KMK wirbt für Lehrerberuf – ohne auf Arbeitsbedingungen oder Corona-Schutz einzugehen

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BERLIN. Die Kultusminister der Länder haben vor dem Jahreswechsel noch einmal ein großes Programm vor sich: Bei ihrer Konferenz an diesem Donnerstag geht es wieder einmal um die Corona-Lage an Schulen, daneben aber auch um mehrere andere mehr oder weniger wichtige Themen – wie die Sommerferien ab 2025. Auch der Lehrermangel steht auf der Tagesordnung. Getagt wird wieder virtuell: als Videokonferenz.

Die Lage für Lehrkräfte in der Corona-Krise steigert nicht gerade die Attraktivität des Berufs. (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Die Kultusministerinnen und -minister der Länder beraten an diesem Donnerstag über die Lage an den Schulen in der Corona-Pandemie, über Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel und Qualitätsverbesserungen im Matheunterricht. Angestrebt wird bei der Kultusministerkonferenz (KMK) auch eine Einigung über die langfristige Sommerferienplanung von 2025 bis 2030. Die Länder versuchen hier seit nunmehr zwei Jahren zu einer Lösung zu kommen. Wegen unterschiedlicher Vorstellungen bei den Ferienterminen und der Länge des sogenannten Ferienkorridors war das bisher nicht gelungen.

Über die Ergebnisse der Beratungen will die KMK-Vorsitzende, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst, am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz berichten. Die SPD-Politikerin gibt zum Jahreswechsel den Vorsitz an die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) ab. Die Wahl ist ebenfalls bei dieser KMK geplant.

Corona: Beim Thema Corona und Schulen dürften die Kultusminister ihre bisherige Position bekräftigen, wonach Schulen in der Pandemie möglichst nicht mehr geschlossen werden sollen. Großflächige Schließungen sind nach Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die neue Ampel-Regierung auch nicht mehr möglich. Lokal kommt es aber je nach Lage dazu. Nach der jüngsten KMK-Statistik für die 47. Kalenderwoche vom 22. bis 28. November war an fast 1500 von rund 28.000 Schulen der Präsenzbetrieb eingeschränkt, 140 Schulen waren geschlossen. Knapp 93.500 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern waren bekannt, darüber hinaus waren rund 152.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne.

Lehrkräftemangel: Die KMK beschäftigt sich mit der jährlichen Vorausberechnung zum «Lehrkräfteeinstellungsbedarf» für die kommenden Jahre bis 2035. Die Modellrechnungen werden im Anschluss an die Konferenz veröffentlicht. Bei der Vorlage der Statistik vor einem Jahr war deutlich geworden, dass die Lage vor allem im Sekundarbereich I – also oberhalb der Grundschule – bis 2030 angespannt bleiben dürfte, weil mehrere Tausend Lehrkräfte fehlen. Gebraucht werden demnach vor allem Mathe-, Chemie-, Physik- und Musiklehrerinnen und -lehrer. In Gymnasien gibt es dagegen ein Überangebot und in Grundschulen wird mit einer Besserung ab Mitte der 20er Jahre gerechnet.

Als Hauptursachen für den Lehrkräftemangel werden höhere Geburtenzahlen und die Zuwanderung genannt (natürlich nicht die falschen Planungen der KMK). Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Deutschland wird nach bereits bekannten Berechnungen der KMK in den kommenden zehn Jahren deutlich von heute 10,8 auf 11,8 Millionen ansteigen.

Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel: Die KMK will bei ihrer Konferenz über Schritte gegen den Mangel beraten. Dabei geht es vor allem darum, wie Nachwuchs in sogenannten Mangelfächern wie Mathe und Naturwissenschaften gewonnen werden kann. Die Konferenz hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass ein Konzept entwickelt werden solle, «wie das Bild von sogenannten Mangelfächern, insbesondere Mathematik und Naturwissenschaften, so verändert werden kann, dass mehr Abiturientinnen/Abiturienten ein Lehramtsstudium auch in einem dieser Fächer aufnehmen.» Dass womöglich der fehlende Arbeitsschutz für Lehrkräfte sowie deren Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise abschreckend auf junge Menschen wirken könnten? Ist voraussichtlich kein Thema.

Qualität des Matheunterrichts: Verabschiedet werden soll ein Konzept für eine bessere Fortbildung von Lehrkräften und eine Verbesserung der Unterrichtsqualität im Fach Mathematik. Die letzte Pisa-Studie, die vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, hatte gezeigt, dass jeder fünfte 15-Jährige in Mathematik und Naturwissenschaften an einfachen Aufgaben scheitert. Eine andere internationale Vergleichsstudie (Timss) hatte voriges Jahr ergeben, dass deutsche Grundschüler in Mathe insgesamt nur Durchschnitt sind und dass jeder vierte so leistungsschwach ist, dass er nach der Grundschule Probleme in dem Fach bekommen dürfte.

Sommerferien: Die Termine der Sommerferien bis 2024 stehen fest. Die Kalendereinträge danach sind noch leer. Nach zweijährigen Verhandlungen könnte die Ferienplanung von 2025 bis 2030 nun aber festgezurrt werden. Das Thema ist jedesmal ein Kampf, weil die Länder sich abstimmen müssen, wer wann mal früher und mal später in den Urlaub startet. Es wird rotiert. Die Südländer Bayern und Baden-Württemberg machen dabei aber nicht mit und beharren darauf, immer als letzte in die Ferien zu gehen. Das sorgt im Norden regelmäßig für Unmut. Zudem fordert die Tourismusbranche, dass die Ferien über eine möglichst lange Zeit gestreckt werden für eine bessere Auslastung, was von den Urlaubsländern an der Küste unterstützt wird. Berlin und Hamburg hatten sich aber zuletzt dagegen gewehrt, dass ihre Ferien vor dem 1. Juli beginnen. News4teachers / mit Material der dpa

Resignierter Lehrer: „Lemming-Eltern, schickt eure Kinder zu uns. Schulen sind sicher.“

„Jeden Tag bete ich, dass die Impfung hält!“ Eine Lehrerin berichtet

 

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72 KOMMENTARE

  1. Auch wenn es Gerd Möller und vermutlich diversen Grundschullehrern nicht gefallen dürfte:

    Mit Mathe geht es nur bergauf, wenn das Niveau wieder auf ein Niveau steigt, das den Namen Niveau auch verdient. Dazu muss sich die KMK darauf einlassen, von den Eltern eine hinreichende Bildungsnähe und Schulreife zu verlangen und den Kindern zu vermitteln. Bei den Migrantenkindern kommen Sprachkenntnisse noch oben drauf. Es kann nicht sein, dass so ziemlich das gesamte erste Schuljahr mit Nebenkriegsschauplätzen wie Verhalten in einer Gruppe verschwendet wird. Letzteres ist nicht zwingend oder ausschließlich auf Migranten bezogen. Narzisstische Prinzen und Prinzessinnen gibt es auch zu Genüge in wohlhabenden einheimischen Doppelhochverdienerhaushalten und sind oftmals noch unangenehmer als kulturelle Differenzen aufgrund der Herkunft.

    • Man kann von Eltern viel verlangen. Was ist denn die Konsequenz, wenn da nix passiert? Bleiben die Kinder dann daheim und werden nicht beschult? Das ist schon sehr realitätsfern was sie da wieder von sich geben.

    • Auch wenn es Ihnen nicht gefällt: Die Kinder, die zur Schule kommen, sollen beschult werden, es stimmt, einige benötigen viel Vorlauf, bevor sie fachlichen Anforderungen folgen können.
      Wer daran etwas ändern möchte, sollte ein Vorschuljahr installieren, das ja in mehreren BL gestrichen wurde.

      Ansonsten wird das Niveau erst dann besser, wenn in den Grundschulen Lehrkräfte den Unterricht besetzen und nicht Vertretungen auf 450€-Basis die Aufsicht übernehmen, wenn eine Vertretungsreserve vorhanden ist, wenn Zusatzbedarfe für Sprachförderung und soziale Brennpunkte gewährt und erteilt werden, wenn Grundschulen Entlastungen für das Einarbeiten schulformfremder Personen und für unzählige zusätzliche Aufgaben und Beauftragungen erhalten, wenn die Inklusion mit Stunden ausgestattet wird.

      Kurzum: wenn die Arbeitszeit erhoben und dem Arbeitsschutz angepasst wird und entsprechend der Abschlüsse vergütet wird.

      Ansonsten spiegeln die schwachen Leistungen genau das, was die Politik seit Jahren vorgibt: es ist oftmals kein Unterricht möglich, weil es gar keine Lehrkraft gibt, die diesen erteilen könnte.

    • @ Markus: Von den Lehrern wird doch auch ständig was neues verlangt. Wenn man nichts verlangt, kommt erst recht nichts.
      @ Georg: In einem Aufsatz von Baumert & Köller in „Pädagogik“ 50 (6), 12–18 steht folgendes:
      „Aus den Befunden von TIMSS lässt sich kein strukturelles Argument für oder gegen integrierte Schulformen gewinnen. Das gilt für beide Argumentationsrichtungen gleichermaßen.“ [ … ]
      „Systematische Erklärungen für Leistungsunterschiede sind wahrscheinlich in folgenden Bereichen zu suchen:
      — in der generellen Wertschätzung von Bildung und schulischem Lernen und der damit verbundenen Bereitschaft, persönliche Ressourcen zu investieren;
      — in der spezifischen Lernkultur eines Schulwesens und in der Bedeutung, die dem kontinuierlichen Wissenserwerb und der damit verbundenen Anstrengung und Ausdauer beigemessen wird;
      — in der gesellschaftlichen und schulischen Wertschätzung bestimmter Fächer …“
      Soweit also der alte und der neue „Papst“ der empirischen Bildungswissenschaft. Die „Ressourcen“ beziehen sich wohl weniger aufs Geld als vielmehr auf die Zeit und Energie. Und „Anstrengung und Ausdauer“ steht auch noch drin. Heutzutage bekommt man das Gefühl, dass das mit der Phrase der „individuellen Förderung“ als hoffnungslos antiquiert abgetan wird. 🙂
      @ Gerd Möller (falls er mitliest): Der Artikel von Baumert & Köller bezieht sich ganz wesentlich auf die BIJU-Studie, die Sie vielleicht auch kennen. Gesamtschulen haben da gar nicht besonders gut abgeschnitten, die Lernzuwächse waren kaum besser als an Hauptschulen und schlechter als an Realschulen. Auch das soll heute wohl vergessen gemacht werden.

      • Kennen Sie den Unterschied zwischen Lehrern und Eltern nicht?
        Lehrer werden dafür bezahlt nach Dienstanweisung zu arbeiten. Und diese sind bindend für Lehrer.
        Eltern können machen was sie wollen, solange sie das Kindeswohl nicht gefährden.
        Da kann man viel fordern. Die Eltern um die es gehen würde, interessiert das nicht.
        Aber träumt ihr Mal weiter.

      • „Eltern können machen was sie wollen, solange sie das Kindeswohl nicht gefährden.“
        Genau das ist die grundlegende Fehleinschätzung, die viel zu der ganzen Misere beigetragen hat. Art. 7 GG gibt den Eltern keine wirkliche VERANTWORTUNG. Wer also hat diese Verantwortung? Die schiebt man einfach der Schule zu, aber die kann das so nicht leisten, ohne auch Befugnisse zu bekommen. Es kann nicht sein, dass die einen nur die Pflichten und die anderen nur die Rechte haben.
        Was Markus hier vertritt, ist die Ansicht, dass die Eltern pauschal immer entschuldigt sind, egal was sie machen. So kommen wir aber nicht weiter. Das entspricht nicht dem Konzept vom „mündigen Bürger“, das uns immer so eindringlich gepredigt wird. Man kann übrigens das „Kindeswohl“ auch auf die Bildung der Kinder beziehen, das ist eine reine Definitionsfrage. Der Gesetzgeber könnte hier eingreifen.

        • Es gibt zwei Möglichkeiten Carsten und Georg.
          Man kann die ganze Zeit darüber lamentieren wie es sein müsste und wie sich die anderen (hier die Eltern) gefälligst du verhalten haben. Wohin führt das?
          Oder man erkennt die gesellschaftliche Realität an, schaut Mal über den Tellerrand des verbeamteten Lehrers und erkennt, dass die Welt da draußen garnicht so einfach ist, wenn man nicht bis ans Lebensende finanziell abgesichert ist. Dann besteht die reele Chance, seinen Job richtig zu machen und sich nicht hinter HätteMüssteKönnte zu verstecken, damit man ja nix ändern muss an seiner Einstellung.
          Wo erziehen wir denn Kinder zu mündigen Bürgern? Im Demokratischen System Schule etwa? Wo ein Lehrer vorne steht und diktiert wie es zu laufen hat? Macht euch doch nicht lächerlich.
          Man muss sich Mal entscheiden, ob man immer nur jammern und die Schuld den anderen geben will, oder einfach das beste aus der Situation wie sie ist macht und Mal konstruktiv da ansetzt, wo man was bewegen kann.

          • … zu den Eltern wollen Sie also nichts sagen? Was ist mit Art. 6 GG ? Auch die Eltern sind „mündige Bürger“. Und was soll die Demokatie plötzlich mit diesem Problem zu tun haben? Manche Schulkinder lehnen sogar die Demokratie ab und schwärmen vom großen Führer, z.B. Erdogan.

          • Ok, so eine Argumentation ist anmaßend und unterschwellig beleidigend. Für mich ist damit alles gesagt. Das ist für mich Schwurbelargumentation.

            Dass man sich mit genau solch dämlichen „Meinungen“ überhaupt auseinandersetzen muss, ist ebenfalls Teil des Problems.

          • Wieso sind bei ihnen immer die Migranten das Problem? Das ist ja schon seltsam. Da sollten sie Mal dringend drüber nachdenken.

            Was können die Kinder für ihre Eltern? Haben nicht alle das gleiche Recht auf Bildung? Wegen Lehrern, die so denken wie sie, hängt es in Deutschland so sehr von der sozialen Herkunft ab, welche Schullaufbahn man einschlägt. Das finde ich beschämend.
            Was kann ein Kind dafür, wenn die Eltern Alkoholkrank oder Hartz4 Empfänger oder Alleinerziehend sind? Und bei denen, die es sicher anders machen könnten, wie wollen sie die zwingen es anders zu machen?

          • @ Markus: Sprachkenntnisse sind schon im Beitrag von Georg ganz oben thematisiert worden. Es geht darum, die Eltern in die Pflicht zu nehmen, ihr möglichstes zu leisten. Auch Hartz4-Empfänger und Alleinerziehende sind nicht automatisch bildungsfern oder unfähig. Einige wenige können wirklich nicht, die lassen wir mal außen vor. Aber es bleiben immer noch viele, viele übrig, die könnten. Die Kinder haben ein Recht auf Bildung eben auch gegen die Eltern, nicht nur gegen die Schule. Das sollte in Art. 6 GG besser präzisiert werden. Mancher liest daraus, dass die Eltern eigentlich überhaupt keine Verantwortung haben, solange sie nicht kriminell gegen ihre Kinder werden (Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung). Auch Sie propagieren hier offenbar diese (GEW-konforme?) Einstellung. Aber passt das zu einer modernen und demokratischen Gesellschaft mit mündigen Bürgern? Ich meine nein.

          • Entweder wollen oder können sie nicht verstehen Carsten. Wer nicht weiß was mündiger Bürger mit Demokratie zu tun hat, bei dem weiß ich nicht, ob sich das Schreiben hier überhaupt lohnt.
            Kommen sie Mal raus aus ihrer Beamten Komfort Blase und schauen sich die REALITÄT an. Die werden wir nicht ändern mit frommen Wünschen und der Sehnsucht nach früher. Was genau soll denn getan werden, damit die Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern, das ändern? Was denn bitte? Wollen sie denen die Kinder wegnehmen, das ist nämlich die Konsequenz bei Kindeswohlgefährdung.
            Die allermeisten Eltern kümmern sich gut um ihre Kinder. Und es geht auch nicht darum, dass Hartz4 oder Alleinerziehende bildungsfern sind. Die können einfach nicht aus verschiedenen Gründen. Schauen sie sich das doch Mal an, bevor sie hier weiter schreiben. Oder wollen sie die gesellschaftliche Realität überhaupt nicht an sich Ran lasse ?
            Mir hier GEW Konformismus vorzuwerfen ist übrigens extrem daneben. Aber klar, wer keine Argumente hat, wird eben beleidigend. Sehr bezeichnend.

          • „Keine Argumente“
            Es ist doch Markus, der hier pauschal schimpft und keine Argumente nennt, sondern vage Behauptungen zu der „gesellschaftlichen Realität“ in die Welt setzt auf unterem Niveau. Oben schreibt er noch „was kann ein Kind dafür, wenn die Eltern … Hartz4-Empfänger sind“. Jetzt auf einmal ist Bildungsferne bei Hartz4 gar nicht das Thema, sondern „die können nicht mehr“. Was können die nicht? Zeit für ihre Kinder hätten sie ja wohl. Und die arbeitslos gewordenen Schlecker-Frauen sind ja auch nicht dümmer als andere Verkäuferinnen.
            Markus versteht nicht einmal, dass „GEW-konform“ was ganz anderes bedeutet als die Behauptung „die GEW ist konformistisch“. Zum Mitschreiben: Ein Statement ist „SPD-konform“, wenn es mit dem Parteiprogramm der SPD in Übereinstimmung ist. Dass die SPD als Partei angeblich konformistisch ist, das wäre eine gänzlich andere Aussage.
            Kurz: ich empfinde das, was Markus schreibt, als ignorant, überheblich und unlogisch. Aber GEW-konform scheint es dennoch zu sein, das ist kein Widerspruch.

          • Jetzt wird’s aber wild Carsten.
            Auf keinen meiner Punkte auch nur im geringsten eingehen. Respekt. Wenn das für sie diskutieren sein soll, dann hoffe ich sie sind kein Lehrer.
            Es ging mir nie um Bildungsferne, dass ist ihre arrogante Sichtweise auf Menschen, die ihre Kinder nicht so in die Schule schicken, wie sie es gerne hätten. Wie überheblich sie über Hartz4 Empfänger schreiben, empfinde ich als extrem anmassend und realitätsfern.
            Und ich habe nie gesagt, die GEW ist konfirmistisch. Wo lesen sie sowas raus. Sie haben mir vorgeworfen, GEW konform zu sein (mit einem deutlich abwertenden Unterton) und das verbitte ich mir. Ich habe mit dieser Pseudo Gewerkschaft Mal überhaupt nichts zu tun.
            Wenn Sie nicht in der Lage sind, gesellschaftliche Realitäten anzuerkennen, dann kann ich Ihnen dabei nicht helfen. Aber dann muss man nicht beleidigt sein. Reden sie doch Mal mit Menschen, die nicht A13 bekommen. Vielleicht geht ihnen dann ein Licht auf.
            Und unterlassen Sie ihre Unterstellungen, das ist wirklich unerträglich!

          • Da sollen jetzt mal die anderen im Forum urteilen, wie die gesellschaftlichen Realitäten wirklich sind und wer hier realitätsfern ist. Übrigens: A13 wollen doch alle haben, oder? Dann könnte ich ja mit keinem Lehrer mehr reden. Aber ich denke, Lehrer kennen die gesellschaftlichen Realitäten ganz gut.

  2. Der Ausnahmezustand hat die Lehrer und Schulleitungen sehr geprägt.https://www.stadtlandmama.de/content/beratungslehrerin-in-coronazeiten-ueberforderte-schuelerinnen-lehrkraefte Ein respektvolles Miteinander ist in diesem Ausnahmezustand mit den Schulen nicht angestebt worden und dies hat diesem Berufsbild sehr geschadet. Der Weg ist für Schulleitungen und Lehrer sehr steinig und eine tragende Bildungszeit ist in der Corona nicht Geschaffen worden. Der Ort der Lernzeit und der Begegnung ist für die Lehrer und Schüler durch die Lernrückstände vergiftet. Der Lernfrust und die reichlichen Defizite erschweren den täglichen Unterricht im Klassenzimmer. Die Lehrerschaft ist sehr bemüht den Lernfrust aufzufangen und dies ist zum täglichen Unterricht eine schwere Herausforderung. Zu viele Schüler sind abgehängt und die Bildungsschere im Klassenverband eine schwere Herausforderung. Die Lernfreude ist bei allen gesunken und die Voraussetzungen auf faire Aufarbeitung fehlt. Der Alltagsdruck ist sehr groß und die gesamt Situation ist eine Dauerlast. Die Lehrer haben in dieser schweren Lebensphase für die heranwchsende Generation und deren Eltern sehr viel geleistet. Die KM haben den Lehrerberufin dieser Zeit verkommen lassenund zuviel den Lehrern abverlangt und der Radius der Lehrer hat nur noch wenig mit unterrichten zu tun. Viele Schüler sind auch seelisch abgerutscht und dies hat eine Lehrerschaft noch zusätzlich zu bewältigen und aufzufangen. Die Erwartung der KM ist sehr hoch angesetzt und die Gegenleistung von den KM ist mangelhaft den Schulen gegenüber. In dieser schweren Zeit hat kein Lehrer Bock schlecht Noten zu verteilen oder den Lernfrust zu verstärken und eine Wahl haben die Lehrer keinen. Der Lehrplan ist vor Weihnachten eine Große Last und die Erfüllung des Ergebnis für viele nicht leistbar. Die Lehrer haben keinen eigenen Spielraum bekommen um eigene Entscheidungen zu treffen, wie man den Unterricht gestalten kann in dieser außergewöhnlichen Zeit. Jeder hat zu funktionieren an der Schule und nach der Nase der KM zu tanzen. Die Leichtigkeit beim tanzen ist bei keinem in der Schule vorhanden. Die Erwartunghaltung ist der Realität nicht angepasst worden. Die Mogelpackung hat den Rest dazu gegeben die ohen Inhalt(Rückenwindprogramm )verteilt worden ist. die Lehrerschaft hat man verarscht und die Schülerschaft und die Lehrer müssen bei der Berarschung mit machen.

    • „Die KM haben den Lehrerberuf in dieser Zeit verkommen lassen und zuviel den Lehrern abverlangt …“
      Ich denke, das war schon vor der Corona-Krise so, es begann mit den grundlegenden Schulreformen im Anschluss an TIMSS und PISA, der Kompetenzorientierung, der verlangten „individuellen Förderung“ jedes einzelnen in großen, heterogenen Gruppen, verbunden mit der Forderung nach einer Entkopplung von Erfolg und Herkunft usw. Es soll „Unmögliches“ realisiert werden.

      • Ich bin Lehrer und plötzlich sind alle Kinder unterschiedlich geworden. Das kann doch nicht sein, das will ich so nicht. Das ist mir viel zu viel Arbeit.

        • @mimimi
          Sie scheinen sich ja gut auszukennen. welche pädagogischen Erfahrungen haben Sie denn so? Sind Sie Lehrer, Erzieher oder Elternteil? Schon mal versucht 25-30 Kinder gleichzeitig über längere Zeit zu „bespaßen“ (oder noch besser, ihnen Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen und sie auch noch zu sozialen Wesen zu erziehen), davon 1-2 Kinder mit ADHS, 1 mit Lernbehinderung, 1_2 mit Förderbedarf Sprache (deutscher Herkunft) und dann noch mindestens 1 ohne deutsche Sprachkenntnisse (wahlweise auch andere Förderbedarfe wie Autismus, geistige Entwicklung …) und nicht zu vergessen die verhaltenskreativen Kinder. (davon mindestens 2 pro Klasse).

      • Die große „Heterogenität“ ist nicht „plötzlich“ vom Himmel gefallen. Sie ist ganz bewusst gesteigert worden und soll — wenn es nach dem Wunsch mancher Parteien geht — noch weiter steigen und wird geradezu als Errungenschaft gepriesen.
        Ich meine aber, diejenigen, die uns diese Heterogenität so warm empfehlen, sind in der Pflicht mitzuteilen, wie denn die Beschulung der heterogenen Klassen nicht nur theoretisch und parteidoktrin-konform funktionieren soll, sondern flächendeckend in der Praxis. Davon hört man nichts. Die einen postulieren, und die anderen können die Postulate letztlich nicht umsetzen. Aber diejenigen, die da postulieren, können es eben auch nicht.

        • Einfach Mal eine Fortbildung zum Thema Umgang mit heterogenen Lerngruppen besuchen Herr Kollege, oder ist das unter ihrer Würde? Oder lieber weiter Jammern und sich im Selbstmitleid suhlen?

          • @mimimi
            Welche Weiterbildung können Sie denn da empfehlen? Und wie sieht Ihr beruflicher Alltag momentan aus (Schulart, Alter und Anzahl der Schüler und welche Arten von Förderbedarfen)?

        • Siehe das, was potschemutschka knapp darüber schreibt. Ist das auch „Selbstmitleid“? Ich denke, es mangelt Mimimimimi an Durchblick. Hat vermutlich das „richtige“ Parteibuch, und manche Parteien sind inzwischen einfach blind gegen Probleme bei Inklusion, Heterogenität usw. Sie üben sich in Schönreden. Das geschieht dann wohl auch bei sog. „Fortbildungen“.

          • Dem Carsten ist es anscheinend nicht möglich, seine eigenen Aussagen zu reflektieren.
            Ich habe überhaupt kein Parteibuch. Das ist eine ungehörige Unterstellung! Aber damit wehren sie ja alle Gegenargumente ab, wie weiter oben auch und ergehen sich dann in Selbstmitleid und Opfertum. Peinlich!

          • Das mit dem Parteibuch war nur eine Vermutung. Jedenfalls klingt die Argumentation stark nach rot-grün-rot in Berlin, wo Heterogenität wichtig ist, aber schulischen Leistungen unwichtig sind. Und warum schimpft Mimimimimi nicht auf potschemutschka, sondern nur auf mich? Ich stimme potschemutschka zu. Und was ist mit dem, was Rosa oben schreibt? Das ist doch viel detaillierter, aber in demselben Sinne. Reflektiert Rosa ihre eigenen Aussagen? Muss hier jeder seine Aussagen auch noch reflektieren? Das machen dann ggfs. schon die anderen. Ich fühle mich jedenfalls nicht verpflichtet, die von den Genossen politisch gewünschte Heterogenität gut zu finden.

          • @mimimi
            Und, ist es Ihnen möglich, Ihre Aussagen zu reflektieren und auf meine Fragen zu antworten? – ansonsten sehe ich Ihre Aussagen auch nur als unreflektiertes Lehrerbashing an. Ich weiß jedenfalls, wovon ich rede. Ich bin Sonderschullehrerin mit 40 Jahren Berufserfahrung, davon die letzten 10 Jahre an einer Grundschule mit sogenannter Inklusion.

          • @mimimi
            Komisch, dass man von manchen hier keine Antwort auf direkte Fragen bekommt. Also doch nur das allseits beliebte Lehrerbashing von Leuten, die glauben zu wissen, wie Schule heute funktioniert (oder ihrer Meinung nach funktionieren sollte), weil sie ja selbst irgendwann mal eine Schule besucht haben. Dabei hätte ich wirklich gern gewusst, welche Weiterbildung Sie mir zu Inklusion und Heterogenität empfehlen könnten.

  3. Bevor es die KMK macht:

    -Schulen sind die sichersten Orte der Nation.

    -Geschlossene Schulen sind Auslöser für Depressionen und Gewalt in allen Familien- auch die, die völlig friedlich sind.

    -Kinder sind, wie Staubsauger gegen die Omikronvariante. Gewöhnlich überleben sie den Krankenhausaufenthalt.

    – Omikron wird direkt aus Südafrika in die Schulen hineingetragen. Eine Weitergabe innerhalb der Schule findet nicht statt.

    – Lüften reicht völlig aus.

    – Es darf weiterhin kunterbunt gemischt werden.

    -Singen und Sport sind ausdrücklich erlaubt. Die Kinder leiden alle an Übergewicht. Singen trägt zur Salutogenese bei und ist unentbehrlich.

    • Danke; fehlt nur noch:
      – Es gibt de facto/ganz überwiegend/in der Regel auch kein LongCovid bei Kindern.
      – Omikron ist für Kinder auch ganz harmlos.
      – Wir können uns vorstellen, eventuell bald verstärkt über das Thema Impfen und Boostern in der Schule und für Lehrkräfte zu sprechen. Nicht. Oder doch. Mal sehen.
      Die KMK kann nämlich etwas (was neben ihr nur wenige Politiker:innen können, z. B. der Dr. Stamnp aus NRW) nämlich medizinisch hochqualifiziert in die Zukunft zu blicken…

    • Liebe Defence, haben Sie zufällig hysterisch gelacht oder geschrien, als Sie das notiert haben? Ich jedenfalls beim Lesen. Ich möchte noch das Musizieren auf Blasinstrumenten als ausdrücklich erwünscht hinzufügen – beim Herumwirbeln im Instrument wird dem Virus schwindelig und es hat, wenn es zum Trichter herauskommt, keine Orientierung mehr und schon ist die Schule noch sicherer als sowieso schon. (Ich lache schon wieder hysterisch). Es ist wirklich unglaublich. Und Experten, auf die natürlich wieder niemand hören wird, prognostizieren Schlimmes:

      https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-massnahmen-modelle-lockdown-100.html

  4. Also Studien sehen bei der Grundschule eher kaum Verbesserung. Keine Ahnung wie die darauf kommen. Die fehlende Attraktivität gerade in Sek1 und Grundschule ist natürlich kein Thema. Besonders in NRW ist der Sek1 Mangel hausgemacht. Dort werden sogar Sek1 Kräfte in A12 bezahlt. Aber Maßnahmen die Geld kosten, werden eh nie erwogen. Es reicht langsam.

    Es wäre so einfach: Steigert die Attraktivität anderer Lehrformen, dann strömen nicht alle nur ans Gymnasium. Gerade in der heutigen Zeit schauek die Leute doch aufs Geld. Und am Gymnasium winkt bis zu A15. Wozu da mit A12 abspeisen lassen bei teilweise gleicher Ausbildung? Aber fairer Lohn kostet halt Geld. Daher kann man jeden nur warnen: Geht ans Gymnasium, da stimmen wenigstens die Rahmenbedingungen.

    • Das hat weniger mit Geld als vielmehr mit der Schülerklientel zu tun. Man entscheidet sich zunehmend entweder für junge Kinder (Grundschule) oder für Jugendliche (Gymnasium).

        • Na, wenn doch das Alter der SuS entscheidend ist, warum bekomme ich dann keine A13, da ich ja nachgeweisbar nicht an einer GS beschäftigt bin.
          Liegt vermutlich an meiner SekI-Lehrbefähigung, dass ich das nicht verstehe.
          Kann mir im Rahmen individueller Förderung hier vielleicht einmal irgendwer auf die Sprünge helfen?

        • Dem widerspreche ich angesichts der Klientel mal. Wer das Studium fachlich schafft und mehr Lust auf Wissensvermittlung als auf Sozialarbeit hat, macht Gymnasium.

          • Das Studium schaffen wir alle und tragen nach 10 Semestern den Master in die Verlängerung, die uns als weitern Abschluss das 2. Staatsexamen bringt – also eine Qualifizierung NACH Abschluss des Studiums.
            Daran orientiert sollte die Einordnung erfolgen, nicht nach Größe der Schuhe.

            Die Herausforderungen in den Schulformen haben schlicht andere Schwerpunkte.

          • Der fachlichwissenschaftliche Anspruch beim gymnasialen Lehramt ist auch im aktuellen Bachelor/Master-System noch eine ganz andere Hausnummer als bei Sek I oder gar Grundschule.

          • @Goerg, klingt sehr abschätzig, typisch Gym. A: Gymnasium ist auch keine reine Wissensvermittlung, diejenigen, die das meinen, sind meist sehr schlechte Lehrer. B: Auch am Gymnasium handelt es sich um Schüler mit allen Facetten der Charakterprägung und auch Problemen, die Altersspanne ist da sogar noch größer als an anderen Schulen, demnach erfordert das eigentlich mehr flexibles Einfühlungsvermögen, neben der Wissensvermittlung. Somit verstehe ich Ihren abwertenden Kommentar nicht.

          • Und weil man lieber mit kleineren arbeitet soll man mit 650 Brutto in NRW draufzahlen? Bei gleicher Ausbildung?

          • Wer hat Ihnen eigentlich verboten, das schlechter bezahlte Grundschullehramt zu studieren? Meines Wissens niemand.

            Wie kommen Sie eigentlich auf die 650€ brutto? Ich komme bei A12 zu A13 auf eher 500€, genauer rund 10%.

          • @Teacher Andi

            Das habe ich nie behauptet. Ich habe „eher Wissensvermittlung als Sozialarbeit“ geschrieben. An den anderen Schulformen ist es eher umgekehrt. Einfühlungsvermögen ist in der Oberstufe sekundär, wobei man sich das Leben schon einfacher macht, wenn die Schüler der Oberstufenkurse einen als Lehrer nicht „hassen“. Den methodischen und pädagogischen Wechsel von Klasse 5 in Leistungskurs Stufe 12 innerhalb einer kurzen Pause muss man natürlich lernen, da gebe ich Ihnen recht.

    • @Marc. Also wer den Lehrberuf nur des Geldes wegen aufnimmt, der ist völlig fehl am Platz. Ich habe das Studium/die Ausbildung angefangen, ohne auf die Besoldungstabellen zu schauen, sondern auf meine Fähigkeiten und Vorstellungen zu achten. Die Zeit am Gymnasium hat mir die Augen geöffnet: in dieser manchmal pseudo-akademischen, oft arrogant-hochnäsigen, sich als elitär bezeichnenden und auf andere Schularten herabschauende Lehrerschaft habe ich mich nicht wohl gefühlt und habe die Schulart gewechselt, worüber ich sehr glücklich bin. Geld sollte in sozialen Berufen eine untergeordnete Rolle spielen, wobei ich durchaus die Ungerechtigkeiten der Bezahlung anprangere, auch im Vergleich zu freien Wirtschaft.
      Regierungskonforme Studien und das BlaBla der KMK, die nie zu einem praktikablen Ergenbis kommt, habe ich schon lange satt, und da wird sich auch nicht viel daran ändern. Aber halt: zumindest ist der Umgangston mit und die Behandlung der Lehrkräfte etwas höflicher geworden, wohl aus der Not heraus, denn letztendlich haben die Lehrer und Schulleiter alle vom KM ausgelösten Kalamitäten aufgefangen und somit den Schulbetrieb noch einigermaßen aufrecht erhalten. Jedem Kultusminister (und wir haben derer viele) spreche ich diese Fähigkeit in der Praxis komplett ab, es sind meist reine Theoretiker. Aber es wird so bleiben: überhastete und unüberlegte (da man zu lange gewartet hat) Anweisungen von „oben“ ohne sich um Voraussetzungen und Durchführbarkeit zu kümmern. Beim stetigen Wechsel der Ministerposten geht der ganze Schlamassel von vorne los, da Erfahrungswerte nicht greifen können.
      Und das schreckt die potentiellen Lehreranwärter ab, man hat ja Augen im Kopf, aber wie auch im Bericht schon erwähnt wurde, die KMK sieht die Fehler nie bei sich selbst und wurstelt weiter wie bisher.

      • Nun, dann sind ja die ganzen Boni und Lohnerhöhungen bei den Krankenpflegern auch überflüssig. Besser sollte die Politik wohl an das soziale Gewissen der Pfleger und Grundschullehrer appellieren, nicht wahr?

        • Ich habe doch betont, dass ich die ungerechte Bezahlung anprangere, jeder sollte der Leistung entsprechend bezahlt werden. (Da würden einige Politiker leer ausgehen). Aber der finanzielle Anreiz kann doch nicht das einzige Kriterium für einen Beruf sein, damit zielte ich auf die Aussage: „Ich werde Gymnasiallehrer, Grundschullehrer verdienen zu wenig.“ Und gerade im Gymnasium findet man etliche Lehrer, die ihren Beruf eindeutig verfehlt haben, das nur so nebenbei.

          • Es geht halt nicht dass die Länder die Gymnasien pampern und besonders die Grundschulen und Sek1 wie Lehrer zweiter Klasse behandeln.

            Höchste Unterrichtsverpflichtung,
            Geringste Entlastungsstunden,
            Kleinste Geld,
            Keine Aufstiegschancen.

            Ein bisschen viele Kröten für die anderen Schulformen. Und eben weil man das Gymnasium pampert wollen auch alle dahin. Wer will nicht zu den Gewinnern und Papas Lieblingen gehören?
            Während in NRW nichtmal Masterabsolventen in Zukunft wohl A13 erwarten dürfen an GS und Sek1, hat die Regierung aber für Sek2 im Raum Köln nochmal 400 A14 und 50 A15 Stellen eingerichtet.
            Symptomatisch und typisch für diese Zweiklassen Gesellschaft in den Schulen.
            Seit 2009 studieren in NRW alle gleich lang. Die Sek1 und GS muss 1 Jahr länger an die Uni. Sie müssen es. Bekommen tun sie dafür genau GARNIX, nichts. Eine bodenlose Frechheit.
            In Zeiten von Inflation, steigenden Preisen gehört man mit A12 auch nicht mehr zu den starken Einkommensbeziehern. Vorallem wenn am Gymnaisum A15 winken kann.

            Ich habe nix dagegen wenn das Gymnasium A14 oder von mir aus alle A15 verdienen, aber dass Masterabsolventen verfassungswidrig im gehobenen Dienst A12 bezahlt werden ist und bleibt ein Skandal.

            Und am Ende arbeiten übrigens ALLE Menschen um Geld zu verdienen. Es ist das Recht jedes Menschen fair und angemessen entlohnt zu werden. Und sorry, aber so Sprüche dass mam aufopferungsvoll sein soll und mam ja nicht aufs Gehalt guckt, kommen meistens von Leuten mit A13 oder höher. Meist gegenüber A12ern

          • Ich glaube nicht, dass jemand wegen des Geldunterschiedes Gymnasial- und nicht Grundschullehrer wird. Die Altersstruktur der Schüler ist da wesentlich relevanter. Mit kleinen Kindern muss man genauso arbeiten können und wollen wie mit Pubertieren und mit angehenden Abiturienten.

        • @Teacher Andi. Die Erfahrung machen wir gerade leider auch. Das ist sicher nicht zu verallgemeinern, weil wir natürlich auch menschlich kompetente Lehrer am Gymnasium kennen. Diese hardern aber auch oft mit dem dortigen System und Umgang. Als Voraussetzung für dieses Lehramt wäre es für Einige nicht schlecht, zwischendurch mal die eigene Blase verlassen zu müssen ( freie Wirtschaft, Arbeit in sozial-, sonder- und heilpädagogischen Arbeitfeldern), um den eigenen Horizont, jenseits eines kompletten Lebens im Schulsystem und Universitäten zu erweitern. Gymnasiallehrer an Gesamtschulen scheinen oft geerdeter.

          • @georg

            Wo lebst du denn….natürlich liegt es am Geld. Das war schon immer so. Die Krönung ist, dass es ja aktuell die Vorgriffsstellen gibt und Gymnasiallehrer an die Grundschule abgeordnet werden, um auch A13 zu kassieren.
            Mir ist Geld sehr wichtig, sonst würde ich gar nicht arbeiten, wenn ich genug Geld hätte. Das Land NRW arbeitet gegen uns Sek 1 und Grundschullehrer indem es nicht gerecht bezahlt. Lege seit Jahren Widersprüche ein und es wäre der schönste Tag meines Lebens, wenn sie damit auf die „Fr****“ fliegen werden

  5. Das Elend zieht sich ja von vorne bis hinten durch alle Schul-Themen und wird dann noch im Kreis gedreht …
    KMK = „Flaschendrehen ü18“ für Fortgeschrittene, auch mittels wechselndem Vorsitz …

    Nur exemplarisch:
    „Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel:
    Die KMK will bei ihrer Konferenz über Schritte gegen den Mangel beraten. Dabei geht es vor allem darum, wie Nachwuchs in sogenannten Mangelfächern wie Mathe und Naturwissenschaften gewonnen werden kann. Die Konferenz hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass ein Konzept entwickelt werden solle, …“
    Merkt ihr was?
    … bereits im vergangenen Jahr beschlossen … (HAHA, geht noch besser!)
    … dass ein Konzept (HAHAHAHA!) …
    … beschlossen werden SOLLE !!! = Kann man weiter weg sein von einem Konzept (= jede Menge realitätsfernes Politik-Sprech)???

    Hallo, KMK,
    macht ruhig so weiter, denn Ihr macht das seit vielen, vielen Jahren – mittlerweile traditionell – gaaaaanz feini-fein.
    Ja, wirklich.
    Es läuft absolut und bewundernswert hervorragend bei Euch. …
    Nein! … Nein. Wirklich nicht. … Ich muss mich leider wiederholen: Nein. Bitte! Macht Euch BITTE KEINE Gedanken um das jetztige Personal, die jammern nur gerne. Lehrer, Ihr wisst schon …. HIHIHIHI. Die müssen einfach noch ein bisschen fester geknetet und geknechtet werden, dann wird’s schon gehen. … Was? … OH! Ihr habt noch mehr völlig schulfremde Extra-Aufgaben zu vergeben? … Jaaaa, verwöhnt uns mal und gebt’s uns reichlich! … Ich bin schon ganz neugierig! … Überraschung? … Nicht quengeln, sondern artig sein und sich fügen? – Ach so. Ja. Klar. … Ja. Stimmt: Man muss dankbar sein in diesen Zeiten, wenn man sich auf etwas verlassen kann und darf – und wenn es nur die Überraschungen sind. Danke sehr schon im Voraus.
    Und zum Nachwuchs: Macht Euch auch da BITTE keine Sorgen, noch nicht einmal Gedanken, ob Ihr in 2022 beschließen sollt, dass ein Konzept (vielleicht in 2023) beschlossen werden SOLLE, über dessen Inhalt dann in 2024 gebrainstormt werden KÖNNE … Das ist in jedem Fall ja noch laaaange hin, bis dahin sind die meisten von Euch vielleicht schon beim „Reise-nach-Jerusalem“-Posten-Spielchen weitergerückt. … Na also: Alles easy!
    Dann mal schöne Feiertage!

    Dieser Moment, wenn du täglich so viel Ironie und Sarkasmus verwendest, dass du dir irgendwann selbst nicht mehr sicher bist, ob du es ernst meinst oder nicht …
    😉

  6. Na, nur allein wegen des Geldes habe ich den Job nicht angenommen. Ich habe ihn trotz des Geldes wegen der 13 Wochen bezahltem Nichtstun favorisiert. – Hinzu kommt dass ich nach 16 Jahren geruhsamen Lebens in der Privatwirtschaft auch einmal etwas Herausforderndes gesucht habe.

  7. Wie wäre es damit:
    „Die KMK such junge engagierte Akademiker um mit gutem Gehalt, in Verbeamtung unsere Jugend bildungs- und erziehungsmäßig in die Zukunft zu führen.
    Wir garantieren freies Arbeiten, interessante und herausfordernde Tätigkeiten und neue Erfahrungen.“

    Alles entspricht der Wahrheit!
    Man muss nur zwischen den Zeilen lesen!

    -engagiert => Sie haben die Möglichkeit 50 + Stunden mit ihrer Arbeit zu verbringen
    – gutes Gehalt => reicht um Leben aber liegt 10-20% unter der Besoldung vergleichbarer Akademiker und hat seit Jahren im Vergleich eine fallende Tendenz.
    -in Verbeamtung => nach Jahren, mit Glück, wenn man tief genug in alle verfügbaren ministerialen Ärsche gekrochen ist.
    -freies Arbeiten => in Gebäuden die einem russischen Gulag gleichen, mit Technik von vor 20 Jahren und frei von jeglicher Arbeitssicherheit
    -interessante und herausfordernde Tätigkeiten => völlig realitätsfremde Schulreformen in der Praxis umsetzen, Berge von Verwaltung bewältigen, Vertretung in mehreren Räumen parallel halten, Schüler betreuen die unmotiviert oder aber hochbegabt :-), Legastheniker, ADHS erkrankt oder einfach nicht erzogen sind.
    -neue Erfahrungen => bespuckt werden, bedroht werden, diszipliniert werden weil man versucht hat undurchführbare Anordnungen doch irgendwie durchzuführen und dabei Vorschriften verletzt hat, nach Gutsherrenart von Personen behandelt werden die nicht den Schimmer einer Ahnung haben.

    Wollen sie immer noch Lehrer werden?
    Achtung, bedenken Sie was sie sich wünschen, es könnte eventuell in Erfüllung gehen.

    • „… und frei von jeglicher Arbeitssicherheit.“
      DAS stimmt ja aber mal so gar nicht. Ich hab hier Betriebsanweisungen, die (Sogar in Farbe, jaha!) ganz hübsch erläutern, wie man eine Heißklebepistole richtig benutzt, oder einen Wasserkocher, oder einen Kühlschrank, oder …
      Seitdem liege ich jeden Abend dankbar weinend auf meiner Couch, weil ich die 32 Arbeitsjahre davor lebend und in einem Stück überstanden habe.

    • Ich möchte ergänzen: Möchten auch Sie sich in absolut entgrenzter Arbeitszeit suhlen, die nie erfasst werden wird? Sie stehen auf Anforderungen, die Sie nie in einem Leben erfüllen können? Wollten Sie sich schon immer für die Gesellschaft den A***** aufreißen bis ein LKW quer darin parken kann und nachher von eben jener von oben herab als stets völlig inkompetent und faul bezeichnet werden? Dann werden auch sie Lehrer!!!
      Es lohnt sich, schließlich ist die Burnout Quote in keinem Beruf so angenehm hoch 😉

  8. Haben die es überhaupt auf dem Schirm, dass bis 2025 ca 20% der GS-Lehrkräfte in den Ruhestand gehen?
    Vielleicht gehen auch einige in den Vorruhestand, z.B. wegen Krankheiten wie Long Covid?

  9. Gerade wieder 2 Praktikantinnen und eine eventuelle Seiteneinsteigerin in der GS abgesprungen.
    Es ist nicht das Gehalt, das den Ausschlag gab, es sind die Arbeitsbedingungen. Und, leider auch, die sehr herausforderndernden Kinder (plus Eltern).
    Tenor:“Egal, wie ich mich anstrenge, ich werde nur gebashed!“

    • Gerade fähige jüngere Leute haben zur Zeit in unserer Gesellschaft bessere Berufschancen außerhalb der Schule. Und die nutzen sie dann eben auch. Die Propaganda „die besten Köpfe sollen Lehrer an Brennpunktschulen werden“ kommt meist von Leuten, die kein Lehrer geworden sind, erst recht nicht an Brennpunktschulen. Frau Schavan war auch unter denen, jetzt ist sie Botschafterin in Vatikan, eine ungeheuer wichtige Aufgabe. 🙂

  10. @Redaktion
    In Berlin-Neukölln haben einige Lehrer einer Grundschule einen Brandbrief an die zuständige Schulaufsicht geschrieben. Die Kollegen finden ihren Beruf aktuell anscheinend nicht so toll. Es wäre schön, wenn Ihr dazu mal recherchieren könntet. Danke!

  11. Welcher Mensch mit einigermaßen Verstand ist so bekloppt und möchte Lehrer werden? Warnung an alle da draußen. Ihr werdet mit dem Tag, an dem das Referendariat beginnt verheizt.

    Hier mal ein Beispiel mit welchen Eltern ihr es zu tun haben werdet:

    https://twitter.com/_therealmenace_/status/1468465547650158595?s=24

    Oder das andere Extrem- Die Eltern, die mit dem Anwalt drohen, die pro Woche mindestens drei E-Mails absetzen müssen. Das steht zumindest so auf ihrer to do.

    Und so weiter und so fort.

    Sucht euch einen anständigen Job, mit Firmenwagen, Homeoffice- inkl. Ausstattung, Prämien, Boni, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Aufstiegsmöglichkeiten.

    Ich liebe zwar meinen Job, aber würde ich ihn noch einmal „erlernen“?

    NEVER EVER!

    • Ja Defence, mir geht es genauso. Die schönen Momente des Lehrerdaseins werden immer seltener, das ist sicher auch in anderen Berufen so, aber da bekommt man wenigsten noch eine Wertschätzung, wenn man Gutes leistet. Unseren erhabenen Dienstherren (welch schreckliches Wort) fällt nicht viel mehr ein als permanent die Krisen und Defizite auf die Lehrer abzuwälzen, ohne Schaffung von adäquaten Voraussetzungen. Man war eigentlich nur der Depp der Nation, Bashing von allen Seiten: vom Dienstherrn, von den Eltern, manchmal auch von den Schülern. Wenn in der Bildung was nicht läuft, ist der Lehrer schuld. Politisch wurde die öffentliche Meinung auf „faule Säcke“ getrimmt. Die Mehrheit der Nichtlehrer scheint tatsächlich immer noch der Meinung zu sein, dass ein Lehrer nur halbtags arbeitet und dazu noch 13 Wochen Urlaub hat.
      Meine Referendarzeit war das dunkelste Kapitel in meinem Leben, da wurde aufgrund der Lehrerschwemme gnadenlos aussortiert. Soviel zur Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Heute würde ich mir das alles nicht mehr gefallen lassen. Aber wenn man sich wehrt und unverschämterweise mal einen Ministerialrat kontaktiert, um diverse Ungereimtheiten zu klären, wird man behandelt wie ein Idiot, keinesfalls auf Augenhöhe. Und auf dem Dienstweg erreicht man fast nur genervte Sachbearbeiter. Meist kommt die Retourkutsche in Form von Ablehnung wenn es um die berufliche Karriere geht. Da stimmt die Chemie überhaupt nicht. Und nun auf einmal voll des Lobes? Ich weiß gar nicht mehr, wieviele Dankesbriefe (mit vorhergehenden Anweisungen, versteht sich) vom KM kamen, ich habe aufgehört, sie zu lesen.
      Wohl dem, der ein nettes und funktionierendes Kollegium und einen sozial eingestellten Schulleiter an der Seite hat, andernfalls geht man vor die Hunde. Ich empfehle den Lehrerberuf auch auf keinen Fall weiter, und würde ihn auch nicht mehr ergreifen, nachdem ich mehrjährige Erfahrung in der freien Wirtschaft habe. Die Bezahlung stimmt nicht, die Wertschätzung stimmt nicht, der Aufgabenbereich wird permanent erweitert ohne Untertützung … aber das wissen ja alle Betroffenen. Sagt es weiter, vielleicht ändert sich dann was in Richtung KMK. So wie sie jetzt für Lehrer werben, wird das nichts. Da muss grundlegend was geändert werden, zumindest an der Besetzung der KMK.

    • Jep, machte oft viel Laune, aber die nächsten 10 Jahre besser nicht anfangen. Danach kann man mal vorsichtig nachfragen, ob im Schulhaus noch wer vegetiert. Und dann kann man wieder mit der „neuen Digitalrevolution“ Blumensträuße gewinnen.

  12. Liebe Redaktion,
    bitte berichten Sie unbedingt, was gestern genau in Bezug auf den Lehrkräftemangel beschlossen wurde.
    Vielen Dank im Voraus. Wenn nur wieder beschlossen würde (wie im vergangenen Jahr): „dass ein Konzept entwickelt werden solle“, das wäre ein echtes Armutszeugnis (= ein weiteres!).
    @Pit 2020 : Lustig (und frustig), vielen Dank:
    „Nur exemplarisch: ‚Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel:
    Die KMK will bei ihrer Konferenz über Schritte gegen den Mangel beraten. Dabei geht es vor allem darum, wie Nachwuchs in sogenannten Mangelfächern wie Mathe und Naturwissenschaften gewonnen werden kann. Die Konferenz hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass ein Konzept entwickelt werden solle, …‘
    Merkt ihr was?
    … bereits im vergangenen Jahr beschlossen … (HAHA, geht noch besser!)
    … dass ein Konzept (HAHAHAHA!) …
    … beschlossen werden SOLLE !!! = Kann man weiter weg sein von einem Konzept (= jede Menge realitätsfernes Politik-Sprech)???“

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