Grünen-Politikerin: Durchseuchung der Kinder kommt. Wird schwer, das Eltern zu erklären

22

Für die CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein ist ein Ende der Maskenpflicht und die Abschaffung der Tests in den Schulen im Herbst realistisch. «Mit steigender Impfquote und weil Schulen sichere Orte sind, werden wir für die Zeit spätestens nach den Herbstferien einen Plan brauchen, die anlasslosen Antigentests und die Maskenpflicht an Schulen abzuschaffen», erklärte der Bildungspolitiker Tobias von der Heide am Montag nach einer Expertenanhörung. Dass die Schulen keineswegs sichere Orte sind, ließ dabei allerdings die Grünen-Politikerin Ines Strehlau durchblicken – eine Durchseuchung der Kinder ist ihr zufolge unvermeidlich.

Die vierte Corona-Welle durch Deutschland – vor allem wohl durch die Kitas und Schulen. Illustration: Shutterstock

«Tests machen nur Sinn, so die Experten, wenn man sich auf symptomatische Personen und Infektionsfälle konzentriere. Das müssen wir nun vorbereiten», erklärte CDU-Politiker von der Heide. Die Expertenanhörung habe die Corona-Strategie für die Schulen klar bestätigt. «Unsere Maßnahmen in den letzten Monaten waren angemessen und haben gewirkt.» Von der Heide verwies auch auf die Impfquote bei Lehrkräften mit 98 Prozent bei Erst- und 94 bei Zweitimpfungen.

Der (oppositionelle) SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat stellte eine ganz andere Schlussfolgerung heraus: «Über kurz oder lang werden sich nahezu alle Kinder unter zwölf Jahren mit Covid-19 infizieren». Das sei auch ihre einzige Möglichkeit, Immunität zu erwerben. Aktuelle Schutzmaßnahmen in Kitas und Schulen dienten dem Zweck, das Ausbruchsgeschehen zu verlangsamen und Älteren die Gelegenheit zu geben, sich impfen zu lassen. «Das ist die wesentliche Botschaft des heutigen Expertengesprächs – und eine Nachricht, die ich als Abgeordneter logisch verstehe, als Vater aber dennoch erst einmal verdauen muss.»

„In der Zukunft muss bei jedem Schul- und Kitaneubau eine fest installierte Lüftungsanlage verpflichtend sein“

Es sei deutlich geworden, dass nach aktuellem Wissensstand eine Corona-Infektion für Kinder und Jugendliche nicht gefährlicher sei als andere Krankheiten, meinte die Grüne Ines Strehlau – aber auch: dass sich früher oder später alle Kinder infizieren werden, da kein Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen ist. Es sei eine große kommunikative Herausforderung, dies besorgten Eltern zu erklären.

Bereits im Juli hatte sich die Landtagsabgeordnete der mitregierenden Grünen für Luftfilter in Kitas und Schulen des Landes eingesetzt – bislang vergeblich. «Es ist gut, dass der Bund jetzt anscheinend die Schulträger bei den Luftfiltern unterstützen will. Dem Wahlkampf sei Dank. Wir Grüne erwarten klare Finanzierungszusagen und technische Leitlinien, um nach den Sommerferien bundeseinheitlich die Schüler*innen vor der Delta-Variante schützen zu können», erklärte sie. Und: «In der Zukunft muss bei jedem Schul- und Kitaneubau eine fest installierte Lüftungsanlage verpflichtend sein, um auf weitere Infektionslagen vorbereitet zu sein. Auch dafür müssen technische Leitlinien erarbeitet werden.»

Wann die ersten Luftfilter in die Schulen in Schleswig-Holstein kommen, steht – trotz des Bundesprogramms – in den Sternen. News4teachers / mit Material der dpa

Schopper nimmt Durchseuchung der Schüler in Kauf

Anzeige


22 KOMMENTARE

  1. „Tests machen nur Sinn, so die Experten, wenn man sich auf symptomatische Personen und Infektionsfälle konzentriere“

    Welcher Experte sagt denn so einen Unsinn? Experten dürften wissen, dass Kinder meist symptomlos erkranken und trotzdem das Virus weitergeben. Solange man nicht die Durchseuchung offiziell zum Ziel erklärt, ist das also schlichtweg Unsinn.

    „Mit steigender Impfquote und weil Schulen sichere Orte sind“

    Der Satz enthält zwei wesentliche Fehler:

    1. An keiner Grundschule wird die Impfquote absehbar steigen
    2. Schulen sind KEINE sicheren Orte. Sonst gäbe es da keine Infektionen.

    Eventuell sollte jemand dem Mann mal erklären, dass es seit April 2020 eine Menge neuer Erkenntnisse und mehrere neue Virusvarianten gibt.

    Der Mann sollte lieber mal darüber nachdenken, inwiefern eine Durchseuchungspflicht der Kinder sich mit dem „C“ im Namen seiner Partei vereinbaren lässt. Oder steht das inzwischen für „chaotisch“?

  2. „Ob Ihr alle Lack gesoffen habt, habe ich gefragt?“

    So läuft der Hase also: Erst verhindert man erfolgsversprechende Maßnahmen (Luftfilter!!! Trennwände!!!) bis zum Exodus und dann legt man mitleidig den Kopf schief und ächzt unter der großen Bürde, den Eltern nun auch noch das Unausweichliche – die sichere Infektion ihrer Kinder, als gewinnbringende Maßnahme (Herdenimmunität!) erklären zu müssen. Aber Leute, Leute: Es haben „Experten“ gesprochen! Corona ist nicht schlimmer als „andere Krankheiten“! Umarmt es! Lauft ihm entgegen! Ach, braucht Ihr ja nicht! Denn es kommt „früher oder später“ ja sowieso zu Euch. Und in der Zukunft müssen wir RLTAs installieren. Denn die bringen ja DOCH was. Haben Wissenschaftler quasi die ganze Zeit runtergebetet – aber egal! Hey, wird schon nicht so schlimm. LongCovid bei Kids geht ja auch mal wieder vorbei…dauert nur sehr, eh, long…

    • @LongCovidHurra:

      Allerbestes Statement!
      Und die Lack-Frage steht immer noch im Raum.
      Irgendwas Bewusstseinsbeschränkendes muss gewesen sein.

  3. Bitte einmal die Inzidenzen z. B. in der Altersklasse 5-14 checken:
    https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/
    Grandios!
    Vor Schulbeginn sah das in SH noch GANZ anders aus. NRW läuft uns inzwischen den Rang als Negativspitzenreiter ab. (Wundert es jemanden?)

    Schulen sind sichere Orte. Ja klar, und im Himmel ist Jahrmarkt.
    Die Ansicht, Inzidenzen könnten vernachlässigt werden, da bei Kindern milde Verläufe die Regel wären, wird uns allen noch gehörig auf die Füße fallen. Auch milde Verläufe schützen nicht vor Long Covid und anderen Langzeitfolgen.
    Wer nicht hören will, muss fühlen? Könnte man glatt meinen. Fatal nur, dass es nicht die „nicht Hörenden“ selber sind, die die Folgen im Zweifel fühlen werden, sondern die Kinder.

  4. „Über kurz oder lang werden sich nahezu alle Kinder unter 12 Jahren mit Covid-19 infizieren“….(Martin Habersaat/SPD)

    Nach meinem aktuellen Wissensstand kann man sich mit Covid-19 nicht infizieren, wohl aber mit dem Corona-Virus.
    Covid-19 ist die Bezeichnung für die Infektion selbst.

    Und das C im Namen der CDU steht inzwischen vermutlich für Corona….

  5. Auch wenn die Rechnung mit der Immunität durch Infektion aufgehen würde, wäre es m.E. ein ethisch fragwürdiges Vorgehen.
    ABER: Die Rechnung wird nicht aufgehen. Es werden neue Varianten, neue Mutanten, neue Erreger auftauchen.
    Dann fangen wir wieder von vorne an?
    Dann sagen wir wieder: Wir konnten das ja nicht absehen?

    VERHINDERT endlich Infektionen!
    Nur das kann weitere Probleme mit vermehrten Impfdurchbrüchen und grundsätzlich unwirksamen Impfungen verhindern.

  6. Ich fasse mal zusammen, was ich verstanden habe:
    Schutzmaßnahmen in den Schulen sind nicht mehr nötig, weil sich ohnehin alle Kinder mit den Virus infizieren werden und Schulen außerdem sichere Orte sind und deshalb nur noch Symptomatische eine ungetestete Maske tragen dürfen … oder so …

  7. Frau Schopper (BW) hat bereits erklärt, dass die Kinder sich in den Schulen infizieren werden und lediglich einen Packen Taschentücher brauchen. Kaltschnäuziger kann man es Eltern kaum sagen.

  8. Für mich stellt sich die Frage, mit welchen anderen Viren wir eigentlich alle mehr oder weniger „durchseucht“ sind. Dieses Corona-Virus wird so exzeptionell behandelt, dass kein Vergleich mehr möglich ist. Haben wir je erfahren, wie das mit der „normalen“ Virus-Grippe ist? Vielleicht haben die auch die meisten Kinder in sich, ohne aber ernstlich zu erkranken. Dann müsste man sie auch nicht davor aufwendig schützen. Die Wissenschaft könnte uns doch da mal aufklären.

      • Danke für diesen link! Aber leider haben zu viele Leute (v. a. auch Politiker) Probleme beim sinnerfassenden Lesen und beim Zahlenverständnis (ähnlich den Problemen vieler Schüler). Liegt das am Bildungssystem? und wollen deshalb unsere Politiker offene Schulen, damit die nächste Politikergeneration das dann besser kann? Fragen über Fragen?

    • Bin nur eine einfache GS Lehrkraft und auch weit entfernt davon, ein Mathegenie zu sein, aber eines ist mir in 44 Dienstjahren doch aufgefallen.

      In knapp 1 1/2 Jahren sind in Deutschland 92.000 Menschen mit oder an Covid gestorben.
      In der schlimmsten Grippesaison 2017/18 sollen ca. 25.000 Menschen mit oder an der Grippe gestorben sein.

      Die Todesrate in Deutschland ist, was Covid-Tote betrifft, noch recht moderat, gemessen an Ländern wie UK, USA oder Belgien.

      In der Grippesaison 2017/18 gab es überhaupt keine schützende Maßnahmen wie Abstand, Masken, Lockdown. Diese Maßnahmen haben im letzten Herbst/Winter aber dazu geführt, dass die Grippe fast komplett ausgefallen ist. Covid-19 zeigte sich davon weniger beeindruckt!

      Die Grippewelle schießt normalerweise durch die Schulen und sorgt auch für viel Ausfall durch Krankheit. Aber Lehrer, die einen bis 4 Monate ausfallen (und tw. bis heute nur noch eingeschränkt arbeiten können) hatten wir durch die Grippe noch nie! Junglehrer fielen schon mal für 14 Tage aus, die „Alten“ lagen höchstens für eine Woche flach!

      Hätte man keine Maßnahmen gegen Corona ergriffen, wären die Zahlen noch viel höher gewesen, glaube ich.

      Deshalb NEIN, Corona ist keine Grippe!

  9. Wenn dann hierzulande die Intensivbetten für Kinder, wie Mitte des Monats in Dallas der Fall, alle belegt sind sollten die Menschen die für die Entscheidung zur Durchsuchung der Kinder verantwortlich sind, den Eltern erklären warum ihr Kind nicht behandelt werden kann, wenn es ein Intensivbett benötigt.
    (Quelle: bspw. Frankfurter Rundschau vom 14.08.2021)

    Außerdem sollte man bedenken, dass nicht jeder Lehrer Lust hast sich täglich in den Seuchenpool zu begeben und außerdem eine gewisse Anzahl trotz Impfung erkanken wird.
    Wie möchte man den Ausfall durch erkrankte Lehrer und Lehrer die den Beruf nun endgültig komplett hinschmeißen abfangen?

    Diese Fragen müssen VOR einer solchen Entscheidung beantwortet werden!

  10. Warum soll das schwer sein den Eltern zu erklären? Mir als „Elternteil“ ist das schon lange bewusst, schön das die Politik das auch langsam einsieht. Naja, lieber spät als nie.

    • Ich bin mir aber nicht sicher, ob der volle Inhalt und die volle Tragweite dieser Durchseuchungsprophezeiung bei den Eltern angekommen ist.

      Letztlich bedeutet es nichts anderes als:

      „Wir haben diese ganzen Anstrengungen der letzten Eineinhalb Jahre in erster Linie deswegen unternommen, damit die Kliniken, Intensivstationen, Bestatter, Kühlhäuser nicht zu sehr an ihre Grenzen stoßen.
      Bilder wie aus Bergamo sollen nicht mehr an die Öffentlichkeit kommen und staatliche Systeme blöd als Versager dastehen lassen.
      Es war von Anfang an klar, dass Menschen krank werden, lange dahin siechen und vielleicht irgendwann sterben, aber eben nach Möglichkeit nicht alle gleichzeitig.
      Einen anderen Sinn als diese Verzögerung hatten diese Maßnahmen nie, das mit dem „Schutz der Gesundheit“ war sekundär.“

      Und jetzt kommt der erklärungsbedürftige Teil für die Eltern:

      „Es kann Sie oder Ihr Kind treffen. Das ist dann ein bedauerliches Einzelschicksal, aber in der Masse eben im unteren Promillebereich anzusiedeln.
      Wenn der Fall dann eingetreten ist, spricht möglicherweise ein Religionslehrer oder ein Krisenseelsorger mit dem Kind oder der betroffenen Klasse; soweit es die brandschutzrechtlichen Bestimmungen zulassen, zündet die Schule dann in einer Gedenkecke im Schulhaus oder Klassenzimmer eine Kerze an.
      Es sterben ständig so viele Menschen an Krebs, Verkehrsunfällen, Suizid oder anderen Krankheiten, da können wir um die Coronatoten nicht mehr diesen Eiertanz veranstalten und dafür die Wirtschaft den Bach runter gehen lassen.“

      • Und die Durchsuchung der Kinder wird weiter angeheizt, wie man es an der gestern in Sachsen verabschiedeten neusten Variante der Corona Schutzverordnung sieht: nur umgeimpfte Lehrer müssen sich im Schulbetrieb, der in 1,5 Wochen beginnt regelmäßig testen. Das heißt, die Ungeimpften bieten dann für die Kinder die höchstmögliche Sicherheit, denn die geimpften positiven Lehrer, die nachweislich das Virus wunderbar übertragen können, werden ja gar nicht mehr entdeckt. Kann mir mal bitte jemand die Logik dahinter erklären? Mit Gesundheitsschutz hat das jedenfalls rein gar nichts zu tun!

        • Ich erkenne da durchaus einige Logiken dahinter.

          1. die vordergründigste: Wenn geimpfte Lehrer getestet werden, dann müssen auch alle anderen Geimpften mit Mindestabstandunterschreitung getestet werden: Ärzte, Pflegeberufe, körpernahe Dienstleistungen. Auch Servicekräfte. Und eigentlich auch wieder alle Heimbesucher. Das gibt vor der Wahl ein Riesengeplärre um den Nutzen der Impfung. Der Impffortschritt gerät noch mehr ins Stocken, wenn „freiimpfen“ definitiv nicht mehr gilt.

          2. liegt gar nicht so weit weg davon: Stellen Sie sich vor, eine geimpfte Lehrkraft ist positiv.
          Es galt ja immer die Order: Kinder sind keine Treiber, nur die Lehrer (die sich wohl bei ihren exzessiven Partyorgien infizierten) tragen die Infektion in die Schulen. Also musste dies den Treibern ausgetrieben werden und sie wurden zum Impfen genötigt.
          Sie rutschten in der Priorisierung hoch, durften sich als „Impfdrängler“ beschimpfen lassen und bekamen zu hören, dass dies alles nur wegen ihrer irrationalen Angst geschehe.
          Ich persönlich kenne nur mehr eine Kollegin, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen darf, alle anderen sind geimpft.
          Und weil die ängstlichen Lehrer nun endlich geimpft sind, kann man die monatelang ihretwegen eingesperrten Kinder endlich wieder rauslassen. Und muss ihnen trotzdem noch Masken und Tests zumuten, weil die Lehrer ja immer noch die Hosen voll haben.
          Immer noch ist überall zu hören, dass sich doch endlich alle Lehrer impfen lassen sollen, dann wären die Kinder geschützt und frei und Corona gewissermaßen vorbei.
          Und jetzt stellen Sie sich vor, da steht beim Test plötzlich ein positiver, aber geimpfter Lehrer vor der Klasse und wirft damit alle bisherigen Propagandathesen über den Haufen.

          Dann könnte man auf einmal nicht mehr die Augen verschließen und müsste unangenehmen Wahrheiten ins Auge schauen.
          Geimpfte nicht testen bedeutet nichts anderes als „es kann nicht sein, was nicht sein darf.“

        • @Teacherin
          Falls Sie die Teacherin mit der Freundin in Dubai sind, deren Krankenkasse sich weigert, eventuelle Spätfolgekosten einer Coronaimpfung zu übernehmen: würden Sie bitte die Krankenkasse benennen? Danke

  11. Laschet will um jeden Preis Kanzler werden, die Gesundheit der Kinder ist dem egal. Seine Dummheit wird uns teuer zu stehen kommen.

    • Auch darüber wird Laschet einfach wieder nur lachen.

      Waren jetzt alle Anstrengungen, jeder Aufwand, Beschränkungen, Ausgangssperren, Homeschooling usw. etwa am Ende doch womöglich übertrieben, überflüssig und was weiß ich noch?
      Können Kinder jetzt Oma und Opa nicht mehr umbringen?
      Ist das Wissenschaft oder verzweifelter (etwas verspäteter Wahlkampf ?)
      Sind diese Leute etwa Querdenker? So einfach quasi über Nacht?

      Das wird noch interessant bei soviel Ketzerei. Aber immerhin kommt keine Langeweile auf, jeder kann sich wieder (aktiv) einbringen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here