Was kommt nach Eisenmann? Grüne und CDU verhandeln über Bildung

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STUTTGART. Keine Experimente heißt das Motto von Grünen und Schwarzen in Baden-Württemberg beim Thema Bildung. Und doch ist das Kultusministerium ein prestigeträchtiges Ressort. Wer von den künftigen Koalitionspartnern greift zu?

Hat ihren Ausstieg aus der Politik angekündigt: Noch-Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Foto: CDU Baden-Württemberg

Bei den Koalitionsverhandlungen von Grünen und CDU steht am Dienstag erstmals das zentrale landespolitische Thema Bildung auf der Tagesordnung. Bei ihren Sondierungen hatten sich die beiden Partner schon darauf verständigt, die Schullandschaft nicht groß verändern zu wollen. Gleichwohl stehen große Aufgaben vor der Nachfolgerin oder dem Nachfolger von Kultusministerin Susanne Eisenmann, die nach ihrem Scheitern als CDU-Spitzenkandidatin aus der Politik aussteigen will.

Baden-Württemberg ist in Schul-Leistungsvergleichen mit anderen Bundesländern abgerutscht. Zudem leistet sich das Land deutlich mehr Schularten als andere Länder, was wesentlich mehr Geld kostet. Lehrerverbände fordern zugleich deutlich mehr Lehrkräfte, auch um die Lernlücken durch den Corona-Lockdown abzufedern.

Die CDU-Verhandlungsgruppe wird von Kultus-Staatssekretär Volker Schebesta angeführt, er wird unter anderem von der neuen CDU-Landtagsabgeordneten Christiane Staab unterstützt, die früher Vorsitzende des Landeselternbeirats war. Die Grünen kommen unter anderem mit Staatsministerin Theresa Schopper, der Bildungsexpertin Sandra Boser und Landeschefin Sandra Detzer.

In den beiden Wahlperioden unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatten die Grünen das Kultusministerium jeweils dem kleinen Koalitionspartner zugestanden, der SPD und der CDU. Das Ressort gilt als äußerst schwierig, ist aber mit einem Etat von zwölf
Milliarden Euro gemessen an der finanziellen Bedeutung das größte. Die Gewerkschaft GEW dringt darauf, dass nach fünf Jahren konservativer Bildungspolitik nun die Grünen das Ressort übernehmen. dpa

Kretschmanns Waterloo: Baden-Württemberg hat als Musterländle in Sachen Bildung abgewirtschaftet – Philologen: grün-rote Pädagogik gescheitert

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13 KOMMENTARE

  1. Wichtiger ist eher der Finanzminister. Dort wird über A13 entschieden. Siehe NRW. Lienenkämper ist der wahre Bremser für A13 dort.

  2. Der oder die Nachfolger*in von Frau Eisenmann hat doch den Traumjob.
    Wer beerbt nicht gerne eine Person die in ihrem Job so viel Mist fabriziert hat, dass kein Pferd der Welt darüber springen könnte.
    Aber Vorsicht, ich würde ja gerne sagen „Schlimmer geht es nimmer“.
    Wir sprechen jedoch vom Posten des Kultusministers. Da hat sich in der Pandemie gezeigt, dass die Skala nach unten offen ist.
    Merke: Egal wie tief die Messlatte liegt, man kann immer noch einen darunter setzen!

    • @Schattenläufer:
      „Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Ich lächelte und war froh … und es kam schlimmer!“

      in dem Sinne!!

  3. Also, ich habe wie viele andere bei der Wahl gehofft, dass Schwarz nun aus dem Kultusministerium rausfliegt- zuerst natürlich wegen Eisenmann, aber ich will auch nicht den nächsten Bremser oder verantwortungslosen Beschöniger in dieser Funktion sehen. Ob Grün das tatsächlich besser kann? Keine Ahnung- im Kultusbereich spielen politische Farben momentan keine Rolle-eher scheinen alle komplett gaga zu sein :-/

    • Die Innerdeutsche Rangliste zeigt aber tendenziell mehr grüne Regierungsbeteiligung auf den unteren Rängen. Baden Württemberg ist unter der Regierung Kretschmann abgestürzt.

  4. Susanne Eisenmann traf ihre Tachen packen und den Zirkusplatz verlassen. Keiner mehr möchte mit Ihr mehr Zusammenarbeiten und Sie hat in der schweren Krise dem Schulleben sehr geschadet. Sie hat kein respektvolles Miteinander mit den Schulen angestrebt und jegliche Vorschläge mit Füssen getreten. Herr Kretschmann war kuz nach Wahl präsent und kurz danach ist er abgetaucht und hat das Schulleben verpennt. Es ist den Schulen gegenüber soviel Verpennt worden und alle die, die Schulen besuchen und am laufen halten sind nur noch genervt. Herr Scholl vom PhV-BW hat einen tragenden Vorschlag gemacht ein Corona Aufholjahr G9 gefordert ab September 2021. Im den Schülern eine angemessene Aufarbeitungszeit zu ermöglichen und Lernrückstände für alle sozialen Schichten zu ermöglichen. Die Pandemie hat alle sozialen Schichten getroffen und bei jedem sind Lücken entstanden und bei G8 braucht nochmals durch die verkürzte Schulzeit eine andere Aufarbeitung. Mit Lernbrücken, Zusatzstunden und Nachilfeprogramme bei G8 nicht machbar und leistbar. Die junge Gemeration hat eine riesen große Sehnsucht nach Lebensfreude und Entwicklungschritte zu erfahren und zu erproben in der Gemeinschaft. Wo ist nach dieser schweren Lebenskrise noch Zeit dafür um diese Entwicklung erfahren zu dürfen, Der Szundenplan ist bei G8 schon voll und soll durch Lernangebote noch zusätlich aufgefüllt werden. Hausaufgeben und Lernzeit für Klassenarbeiten müssen auch nochzusätzlich geleistet.Es war so lange keine Schule mehr und G9 wäre für BW eine faire Lösung.

  5. This is the dawning of the age of Aquarius …

    Ne, nur Spaß. Es muss sich niemand vor Verbesserungen fürchten.

  6. Eisenmann und Kretschmann haben Ihren Einsatz verpennt. Wir sind in Mannheim bei einem Inzidenzwert von 202,1 und wir warten voller Anspannung auf Anweisung. Heute waren nur noch fünf Kinder in der 8 Klasse in Mannheim anwesend. Wie gehts weiter Kretschi und Eisi uns fehlt eine klare Anweisung. Laschet und Söder belegen die Tagesschau und der wesentliche Blick auf Notbremse verstummt. Der lasche Laschet hat es geschafft

  7. „Die Gewerkschaft GEW dringt darauf, dass nach fünf Jahren konservativer Bildungspolitik nun die Grünen das Ressort übernehmen.“ So endet oben der Artikel.
    Ich dachte eigentlich, dass Gewerkschaften zu einer parteipolitischen Neutralität verpflichtet sind. Mit welchem Recht mischt man sich in die Koalitionsverhandlungen ein? Die GEW tut ja gerade so, als sei sie auch eine Partei und in einer Wahl demokratisch legitimiert. Ist das nicht anmaßend?

  8. Ich schließe mich Gesagtem an. Besser kann ich es auch nicht kommentieren. Wenn ich selbst kein Kind in G8 in BAWÜ hätte, würde ich nur denken. Was bin ich froh, dass ich die Schule schon 1990 abgeschlossen habe!
    Eigentlich müsste man sogar G10 fordern! G9 reicht doch gar nicht, bei dem Stoff, der versäumt und nicht vertieft werden konnte! Und was ist mit den ganzen Austauschen und Klassenfahrten, Sprachreisen, Praktika, Wettbewerben etc.?

    Man nimmt den Kindern die wichtigste Zeit Ihres Lebens! Das ist nie mehr aufzuholen!
    Warum? Damit sie umso schneller in die Rentenkassen einzahlen? Uns Alte finanzieren? Wir die auch noch den Planeten in die Klimakrise getrieben haben?

  9. Ich weiß nicht warum man ewig über G9 diskutiert. Andere Länder sind viel viel weiter und Deutschland ist in Sachen Bildung kein Vorzeigeland mehr. Schon allein die Ausstattung an den Schulen. Der Lehrer kopiert in Englisch die Buchseiten für die Schüler, weil die Stadt kein Geld für genügend Bücher hat, stattdessen wird den Schülern aus einem andern Verlag ein Schulbuch ausgehändigt, was nicht dem Lehrplan entspricht. Was das dem Lehrer für Zeit kostet und Geld der Kopien, Druckerkartusche. Vom Umweltgedanken ganz zu schweigen. Die Pandemie hinterlässt spuren bei den Schülern und es wäre endlich allerhöchste Zeit auf G9 umzustellen. Frau Eisenmann gewinnt kein Vertrauen mehr.

    • Zur Erinnerung: Die Einführung von G8 geschah mit dem Hauptargument, dass es (fast) überall in der Welt eben nur 12 Schuljahre gibt bis zur sog. „Hochschulreife“ bzw. „Studienreife“. Übersehen hatte man dabei, dass diese „Studienreife“ in verschiedenen Teilen der Welt durchaus was sehr verschiedenes bedeutet. Und dieselben Leute haben dann verfügt, dass Gesamtschulen aber selbstverständlich insgesamt 13 Schuljahre haben, obwohl gerade das weltweit nicht der Fall ist. Der Widerspruch fiel niemandem auf.
      Um die Verwirrung perfekt zu machen: bis 1920 gab es in Deutschland ein G9-Symnasium mit einer nur dreijährigen (!) Vorschule davor, insgesamt also genau jene 12 Schuljahre. Und der erste deutsche Politiker, der G8 dann eingeführt hatte, hieß Adolf Hitler. Das war 1938. Pädagogische Gründe haben in keinem Fall eine Rolle gespielt, es ging nur um Politik: 1920 wollten progressive Parteien das Gymnasium überhaupt abschaffen, und 1938 brauchte man mehr Offiziers-Nachwuchs, um den Krieg vorzubereiten. Die DDR übernahm die 12 Schuljahre bei einer ca. 10-prozentigen Abiturquote (ausgerechnet im Sozialismus wollte man keine hohe Abiturquote). Bei der erneuten Einführung von G8 vor einigen Jahren hieß es, die jungen Leute sollten schneller in den Beruf. Alles klar?

  10. Ich kann nicht verstehen, wie jemand, der selbst Lehrer an einem Gymnasium war (Kretschmann), zulassen kann, dass der Bereich Bildung und Schule so demoliert wird.

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