„Ein Schock“: Zentralrat sieht neue Dimension des Judenhasses an Schulen

52

BERLIN. Der Zentralrat der Juden in Deutschland beklagt eine neue Qualität antisemitischer Stimmungen in Schulen. «Der offene Antisemitismus an deutschen Schulen ist für uns leider nicht überraschend», erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Das Problem sei leider lange bekannt. «Die aktuelle Unterstützung des grausamen Terrors der Hamas in Israel, die eine neue Dimension des Judenhasses an deutschen Schulen aufzeigt, ist aber dennoch ein Schock.»

Weltweit wird gegen Israel demonstriert – und dabei nicht selten dem israelischen Staat das Existenzrecht abgesprochen. Hier: Pro-Palästina-Demonstration in London 2017. Foto: Shutterstock / Ben Gingell

Der Sprecher verwies auf Initiativen gegen Antisemitismus an Schulen. In dem Begegnungsprojekt des Zentralrats «Meet a Jew» habe es in der Vergangenheit nur recht selten antisemitische Anfeindungen gegen jüdische Freiwillige gegeben, die bundesweit an zahlreichen Schulen für einen Austausch mit nicht-jüdischen Schülern unterwegs sind. «Häufig gingen gerade muslimische Schüler mit einem Aha-Effekt über die vielen Gemeinsamkeiten des Glaubens nach Hause», so der Sprecher.

«Umso bedrückender ist es, dass eine geplante Begegnung für diese Woche in Niedersachsen von der Schule abgesagt wurde, weil die Stimmung der Schülerschaft so aufgeheizt israel- und judenfeindlich sei, dass sie Ausschreitungen nicht ausschließen können», schilderte er. «Das ist ein Armutszeugnis, auch wenn es für eine umfassende Analyse des Hamas-Terrors auf die Meet-a-Jew-Begegnungen noch zu früh ist.» Das Projekt werde in jedem Fall weitergeführt.

«Die Lage wird regional immer angespannter. Das gilt besonders für solche Schulen, an denen viele Schüler mit Wurzeln im arabischen Raum unterrichtet werden»

Nach Angaben des Sprechers engagiert sich der Zentralrat auch auf anderer Ebene gegen Judenhass an Schulen. «Der Zentralrat arbeitet in mehreren Arbeitsgruppen mit der Kultusministerkonferenz (KMK) und anderen Partnern an bildungspolitischen Antworten darauf, wie mit antisemitischen Narrativen, die diese Jugendlichen unter anderem aus ihrem häuslichen Umfeld und sozialen Medien kennen, umgegangen werden soll.» Viel deutlicher müssten etwa Desinformationskampagnen über Social Media in den Blick genommen werden.

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» zum Thema Antisemitismus an Schulen: «Die Lage wird regional immer angespannter. Das gilt besonders für solche Schulen, an denen viele Schüler mit Wurzeln im arabischen Raum unterrichtet werden.» Häufig herrsche hier ein gefestigtes antisemitisches Weltbild, das die Kinder und Jugendlichen zu Hause oder in den Schulen ihrer Heimatländer vermittelt bekommen hätten. Ein großes Problem seien zudem soziale Netzwerke. «Dort wird Antisemitismus vielfach offen aus- und vorgelebt.» In Berlin ist ein Streit um eine Palästinenser-Fahne auf dem Schulhof eskaliert. Gegen einen Schüler und einen Lehrer wird wegen Körperverletzung ermittelt (News4teachers berichtete).

Die unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, sorgt sich ebenfalls wegen der Lage an den Schulen. «Seit dem Terrorkrieg der Hamas beobachten wir dort eine starke Zunahme von antisemitischen, israelfeindlichen und islamistischen Parolen», sagte sie dem «Tagesspiegel». Ataman forderte Bund und Länder zum Handeln auf. Bisher helfe das deutsche Antidiskriminierungsrecht nicht gegen Diskriminierung an Schulen. «Es ist unglaublich: Antisemitisches Mobbing und Diskriminierung ist in deutschen Klassenzimmern bis heute nicht verboten. Eine Ausnahme bildet Berlin, wo es ein Landesantidiskriminierungsgesetz gibt», sagte sie. Auch die anderen Länder müssten solche Gesetze einführen, forderten sie.

«An unseren Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es keinen Platz für Antisemitismus und keinen Platz für Israelhass!»

Die Kultusministerkonferenz teilte mit, sie werde zusammen mit allen zuständigen Stellen alles dafür tun, den Schulfrieden zu wahren, «indem jede Form von Antisemitismus, Solidaritätsbekundungen mit und Rechtfertigungen von terroristischen Aktivitäten verurteilt und unterbunden werden». «Unsere Schulen sind der Ort, an dem Frieden, Versöhnung und Toleranz vermittelt werden», hieß es in der Mitteilung. «An unseren Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es keinen Platz für Antisemitismus und keinen Platz für Israelhass!»

Die Kultusminister sehen offenbar vor allem die Lehrkräfte gefordert. So heißt es weiter in der Erklärung: «Die brutale Gewalt der terroristischen Angriffe erschüttert die Schülerinnen und Schüler und die gesamte Schulgemeinschaft, nicht zuletzt, weil auch viele Kinder und Jugendliche unter den Opfern sind. Gerade deshalb sind die Schulen nun herausgefordert, darauf angemessen und sensibel, mit Empathie und Menschlichkeit zu reagieren. Die Vermittlung altersgerechter Informationen und der Umgang mit Hass und terroristischer Propaganda spielen jetzt eine besonders große Rolle. Die Länder unterstützen ihre Lehrkräfte hierbei.»

Und wie? Das lässt die KMK offen. Einzelne Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen haben Informationen über Antisemitismus zusammengestellt. News4teachers / mit Material der dpa

Zentralrats-Präsident Schuster über Antisemitismus unter Schülern und Lehrkräften: „Das gesamte System Schule muss auf den Prüfstand“

Anzeige


Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

52 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
polly
9 Monate zuvor

Das klingt so als sei Deutschland als ganzes für die Taten von Zuwanderern verantwortlich, die teils in abgeschotteten Communities leben. Und niemand sagt zu diesen (den antisemitischen) Zuwanderern: schämt euch! Auch Schuster und Ataman nicht.

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  polly

Und genau das müsste jetzt laut und deutlich überall gesagt werden.

Konfutse
9 Monate zuvor
Antwortet  polly

Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst von meiner KuMi oder meinem Dienstherren ein Schreiben an die Schulen flattert, in dem reklamiert wird, warum die LK nicht remonstriert hätten, als im Zuge des neuen Lehrplans der Geschichts- und Gemeinschaftsunterricht ins Absurde reformiert und gekürzt wurde. Könnte echt zu dem passen, was ich hier in BW schulpolitisch in den letzten 13 erlebt habe.

Konfutse
9 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

Ich meine natürlich in den letzten 13 Jahren.

Primasius
9 Monate zuvor
Antwortet  polly

Noch mal: Die Bürger dieses Landes, die mehrheitlich deutsche Bürger sind, werden in IHREM Land angegriffen, nur weil Sie jüdisch sind. Das, was Sie hier machen, ist Propaganda.

Teacher Andi
9 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

Und wer greift sie mehrheitlich an? Wir haben hier etliche Völkergruppen aufgenommen, in der Meinung, man müsse sie vor Gewalt schützen. Und nun üben sie auf unserem Boden Gewalt aus. Dafür sollen wir nun verantwortlich sein? Man hat jahrzehntelang geschwiegen, nur nichts gegen Migranten sagen. Das rächt sich jetzt, das sollten auch Sie erkennen.

GEW-nee!
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Die Arbeitskraft ausbeuten, aber die Menschen nicht sehen – das ist in Deutschland leider über Jahrzehnte passiert.“ Genau das passiert doch nach wie vor. Asylsuchende sollen arbeiten (Pflicht?), nachdem über Jahrzehnte die Arbeitsaufnahme per Gesetz verhindert wurde- um eine Integration unbedingt zu verhindern und die Stimmung zu befördern, die jetzt herrscht (‚die leben auf unsere Kosten‘ etc.). Nun fordern nicht nur die Arbeitgebenden, auf Integrations- und Sprachkurse zu verzichten und die Menschen gleich in die Betriebe zu schicken (gerne in den Niedriglohnbereich und in Helfendenjobs; ohne Sprach- und Kenntnisse aus z. B. Integrationskursen lassen sich die Leute noch besser ausbeuten und übertölpeln).

Freiya
8 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

Ich habe Polly so verstanden, dass sie keineswegs jüdische Mitbürger meint, sondern die, die in Deutschland feiern, weil Hamas Verbrechen an der Menschlichkeit begeht.

polly
8 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Richtig. Wenn Exilrussen feiern, weil Odessa und Kiew so viel beschossen wurde, dann sehen wir das ja auch nicht gerne und haben dennoch keine Verantwortung dafür. Die Ukrainer werden geschützt — so gut es geht.
Aber letztlich ist das immer ein Problem, auch wenn eine Vietnamesen-Mafia Schutzgelder von Exil-Vietnamesen erpresst: Der deutsche Staat kann nicht alles leisten, was sich irgendwer wünschen mag.
Und natürlich sind auch Palästinenser als Flüchtlinge „aufgenommen“ worden, das überträgt sich dann auf deren Kinder, und das rechtfertigt kein solches judenfeindliches Benehmen in Deutschland.
Was meint eigentlich Frau Chebli (sie ist palästinensischer Herkunft) ?

polly
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihr Link ist vom August. Dieser Tage äußert Frau Chebli sich anders. Sie meint offenbar, die randalierenden Hamas-Unterstützer seien Opfer der bösen Deutschen:
https://twitter.com/SawsanChebli/status/1713437773581926716
Einen echten Antisemitismus sieht sie dabei nicht, alles nur ein „Deckmantel“.

polly
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie redet vom „Spiel mit unserem Leben“. Und das angesichts der Krawalle, so als sei in Deutschland das Leben der Palästinenser bedroht. Wenn die sich normal und friedlich verhalten würden, dann wären sie auch nicht bedroht. Wer aggressiv ist, kann nicht erwarten, dafür noch gestreichelt zu werden.
Die deutsche Gesellschaft ist mitnichten für Gerechtigkeit überall in der Welt zuständig, das ist ein Missverständnis. Frau Chebli sollte sich hüten, als prominente SPD-Politikerin ausländische Interessen zu vertreten, die dann hier zu Krawallen führen. Ziel der militanten Palästinenser ist es doch, Israel wieder zu beseitigen und alles auf die Zeit vor 1948 zurückzustellen. Deswegen werden Israel-Fahnen verbrannt. Das ist Revanchismus, die Realitäten sind anzuerkennen. Echte Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung lehnen die doch ab. Die USA und Ägypten hatten schon versucht, die Betonköpfe an einen Tisch zu bringen.

Fakten sind Hate
9 Monate zuvor

Was sagt denn die Zentralräte der anderen Parteien zu dem Thema? Wird hier wieder mal geschwiegen. So wie in den letzten Jahren?

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

Natürlich.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  447

Nein, nicht natürlich, sondern schade, dass man nicht darüber berichtet, denn die haben sehr wohl etwas dazu zu sagen.
Leider sind die Medien offensichtlich mehrheitlich nicht in der Lage mal bei denen nachzufragen.
Ich bin ganz froh, dass immerhin der NDR in SH das getan hat.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Fakten sind Hate

In SH wurde u.a. über die türkische Gemeinde berichtet, deren Vorsitzender sich sehr bestürzt geäußert hat.
Wenn nicht berichtet wird, erfährt man man auch nichts.
Hängt an unseren Medien.

Primasius
9 Monate zuvor

Es ist beschämend, wie einige Kommentatoren hier versuchen, die Juden als „Fremde“ abzustempeln, für deren Sicherheit Deutschland nicht zuständig sei. Es sind mehrheitlich DEUTSCHE Bürger, die in IHREM Land angegriffen werden. Keine Netanjahu Anhänger, wie eine gewisse polly unter Rekurs auf ihre „Freunde in Israel“ (alte Taktik der Antisemiten) behauptet. Das ist Antisemitismus zu behaupten, Deutschland sei für die Sicherheit der jüdischen Bürger nicht zuständig. Polly, genau das ist Antisemitismus!

vhh
9 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

https://www.news4teachers.de/2023/10/nach-schulhof-schlaegen-um-palaestina-fahne-bundesbeauftragter-in-sorge-um-schulen/#comments und hier noch der Beitrag, auf den ‚Primasius‘ sich bezieht. Gern geschehen…
Wo bitte schreibt @polly, Deutschland sei für die Sicherheit jüdischer Bürger nicht zuständig? Sie (?) hatte Besorgnis geäußert, dass Konflikte wie in ähnlichen Fällen in D stattfinden könnten (sehe ich nicht so, jubelnde Netanjahu-Fans oder Ultrareligiöse in größerer Zahl muss man in D lange suchen) und dann sinngemäß ’so ein Konflikt gehört nicht hierher‘. Man muss schon extrem böswillig sein, um hier ‚D muss seine jüdischen Bürger nicht schützen‘ zu verstehen.
Das Abstempeln als ‚Feind‘ sehe ich eher bei ‚alte Taktik der Antisemiten‘ und sinnentstellenden Wiedergaben, jede Aussage gilt als ‚Propaganda‘, wenn die Schublade erst einmal gefunden ist.

TaMu
8 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Danke für das Verlinken der Textstelle, um die es hier zu gehen scheint. Ich verstehe Polly nirgendwo antisemitisch. Primasius hat Polly aber so verstanden.
Es ist eine schwierige Situation und wir werden nun oft erleben, dass Worte auf der Goldwaage landen, auch wenn es um offensichtliche Missverständnisse geht, und dass es jedesmal beiden Seiten wehtun wird.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

Ich sehe (bisher) kein Abtrennen in der von Ihnen beschriebenen Weise.

Jeder, der halbwegs internetaffin ist kann jedoch (so unzensiert wie gewünscht) sehen, wer GANZ KONKRET in rauen Massen die Terrortaten der Hamas gegen Juden befürwortet, relativiert, rechtfertigt usw.

Da ergibt sich nur ein spezifisches bundesdeutsches Problem: Jahrelang wurde…und jetzt kann man nicht mehr unter der Decke halten, dass …

Persönlich kenne ich keine Lösung.
Vielleicht gibtbes auch gerade keine.

Teacher Andi
9 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

Das hat polly so nicht gesagt, sondern dass wir jetzt nicht verantwortlich gemacht werden können für die muslimisch-antisemitischen Angriffe. Das hätte man schon eher reagieren müssen. Wollen Sie behaupten, dass man nun nichts für den Schutz der angegriffenen Juden tut? Es wird genauso viel getan wie für jede andere Aggression auch. Aber die Polizei ist bei uns ausgedünnt, ausgelaugt und kann in der Situation der allgemein prekären Sicherheitslage sich nicht vierteilen.

TaMu
8 Monate zuvor
Antwortet  Primasius

Ich habe so etwas hier überhaupt nicht gefunden und gelesen. Wo finden Sie diese Textstellen?
Selten waren die Beiträge in diesem Forum so einig wie zum Zusammenhalt mit Juden hier und weltweit und mit dem Staat Israel.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Viele sind aber nicht alle oder die Mehrheit. Danke für die Differenzierung!

Nick
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei „Viele“ ist das aber immer noch zu viel.

DerechteNorden
8 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Wie praktisch, dass man damit aber so schön Stimmung machen kann!
Man muss diese Leute kritisieren, ja. Und diejenigen, die gegen Gesetze verstoßen, sanktionieren.
Falsch und spaltend ist es jedoch, wenn man suggeriert, dass sämtliche (Es wird oft nicht mehr zwischen „viele“ und „alle“ unterschieden.) Muslim*innen problematisch wären.

Nick
8 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist Ihnen im Schulalltag noch nie aufgefallen, dass es eben nicht zum Alltagsbild gehört, dass Jungen jüdischen Glaubens mit einer Kippa ganz selbstverständlich im Klassenraum sitzen?

Saskia
9 Monate zuvor

In Deutschland scheinen viele endlich zu realisieren oder zu äußern wagen, dass wir einen veritablen Antisemitismus durch fanatische Zuwanderer haben. Wer darauf hinwies, wurde bisher gern als fremden- und islamfeindlich angesehen.
Für einen besseren Schutz unserer jüdischen Mitbürger ist jedoch unerlässlich, dass man alle Wurzeln des Antisemitismus bei Namen nennt und nicht nur eine. Wer das nicht tut, kocht nur sein eigenes politisches Süppchen und denkt bestenfalls sekundär daran, die Juden und deren Kinder in unseren Schulen wirklich vor Judenhass zu schützen.

Freiya
8 Monate zuvor
Antwortet  Saskia

Wir wollen darüber aber bitte nicht den urdeutschen Antisemitismus vergessen, der ja durchaus auch existiert … Zeigefinger auf Andere – drei Finger auf sich, usw…

Dreamghost
8 Monate zuvor
Antwortet  Saskia

Der Hubsi Aiwanger ist ein Migrant?

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor

Wer in den letzten Jahren entsprechende Befürchtungen äußerte, wurde gleich als islamophob, rechts und/oder Nazi betitelt. Und jetzt gibt man sich ernsthaft überrascht? Überrascht in einem Land, das von Ditib-Einflüssen durchzogen ist? Und immer hieß es, der Islam gehört zu Deutschland. Wie dessen politischer Teil agiert, ist nun in deutschen Städten und Schulen sichtbar.

Ich habe übrigens nie wahrgenommen, dass umgekehrt jüdische Mitbürger auf der Straße Palästinaflaggen verbrennen oder Gewalt gegen pro-palästinensische Ansichten ausüben.

GS in SH
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

In den USA sind es bei Weitem nicht nur einige Muslime, die die Hamas als „Widerstandskämpfer“ bejubeln, die das Recht haben, sich mit allen Mitteln gegen den „Apartheitsstaat Israel“, die „Colonizer“, zu wehren!
Auch einige BLM Funktionäre, Social Justice Warrior und sogar LGBTQIA+ Aktivisten springen auf den Zug mit auf!

Ich bin froh, dass es hier nur vereinzelte Stimmen aus der Richtung gegeben hat, die sofort von der eigenen Community zurückgepfiffen wurden.

Die große Mehrheit des deutschen Muslime sehen die Hamas als das was sie ist: eine Terroristenvereinigung und keine Widerstandskämpfer!

Der Zentralrat der Muslime musste auf Druck deutscher Muslime sein erstes Statement verbessern, weil deutsche Muslime ihm Relativierung vorgeworfen haben, was sie so nicht stehenlassen wollten. Vielen Dank!

Es ist wichtig, dass Antisemitismus in einem Teil der muslimischen Bevölkerung angesprochen wird, denn nur dann kann man herausfinden, was dagegen getan werden kann. Vielleicht braucht es dort eine andere Herangehensweise als nur die Thematisierung des Holocaust in der Schule.

TaMu
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich verstehe Rüdiger Vehrenkamp so, dass er sich im Zusammenhang mit politischen Ditib-Einflüssen auf die derzeitige Situation geäußert hat. Er hat damit in meinem Verständnis genau so wenig pauschal Musliminnen und Muslime herabgewürdigt, wie ich mich als Deutsche herabgewürdigt sehe, wenn jemand das Handeln der Bundesregierung kritisiert. Ich finde es im Gegenteil richtig, alle politischen Einflüsse in einer Demokratie zu benennen und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen. Gerade im Sinne der Gleichberechtigung und Gleichstellung müsste hier mit viel mehr gegenseitiger Offenheit vorgegangen werden.
Habe ich bisher die Distanzierung durch Ditib von den Massakern der Hamas und den Fahnenverbrennungsaktionen hierzulande verpasst? Falls ja, bitte ich darum, diese zu verlinken. Ich möchte gerne sicher sein, dass Organisationen mit einer solchen Reichweite in Deutschland gerade jetzt auf dem Boden der freiheitlich- demokratischen Grundordnung stehen und sich zu unserer Verfassung bekennen.

Rüdiger Vehrenkamp
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie haben recht, ich hab zu sehr pauschalisiert – weil sich die Art, wie Muslime in meinem Umfeld mit dem Konflikt umgehen, mit meiner täglichen Arbeit und somit meinen Erfahrungen deckt. Das ist im Endeffekt gesamtdeutsch gesehen natürlich eine (viel zu laute) Minderheit.

Mit Blick auf die großen Islamverbände vernehme ich ein Schweigen oder verhaltene pro-israelische Äußerungen was das Thema betrifft. Nur alleine die Meldungen bei Ihnen auf der Seite zeigen, dass die derzeitige Aversionen gegen jüdische Mitbürger bzw. Israel vor allen Dingen von Muslimen ausgeht. Genau davor wurde jahrelang gewarnt und man muss aufpassen, dass aus den wenigen Muslimen, die sich auf die Hamas-Seite stellen, nicht mehr werden.

Wutbürger
8 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ich verstehe Rüdiger Vehrenkamp so, dass er sich im Zusammenhang mit politischen Ditib-Einflüssen auf die derzeitige Situation geäußert hat.

Dann werden Sie doch einmal deutlich: welche „Ditib-Einflüsse“ haben etwas mit dem konkreten Konflikt in Israel und Berlin zu tun?

Wutbürger
8 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Habe ich bisher die Distanzierung durch Ditib von den Massakern der Hamas und den Fahnenverbrennungsaktionen hierzulande verpasst?“

Warum sollte das die Ditib machen? Die Ditib gehört zur Republik Türkei. Warum sollte sie sich distanzieren von Streitigkeiten, die Israelis, Araber und Deutsche betreffen?
Vielleicht sollte sich lieber einmal Deutschland (ehrlich) distanzieren, immerhin gaben es der Hamas in den letzten 2 Jahren Finanzhilfen von 340 Millionen € und haben somit wahrscheinlich diesen Terrorangriff auf Israel direkt mitfinanziert.

TaMu
8 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion
TaMu
8 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

https://www1.wdr.de/nachrichten/israel-hamas-gaza-angriff-gebet-ditib-100.html
Aber leider auch das, so ganz eindeutig ist Ditib nicht. Da bleibt im Konfliktfall viel Interpretationsspielraum, drr der auch von Musliminnen und Muslimen kritisch gesehen wird.

DerechteNorden
8 Monate zuvor

Ja, wer alle Muslim*innen pauschal aburteilt, der wird zurecht als rechts bezeichnet, denn der ist nicht besser als diejenigen, die damals pauschal alle Menschen jüdischen Glaubens pauschal abgeurteilt hat.
Wieso differenzieren denn da?

Freiya
8 Monate zuvor

Ditib ist NICHT „der“ Islam!!!

Teacher Andi
8 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Warum und wofür sind sie dann da?

Freiya
8 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Wer „sie“???
Ditib ist der staatliche Arm der Türkei zur Sicherstellung staatskonformer Lehre in den Ditib-Moscheen…um es mal vorsichtig auszudrücken.
Nun ist aber weder jeder Türke Moslem noch jeder MoslemTürke! Der Islam ist ein weites, weites Feld.

Wutbürger
8 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Die Ditib hat eine Reihe wichtiger Aufgaben hier in Deutschland zu erfüllen, die den Bereich der Religionsausübung betreffen (Sie wissen schon, Grundgesetz und so Nebensächlichkeiten).

Der größte Teil der Großeltern- und Elterngeneration hat einen Vertrag mit Ditib (ähnlich einer Mitgliedschaft) und auch viele Jüngere in meinem Alter werden das haben, indem sie jeden Monat Beiträge an Ditib abführen.
Hierfür kümmert sich Ditib im Falle des Todes um alles: von Deutschland bis zur Beerdigung im Heimatort in der Türkei kümmert sich Ditib um alles (inkl. Transport zum/von Flughafen, den Flug) und das alles so schnell wie möglich (aus persönlicher Erfahrung: die Freigabe eines Toten durch deutsche Behörden ist das, was am Längsten dauert). Die Angehörigen werden somit auch von unnötigen und belastenden Pflichten befreit und es entstehen auch keine weiteren Kosten (also wie bei einer christl. Beerdigung in Deutschland, wo anschließend eine Rechnung über mehrere tausend Euro kommt, gibt es nicht).

Vielleicht können Sie jetzt erahnen wie wichtig die Arbeit der Ditib für viele Türken hier in Deutschland ist.

Wutbürger
8 Monate zuvor

Überrascht in einem Land, das von Ditib-Einflüssen durchzogen ist?“

Ich weiß überhaupt nicht was das bedeuten soll. Was wollen Sie damit sagen?

„Wie dessen politischer Teil agiert, ist nun in deutschen Städten und Schulen sichtbar.“

Ich wüßte ja gerne einmal, wie Sie das beweisen wollen. Ich behaupte, dass sich dort mehr linksextreme Deutsche an den Demos beteiligen als Türken. Und mit der unkontrollierten Einwanderung (die auch nicht die Türken hier zu verantworten haben) aus direkten Nachbarländern Israels gibt es auch genügend motiviertes Demomaterial, ganz ohne Türken.

GS in SH
8 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Es braucht nur den Blick über den Tellerrand hinaus: nach London, New York, Sydney, Paris….
Es ist kein singuläres Israel-Palästinenser-Problem mehr, sondern längst schon ein Unterdrücker-Opfer-Problem geworden. Der riesige Mob, der in Sydney „Gas the Jews“ skandierte, war sehr divers!
An Unis in den USA, auch an Eliteunis wie Havard, Berkeley usw., findet man kaum Israeluntersützer aber jede Menge öffentlicher Pro-Palästina Statements. Es geht nur noch um „Dekolonisierung“ und damit wird der Hamas-Angriff gerechtfertigt.

Wutbürger
8 Monate zuvor
Antwortet  GS in SH

Das habe ich nicht gefragt. Ich wollte wissen was das mit der Türkei und Ditib zu tun hat.
Ich verurteile Sie als Deutschen ja auch nicht, weil Russland in die Ukraine einmarschiert ist.

Clara
8 Monate zuvor

Natürlich ist antisemitische Diskriminierung an Schulen verboten, denn sie verstößt gegen die Menschenwürde. Ein weiteres spezielles Gesetz, wie es die Bundesbeauftragte für Antidiskrimierung offenbar zu Profilierungszwecken forcieren möchte, braucht es hier nicht. Sie kann davon ausgehen, dass zumindest die Lehrkräfte mit dem GG vertraut sind.