Tschüss Noten? Schulsenatorin kündigt an: Schulen dürfen bis zur 9. Klasse auf Zensuren verzichten

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HAMBURG. In 50 Schulen in der Hansestadt war es bisher schon möglich – im Zuge eines Projekts. Nun dürfen alle Schulen, die es wollen, auf Noten bis zur Klasse 9 verzichten. Damit bekommt die Debatte über die Notwendigkeit von Ziffernnoten ein neues Kapitel.

Zeugnis Noten (c) shutterstock /Lukassek
Sind Ziffernzeugnisse in Hamburg bald nur noch ein seltener Anblick? Symbolfoto: Shutterstock/Lukassek

Schulen in Hamburg dürfen künftig bis einschließlich Klasse 8 auf die Notenvergabe verzichten. Das sagte die neue Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) im Interview mit der taz. Im mittlerweile beendeten Schulversuch „Alleskönner“ hatten 50 Modellschulen auf Noten verzichten dürfen – und dürfen das nun weiterhin. Auf die Frage der Zeitung, ob anderen Schulen dies weiterhin nicht erlaubt sei, sagte die Senatorin: „Doch. Wer mitmachen möchte, kann mitmachen. Wir sind in Hamburg sehr offen dafür. Es gibt auch einen Beschluss meiner Partei dazu.“ Sie selbst habe in ihrer Zeit als Berufsschullehrerin keine Präferenz gehabt. Ihrer Erfahrung nach sei es wichtig, „mit den Schülern in den Austausch zu gehen, wo sie stehen und was sie brauchen“.

Dient Hamburg mit dieser Entscheidung als Vorbild für die anderen Bundesländer? Schon lange steht die Benotung von Schüler*innen mit Ziffern in der Kritik – auch, weil Studien darauf hinweisen, dass Ziffernnoten alles andere als objektiv sind.

Systematische Verzerrungen bei der Notengebung

Aktuell zeigt beispielsweise eine Untersuchung der Universität Zürich und der Universität Bern, dass Geschlecht, Gewicht und der familiäre Hintergrund starken Einfluss auf die Notengebung haben (News4teachers berichtete). Die Basis der Analyse bildeten die Daten von mehr als 14.000 Neuntklässler*innen aus dem Nationalen Bildungspanel in Deutschland. Das Autor*innenteam verglich die von den Lehrkräften vergebenen Noten mit den Ergebnissen standardisierter Kompetenztests. Unabhängig von den tatsächlichen Fähigkeiten und Begabungen erhielt demnach etwa ein Junge mit einem hohen BMI aus einer weniger gut situierten Minderheiten-Familie im Durchschnitt schlechtere Noten als ein Mädchen mit niedrigem BMI aus einer privilegierteren Familie ohne Migrationshintergrund. Dieser negative Einfluss verstärkte sich noch, wenn Schülerinnen und Schüler mehrere dieser benachteiligenden Merkmale auf sich vereinten.

Der Einfluss des Geschlechts auf die Leistungsbeurteilung lässt sich auch schon in der Grundschule beobachten. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam aus Deutschland, Großbritannien und den USA, an dem die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beteiligt ist (News4teachers berichtete). Demnach überschätzen Lehrkräfte die Fähigkeiten von Mädchen im Bereich Sprache und von Jungen in Mathematik im Vergleich zu ihren Leistungen in objektiven Tests. Und: Mit der Zeit vergrößert sich der Vorsprung der Jungen in Mathematik und der der Mädchen im sprachlichen Bereich. Das sei ein Indiz für das Bestehen selbsterfüllender Prophezeiungen, wonach die Prognose über eine mögliche Zukunft diese Zukunft maßgeblich bedingt.

Gleiche Noten bei unterschiedlichen Kompetenzen

Wie wenig Noten über die tatsächlichen Kompetenzen junger Menschen aussagen, zeigt eine Analyse der Universität Tübingen und des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), das zur Humboldt-Universität Berlin gehört. „Die Ergebnisse legen nahe, dass Schülerinnen und Schüler mit gleichen Schulnoten substantiell unterschiedliche Kompetenzen aufweisen und dies auch umgekehrt gilt“, also ähnliche Kompetenzen zu unterschiedlichen Noten führen können, schreiben die Autor*innen.

Für die Studie wertete das Forschungsteam die Daten von rund 55.000 Schüler*innen der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland aus. Dabei nutzten sie die Prüfungsergebnisse aus den IQB-Bildungstrend-Studien der Jahre 2015 und 2018 für die Fächer Englisch und Mathematik. Die Ergebnisse aus den standardisierten Tests verglichen sie mit den tatsächlichen Schulnoten und kamen zum Ergebnis, dass sich lediglich 21 Prozent der Unterschiede bei Schulnoten durch Kompetenzunterschiede erklären lassen. Der größte Teil der übrigen Unterschiede in der Benotung seien auf Unterschiede innerhalb von Schulen zurückführen. Dabei könnte es sich beispielsweise um mündliche Leistungsunterschiede von Schüler*innen handeln oder um andere individuelle Merkmale wie die Motivation oder Gewissenhaftigkeit.

Die Beispiele zeigen: Schulnoten messen nicht nur das, was sie messen sollen. Trotzdem hält das deutsche Bildungssystem hartnäckig an ihnen fest. Doch die Entscheidung Hamburgs dürfte die Debatte, ob Schulnoten überhaupt notwendig sind, neu anheizen. News4teachers / mit Material der dpa

„Gute Möglichkeit, Stress zu reduzieren“: Schüler und Eltern offen für Noten-Alternativen

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Inselbegabung
4 Tage zuvor

Naja, das Verrückte ist ja, diese Studien weisen nach, dass Ziffernoten nicht korrekt, also etwas, was jeder doch eigentlich weiß, dass Ziffernoten nicht korrekt sind. Man weiß ja, wie oft man ein Auge zugedrückt und doch die bessere Note (oder den Punkt zum Erreichen der besseren Note) gegeben hat. Deshalb staune ich über die Meldungen oder die Berufung auf solche Studienergebnisse.

Es geht doch aber gar nicht darum, dass eine Note objektiv sei. Es geht darum, dass sie einen Hinweis gibt, wo der Schüler steht. Das kann man auch mit vielen Worten machen. Sind die Worte dann objektiv? Was sagen die Studien dazu? Werden die Studien sich erst dafür interessieren, wenn es keine Noten mehr gibt? Ich sage, sie sind genauso wenig oder viel objektiv.

Wenn viele Worte nicht objektiv sind und Ziffernnoten auch nicht, warum dann unnötig mehr Aufwand in Form von ebenfalls nicht objektiven Worturteilen? Das verstehe ich nicht.

Katinka
3 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Zumal dann bei Worturteilen wahrscheinlich kommt: Und was wäre das jetzt als Note?

Lanayah
3 Tage zuvor
Antwortet  Katinka

Das ist tatsächlich eine Frage, die an der Grundschule oft kommt, wo es in den ersten zwei Jahren keine Noten gibt.

Rüdiger Vehrenkamp
3 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Vor allen Dingen: Wer liest sich diese langen Beurteilungen durch (und versteht sie auch)? Gut, dank KI kann man diese immerhin in die jeweiligen Muttersprachen übersetzen, falls die Eltern kein Deutsch sprechen. Doch bei einer Note wissen Eltern und Kinder doch gleich, ob das Kind die schulischen Leistungen erbringt oder eben nicht. Oder anders: Warum einfach, wenn es auch (unnötig) kompliziert geht?

Lernen geht anders
3 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Dass Schüler wissen wollen, welche Note sie hätten, ist verständlich. Sie gehen davon aus, dass die Zahlen objektiv wären. Nur weil Schüler danach fragen, sind Noten nicht automatisch sinnvoll oder gar objektiv.

Eine wörtliche Rückmeldung, die keine Konsequenz mit sich bringt (z.B. Sitzenbleiben), ist ein formatives Feedback, das beim Lernen helfen soll. Fehler werden so zu eher zu einer Quelle des Lernens, als wenn sie in der Konsequenz zu einer Abwertung führen. Wenn Schüler das Notensystem kennen, sind sie in der Regel nicht am Feedback interessiert, sie wollen nur wissen, ob die Note sie in Turbulenzen bringt oder nicht, oder wie gut sie gegenüber den anderen waren, etc..

Dass Schüler ohne Noten lernen wollen, erscheint den meisten hier im Forum vermutlich realitätsfremd und unvorstellbar, denn es entspricht nicht ihren Erfahrungen (bis auf die erfolgreich angepassten Schüler). Pädagogisch ist das sehr traurig, weil wir so, zum einen autoritäre Strukturen prägend werden lassen, zum anderen verlieren die meisten Schüler ihre Wißbegier, ihre Neugier. Das ist sehr bitter, gerade in Zeiten, in den denen die Rechten erstarken.

Anika von Bose
3 Tage zuvor

Vielen Dank für Ihre Ausführungen.

potschemutschka
3 Tage zuvor

„…sie wollen nur wissen, ob die Note sie in Turbulenzen bringt oder nicht, oder wie gut sie gegenüber den anderen waren, etc..“
Meiner Erfahrung nach ist das der springende Punkt: Kinder vergleichen sich mit anderen von klein an, bei jeder sich bietenden Gelegenheit und das ist mit Noten viel einfacher, auch wenn die nicht 100%ig objektiv sein können. Verbale feedbacks sind auch nicht 100%ig objektiv und weniger vergleichbar.

Rüdiger Vehrenkamp
2 Tage zuvor

Reformpädagogische Ansätze der letzten Jahre mit vermindertem Leistungsdruck führten bislang nur dazu, dass Leistungen insgesamt schlechter wurden. Jedenfalls lesen wir das alljährlich in den Medien. Meine Kinder lesen sich die Anmerkungen von Lehrkräften unter Aufsätzen selten bis gar nicht durch, die wollen nur die Note wissen. Und so gehts den meisten Kindern, die mit langen, schriftlichen Feedbacks überhaupt nichts anfangen können (Stichtwort hier: Fehlende Lesekompetenz).

Im Umgang mit Jugendlichen sehe ich, dass sie sich ab etwa Klasse 7 in der Regel so gar nicht mehr fürs Lernen und Schule interessieren wollen, zumindest, wenn ich unser Klientel beobachte. Wissbegierig sind sie, nur gehts da eher um die Themen Smartphones, Social Media, Influencer, Fußball und Youtube und weniger um Grammatik, Satz des Pythagoras, Pantoffeltierchen und französische Revolution. War bei uns doch auch so.

Vielleicht hören Schulen und Bildungspolitik mal mit dem Ausprobieren irgendwelcher Konzepte auf – mit Blick auf die letzten Jahre haben diese nämlich überhaupt nichts gebracht. Im Gegenteil. Besser wäre eine Rückbesinnung auf den Leistungsgedanken mit klaren Ansagen. Und Noten.

Unfassbar
2 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Es wird sich andauernd über das abnehmende Leistungsniveau, die geringere Motivation usw. beklagt. Reagiert wird mit Programmen, individueller Förderung usw. Letzteres ist von der Idee her regormpädagogisch.

Canishine
2 Tage zuvor

Es gibt genügend Einflüsse, die dazu führen, dass Schüler ihre Wissbegier und Neugier verlieren, da es extrem viel und starke Ablenkungen gibt. Dies alles (primär) auf Noten zu schieben, ist realitätsfremd. Und mit der Ablenkung steigt der Druck.
Auch sollte man nicht unterschlagen, dass Noten eigentlich Wortrückmeldungen sind, wie „gut“ oder „ausreichend“ („Das hast Du gut gemacht.“). Natürlich wären ausführliche Rückmeldungen und umfassende Gespräche sinnvoller, eigentlich sogar notwendig, aber auch diese würden ggf. darauf verweisen müssen, dass Konsequenzen drohen, wenn erforderliche Lernschritte versäumt werden. Dazu braucht es kein Sitzenbleiben, die Realität wartet nicht darauf, dass jemand Lust zum Lernen hat. Letztlich dienen Noten in den großen Lerngruppen der Rationalisierung der Rückmeldung, denn zu mehr ist schlicht keine Zeit. Ein Weglassen allein ohne viel mehr Raum für ausführliche Begleitung löst kein einziges Problem.
Wieso Noten autoritäre Strukturen stärken und zu Rechtradikalismus führen, erschließt sich mir noch nicht. Die These ist genauso steil wie die Behauptung, dass ohne Noten alles in die Anarchie abgleiten würde.

Monika, BY
2 Tage zuvor

„Dass Schüler wissen wollen, welche Note sie hätten, ist verständlich. Sie gehen davon aus, dass die Zahlen objektiv wären.“

In dem ersten Satz steht schon eine fehlerhafte Aussage.

Die Schüler, die Lehrer, die Eltern, das ganze System kennt gar nicht anders.

Schulen von heute bereiten die Kinder nicht mehr darauf was auf sie in der Zukunft kommt.

Monika, BY
2 Tage zuvor

Ich möchte nur betonen, dass ich Ihre Zusammenfassung außerordentlich zutreffend finde.

Danke.

Monika, BY
2 Tage zuvor

„Wenn Schüler das Notensystem kennen, sind sie in der Regel nicht am Feedback interessiert, sie wollen nur wissen, ob die Note sie in Turbulenzen bringt oder nicht, oder wie gut sie gegenüber den anderen waren, etc..“

Je höhere Klasse, desto deutlicher ausgeprägt.

In realem Leben gibt es keinen Noten, sondern Job, Entlassung, feedbacks.
Die sehr breite Kompetenz zählt. Heute mehr als je.

Lisa
1 Tag zuvor
Antwortet  Monika, BY

Beamte bekommen Noten… tatsächlich. Die richten sich aber auch nicht immer nach der Leistung, sondern danach, wie viele Planstellen es denn für Beförderungen gibt.

Anika von Bose
3 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Ich würde es so zusammenfassen, Ziffernoten werden nicht nur durch Leistung beeinflusst, sondern auch durch andere Faktoren.

Klar kann man in Berichtzeugnissen auch entsprechend verfahren, bei Ziffernoten ist das bedeutend bedeutend einfacher.

Und Leistungen eines Kindes zu umschreiben, kann auch aussagekräftiger sein.

Und schlussendlich werden ja auch „nur“ Möglichkeiten geschaffen die Leistungsbewertung zu verändern. Und das ist gut. Es kann, muss aber nicht.

Mein Sohn hat drei Jahre lang eine internationale Schule in Doha besucht und da gab es auch keine Zifferbewertung. Bei Leistungüberprüfungen bestand der „Wettbewerb“ darin, den Test nicht noch mal wiederholen zu müssen, weil der abgefragte Stoff noch nicht „saß“.

Als wir zurück nach Deutschland kamen, hat er das Gymnasium besucht und auch sein Abitur abgelegt.

Anika von Bose
3 Tage zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Er war von der „deutschen Schule“ zunächst sehr befremdet. Er zehrt bis heute von seinen Erfahrungen, die er dort machen konnte.

H. F.
3 Tage zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Als ich das erste Grundschulzeugnis meines Sohnes in den Händen hielt — eine A4-Seite formuliert wie ein Arbeitszeugnis — schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen: das bringt genau GAR nichts. Zensuren mögen nicht 100% objektiv sein, aber hat das jemand behauptet? Müssen sie das überhaupt sein? Sie geben ein schnelles und einfaches Feedback.

Die Bildungsrevoluzer geben eh nicht auf, bevor alles althergebracht Funktionierende aus dem Bildungssystem getilgt wurde. Dann gibt es nur noch die Flucht auf die Privatschule oder Homeschooling.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

… und einige Drohnen stehen schon bereit, diese Lücke gegen üppige Bezahlung zu füllen.

Leo Lausemaus
4 Tage zuvor

Unabhängig von den tatsächlichen Fähigkeiten und Begabungen erhielt demnach etwa ein Junge mit einem hohen BMI aus einer weniger gut situierten Minderheiten-Familie im Durchschnitt schlechtere Noten als ein Mädchen mit niedrigem BMI aus einer privilegierteren Familie ohne Migrationshintergrund.

Ja, gut. Aber wieso glaubt man, dass das dann bei einer wörtlichen Beurteilung anders wäre? Dass das so ist, liegt doch nicht an der Ziffernote. Diese, ich sage mal Klischees, ändert man doch nicht, indem man Ziffernoten durch verbale Beurteilungen ersetzt. Die Klischees sind dann immer noch da. Man muss also etwas gegen die Klischees tun, nicht gegen die Ziffernoten. Das wird das Pferd vom Schwanze aufgezäumt.

ed840
3 Tage zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Zeugnisnoten scheinen halt andere Dinge auszusagen als die Ergebnisse standardisierte Kompetenztests. Scheint z.B. Schulen zu geben, wo die Mitarbeit im Unterricht 50% der Zeugnisnote ausmachen soll. Dort würde z.B. ein Schüler, der in allen schriftlichen Mathearbeiten volle Punktzahl erreicht hätte, keine 1 bekommen können, wenn er im Unterricht beharrlich schweigen würde. Umgekehrt könnten mangelhafte Matheleistungen dann mit Mitarbeit und Verhalten wieder kompensiert werden. In solchen Fällen wäre eine Verbalbeurteilung vermutlich schon aussagekräftiger als eine einzelne Ziffer.

Mika
3 Tage zuvor
Antwortet  ed840

In Brandenburg sind mündliche Leistungen und die Mitarbeit zwingend! in die Ermittlung der Zeugnisnote einzubeziehen.
Quelle: VV LeistungsbeweruBB, Par. 5 und 10

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich halte nichts davon fachliche Leistungen mit Mitarbeit/Verhalten zu einer Note zu mischen. Meiner Meinung nach sollte z.B. die Mathematiknote im Zeugnis nur widerspiegeln, ob man in der Lage war mathematische Aufgaben und Probleme zu lösen. Ob man im Matheunterricht auch höflich und freundlich war, brav das gemacht was die Lehrkraft wollte und sich fleißig gemeldet hat oder nicht, sollte m.M. besser separat ausgewiesen werden. Aber das scheint in den 16 Bundesländern unterschiedlich gehandhabt zu werden. Ein Grund mehr, warum man die Zeugnisse verschiedener Bundesländer auch nur sehr begrenzt sinnvoll vergleichen kann.

Mika
2 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Auch in BB dürfen keine Noten zur Disziplinierung erteilt werden (völlig zu Recht). Die Bewertung der Mitarbeit ist keine Verhaltensbewertung im Sinne „ Ob man im Matheunterricht auch höflich und freundlich war, brav das gemacht was die Lehrkraft wollte“, sondern bewertet die Mitarbeit insbesondere unter qualitativen, aber auch quantitativen Aspekten.

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich fände es trotzdem besser, wenn die beiden Bereiche getrennt bewertet würden. Wenn sich Leute z.B. als Azubi bewerben, geht man eigentlich davon aus, dass die Mathenote aussagt, ob man in der Lage war korrekt zu rechnen und mathematische Fragestellungen zu lösen etc. . Ob dann auch rege und fleißig mitgearbeitet wurde, könnte ja separat ausweisen. So war ich das in meiner Schulzeit gewohnt. Aber wie gesagt, 16 Bundesländer mit 16 unterschiedlichen Systemen.

Lisa
1 Tag zuvor
Antwortet  Mika

Ja, da gebe ich den Kritikern Recht. Ich bin vermutlich nicht an jedem Tag objektiv, und wenn mich ein renitenter Schüler anschnauzt und mir die richtige Antwort gibt, benote ich ihn doch vielleicht ein wenig strenger mündlich als das liebe Mädel, das rot anläuft, fast weint und so gar keinen Plan von Mathematik hat.

Besseranonym
2 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Vlt ist das an sich in allen 16 BL doch gleich – an sich separate Mutarbeit und Verhalten.

Und vlt legen eben verschiedene Kollegen das in pädagogischer Freiheit verschieden aus.
Da hilft dann auch ein Beschluss der SL oder ESeLei nix.
Bei uns ist strikt zu trennen.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Besseranonym

So kenne ich das aus meiner Schulzeit auch. Eine Lehrkraft aus NRW hat aber z.B. geschrieben, dass dort „Unterrichtsbeteiligung“ mit 50% in die Zeugnisnote eingehen muss.

Unfassbar
4 Tage zuvor

Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Leistungsrückmeldungen objektiver und losgelöster von jeglichen Korrelationen zu Körpergewicht, Geschlecht, Migrationshintergrund, Deckenhöhe usw. sind. Abgesehen davon wird im Elterngespräch nach den Zeugnissen der Text in eine Zahl übersetzt werden müssen und ab Klasse 10, wenn es wirklich mal Ziffernoten gibt, könnten die Ohren anfangen zu schlackern.

PaPo
4 Tage zuvor

„Aktuell zeigt beispielsweise eine Untersuchung der Universität Zürich und der Universität Bern, dass Geschlecht, Gewicht und der familiäre Hintergrund starken Einfluss auf die Notengebung haben […].“

Nein.

(a) Zusammenhang (Korrelation) ≠ „Einfluss“

(b) „Einfluss“ = Kausalität, hier mit (behaupteter) Wirkrichtung von „Geschlecht, Gewicht und […] familiäre[m] Hintergrund“ (als vermeintl. unabhängige Variablen) zu Noten (als vetmeintl. abhängige Variablen)… die Studie ist eine Korrelations- resp. Querschnittsstudie, die kann gar keinen „Einfluss“ analysieren.

Canishine
3 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Im Mittelpunkt des Interesses steht wohl weniger eine Verminderung der Notenungerechtigkeiit, da ja standardisierte Tests dieses Problem nicht zu haben scheinen, also zumindest ergänzend verwendet werden könnten. Es geht wohl eher darum, auf den gefühlten Stress Rücksicht zu nehmen, der mit Noten assoziiert wird.
Da kommt eine neue Studien als Argumentationshilfe gerade recht.

PaPo
3 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Mir ging es eigtl. nur um den sachlichen Fehler der Redaktion, die Studie habe irgendwelche „Einflüsse“ demonstriert. 😉

Canishine
2 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Ich bin etwas weiter gegangen, denn Ihr (und anderer Foristen) Hinweis (und ähnliche andere) taucht ja an verschiedenen Stellen auf, die Argumentationslinie bleibt jedoch irgendwie unbeirrt.
Deshalb mutmaße ich ein wenig über Motivationen, welche ja ggf. berechtigt sind. Nur scheint es mir eine Tendenz zu geben (auch bei der Notendiskussion), gerne mal vorschnell das Kind mit dem Bade ausgießen zu wollen.

Mo3
4 Tage zuvor

Ich finde es schon sehr wichtig, dass Schulnoten neben den Kompetenzen auch Fleiß, Motivation und Gewissenhaftigkeit bzw. die Mitarbeit im Unterricht mit berücksichtigen. Und sicher erzeugen Noten auch einen gewissen Druck, aber einige Kinder werden diesen Druck auch brauchen oder sehen ihn als Ansporn. Jedes Kind ist anders und braucht deshalb vielleicht auch individuell andere Rahmenbedingungen. Noten sind deshalb nicht für alle perfekt – keine Noten aber halt auch nicht.

ed840
2 Tage zuvor
Antwortet  Mo3

Ich finde eine Zeugnisnote sollte aussagen, ob jemand n der Lage war die fachlichen Anforderungen zu erfüllen. Wenn jemand z.B. in allen Mathetests 100% richtige Lösungen abliefert, sollte man nicht wegen mangelndem Fleiß/Motivation/ Mitarbeit auf “ gut“ oder „befriedigend“ abwerten. Und wer nur sehr mangelhaft in der Lage ist Mathematikaufgaben zu lösen, solte m.M. auch nicht wegen Mitarbeit/Verhalten auf „befriedigend“ aufgewertet werden. Auch dass bei gleicher Mitarbeit noch unterschiedliche Noten gegeben werden, je nachdem ob die Lehrkraft „ist zu schüchtern“ oder „mag einfach nicht“ annimmt etc. sehe ich skeptisch. Ist aber nur meine persönliche Meinung als Laie. Je nach Bundesland können Lehrkräfte das vermutlich schon so machen, wenn sie es denn wollen.

Monika, BY
1 Tag zuvor
Antwortet  ed840

„Ich finde eine Zeugnisnote sollte aussagen, ob jemand n der Lage war die fachlichen Anforderungen zu erfüllen. Wenn jemand z.B. in allen Mathetests 100% richtige Lösungen abliefert, sollte man nicht wegen mangelndem Fleiß/Motivation/ Mitarbeit auf “ gut“ oder „befriedigend“ abwerten.“

Fachliche Anforderungen? Welche sind das genau? Sollte das vermittelte Wissen nicht angeblich nachhaltig sein? Sonst handelt sich auf gar keinen Fall über das Wissen, schon gar nicht fachlichem. Also welche Anforderungen sind das?

Beispiel 8 Kl. Gym. Die mehr als die Hälfte der Klasse hatte von 5-7 Kl. 1-er und 2-er in Mathe. Jetzt auf einmal die Hälfte steht auf 4. in Mathe. Lineare Gleichungssysteme, Bruchterme, Bruchgleichungen, alles Stoff 5-7, nur etwas vertieft. Sie können es nicht, nicht einmal einfache Brüchen und Kürzen.

Die Noten haben keine Aussagekraft über das fachlichem Wissen, vielleicht ja über die fachlichen Anforderung. Nur, welche sind das?

A.c.
1 Tag zuvor
Antwortet  ed840

Das sehe ich nicht so. Es gibt SuS, die sich auf ihrem Können ausruhen, aber man sollte in der Schule auch lernen, wie man arbeitet. Wenn im Extremfall jemand zwar alle Arbeiten 1 schreibt, aber im Unterricht nur chillt und gar nichts macht, dann ist das für mich keine 1. Wenn es der Person so leicht fällt, dann kann sie doch auch die Aufgaben im Unterricht erledigen. Ich finde nicht, dass das ein falsches Signal an mögliche Arbeitgeber ist. Eine 1 bedeutet eben, dass jemand den Stoff beherrscht und auch bereit ist, mit ihm zu arbeiten. Wenn jemand im späteren Leben im Beruf die fachlichen Kompetenzen zwar alle hat, aber sie aufgrund von Faulheit o.Ä. nie anwendet, wird er wohl früher oder später entlassen, da die Komptenzen nicht dabei helfen, die nötigen Resultate zu erzielen. Jede Firma etc. nimmt lieber jemanden, der vielleicht vom reinen Talent weniger begabt ist, aber das Talent, das er hat, so einsetzt, dass gute Resultate erzielt werden.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  A.c.

Ich sehe trotzdem keine Sinn darin solche Dinge in einer einzigen Ziffer zu vermischen. Da fände ich eine getrennte Bewertung von Fachkompetenz und Sozialkompetenz wesentlich aussagekräftiger. Woher soll denn sonst ein potentieller Arbeitgeber bei gleicher Zeugnisnote erkennen, ob es sich nun um einen faulen Rechenkünstler handelt oder jemand, der nur mit extremen Fleiß und vom Lehrer geschätztem Verhalten seine fachlichen Defizite im Rechnen kompensieren konnte. Da wären Wortgutachten schon aussagekräftiger. Übrigens wird auch in qualifizierten Arbeitszeugnissen Leistung und Verhalten getrennt bewertet.

Spirale
4 Tage zuvor

Ah sehr gut, dass Verhindert dann weitere Durchlässigkeit nach oben und sorgt in Klasse 9 für böse Überraschungen. Auf der einen Seite wissen die Kinder an den Stadtteilschulen so nicht nach Klasse 6, wo sie wirklich stehen und nicht doch noch aufs Gymnasium sollen. Auf der anderen Seite wissen auch die „weniger Leistungsvermögenden“ Schüler bis 8 nicht, wo ihre echten Defizite liegen. In Klasse 9 dann keinen Schulabschluss. ‚In Hamburg sagt man Tschüss!‘ könnte dann das Motto der Abgangszeugnisse werden – wenn schon gehen, dann wenigstens mit Humor.

Aber ja, Hamburg macht Schule (ironie). Dabei war das BL auf einem guten Weg, das Siechtum an seinen Schulen endlich zu beenden.

Heuwägelchen
3 Tage zuvor
Antwortet  Spirale

Hört sich letztlich so an, als müssten die alten Kompetenzraster wieder entstaubt werden…..

Monika, BY
2 Tage zuvor
Antwortet  Spirale

Im Leben haben wir alle unzählige äußerst clevere Menschen ohne Abschluss getroffen. Das ist der Fakt. Wer schulische System, Proben und Notenvergaben knackt, kann locker alle 1-er schreiben, ohne clever und kompetent zu sein. Das Leben hat mit Schulsystem von heute nicht viel zu tun. Das ist auch der Fakt.

Das reale Leben hat nicht viel damit zu tun, ein Berg vom Stoff kurzfristig aufsaugen, ausspucken (Proben, Abi, egal) und wieder alles schnell vergessen, um das Gehirn für neue Runde zu befreien. Die Schulen von heute haben nur Quantität erhöht. Qualität blieb auf der Strecke.

Viel nützlicher wäre, wenige Stoff, aber richtig, damit die Schüler tatsächlich etwas nachhaltig auch lernen und nicht nur von Ex zu Ex von Klassenarbeit zu Klassenarbeit.

Monika, BY
2 Tage zuvor
Antwortet  Spirale

Deshalb ist das ganze Notensystem schon längst überflüssig geworden und hat gar keine Aussagekraft über eine Kompetenz mehr, und das zwar sogar ohne der Einfluss von anderen Faktoren wie persönliche Präferenzen gewissen Lehrer gegenüber gewissen Schüler usw..

A.J. Wiedenhammer
2 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Und? Wäre das bei einer irgendwie gearteten Rückmeldung anders?
Nein.
Also lassen wir es ganz?

Kittel
4 Tage zuvor

Für mich ist das Augenwischerei. Ich stelle mir vor, wir ersetzen die Noten durch verbale Einschätzungen und dann sagen uns Studien in ein paar Jahren, die sind nicht objektiv. Und dann? Zurück zu den Noten?

Ich meine sogar, verbale Einschätzungen sind noch viel weniger objektiv, weil es immer einen Interpretationsspielraum gibt, wie etwas zu verstehen ist (inklusive Missverständnisse). Oder sie sind wie Arbeitszeugnisses so codiert, das man wiederum auch einfach Noten geben kann.

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  Kittel

Von letzterem kann man ausgehen, weil die Wortzeugnisse sicherlich positiv formuliert und an den Stärken orientiert sein müssen.

Monika, BY
2 Tage zuvor
Antwortet  Kittel

Wie viele Abiturienten kennen Sie, die die Schule (Gymnasium vor allem) mit eine 1 in Englisch verlassen und dabei keine Ahnung Englisch haben? Ich zu viele.

DerechteNorden
4 Tage zuvor

Ich bin dafür, dass es keinerlei Noten gibt, denn der Weg, den Hamburg geht, hat zur Folge, dass Kids und ihre Eltern aus allen Wolken fallen, wenn es ab der 9. Jahrgangsstufe dann doch welche gibt und man am Ende der 9. Abschlussprüfungen mit Noten zu bestehen hat.
Die Gespräche über Kompetenzraster müssten dann sehr ehrlich geführt werden. Der Hinweis darauf, dass die Kids den ESA nicht mit den Leistungen, zu denen sie bisher fähig waren, bestehen werden, darf nicht fehlen.
Keinesfalls dürfte es so laufen, dass man bessere Noten mit der Begründung gibt, dass die Kids ja nicht an Noten gewohnt wären, weshalb sie nicht hart bewerten dürfe.
Aufnahmeprüfungen wären vielleicht der bessere Weg, wenn man weg will von Noten.

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Aufnahmeprüfungen würden die sozioökonomischen Aspekte der Leistungsfähigkeit eines Kindes noch gravierender zutage bringen.

DerechteNorden
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ja.

Heuwägelchen
3 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die Idee mit den Aufnahmeprüfungen finde ich sehr gut.

nurmalso
3 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Keinesfalls dürfte es so laufen, dass man bessere Noten mit der Begründung gibt, dass die Kids ja nicht an Noten gewohnt wären, weshalb sie nicht hart bewerten dürfe.
Genau das wird eintreten…

Sokrates
2 Tage zuvor
Antwortet  nurmalso

Anekdotische Evidenz und Behauptung ersetzen keinen Beleg.
Wenn es Ihre Meinung ist, dann machen Sie diese auch als solche kenntlich und Verallgemeinerungen Sie nicht. Oder lassen Sie Schülern so eine Argumentationsweise auch durchgehen.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  nurmalso

Natürlich, was auch sonst?

Die Antwort des kollektiven Systems auf Leistungsverfall ist es, die Standarts zu senken, bis die „Leistung“ wieder passt.

Katze
4 Tage zuvor

Na dann viel Spaß bei der realistischen Notenvergabe ab Klasse 10. Motivation und Gewissenhaftigkeit dürften ja dann bei allen SuS nach 9 Jahren Kompetenzschule ohne Notenstress bestens ausgebildet sein.
LuL der Kursstufe trainieren schon mal ihre Verzerrkompetenz
bei der Benotung von Fachwissen und fachspezifischen Fähigkeiten. Sonst ist das schmerzliche Erwachen vieler SuS aus ihrer Blase der immanenten Selbstüberschätzung und fachlichen Ahnungslosigkeit vorprogrammiert.
Realistische Noten stets vermeiden,
auch in der Kursstufe darf keiner leiden.
Misserfolge nicht gewöhnt,
Anstrengung und klare Ansagen stets verpönt.
So macht Bildung in der Kursstufe richtig Freude,
hochmotiviert und kompetent die jungen Leute.
Lehrer, welche geben schlechte (faire) Noten,
die gehören längstens verboten.
Wer nicht geneigt , Noten nach Elternwunsch aufzupeppen,
der gehört schnell zu den Deppen.
Eines fehlt bei SuS zunehmend voll und ganz,
diese Sozialkompetenz heißt Frustrationstoleranz.

Ist das nicht alles sinnfrei aber ganz famos,
Bildungsstandort Deutschland im Niveau bald konkurrenzlos.
Zeitgeistkonforme Bildung im neuen Gewand
fährt unser Land gegen die Wand.

Monika, BY
2 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Berufsblindheit ebenso wie Systemblindheit sind auch sehr stark ausgeprägte Faktoren im Schulsystem.

Wie gesagt, die Gesellschaft kennt gar nicht anders, umso schwerer fällt es das veraltete Systeme umzudenken.

A.J. Wiedenhammer
2 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Unsinn, „wir“ denken ständig angeblich veraltete Systeme um. Gerade in der Bildungspolitik. Schon aus Prinzip, wie es mir scheint. Zu sagen „Konnen wir so weitermachen, hat bisher gut geklappt“ ist aber so etwas von oldschool und verknöchert…

447
4 Tage zuvor

Was mich interessieren würde:
1. Darf auf das Korrigieren von Klassenarbeiten verzichtet werden?
2. Sind die Schuljahres“zeugnisse“ so strukturiert, dass man eventuelle Texte per copypasta oder bot ausfüllen kann?

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  447

ad 1: Unter Garantie nicht
ad 2: Würden die meisten Lehrer vermutlich so machen und bei entsprechender Medienkompetenz automatisieren oder per ChatGPT erstellen lassen.

Alex
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Zu 2: Textbausteine für Zeugnisse gibt es schon ewig…

447
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wenn kein ad 1, dann ist das bekloppt – Arbeit wie bei Benotung, nur ohne Noten….rofl, immer wenn man denkt es geht nicht schlimmer…

Rüdiger Vehrenkamp
3 Tage zuvor
Antwortet  447

So wie ich das verstanden habe, dürfen Sie zusätzlich zur Korrektur umfangreiche Beurteilungen verfassen, damit die Schüler (theoretisch) an ihren Fehlern gezielt arbeiten können (falls sie das den überhaupt machen). Von weniger Aufwand brauchen Sie als Lehrkraft sicherlich eher nicht auszugehen.

447
3 Tage zuvor

Das ist ja das geringste Problem, macht der Bot für mich.

Besseranonym
3 Tage zuvor
Antwortet  447

Manche Eltern werden dann wohl Einsicht in Arbeiten beanspruchen oder vermehrt Sprechstunden ausmachen, denn >> „man weiß ja gar nicht mehr, wo das Kind steht „.

Und weiter: nach welchen Kriterien sollen sich dann Betriebe bei der Einstellung orientieren?
Dillert nicht ständig am Handy rum, kann Guten Morgen sagen, hat eine Mama, die für die Klamotten sorgt, ist rechtzeitig da…….??

RainerZufall
3 Tage zuvor

Cool! Wobei das nicht weniger Arbeit bedeutet, im Gegenteil. Diese angenehme Lüge, wo sich Lehrkräfte und Eltern genügten muss durch einen transparenten Ansatz ersetzt werden, der DIE Frage klärt: Ist mein Kind auf einem guten Weg?

Zudem sollte gerade Fachlehrer*innen unterstützt bzw. entlastet werden

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Entlastung durch Mehrarbeit. Cool ist anders …

RainerZufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Mir geht es nicht um Entlastung, das jetzige Notensystem stellt diese in den Vordergrund. Eine bequeme aussagearme Zahl, die nicht hinterfragt geschweige erklärt wird…

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Die Zahl ist ähnlich nichtssagend wie positiv formulierte und an Stärken orientierte Textzeugnisse. Bei den allermeisten Elterngesprächen geht es doch um irgendwelche Schwächen von Lehrer oder Schüler, also im Falle der Schüler um genau das, was in den Textzeugnissen nicht direkt steht und von den Eltern entschlüsselt werden (können) muss. Das erfordert eine gehörige Sprach- und Lesekompetenz. Insofern sind Ziffernnoten zwar auch nicht objektiv, aber wenigstens leicht verstehbar. Die Begründung der Note kann ein Elterngespräch liefern, ist in den meisten Fällen aber auch so schon klar.

RainerZufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Wie diese Texte verfasst werden, darf ja auch nicht willkürlich sein.

Und ich stimme Ihnen ja zu, die Zahl sagt grob aus: Sie müssen sich (keine) Sorgen machen. Da könnten wir auch mit Smileys arbeiten.
Kaum vergleichbar, welche Kompetenzen und Zukunftsperspektiven damit im Zusammenhang stehen, ist nicht bekannt und muss nicht erklärt werden.
Eine angenehme Lüge für alle.
Und morgen wundern wir uns dann über zu viele Kinder an Gymnasien und unrealistische Berufsvorstellungen… 😉

Die Eltern bräuchten eine Orientierung, wo ihr Kind steht. Ne visuell greifbare Kompetenzen-Rosette mit gesetzten und erfüllten Zielen? Da ließen sich Noten auch farblich darstellen…

Kurz: Meiner Meinung nach viel Luft nach oben

Sepp
2 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Es ist aber eigentlich auch nicht der Sinn des Zeugnisses, detaillierte Rückmeldungen zu geben, denn bei den Zeugnissen ist es eigentlich auch schon zu spät.

Wenn ich als Elternteil bspw. 2 Klassenarbeiten in Chemie zum Unterschreiben bekommen habe und beide mit einer „5“ oder „6“ bewertet wurden, weil mein Kind nichtmal grundlegende Definitionen gelernt hat, dann habe ich eine Rückmeldung. Dann kann ich neben dem Gespräch mit meinem Sohn auch noch ein Gespräch mit der Lehrkraft führen.

Zusätzlich zu Randbemerkungen werden bei uns meist mit den korrigierten Klassenarbeiten auch die Erwartungshorizonte zurückgegeben, so dass jedes Kind schauen kann, wofür wie viele Punkte vergeben wurden und was ggf. fehlt. Die können sich die Eltern natürlich auch anschauen, wenn sie genauere Infos zu den erwarteten und erbrachten Leistungen haben wollen.

RainerZufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Halbjahreszeugnis.

Am Ende scheinen die Randbemerkungen nicht auszureichen, wenn ich die Beschwerden von Gymnasiallehrkräften lese…

447
2 Tage zuvor
Antwortet  RainerZufall

Ich frage mich immer, wo das herkommt, dieses „nicht erklärt“.

Ich (und nicht nur ich, sondern praktisch jede Lehrkraft, die ich kenne) bespricht mit jedem Schüler MINDESTENS zwei mal (ich vier mal) pro Jahr den individuellen Leistungsstand.

Wenn Eltern/SuS allerdings glauben, mit der emotionalen Kleinkindertaktik „abbbaaa das hat mir niiiiieeeeee jemand gesagt!!!!111“ aus Noten rauszukommen…tjoah.

Watt willste machähn? 🙂
Antwort: Nach Hause gehen.

RainerZufall
2 Tage zuvor
Antwortet  447

Es wird also teils mehrfach besprochen UND nicht verstanden…

Es wundert mich warum Sie mit dem Status Quo so zufrieden sind…

447
1 Tag zuvor
Antwortet  RainerZufall

Bin ich ja nicht.

Ich wundere mich nur über diesen einen Teilaspekt – „Noten nicht erklären“.

Kann ja sein, dass das an vielen Schulen üblich ist – ICH kenne das halt so GARNICHT. (Ausser als Ausrede, die dann ganz schnell versandet, wenn ich meine Notizen raushole und darlege, wann wo welche Teilleistung besprochen wurde)

Und ja, wenn SuS in diesen Gesprächen objektiv richtig argumentieren (z.B. alte Leistungen vorzeigen, Einhalten von ibdividuellen Leistungsvereinbarungen), verbesser ich meine Noten auch gerne.
Wieso auch nicht.

RainerZufall
23 Stunden zuvor
Antwortet  447

Oweh, das tut mir leid…
Also Noten lassen sich schlecht zwischen Kindern/ Schulen/ Bundesländern vergleichen.
Lehrkräfte wenden häufig nicht transparente, unterschiedlich gewichtete Kriterien an, die sich dementsprechend unterscheiden.
Nicht selten schneiden Schüler*innen bei verschiedenen Lehrkräften unterschiedlich ab.
Manche verteilen Noten nach Kriterien, Klassenvergleich oder manche geben „aus Prinzip keine 1!“
Vorletztes Jahr konnte man in meinem Bundesland (ja, es gehört mir) noch schlechte Sportnoten mit Bildender Kunst verrechnen, weil… =/

Dafür, dass Noten etwas aussagen sollen, steht recht wenig dahinter – außer der Wunsch einer einfachen Rückmeldung ALLER Beteiligten

A.c.
1 Tag zuvor
Antwortet  RainerZufall

Man kann auch sagen, man habe es nicht verstanden. Das ist ganz einfach, wenn die Eltern kein wirkliches Interesse am Kind haben. Meine SuS erhalten neben der Note immer eine ausführliche Positivkorrektur, einen ausführlichen EWH und einen ausführlichen Kommentar. Auch ich bespreche 4x Mal im Jahr den Zwischenstand und erkläre dabei ausführlich, wie es zu diesem gekommen ist. Die SuS dürfen natürlich auch Fragen stellen. Sie können aber dennoch zu Hause vorgeben, keine Ahnung zu haben, wie es zu der Note gekommen ist. Das geht umso leichter, wenn sie keine Arbeit vorgezeigt haben und die Eltern anscheinend auch nicht nach einer solchen gefragt haben, weil man ja nicht darauf kommen kann, dass solche regelmäßig geschrieben werden.

RainerZufall
23 Stunden zuvor
Antwortet  A.c.

Also sollten wir uns nach einem anderen System umschauen, ja?
Es soll ja kein Fließtext sein, den niemand liest, aber die jetzige Gangart scheint am Ende auch alle zu frustrieren

GriasDi
3 Tage zuvor

Wie sind denn die Erfahrungen an den 50 Modellschulen? Wie lange ist der Modellversuch gelaufen? Waren dort die Beurteilungen „vorurteilsfrei“?

Unfassbar
3 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Waren die Modellschulen repräsentativ für die Hamburger Schullandschaft?

Jan
3 Tage zuvor

Wunderbar. Noten werden abgeschafft, Bundesjugendspiele auch und beim Kinder- und Jugendfußball werden die Tore abgeschafft. Und wir wundern uns…

SoBitter
3 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Jaja früher war alles besser. Diese verweichlichte Jugend. Gähn.
Ich kann’s nicht mehr hören.

Jan
3 Tage zuvor
Antwortet  SoBitter

Jetzt sollen die Lehrer Gutachten schreiben, die dann pot. Arbeitgeber etc. lesen sollen? Letztlich werden dann nur vorgefertigte Textbausteine aneinandergereiht. Blödsinn und eine Zumutung für Lehrkräfte.

Besseranonym
2 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Und irgendjemand sprach davon, dass Notengebung Macht verleihe….

Ein Text zur Qualifikation ist ein viel härteres Instrument/ Urteil als jede Note und beeinflusst ( auch unterschwellig ) einen interessierten suchenden AG deutlich mehr.

Dann können ja gleich die Beurteilunsaussagen des qualifizierten Arbeitszeugnisses verwendet werden…..

Rüdiger Vehrenkamp
3 Tage zuvor
Antwortet  SoBitter

Die Wahrheit kann wehtun.

447
3 Tage zuvor
Antwortet  SoBitter

Ich ja auch nicht – also, was soll der Quatsch mit „Noten abschaffen“, wenn es nichtmal entlastet?

Sokrates
2 Tage zuvor
Antwortet  447

Interessant: Akzeptieren Sie bei Ihren Schülern auch, wenn diese sagen würden, (z. B. Hausaufgaben) entlasten nicht und bringen auch nichts.
Vermutlich nicht, aber warum argumentieren Sie vergleichbar?

447
2 Tage zuvor
Antwortet  Sokrates

Weil Kinder (genau wie geistige Nihilisten oder spätpubertierende Politaktivisten im Lehrergewand) schlicht keine Ahnung haben.
So einfach ist das.
Bei Kindern ist das völlig normal – bei Erwachsenen selbst verschuldet.

Vor Hausaufgaben müssen sich die armen SuS und Eltern übrigens bei mir nicht (mehr) fürchten: Hausaufgabenerlass.
Vokabeltests gibt es auch nicht mehr – nicht verpflichtend.

Bei mir gibt es nur freiwillige Förderaufgaben auf Nachfrage.

Das hat gleich mehrere Vorteile:
1. Was nicht gemacht wird, muss ich nicht kontrollieren – Arbeitsersparnis.
2. SuS finden es toll – Arbeits-/Stressersparnis.
3. Ab Klasse 9 hat sich das Ungleichgewicht und die Minderleistung so schön aufgewuchtet, dass penetrante Dagegenhalter und Nichtleister substantielle Nachteile haben und mit erhöhter Wahrscheinlichkeit der evolutionäre Effekt eintritt – wodurch dann an der Realität gelernt wird…ganz ohne die bösen, bösen, BÖSEN Hausaufgaben.

RainerZufall
23 Stunden zuvor
Antwortet  Sokrates

Ein schwerwiegender Einwand der Schüler*innen, immerhin steht da einiges an Forschung hinter denen…

Hoffentlich unterrichten Sie am Gymnasium, da bringen HA was 😉

RainerZufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Jan

Ja, die Dinge, die jetzt besprochen werden sind an jahrzehntelangen Problemen schuld…
Sie sind keine Lehrkraft, oder?

Chris
3 Tage zuvor

Das Ergebnis sehe ich bei den eigenen Kindern ja selber. In Niedersachsen gibt es die IGS, an der bis einschließlich Klasse 8 auch keine Noten mehr aus Zeugnisse ausgeteilt werden sondern Gutachten. Das letzte Gutachten, das mein Sohn nach hause gebracht hat, umfaßte 27 (siebenundzwanzig!) Seiten gefüllt mit Textbausteinen. Er war in der 8. Klasse, kommt jetzt in die 9., und sollte sich mit dem Zeugnis für ein Betriebspraktikum bewerben. Welchem Ausbildungsbetrieb kann man solche Zeugnisse zumuten? Genau! Gar keinem!

Hinzu kommt, daß dank dieser Gutachten die Elternsprechstunden immer schön voll sind. Gefühlt 90% der Eltern (wir eingeschlossen) pilgern da zu sämtlichen Lehrern, nur um zu erfahren welcher Note auf der Skala von 1 bis 6 diese Ansammlung von Textbausteinen jetzt entspricht.

H. F.
3 Tage zuvor
Antwortet  Chris

// Das letzte Gutachten, das mein Sohn nach hause gebracht hat, umfaßte 27 (siebenundzwanzig!) Seiten gefüllt mit Textbausteinen. //

Das ist ein Witz, oder? Wie ist das mit jedwedem Menschenverstand vereinbar?

Sepp
3 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Bei uns ist es ähnlich, Notenzeugnisse gibt es aber ab Jahrgang 8.

Die Kinder kommen aus der Grundschule und kennen von dort Ziffernnoten. Sie fragen meist von selbst, welcher Ziffernnote eine Leistung entspricht. Und viele Eltern sind völlig überfordert, besonders auch die mit nicht-deutscher Herkunftssprache.

Bei Klassenarbeiten bin ich dazu übergegangen, in einem zusätzlichen Satz zu schreiben, welcher Note die Leistung entsprechen würde. Das dürfen wir zwar eigentlich nicht, ist für die Kinder und Eltern aber hilfreich.

Wir führen tatsächlich Diskussionen, Ziffernnoten doch schon in Jahrgang 7 mitzuteilen. Denn spätestens in Jahrgang 9 geht es ja auch um Abchlüsse und die Schülerinnen und Schüler brauchen rechtzeitig eine Vorstellung, was sie mit ihren Leistungen erreichen könn(t)en.

Einer
3 Tage zuvor

Jeder Arbeitgeber muss einem Mitarbeiter ein Arbeitszeugnis ausstellen, wenn er den Betrieb verlässt. Zahlreiche Gerichte haben geklärt was in einem Arbeitszeugnis wie geschrieben werden darf. Die Erstellung eines solchen Arbeitszeugnisse dauert Stunden.

Wie soll dies an einer Schule mit mehreren hundert Schülern, die in 8 – 12 Fächern bewertet werden sollen, funktionieren? Da dauert die Zeugniskonferenz mehrere Wochen oder man verwendet standardisierte Formulierungen, die keinem Schüler gerecht werden. Ein Segen für die Anwälte in der Hansestadt. Wenn meine Kinder dort zur Schule gehen würden, würde ich erstmal einfach so per se gegen jedes Zeugnis Widerspruch einlegen und auch gegen jede Formulierung klagen.

Was für ein Spaß für die Hamburger Kollegen. Welche Schule ist denn so … um dabei freiwillig mitzumachen?

Lisa
3 Tage zuvor

“ Dabei könnte es sich beispielsweise um mündliche Leistungsunterschiede von Schüler*innen handeln oder um andere individuelle Merkmale wie die Motivation oder Gewissenhaftigkeit.“

Aber ja doch. Streng genommen kann ich von einem Schüler nur beurteilen, was er mir auch zeigen kann oder will. In den Kopf schauen geht leider nicht.
Ich selbst bin gar kein Freund der hohen Gewichtung der mündlichen Leistung und kann es auch begründen, doch solange das so ist, habe ich mich daran zu halten.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Lisa

Ich finde es auch ziemlich zweifelhaft, wenn Dinge wie Motivation und Gewissenhaftigkeit in die Fachnoten der Zeugnisse eingehen sollen. Wenn jemand alle Matheaufgaben richtig gelöst hat, sollte er m.M. einfach ein „sehr gut“ bekommen, egal ob er das nun mit großer Motivation und Gewissenhaftigkeit erreicht hat oder eher widerwillig.

Philine
3 Tage zuvor

Witzig ist, dass beim Sport das Leistungsprinzip sehr viel mehr akzeptiert wird: Jeder erkennt einen sehr guten Fußballer, eine mittelmäßige Läuferin oder einen unfähigen Diskuswerfer. Nur in der Schule der Zukunft sollen sich alle auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner vereinen.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Philine

Wenn zwei Schülerinnen die gleiche Weite im Weitsprung erzielt haben , könnte man natürlich derjenigen eine Note besser geben, von der man glaubt, dass sie sich mehr angestrengt hat oder die andere entsprechend abwerten, wenn sie nach Ansicht der Lehrkraft im Sportunterricht nicht rege genug mitgemacht hätte. Ich glaube aber nicht, dass solche Dinge von der Mehrheit als gerecht empfunden würden.

Genderstern
3 Tage zuvor

Die Genderei ist nervtötend

Küstenfuchs
2 Tage zuvor
Antwortet  Genderstern

Und das ist jetzt ernsthaft ihr größtes Problem angesichts des Inhalts des Artikels?

RainerZufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Genderstern

Ein wahrhaftiges Problem, aber Rettung ist in Sicht: In Bayern konnte die CSU die Opferzahlen von Überschwemmungen durch das Genderverbot halbieren

Annemaus
3 Tage zuvor

Meiner Meinung nach sind schriftliche Bewertungen wesentlich subjektiver als Noten.
Und die Lehrer können auch einschätzen, ob ein Schüler sich nicht meldet, weil er schüchtern ist oder überhaupt nicht aufpasst.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Annemaus

Wenn sich beide nie melden, welche Mitarbeitsnote erhält dann der schüchterne Schüler, welche derjenige , der nicht aufpasst?

Mitlesende Mutti
3 Tage zuvor

Nicht die Note macht das Problem, sondern das, was wir mit den Noten machen, z.B. den „Wert“ eines Kindes daran messen oder glauben, dass ein Zeugnis Klasse 7 eine Aussagekraft hätte, wo wir mit 40 mal stehen werden. Ob ich mein Kind unter Druck setze, wenn es eine 3 heimbringt oder bei einer 5 nach der anderen noch glaube, dass Sohnemann es eigentlich kann, aber einfach nur faul sei, und ich deshalb nicht eingreifen muss.

Jedoch bin ich auch der Meinung, dass einige Lehrer konstruktiveres Feedback geben könnten, damit die Kinder wissen, was oder wie sie besser lernen können. DAS fände ich mal sinnvoll.

Viele Kinder sehen, dass was falsch ist, aber nicht, woher die Fehler kommen. Das Wort ist einfach nur rot für sie. Ehrlicherweise setzen sie sich auch ungern mit ihren Fehlern auseinander. Knackig zusammengefasst wäre prima, z.B.
„Die meisten Fehler hast du bei der Konjugationen unregelmäßiger Verben gemacht, v.a. der länger zurück liegenden. Am besten wiederholst du sie in den Ferien. Achte bei der nächsten Arbeiten auch auf die richtigen Accents. Die Wörter waren meist richtig geschrieben, die Accebts aber häufiger falsch.“

Damit kann ich als Mutter auch sehen, wo ich das Kind beim Lernen immer mal wieder hinweisen und unterstützen kann.

447
2 Tage zuvor
Antwortet  Mitlesende Mutti

Based Beitrag.
Wenn nur alle (ob Eltern oder LuL) so damit umgehen würden…

Küstenfuchs
2 Tage zuvor
Antwortet  Mitlesende Mutti

Aber warum muss das ins Zeugnis? Und wie sollen Lehrkräfte mit 200 SuS diese Arbeit sachgerecht in angemessener Arbeitszeit leisten?

Mitlesende Mutti
2 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Nein, Klassenarbeit. Und die zwei Sätze bringen keinen um, oder?

Canishine
1 Tag zuvor
Antwortet  Mitlesende Mutti

Es sind 60 Sätze a mindestens zwei Minuten, wenn sie ein bisschen durchdacht sind. 16 Klassenarbeiten im Jahr (bei mir, es können mehr sein) ergibt knapp eine Arbeitszeitswoche Mehrarbeit.
Es ist bei Klassenarbeiten tatsächlich interessant, wie viel Zeit man für‘s Noten berechnen und schreiben und Listen zur Dokumentation ausfüllen noch benötigt, wenn man schon denkt, man ist mit dem Korrigieren fertig.

Karolina Z.
2 Tage zuvor
Antwortet  Mitlesende Mutti

Volle Zustimmung!
Schön wäre auch, wenn die Kinder einen Hinweis bekämen wie und mit welchen Materialien sie die Lücken schließen können.
3 Wochen vor den Ferien sind die Bücher abgegeben und „das was schon länger zurückliegt“ ist meist auch irgendwo verschollen. Die Suche nach dem, was die Lücken füllt ähnelt einer Suche im Heuhaufen.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Karolina Z.

Geben Sie mal irgendein Schulthema irgend eines Faches in diesem komischen „Ibternet“ ein, eventuell mit +Fächername, +Bundesland.

Seiten über Seiten mit Gratismaterialien, teils sogar sehr guten Erklärvideos usw. prasseln auf Sie ein.

Schulmeister
2 Tage zuvor

Es gibt in der Schule wichtigeres als Noten. Diesen Satz habe ich des öfteren gesagt und ich weiß nicht, wer mich entgeisterter angeschaut hat, meine Schüler oder meine Kollegen.
Das Problem ist doch, dass Notengebung eine Reduzierung in mehrfacher Hinsicht ist. Zum Einen wird Lernerfolg reduziert auf eine Ganzzahl zwischen 1 und 6. Genauso werden aber auch Bildungsinhalte reduziert je näher eine vorher festgelegte Leistungsmessung kommt. Spielen bestimmte Prüfungsformate dabei eine Rolle, wird dieser Effekt noch verstärkt, weil diese Formate ja auch intensiv eingeübt werden müssen. Was immer weiter in den Hintergrund gerät, ist inhaltliche Breite und Kontext.
Die Problematik eines schlechten Tages bei oder einer unruhigen Nacht vor der Prüfung kennen wir ja auch. Es geht häufig mehr um Stressresistenz als um Bildungsinhalte.