Kommentar: Wenn sich Nichtstuer für ihr Nichtstun noch als Kinderschützer aufspielen

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Von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek

DÜSSELDORF. Die Bundesfamilienministerin und zwei Ärzte-Präsidenten drücken in der Diskussion um die Maskenpflicht in Schulen mal wieder auf die Tränendrüse: Die armen Kinder müssten endlich entlastet werden… Ja, müssten sie – aber nicht, indem man ihnen jeglichen Corona-Schutz zusammenstreicht.

News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf

Angela Merkel platzte im Januar der Kragen. „Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle“, so empörte sich die Bundeskanzlerin auf einer Ministerpräsidentenkonferenz. Merkel hatte zuvor gedrängt, den Präsenzunterricht weiter entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts einzuschränken. Die Ministerpräsidenten, die schon im Herbst nur zugeschaut hatten, wie das Coronavirus durch die Kitas und Schulen und von dort in die Familien rauschte, waren über das weitere Vorgehen mal wieder uneins.

Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) hielt der Kanzlerin in dieser Situation vor, die Interessen der Kinder gegenüber denen der Wirtschaft nachrangig zu behandeln – da war Merkels Geduld am Ende. Die Folgen sind bekannt: Monatelang mussten die Schulen für den Präsenzunterricht geschlossen bleiben, bis die Pandemie in Deutschland wieder halbwegs unter Kontrolle war.

Das Märchen davon, dass Schutzmaßnahmen in Kitas und Schulen den Kinderinteressen zuwiderlaufen, hält sich hartnäckig

Das Märchen davon, dass Schutzmaßnahmen in Bildungseinrichtungen – und nicht die Corona-Pandemie selbst – den Kinderinteressen zuwiderlaufen, hält sich allerdings hartnäckig. Kein Wunder: Es wird praktisch im Wochentakt befeuert. Aktuell ist die Bundesfamilienministerin damit unterwegs. „Kinder haben es mehr als verdient, dass sie – überall wo es möglich und verantwortbar ist – jetzt weitere Schritte in die Normalität gehen können“, sagt die Sozialdemokratin Christine Lambrecht und begründet so, dass sie den Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht unterstützt. Doof nur: Das Virus schert sich nicht darum, wer was „verdient“ hat.

Die Kinder in Deutschland würden es deshalb verdienen, dass sich Politiker wie Frau Lambrecht mit all ihren Kräften um einen größtmöglichen Schutz für sie bemühen. Davon kann aber leider keine Rede sein. Das Bundesfamilienministerium, zugegebenermaßen noch unter Leitung von Franziska Giffey (SPD), hat es nämlich genauso wie das Bundesbildungsministerium versäumt, sich rechtzeitig um wirkungsvolle Schutzkonzepte für Kitas und Schulen zu kümmern. Erst im Juni, viel zu spät, wurde von der Bundesregierung ein Programm für mobile Luftfilter aufgelegt. Wenn jetzt Nichtstuer sich für ihr Nichtstun auch noch als Kinderschützer aufspielen, ist das: scheinheilig.

Das gilt auch für die beiden Ärzteverbände-Präsidenten, die – mal wieder – gegen Schutzmaßnahmen an Schulen, aktuell: Maskenpflicht, zu Felde ziehen, wie News4teachers berichtet. Das Getue, jetzt würde es aber mal reichen (so als wäre die Erkenntnis in den letzten Tagen gereift), ist fadenscheinig angesichts der Tatsache, dass die Herren schon seit Beginn der Pandemie immer wieder mit abenteuerlichen Thesen unterwegs sind, für die sie im Querdenker-Lager zweifellos gefeiert werden.

Falsch – es geht auch um den Schutz der Kinder selbst vor einer Virus-Erkrankung, deren Langzeit-Folgen noch keineswegs absehbar sind

Der eine wollte schon im vergangenen Herbst alle Masken abschaffen, der andere erklärte Kinder – deren Inzidenzen derzeit ungefähr dreimal so hoch liegen wie die der Erwachsenen – nach dem ersten Lockdown für praktisch immun. Keiner der beiden hat sich je für diesen Blödsinn, der womöglich Menschenleben gekostet hat, entschuldigt.

Und: Sie instrumentalisieren nach wie vor die Kinder. Das Maskentragen werde ihnen „weiterhin von der Gesellschaft zugemutet, um auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern“, behaupten die Ärzte-Lobbyisten, die mit ihren Organisationen auch die wirtschaftlichen Interessen von Praxen vertreten. Falsch – es geht auch um den Schutz der Kinder selbst vor einer bis dato unbekannten Virus-Erkrankung, deren Langzeit-Folgen noch keineswegs absehbar sind. News4teachers

Nach Corona: Mit diesen Kultusministern ist kein Staat mehr zu machen

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31 KOMMENTARE

  1. Lieber Herr Priboschek,
    wieder einmal ein kluger Kommentar und eine glasklare Analyse! Danke, dass Sie stets am Ball bleiben und Zusammenhänge auf den Punkt bringen! Ich würde mir mehr davon in der deutschen Presselandschaft wünschen.

    • ich geb dem Ärztepräsidenten ja sogar völlig recht, wenn er sagt, dass es unverhältnismäßig ist, dass Erwachsene im Büro keine Maske tragen und nicht getestet werden, aber die Kinder in der Schule.
      Nur kann doch wohl die Folge nicht aein, dass man bei den Kindern auch noch alle Vorsichtsmaßnahmen aufhebt, die bei den Erwachsenen noch viel dringender wären …

    • Ich wünsche mir dasselbe!
      Sehr viele Medien behandeln dieses Thema für meine Begriffe zu schwammig bzw. oberflächlich.
      Was bei vielen in der Bevölkerung zu Irritationen und demzufolge oft zu der Suche nach „einfachen“ Erklärungen und Lösungen führt.
      Nicht wirklich hilfreich.
      Danke für Ihren Kommentar, Herr Priboschek!
      (Auch wenn er meine Wutkurve wieder mal in die Höhe schnellen ließ).

  2. Sehr guter Kommentar. Die Kultusminister sollten sich ernsthaft die Frage gefallen lassen, was sie von den Coronaleugnern und ähnliche Gruppierungen noch unterscheidet.

  3. Tja, wir (Lehrer) wissen es, alle die es wissen wollen, wissen es auch.
    Aber: Was bleibt konkret noch zu tun, um weiteren Durchseuchungswahnsinn zu verhindern?
    Alle, die versuchen Gehör zu finden, scheinen absolut machtlos, vielleicht sogar strategisch ausgeschaltet: Lehrer mit ihren Remonstrationen, Überlastungsanzeigen etc. (öffentliche Kritik ist eh verboten), Lehrerverbände, Personalräte, Wissenschaftler, Ärzte, Krankenhauspersonal…
    Alle, die mehr „Macht“ hätten, nutzen sie nicht oder in die m.E. verkehrte Richtung.

    Warum begreift „die Gesellschaft“ auch nach zwei Jahren Pandemie immer noch nicht, dass nur VERHINDERTE Infektionen Schutz für alle sind?
    Warum begreift „die Gesellschaft“ nicht, dass jede Gruppe, jedes Alter, einfach alle geschützt werden müssen – sogar unabhängig davon, ob sie geimpft sind oder nicht?
    Warum will „die Gesellschaft“ offenbar breitwilig glauben, dass ein paar Impfungen ausreichen, um eine Pandemie zu beenden, die in Schulen ungehindert weiterläuft, in anderen Teilen der Welt sich ungehindert ausbreitet, deren Mutationen mit vollkommen unzureichenden/ungeeigneten „Einschränkungen“ im weltweiten Reiseverkehr lustig weiter verbreitet werden.
    Warum zieht nicht endlich jemand die Notbremse und macht dieser „Gesellschaft“ mal unmissverständlich klar, dass KEINER sicher ist (geimpft oder nicht), solange nicht weltweit (und dazu gehören wohl auch unsere Schulen) Infektionen und damit auch Mutationen wirksam verhindert werden?

    Ich verstehe nicht mehr, wie „die Deutschen“ ticken!
    Sind wir zu einer Gesellschaft von Egoisten verkommen, die nicht mal mehr bereit ist, alles zu tun, um die nachfolgenden Generationen bestmöglich zu schützen?

    Warum wird immer nur Schwarz-Weiß-Malerei betrieben?
    Warum ist die Gesellschaft nicht willens oder in der Lage, sinnvolle Kompromisse zu finden, kreativ und phantasievoll zu handeln, das Beste rauszuholen, ohne Einzelne damit unnötigen Gefahren auszusetzen?

    Von „der Politik“ bin ich maßlos enttäuscht:
    Noch sehe ich niemanden, dem ich zutrauen würde, das Ruder in die Hand zu nehmen, wie es Frau Merkel wenigstens ansatzweise und in ganz wichtigen Fragen sich traute zu tun – und bin froh, dass sie bisher das Ruder in der Hand hatte.
    Wer ist in der Lage und willens, mit Verantwortungsbewusstsein und Empathie zu übernehmen, wer ist ausdrücklich nicht bereit, „Kollateralschäden“ wie in den Schulen hinzunehmen?
    Ich sehe da bisher keine klaren Stellungnahmen, keine klaren Positionen, niemanden, dem ich aufgrund seiner bisher gezeigten Haltung die Verantwortung in einer so komplexen Welt mit immer mehr existenzbedrohenden Problemen uneingeschränkt zutrauen und anvertrauen würde.

    Wohin führt das am Ende?
    Gibt es ein Ende?
    Wie wird es aussehen?
    Es überleben diejenigen, die frühzeitig Luftfilter in ihre Büros stellen konnten – die anderen haben Pech gehabt?
    Das wäre wie im Krieg: Wer Brot ergattert, dem ist es egal, wie es dem anderen geht, jeder rettet die eigene Haut. Verständlich. Ja. Under solchen Umständen. Aber wir haben keinen Krieg.
    Wir hätten die Möglichkeiten und die Mittel, ALLE zu schützen.
    Den Hunger auf der Welt könnten wir beenden. Wir tun es nicht.
    Die Klimaveränderungen könnten wir beeinflussen. Wir tun es nicht.
    Die Pandemie könnten wir in den Griff bekommen. Wir tun es nicht.

    • @kanndochnichtwahrsein

      Gedanken, die mir bekannt sind.
      … und den Rest kann ich hier nicht schreiben, dass verbieten mir meine Impulskontrolle und ein gewisses Mindestmaß an Anstand. (Vermutlich ist es bei Ihnen ganz ähnlich …)
      🙁

      • So isses!
        Was man sagen oder schreiben darf, hier oder gezielt an zuständige Stellen, ist gesagt und geschrieben.
        Keiner will es hören!
        Was wollen sie dann?

        Vielleicht muss es eine Querdenker-Bewegung der anderen Art geben?
        Alle, die nicht mit dem Runterfahren von Maßnahmen, mit Reisewahn, „alles ist möglich“ und „wie früher“ zufrieden sind, sollten sich persönlich weigern, unvernünftig zu sein.
        Jeder persönlich kann die Erkenntnisse und Empfehlungen der Wissenschaft anerkennen und z.B. weiter Masken tragen um Schüler und sich selbst zu schützen.
        Niemand muss in Urlaub fahren, niemand muss ohne Schutz ins Kino, in die Gastronomie, zum Sport gehen… jeder Betrieb muss auch andere Hygieneauflagen einhalten, warum nicht auch solche gegen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten über Aerosole.
        Warum nur macht das nicht jeder, der die Notwendigkeit sieht?
        Vielleicht, weil jeder glaubt, er könne nur einen Tropfen auf den heißen Stein beitragen?
        Bekanntlich hilft ein bisschen Wasser, um doch ganz wirksam etwas Dampf zu erzeugen.

  4. Wer ständig auf die Kultusminister/innen schimpft, weil sie in der Corona-Krise so vieles falsch gemacht haben, sollte auch mal ein paar Gedanken darauf verwenden, nach welchen Kriterien denn jemand Kultusminister/in wird, und vielleicht auch diese kommentieren. Da gibt es die Partei-Karrieren und das Koalitions-Geschacher, da gibt es die glühenden Vertreter/innen der Parteitags-Beschlüsse mit lauter rhetorischen Phrasen zu den hehren Prinzipien wie Bildungsgerechtigkeit und Heterogenität im Kopf, da gibt es das Proporz-Denken (es müssen genügend viele Frauen in der Landesregierung sein, genügend viele Katholiken und demnächst noch genügend viele Muslime sowie Vertreter der Diversität, auf keinen Fall zu viele alte weiße Männer) usw. usw. Die wirklichen Fähigkeiten der betreffenden Kandidaten und ihre Kenntnis der schulischen Wirklichkeit scheinen weniger eine Rolle zu spielen als vielmehr die Ergebenheit ihrer Partei gegenüber. Es entsteht dadurch eine gewisse Abgehobenheit unter eine Art von „Käseglocke“. Nach dem Grundgesetz ist die Rolle der Parteien eine ganz andere (sie „wirken bei der politischen Willensbildung mit“, aber sie bestimmen nicht die Politik).
    Wie sehen Sie das, Herr Priboschek?

    • Lieber Carsten60,

      Kultusminister ist ein Amt, um das sich ambitionierte Politikerinnen und Politiker nicht gerade reißen. In der Schulpolitik kann man viel falsch machen, aber wenig richtig. Entsprechend wenig gibt es dabei zu gewinnen.

      Ich glaube aber nicht, dass die Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten das Hauptproblem hier ist. Die Beobachtung, dass praktisch keines der 16 Bundesländer in der Lage war, für die Kitas und Schulen ein konsistentes und wissenschaftlich stimmiges Krisenkonzept auf die Beine zu stellen, weist auf ein systemisches Problem hin: Es wird nur noch verwaltet – und kaum mehr gestaltet. Und das gilt nicht nur in der Bildung. Mein Eindruck ist, dass sich der deutsche Staatsapparat bürokratisch so eingemauert hat, dass pragmatische Lösungen kaum mehr möglich sind. Schon gar nicht, wenn’s mal schnell gehen muss.

      Das lässt sich leider auf allen Ebenen beobachten, bei den Schulen aber besonders: Die taumeln von einem Desaster ins Nächste – ob Sanierungsstau bei den Schulgebäuden, Lehrkräftemangel, Digitalisierung oder Corona-Schutzmaßnahmen. Und die Verantwortung wird hin und her geschoben.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

      • „bürokratisch eingemauert“, „verwalten statt gestalten“
        Das ist hinsichtlich der Corona-Krise sicher richtig, hier konnte man aber auch nur reagieren und nicht agieren. Kein Ministerium hatte eine „Corona-Abteilung“, die darauf vorbereitet war. Man musste „ad hoc“ reagieren und stocherte im Nebel, wobei es von außen widersprüchliche Forderungen nur so hagelte.
        Aber was war eigentlich vorher? Wurde nicht „gestaltend“ die Inklusion überhastet und nicht pragmatisch eingeführt, im Interesse der Partei-Ideologen? In Schweden ging man pragmatischer vor mit separaten Klassen. Hat Frau Warminski-Leitheußer in Baden-Württemberg nicht überhastet Gemeinschaftsschulen eingeführt, nur weil gerade mal die Regierung gewechselt hatte? Hat man in Bremen nicht die Inklusion auch an Gymnasien in den Koalitionsvertrag geschrieben, wofür „pragmatisch“ nun wirklich keine Notwendigkeit bestand? Hat man nicht „gestaltend“ ein Chaos bei G8/G9 angerichtet? Hat man nicht ständig neue Landesinstitute für Schulentwicklung gegründet und mit dem „Monitoring“ eine gewisse Testindustrie etabliert, ohne dass sich dadurch was gebessert hätte?
        Besonders in Berlin haben die Partei-Genossen erklärt „Deutschland braucht Zuwanderung, kommt doch alle“ sowie „Flüchtlinge willkommen“ und dann hinterher einräumen müssen „also dass die so viele Kinder haben, daran haben wir natürlich nicht gedacht. Schul- und Finanzsenator gingen von sinkenden Schülerzahlen aus.“
        Ich denke, man versuchte schon zu „gestalten“, aber das war aus einer parteipolitischen Perspektive und nicht pragmatisch und auch nicht erfolgreich, und Personen, die richtig gut „verwalten“ können, kommen offenbar gar nicht erst in solche leitenden Positionen. Herr Kühnert mit seinem abgebrochenen Studium wird bestimmt auch noch irgendwann Minister, aber wo soll er denn bis dahin Verwaltungsfähigkeiten erwerben?

    • Das ist schon häufig hier diskutiert worden:
      Warum sind Minister (in allen Bereichen) so selten Fachleute?
      Warum sind nicht Mediziner Gesundheitsminister, warum nicht Lehrer Schulminister?
      Gerade in diesen Bereichen scheint mir sehr wichtig, dass der Minister sich mit der Materie wirklich auskennt.
      Noch besser wäre m.E. ein Gremium aus Fachleuten benachbarter Disziplinen, das sich der Aufgabe gemeinsam mit verschiedenen Perspektiven stellt: Mediziner, Pfleger, Gesundheitswissenschaftler etc. für Gesundheit, Lehrer verschiedener Schulformen, Schulsozialarbeiter etc. für Schule, Wissenschaftler der Bio- und Geowissenschaften, Klimatologen, Umweltschützer aus der Praxis für den Schutz unserer Lebensgrundlagen…

      Das bisherige System scheint mir nicht nur im Bereich Schule gründlich gescheitert!

      Die genannten Bereiche sind zu wichtig, zu entscheidend für unser Leben, für die Generationen, für deren Zukunft, die Zukunft des Lebens, um sie einfach der Politik in ihrer herkömmlichen Organisationsform zu überlassen!

      All das wurde hier geschrieben und auch an entscheidende Stellen übermittelt.
      Hier wird nicht nur geklagt oder gejammert – wenn auch manchmal der Frust über unsere eigene tatsächliche Einflusslosigkeit und das notorische Nicht-gehört-werden in den oberen Etagen abgeladen!

      • Lieber Herr Priboschek,
        was noch nicht aufgezählt wurde, ist der immer mehr um sich greifende Nepotismus bei politischen Ämtern: Sohn von…, Tochter von.., keine Ausbildung, keine Ahnung von…

      • Meines Wissens arbeiten im KM vor allem LuL. Die MinisterInnen seien mal dahingestellt, aber ansonsten füllen sich die Gänge mit „Leuten vom Fach“

        • Gäbe es kein Ministerium in BW, könnten die vielen LuL, die dort arbeiten, die Schulen in Zeiten des Lehrermangels unterstützen! Käme den Kindern zugute!
          In SH arbeiten aber auch seeehr viele Verwaltungsfachkräfte dort.

  5. Ich zeige mich auch zunehmend irritiert mit welcher „Sorglosigkeit“ im Bezug auf Kinder und Jugendliche im Hinblick auf eine mögliche Corona-Infektion umgegangen wird. Da kommt man ja selbst schon auf gedankliche Abwege- Wird es von allen Verantwortlichen bewusst in Kauf genommen oder ist es sogar schon der „Plan“, jetzt über Kinder und Jugendliche die letzten „Ungeimpften“ in der erwachsen Bevölkerung zu immunisieren, die weiterhin eine Impfung ablehnen? Soll so die Pandemie in den nächsten 3 Monaten beendet werden? So frei nach dem Motto- Wenn ihr die Impfung nicht wollt, dann lassen wir jetzt Alles laufen.

  6. Auch wenn die Kanzlerin sich nicht anhängen lassen wollte, dass sie Kinder quäle, viele andere scheinen damit ÜBERHAUPT kein Problem zu haben. Als Eltern ohne Einfluss kann man solche Verbrechen auch gar nicht verhindern. Diese Ohnmacht ist schon sehr schlimm. Die Entscheidungsträger genießen Immunität und sind später ohnehin durch andere ausgetauscht, sodass auch im Nachhinein niemand mehr Verantwortung übernehmen muss, und für die Elternbeschwerde wegen dieser Körperverletzung an Kindern (hoffentlich nicht mit Todesfolge!!!) ist spätestens beim Schulamt Schluss. Aber ach, wen stören die inzwischen wieder deutlich mehr als 50 Toten täglich? Es ist zum Weglaufen, nur WOHIN?

  7. Wieder mal ein sehr guter Kommentar.

    Immer wieder wird gerne gehört: Schulen sind sicher… Testen schützt … Impfung für alle Ü12 … Geld für Luftfilter ist bereitgestellt…Ungeimpfte testen ausreichend … Schulen sind keine Infektionsorte…die Infektionen werden in die Schulen hereingetragen…Familien sind die Treiber…

    Und die Aussagen dieser „Fachleute“ besorgen in der heutigen Zeit den Rest. Dann wäre es logische Konsequenz im ÖPNV die Masken fallen zu lassen, denn dort gibt es auch keinen Abstand.

    Viele Eltern scheinen einfach zu faul, sich ernsthaft mit den Themen auseinanderzusetzen und die schulische Betreuung in Präsenz ihrer Kids einfach nicht missen möchten.
    Sachliche und fundierte Argumente bei bewiesenen hohen Inzidenzwerten der SuS verpuffen da völlig. Alle halbherzigen Hygienepläne sind doch mittlerweile nicht mal mehr fortgeschrieben oder gar noch präsent.

    Konnte neulich erst wieder auf zwei Elternabenden live erlebt werden.

  8. Danke!
    Um Kinder und Jugendliche geht es in Deutschland nie. “ Kindeswohl“ ist immer nur ein Argument, um politische Entscheidungen zu treffen. Mal müssen sie zum Schutz der Alten zuhause bleiben, mal zur Schule gehen, um betreut zu sein, während die Eltern arbeiten. Ginge es wirklich um sie, hätte man die Schulen sicher gemacht, würde sich um eine tatsächliche Verbesserung der Schwachstellen im Bildungssystem bemühen, die durch die Krise sichtbarer geworden sind( Präventionsprogramme gegen häusliche Gewalt, mangelnde Digitalisierung, kleinere Lerngruppen,….)
    Nun heißt das Schlagwort “ Normalität“ und Kinder sind (wie immer )die Verwaltungsmasse, die aufgrund der geringen Hospitalisierungsrate durchseucht werden soll, um letztlich das Infektionsgeschehen durch die Immunität der Kinder abzuflachen.

    • Dazu fällt mir gerade auch noch was ein.
      Thüringen ist das einzige Bundesland, in dem der Weltkindertag am 20. September Feiertag ist. Seit 2019.

      „Mit diesem sollen Kinder als Zukunft der Gesellschaft gewürdigt werden – Eltern sollen sich mehr Zeit für ihren Nachwuchs nehmen. Das Bundesland möchte mit dem Feiertag auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien aufmerksam machen. Mit diesem Tag „wird der Respekt vor Kindern als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Rechten in den Fokus der gesellschaftlichen und öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt“, heißt es in einem Beschluss des Thüringer Landtags.“

      https://www.t-online.de/leben/familie/id_85325910/weltkindertag-2021-datum-und-bedeutung-wo-ist-er-feiertag-.html

      Thüringen ist auch das erste Bundesland, in dem faktisch alle Corona-Schutzmaßnahmen für Kinder aufgehoben wurden (Testpflicht, Maskenpflicht im Unterricht).
      Respekt vor Kindern und Familien und deren Gesundheit?
      Finde den Fehler.

      • Genau so ist es!!! Diese widerliche Ignoranz und Doppelmoral….. es ist einfach nur noch schlimm!!! Und es gibt in Thüringen ja wirklich überhaupt keine Schutzmaßnahmen-gar keine mehr. Aber dafür jede Woche mehrere neue Schüler, welche sich mit dem Virus infizieren. DAS MUSS AUFHÖREN!!!

  9. Viele Dank für den Kommentar!

    Allerdings tut die KMK ja nicht NICHTS. Sie tut nun wirklich ALLES dafür, die Kosten im Bildungssystem zu senken!
    Außer natürlich, den Föderalismus in der Bildung abzuschaffen! Wenn das Geld, das für die 16 Ministerien ausgegeben wird, direkt in die Schulen/ Kultur investiert würde, hätten wir viele Probleme nicht! Auch genügend Personal wäre für sinnvolle Aufgaben frei!

    Alles in den letzten Jahren war nur darauf ausgerichtet, Kosten zu reduzieren. Das fängt an bei dem Sanierungsstau an Schulen, der Inklusion und Integration, der erbärmlichen Digitalisierung, bis hin zu allen Schutzmaßnahmen in der Pandemie.

    Wäre ich Verschwörungstheoretiker würde ich behaupten, ihr Politiker setzt alles daran, die eigenen Pfründe zu sichern!
    Wieviel % der Bildungsausgaben des deutschen Staates fließen in die Bürokratisierung/Verwaltung der Bildung?
    Was kosten die Ministerien/ Schulämter, was bleibt übrig für die Basis, die Schulen?
    Sähe dann die Bilanz der 4. größten Industriemacht der Erde noch schlechter aus, was den Bildungssektor betrifft? Und sie sieht ja so schon schlecht aus!

    Aber solange alle Missstände des Systems den faulen, unfähigen Säcken (Lehrern) in die Schuhe geschoben werden kann, man Quereinsteiger (nicht böse sein, ihr leistet oft gute Arbeit, aber an eurer Ausbildung wird massiv gespart), Praktikanten und Aushilfskräfte zum Stopfen der Löcher benutzt und die dann schlechteren Leistungen wieder den faulen, unfähigen Säcken anhängen kann, ist ja alles paletti!

    Hauptsache, ihr sitzt in euren schicken (vom Steuerzahler bezahlten) Büros in den schicken (vom Steuerzahler bezahlten) Ministerien an (vom Steuerzahler bezahlten und gewarteten) Dienstlaptops und Luftfiltern in den Büro- und Konferenzräumen und kommt euch wichtig vor!

  10. An die Beiträge an kanndochnichtwahrsein, schließe ich mich absolut an.
    Es gibt Menschen die gerne etwas ändern würden… Die Frage ist nur wie! Äußert man seine eigene Meinung, wird man sofort zum Querdenker hingerichtet. Ein Grund warum soviele Menschen nichts öffentlich schreiben.
    Ich habe mich schon mit einigen Leuten unterhalten, die Denkweise bzw die Meinungen sind fast alle gleich, aber keiner weiss wirklich wie man sich dagegen wehren soll…
    Auch ich bin da immer etwas skeptisch, was meine Meinung schreiben angeht.

    • Ich habe hier häufig unter dem Pseudonym „Mimi“ kommentiert und möchte darauf hinweisen, dass obiger Beitrag nicht von mir stammt.

      Irgendwelche Parallelen zu „Querdenkern“ oder Sympathien für deren Aktionen sind mir fremd und auch wenn niemand hier mich persönlich kennt: Nicht überall wo Mimi dransteht, ist auch Mimi drin

      Dem Beitrag von Herrn Priboschek stimme ich voll und ganz zu.
      Die, die seit vielen Monaten nichts für Kinder und Familien tun, schreien jetzt am lautesten nach Gerechtigkeit für Kinder und wollen so die Abschaffung der einzigen Schutzmaßnahme, der Maske, rechtfertigen.

      Luftfilter: Fehlanzeige, zu teuer.
      Distanzunterricht: schädlich für alle, nicht erwünscht, keine Ahnung wieso.

      Selbst sitzen sie in Büros mit Luftfiltern und treffen sich im Video-Chat.

      Besuche von Schülergruppen im Landtag sind übrigens nicht erlaubt. Wieso nur?

      Es ist zum Ausrasten!

  11. Hier wurde oft reflexartig vom „Langzeit-Covid“ berichtet, wenn darauf verwiesen wurde, dass Corona jetzt kaum noch schwere Krankheitsverläufe hervorbringt. Nun kann lesen, dass die Grippe ebenfalls Langzeitfolgen hat. Ich meine, wir reden hier auch von Dingen wie Kopfschmerzen, sich müde fühlen, sich nicht konzentrieren können …

    „Laut der Studie hatten 57 Prozenten aller Corona-Patienten Symptome, die Long-Covid zugerechnet werden. Ältere Menschen und Frauen waren häufiger betroffen. In einem standardisierten Vergleich beider Gruppen konnte aber auch bei 43 Prozent aller Grippeerkranken Auffälligkeiten beobachtet werden. Sie hatten mindestens ein typisches Long-Covid-Symptom innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten.“
    https://www.morgenpost.de/ratgeber/article233475171/corona-symptome-grippe-long-covid-studie.html?utm_medium=Social&utm_campaign=echobox&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR3NkV2ceU5YxT5v8RxAXXrJjn0BNOSGKD8X9KARuch1CEiRNnQpwbg51V4#Echobox=1633258594

  12. Genau. Nichtstuer … mit Heiligenschein, solche, die permanent versuchen, aus Scheiße Gold zu machen, wobei doch so viele längst wissen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt! Sichere Schulen erfordern eben kein präventives Handeln. Nur nicht nach den Gründen fragen, weshalb genau die Schulen (auch ohne Maßnahmen) sicher sind. Sonst bekommt man noch zur Antwort: weil meistens, aber nicht immer, die Fenster zu öffnen sind und das Virus kräftig, wenn man die Türen auch noch öffnet, vom Wind durchgeschüttelt wird. Vermutlich würde das als Antwort aber auch gerne in weiten Teilen der überforderten Gesellschaft akzeptiert werden.

    Im stürmischen Herbst ist eben alles besser!

    • @Viva
      „weil meistens, aber nicht immer, die Fenster zu öffnen sind und das Virus kräftig, wenn man die Türen auch noch öffnet, vom Wind durchgeschüttelt wird.“
      Da kommt bestimmt bald wieder ein lustiges ( Ironie ) Video von der Augsburger Puppenkiste ( war früher mal wirklich gut ) in enger „Zusammenarbeit“ mit dem KM. ( Vielleicht ist das KM der Grund für den Niveau-Niedergang der Augsburger Puppenkiste. )

  13. Wenn ich hier lese, wie die meisten Lehrer, angeblich unter dem Deckmantel “ wir müssen die Kinder schützen“, für die Maskenpflicht sind, wird mir kotzschlecht. In ganz Deutschland sind die Coronaregeln gelockert, niemand trägt seit Monaten über so viele Stunden (inkl. OGS) Maske, wie wir es von den Kindern abverlangen. Die psychischen Störungen nehmen erwiesenermaßen deutlich zu, es gibt keine Plätze mehr bei Kinderpsychologen, die Kinder werden getestet und sind – anders als in Restaurants und Co. – immer in derselben Gruppe. Monatelanges Masketragen ist die absolute Kinderquälerei! Ich bin geimpft und nehme Corona ernst, aber es gibt nicht nur das eine Risiko im Leben!

  14. Im OP tragen wir seit Jahren täglich OP-Masken, und seit der Pandemie werden diese ergänzt durch FFP2 und 3-Masken auch im gesamten Krankenhausbereich getragen.
    Bisher wurde kein Anstieg der psychischen Erkrankungen bei dem Mitarbeitern diagnostiziert oder ein derartiger Anstieg bemerkt.
    Wie kommen sie zu derartigen Beobachtungen ?
    Wie kommen sie zum Vorwurf der Kinderquälerei und ähnlicher Behauptungen?

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