Modellversuch: Achtsamkeitstrainings an Schulen sollen „Lehrkräfte für eine lebenslange Berufstätigkeit befähigen“

72

DRESEDN. Ein Pilotprojekt in Sachsen ermöglicht kostenlose Achtsamkeitskurse für Lehrkräfte, um diese resilienter gegen Stress zu machen. Der Versuch wird durch eine wissenschaftliche Evaluation begleitet. Ein Vorlauf an vier Schulen ergab angeblich, dass sich das Klima im Kollegium deutlich verändert habe. Der Vorschlag von Bildungsforscherinnen und -forschern in einem Gutachten für die KMK zum Lehrermangel, entsprechende Kurse an Schulen anzubieten, hatte im Frühjahr für Empörung gesorgt.

Achtsamkeitstrainings können hilfreich sein beim Stressabbau, unbestritten – aber wie wirkungsvoll können sie sein, wenn die Arbeitsbedingungen partout nicht stimmen? (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Ein Pilotprojekt zur Lehrkräftegesundheit zwischen dem Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) und dem „Zentrum für Lehrer:innenbildung und Schulforschung“ (ZLS) der Universität Leipzig ermöglicht kostenlose Achtsamkeitskurse in 30 sächsischen Schulen. Das Angebot umfasst einen Basiskurs (Mindful Teachers Program – MTP), um Lehrerinnen und Lehrern Grundlagen der Achtsamkeit zu vermitteln. Ergänzt wird er fakultativ mit einer Zukunftswerkstatt, die die Haltung in konkrete Themenfelder der Schule, wie Kommunikation, Gremienarbeit und Gesundheitsfürsorge integriert.

Beides wird direkt in den Schulen von einem landesweiten Trainerinnen- und Trainerteam angeboten. Die ersten MTP-Kurse sollen nach den Herbstferien 2023 starten, die Bewerbung zur Teilnahme sollte bis Mitte Oktober über das Schulportal erfolgen. Die Laufzeit des Pilotprojekts ist zunächst bis Dezember 2024 begrenzt. Die Kurse werden vom am ZLS angesiedelten Projekt „Achtsamkeit in der Bildung und Hoch-/Schulkultur“ (ABiK) durchgeführt.

„Wir sind sehr erfreut, dass diese Kooperation zustande gekommen ist“, sagt der Gesundheitsmanager der Stabsstelle für Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement des LaSuB, Sebastian Siegert. „Nachdem bereits einzelne Schulen die MTP-Kurse im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung eigenständig organisiert und durchgeführt haben und wir positive Rückmeldungen dazu erhalten hatten, wollten wir dies für weitere Schulen anbieten und wissenschaftlich begleiten lassen.“

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern würden im MTP-Basiskurs meditative Übungen vermittelt, die einen heilsamen Umgang mit persönlichen Stressoren und globalen Krisensituationen etablieren sollen, so heißt es. Der Kurs fördere die Wahrnehmung der eigenen psychologischen Haltungs- und Handlungsmuster. Dies ermögliche die konkrete Auseinandersetzung mit eigenen Strukturen und Verhaltensweisen. Siegert: „Das trägt einerseits zur Entwicklung der grundlegenden Ressourcen des Lehrberufs, wie Reflexionsfähigkeit, Empathie, Authentizität, Humor, Stressresilienz und Impulsdistanz bei und kann andererseits zu einem bewussteren Verhalten sowohl mit den eigenen Ressourcen (‚Stressbewältigung‘) als auch der Umwelt gegenüber führen.“

„Lehrerinnen und Lehrer prägen die Schulkultur. So haben die bereits an vier Schulen durchgeführten Kurse insbesondere die Atmosphäre im Kollegium grundlegend verändert“, ergänzt Susanne Krämer, Leiterin des ABiK-Projekts.

„Der kompetente Umgang mit Komplexität, Ambiguität und Stress ist dabei eine Schlüsselqualität, die sicherlich von persönlichen Dispositionen abhängt, aber eben auch ein Stück weit trainiert werden kann“

Im Anschluss des MTP-Kurses kann dann im nächsten Schritt das Teaching Mindfulness Program (TMP) besucht werden. Dieser Aufbaukurs wird in der Lehrkräftefortbildung angeboten und vermittelt Übungen, Struktur und Gelingensbedingungen, um Achtsamkeit schulform- und altersangemessen an Schülerinnen und Schüler weiterzuvermitteln.

Der Direktor des ZLS, Alexander Biedermann, meint: „Es ist unsere Aufgabe, Lehrerinnen und Lehrer für eine lebenslange Berufstätigkeit zu befähigen. Der kompetente Umgang mit Komplexität, Ambiguität und Stress ist dabei eine Schlüsselqualität, die sicherlich von persönlichen Dispositionen abhängt, aber eben auch ein Stück weit trainiert werden kann. Die MTP-Kurse stellen hierfür ein wirkungsvolles Instrument dar und sind allen Kolleginnen und Kollegen an Schulen zu empfehlen.“

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) hatte zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels unter anderem mehr Angebote der Gesundheitsförderung für Lehrkräfte vorgeschlagen, um mit der Belastung im Schulalltag besser umzugehen. Lehrerverbände hatten mit scharfer Kritik reagiert. „Das ist blanker Hohn“, befand etwa GEW-Chefin Maike Finnern. Die Lehrerinnen und Lehrer hätten in Krisenzeiten gezeigt, wozu sie fähig sind. „Trotz erschwerter Bedingungen durch die Pandemie, trotz Personalmangel haben die Lehrkräfte stets alles getan, um den Kindern und Jugendlichen das Recht auf Bildung zu ermöglichen. Teilweise unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit.“ Jetzt müsse es darum gehen, die Bedingungen objektiv zu verbessern. News4teachers / mit Material der dpa

Weitere Informationen zum Angebot und zur Anmeldung gibt es hier.

GEW empört über KMK-Gutachten: „Yoga und Achtsamkeitstraining für Lehrkräfte zum Ausgleich?!“

 

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

72 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Zuhsanna
10 Monate zuvor

Das Ergebnis meines letzten Achtsamkeitstrainings war es, dass ich fortan öfter „Nö!“ gesagt habe. Wirklich erwünscht?

Tim Bullerbü
10 Monate zuvor
Antwortet  Zuhsanna

Dito

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  Zuhsanna

Ist vielleicht die einzige Möglichkeit, geistig gesund zu bleiben. Gratuliere!

Menta
10 Monate zuvor

„Lebenslange Berufstätigkeit“ heißt sozialverträglich vor Pensionsbeginn ableben, na toll!

Canishine
10 Monate zuvor

MTP, TMP, ZLS, SWK, ABiK und natürlich KMK. Neulich noch IQES, 4K, VUCA und
SAMR.
Ist das jetzt persönliche Disposition oder fehlt mir nur das Training im Umgang damit?

Fresh L
10 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Hört sich an wie ein Rap der Fanta 4:

MTP und TMP, ZLS und SWK
ABik und KMK
Herzinfarkt TATÜTATA!

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Fresh L

Sehr gut! 😀

Der Zauberlehrling
10 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Ab zum Achtsamkeitstraining!

Sofort!

Mindful Teacher Program ==> ein völlig unnötiger Anglizismus, der die Situation auch nicht verbessert.

Nein, das ist keine alleinige persönliche Disposition ihrerseits.

Auf französisch hört es sich vielleicht besser an. merde.

Canishine
10 Monate zuvor

Ob jetzt persönliche Disposition oder fehlende Achtsamkeit, ich bin doch immer noch schuld, oder?

Maggi
10 Monate zuvor

Wenn man so etwas machen will, warum nicht richtig? Man könnte jeder Lehrkraft Hansefit (https://hansefit.de/ )ermöglichen. Damit kann sich jeder das aussuchen, was ihm bzw. ihr beim Stressabbau hilft. Aber einzelne Kurse helfen bestimmt- komisch ist nur, dass die Wirtschaft erkannt hat, dass es so nicht funktioniert.

Mira
10 Monate zuvor
Antwortet  Maggi

Und noch nicht einmal Hansefit wird Lehrern ermöglicht. Aber gerne doch noch Achtsamkeitstrainig am WE… wie wäre es,mwenn Fortbildungen und Achtsamkeitstraining mal in der Aarbeitszeit liegen würden, wenn es doch so relevant ist? Unser Gesundheitstag findet natürlich auch an einem Tag statt, an denen manche ihren freien Tag oder nur 3 Stunden hätten. Ist natürlich verpflichtend für alle

Mika
10 Monate zuvor

Jo, kein Ding. Ich schieb das fix zwischen Elternabend, Korrekturen und Wäsche machen ein.

Pölli
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Was hat denn Wäsche machen mit Berufstätigkeit zu tun?

Caro
10 Monate zuvor
Antwortet  Pölli

Nix, das ist genau der Punkt.
Das kommt noch on Top.
Irgendwo zwischen der Betreuung der eigenen Kinder, Fahrten zur Musikschule, Einkaufen, Arztterminen, Haushalt, Pflege von Angehörigen – und dem Stapel Korrekturarbeit, Elternwünschen, erforderlichen Telefonanrufen und Unterrichtsvorbereitung im selbst finanzierten Homeoffice.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Pölli

Ich habe noch ein Privatleben und in diesem durchaus Verpflichtungen.Der Lehrerjob grenzt dieses immer mehr ein. Die Zeit für Familie und anderweitige nichtberufliche Dinge wird durch den Job immer knapper.
Statt Achtsamkeitstraining für die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit (in meiner Freizeit durchzuführen) wäre wohl die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durchaus hilfreicher.

Tonie
10 Monate zuvor
Antwortet  Pölli

Na wir wollen doch in sauberer Klamotte arbeiten…

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Pölli

Die muss wohl auch jemand machen… Es sollte idealerweise die Person sein, die sie eingeschmutzt hat. Fama berichtet, dass es Menschen geben soll, die „aus Liebe“ die Wäsche Anderer mitwaschen, aufhängen, bügeln, legen, einräumen. Andere lassen sich diesen Dienst bezahlen. Das ist dann bezahlte Berufstätigkeit. Das Andere ist unbezahlte Berufstätigkeit und wird deshalb gern als selbstverständlich mitgenommen….

Alex
10 Monate zuvor

Zum Thema Achtsamkeit kann ich eigentlich nur dieses Buch empfehlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsam_morden

Kerstin D.
10 Monate zuvor

wichtiger ist doch, sich an die neuen Bedingungen anzupassen und so flexibel und mitarbeiterfreundlich zu werden.

Freitags frei / bzw. Projektgruppen oder online Arbeit
Konferenzen digial von überall aus
homeschooling Tage möglich machen (manche SuS pendeln 1-1,5 Std zur Schule und manche Lehrer auch)

Manche Schulen beginnen mit einer vier Tage Woche (ja, Lehrkräfte können dann auch mal zuhause bleiben) und es wird probiert.

Es ist doch schwierig, wenn in anderen Branchen gebuhlt wird und sich dort viele bewerben und Thema Schule hat das Nachsehen.

Das geht doch nur mit Geld oder flexiblen & super Bedingungen, oder nicht? 🙂

Raina
10 Monate zuvor
Antwortet  Kerstin D.

Sie vergessen, dass das Gehalt in den letzten Jahren eher stagnierte und mit der Inflation nicht mehr mithalten kann.

Peace
10 Monate zuvor
Antwortet  Raina

Wird in den nächsten Jahren nicht besser werden. Da muss man sich nichts vormachen. In Hessen hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Beamte nicht angemessen bezahlt worden und die Nullrunden verfassungswidrig sind. Bis heute ist nichts passiert. Das Land hat kein Geld. Kommentar überflüssig.

Dörte
10 Monate zuvor
Antwortet  Peace

echt? Das ist in Hessen passiert?

Aber dann darf sich doch keiner wundern, wenn es zu unattraktiv ist und die Lehrer fehlen. Womöglich wechseln die dann noch woanders hin. Gibt es noch keine 4.Tage Woche?

Peace
10 Monate zuvor
Antwortet  Dörte

Ja, stellen Sie sich vor. Hessen ist auch das einzige Bundesland, das nicht der Tarifgemeinschaft angehört. Wird wohl Konsequenzen haben.

Carsten
10 Monate zuvor
Antwortet  Peace

Es gab keine einzige Zahlungsklage, die dieses Urteil aufgriff ?

Carsten
10 Monate zuvor
Antwortet  Peace

Hier sieht es so aus, dass schon etwas passiert ist, die endgültige Entscheidung ist in Karlsruhe wohl noch nicht gefallen ?
https://www.hessenschau.de/politik/landtag/extra-erhoehung-fuer-beamte-in-hessen-kommt—und-entzweit-landtag-v1,landtag-beschluss-besoldung-beamte-100.html

Peace
10 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Korrekt. Dieses Jahr 3% und nächstes Jahr 3%. Das ist nicht im Ansatz akzeptabel. Das Bundesverfassungsgericht wird das jetzt hoffentlich klären und festlegen, ab wann korrigiert werden muss. Ich denke 2013.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Kerstin D.

Welche Schule hat eine Viertagewoche für Lehrkräfte? Meinen Sie das Modellprojekt für 12 Schulen in Sachsen Anhalt? Die Viertagewoche bezieht sich da nur auf die Schüler, nicht auf die Lehrer! Die sind brav an 5 Tagen in der Schule und unterrichten z.B. am Freitag die 6a, die am Montag regulär daheim bleibt. Am Montag haben diese Lehrkräfte die 6b unterrichtet, die am Freitag daheim bleibt. Gibt unterschiedliche Modelle in Sachsen Anhalt, aber 4 Tage für Lehrkräfte hat keins davon, soviel ich weiß!

Martin
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Gibt es nicht unterschiedliche Ansätze?
Belgien 4 Tage
Grundschulen in D mittwochs Gruppentage usw. (dabraucht es keine volle Lehrerschaft)

Ziel muss doch eine Attraktivität und Verbesserung für die Lehrer sein.
Du hast es doch aus den Büros gehört?! Da gibt es dann 30 Std mit vollem Gehalt.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Martin

Gruppentag? Was soll das sein? Wenn eine Schülergruppe zu beaufsichtigen ist, macht das die Lehrkraft – wen anderes gibt’s nämlich nicht an der Schule. Da es gerade an Grundschulen im Regelfall genauso viele Lehrer wie Klassen gibt, sind alle Lehrer in der Schule.
Bis jetzt habe ich noch kein Vier-Tage-Modell in Deutschland kennengelernt, welches den Lehrern Ressourcen freischaufeln würde (also eine realistische Verkürzung der Arbeitszeit darstellt).
Und bitte, auch in der Anonymität des Netzes möchte ich gern selbst entscheiden, wer mich duzt.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Wie kriegen die Eltern das plötzlich gewuppt?

Ich dachte – Schule ist sicher, Eltern und Kinder müssen getrennt werden, Eltern müssen arbeiten und haben keine Zeit sich um ihre Kinder zu kümmern….

Adele Horn
10 Monate zuvor

Ursachenforschung und -beseitigung ist nicht mehr in Mode, oder?

Peace
10 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Dito

Kilian
10 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

War es noch nie.

Dil Uhlenspiegel
10 Monate zuvor

„Lehrkräfte für eine lebenslange Berufstätigkeit befähigen“, zu welcher man also ohne Achtsamkeitstraining nicht fähig ist? Muss ein Traumberuf sein.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Da kommt man dann nur mit Suizid raus – oder was soll ich sonst von dieser „grandiosen“ Idee halten?

Das ist ein „bisschen“ morbide – oder verstehe ich das falsch?

Bayer
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Freilich kommen die ganzen Ansätze wie Resilienz-Achtsamkeitstraining, Yoga, Waldbaden etc. aus der Psychotherapie.
So manch burnouterfahrener wird sich sein Teil gedacht haben.
In Therapie wird ein breites Spektrum angeboten, so dass man etwas Geeignetes finden würde.
Mit der Gießkanne Achtsamkeit für alle verordnen, nach dem Motto: viel davon für alle – ist echt nur noch doofer Aktionismus.
Mich machen Achtsamkeitsphasen allerdings ( wie oben schon beschrieben wurde ) nachdenklich, mit der Tendenz, Fehler im System besonders hervorzuheben.
Wenn nun jemand erfolglos verstärkt kritisiert, kann dies auch ins Gegenteil umschlagen, Unlust, Demotivation…..Suizidal wird hoffentlich dadurch keiner werden, lieber Riesenzwerg.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Bayer

Dann fallen wir im Klassenzimmer achtsam um – und auf die Schüler aufpassen (achtsam halt!), damit die an die Hinterbliebenden keine Regressansprüche stellen können 😉

Ich weiß nicht – fühle nur ich mich so achtsam vera_scht?

LEBENSLANGE BERUFSFÄHIGKEIT – geht`s noch?!

Mankannesnichtfassen
10 Monate zuvor

Ich kann mich noch an einen Fortbildungstag zjm Thema erinnern:

Was belastet Sie am meisten?

Dass ich *keine Zeit* mehr für etwas anderes außer Schule habe.

Schaffen Sie sich ein Hobby an. Das hilft. Einen Hund z. B.

A.J. Wiedenhammer
10 Monate zuvor

Na ja, Zuhören ist eben nicht jedermanns Ding…
Aber witzig scheint der Fortbildungstag wenigstens gewesen zu sein 🙂

Miki
10 Monate zuvor

Toll, so ein Training. Es fand bei uns in der Unterrichtszeit statt und die KuK die da raus kamen sahen sehr entspannt aus.
Ich musste dafür die Englischstunde in der 6d eines der KuK vertreten – und andere die anderen Stunden. Wir waren weniger entspannt…

Soso
10 Monate zuvor

Manchmalweiß ich nicht mehr, was Witz und was Tatsache ist. Die Konturen gehen allmählich ineinander über..

Teacher Andi
10 Monate zuvor

Achtsamkeitstraining, soso. Das soll helfen, die Probleme der Schulen zu lösen. Das Geld kann man sich sparen und lieber in die Renovierung der Klassenzimmer stecken, denn das würde alle Geemüter schon mal besänftigen.
Mit dem Achtsamkeitstraining wird man meiner Meinung nach noch sensibler und mimosiger, noch langsamer …… Ich würde das nie in Anspruch nehmen, hätte lieber einen ausgleichenden Fitnesskurs im High Impact Bereich, um den Kopf frei zu bekommen und eventuellen Fehlhaltungen vorzubeugen. Sehe ich als zielführender an , aber jeder wie er es mag. Allerdings empfinde ich diesen Ansatz eher unverschämt, ganz nach dem Motto „wir haben euch jede Menge Stress aufgeladen und kaum umsetzbare Aufgaben gestellt, aber wir tun doch was, damit Sie dies überstehen“. Solange die Einsicht, dass am System insgesamt etwas geändert werden muss (inklusive erfahrene Pädagogen statt Kultusminister), nicht ankommt, wird sich die Lage immer weiter verschlimmern.
Herr Piazolo findet das sicher gaaaanz toll, er ist auch der Meinung, dass die vielen Quereinsteiger nun ein Erfolg sein werden, da sicher keiner wieder aussteigen wird und sicher auch keine Probleme an den Schulen verursacht. (Ich sehe schon die Klagen).
Ich bin einfach nur wütend, da ich in der sog. Lehrerschwemme mit ca. 80% der Referendarskollegen so einfach auf die Straße gesetzt wurde, und nun das …………

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Jepp – wenn ich anfange, ganz achtsam und bewusst den Grad meiner dauerhaften Überbelastung auch noch wahrzunehmen…. dann merke ich vielleicht, wie dringend ich da raus muss!

Ob das noch eine win-Situation für „lebenslange Berufsfähigkeit“ ist 😉

Dörte
10 Monate zuvor

Vielleicht hilft Ihnen auch die 4.Tage Woche!

Haben gerade viele andere.

Teacher Andi
10 Monate zuvor
Antwortet  Dörte

Würden Sie als Beamte eine Besoldungskürzung in Kauf nehmen? Und wer soll dann die notwendigen Stunden halten? Glauben Sie, dass die Kultunsministerien einen vernünftigen, für alle erträglichen Lehrplan zustande bekommt?
Die Probleme wachsen und wachsen, man darf gespannt sein. Die Bereitschaft, hier dauernd die Polizei zu spielen, ist gewaltig gesunken. Die Quereinsteiger werden es reißen.

Einer
10 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ob nun Vier-Tage-Woche oder Fünf-Tage-Woche, die Pflichtstunden (26 oder was auch immer) bleiben gleich. Wieso sollte das Gehalt gekürzt werden, wenn ich die gleiche Anzahl an Stunden unterrichte nur eben an vier Tagen?

Teacher Andi
10 Monate zuvor
Antwortet  Einer

Da haben etliche Lehrer, meist diejenigen, die bei der Stundenplanung mitwirken, bereits eine 4 Tage Woche. Aber wenn das Stundenmaß und alle äußeren Umstände bleiben, reduziert sich der Stress doch nicht. Außerdem wird es schier unmöglich sein, nun alles auf 4 Tage zu komprimieren in der Stundenplanung, da dürften dann keine Freistunden mehr anfallen, oder man ist jeden Nachmittag bis 16 Uhr am Unterrichten. Ist alles nicht durchdacht. Einen Distanzunterrichtstag könnte ich mir vorstellen, den könnte man dann auch gezielt für die Inhalte hernehmen, die sich für digitalen Unterricht eignen.

Frankfurterin
10 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Man kann wie woanders Stunden reduzieren und Projektstd. einrichten. Da braucht es nicht viele Betreuer. Tageweise geht es auch im homeschooling.
So würde alles viel flexibler sein und drei Tage präsenz reicht doch (so auch in der Wirtschaft)

Teacher Andi
10 Monate zuvor
Antwortet  Frankfurterin

Projektstunden? Wie sollen diese aussehen? Wir haben auch Projektstunden und -wochen mit den Schülern, das bedeutet aber für den jeweiligen betreuenden Lehrer wesentlich mehr Arbeit. Dies mit Betreuern zu stemmen, halte ich für utopisch, die Hauptarbeit bleibt beim Lehrer.

Lanayah
10 Monate zuvor

Vor Corona kannte ich das Wort Resilienz gar nicht, und jetzt kann ich es schon nicht mehr hören. Es wird dazu missbraucht die Verantwortung für das Leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen auf die Opfer dieser Misere zu schieben, nach dem Motto: Wenn du das Unerträgliche nicht erträgst liegt es an dir. Also mache eine Fortbildung!

Ich_bin_neu_hier
10 Monate zuvor

„Es ist unsere Aufgabe, Lehrerinnen und Lehrer für eine lebenslange Berufstätigkeit zu befähigen.“ – Das nehme ich jetzt mal als eine unfreiwillig entlarvende Selbstaussage: nix mehr mit Pension und Ruhestand („lebenslange Berufstätigkeit“): Umkippen vor der Tafel beim Unterrichten ist angesagt – bis dahin aber bitte schön achtsam sein und arbeits- und leistungsfähig bleiben.
Wir helfen euch auch dabei, wirklich ganz, ganz fest versprochen!

Äh, finde den Fehler…

Heike Bauch
10 Monate zuvor

Also jetzt reicht’s! Die können mich mal mit ihren Achtsamkeitskursen. Macht mich aggressiv!

laromir
10 Monate zuvor
Antwortet  Heike Bauch

Dafür gibt es dann bald Anti- Aggressions-Kurse schön achtsam feste zuschlagen

Riesenzwerg
10 Monate zuvor

Lebenslange Berufsfähig?

Und dann fall ich mit 90 im Klassenraum völlig achtsam tot um?

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Nee, das wäre ja dann ein Dienstunfall und die Hinterbliebenen hätten evtl. Ansprüche. Machen Sie das mal fein zuhause!

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Mist – das habe ich nicht bedacht 😉

Ramalamadingdong
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, aber bitte in der Pause, damit die Schüler nicht traumatisiert werden. 😉

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  Ramalamadingdong

D i e s e Form der rücksichtsvollen Achtsamkeit lehren die doch bestimmt in den (nächtlichen – weil anders habe ich keine Zeit, weil S c h u l e) Fortbildungen?!

Jette
10 Monate zuvor

Vielleicht brauchen unsere Vorgesetzten ein Achtsamkeitstraining (gerne am Wochenende), um zu lernen, wie sie mit Lehrkräften achtsam(er) umgehen können?

TaMu
10 Monate zuvor

Lebenslange Berufstätigkeit… sterben die achtsamen Teilnehmer früher, also vor Renteneintritt?
Oder verstehe ich etwas nicht?

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ja, Sie verstehen das falsch – es gibt kein Rentenalter mehr.

Die Zauberworte lauten doch „lebenslange Berufstätigkeit“ 😉

Man kann sich nur noch an die Birne fassen und in die Tischkante beißen.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Grausam. Ich muss das irgendwie verpasst haben, wahrscheinlich während einer Achtsamkeitsmeditation.
Langsam und achtsam an die Birne fassen und dann ebenso achtsam in die Tischkante beißen… und dann dasselbe in blitzschnell, wenn einem ein Verantwortlicher begegnet. Läuft dann unter tödlicher Cobraattacke oder so etwas!

dauerlüfterin
10 Monate zuvor

Bei sowas guck ich immer auf das Datum, obs vom 1. April ist.

447
10 Monate zuvor

Gestern noch Satire – heute real…Achtsamkeitstraining, was ein Unfug.

Achtsamkeutstraining gegen chronisches Dauerchaos verordnen ist wie Kopfschmerztabletten nehmen, statt zum Zahnarzt gehen – der faule Zahn muss raus, nicht die Schmerzmittel rein!

Achin
10 Monate zuvor
Lanayah
10 Monate zuvor
Antwortet  Achin

„Achtsamkeit gaukelt Normalität vor, wo Empörung angebracht wäre.“ Genau das ist es.

Carsten
10 Monate zuvor

Als literarische Kategorie fällt das Ganze wohl unter „Groteske“.

Lisa
10 Monate zuvor

Psychiatrie hat ein Manko. Sie schiebt den Fehler im System gerne dem Einzelnen zu anstatt dem System. Nicht: Das System ist krank, sondern DU bist es! So sind auch diese Achtsamkeitskurse gemeint. Ist ein wenig wie beim Achziger Jahre – Sponti – Spruch, den wir Niedriglöhner skandierten: „Gebt uns wenigstens Kokain gegen den Hunger!“ Damit meinten wir: Nicht an die Ursachen herangehen, sondern sie übertuenchen.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

… ist da nicht was mit Legalisierung von Cannabis geplant? Jetzt verstehe ich endlich, warum dieses neue Gesetz so wichtig ist! 🙂

A.J. Wiedenhammer
10 Monate zuvor

In jeder Apothekenzeitschrift und anderswo wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sinnvoller ist, die Ursachen eines Problems zu beseitigen als an seinen Symptomen herumzudoktern.

Im zweiten Weltkrieg wurden kampfmüden und erschöpften Soldaten Amphetamine verabreicht, damif sie länger (lebenslang?) funktionierten. Vielleicht ist das auch eine Überlegung wert?
Ja, ich weiß, dass ist jetzt total überspitzt und sarkastisch, und grundsätzlich ist sinnvolles Achtsamkeitstraining natürlich in keinster Weise mit Aufputschmitteln zu vergleichen, aber allmählich befürchte ich, dass keine Idee zu verrückt ist, dass sich nicht Verfechter dafür finden.

Freiya
10 Monate zuvor

Lebenslange Berufstätigkeit? Ganz sicher nicht! Ich freue mich darauf, in 6 Jahren „Privatier“ zu sein – wenn bis dahin meine Augen mitmachen! Ich werde ganz sicher nicht bis ich 90 bin in die Schule tapern! Arme Schüler! Arme ich!

Berufspädagoge
10 Monate zuvor

Also unser Dienstherr kümmert sich aufopferungsvoll um seine Lehrer/innen am Berufschulzentrum: Der Präventionstag zur Lehrergesundheit (Teilnahmepflicht) findet im Braunkohletagebau statt. Dies tröstet mich darüber hinweg, dass aus Kostengründen für die Drucker im Lehrerzimmer keine Toner und kein Papier mehr gekauft wird – im Sinne der Nachhaltigkeit werden die nun nutzlosen Drucker nicht weggeworfen, sondern wir können dafür selbst Toner und Papier kaufen. Irgendwie muss ich bei der nächsten Berufswahl achtsamer sein …