Bundesbildungsministerin ruft Länder dazu auf, sich für neue Schulschließungen zu wappnen

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ildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die Länder dazu aufgerufen, sich zum Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus für neue Schulschließungen zu wappnen. „Vorbereiten müssen wir uns auf die Gestaltung von Wechselunterricht, wenn er wieder erforderlich wird“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die KMK hatte erst vor zwei Wochen beschlossen, den Präsenzunterricht aufrechterhalten zu wollen.

Erste Kehrtwende: Bettina Stark-Watzinger (FDP). Foto: privat

Erste Priorität sei es zwar, die Schulen offenzuhalten, betonte die FDP-Politikerin. Deshalb habe die Bundesregierung beispielsweise gerade das Luftfilterprogramm verlängert (ein Flop, weil damit nur mobile Luftfilter in Räumen gefördert werden, die nicht mit Fenstern zu belüften sind – die also ohnehin nicht für den Unterricht genutzt werden sollen). Als weitere Corona-Schutzmaßnahmen nannte Stark-Watzinger das Tragen von Masken im Unterricht, das Testen, die schnelle Impfung von Schülern und das Boostern von Lehrern.

Aber: «Wir müssen uns auch darauf vorbereiten, dass Schulschließungen notwendig werden könnten – nicht flächendeckend, aber regional», betonte sie. Thüringen hat als erstes Bundesland bereits Distanzunterricht für den Januar angekündigt, wie News4teachers aktuell berichtet.

«Schulen können nach wie vor als vergleichsweise sichere Orte angesehen werden»

Die KMK erwischt die Debatte offenbar auf dem falschen Fuß. Noch vor zwei Wochen beschloss sie, Schulschließungen praktisch auszuschließen. «Das Offenhalten der Schulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe», heißt es in dem Papier. Nach den umfangreichen Schulschließungen im letzten und vorletzten Schuljahr müssten nun Erwachsene Verantwortung übernehmen und die verschärften Regeln im öffentlichen Leben konsequent einhalten, so heißt es darin. «Wo notwendig, müssen weitere Kontakt- und Zugangsbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.»

Zusätzlicher Corona-Schutz für Schulen? Fehlanzeige – dazu findet sich in dem Papier kein Wort. Die bisherigen «strengen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen» reichten völlig aus. «Schulen können daher, auch im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen, nach wie vor als vergleichsweise sichere Orte angesehen werden.» Stattdessen gilt: «Für die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder hat der kontinuierliche Präsenzunterricht an den Schulen daher weiterhin höchste Priorität, um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten.»

Noch vergangene Woche lag Stark-Watzinger auf KMK-Linie. «Wir müssen vor allen Dingen dafür sorgen, dass Schulen so lange wie möglich offen bleiben, dass sie nicht geschlossen werden. Das kann nur die Ultima Ratio sein», sagte sie. Die Schulen seien auch ein wichtiger Faktor der Früherkennung durch das regelmäßige Testen. «Insofern helfen sie auch, die Pandemie zu bekämpfen.» News4teachers

Kinder-Durchseuchung läuft weiter! Bund-Länder-Gipfel bleibt zu Schulen stumm – Lauterbach rüffelt Wieler

 

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Alla
7 Monate zuvor

Schulen sind vergleichsweise sichere Orte!
Im Vergleich wozu?

Tina+2
7 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Im Vergleich zur ITS, auf der nur Coronapatienten liegen.

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Alla

Im Vergleich zu Kitas vielleicht?
Jene Menschen sprechen in Rätseln … sie sagen sicher, sind sich aber nicht sicher.

Georg
7 Monate zuvor

Jetzt sind Schulen nur noch vergleichsweise sichere Orte. Vor wenigen Tagen klang das noch anders. Ich bin gespannt, wie lange die Lehrer für die Vorbereitung eines Distanz- oder Wechselmodells außerhalb der Ferien bekommen. Da nach den Weihnachtsferien noch etliche Klassenarbeiten und Klausuren bis zum Notentermin sehr kurz nach den Ferien geplant sind, wird das noch sehr spannend.

Trulla
7 Monate zuvor

Tjoa, sag‘ ich nur noch und wundere mich über gar nix mehr.
Alles mit Ansage!

Schattenläufer
7 Monate zuvor

Was?

Wer ist die Frau und was habt ihr mit unserer echten Bundes-Bildungsministerin gemacht?

lehrer002
7 Monate zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Welche echte?
Das ist Bettina Stark-Watzinger, unsere Bundesbildungsministerin.
Mit der echten ist hoffentlich nicht Frau Karliczek gemeint, die Wissenschaftsministerin, die noch nie eine Uni von innen gesehen hat.

Schattenläufer
7 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Ich meinte mit echte die Frau Stark-Watzinger die in jede Kamera gerufen hat. „Die Schulen sind sicher. Präsenzunterricht!“
Das kann unmöglich die selbe Person gewesen sein.
Kann mir den Aufruf zur Vorbereitung von Distanzunterricht nur damit erklären, dass die echte Stark-Watzinger von Aliens entführt und dann durch einen Klon ersetzt wurde.

Klaus Lehmkuhl
7 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Braucht sie auch nicht . Siehe Yvonne Gebauer . Das Höchste , was sie besucht hat , war die Berufsschule , während sie ihre Ausbildung zur Anwaltsgehilfin gemacht hat . Und dann hat sie Kaffee gekocht , kopiert und Termine gemacht . Und Briefe frankiert , die sie auf dem Heimweg abgeworfen hat . Wofür studieren? Auch sie ist ein Naturtalent .

Trulla
7 Monate zuvor

«Die bisherigen «strengen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen» reichten völlig aus. «Schulen können daher, auch im Verhältnis zu anderen gesellschaftlichen Bereichen, nach wie vor als vergleichsweise sichere Orte angesehen werden.»

Ne, eben nicht.
Egal wo sich SuS infizieren, wenn die Inzidenz in dieser Altersklasse die des Durchschnitts übersteigt, ist Schule ein Hotspot!

Andre Hog
7 Monate zuvor

Mhhmmm, sie ruft die Länder dazu auf…meint sie damit die Bevölkerung der Länder, die Regierungen in den Ländern oder hat sie sogar vor, die zuständigen KuMis auf diesen Schritt hinzuweisen … den diese dann natürlich nicht vollziehen werden.
Vielleicht hat Fra Stark Watzinger noch nicht realisiert, dass sie überhaupt nicht weisungsbefugt ist … Bildung – und damit alles was mit Schulen zu tun hat – der Länderhohehit untersteht und sie sich laut rufend, nackt mit ner Reitpeitsche bewaffnet auf´s Brandenburger Tor stellen kann – und kein KuMi der einzelnen Länder sich darum scheren wird, was sie da gerade ruft.

Die Tatsache, dass sie aus der FDP ist, wird auch bei Frau Gebauer keine grundsätzliche Änderung in ihrer verbohrten Haltung erzeugen. Schulen sind sicher, Hygienefilter, Bremsscheiben, usw. (ich warte stündlich auf neue Knaller!) … da kann auch Frau Stark Watzimger reden, was sie will…und Omikron ist halt auch nur ne neue Variante eines alten Problems, mit dem wir doch seit über 20 Monaten super zurecht kommen. Also….lasst die Frau reden… „Woher soll ich wissen, was ich denke, wenn ich noch nicht gehört habe, was ich sage!“

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

„neue Knaller“? Ne, is nich. Knallerverbot zu Neujahr, da kommt nix mehr ;o)

Klugscheisser
7 Monate zuvor

«Schulen können nach wie vor als vergleichsweise sichere Orte angesehen werden»
Stimmt.
Bei Betrachtung von Corona-Intensivstationen in Sachen Infektion stehen Schulen vergleichsweise sicher da.

Ich muss da mal was loswerden
7 Monate zuvor

Aber nicht zu schnell vorbereiten! 2 Tage vorher reicht auch noch…

Jedimeisterin
7 Monate zuvor

Statt Schulschließung mal wieder hoch an die Glocke hängen, sollte man lieber das Impftempo für Kinder erhöhen. Und die Altersgrenze für das Boostern ab 18 Jahre abschaffen. Das kriege ich nämlich schlechte Laune. Mein autistischen Sohn wird Ende Januar 22 18 Jahre alt. Wurde mit uns im
April und Anfang Juni diesen Jahres insgesamt 2x geimpft. Wir wurden geboostert nur er nicht. Obwohl er zur Risikogruppe gehört und das halbe Jahr um ist, war die Antwort nein, der ist noch keine 18 Jahre alt und da interessiert auch keine Schwerbehinderung. Und wenn man vielleicht so 17 Jahre alt ist und in der Krankenpflege in Ausbildung ist, dann geht das auch nicht. Mit unseren Kindern wird hier Russisch Roulette gespielt. Und jetzt sollen sich Erwachsene alle 3 Monate boostern und Kinder und Jugendliche nicht. Kinder haben halt keine Lobby.

Lasst die Präsenzpflicht aufgehoben und Eltern entscheiden selber ob Kind in die Schule geht oder nicht.

Leseratte
7 Monate zuvor
Antwortet  Jedimeisterin

Das Aufheben der Präsenzpflicht in den letzten 3 Tagen vor den Weihnachtsferien hat bei uns überhaupt keine Reduzierung der Schülerzahl gebracht. In meiner Klasse z.B. waren 28 von 30 anwesend. Um die Ausbreitung von Omikron aufzuhalten, ist das nicht praktikabel.

Pit2020
7 Monate zuvor

Hat Frau Stark-Watzinger die Idee mit den Schulärzten schon weiterentwickelt?

Ich meine … die armen, armen Schulärzte!
In jeder Schule sitzt so ein armes Menschlein den ganzen Tag und hat nichts zu tun … Das könnte an der Tarnkappe liegen, die bei den Schulärzten zur Berufskleidung gehört, so dass sie noch nie gesehen werden konnten.
😉

@Andre Hog
Ich warte auch täglich auf neue Knaller. Egal ob es einzelne Gag-Raketen oder ganze Personen sind.
🙂

Einer
7 Monate zuvor

Diese Spinner von der KMK. Am 23.12., als alle Schüler in den Weihnachtsferien sind, fällt der KMK ein, dass sich die Schulen doch auf Distanz- oder Wechselunterricht vorbereiten sollen?!

Aber dann soll alles wieder komplett über die Ferien geplant und organisiert werden? Ich habe mich an die Worte der KMK gehalten. „Schulen bleiben offen“ Meine Schüler sind nicht auf Wechsel- oder Distanzunterricht vorbereitet. Wieso sollte ich meine Arbeitszeit und -kraft in etwas stecken, was über Monate hinweg konsequent ausgeschlossen und durch das Infektionsschutzgesetz auch verboten ist? Oder vielleicht doch nicht verboten. Bin kein Anwalt. Ich verlasse mich auf die Aussagen der politisch Verantwortlichen.

Jetzt sind erstmal Ferien. Da habe ich noch drei Klassensätze mit Klausuren zu korrigieren und eine neue Klausur zu erstellen.

Klaus Lehmkuhl
7 Monate zuvor

Braucht sie auch nicht . Siehe Yvonne Gebauer . Das Höchste , was sie besucht hat , war die Berufsschule , während sie ihre Ausbildung zur Anwaltsgehilfin gemacht hat . Und dann hat sie Kaffee gekocht , kopiert und Termine gemacht . Und Briefe frankiert , die sie auf dem Heimweg abgeworfen hat . Wofür studieren? Auch sie ist ein Naturtalent .

Tom
7 Monate zuvor

Schulschließung ist die schlechte Alternative. Herr Drosten spricht bereits von der 1G-Regelung. Das ist die bessere Alternative.

Alla
7 Monate zuvor
Antwortet  Tom

1G in den Klassen 1-6? Dann sind die Klassen bis Mitte April nur durch die Lehrkraft besetzt.

KnechtRuprecht
7 Monate zuvor

+++ Schülervertretung fordert längere Weihnachtsferien +++
11:00 Uhr

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante fordert die Landesschüler*innenvertretung (LSV) eine Verlängerung der Weihnachtsferien. Das Bildungsministerium müsse im kommenden Jahr „endlich wieder sicheren Unterricht für alle garantieren“, heißt es in einer Mitteilung der LSV. Die Belastung der Schülerinnen und Schüler, aber auch der Lehrkräfte, sei auf einem Höchststand. Die LSV bemängelt zudem, dass Online- oder Wechselunterricht grundsätzlich ausgeschlossen worden seien. „Auf Biegen und Brechen“ Präsenzunterricht stattfinden zu lassen, sei nicht die Lösung, sondern gefährde die Gesundheit.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/liveblog-corona-100.html