„Lernen mit viel Freude und ohne Angst“: Die (etwas andere) Leistungsbewertung an einer Montessorischule

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MARBURG. Montessorischulen sind anders – hier stehen die Schüler*innen, nicht die Lehrkraft im Mittelpunkt des Unterrichts. Gelernt wird nicht im Gleichschritt, sondern nach individuellem Bedarf. Klassische Schulnoten sind damit kaum kompatibel. Leistungen werden trotzdem bewertet. Wie, das zeigt das Beispiel der Montessori-Schulen Marburg.

Selbst ist das Kind: In den Montessori Schulen Marburg lernen Schülerinnen und Schüler in ihrem eigenen Tempo – was eine besondere Leistungsbewertung nötig macht. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

„Wir als Schüler*innen fanden Noten früher blöd“, sagt Michael Elias. „Was sagen Noten über den Menschen und seine Kompetenzen aus? Wenig bis nichts. Die Notenvergabe hängt von so vielen Faktoren ab: schriftliche Teilleistung, mündliche Mitarbeit, Extrovertiertheit, Fleiß, Habitus, Sitzplatz… Was eine Schülerin am Ende wirklich kann, wird kaum durch eine Note wie „befriedigend“ ausgedrückt.“ Der pädagogische Leiter der Montessorischulen im hessischen Marburg ist wahrlich kein Fan der üblichen Schulnoten. Zu den Montessori-Schulen Marburg auf dem Bildungscampus der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V., kurz „blistaCampus“, gehören eine Grundschule und eine seit dem Schuljahr 2021/2022 mit der siebten Klasse aufwachsenden Sekundarschule. Hier läuft die Bewertung der Schüler*innen anders ab.

Die Kinder, die in einer vorbereiteten Umgebung mithilfe von Montessori-Materialien lernen, sollen in ihrem eigenen Tempo arbeiten können. Das erschwert den direkten Vergleich. Die Bewertung findet deshalb nicht mittels Noten statt. Vielmehr werden individuelle Beurteilungen für die Leistungen in den einzelnen Lernbereichen täglich per Tablet ein digitales Datenbanksystem eingetragen und zum Schulhalbjahr und zum Schuljahresende in tabellarischer Form schriftlich aufgeführt. Mit zusätzlichen persönlichen Kommentaren zu jedem Lernbereich informieren diese sogenannten Lernstandsberichte möglichst präzise, auf welchem Stand sich der einzelne Schüler befindet, wo es Nachholbedarf gibt und wo bereits positive Ergebnisse erzielt wurden. Auch mit den Eltern wird der Lernstand des Kindes detailliert besprochen. „Unsere digitale Dokumentation systematisiert unsere Beobachtungen und unterstützt uns Lernbegleiter*innen dabei, die Schüler*innen und ihre Eltern optimal zu beraten“, erklärt Michael Elias.

MIS und FRALDO

Das Montessori Informationssystem (MIS) und die Freie Alternative Doku  (FRALDO) helfen Euch, mehr Zeit für Eure Schüler*innen zu haben.

  • Dokumentation schnell und einfach auf dem Handy oder dem Tablet erledigen – bspw. einfach diktieren oder Foto machen.
  • Ihr seht jederzeit, was Eure Kolleg*innen dokumentieren.
  • Lernentwicklungsbericht- / Zeugnisschreiben wird einfacher als je zuvor! Das System übernimmt die Formatierung und lässt Euch zeitgleich arbeiten.
  • Anwesenheit ist integriert.
  • Im Krankheitsfall kann durch die Vertretung nahtlos angeknüpft werden.
  • Das System wird genau auf Eure Bedürfnisse und Wünsche angepasst. Zusammen mit dem Support wird alles so eingestellt wie Ihr es braucht.
  • MIS & FRALDO wird von deutschen Experten (selbst auch Montessori-Eltern) entwickelt, begleitet und wird in Deutschland gehostet.

Montessori Informationssystem (MIS) www.montessori-is.de

Freie Alternative Doku (FRALDO) www.fraldo.de

Andreas Fay
+49 06196 202 8560
andreas@montessori-is.de

Im Unterricht selbst erarbeiten die Schüler*innen die einzelnen Themengebiete eigenständig. „Ich als Lernbegleiter sitze oft da und beobachte einfach meine Klasse. Dabei kann ich sofort erkennen, welches Kind mit der gewählten Thematik zurechtkommt und welches Kind Hilfe braucht. So kann ich sofort auf das Kind zugehen und falls nötig Hilfestellung geben oder ein Lob aussprechen. Dadurch bin ich ständig mit meinen Schüler*innen im persönlichen Gespräch“, erläutert Michael Elias. In der Montessorischule sollen die Kinder ohne Angst lernen. Druck wird, so Elias, oft durch Noten erzeugt.

„Wir Lehrer*innen sind im richtigen Moment da, nämlich dann, wenn es hängt und Probleme auftauchen“

Das pädagogische System unterscheidet sich von anderen Schulformen. Die Grundschule dauert hier sechs Jahre anstatt vier. „Wir vergeben nur dann Noten, wenn ein Kind uns schon nach der vierten Klasse verlassen möchte, um auf eine andere Schule zu wechseln. Aber im Normalfall bleiben die Kinder sechs Jahre bei uns und sind dann auf dem gleichen Lernstand wie andere Kinder.“ In der sechsten Klasse können sie entscheiden, ob sie auf eine andere Schule wechseln oder der Montessoripädagogik treu bleiben und die Sekundarstufe besuchen. Die Sekundarstufe der Montessori-Schulen Marburg ist eine integrierte Gesamtschule und erst mit der Zeit soll sich herauskristallisieren, welchen Abschluss der einzelne Schüler machen möchte. Zur Auswahl stehen der Haupt- bzw. Realschulabschluss oder ein Übergang in die gymnasiale Oberstufe. Die Entscheidung über den angestrebten Abschluss treffen in Hessen die Eltern. Sie wird in der achten Klasse im Gespräch zwischen Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen angebahnt. Erst im Abschlussjahr gibt es Vornoten. Die Abschlussprüfungen selbst sind dann zentral landesweit geregelt.

Michael Elias. Foto: Montessori-Schulen Marburg

„Unsere Schüler*innen lernen mit viel Freude und ohne Angst“, betont Michael Elias. „Wir können in der Montessoripädagogik eine viel intensivere Begleitung durch die Lehrkräfte leisten, denn wir stellen vor allem Unterrichtsmaterialien und Lernanlässe zur Verfügung. Die Schüler*innen erarbeiten sich das meiste mit Hilfe der Montessori-Materialien oder in Wahlprojekten selbst. Wir Lehrer*innen sind im richtigen Moment da, nämlich dann, wenn es hängt und Probleme auftauchen.“ Den Schüler*innen kommt ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit zu: Sie sollen ihre Stärken und Schwächen kennenlernen, sie sollen sich selbst strukturieren – und etwa wissen, zu welcher Tageszeit sie sich am besten konzentrieren können. „Wir sind sozusagen eine Kinderuni mit persönlichen Tutoren“, sagt Michael Elias. „Je älter die Schüler*innen werden, umso mehr gehen wir mit ihnen in die Reflexion über ihr Tun. Wir wollen, dass die Kinder ihre Stärken und Schwächen oder ihren Biorhythmus kennen und so ihre persönlichen Arbeitsprozesse anpassen können“, ergänzt er.

Ausschnitt aus einer Leistungsbewertung. Foto: Montessori-Schulen Marburg

Die Kinder und Jugendlichen sollen sich an den Montessori-Schulen Marburg zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln. Die Lehrer*innen beobachten und begleiten sie dabei, wie sie ihre eigenen Fähigkeiten entdecken und ausbauen. Michael Elias ist es wichtig, dass die Schüler*innen mit Hingabe arbeiten und sich anstrengen. Das Lernen soll für die Kinder und Jugendlichen etwas Positives sein. Dabei steht die Individualität eines jeden Schülers im Vordergrund. „Wer viel Rückmeldung von der Lehrkraft braucht, bekommt auch viel Rückmeldung und wer lieber eigenständig arbeiten möchte, kann das tun“, erläutert Michael Elias. „Die Leistungsbewertung ist bei uns eher ein Lernstandsbericht als ein Zeugnis. Damit geben wir den Kindern und Jugendlichen eine Rückmeldung zu ihrem Arbeitsverhalten, ihrer Selbstdisziplin und ihren fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen.“

Der Montessori-Pädagoge erzählt von einer Schülerin, die nach dem Realschulabschluss auf ein Gymnasium in der Stadt wechselte. „Wir haben in der Regel zu unseren Schüler*innen ein freundschaftliches Verhältnis, weshalb es selbstverständlich ist, dass uns der ein oder andere Schüler nach seiner Schulzeit regelmäßig besucht.“ Dies tat auch besagte Schülerin und freute sich, ihre Schulkamerad*innen und die Lehrkräfte wiederzusehen. „Stell Dir vor“, sagte sie zu Michael Elias, „Am Gymnasium sitze ich im Unterricht und muss kaum etwas selber machen. Wie bequem ist das denn! Der Lehrer da vorne sagt mir alles, was ich machen und lernen soll. Die anderen Schüler*innen finden den Stoff schwierig, dabei bekommen sie doch alles serviert. Ich habe dann gefragt, was ich tun muss, um das Abitur zu erreichen. Über diese Frage waren alle sehr verwundert.“ Nina Odenius / Agentur für Bildungsjournalismus

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Carsten60
1 Monat zuvor

„Vielmehr werden individuelle Beurteilungen für die Leistungen in den einzelnen Lernbereichen täglich per Tablet [in] ein digitales Datenbanksystem eingetragen …“
Ich empfinde das als einen Albtraum, die Realisierung von „Big Brother is watching you“. Man bekommt also jeden Tag in mehreren Fächern (Lernbereichen) Zensuren, die nur nicht als Ziffern ausgedrückt werden, sondern anders. Damit wird also kein Druck ausgeübt? Druck wird nur durch Noten erzeugt? Dieses Märchen glaube ich nicht.
Ich hätte als Schüler das Gefühl, ständig beobachtet zu werden wie ein Affe im Zoo, und jede unbedachte Äußerung könnte sofort in der Datenbank erscheinen als negative Anmerkung zur sozialen Kompetenz. Der ganze Tonfall des obigen Artikels ist mir zu salbungsvoll, zu viel der Harmonie zwischen Lehrenden und Lernenden, als dass das wahr sein kann. Für manche SuS wird das System gut sein, für andere nicht. Ich befürchte einen unausgesprochenen moralischen Anpassungsdruck, der keinen Widerspruch duldet. Was würde z.B. geschehen, wenn ein Schüler sich nicht anstrengt, aber dennoch die geforderten Leistungen bringt? Bekommt er dann negative Beurteilungen in der digitalen Datenbank? Etwa wegen Renitenz oder Missachtung geheiligter Montessori-Prinzipien oder so?

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Die armen Lehrer. Wenn das wirklich individuell und ohne Baustein geschehen soll, dauert das schnell eine Zeitstunde pro Tag und soll den Eltern, die nicht voll auf den Montessori-Zug abfahren, trotzdem in Zahlen 1-6 übersetzt werden.

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Ich frage mich auch, wie das rein zeittechnisch funktioniert.

Manmanman
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Nur weil etwas nicht in dein Weltbild passt, muss es nicht gleich schlecht sein Carsten.

Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Manmanman

Passt das denn in Ihr Weltbild?
Falls ja, warum?
Falls nein, warum nicht?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten60
Das mit dem täglichen Eintragen sehe ich auch sehr skeptisch. Da bin ich mir ja nicht so sicher, ob das wirklich täglich ist/sein muss. Habe aber auch nicht so ganz rauslesen können, wie das die Eltern/SuS sehen bzw. abrufen können. Demnach auch keine Ahnung, ob sich SuS sonderlich beobachtet fühlen oder das halt normal bei der Schule ist. Ist denke ich auch sehr stark von der Kommunikation abhängig.

Der Leistungsdruck ist durchaus weniger, da keine Noten gegeben sind. Aber das hängt natürlich auch stark von den jeweiligen SuS ab, wie sie das empfinden.

Werner Engelhardt
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Ich kann Carsten60 nur zustimmen und möchte ergänzen, dass mich der Euphemismus „Lernbegleiter“ im Artikel stört. Das ist doch eine totale Abwertung des Begriffs „Lehrer“, ja eines ganzen Berufsstands. Ich jedenfalls war Lehrer – und das über 40 Jahre lang.

Achin
1 Monat zuvor

Das ist ein wichtiger Aspekt. Zudem sollte der Kult um manche reformpädagogische Konzepte hinterfragt werden, die Wirklichkeit ist komplexer:

https://www.br.de/wissen/reformpaedagogik-reformschulen-kritik-100.html

Wissenschaftistkeinemeinung
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Das nervt tatsächlich, ein Label wie „Montessori“ oder „Freie Schule“ hört sich toll an, als habe man den pädagogischen „Stein der Weisen“ gefunden. Leider sucht man evidenzbasierte Studien, die das Image bestätigen, vergebens.

Bla
1 Monat zuvor

@Wissenschaftistkeinemeinung
Ich sehe das etwas differenzierter.
Es gibt SuS/Eltern, welche an einer Regelschule besser aufgehoben sind und welche die an Privatschulen besser aufgehoben sind. Davon bin ich auch völlig überzeugt. Das zeigt auch oft die Einstellung zu den verschiedenen Konzepten.

Es ist halt auch Glückssache, ob man an einer „guten“ Regelschule landet oder nicht (sowohl als LuL, wie auch als Eltern/SuS).

Natürlich wirbt eine jede Privatschule für sich. Das müssen Regelschulen normalerweise ja nicht, dementsprechend wird vllt. gerne mal zugespitzt. Daher ist es immer auch wichtig, sich selbst als LuL/Eltern/SuS ein Bild der jeweiligen Schule zu machen.

Die Beweggründe, warum Eltern/SuS sich an Privatschulen wenden sind ebenso vielfältig. Dort geht es eben nicht immer „nur“ um Noten. Gerade deshalb suchen einige eben Montessorischulen auf, da sie keine direkten Noten geben (dürfen)!

Das mit den Studien ist immer so eine Sache … Das sollte in der heutigen Zeit sowieso jedem klar sein. Gerade im Bildungsbereich sind sie oft sehr kontrovers. Genauso wie die Diskussionen darum.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Stimme Ihnen voll zu. Generell sollten Bildungskonzepte immer wieder hinterfragt und verbessert werden. Unabhängig der Form.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

In dem Link steht am Schluss: „Vor allem aber der Mystizismus der Lehre Rudolf Steiners ist umstritten.“
Da haben wir einen Schwachpunkt vieler Privatschulen: Sie sind von ihrer Entstehung her irgendeinen Ideologie verpflichtet und kommen davon nicht los. Bei Montessori ist das weniger gravierend, aber auch religiöse Privatschulen müssen den „Mystizismus“ vertreten, den die jeweiligen Religions-Funktionäre für das Volk bereit halten. In wenigen Tagen gibt es wieder aus allen Rohren den Mythos vom wiederauferstandenen Jesus. Private Grundschulen ohne eine solche „Durchdringung“ des gesamten Unterrichts dürfen ja nicht genehmigt werden, das stand hier kürzlich in dem Artikel „Lehrkräfte an Bekenntnisschulen“. Scientology-Schulen konnten in Deutschland nur verhindert werden, weil höchste Gerichte denen die Religions-Eigenschaft absprachen. Direkt hinter der deutsch-dänischen Grenze gibt’s dann aber eine. Ob das den Kindern guttut?
Ich finde: Gewiss haben Privatschulen Vorteile durch kleinere Klassen und eine mehr persönliche Atmosphäre, aber leider hängen allzu viele von denen an irgendeiner Ideologie, die dann nicht hinterfragt werden darf. Wer das dennoch tut, bekommt natürlich zu hören: „Sie können ihr Kind ja auch auf eine andere Schule schicken.“

Andreas
1 Monat zuvor

Werden da auch SuS aus sozialen Brennpunkten mit unzureichenden sprachlichen und sozialen Kompetenzen unterrichtet?

o.O
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas

@Andreas
Werden das flächendeckend an Gymnasien?

Thomas Höhmann
1 Monat zuvor

Ich habe tatsächlich mal ganz ohne Notengebung unterrichten können, an einer sehr speziellen Schule. Und sieh an: Plötzlich ging es ohne Angst, ohne Disziplinprobleme, ohne Störungen!
Es ist offenbar die Doppelrolle des Lehrers – als Helfer UND als Richter, die alles verdirbt!
Da spätere Arbeitgeber und die Hochschulen Noten verlangen, könnte man diesen Teil einfach an eine neutrale Stelle auslagern. Dann wird der Unterricht nicht damit belastet.
Dieses Konzept ist leider niemals anderswo glaubwürdig umgesetzt worden, soweit ich es sehen kann. Dabei wäre es die Lösung der meisten Probleme.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Das kann anderswo wiederum genau anders sein. So kenne ich es. Keine Orientierung, man sieht vor lauter Sand die Wüste nicht. Wischi-waschi. Hampelei, keine Konzentration. Und am Ende eine dicke Portion Nachhilfeunterricht- damit die Waldorfschulzeit doch noch mal gut gegangen ist. Waldorf Eltern beantragen übrigens überproportional viel Nachhilfe!
Bin aber nicht grundsätzlich pro oder Kontra bei Noten. Ist mir eher egal. Die Beziehung zur Lehrkraft dagegen muss stimmen und vieles weitere.

o.O
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
Waldorf =/= Montessori.

Katrin
1 Monat zuvor

Oder SuS mit Verhaltensstörungen wie AD(H)S, Autismus oder Behinderungen im Sprechen, Sehen, Hören? Arbeiten Sie als Lehrer intensiv mit Jugendämtern, Kinderpsychologen u. a. therapeutischen oder medizinischen oder sozialen Stellen zusammen, weil die Kinder anders ticken? Wie viel Geld steht Ihnen für die Beschaffung von Unterichtsmitteln zur Verfügung?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Katrin

@Katrin
Kenne die Schule nicht. Aber generell kann es sowas natürlich auch an Privatschulen geben. SuS mit LRS, LS, RS, Dyskalkulie, AD(H)S, Sehstörung, Autismus, Verhaltensauffälligkeiten/-störungen, körperliche Behinderung (nicht stark einschränkend), Förderbedarf (auch kognitiv) habe ich sowohl an der Regelschule, als auch an der Privatschule gehabt.
Klar arbeite ich auch an einer Privatschule mit diesen Ämtern bei Bedarf zusammen. Ist doch logisch und sinnvoll?
Das Geld kommt auf die Privatschule an. Und auch, ob man als Fachlehrer oder Klassenleitung arbeitet. Ebenso, wie viel man einreicht/anfragt …also mitunter je nach Fach verschieden.

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Wie hier schon einige Kommentatoren angesprochen haben: die Realität sieht meist anders aus. Ich verstehe nicht ganz, was diese Verherrlichung der Privatschulen, was z.Zt. offenbar Dauerbrenner hier ist, soll. Ich sehe das so: wenn die Schüler aus dieser behüteten und verhätschelnden Welt (jeder soll nach seinen individuellen Bedürfnissen gefördert werden) in der Realität ankommen, sind die meisten hoffnungslos verloren. Der Bericht widerspricht sich selbst: auf der einen Seite sollen die Schüler zu mehr Eigneständigkeit erzogen werden, auf der anderen Seite wird ihnen alles, was sie an Lernmaterial brauchen, an die Hand gegeben und die Lehrer sind immer da, wenn es „hakt“. Was da beschrieben wird, klingt sehr stark nach einer 1:1 Bertreuung, die sicher auch an den Montessori Schule nicht möglich ist.
Der letzte Abschnitt ist schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen (die bösen, lern- und entwicklungsblockierenden Regelschulen!) und scheint ein „Blitzlicht“ zu sein. Vielleicht sollte die Autorin mal aktuell Unterricht an einem Gymnasium besuchen, dann wird sie feststellen, dass es sehr wohl Gruppenarbeit und kompetenzorientierte Arbeitsweisen gibt. Eine Mischung aus allen didaktischen Methoden ist zweckmäßig, nur Freiarbeit ist meiner Meinung nach wenig zielfühtend, schließlich möchte man sich doch irgendwann auf die geforderten Lerninhalte und Abschlussprüfungen vorbereiten. Ich weiß von einer Privatschule, bei der der erste Jahrgang fast gesamt durch die Abiturprüfung gefallen ist. Da war Umdenken angesagt!
Auch bin ich nciht der Meinung, dass die Privatschulen die kompetentesten Lehrer hat, es sit eher umgekehrt, was sich so beobachten kommte.
Die meisten dieser aufgeführten Lernvorteile sind real gar nicht durchführbar, es sei denn, jeder Schüler bekommt tatsächlich Einzelbetreuung, denn diese intensive Betreuung ist selbst bei kleinen Klassen nicht möglich, es sei denn, die Lehrer arbeiten 20/7. Erfahrungsgemäß kann man in der Bildung Vieles schönreden. Ehrlichkeit wäre angebrachter.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

@Teacher Andi
Das Gymnasium, welches ich während des Studiums als „Musterschule“ für Kompetenzorientierung besuchen durfte, hatte keine Ahnung von Kompetenzorientierung. Denke mal das ist auch je nach Schule und LuL sehr verschieden.

Das mit dem hoffnungslos verloren kann ich nicht sehen. Das sind einige von der Regelschule auch. Kommt halt drauf an, wie der SuS im Gesamten ist. Pauschalisieren würde ich das nicht.
Die Woche ist als Privatschulwoche angedacht laut Redaktion? Natürlich kommen hier vermehrt Postings zu Privatschulen. Finde ich jetzt nicht erstaunlich? (Oder ich habe das falsch verstanden/gelesen)

Das mit dem Material widerspricht sich doch nicht? Die SuS arbeiten selbständig an den Materialien. Das wird auch trainiert und gefördert (und gefordert). Wenn sie gar nicht mehr weiter kommen, hilft man. Eine 1:1 Betreuung ist natürlich Utopisch, das sollte klar sein. Brauchen/bräuchten aber auch die wenigsten SuS.

Den letzten Absatz des Artikels finde ich auch unnötig. Wozu das Ganze? Sehe ich nicht als Mehrwert. Andere SuS hätten das bestimmt auch anders gesehen. Die nimmt man dann nicht. Halte ich persönlich nichts von.

Nur Freiarbeit? Dann kennen Sie aber das Montessori-Konzept nicht? Dass es nur Freiarbeit gibt kenne ich so nicht, ist auch bei Montessori nie vorgesehen gewesen. Es gibt genauso regulär Mathematik, Deutsch, Englisch usw… Die Umsetzung mag oft anders sein.
Freiarbeit spielt aber natürlich eine große Rolle. Hier sind normalerweise auch immer zwei Lehrkräfte in der Klasse. Dadurch kann man auf die SuS natürlich auch ganz anders eingehen und helfen.
Natürlich sind auch die Abschlussprüfungen ein Thema. Komplett ohne staatlichen Einfluss und Lehrplanorientierung geht es nicht. Dort muss die Schule dann auch lenken.
Ich kenne das bspw. als Lehrplanorientierung (nur anders umgesetzt). Tests kann man, muss man aber nicht, schreiben. Sinnvoll halte ich es trotzdem. Nur die werden eben nicht direkt benotet und gehen nicht in ein Zeugnis ein. Das ist auch eine rechtliche Sache. Nichtsdestotrotz bekommen die SuS hier ein wichtiges Feedback und Prüfungserfahrungen. (Die Noten können sie sich selbst bei Bedarf ausrechnen … Das schaffen die SuS ganz gut ;))
Zusätzlich kenne ich Prüfungsvorbereitungsstunden für die Abschlussprüfungen (freiwillig, nimmt aber normalerweise fast jeder SuS an).

Welche Privatschule war das? Es gab tatsächlich eine, wo ein ganzer Jahrgang im ersten Jahr durchgefallen ist. Das war aber keine Montessorischule. Die Schule (private Schule Schwarz, GmbH) wurde angeprangert und eingeklagt. Daraufhin musste sie als Konsequenz 2013 schließen. 2016 ging(en) wohl 1-2 dieser Schwarz Schulen insolvent?
https://mobil.rundschau-online.de/news/aus-aller-welt/gesamter-jahrgang-durchgefallen-privatschule-schliesst-nach-abi-pleite-2772578?cb=1649895100058&
Scheint wohl nicht ganz so durchdacht gewesen zu sein. Ich weiß es nicht. Ich kenne auch das Konzept dahinter nicht.
Normalerweise ist eine Privatschule durchaus sehr daran interessiert, für die staatlichen! Abschlussprüfungen bestmöglich vorzubereiten. Schon alleine als Werbung (wer besucht die Schule sonst?) und um den SuS (und Eltern) gerecht zu werden.
Wenn ich mich nicht irre, dann gibt es auch nur ein Montessori-Gymnasium in Deutschland? (Bin mir aber nicht ganz sicher, evtl. auch nur in Bayern?)
Andere machen das Abitur bspw. über die FOS Montessori.

Der Meinung können Sie gerne sein. Ob das der Realität entspricht ist wieder eine andere Sache. Das ist einfach stark von den LuL (Persönlichkeiten) abhängig. Ich kenne sehr gute LuL an Regelschulen und sehr gute an Privatschulen. Ebenso gibt es LuL, die nicht so engagiert sind. Mit Sicherheit an beiden Schularten. Woraus ziehen Sie die (pauschale?) Aussage? Gibt es hier eine Begründung? Das würde mich persönlich interessieren. Ich kann dazu dann auch gerne meine Ansicht schreiben, falls es Sie überhaupt interessiert. Auf ein „ich bin aber besser“ habe ich keine Lust – würde und will ich Ihnen hier natürlich auch nicht unterstellen. (Habe ich auch nicht den Eindruck von Ihren sonstigen Postings)

Jeder SuS braucht gar keine Einzelbetreuung bzw. bekommt diese angemessen. Natürlich sitzt kein LuL den ganzen Tag neben einem SuS und betreut 1:1. Das wäre ja einer individuellen, professionellen 1:1 Nachhilfe nahekommend. Die einzigen, die eine 1:1 Betreuung machen und mir gerade einfallen sind Schulbegleiter/-innen. Das ist sonst gar nicht leistbar und komplett unrealistisch. Ist aber auch nicht der Anspruch an (normalen) Privatschulen.
Die kleinen Klassen sind trotzdem nicht verkehrt.

Das Schönreden wird leider sehr oft gemacht. Dass eine Privatschule (wie die obige) natürlich für sich wirbt ist nicht wunderlich. Auch das darf und muss man sehr gerne kritisch sehen.
Bei „Ehrlichkeit wäre angebrachter“ unterstellen Sie natürlich der Schule grundlegend, dass sie „lügt“. Das finde ich etwas unangebracht, wenn gleich der Satz (generell gesehen) an sich richtig und wichtig ist.

Vielleicht hätte man im obigen Beitrag ein (besseres/konkreteres) Anwendungs-/Praxisbeispiel gebraucht, damit das eindeutiger wird. Ich lese bspw. auch keine 1:1 Betreuung heraus. Das mit dem täglichen Feedback habe ich jedoch auch nicht komplett verstanden, wie sie das konkret durchführen und bei den SuS/Eltern (täglich?) ankommt.

Ebenfalls wird hier weder der Erdkinderplan, noch die Montessorimaterialien (außer Teppich und Mathesatz) und die EMA angesprochen. Auch sehe ich keine Erwähnung von Spiegelbriefen und IzeL (außer ich hätte es überlesen). Aber eine abgewandelte Form davon?
Das wäre für eine Montessori-Vorstellung generell aber durchaus sinnvoll und wichtig gewesen meiner Meinung nach. (Aber gut, es wird halt hier diese konkrete Montessori-Schule vorgestellt)

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Bei Waldorf gab es auch schon Fälle, wo eine Schule aus Versehen das Falsche fürs Abi geübt hatte und dann alle nochmal wiederholen mussten.
Bei unserer damaligen Waldidorfschule gab es etwa 10 Kinder pro Jahrgang, manchmal auch nur sechs und keine Inklusion, Migration. Diese Prinzen Klassen waren ein Alptraum und ich habe nie sozial schwierigere Klassen erlebt.
Warum die Lehrkräfte an solchen Schulen oft schlechtere Kompetenzen haben, habe ich in meinem Bericht zur Waldorfschule schon ausführlich dargelegt.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
Es geht hier allerdings um Montessori und nicht um Waldorf. Das bitte ordentlich trennen.
Wie kann man bitte „aus Versehen“ das Falsche üben? Der jeweilige Lehrplan ist für alle gleich. Man kann diesen absichtlich ignorieren oder hat halt keine Ahnung von den (staatlichen) Abschlüssen.

Auch hier wieder: Bitte trennen Sie Montessori-Schulen und Waldorfschulen. Das ist nicht das Selbe. Wie viele SuS pro Klasse an der Waldorfschule sind, kann ich nicht beurteilen. Aber 6-10 als normal sehe ich eher schwierig. Wie soll man das zahlen?

Dann schaue ich gerne mal bei Ihren Beitrag im Bericht zur Waldorfschule. Gespannt bin ich, ob Sie dort zumindest den Unterschied zwischen Waldorfschule und anderen Privatschulen erkenntlich machen. Das ist in dem LuL-Kontext nämlich durchaus wichtig.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Sorry, Bla, ich bezog mich generell auf Privatschulen, nicht auf Montessori speziell, und damit ging meine Argumantation etwas am Artikel vorbei. Sie haben natürlich mit Ihren Ansichten auch Recht, und ich wollte nicht verallgemeinern, natürlich gibt es an beiden Arten von Schulen gute und weniger gute Lehrkräfte, ich wehre mich nur gegen die Darstellung, dass die Privatschulen das Sahnehäubchen sind, dem ist nämlich nicht so.
Privatschulen müssen staatlich genehmigt sein, und so ist es schon sehr verwunderlich, dass in Konkurrenz zu manchen Regelschulen Privatschulen genehmigt werden, und in der Folge die Regelschulen um ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen.
Nun könnten Sie sagen, der Kunde (die Schüler) entscheiden, wenn ein freier Markt herrscht. Nun, das sehe ich wie beim Vergleich, ob ich bei Aldi kaufe, wo es billiger ist (oder ich vermeintlich mit weniger Aufwand die Klasse bestehe), oder die lokale Wirtschaft und Infrastruktur nachhaltig unterstütze, und dafür etwas mehr zahle. Wir sehen: die Dorfläden mussten flächendeckend schließen.
Warum entscheiden sich Schüler für Privatschulen?
1) Sie kommen leistungstechnisch nicht an die Anforderungen der Regelschulen heran, die doch für die Mehrheit der Schüler kein Problem darstellt. Psychische Probleme oft noch on top.
2) Elitäres Denken, „ich habe es nicht nötig, mich von einer staatlichen Einrichtung dirigieren zu lassen. “ Oftmals werden so Defizite kompensiert und vertuscht.
3) Man kann es sich leisten, das „Bessere“ zu wählen. Ja, es gibt sicher Eliteschulen, die ein hervorragendes Lehrpersonal haben und auch entsprechend bezahlen. Dafür ist auch das Schulgeld entsprechend hoch. Ich sehe da die vielzitierte Chancengleichheit nicht mehr gegeben. Aber nachdem sicher alle Politiker, auch solche, die über die staatliche Bildungspolitik entscheiden, ihre Kinder auf Privatschulen schicken, ist das mit der Chancengleichheit oftmals sowieso nur Makulatur.
4) Schüler haben massive Probleme in Regelschulen, sowohl leistungsbezogen als auch disziplinarisch. Aber die werden in Privatschulen auch nicht weit kommen.

Alles in allem verschärfen die Privatschulen, ähnlich wie GKV und PKV die Entwicklung einer Zweiklassengesellschaft. Wäre es nicht sinnvoller, die staatlichen Schulen nicht so sparsam auszustatten und den Lehrkräften und Schülern eine angenehmere Umgebung zu schaffen, als immer mehr Privatschule zuzulassen, damit man mit dieser Klientel keinen Ärger bekommt? So kommt es mir jedenfalls vor. Wenn Chancengleichheit, dann bitte konsequent, wobei man leistungsbezogen immer noch differenzieren sollte, um individuelle Fähigkeiten und Talente zu fördern, und nicht zu bremsen, wie das an Regelschulen immer mehr der Fall ist, weil man eine idealistische Vorstellung durchdrücken möchte.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

@Teacher Andi
Vieles (das Meiste) sehe ich genauso bzw. ähnlich.
Es geht letztendlich um die Gesellschaft und den/die Einzelne/n (welche als Masse wiederum die Gesellschaft darstellen).
Hier sollte kein „mehr Privatschulen, denn dann kann der Staat sparen“ herrschen. Das System sollte man generell überdenken. Da geht es auch nicht um „dort ist es leichter oder dort ist es leichter“, sondern um ein: Wie ist es am sinnvollsten und wo ist evtl. ein Kompromiss. „Leicht“ sind die meisten Privatschulen auch nicht. Auch hier wollen die SuS einen staatlichen Abschluss und schreiben genauso die staatlichen Prüfungen mit. Die Hausinternen werden sogar mindestens doppelt kontrolliert. Zumindest an staatlich genehmigten Privatschulen. Hier legt man einen Prüfungsvorschlag vor und die staatliche Partnerschule kontrolliert diese. Wenn es zu „leicht“ ist, dann muss man nachbessern. Schon alleine deshalb sind viele hausinterne Prüfungen nicht wirklich leichter als an Regelschulen. Aber das ist bestimmt Schul- und LuL-abhängig.
Staatlich anerkannte Privatschulen haben hier mehr Eigenspielraum, da sie selbst die Prüfungen abnehmen (dürfen).

Ihre Punkte, weshalb sich Eltern/SuS Privatschulen suchen sehe ich auch. Darüber hinaus sollte man aber auch noch weitere hinzufügen. Wenn an einer örtlichen Regelschule das Sekretariat nur 1-3 vormittage mit (nur) einer Fachkraft belegt ist und die Förderstunden personalbedingt wegfallen. Zudem es weder Systembetreuer, noch Sozialarbeiter gibt. Und ich auf sowas sehr viel Wert lege, dann muss ich mir evtl. überlegen, ob es das wo anders gibt. Eine Privatschule kann das viel unbürokratischer und direkter lösen. Sie wirbt und reicht die Personalstellen mit der Belegung ein. Das bestätigt der Staat oder eben nicht. An Regelschulen muss man dort leider oft ewig beantragen und hoffen, dass man einfach irgendwann jemanden bekommt. Auch die Personalauswahl ist weiter gefächert.
Bei einigen Privatschulen – mitunter Montessori – ist das jeweilige Konzept auch ein seeehr wichtiger Punkt für einige Eltern/SuS. Gerade für SuS mit Prüfungsängsten und Selbständigkeit und praktischen Arbeitsbedürfnissen (wobei das auch an den meisten Regelschulen durchaus verlangt wird). Aber das Konzept müsste man dann eben irgendwie „verstaatlichen“? (Wenn auch nur an einer staatlichen Schulauswahl)

Per se‘ „besser“ sind Privatschulen nicht. Sie sind anders. Daher ist es auch wichtig sich beraten zu lassen und sich die Schule auch mal anzusehen. Das ist für beide Seiten wichtig und sinnvoll. Hier kann man natürlich wieder „ihr selektiert doch dann, anbringen – was zum Teil stimmt. Die SuS/Eltern/LuL sollten halt auch zum Konzept passen. Und das kann eben eine Regelschule sein oder eine Privatschule oder beides.
Es gibt SuS die sind an einer bspw. Montessorischule eben „schlechter dran“, als an einer Regelschule. Bspw. wenn sie „den Leistungdruck von/durch Klausuren“ brauchen und sich den selbst nicht stellen/machen, sondern sonst „chillen“ würden. [Inhaltlich so ähnlich selbst von einer SuS von mir als Begründung für einen Wechsel zur Regelschule bekommen.]

Eine ehemalige Schulleitung einer Privatschule meinte mal (während meines Studienbesuchs, sinngemäß wiedergeben folgend):
Die SuS an einer Privatschule sind oft nicht besser/schlechter oder leichter/schwieriger sie sind ein anderes Clientel und die Arbeitsweise ist anders. Es gibt SuS die sind an einer Regelschule besser aufgehoben und andere an einer Privatschule.
Sie sagte ebenfalls, dass sie selbst sowohl eigene Kinder (weiß leider nicht mehr wie viele jeweils, daher mind. 1 ;)) an einer Regelschule und an der Privatschule hat(te). Alle fühlten sich jeweils dort wohl(er).

Und das ist auch meine Einstellung (momentan). Sowohl für SuS und Eltern, als auch für LuL.

Zu Ihrem letzten Punkt. „Der Konkurrenz“:
Das ist sehr schwierig finde ich. Der Staat profitiert oft von Privatschulen. Ohne Privatschulen könnte der Staat die Abdeckung einfach gar nicht (mehr) geben. Lehrermangel ist in vielen Bereichen sowieso schon sehr hoch und eben die Abdeckung wird auch künfig eher schwieriger. Der Staat müsste dann noch mehr Schulen bauen oder aufkaufen? Das ist eine massive Summe.
Viele LuL an Privatschulen haben sich bewusst gegen das staatliche System entschieden. Sei es wegen dem anderen Clientel, den Arbeitsbedingungen und Rahmenbedingungen (Standortgebundenheit, Zusatzangebote, Digitalisierung, Multiprofessionelles Team), dem Konzept (keine Noten, spezielles Material, Konzept Freiarbeit mit 2 Lehrkräften, Doppelte Klassenleitungen, Teilzeit, kleinere Klassen), der wenigeren Bürokratie (Entscheidungswege oft deeutlich schneller und direkter, selbst mehr entscheiden dürfen), der Hierarchie (Staatliche „Ebenen“) oder eben wegen der Zulassung als (Privat-)schullehrer (Anrechnung des Studiums als Fachkraft).
Hier würden wahrscheinlich immens viele LuL abspringen/wegfallen, wenn es komplett verstaatlicht werden würde – wenn das System so ist, wie es ist.
Daher wäre die Frage: Wie soll das funktionieren? Welches „System“ würde man dann machen? Alle das Selbe, leiden aber auch dann mehr darunter? Das nennen wir dann einfach „fair“.

Ganz klar bin ich für eine bessere Situation an Regelschulen und Privatschulen. Gerade als LuL an einer Privatschule. Mehr Auswahl an Stellen schadet doch nie…bessere staatliche Bedingungen würden auch viele Privatschulen wiederum einen gewissen zusätzlichen „Zwang“ für bessere Arbeitsbedingungen geben. Und sei es nur eine Gehaltsanpassung. Gerade hier konkurriert die Privatschule eben auch mit der Regelschule (Verbeamtung – Angestelltenverhältnis, PKV- GKV, Sicherheiten, Lohnunterschied – das können auch mal 500-1.500 Euro Netto! sein.
Hier hat man irgendwie oft den Eindruck, dass man als Privatschullehrer gegen Regelschullehrer und bessere Bedingungen an Regelschulen wäre. Warum? Da hat man selbst doch nichts davon. Gerade andersrum wird ein Schuh draus. Geld MUSS in Regelschulen vermehrt fließen. Die Bedingungen müssen besser werden.
Ich fände es super, wenn der Staat auch „Konzeptschulen“ bzw. alternativen machen würde, damit mehr SuS/Eltern/LuL eine Auswahl hätten.
Allerdings weiß ich nicht, wie das durchführbar wäre. V. A. wenn man kaum Geld in die Hand nehmen will.

Momentan sehe ich das leider oft so:
Geld, Verbeamtung vs. bessere/andere Rahmenbedingungen (abseits vom Geld/Verbeamtung).
[Im Gegenzug kann man das für die SuS/Eltern leider oft – wenn auch nicht immer – genauso nehmen]
Mir aber auch wichtig dabei: Das liegt nicht an der Schule, den Lehrkräften oder der Schulleitung (die können bei beiden Schulformen „gut/schlecht“ sein), sondern am staatlichen System.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

@Bla, Geld und Verbeamtung spielen bei mir keine Rolle, da ich an einer Regelschule als angestellter Lehrer arbeite und dies trotz der eklatanten Ungerechtigkeiten gerne tue. An eine Privatschule würde ich nicht wechseln wollen, da ich befürchte, dass mir ein Großteil der Kollegen da nicht liegen würde. Das ist sicher auch wieder von Schule zu Schule unterschiedlich. Meine ganz spezielle Erfahrung: ich war als Betreuer (damals noch Student) im Skilager mit Schülern einer privaten Schule und Schülern einer Gesamtschule aus einem Brennpunktbereich. Nun raten Sie mal, welche Skifreizeit mir besser gefallen hat? Nein, nicht die der verwöhnten Privatschüler, teilweise arrogant und gelangweilt, konnten durchwegs eine bessere Ausrüstung als die Lehrer vorweisen. Die Gesamtschüler waren durch die Bank anspruchslos und sehr dankbar, dieses Skilager mitmachen zu dürfen, einige hatten nicht mal eine vernünftige Kleidung. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht mit ihnen, da sie den Aufenthalt genossen haben. Somit kann ich sagen, dass ich mich als Pädagoge mehr zu den unterprivilegierten Schülern hingezogen fühle, denn die brauchen unsere Unterstützung.
Aber damit komme ich vom Thema ab. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Privatschulen die Zweiklassengesellschaft voran treiben und übrig bleiben staatliche Schulen wie in Amerika, die eher einer disziplinarischen Verwahranstalt gleichen, die mit Sicherheitspersonal und restriktiven Maßnahmen arbeiten muss, da man die Unterprivilegierten vernachlässigt. Diese Keule wird zurückschlagen bei unserer undurchdachten Bildungspolitik.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

@Teacher Andi
Ich antworte mal hier, da ich unter Ihrem Beitrag – warum auch immer – nicht antworten kann.

Mit Sicherheit ist das von Schule zu Schule unterschiedlich. Auch je nach Kollegiumswechsel vielleicht. Aber das sehe ich etwas wie in der „freien Wirtschaft“. Dann kann ich dort entweder trotzdem arbeiten oder ich wechsel die Schule/den Job. An der Regelschule konnte ich mein Kollegium auch nicht aussuchen. Da habe ich an der Privatschule (wahrscheinlich?!) mehr Einfluss drauf.

Hm, das glaube ich Ihnen sofort. Aber ich arbeite jetzt nicht bei Salem oder so, wo man mal gut 2.500+ Euro im Monat als Gebühr zahlen muss (pro SuS). Ich habe auch sehr gerne mit den SuS an der Regelschule gearbeitet. Genauso arbeite ich sehr gerne mit den SuS an meiner Privatschule. Das System gefällt mir aber „hier“ (wesentlich) besser.

Der Lohnunterschied spielt trotzdem eine Rolle – gerade hier können/wollen? viele Privatschulen nicht mit dem Staat konkurrieren. Mag sein, dass das Geld stattdessen in andere Rahmenbedingungen fließt. Trotzdem ist es gerade heutzutage durchaus ein Grund sich eben für eine Verbeamtung zu entscheiden.

Die Zweiklassengesellschaft kann ich nachvollziehen. Die gibt es durchaus. Die gibt es aber eben auch schon in anderen Bereichen, bspw.:
– Standortgebundenheit -> Musterschule vs. „Brennpunkt“, reichere vs ärmere Kommune, Bundesländer (verschiedene Lehrpläne und „Abschlussniveaus“)
– Geld der Kommune/Schule und Ausstattung
– Selektion in Niveaus -> Gymnasium hat ein anderes Clientel als Mittelschule
– LuL/SuS-Schlüssel der jeweiligen Schulen
– Betreuungsschlüssel und Zahl der Lehramtsanwärter (Referendare)
– Rahmenbedingungen und Ausstattung, Materialien
– Fachexperten (z. B. Besonders gute Mathelehrerin in Bayern, dafür evtl. genialer Kunstlehrer in Berlin)
– Geld der Eltern für Zusatzangebote
– Geld für (private) Nachhilfe(-institute)
– Bildungsniveau der Eltern + Zuwendung
– Kita/Vorwissen der SuS (abhängig der Kita evtl.)
– Benotung und Niveauunterschied der Klausuren der LuL/Schulen (können schon mal variieren je nach LuL/Schule)
– Schulintern andere Notenschlüssel für die Noten (als andere Schulen – strengeren Schlüssel)
– Engagement der Schule/der LuL
– SuS Bedürftnisse sind sehr unterschiedlich (Prüfungsangst vs. Lust auf Klausuren/Tests)
– LuL, welche man bspw. an der Mittelschule bekommt (Bspw. Unterschied: Mittelschule PCB/NT – LuL welche Experimente vormachen und den SuS das beibringen vs. LuL, welche sich das nicht zutrauen und auch rechtlich auf Nummer sicher gehen)
– Sprachliche „Barrieren“
– usw. die Liste geht/ging bestimmt recht weit noch

Dadurch ist es generell einmal nicht „fair“. Bildet(e) sich dadurch nicht auch schon eine Zweiklassengesellschaft?
Das soll jetzt nicht die zusätzliche „Förderung“ der Privatschulen irgendwie relativieren. Aber die obigen Faktoren darf man nicht vernachlässigen.
Würde es viel besser für Regelschulen und den SuS laufen, wenn es keine Privatschulen gäbe?
Wer nimmt die SuS dann auf? Wo sollen die zusätzlichen LuL her? Wo kommt das Mehr an Geld (pro SuS gerechnet) her? Wo die Ausstattung und die Räumlichkeiten? Was wenn SuS in dem staatlichen Konzept nicht zurecht kommen?
Das sind halt mitunter Fragen, die für mich offen stehen.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Gerade das ist die Krux der Sache: Privatschulen, damit der Staat Geld spart. So darf es nicht sein, wenn Bildung Allgemeingut sein soll und Chancengleichheit groß geschrieben wird. Wenn Privatschulen, dann auf eigenen Beinen ohne staatliche Zuschüsse, zum Selbstkostenpreis. Macht aber eigentlich keinen vernünftigen Sinn bei Vorgabe von zentralen Prüfungen. Und Abschlüsse, die man sich erkaufen kann, sind indiskutabel, so würden wir zu einem Bananenstaat mutieren.
Individuelle Merkmale der Schulen und Schüler/Lehrer kann man nicht als Förderung der Zweiklassengesellschaft bezeichnen. Diese besteht, wenn eine soziale Schicht keine Chance hat, die Privilegien der Vermögenden zu erreichen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das mit dem Geld sparen sehe ich auch so. Die Frage ist eben, ob das Geld ohne Privatschulen dann mehr in staatlichen Schulen investiert werden würde oder nicht. Wenn nicht, dann würden auch die Regelschulen immens darunter leiden, dass es keine Privatschulen (mehr) gäbe. Die Bedingungen wären noch schlechter denke ich Das würde einfach nicht aufgefangen werden können. Hier müsste man schonmal deutlich mehr investieren, damit man die Privatschulen ausgleichen könnte … von verbesserten Bedingungen sprechen wir bei weitem dann aber noch nicht. (Rein der Logik und Wirtschaftsrechnung her … Oder habe ich einen Denkfehler?)

Zum Selbstkostenpreis würden die Beiträge für Privatschulkinder nochmal deutlich steigen. Somit wäre dann tatsächlich eine Zweiklassengesellschaft nochmal mehr gefördert? Viele Familien könnten sich das dann erst recht nicht mehr leisten (v. A. gerade die „sozial Schwächeren“). Die „Spaltung“ wäre erhöht. V. A. weniger „elitäre“ Privatschulen könnten sich das kaum bis gar nicht mehr leisten. Dadurch müssten die Regelschulen bei Schulschließungen auffangen. Das kann eigentlich erst recht nicht das Ziel sein?

Erkaufte Abschlüsse sehe ich ebenfalls als nicht zu dulden.

Im weiteren Sinne sehe ich persönlich das schon als eine (Förderung der) Chancenungleichheit zumindest. Das muss natürlich nicht in eine Zweiklassengesellschaft münden, das stimmt – tut es aber häufig. Aber nichts destotrotz sehe ich das als Tatsache, dass es nicht „fair“ ist. Ein/e SuS ohne deutschsprachige Familienangehörige und wenig Geld hat einfach nicht die selben Bedingungen/Chancen, wie ein/e SuS aus einer akademisierten Familie mit sehr viel Geld. (Oft auch an Regelschulen nicht)
Selektiert eine Private Mittelschule im Vergleich zur Regelmittelschule mehr als ein staatliches Gymnasium zur staatlichen Mittelschule? Oder ist das „fair“, weil man halt einfach die Noten in der Grundschule hatte? (Vllt. durch privater Nachhilfe/Elternförderung)
Hat das zwangsweise mit Geld bezahlen für eine Schule dann zu tun? Ich finde das etwas schwierig.
(An dieser Stelle empfehle ich die Vorträge und Diskussionen – auch Bücher – vom Bildungsforscher und Soziologen Aladin El-Mafaalani, welcher einen starken Schwerpunkt auf Erziehung, Bildung und Migration, sowie Zusammenhänge davon, hat -> Auf Youtube einfach mal suchen. Falls man ihn noch nicht kennt, sehr interessante Ansätze auf jeden Fall und spannend zuzuhören.)

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Dadurch, dass die Schulbildung größtenteils kostenfrei ist (sozial schwache Schüler bekommen Zuschüsse zu Lernmaterialien und Schulfreizeiten), lasse ich das mit der Ungerechtigkeit gegenüber Schülern ohne deutschsprachige Famileinangehörige nicht gelten. Es kann erwartet werden, dass zumindest ein Famileienangehöriger sich der deutschen Sprache bemächtigt, man kann sich nicht immer hinter vermeintlichen „Defiziten“ verstecken, man muss auch mal was dagegen tun. Hilfsangebote gibt es doch wahrhaftig genug. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Erfolg hauptsächlich wom Willen und Engagement des Schülers und dessen Eltern abhängen, das gilt für alle.
Natürlich können sich die reichen Eltern mehr leisten, das betrifft Wohnqualität, Freizeitgesaltung, Autos, Urlaub, Kleidung etc. Aber in der schulischen Bildung darf das nciht sein, deshalb keine Privatisierung oder alles in private Hände, sonst ist die Spaltung sichtbar wie bei GKV und PKV. Es wird immer Unterschiede im Vermögen geben, wobei momentan das Pendel abartig in Richtung Reiche ausschlägt mit unnötig hohen Summen. Jedoch darf es nicht sein, dass Vermögende dem immer schlechter werdenden staatlichen Bildungssystem entkommen können, udnd dadurch die Situation noch mehr verschärft wird, was wir ja gerade mit den Grund-, Haupt-, Mittel- und Realschulen erleben. Das Augenmerk muss auf Verbesserung liegen, und endlich mal auf die Erfahrungen der Lehrkräfte hören! Und nicht Alternativen für reiche Unzufriedene bieten. Ich bin da strikt dagegen!!! Das ist Diskriminierung.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Da stimme ich Ihnen ja zu. Natürlich muss mehr Geld für Bildung ausgegeben werden. Wenn das käme und die Rahmenbedingungen sich deutlich bessern, wäre das doch für alle super. Aber ich sehe das trotzdem als sehr schwierig, wenn man nicht endlich – viel, sehr viel – Geld als Staat/Kommunen in die Hände nimmt. Zusätzlich ein sinnvolles (Aus-)Bildungskonzept macht (Praktikum, Studium, „Referendariat“-Verbesserung/Alternativen usw.).

Mir ging es um die generelle Chancenungleichheit. Die ist halt gegeben in der Gesellschaft. Das sprachen sie ja eben selbst durchaus an. Rein in Schule gedacht geht das mehr in Ihre Richtung. Da habe ich Sie vielleicht falsch verstanden und Sie bezogen das „nur“ auf Schule. (Also auch die privaten Möglichkeiten von Nachhilfe usw. ausgeklammert – welche man dann eben als evtl. „Ersatz“ der Privatschule nimmt.)
Also „was kann Schule! leisten“.

Das sehe ich in einigen Punkten sehr ähnlich. Die wesentlichen Probleme dabei sind mitunter, dass zum Einen der Staat durch Privatschulen kosten spart und zum Anderen, dass die Privatschulen zugleich die Schulpflicht abnehmen. Rein logisch betrachtet: Der Staat (die Politik) profitiert von Privatschulen. Sie stellen keine Konkurrenz dar, außer im Bereich der ausgebildeten LuL. Wenn es mehr Privatschulen gibt, dann „muss“ der Staat weniger SuS an Regelschulen aufnehmen und dort Geld (zusätzlich) einsetzen. D. H. es kommt zwangsläufig zu Ihren oben genannten Problemen. Mehr SuS wenden sich evtl. an Privatschulen und diese übernehmen die Schulpflicht. Das ist günstig für den Staat. Der Rest hätte Pech.
Ins Extremere geführt: Je mehr SuS/Eltern sich von Regelschulen abwenden, deso mehr spart der Staat. Daher kommt „ihm“ das zugute. Weniger in Regelschulen investiert -> Doppelt gespart. Man (Politik) muss nur schauen, dass man nicht zu viel Druck von allen Seiten bekommt. (Daher vllt. auch die Verbeamtung bei vielen LuL, um das zumindest etwas entgegenzuwirken ;)? -> Wird ja oft „dankend“ angenommen?)

Soweit, denke ich, sind wir uns relativ einig – habe ich zumindest das Gefühl?
Jetzt das Schwierige: Wie soll das geändert werden?
Einfach die Privatschulen abschaffen geht nicht so einfach. Zum Einen bräuchte man eine Gesetzesänderung. Zum Anderen könnte man das gar nicht (spontan) abfangen. Unabhängig vom Geld. Die Räumlichkeiten und (bessere) Ausstattung könnte man evtl. mit genug Geld holen. Aber woher bekommt man die zusätzlichen LuL? D. H. Hier würden die Regelschulen noch mehr belastet werden?
Zudem profitiert der Staat – ob „gut oder schlecht“ sei mal dahin gestellt – meiner Meinung nach (mehrfach) durch Privatschulen. Daher ist das sehr unrealistisch.

Mehr Geld und bessere Bedingungen an Regelschulen schaffen? Das könnte der Staat unabhängig der Privatschulen auch machen. Das ist ein reiner Kostenpunkt. Ich bin sehr skeptisch, ob der Staat/Land/Kommune mehr investiert ohne Privatschulen. Klar wäre der Druck evtl. etwas höher, da es keine Alternativen gibt. Es müsste schon mal mehr Geld investiert werden, um überhaupt den Eigenanteil auszugleichen. Oder die Bedingungen werden einfach generell schlechter für alle. Wäre dann halt auch eine Art „Fairness“. Kann aber eigentlich nicht der Anspruch sein. Auch die Zuschüsse dürften (in den meisten Bundesländern) bei weitem nicht reichen, um das abzudecken? Da bin ich mir aber nicht sicher.

Einfach die Zuschüsse streichen? Dann wären meine Bedenken oben noch da und Ihre Anmerkung ebenfalls (zu den Prüfungsformalien usw.). Das würde denke ich erst recht eine Ungerechtigkeit/Zweiklassengesellschaft bedeutend steigern.

Jeder SuS dürfte jede „Privatschule“ besuchen? Würde dann der Staat die Privatschulen einfach komplett fördern? Das müsste er dann wohl. D. H. jeder SuS dürfte auf die Schule (wenn Platz logischerweise vorhanden) gehen. Das Konzept bleibt aber. Also eine Art „alternative staatliche Regelschule“? Je nach staatlichen Geldern (wie bei Regelschulen) werden die Bedingungen an den „Privat-„Schulen dann eben schlechter oder bei deutlich mehr Geldinvestitionen die Bedingungen generell besser. Das „Modell“ fände ich tatsächlich interessant.

Wenn wir an jeder (Regel-)Schule auch IT-Systembetreuer, Soz-Päds und Schulpsychologen (für Kinder und LuL), weniger (unnötige) Bürokratie, mehr Rechtssicherheit, bessere Löhne, (evtl. Medizinisches Personal), Lerntherapeuten, geschulte Förderlehrkräfte, kleinere Klassen, Doppelte Klassenleitungen, Stunden mit doppelter LuL Belegung – v. A. zur Differenzierung und individuelleren Förderung, Zeit für Zusatzaufgaben (welche man bestenfalls sowieso gerne macht), Materialien (Lernmaterial und Ausstattung) usw. usw. hätten, dann wäre das top.

Die Frage ist nur -> Wie kommen wir dort hin?
Abschauen kann man einiges bei anderen Ländern und so manchen Regel- und Privatschulen – auch in Deutschland.
Das Geld und die Konzepte+ Umsetzungen müssten aber halt irgendwoher kommen. Dazu sehr wichtig: Der „Druck“. Entweder von der Gesellschaft oder von? Von wem denn? GEW und co? Beamten? Schwierig.

Kann man den Privatschulen denn die Schuld an dem Ganzen geben? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Einige Privatschulen versuchen selbst zu überleben und vieles zu bieten.

Kann man den Privatschullehrkräften die Schuld geben? Auch das weiß ich nicht.
Für mich persönlich spielt das Konzept als Ganzes (mit Rahmenbedingungen) eben eine bedeutende Rolle. Das gefällt mir an meiner Schule deutlich besser, als an meiner letzten Regelschule bspw.
Ob die SuS bzw. Eltern Geld bezahlen oder nicht wäre/ist mir egal. Wenn der Staat das übernehmen würde, wäre das auch okay (mMn sogar besser). Wenn die Eltern das gesamte Schulgeld bezahlen würden dann wäre das für mich persönlich auch okay, fände es aber schade, wenn sich das (noch) weniger leisten könnten.

Ich finde das staatliche Konzept und die Rahmenbedingungen einfach sehr fragwürdig an vielen Stellen. So wie einige mit Sicherheit die einzelnen oder alle Privatschulkonzepte fragwürdig finden. Das ist auch in Ordnung.
Die Bedingungen an vielen Regelschulen (und manchen Privatschulen) müssen meiner Meinung nach generell verbessert werden.

Egal ob LuL an Regelschulen oder Privatschulen. Die Meisten, welche ich kennenlernen durfte, engagieren sich stark in den Schulen und versuchen ihren Job bestmöglich zu machen.
Das „ihr“ und „wir“ bringt uns einfach im Gesamten nicht voran.

Edeltraud Kahlert
1 Monat zuvor

Schon vor 100 Jahren hat Maria Montessori dafür gesprochen, Kindern den Raum für ihr Lernen zu lassen und das mit vielen Kindern bereits bewiesen.
Warum versteht unser starres System einfach nicht, dass Angst die Menschen in ihrer Entwicklung völlig ausbremst? Möglicher Weise braucht unser Schulsystem noch weitere 100 Jahre bis sich da etwas ändert.
Aber Eltern können Kinder schon dafür stärken!
Das habe ich selbst erlebt und es in meiner Website für Eltern bereit gestellt.
http://www.Chancenschmiede-akademie.de

Bla
1 Monat zuvor

@Edeltraud Kahlert
[Offtopic: Im Impressum steht „Chanchenschmiede-Akademie“ – nur als nett gemeinter Hinweis, falls Sie das ausbessern (lassen) wollen.]

Indra Rupp
1 Monat zuvor

Die freien Schulen, die hier für sich Werbung machen, haben alle eins gemeinsam: Sie halten sich für was besseres! Speziell für was besseres als Regelschulen und für menschlicher, empathiefähiger als Regelschullehrkräfte. Hochmut kommt vor dem Fall-nein, es müssen eher die Kinder ausbaden, wie ich zu diesem Artikel erläutert habe.

https://www.news4teachers.de/2022/04/weltfremd-von-wegen-warum-waldorfschulen-wichtig-bleiben-ein-gastbeitrag/

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
Sehr differenziert von Ihnen. *Ironie*

Sie behaupten also JEDE Privatschule und JEDE Privatschul-Lehrkraft würde sich „überlegen“ fühlen und sich für etwas besseres halten? Das ist mal eine steile These :).

Sie lesen doch hier sehr oft (und ausführlich?) sämtliche Beiträge. Wo habe ich mich bspw. jemals „überlegener“ gefühlt oder die Regelschullehrkräfte angeprangert? Ich habe in beiden Formen (Regelschule und Privatschule) sehr tolle Kollegen/Kolleginnen kennen lernen dürfen und mit ihnen gemeinsam zusammengearbeitet.
Ich prangere durchaus das System an. Aber dafür können die LuL auch nichts. Ganz im Gegenteil. Ich bin für bessere Bedingungen an Regelschulen UND Privatschulen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Noch ein Beispiel :
Die Aussage „Manche Kinder sind hier und manche dort besser aufgehoben“. Das habe ich (Achtung, wieder ein Vergleich) bei Waldorf auch immer gehört und das klingt so tolerant und weltoffen. Tatsächlich halten Waldorfianer – speziell die überzeugten Anthros, Kinder, die nicht in ihr Konzept passen, für verdorben! Die wären angeblich von ihren Eltern falsch erzogen, so dass sie mit gesichtslosen Puppen ect nichts mehr anfangen könnten und ein Wettbewerbsbedürfnis hätten.

Sie schreiben, manche Kinder wären nicht richtig bei Montessori, weil sie bei fehlenden Noten nur „chillen“ würden. Das die Familien das selber so behaupten ist irrelevant. Man muss sich mit dem Weltbild seiner Privatschule auch irgendwie arrangieren und mit dem infragestellen fehlender Noten würde man nur gegen Mauern anreden. Da ist es doch einfacher, nur zu sagen, ja ich bzw mein Kind sind solche Typen, die Noten brauchen und was auch immer ihr da dann so negatives rein interpretiert,dass kann ich auch gleich vorweg nehmen, ja, sonst chillen wir nur. (Ist eine Art, mit einer suggestiven Umgebung klar zu kommen). Und steht damit jetzt die Schule bzw das Konzept negativ da oder das Kind…? Das Kind ist also nicht so gleichmütig, selbstbewusst, diszipliniert, sozial wie ein Montessori Kind sein muss. Es braucht Noten, damit es nicht faul ist und den Beweis, dass es hier und da etwas besser als andere kann, es wird vermutlich später so ein neoliberaler, der immer welche unter bzw über sich haben muss um weniger oder mehr Wert in ihnen zu sehen…
Sind das nicht die eigentlichen Gedanken im Hintergrund, wenn man so selbstgerecht verständnisvoll gegenüber Kindern, die nicht ins Konzept passen, redet und denen alles Gute wünscht? Nicht bewusst, natürlich! Für was besseres hält man sich eher unbewusst und ist immer ein Zeichen von fehlendem Selbstbewusstsein. Mei Sohn übrigens braucht auch Noten, aber noch nie um sich mit anderen, sondern immer nur um sich mit sich selber zu vergleichen! Er möchte das klare Gefühl, etwas geleistet oder sich verbessert zu haben und nicht eine relativierende Aussage erhalten. Das gilt auch für die meisten Kinder bei Waldorf und Montessori, denn sie rechnen diese Aussagen im Kopf notgedrungen in Noten um. Diejenigen, die das nicht tun, sind Kinder, die Angst vor Noten haben. So könnte man es nämlich auch interpretieren, der Gerechtigkeit halber, damit nicht immer nur die Abgänger die doofen, verdorbenen sind :“Wer verdorben ist kann gehen, wer Angst vor sich selber hat, kann bleiben!“

Genauso Antiautoritäre Schulen, welche ja auch privat sind, bzw eine bestimmte Weltanschauung haben:
„Anderswo werden sie fester geführt“ heißt es dann als Erklärung, wenn nicht allen Kindern diese Erziehung gut tut. Das klingt auch so offen gegenüber anderen Methoden und ist in Wirklichkeit ein Selbstlob durch die Hintertür! Wir sind ja so gutmütig, wir kommen einfach nicht damit klar, dass es auch böse Menschen gibt, die Grenzen und Regeln brauchen und sich nicht einfach von selber sozial und vernünftig benehmen – soll das in Wahrheit heißen. Ein als Selbstkritik getarntes Eigenlob und Selbsterhöhung. In Wahrheit gilt nirgendwo so dermaßen das Recht des Stärkeren, wie an Anti autoritären Schulen. Diejenigen, die dort flüchten, haben sich nur aus Angst verteidigt und sind froh, wenn dann an einer anderen Schule Lehrkräfte aufpassen, dass sich DIE ANDEREN KINDER nicht brutal und asozial verhalten und man darauf vertrauen kann, dass alles diplomatisch gelöst werden kann, damit auch MAN SELBER sich eben nicht so verhalten muss . Es ist also in Wahrheit genau umgekehrt, als wie es von Lehrkräften so einer Anti autoritären Schule suggeriert wird.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp

Die Aussage stimmt ja auch meiner Meinung nach. Ihr Waldorfvergleich muss ich so stehen lassen, da ich keine Berührung mit Waldorf habe. Die Kritik lese ich aber nicht das erste Mal. Dort müssen sich Eltern, SuS und LuL eben erkundigen.

Es ist nicht egal, ob die/der SuS das sagte. Das war ein Gegenbeispiel zu obigen Beitrag. Ob die ganze Familie das auch so sieht/sah, weiß ich nicht. Ob das mehrere Familien so sehen, weiß ich nicht. Ich seh das anders, die/der SuS war ziemlich leistungsfähig. Aber wenn die Familie/SuS das so für sich entscheidet, dann ist das doch okay?
Das haben Sie persönlich jetzt so rein interpretiert. Auch den Sinn des Satzes haben Sie so interpretiert, wie Sie wollen. Nein, ich unterstellte in keinster Weise, dass alle SuS, welche „Notendruck“ „brauchen“, an einer Montessorischule falsch wären. Sehe ich auch nicht so.

„Man muss sich mit dem Weltbild seiner Privatschule auch irgendwie arrangieren und mit dem infragestellen fehlender Noten würde man nur gegen Mauern anreden.“
Das ist ein ganz wichtiger Satz von Ihnen. Man (Eltern, SuS, LuL) muss sich mit dem Weltbild seiner Privatschule auch irgendwie arrangieren. Das stimmt. Sonst hätte es doch auch keinen Sinn dort zu arbeiten bzw. seine Kinder auf eine Privatschule zu schicken.
Den 2. Teil des Satzes teile ich nicht mit Ihnen. Natürlich sollte man das (immer wieder) in Frage stellen. Das mache ich als LuL ja auch. Als ich an einer Privatschule ohne Noten (außer staatliche Abschlussnoten) angefangen hatte, habe ich für mich auch Vor- und Nachteile aufgestellt. Ich konnte mir das auch nur bedingt vorstellen, wie das funktioniert, wenn der „Notendruck“ nicht gegeben ist und ob die SuS dort überhaupt mitmachen. Jetzt sehe ich aber, dass es bei den aller Meisten halt funktioniert. Aber mir ist sehr wohl bewusst, dass ich mit einem anderen Clientel, als an meiner alten Regelschule arbeite. Ob es dort ebenfalls funktionieren würde/hätte kann ich schlicht weg nicht beurteilen.

Ob dort das Konzept oder die/der SuS „schlecht“ dasteht, weiß nicht nicht. Die Frage habe ich mir tatsächlich nie gestellt. Die/der SuS hat bei mir gut mitgearbeitet, daher versteh/verstand ich persönlich aus LuL-Sicht das nicht bzw. sehe für sowas keinen Anlass zum Wechsel. Wenn die/der SuS und die Familie das aber so entscheidet, dann muss ich das so akzeptieren.

Ich habe nie unterstellt, dass die/der SuS nur „chillt“ und nicht selbständig wäre und daher einfach nicht „ins Konzept“ passt. Das sehe ich auch nicht so. Die Begründung ging auch nicht von mir aus. In (die Gedanken des/der) Menschen kann man nicht einfach reinschauen. Vielleicht hatte es auch einfach ganz andere Gründe und man (SuS) hat das einfach so gesagt. (Bspw. aus Ihrem genannten Grund, dass das einfacher wäre/ist)

Nein, das sind zumindest nicht meine Hintergedanken. Was hätte ich denn davon? Was würde (mir) das bringen? Ich kann als LuL die Familie unterstützen und beraten (wenn gewollt). Die Entscheidung müssen sie letztendlich selbst fällen. Wenn sie wirklich Noten wollen (nicht brauchen meiner Meinung nach), dann ist es doch vollkommen okay, wenn sie auf eine Schule mit Notengebung wechseln. Das ist eben im Montessori-Konzept nicht vorgesehen. Das kann man positiv oder negativ sehen. Das ist eben auch das, was Sie mit „mit dem Schulkonzept arrangieren“ ansprechen. Das heißt aber nicht, dass der/die SuS schlechter als andere SuS wäre. Was sie/er definitiv nicht ist/war.

Ist doch auch okay, wenn Ihr Sohn das so sieht/braucht. Wenn eine Note das erleichtert, dann ist das prima. Wenn er gerne Klausuren schreibt und sich dabei wohl fühlt, dann top.
Wie schonmal oben erwähnt, ist es mir nicht verboten Tests zu schreiben, das obligt mir als LuL an meiner Schule. Ich darf sie nur nicht benoten. Das ist eine rechtliche Sache. Hier muss man sich dann eben auch arrangieren mit dem Konzept. Ich sehe das als flexibler an und kann das an meine Klassen anpassen. Und ja, auch bei mir gibt es SuS, die gerne Tests schreiben und so ein zusätzliches Feedback erhalten (wollen).

Warum sollten die Abgänger die Doofen sein? Wenn SuS die Schule wechseln gibt es verschiedene Gründe. Dort muss/sollte man halt auch mit sich selbst als Schule und LuL kritisch sein. Ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn Kinder/SuS/Eltern entscheiden, dass sie auf eine andere Schulform (bspw. Gymnasium) beim Übertritt wechseln, wenn Montessori oft „nur“ den Weg über Mittelschule und FOS zum Abitur gibt. Ebenfalls kann ich es nachvollziehen, wenn Eltern/SuS keine verpflichtende Ganztagsschule (falls die Monte-Schule das anbietet) haben wollen. Das hat doch rein gar nichts mit „die Doofen gehen“ zu tun. Das Weltbild fände ich auch schräg. Bin doch in keiner Sekte. Es gibt viele individuelle Gründe für und gegen Privatschulen. Das muss dann jede Familie für sich selbst (teilweise immer wieder) entscheiden, ob sie zufrieden sind oder nicht. Das Selbe gilt im übrigen auch für viele LuL – mitunter daher gibt es an einigen Privatschulen auch eine große Fluktuationsquote.

Der letzte Absatz ist etwas schwieriger. Ich versuche es trotzdem:
Ich sehe komplett anti-autoritäre Systeme auch als schwierig an. Bspw. vllt. Falko Peschel „offener Unterricht“? Dort müssen die Eltern meiner Meinung nach schon viel Vertrauen in die Methodik haben.

Ja gut, das geht natürlich gar nicht. Grenzen und Regeln gehören einfach dazu. Falls die SuS sich gut benehmen, dann braucht man weniger davon. Wenn nicht, dann eben mehr. Ist zumindest meine Meinung.
Wenn das Konzept/die Schule das nicht her gibt. Dann muss man als LuL halt sich selbst fragen, ob das (noch) passt.
Ich würde mir nicht alles gefallen lassen. Das müssen auch keine Eltern/SuS. Darauf hätte ich auch keine Lust.

Aber mal eine persönliche Frage Indra: Sehen Sie Montessori-Schulen als komplett anti-autoritär? Das wäre mir jetzt neu.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Mit der „Antiautoritären Schule“ war eine Antiautoritäre Schule gemeint (Beispiel) und keine Montessori Schule 🙂

Saskia
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„In Wahrheit gilt nirgendwo so dermaßen das Recht des Stärkeren, wie an antiautoritären Schulen.“ Richtig, das sehe ich genauso!

„…und man darauf vertrauen kann, dass alles diplomatisch gelöst werden kann.“
Hier sehe ich die Sache anders: Darauf kann man m. E. nicht vertrauen, weder bei Erwachsenen noch bei Kindern.
Sie brauchen sich oft nur die Kommentare hier durchzulesen um zu merken, wie verbal aggressiv manche Leute mit anderer Meinung und deren Vertretern umgehen. Zu allem Überfluss schreiben sie dann noch ein Loblied auf die Demokratie oder den Respekt vor anderer Meinung. Wie oft ich über diese (unbewusste?) Doppelmoral schon den Kopf geschüttelt habe, kann ich gar nicht mehr sagen.
Und es beunruhigt mich, dass meiner Wahrnehmung nach immer mehr Menschen fromm daherreden, aber eiskalt zuschlagen, wenn jemand anderer Meinung ist als sie. Dann werden dem anderen persönliche Defizite und irgendwelche Schlechtigkeiten unterstellt, möglichst noch mit dem Hinweis, dass er sich dafür schämen sollte.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Saskia

Nun, mein Sohn konnte bei Waldorf keiner Lehrkraft trauen. An der Regelgrundschule konnte er sehr wohl darauf vertrauen, dass sich Probleme diplomatisch lösen lassen. Ich brauch keinen Stock in die Hand nehmen, wenn mich ein Schüler bedroht, ich kann zur Lehrerin gehen und darauf vertrauen, dass mir geholfen und die Sache gerecht geklärt wird. Seitdem ist mein Sohn sogar ein Vorreiter in Sachen diplomatisch Konflikte lösen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Saskia

Was verbale Aggressionen betrifft, sind Internet Foren aber auch einfach surreal!

Petra
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Man findet doch immer einen oder auch mehrere Artikel, die zur eigenen Meinung passen.
Deshalb gehe ich solchen Links gar nicht mehr nach. Die eigene Meinungsäußerung genügt mir.

Carsten60
1 Monat zuvor

Bei der großen Montessori-Begeisterung könnte man sich auch mal daran erinnern, dass Frau Montessori im Jahre 1924 dem „Duce“ Mussolini begegnete, der ihre Pädagogik daraufhin massiv unterstützte und in ganz Italien einführte. Offenbar gab es damals keine Konflikte mit dem Faschismus. Das ging 10 Jahre lang so, bevor sie sich schließlich doch von den Faschisten abwendete.
Eine Analogie zu den Jenaplanschulen ist nicht offensichtlich, könnte aber mal untersucht werden. Aber Peter Petersen haftet nach wie vor der Ruf der Nationalsozialismus an, Maria Montessori dagegen gilt als eine Art Heilige der Reformpädagogik