese SchülerInnen interessieren?

    • Kann man das so pauschal sagen? Mein großer Sohn hatte den Tell bearbeitet mit Thema Charakterisierung. Der Jüngere jetzt im Distanzunterricht, der musste in Deutsch Bilder zum Tell malen. ??? Einmal noch diese seltsamen Bildernotizen. Da soll der auf der Höhe sein? Nein. Aber es ist nicht seine Schuld. Französisch 2. Fremdsprache: 2 Unites aus dem Buch bisher gemacht. Die ersten Module gleich weggelassen. Es fehlen noch mehrere Einheiten. Die letzten Einheiten vom Buch davor auch nur so wischi waschi bearbeitet. Da können die Kinder gar nichts dazu. Die sind auch nicht alle doof. Nur warum lässt man sie nur malen. Dazu wird getippt. Kaum noch den Füller in der Hand.

  4. Alternativprogramm:

    1. Schulen sicher machen, damit endlich wieder halbwegs normaler Unterricht stattfinden kann.
    2. Lehrer und anderes Personal impfen – nicht nur in der Grundschule!
    3. Klassen verkleinern, damit Unterricht effektiver ist. Lieber eine Stunde mit einer halben Klasse als drei Stunden mit einer ganzen Klasse.
    4. Lehrer einstellen – und weiteres pädagogisches Personal.
    5. Lehrpläne entmüllen, mehr Zeit für Lernkreativität und intelligentes Lernen. Die ist Voraussetzung, dass Schüler sich auch mal selbst helfen können, wenn sie Schwierigkeiten entdecken.
    6. Für einige Zeit Unterricht mit zeitlichem Schwerpunkt auf Kulturtechniken und Kernfächer.
    7. Notenfixierung abschaffen, Lernangebote schaffen. Lernen kann man auch ohne Noten, manche Kinder lernen dann angstfreier, offener, kreativer, interessierter, effektiver
    7. Effektive Förderung über Fachlehrer/Studenten in der Schule un in enger Kooperation mit der Schule anbieten. Sonst nehmen genau die Schüler es nicht wahr, die es am dringendsten brauchen.

    Das Geld sollte man JETZT in Luftfilter und Co stecken, damit bald alle Kinder wieder in die Schule gehen können.
    Lernen ist ein lebenslanger Prozess, nicht allein der Zieleinlauf!
    Wir sollten uns auf den Prozess konzentrieren, nicht auf Ziele, die irgendjemand irgendwann mal für irgendwen für eine bestimmte Zeit festgelegt hat!

  5. Alleine wenn man auf die Seite von news4teachers schaut, dann kriegt man gleich schlechte Laune für den Rest des Tages: alles so negativ, so reißerisch, so übellaunig … (weiß natürlich jeder Kommentator gleich zu rechtfertigen). Es geht einfach so unangenehm rechthaberisch und miesmacherisch hier zu. Es tut einem einfach nicht gut, den Tag schon wieder so zu beginnen.

    • Was hätten Sie denn gern statt dessen? Friede, Freude, Eierkuchen? Tut mir leid, DAS findet man in Schulen schon seit langer Zeit nicht mehr… Wer schlechte Nachrichten und negative Kommentare nicht lesen mag, sollte derzeit einfach nicht auf Lehrerseiten unterwegs sein. Leider hilft allerdings Augen zuhalten weder gegen das Virus noch gegen unfähige Kultusminister.

    • Zwingt dich jemand hier morgens zu lesen?
      Können wir dir da irgendwie helfen Luise?

      Ansonsten Google doch Mal „Digital Detoxing“

  6. Was an Lernrückständen DRAMATISCH sein soll, verstehe ich nicht. Mein Gott, dann haben sie halt Wissenslücken, dafür haben die Schüler in Sachen Digitalisierung und Selbstverantwortung eine Menge dazugelernt. Sie mussten sich von heute auf morgen auf eine komplett neue Unterrichtssituation einstellen und bei vielen Schülern hat das super geklappt. Wenn natürlich die Eltern die ganze Zeit rumjammern und Amok laufen überträgt sich das auch auf die Kinder. Wie hat der Landesschülersprecher betont: Generation Corona ist ein Qualitätssiegel. Oder nach den alten Römern: gut ist, was hart macht.

  7. Was bedeuten diese Lernlücken?

    Wer kann behaupten, wie viel Stoff genau die Schüler in einem Jahr beweltigen und lernen müssen?

    Wie wäre es den Stoff an die Jahrgänge anpassen, so dass die Schüler ohne Hilfe ihn beweltigen können.

    Meine beide Kinder liefern genau das, was von den Schulen angefordert wird. Die Beide sind Musterschüler, wir machen also brav mit.

    Und ich kann mit reinem Gewissen behaupten,
    dass man zu schnell mit dem Stoff voran geht,
    zu wenig wird in der Schule gelernt, zu viel zu Hause,
    in die Schule wir es wenig beigebracht, quasi nur erklärt, was man für die Proben, SA etc. wissen muss, und dafür sind die Kinder täglich allgemein zu lange in der Schule. Der Stoff sitzt praktisch überhaput nicht, schon wird es der neue Stoff gemacht.

    Inteligenz kann man nicht erzwingen, man muss sie fordern.

    Unser Planet, unsere Gesellschaft braucht inteligente, selbstbewuste, starke Individuen, keine Schaffe mehr. Da liegt sogar die Wirtschaft falsch. Diese Zeiten nähren sich zu ihrem Ende.

    Wir präparieren sukszessiv die Kinder zu den Nichtdenkern sonder zu den Folgern. Und genau das könnte unseres Ende als eine erfolgreiche Geselschaft sein.

  8. Es mag zwar oben niemand hören und dort mag es auch niemand angehen, aber es ist jetzt die Zeit in großem Stil von billiger Schulaufbewahrung zu sinnvoller, adäquater Bildung zu wechseln.
    Alles was tiefer ansetzt, wird nicht den gewünschten Effekt erzielen und ist definitiv nicht nachhaltig.
    Ein Systemwechsel, nichts weniger, ist für die Schul- und Bildungslandschaft angezeigt. Nicht ein Wechsel zu noch tolleren pädagogischen „Eintagsfliegen“, sondern eine solide, tragfähige Verbesserung der Umstände an Schulen auf der ganzen Linie.

  9. Und, dass unsere Gesellschaft überwiegend aus Nichtdenkern besteht, zeigt uns sehr deutlisch genau diese Pandemie.

  10. Hätten Sie diese“ Nachhilfe – Milliarden “ lieber zuvor investiert! Dieses ewige Ausprobieren und wenn es in die falsche Richtung geht, verspätete reagieren!
    Erst darf / soll es nichts kosten und wenn es dann nicht funktioniert hat werden evtl !! Milliarden locker gemacht!
    Sichere Bildung ist leider doch nicht für nen APFEL und ein Ei zu haben!
    Mit“ Kopfeinschalten“ hätte dies alles nicht sein müssen und unsere Kinder wären sicher geschützt, für weniger Geld! , weitergebildet in der Schule verblieben!

  11. In BW- Mannheim haben wir immer noch G8 und sind noch nicht wie andere Bundesländer zu G9 zurückgekehrt. Die Schulpolitik hat trotz dritter Corona Dauerwelle sich bis HEUTE noch nicht ehrlich gemacht, dass es kein normales Schuljahr werden wird. Bei G8 ist kein entspanntes aufholen der Lernlücken möglich und der Stundenplan ist schon voll und auch an den Nachmittagen. Es sind Hausaufgaben zu erledigen und noch Lernzeit für anstehende Klassenarbeiten. Der Zusatzunterricht und Förderprogramme wäre bei G8 ist im täglichen Schultag nicht zu schaffen und würde den Druck zum G8 noch zusätzlich erhöhen. Die Ferien
    Förderung langt als Unterstützung nicht aus, um das vesäumte aufzuholen. Herr Ralf Scholl vom PHLV_BW hat ein langfristigen und tragfähigen Vorschlag gefordert „EIN CORONA AUFHOLJAHR G9“. Den Jugendlichen eine angemessene Zeit zu schenken den Lernstoff in einer angemessenen Form aufzuarbeiten. Nicht nur die Bildung ist lahm gelegt, sondern auch die persönliche Entwicklung und Entfaltung ist schon sehr lange ausgebremst. Diese Sehnsucht nach Lebenserfahrungen und Entwicklungsschritte zu erfahren und zu erproben ist bei der jungen Generation groß. Diese grundlegende Aufarbeitungszeit kann bei G8 nicht statt finden, denn dafür ist der Tagesablauf bzw Terminkalender mit nur Schule ausgefüllt. Schule ist nicht nur Lernort und ist dazu verpflichtet auch der Pesönlichkeitsbildung Raum zu geben. Der Ausnahmezustand hat bei allen die am Schulenleben beteiligt sind Spuren hinterlassen und dies braucht für Lehrer und Schüler eine angemessene Aufarbeitungszeit. Heinz -Peter Meidinger hat es mit aller Klarheit ausgesprochen „Was wird unsere Bildung noch Wert sein“.
    Der Ausnahmezustand gibt der Schulpolitik die Möglichkeit sich neu aufzustellen und eine wohlwollende Entscheidung zu treffen für die weitere Entwicklung der heranwachsenden Generation. Frau Eisenmann hat kein respektvolles Miteiander angestrebt und seinem gegenüber kein Gehör geschenkt. Jegliche Zusammenarbeit und Vorschläge sind von Frau Eisenmann mit Füßen getreten worden. Die Machtkarte wurde dauerhaft eingesetzt und kein Austausch auf Augenhöhe mit Herrn Ralf Scholl, Heinz-Peter Meidinger, Elternbeiräte, Schülerbeiräte usw. angestrebt und vorgelebt worden von Frau Eisenmann. Dieses HIN und HER hat kein fruchtbares Miteinander und jegliches Vertrauen für eine gesundes Miteinander in der Schulplitik genommen. Der Grundstein muss in BW ganz neu gelegt werden und neu aufgestellt werden. Die junge Generation und Verbände erwarten ein Gehör und Mitspracherecht in der Krise. Der Wunsch nach G9 hat Frau Eisenmann kein Raum gegeben sonern mit Unwahrheiten belegt. Diese Haltung hat gezeigt Sie kann keine anderen Vortellungenin den Blick nehmen und denm Raum geben um produktive Lösungen zu finden.
    Die junge Generation möchte mit einer Ernsthaftigkeit wahrgenommen werden und auch vertreten werden. Der Umgang mit Schulleitungen Lehrern war nur von Befehlen, Sanktionen und Ausführungen von Frau Eisenmann geführt und die ganzen Umsetzungen immer zum Freitag. Eine Planbarkeit für die Umsetzung der Schulen wurde von Frau Eisenmann nie mit eingeplant. Alle die am Schulleben beteiligt sind haben in dieser außergewöhnlichen Zeit sehr veil geleistet und weit über den Unterricht hinaus. Frau Eisenmann hat nur Chaos verbreiten können und war der SCRECK der SCHULEN!

  12. Warum gibt es keine vorbereitete Videolektionen (einmal aufgenommen) die LuL entlasten würden? Deutch, Mathe, Bio… Stoff änderts sich nicht soooo schnell. Ähnlich wie ARD Mediathek.
    Anstatt dass jede LuL eigenes Programm vorbeteriten, sie können die Videos aussuchen und an der SuS weiter verteilen. LuL werden entlastet, so dass sie mehr Zeit haben um individelle Lücken von SuS schliessen zu können.
    Ja, ja, ich weiss, wenn wir gesamten Schulprogramm (alle Schularten, alle Jahrgänge) als Mediathek haben würden, gesamten Nachhilfemarket würde zusammengebrochen.
    Gesamten Aufwand würde sicherlich weniger als 1 Miliarde Euro kosten.
    Was in DE läuft ist einfach schief.

    • Mathe: Lehrer Schmidt auf YouTube.
      Erklärt alles, sogar in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Gebt dem Mann Mal mindestens eine Million ab von der Milliarde, er hat sie wirklich verdient!

      • Der Mann hat uns durch jeden Lockdown gebracht. Zusammen mit den Fachlehrern, versteht sich. Leider weigert sich der Mathelehrer meiner Tochter beharrlich, Videokonferenz zu machen und nur vom Blatt neue Themen lernen ist schwierig. Der Sohnemann hat als Realschüler achte Klasse Themen, da bin ich raus. Absolut raus. Aber zusammen mit Lehrer Schmidt (und unserer Mathelehrerin) haben wir es immer irgendwie hinbekommen. Ganz große Klasse!

    • Die Nachhilfemarkt ist doch längst zusammengebrochen.
      Viele Schüler wussten aufgrund der vielen Ausfälle im Herbst nicht, WAS sie lernen sollten.
      Viele Eltern sind selber in finanziellen Engpässen und können sich keine Nachhilfe (mehr) leisten.
      Im Gegenzug sind immer mehr Leute auf die Idee gekommen, aus finanziellen Nöten Nachhilfe anzubieten und sind mit ihren Preisen entsprechend runtergegangen.
      Diejenigen, die vorher von Nachhilfe gelebt haben, sind vergeblich mit den Preisen raufgehen, um die gesunkene Nachfrage auszugleichen.
      Weniger Nachfrage bei gleichzeitig mehr Angebot = Preise fallen.

  13. Mich würde ja erstmal interessieren, wieviel Prozent der Kinder im Schnitt normalerweise (vor corona) Lernrückstände haben. Sicher nicht 0 %.

    • Grundschule, 2. Klasse, 27 SuS, VOR Corona:
      3 SuS im 3. Schulbesuchsjahr aufgrund erheblicher Lernrückstände (Lernplan)
      2 SuS mit geringen Deutschkenntnissen aufgrund eines Migrationshintergrundes (Lernplan)
      3 SuS mit erheblichen Lernrückständen, werden voraussichtlich beim nächsten Wechsel in der Klassenstufe verbleiben (Lernplan)

      Macht summa summarum: von 27 SuS haben 8 Lernrückstände mit unterschiedlich ausgeprägter Relevanz.

      Das sind genau 29,6%.

      Das ist übrigens ein ganz normaler Schnitt bei uns. In jeder Klasse sitzen 2-3 Rückläufer und es werden auch beim nächsten Wechsel etwa 3-4 Kinder verbleiben müssen. Grundschule in SH

  14. Wir haben Klassen ohne für Schüler ohne Hauptschulabschluss und solche ohne qualifizierten Hauptschulabschluss.
    Da würden wir feiern, wenn wir mal ne Klasse hätten in der 20% keine gravierenden Lernrückstände hätten.

    • Besonders werden die mit Sicherheit nicht das Angebot annehmen, wenn der größte Teil des schulischen Angebotes eh schon als freiwillig angesehen wird.

  15. Jetzt also noch den Lernstand erheben- jeder Lehrer wie er mag? Oder eine Art Vera 8 für alle? Und das noch vor den Sommerferien? Wir sind schon froh, wenn wir alle Klassenarbeiten terminlich unterkriegen in diesen Szenarien, von denen keiner weiß, wie sie nächste Woche aussehen, von Monaten ganz zu schweigen. Und die Netto- Arbeitszeit im Unterricht nach Maskenpausen, Essenszeiten, Lüften, Händewaschen, Tests, Dokumentation von Toilettengängen, Eltern- und Schülerinformation und nicht zuletzt Konflikt-, Sozial- und Trostarbeit ist ohnehin für die Füße.

    Übrigens haben unsere Schüler im Fernunterricht gut gearbeitet- die üblichen Verdächtigen hätten das auch in Präsenz nicht getan.

    WARUM also schwätzen alle- auch der Meidinger- die ganze Zeit von riesigen Lücken und treten die ganze Arbeit in die Tonne? Haben wir Lehrer uns den A… für nichts aufgerissen? Ist das der Effekt der ganzen Mehrarbeit? Wenn dem so wäre, hätten die Basher der SZ und der CSU- Hinterbänkler doch recht?!

  16. Ich stimme vielen meiner Vorschreibern zu, es wäre viel effektiver, das Geld jetzt in Luftfilteranlagen für alle Klassenzimmer zu stecken um möglichst vielen Schülern den Präsenzunterricht zu ermöglichen.

    Wie soll denn die zusätzliche Förderung an Grundschulen praktisch aussehen? Bei uns gab im Herbst kein zusätzliches Personal. Also wurde bei Kolleginnen alles hergenommen, auf das man verzichten konnte, z.B. Doppelbesetzung, die paar wenigen AG- Stunden und dann diese verpflichtenden Förderstunden während des Schulvormittags, wann eben diese Kolleginnen frei hatten, klassenübergreifend angeboten. Mit dem Ergebnis, dass man als Klassenlehrer mit der Gesamtklasse Larifarithemen während dieser Zeit machen musste, die man nie in dieser Ausführlichkeit gemacht hätte, damit die abwesenden Schüler keinen wichtigen Unterricht versäumen.

    Die Zusatzförderung muss auf jeden Fall nach dem Unterricht und nicht während des Unterrichts stattfinden. Woher aber das qualifizierte Personal nehmen? Da bleiben nur noch Studenten.

    • “ Da bleiben nur noch Studenten.“
      …die das Geld auch gebrauchen könnten, nachdem vielen die Jobs und die Finanzierung gebrochen sind.

  17. John Rambo 29. März 2021 um 09:33

    Warum gibt es keine vorbereitete Videolektionen (einmal aufgenommen) die LuL entlasten würden? Deutch, Mathe, Bio… Stoff änderts sich nicht soooo schnell. Ähnlich wie ARD Mediathek.
    Anstatt dass jede LuL eigenes Programm vorbeteriten, sie können die Videos aussuchen und an der SuS weiter verteilen. LuL werden entlastet, so dass sie mehr Zeit haben um individelle Lücken von SuS schliessen zu können.
    Ja, ja, ich weiss, wenn wir gesamten Schulprogramm (alle Schularten, alle Jahrgänge) als Mediathek haben würden, gesamten Nachhilfemarket würde zusammengebrochen.
    Gesamten Aufwand würde sicherlich weniger als 1 Miliarde Euro kosten.
    Was in DE läuft ist einfach schief.

    Genau, warum? Das sollte man unbedigt machen lassen und je schneller desto besser.

  18. Darüber sollte man übringens auch für die Zukunft nachdenken. Stoff aufnemmen, zu Hause schauen, in den Klassenzimmern Zeit für das Beibringen nützen!

  19. Die Klassen sind überfüllt, der Stoff extrem dicht und Jahr für Jahr oft nicht mehr dem Jahrgang angepasst, die Schulstunde nur 45 Minuten.

    Also, was läuft schief? Das.

  20. Zu den „dramatischen“ Lernrückständen:
    Warum lässt man diese Schüler nicht einfach das Schuljahr nochmals wiederholen? „Dramatische“ Lernrückstände können auch nicht durch Fördermodule aufgeholt werden, da die Lehrpläne aufeinander aufbauen. Wer z.B. in Deutsch, Mathe und den Fremdsprachen Lernrückstände hat, wird auch dem neuen Stoff nicht folgen können.

    Beim Distanzunterricht kommt deutlicher zutage, dass es manchen Schülern an Eigenverantwortlichkeit fehlt bzw. bei Grundschülern manchen Eltern trotz Gesprächen an mangelnder Einsicht, zwangsläufig die Kinder bei der im Distanzunterricht eingeforderten Eigenverantwortlichkeit zuhause zu unterstützen. Bei meiner Klasse verstärkt sich bei manchen das Problem: Diejenigen, die im Präsenzunterricht bei den Hausaufgaben und insgesamt schon oberflächlich arbeiten, die machen dies im Distanzunterricht erst recht, weil ich hier teilweise auf Selbstkontrolle setzen muss und nicht alles engmaschig kontrollieren kann.

    Für mich ist es auch ein Stück weit Erziehungs- und Lernsache: So wie man gelernt hat, dass man seine Hausaufgaben machen und sich auf Abfragen, Referate usw. vorbereiten soll, muss jetzt gelernt werden, dass man im Distanzunterricht dieselbe Verflichtung hat, die Aufgaben zu erledigen. Einschränkend muss man für Grundschüler sagen, dass der Distanzunterricht die schlechteste Lösung von allen Varianten ist, da einige Grundlagen doch nicht so umgesetzt werden wie man es anleitet.

    Es gibt auch noch ein anderes Problem: Für DAZ- Schüler – also diejenigen, die schlecht deutsch sprechen – müssen Sonderlösungen gefunden werden.

  21. Einheitliche Lehrpläne für ganz Deutschland. Vielleicht sind meine Erinnerungen lückenhaft, aber den Stoff, den ich in der Schule von vor über 30 Jahren hatte, war deutlich fundierter als das Halligalli von heute.
    Wir hatten nicht nur NW mit eingesparter Schullektüre, wie in NRW, sondern z.B. Chemie, Physik und Biologie. Fremdsprachen gab es ab der fünften Klasse und nicht wie heute teilweise schon ab der ersten Klasse.

    Zum Thema: mein jüngster Spross hat deutliche Defizite in der Schule, so das ich ihm nahe gelegt habe, die Klasse noch einmal zu wiederholen. Weshalb? Um die verlorenen Kenntnisse zu (mit einer Ehrenrunde) festigen, um dann, für die folgenden Schuljahre vernünftig darauf aufbauen zu können. Denn spätestens in den Abschlussprüfungen werden die verlorenen Monate und Jahre mit Schulunterricht zu hause, ihm auf die Füße fallen.
    Der Lehrstoff im Heimbetrieb war eher bespaßung und „sich alles schönreden“ als wirklich etwas produktives.

    • @bernd

      „Vielleicht sind meine Erinnerungen lückenhaft, aber den Stoff, den ich in der Schule von vor über 30 Jahren hatte, war deutlich fundierter als das Halligalli von heute.“

      Lieber @bernd,
      Sie täuschen sich absolut NICHT.
      🙁

      Ich habe (gestern?) hier irgendwo in den Kommentaren unter einem anderen Artikel gelesen, dass die Schulbücher mit jeder neuen Ausgabe weniger Text und stattdessen mehr (und größere) Bilder enthalten.
      Auch das ist richtig.

      Warum ist das so? – Das Niveau im Ergebnis sinkt natürlich im selben Maße, wie zuvor die Erwartungen verringert wurden.
      Zugleich werden von allen Seiten die Ansprüche (in allen Bereichen) der Gesellschaft höher.

      Das alles KANN doch gar nicht zusammenpassen.
      Es kann lediglich mit Neusprech-Dummschwätz getarnt werden.
      Und auch das fällt langsam aber sicher immer mehr Menschen auf.
      Hoffentlich wird es nicht wieder ausgeblendet, sobald die Pandemie – hoffentlich – irgendwann eingedämmt ist.

      • @ Pit2020

        Da die Lehrpläne (Richtlinien) von den einzelnen Ministerien und deren Minister in den einzelnen Ländern abgesegnet und erstellt werden, lässt sich auch auf dessen Bildungsniveau schließen. Das es sich bei Fr. Gebauer um alles andere, als um eine hochkarätige Fachfrau handelt, erwarte ich diesbezüglich auch keine großartigen Änderungen. Wer dann, passend zum Bild, nur von Beratern zehrt und lebt, um überhaupt dem Herausforderungen gewachsen zu sein, ist auf dem auszufüllenden Posten eines Ministers fehl am Platz.

    • Bernd, das ist alles geliefert wie bestellt.

      Vor den Abschlussprüfungen brauchen sich Ihre Kinder aber nicht sonderlich zu fürchten. Die sind — wenn die Lehrer nicht nur Teaching to the Abschlussprüfung machen — im Normalfall anspruchsvoller als die Abschlussprüfung selbst.

  22. Karliczek und die KMK sowie Giffey sollten erst einmal ihre Lernlücken über Sars-CoV2 ausgleichen, und zwar mit Nachsitzen!

  23. Bei uns haben auch mit Präsenz gefühlt jeder dritte Schüler massive Lernrückstände, weil sie einfach nicht lernen. Wurden ja immer auch so durchgewunken – warum jetzt plötzlich lernen? Egal ob Pandemie, DU oder Präsenz

  24. @BK-Lehrkraft

    Ja, das sieht bei uns auch so aus.

    Sie müssen halt nichts leisten oder erreichen und kommen trotzdem weiter.

    Nicht ein einziges Computerspiel ist so aufgebaut. Aber Schule.

    Wie peinlich ist das denn?!

  25. Im Anschluss an PISA 2000 sprach man von 20 % „Risikoschülern“, die zu Zeitpunkt ihrer Schulentlassung nur auf Grundschulniveau lesen, schreiben und rechnen konnten. Dann hieß es, das sei zu viel. Tatsächlich ging die Zahl später etwas zurück, aber nur etwas. Dass diese Risikoschüler auch vorher schon Lernrückstände hatten, dürfte klar sein. Also so ganz überraschend ist das Phänomen nicht.
    „Durchwinken“ oder nicht: Die Abschaffung von Noten und Sitzenbleiben gilt doch als pädagogische Tugend in den neuen Gemeinschaftsschulen. Da ist dann das Durchwinken automatisiert.
    Die Corona-Krise hat die Sache sicher nicht verbessert. Aber wie viel nun genau auf das Konto der Schulschließungen geht und wie viel dramatischer es geworden ist, müsste wohl mal präzisiert werden. Übrigens gab es auch schon vor den Tests a la PISA in den Schulklassen Noten wie 5 und 6, also gab es schon immer gewisse Lernrückstände. Und eine leistungsmäßige Heterogenität auch. Frau Karliczek müsste das eigentlich auch wissen.
    Und wenn jetzt die Corona-Krise an Dramatik noch zunimmt, dann wird es nach Ostern nicht besser. Ein Herumeiern mit hü und hott wird nicht mehr gehen. Wenn es heißt, wir müssen mit dem Virus leben, dann müssen wir vielleicht auch mit Lernrückständen leben. Die letzteren sind wenigstens nicht tödlich.

    • Man kann auch weiter von genau diesen 20 % ausgehen und sich mal dauerhaft überlegen, was man im Schulsystem an Hilfen implementieren sollte und wo und wie man genau diese SchülerInnen erreicht.
      Dazu braucht es aber keine kurzfristige Nachhilfe von ein paar Stunden über prekär Beschäftigte, sondern zusätzliche pädagogische Kräfte im Team der Schulen, sodass man schnell und unbürokratisch helfen kann.
      Welche Schulen besonders viele der betreffenden Kinder beschulen, ist längst bekannt.

      Warum allerdings eine Bildungsministerin diese Zahlen und Zusammenhänge nicht kennt oder benennt,…

  26. Andere sehen alles bekanntlich wieder anders. In Berlin klagen Eltern erneut gegen den Wechselunterricht:

    „Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin
    Eltern wollen Rückkehr zum normalen Schulbetrieb erwirken

    Wegen Lernlücken und Entwicklungsdefiziten: Vier Eltern gehen stellvertretend für ihre Kinder gerichtlich gegen das Wechselmodell an Grundschulen vor.

    Für ihre psychosoziale Entwicklung sei der Unterricht in einer normalen Form enorm wichtig, das betonten auch Lehrer und Erzieher. „Was wir momentan haben, ist eine Schule der 50er Jahre mit Stillsitzen und leisem Aufgabenmachen“, sagt der Vater am Telefon.

    Was seine Tochter, und auch andere Kinder, wieder bräuchten, sei eine Förderung „der sozialen Kompetenzen“. „Sie müssen den Umgang miteinander in Gruppenarbeit lernen und auch wie man vor der Klasse spricht“.“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/beschwerde-beim-oberverwaltungsgericht-berlin-eltern-wollen-rueckkehr-zum-normalen-schulbetrieb-erwirken/27049880.html

      • @BK.Lehrkraft

        Doch.
        Die werden auch in den Familien gestärkt, aber da nervt es halt total wenn Papis Lotta-Magdalena in der „Gruppenarbeit“ ständig reinquasselt, die anderen „Gruppenmitglieder“ anschreit oder nicht angemenssen vor/mit der restlichen Klasse (= Familie und in Vor-Corona-Zeit: Besuch, Nachbarn) spricht.
        Da freut man sich auf die nächste „Pause“ und die muss notfalls eingeklagt werden …

  27. Liebe Frau Karliczek,

    die Crux liegt leider im System: Während beispielsweise der Schreibunterricht in früheren Jahren nach Stoffplänen inputorientiert gestaltet wurde, wird heute im Sinne der Bildungsstandards nach Kompetenzen ein outputorientierter Unterricht durchgeführt. Besonders sichtbar wird dies daran, dass die Bildungsstandards den in der Schule Handelnden keine umfangreichen inhaltlichen Vorgaben machen, etwa in Form von detaillierten Stoffplänen. Sie beschreiben vielmehr Kompetenzen, die die Schüler*innen am Ende bestimmter Bildungsabschnitte erreichen sollen. Fragen Sie mal bei den Kolleg*innen der KMK nach, die kennen sich mit Standards und Kompetenzen aus. Vorab schon mal, bei den Standards handelt es sich um die Konkretisierungen und vereinheitlichte Beschreibungen der Qualitätsmaßstäben für fachlichen Unterricht. Hoffen wir mal, dass das Institut, das ihre Daten ermittelt hat, ebenfalls hiervon wusste und somit die Kausalität zu ihrer Maßnahme gegeben und bildungspolitisch auch verantwortbar ist.

    Nun sind Kompetenzen alles andere als schnell zu vermitteln oder nachzuholen, da prozessorientiert und äußerst komplex. Dass hier Profis ans Werk müssen, sollte insbesondere aus der Wirtschaft bekannt sein (Stichwort: Effektivität und Kosteneffizienz).

    Bitte überdenken Sie Ihre Maßnahme nochmals im Sinne des pädagogischen Nutzens und der qualitätsorientierten Umsetzbarkeit.

    Wenn Sie für den Wahlkampf klappern wollen, versuchen Sie es mit Schutzmaßnahmen für Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, zusätzlichen Stellen und Mitteln für die universitäre Ausbildung. Leider ist die deutsche Wirtschaft hier unterrepräsentiert. Aber es geht Ihnen ja um die Kinder und die Lerndefizite, nicht wahr?

    Danke!

  28. Ja, das stimm leider auch. 2020. kurz vor Corona und Jugend musiziert könnte unsere Musikschule das erste Mal kein Konzert organisieren. Außer unseren zwei Kindern und noch einem Mädchen, keiner war vorbereitet. Ganze Musikschule, 3 Kinder bereit für das Konzert – und das war kein Klassenabend. Seit 50 Jahren passierte noch nie.
    Kurz vor Jugend musiziert passierte wieder – mehrere Absagen, miestens Viertklässler.

  29. Rezept: Schuljahr bis Weihnachten verlängern – Defizite so weit wie möglich auffangen. Nächstes Schuljahr auch 1,5 Jahre um den Rest aufzufangen.

  30. Es gab Materialien in Papierform oder digital,
    Anleitungen in Papierform und/oder digital,
    wo möglich digitale Hilfe – und möglich wäre vieles gewesen, aber obwohl man mit den Geräten WhatsApp und TikTok bedienen kann, reicht es für E-Mails und das Lernmanagement-System nicht,
    man hätte bei der Lehrkraft anrufen können oder bei ihrem Anruf reagieren oder fragen können,
    wir haben Kontakt gehalten und abgefragt, wie die Kinder zurecht kommen.

    Schon früh waren in meinem Bundesland die Grundschulen wieder geöffnet.
    Diejenigen, die wirklich Schwächen zeigen, sind diejenigen,
    – die von den im Distanzlernen gestellten Aufgaben kaum welche oder keine erledigt haben,
    – die die angebotenenen Hilfen nicht nutzen wollten,
    – die in die Notbetreuung eingeladen wurden, aber nicht erschienen sind,
    – die an den Präsenztagen unentschuldig fehlen.

    In Klasse 1+2 kann ich verstehen, dass manche Kinder zu Hause zu wenig Unterstützung haben,
    ab Klasse 3 kann man erwarten,
    – dass ein Kind liest, wenn es diese Aufgabe für zu Hause erhält,
    – dass es eine inhaltlich vorbereitete und vorbesprochene Seite zu einem Themenbereich (Ma, Grammatik, Rechtschreiben) bearbeitet,
    – dass es – wie sonst auch als Hausaufgabe – für SU etwas vorbereitet oder sammelt, sich informiert…
    – dass es nach 2 Jahren Übung mit einem Lernplan umgehen kann.
    Natürlich können da auch mal Fehler gemacht werden, das Problem ist aber, dass eher nichts gemacht wird, selbst wenn man es einfordert und nachfordert.

    Da müssen diese einzelnen SchülerInnen das Jahr wiederholen, die anderen aber nicht.
    Das ist in anderen Jahren auch nicht anders.

    • Auch wenn ich Ihnen in Allem zustimme ist es dennoch anders, wenn der Unterricht analog stattfindet.
      Auch bei noch so gutem digitalem Unterricht bleiben mehr Lücken als bei analogem Unterricht. Schüler, die im analogen Unterricht nur arbeiten, wenn ich neben ihnen stehe arbeiten wenigstens dann – zu Hause arbeiten diese gar nicht.
      Schüler, die im normalen Betrieb ihre Hausaufgaben (mit Wissen der Eltern) nicht machen, machen diese im Homeschooling schon gleich gar nicht. Im Unterricht hat man diese viel besser im Blick.
      70 % der Arbeitszeit von Lehrkräften wird mittlerweile dadurch „verschwendet“, weil die Kinder schon im regulären Unterricht ihre Aufgaben nicht mal zum Teil erledigen. Hausaufgaben – wozu? Wörter lernen – wozu?
      Deshalb müssen sich Lehrer immer neue Dinge ausdenken, um dieses aufzufangen – was natürlich nicht funktioniert. Zum erfolgreichen Lernen gehören halt immer zwei.
      Genauso wie zu einem guten Haarschnitt. Selbst die beste Star-Frisörin schafft es nicht einen annehmbaren Haarschnitt hinzubekommen, wenn das Kind dauernd mit dem Kopf wackelt. Ist die Frisörin deshalb schlecht?
      Selbst der beste Chirurg kann einen Arm nicht eingipsen, wenn das Kind dauernd den Arm bewegt. Ist der Chirurg deshalb schlecht?
      Müssen sich FrisörInnen oder ChirurgInnen deshalb immer neue Dinge ausdenken, damit die lieben kleinen still bleiben? Nein.

      • Langsam habe ich das Gefühl, dass das die Lernrückstände jetzt mehr auffallen, weil Eltern den Schulunterricht zeitnaher und intensiver begleiten.

        Im Unterricht z.B. erkläre ich Aufgaben, und trotzdem kommt die Hälfte kaum ins Arbeiten:
        Gründe?
        Schreibfaule SuS
        Unsichere SuS
        Null Bock SuS
        Immer noch nicht verstanden, aber man traut sich nicht zu melden SuS

        manchmal setzte ich mich direkt daneben und begleite die Aufgabenbearbeitung intensiv. Irgendwann machen sie es dann alleine, weil es sie nervt. Klappt ganz gut.
        Bei der aktuellen Situation geht das nicht, Auch im Klassenraum ist Distanz angezeigt. Man geht nicht mehr durch den Raum und guckt sich die entstehenden Ergebnisse an.
        Eigentlich findet im Klassenraum selbst auch nur noch DU statt.

        Präsenzunterricht verdeckte bisher einfach nur Mängel, die schon immer da waren.
        Jetzt klatschen diese Möngel den Eltern direkt ins Gesicht, weil sie mehr eingebunden sind.

        Und der jetztige Präsenzunterricht ist fast wie DU. Hört sich bloss besser an. Und die Kinder sind ausser Haus beschäftigt.

  31. Dann haben halt 20 % der Schüler „Lernrückstände“ (…). Gab es immer schon, gibt es heute, wird es immer geben – nicht jeder kann als Gewinner aus dem System Schule hervorgehen, das will und wollte das System auch noch nie.

    Wenn auf der einen Seite jemand gewinnt, muss auf der anderen Seite nun mal auch jemand verlieren!

  32. Oh weh, was ist denn da los? Mein erster Gedanke war auch, dass bei Lernstanderhebungen zum großen Teil nur Lernrückstände gemessen werden, die vorher ebenfalls schon da waren. Wenn ich an meine Klasse denke (6. Klasse Grundschule in Berlin), dann wäre eine Quote von 20% geavierender Lernlücken bereits vor Corona eine Untertreibung. Was die Kinder nicht alles haben, LRS deluxe, Dyskalkulie, emotional-soziale Störungen, vor Corona schon klinisch diagnostizierte Depressionen etc.. Es gibt Kinder die so viele Probleme haben, dass sie dauerhaft in kleinsten Gruppen von speziell ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden müssten, weil sie sonst nicht lernen können. ES FEHLT QULIFIZIERTES PERSONAL. Wenn jetzt also Lernrückstände erhoben werden (ich bin dafür), geben sich Rückschlüsse auf dieses marode Schulsystem welches schon lange zu vielen Schülern gar nicht mehr gerecht wird. Wäre der Kracher, wenn jetzt alles auf den Distanzunterricht geschoben wird. Die Vollkatastrophe für viele Schüler war vorher schon da.

  33. Also mir würde schon reichen, dass die gekürzten Stunden für SuS im gemeinsamen Unterricht nicht weiter gekürzt werden würden. Dass diese Stunden im letzten Jahr um 11 Stunden gekürzt wurden ist unglaublich. Also Frau Karliczek setzten Sie Ihre Förderidee um, aber in der Schule mit qualifizirtem Fachpersonal für ca 20 % der SuS in den Grund- und Oberschulen. Diese 20% gibt und gab es auch vor der Pandemie. Statten Sie Schulen mit Luftfilteranlagen aus und lassen Sie uns endlich unseren Job tun und verheizen Sie nicht unsere Zeit mit der ewigen Erstellung von neuen Konzepten und schulinternen Rahmenplänen.

  34. Sorry, aber unsere Schüler sind keines Wegs auf die MSA vorbereitet. Man darf auch nicht vergessen, das sie sich schon ein ganzes Jahr im Homeschooling befinden. In Präsenz sind sie nur wenige Stunden und davon fallen viele aus da die Lehrer sich im Wechselunterricht aufhalten oder in der Notbetreuung. Wie können die KM’s behaupten es wäre alles super!!!! Die Schüler haben große Ängste und enormen Leistungsdruck. Wir plädieren für einen Durchschnittsabschluß der gleichwertig zählen muss. Lasst den MSA ausfallen. Danke

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