“A13 für alle”: GEW demonstriert für bessere Bezahlung von Lehrern

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HANNOVER. Für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen der Lehrer haben  nach Polizeiangaben mehr als 2000 Menschen in Hannover demonstriert. Anlass war die Plenarsitzung des niedersächsischen Landtags, in der es um den Haushalt 2019 ging. GEW-Landeschefin Laura Pooth forderte eine Abkehr von der Schuldenbremse, die zu einer Bildungsbremse verkomme.

Bundesweit laufen derzeit Aktionen unter dem Motto "A13 für alle". Foto: GEW Schleswig-Holstein
Bundesweit laufen derzeit Aktionen unter dem Motto “A13 für alle”. Foto: GEW Schleswig-Holstein

Ebenso plädierte sie dafür, verbeamtete Grund-, Hauptschul- und Realschullehrer besser zu bezahlen. Sie erhalten laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) brutto monatlich bis zu 500 Euro weniger als Lehrer anderer Schulen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) erklärte, im bundesweiten Wettbewerb um die besten Lehrer sei es «Fünf nach Zwölf».

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Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte einen Stufenplan zur besseren Bezahlung der Lehrer angekündigt, da die Forderungen der Lehrer nicht unberechtigt seien. «Verbesserungen bei der Bezahlung von Lehrkräften mit den Lehrämtern für Grund-, Haupt- und Realschulen sind auch unser Ziel», erklärte Tonne in einer Mitteilung. Bis Dezember solle deshalb eine «besoldungsrechtliche Prüfung» abgeschlossen sein.

Eine bessere Bezahlung soll die Attraktivität des Lehrerberufs steigern. Das Landesamt für Statistik teilte am Donnerstag mit, dass im vergangenen Jahr 2669 angehende Lehrer ihre Ausbildung beendeten – 11,6 Prozent weniger als 2016. «Wenn nichts dafür getan wird, dass dieser Beruf attraktiver wird, dann werden sich auch in Zukunft nicht genügend junge Menschen für so ein Studium entscheiden», sagte Pooth. dpa

Philologen: A14 für Gymnasiallehrer „dringend erforderlich“ (die anderen sollen dann gerne auch A13 bekommen)

 

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15 KOMMENTARE

  1. Stefan T. sagt eigentlich das Richtige dazu, wenn er schreibt (bei n4t-Facebook):

    ” Gerade bei den LKW-Fahrern haben wir genau das Gegenteil als Beispiel. Da fehlen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen an allen Ecken und Enden Leute. Wir haben hier bei uns Unternehmer, die bereit sind, ihren LKW-Fahrern den Führerschein komplett zu bezahlen und Brutto über 3000€ für einen im Prinzip ungelernten Arbeiter zu zahlen. Laut Unternehmeraussagen ist der deutschsprachige Markt aber in der Hinsicht komplett abgegrast.
    Auch Alten- und Krankenpfleger beschweren sich nicht primär über ihr Gehalt, sondern über die Arbeitsbedingungen, die in dem Bereich oft unverantwortlich sind. Selbstverständlich hätten die gern mehr Gehalt, wie eigentlich jede Arbeitnehmergruppe, aber wenn die Gehaltserhöhung eher einem Schmerzensgeld gleich kommt, weil die Arbeit an sich unerträglich ist, dann muss man schon enorme Summen erhöhen, um mehr Menschen in den beruf zu bringen.

    Natürlich kann man ganz grundsätzlich mit mehr Gehalt auch mehr Leute in einen Beruf locken – allerdings mit Grenzen oder eben mit unbezahlbaren Gehältern. Der wirklich hilfreiche Hebel, der anzusetzen wäre, ist die Arbeitsbelastung.”

  2. Im Forum bei ndr.de äußert sich der User “Mr. Anstand” zum gleichen Thema mit folgenden drastisch formulierten Sätzen:

    “Es ist einfach lächerlich, dass die Grundschullehrer A13 fordern. Diese Lehrkräfte sind nur bessere Erzieher und sind keinesfalls mit A13 zu besolden, wenn auch die Studienräte nur A13 bekommen. JEDER der einmal (so wie ich auch) ein Universitätsstudium auf Gymnasialniveau absolviert hat kann einschätzen, dass das Studium für die Grundschule Pille Palle ist. Es ist extrem leicht und die spätere Tätigkeit kommt von der Fachschwere und Vorbereitung nicht annähernd an das Gymnasium ran. Ich traue mir jedes Fach an der Grundschule zu dieses zu unterrichten mit Ausnahme von Musik und den Sprachen. Alles andere ist als motivierter Studienrat einfach am Nachmittag zu erlernen. Aber schickt mal Grundschullehrer ans Gymnasium und lasst diese andere und ihre Fächer in der SEK 1 und SEK 2 unterrichten. Es geht mir einfach auf den Geist diese Gleichmacherei. Jeder wusste vor dem Beginn des Studiums welche Besoldung welches Lehramt bringt. Und nachher meckern ist einfach unanständig und albern. Sollte man an der Grundschule A13 bekommen und am Gymnasium auch, dann wird es keinen Anreiz mehr geben ans Gymnasium zu gehen und dort sind dann die Probleme und der Mangel. Und was ist eigentlich an den Universitäten? Der Akademische Rat bekommt auch A13, soll der tatsächlich das Gleiche bekommen wie bessere Erzieher? NEIN, und das ist meine Meinung. Und ein Grundschullehrer wird niemals die Bezeichnung Studienrat bekommen selbst bei A13!”

    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Gleiches-Geld-fuer-alle-GEW-fordert-Anpassung,lehrerdemo146.html

      • Die Gymnasiallehrerin “fine 22” (Kommentar 14) antwortet ihrer Grundschulkollegin “jaypi” (Kommentar 5) auf deren Statement zum untenstehenden Artikel.

        Zitat: “Lieber Kollege/liebe Kollegin,
        noch nie zuvor hat mich ein Beitrag dazu veranlasst, selbst einen zu verfassen, aber jetzt ist es wohl so weit.
        Wissen Sie, wieviele Kollegen in meinem Gymnasium noch mit voller Stelle arbeiten? 30 %. Genau. Das ist wenig.
        Und wissen Sie, was mich wütend macht? Werden Sie irgendwann so viel verdienen wie ich, wird es de facto mehr Gehalt sein. Weil es kaum noch möglich ist, meinem Job mit voller Stelle noch gerecht zu werden. Weil ich die Schüler, die Ihnen so viel Stress bereiten, ebenfalls vor mir sitzen habe.

        Ich telefoniere andauernd mit dem Jugendamt. Zusätzlich erstelle ich aber dreiseitige Erwartungshorizonte für Faust-Klausuren, die ich nach der Korrektur von 60 Oberstufen-Klausuren à 16 Seiten im Schnitt wieder einstampfe, weil sich die Zentralabitur-Themen dauernd ändern. Von den Abi-Prüfungen fang ich garnicht erst an.

        Wenn meine Grundschullehrer-Freundinnen – und ja, die gibt es – in den Ferien wegfahren, korrigiere ich und bereite Unterricht vor. Denn nein: Das hat man nicht alles nach ein paar Jahren parat, die Themen ändern sich ständig. Ohne die Lektüre von Fachliteratur geht das garnicht.

        Und auch mich rufen Eltern an, quasi dauernd, gerne am Wochenende. Ich habe zwei Babysitter, um überhaupt meinen Job machen zu können, denn alles, und ich meine ALLES Außerunterrichtliche findet nach 16 Uhr statt.

        Meine oben genannten Freundinnen arbeiten beide voll. Und holen ihre Kinder um drei aus der Kita ab. Ich gönne Ihnen jeden Cent. Aber verbreiten Sie hier nicht solch bodenlosen Unsinn, dass Gymnasiallehrer weniger arbeiten. Unser System ist so am Anschlag, dass es uns bald um die Ohren fliegt.”

        http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/lehrermangel-einheitslehrer-vorschlag-sorgt-fuer-debatten-a-1222592.html#js-article-comments-box-pager

        • Sie wiederholen sich. Den Beitrag hatten sie schon gepostet.
          Was glauben Sie, wie viele Grundschullehrkräfte auf eine volle Stelle verzichten und warum Sie es tun?
          Bei der Arbeitszeitstudie wurde auch Teilzeitquote ermittelt: an der Grundschule 52,3 %, am Gymnasium 46%.

          Der Alltag der Grundschullehrkräfte steht gegen die genannte Darstellung. Wenn im Spiegel-Artikel die Grundschullehrerfreundinnen Urlaub machen, treffen sie sicher die GymnasiallehrerkollegInnen, die dort auch gerade sind.

          Sie, aufmerksamer Beobachter, kennen die Statistiken zur Arbeitszeiterhebung, die noch vor vollständiger Umsetzung der Inklusion erfolgten.
          Wenn es in den Grundschulen alles so locker-leicht wäre, könnten Sie sich ja als Erste melden, wenn es um die nächste Abordnung dahin geht: Bei uns sind noch Plätze frei!
          Aus Ihrer Sicht käme das ja offenbar “Urlaub” und absoluter Arbeitsentlastung gleich. Nur zu! Wir suchen Klassenlehrkräfte, um Klassen teilen zu können, denn ohne Lehrkräfte geht das nicht und man lässt die Klassen zusammen – trotz erreichter Teilungsgrenze.

          Dann dürfen Sie ganz locker-leicht die Aufgaben der Grundschullehrkräfte übernehmen und verzichten bei oberhälftiger Abordnung auch gern auf “jeden Cent”, den sie sonst mehr bekommen, und leisten gerne weitere Stunden Unterricht für ein volles A12-Gehalt.

          Dann müssen Sie auch den Philologenverband nicht länger vorschieben, der dafür eintritt, dass Sie nur Ihr Fach unterrichten und keine weiteren Aufgaben an den Grundschulen übernehmen. Sie können sich ja ebenso in andere Aufgaben einarbeiten, wie Grundschullehrkräfte und LuL an anderen Schulen das machen müssen – natürlich ohne zusätzliche Posten oder Entlastungen.

          Warum nur gibt es dann so wenige, die das GS+SekI-Studium absolvieren, und so viele, die das SekI+II ablegen?

          In Zukunft werden dann die Lehrkräfte, die am Gymnasium nicht unterkommen, die Stellen in den anderen Schulen erhalten, damit alle Schulen einigermaßen versorgt sind.
          Vielleicht schaut sich Nds. ja auch die Mobile Reserve von BY ab und schickt die Gymnasiallehrkräfte auf Reise, damit sie in Grundschulen aushelfen.

          Im Anschluss studieren dann noch weniger Menschen Lehramt, weil sie trotz SekI+II-Studiengang schon vorher zurückziehen, aus Sorge, sie könnten an einer SekI-Schule oder Grundschule eingesetzt werden.

          • Ich habe diese angeblich bereits zitierten Kommentare noch nicht gelesen. Für mich war das sehr interessant.

          • Herrlich, wie Sie immer wieder verlässlich über jedes Stöckchen springen, das die mediale Welt (NDR, Spiegel) Ihnen hinhält.

          • @AB
            Wieder einmal ein Beleg für Ihren besonderen Umgangston mit ForistInnen
            und Ihre sonderlich “sachlichen Beiträge” und gezielt gesetzten Ausschnitte längerer Beiträge, mit denen Sie nie eine eigene Meinung äußern, dennoch aber stets die aufwändige und überaus belastende Arbeit von Grundschullehrkräften in Abrede stellen wollen.

            Ich zitiere emil:
            “Was uns Grundschullehrern schlecht tut sind vor allem Gymnasiallehrer, die es nicht schaffen auch nur einen Satz ohne Beleidigungen loszulassen.”

          • @ Palim:

            Ich zitiere sofawolf: “Auf der einen Seite behaupten Grundschullehrer, dass Gym-Lehrer nicht sinnvoll an Grundschulen arbeiten können; auf der anderen Seite behaupten sie, dass Gym-Lehrer auch nichts anderes machen als Grundschullehrer und leiten eben daraus ihre Forderung nach A 13 für alle ab, weil ja alle das Gleiche tun.
            Das ist eine Beliebigkeitsargumentation, je nachdem, wie man es braucht.”

    • Hallo Herr Anstand, lass ihn walten. Wenn du der Meinung bist, so wie es dargestellt ist, dann bitte lass dich doch an eine Grundschule abordnen, damit du mal erfährst, was es heißt, dort zu unterrichten. Ich denke, dass die Anstrengungen in den Schulformen nur verlagert sind und deshalb für jeden A13 gelten sollte. Hört endlich mit eurer Überheblichkeit auf, anderen erzählen zu wollen, dass ihr die einzigen seid, die Leistung bringen. P. S. Ich bin keine Grundschullehrerin.

    • Keine Sorge, es gibt tatsächlich eine Person hier, die die Forderung nach A14 für Gymnasiallehrer für realistisch und angemessen hält ;-)))).

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