VBE-Chef Beckmann zum Digitalpakt: Solide Grundlage, jetzt ‘ran an die Arbeit!

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BERLIN. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann hat das Votum des Bundesrats zur Änderung des Grundgesetzes – das den Weg für den Digitalpakt freimacht – gewürdigt. Die getroffene Vereinbarung sei eine “solide Grundlage”. Jetzt seien die Länder in der Pflicht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Geld auch an die Schulen fließen kann.

Im Fokus der Kameras: VBE-Chef Udo Beckmann. Foto: VBE

„Nach der einstimmigen Entscheidung im Bundesrat zur Änderung des Artikels 104c ist das Ziel noch nicht erreicht”, erklärte Beckmann. ‘”Mit der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern ist ein Rahmen für die Investition geschaffen worden. Sie ist eine solide Grundlage für die weitere Ausgestaltung durch die Länder. Jetzt ist es an ihnen, die Bekanntmachungen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, Ansprechpartner bereitzustellen und die kommunale Infrastruktur vorzuhalten, die es braucht, um die Anträge auch zu bearbeiten. Zweieinhalb Jahre sind seit der ersten Ankündigung bis zum Inkrafttreten des Gesetzes vergangen, nun gilt es loszulegen. Übrigens auch mit Blick auf die Laufdauer des Digitalpakts. Wenn in 2,5 Jahren bereits 2,5 Milliarden Euro ausgegeben werden sollen, muss eher heute als morgen die erste Leitung verlegt werden.“

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Der Bund wird  fünf Milliarden Euro aus einem Sondervermögen zur Verfügung stellen, damit gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der Länder und Gemeinden in die kommunale Bildungsinfrastruktur unterstützt werden können. Laut der Verwaltungsvereinbarung können zum Beispiel die Erschließung der Infrastruktur, die Bereitstellung von Geräten und Maßnahmen, welche die Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ unterstützt, gefördert werden. Auch die Verbesserung der Fortbildungsangebote für Lehrkräfte ist förderbar. Beckmann begrüßt dies ausdrücklich, denn es war stets eine Kernforderung des VBE, eine Fortbildungsoffensive anzubieten. „Studien (wie zuletzt von Bitkom in dieser Woche – News4teachers berichtete) zeigen nämlich immer wieder: Lehrkräfte sehen die Vorteile des Einsatzes digitaler Endgeräte, können sie aber aufgrund fehlender Geräte und mangelhafter Vorbereitung sowie eines noch nicht ausgearbeiteten pädagogischen Konzepts nicht einsetzen. Hier wurde in den letzten Jahren viel Potenzial verschenkt“, so Beckmann.

VBE bietet Mitarbeit an

Der Streit um die Grundgesetzänderung zur Ermöglichung des Digitalpakts hatte den Föderalismus zuletzt auf eine harte Probe gestellt. Der Bund befürchtete, keine Kontrolle über die Gelder zu haben, die Länder sahen ihre Bildungs- und Kulturhoheit bedroht. Der VBE-Chef begrüßt die nun getroffene Einigung und die Ausgestaltung in der Verwaltungsvereinbarung: „Wir freuen uns darüber, dass bei den definierten Kriterien, wann eine Maßnahme förderwürdig ist, auch der Innovationsgrad, die Nachhaltigkeit sowie die Anzahl der beteiligten Länder und die mögliche Nutzbarkeit auch für andere Länder einbezogen wird. So gelingt ein moderner Föderalismus: indem die Länder voneinander lernen, füreinander mitdenken und einander unterstützen.“ Er unterbreitet zudem ein Angebot: „Die neue Steuerungsgruppe darf Fachgremien und Arbeitsgruppen einsetzen. Gerne bieten wir an, diese mit unserer fachlichen Expertise zu unterstützen und das Feedback der Lehrkräfte einzubringen.“ News4teachers

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2 KOMMENTARE

  1. Bin ich der Einzige der sich wundert? Es wird noch mindesten 1 – 1 1/2 Jahre dauern bis die ersten Leitungen verlegt werden können. Zuerst Medienkonzept schreiben, dann Antrag stellen. Der Träger reicht ein. Dann das go für das Geld oder nicht. Dann das Geld in den kommenden Haushalt des Trägers einarbeiten (Jahresturnus, nicht Schuljahresturnus!).
    Dann frühestens Ausschreibung (3 Angebote) dann Auswahl. Ab dann erst Termin mit dem Elektriker der die Bücher auch voll hat.
    Es wird dauern…
    Es sei denn der Träger richtet einen “Schattenhaushalt” ein und geht in Vorleistung (mit Risiko). Bin mir aber nicht sicher ob dies so möglich ist…

    • Stimmt. Als erstes gehen die Lehrer in Vorleistung mit einem Konzept, das bei Umsetzung technisch veraltet sein wird. Diese Vorleistung wird weder Land noch Schulträger etwas kosten, weil Lehrer das in ihrer unbezahlten Freizeit machen müssen.

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