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Verband Niedersächsischer Lehrkräfte: Fachlehrermangel längst Realität

HANNOVER. Nach dem Verband Bildung Erziehung Baden-Württemberg kritisiert nun auch der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte die Unterrichtsversorgung im eigenen Bundesland. In einer Pressemitteilung schreibt der VNL/VDR, er sehe die Lage nicht so rosig wie die Kultusministerin.

Trotz aller Förderanstrengungen entscheiden sich nur wenige Schüler und noch weniger Schülerinnen für ein MINT-Fach. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Geeignete Bewerber fehlten auch für das Fach Chemie, sagt der VNL/VDR-Landesvorsitzende Busch. Foto: ChemieBW2014/flickr (CC BY 2.0)

Der Verband erkenne eigenen Angaben zufolge zwar die gute Absicht der Landesregierung an, durch Neueinstellungen die Unterrichtsversorgung zu sichern. Aber allein die Tatsache, dass es im derzeitigen Besetzungsverfahren noch 240 unbesetzte Lehrerstellen gebe, mache deutlich, „dass Theorie und Praxis heftig voneinander abweichen“. „Es fehlen geeignete Bewerberinnen und Bewerber für so wichtige Fächer wie Physik, Chemie, Mathematik, Englisch – um nur einige zu nennen. Damit Schulen überhaupt neue Lehrkräfte einstellen können, müssen sie oftmals Lehrkräfte mit Fächerkombinationen auswählen, die nicht so dringend benötigt werden. Der Fachlehrermangel ist nicht nur vorprogrammiert, sondern an etlichen Schulen bereits Realität“, sagt Manfred Busch, Landesvorsitzender des Verbands Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VDR).

Der Verband schreibt weiter, er sehe in der Tatsache, dass die Unterrichtsversorgung an Oberschulen, Hauptschulen und Förderschulen von der verkündeten 101-Prozent-Unterrichtsversorgung deutlich abweiche, keinen Grund zum Jubeln. „Und selbst wenn die Versorgung wirklich 100 bis 102 Prozent beträgt, heißt es noch lange nicht, dass die volle Stundentafel erteilt werden kann.“ Entweder fehlten die Fachlehrkräfte und der Fachunterricht müsse ausfallen oder der Unterricht müsse wegen langfristiger Ausfälle wie Schwangerschaften, Erkrankungen und Ähnlichem gestrichen werden. „Das ist die Realität. Wir vom Verband Niedersächsischer Lehrkräfte fordern daher schon lange, an jeder Schule eine Vertretungsreserve von mindestens 5 Prozent vorzuhalten. In der Wirtschaft würde jedes Unternehmen scheitern, das bei Ausfällen nicht auf Arbeitsreserven zurückgreifen könnte“, so Manfred Busch.

Der VNL/VDR mache sich eigenen Angaben zufolge nicht erst seit heute große Sorgen um die Lehrerversorgung an Niedersachsens Schulen. Die Politik habe es in der Vergangenheit versäumt, rechtzeitig vorzusorgen. Der jetzt verstärkt einsetzende Lehrermangel sei vorhersehbar gewesen, insbesondere in den Naturwissenschaften und Sprachen. „Alle Maßnahmen, die jetzt getroffen werden, werden erst Jahre später zum Erfolg führen“, so der Landesvorsitzende Busch. „Es muss daher endlich gehandelt werden.“

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Titelbild: Luis Priboschek

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