Start Tagesthemen Messerattacke in Schongauer Gymnasium: Terror-Ermittler übernehmen den Fall

Messerattacke in Schongauer Gymnasium: Terror-Ermittler übernehmen den Fall

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SCHONGAU. Nach der Messerattacke auf zwei Schülerinnen an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau gehen die Ermittlungsbehörden inzwischen von einem möglichen extremistischen Hintergrund aus. Die Generalstaatsanwaltschaft München hat deshalb die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) mit den weiteren Ermittlungen betraut. Damit verdichtet sich der Verdacht, über den News4teachers bereits berichtet hatte: Der mutmaßliche Täter könnte sich in einer rechtsextremistischen Online-Subkultur radikalisiert haben.

Im Netz radikalisiert? (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Die Ermittlungen gegen den 16-jährigen Tatverdächtigen wegen unter anderem versuchten Mordes werden künftig von der ZET geführt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit. Weitere Angaben machten die Ermittler mit Verweis auf das laufende Verfahren zunächst nicht. Auch dazu, welcher Form des Extremismus konkret nachgegangen wird, äußerte sich die Behörde nicht.

Bereits kurz nach der Tat war ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht, dessen Echtheit die Ermittler prüfen. Das Dokument, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, enthält massive Beschimpfungen gegen mehrere Religionsgemeinschaften und Bevölkerungsgruppen. Daneben werden auch Mitschüler, Lehrkräfte und weitere Personen aus dem persönlichen Umfeld des Verfassers beleidigt.

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Nach Angaben der Ermittler sprechen mehrere biografische Angaben dafür, dass das Schreiben tatsächlich von dem Tatverdächtigen stammen könnte. Genannt werden unter anderem Alter und persönliche Konflikte in der Schule. Zudem untersuchen die Behörden, ob der Angriff möglicherweise per Livestream übertragen werden sollte.

News4teachers hatte bereits über Recherchen des Spiegel berichtet, wonach sich der Verfasser in dem Schreiben unter anderem als „faschistischer Akzelerationist“ bezeichnet, frühere Attentäter verherrlicht und frauenfeindliche sowie antisemitische Inhalte verbreitet. Die geschilderten Motive und Bezüge decken sich in wesentlichen Punkten mit den Merkmalen der sogenannten Terrorgram- beziehungsweise Attentäter-Fanszene, die die aktuelle SAFE-Studie erstmals systematisch untersucht hat (hier geht es zu dem News4teachers-Bericht).

Der 16-Jährige, ein ehemaliger Schüler des Welfen-Gymnasiums, sitzt inzwischen wegen des Verdachts des versuchten Mordes in zwei Fällen in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er am Mittwoch das Schulgelände betreten, zunächst einen Schuss aus einer Pistole abgegeben und anschließend, nachdem die Waffe versagt hatte, mit einem Messer zwei 13-jährige Schülerinnen schwer verletzt haben.

Mehrere Mitschüler reagierten geistesgegenwärtig. Sie rissen sich T-Shirts vom Leib und nutzten sie als improvisierte Druckverbände, um lebensgefährliche Blutungen zu stoppen. Nach Einschätzung von Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) retteten sie damit vermutlich einem der beiden Mädchen das Leben. Lehrkräfte und Polizeibeamte überwältigten den Angreifer wenig später.

Der Jugendliche war den Sicherheitsbehörden bereits bekannt. Gegen ihn war im vergangenen Jahr unter anderem ermittelt worden, weil er Mitschüler bedroht und in sozialen Netzwerken Amokläufe verherrlicht haben soll.

Nach der Tat stellten Ermittler ein Messer, eine Pistole und Munition sicher. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Jugendliche angegeben, die Schusswaffe über das Darknet beschafft zu haben. Die kriminaltechnischen Untersuchungen sowie die Auswertung digitaler Datenträger dauern an. News4teachers / mit Material der dpa

Frauenverachtend, rechtsextrem, gewaltverherrlichend: Mutmaßliches Manifest von Schongau-Täter weist in eine Online-Terrorszene

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