Staats-Murks mit IT für Schulen geht weiter… Digitale Zeugnisse verzögern sich

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MAINZ. Eigentlich sollten die ersten Abiturientinnen und Abiturienten schon in diesem Jahr ein digitales Zeugnis erhalten. Wegen Sicherheitsproblemen der Software dauert es nun voraussichtlich ein Jahr länger – nicht das erste staatliche digitale Projekt für Schulen, das holpert.

Das digitale Zeugnis lässt auf sich warten… Foto: Shutterstock

Ein Jahr später als zunächst geplant soll es die ersten digitalen Schulzeugnisse in Rheinland-Pfalz im kommenden Schuljahr 2022/23 geben. Als Grund für die Verzögerung nannte das Bildungsministerium in Mainz «Schwachstellen im Sicherheitssystem der Bundesdruckerei». Davon betroffen war ein öffentlicher Schlüssel im Testsystem für die Zeugnis-Blockchain. Bei einer Blockchain werden die Daten nicht auf einem zentralen Computer gespeichert, sondern liegen verteilt auf den Rechnern der beteiligten Akteure, so dass Daten nicht manipuliert werden können.

Bei einem Feldtest wurden vor einigen Monaten in Nordrhein-Westfalen erste digitale Zeugnisse ausgestellt. Auch für die rheinland-pfälzische Software zur Schulverwaltung namens edoo.sys RLP gebe es bereits eine Verbindung, um digitale Abiturzeugnisse ausstellen zu können, erklärte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz. Die Technik dafür haben die Bundesdruckerei und die von öffentlichen Stellen getragene IT-Firma govdigital entwickelt.

Mit dem digitalen Zeugnis entfällt künftig die Notwendigkeit, Kopien von Papierzeugnissen zu beglaubigen

«Die im Testsystem erkannten Schwachstellen wurden abgestellt.» Dabei seien nur Daten sichtbar geworden, die ohnehin öffentlich seien. Schülerdaten seien nicht tangiert gewesen. Zurzeit gebe es einen intensiven Austausch mit allen beteiligten Dienstleistern. Dabei solle sichergestellt werden, dass alle Hinweise und Erkenntnisse der bisherigen Versuche im weiteren Entwicklungsprozess berücksichtigt würden.

Inzwischen ist geplant, im Schuljahr 2022/23 die ersten digitalen Zeugnisse in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin auszustellen. In Rheinland-Pfalz sollen dann auch die Abiturzeugnisse des kommenden Schuljahres digital ausgegeben werden. Damit entfällt künftig die Notwendigkeit, Kopien von Papierzeugnissen zu beglaubigen. Die Zeugnisdaten können auch nahtlos in die Verwaltungssysteme von Hochschulen übernommen werden.

Die Vergabe digitaler Zeugnisse ist ein Projekt für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG). Dieses verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden dazu, insgesamt rund 600 Verwaltungsleistungen über das Internet bereitzustellen. In der Bildung hat Sachsen-Anhalt die Federführung übernommen, Rheinland-Pfalz arbeitet daran mit.

Das Projekt ist nicht das erste IT-Projekt für Schulen, das – wenn überhaupt – mit massiver Verzögerung an den Start geht. Die baden-württembergische Schulplattform Ella musste vor dem Start eingestellt werden. Die nordrhein-westfälische Schulplattform Logineo war für 2016 angekündigt worden und kam dann 2020. News4teachers / mit Material der dpa

Hinter den Zusammenbrüchen der Schulplattformen steckt ein Systemfehler: Ministerien als IT-Entwickler? Das kann nur scheitern

 

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2 Kommentare
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Pälzer
1 Monat zuvor

Edusüs ist eine einzige Katastrophe. (Die Schreibweise ist bewusst und stellt eine Meinungsäußerung dar). Wer’s nicht glaubt, setze sich mal an Edusüs und versuche eine Klassenliste oder Notenliste auszudrucken.

Lakon
1 Monat zuvor

Angenommen, jemand dringt in die digitale Zeugnisverwaltung ein und ändert Noten. Was gilt dann – das digitale Zeugnis oder das zuvor ausgedruckte Papierzeugnis?