A13 für Grundschullehrer? Finanzminister: Nicht notwendig

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MAGDEBURG. Sachsen-Anhalts Landesbeamte werden mehr Geld bekommen. Der Landtag hat den Weg frei gemacht für die Übernahme der Tariferhöhung im öffentlichen Dienst. Die Parlamentarier verabschiedeten am Donnerstag das entsprechende Landesbesoldungsgesetz. Laut dem Finanzministerium profitieren rund 25.000 Beamte von der zeit- und inhaltsgleichen Übernahme des Abschlusses. Einer Höhergruppierung von Grundschullehrern erteilte der Finanzminister derweil eine Absage.

In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit wenig Hoffnung auf A13 für Grundschullehrkräfte - anders als in Berlin. Illustration: N4t/ Wikimedia Commons
In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit wenig Hoffnung auf A13 für Grundschullehrkräfte – anders als in den Nachbarländern Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Illustration: N4t/ Wikimedia Commons

Für die rund 31.000 Tarifbeschäftigten im Land war zum Jahresbeginn eine Anhebung der Gehälter um 7,8 Prozent in drei Schritten mit einer Laufzeit von 33 Monaten vereinbart worden. Zusammen mit der Übertragung auf den Beamtenbereich kostet dies das Land in diesem Jahr etwa 106 Millionen Euro zusätzlich, im kommenden Jahr rund 214 Millionen Euro und 2021 etwa 262 Millionen Euro.

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Vor dem Landtag demonstrierten Grundschullehrer für A13

Einen Gesetzentwurf mit dem Ziel einer besseren Bezahlung von Grundschullehrkräften überwiesen die Abgeordneten einstimmig zur weiteren Beratung in die zuständigen Ausschüsse. Die Linke brachte den von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft entworfenen Entwurf in das Parlament ein. Die Anforderungen an Grundschullehrer seien anders, aber nicht geringer als die an Lehrkräfte an anderen Schulen, hieß es. Vor dem Landtag demonstrierten am Nachmittag Hunderte Lehrerinnen und Lehrer für eine Anhebung der Besoldung.

Der Grünen-Abgeordnete Olaf Meister wies auf die begrenzten Möglichkeiten des Landes hin und hält eine stufenweise Anpassung für denkbar. Finanzminister Michael Richter erteilte einer besseren Bezahlung von Grundschullehrern und damit einer Gleichstellung mit Lehrkräften anderen Schulformen eine Absage. Der CDU-Politiker sagte, er sehe das auch mit Blick auf die Konkurrenz mit anderen Bundesländern nicht für notwendig an. Finanzielle Anreize spielten höchstens in den Randbereichen des Landes eine Rolle. «Die Masse ist das ganz bestimmt nicht», sagte Richter.

Am Vortag hatte der Philologenverband Widerstand gegen ein “Einheitsgehalt” von Lehrern angekündigt – und auf eine bessere Bezahlung für Gymnasiallehrer bestanden. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

A13 für alle Lehrer? Philologen kündigen harten Widerstand an – sie beharren auf mehr Geld für Gymnasiallehrer

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37 KOMMENTARE

  1. Ich bin Grundschullehrer in Sachsen-Anhalt und habe dazu Folgendes zu sagen: Unter Aufopferung unseres Privatlebens stemmen wir Grundschullehrer Tag für Tag einen nicht mehr im Rahmen der Arbeitszeit zu bewältigenden Berg an Aufgaben. Nur ein kleiner Teil-Einblick: Ich unterrichte in einer heterogenen Jahrgangsmischung (sehr leistungsstarke Kinder, Mittelfeld, schwache bis sehr schwache Schüler, Kinder mit Deutsch als Zielsprache, die nunmal noch nicht alles verstehen können sowie Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf). Für die Fächer Mathe und Deutsch bereite ich derzeit 5 (!) verschiedene Differenzierungsstufen vor, um allen Kindern möglichst entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten gerecht zu werden. Konkret heißt das – ein- und dieselbe Stunde aus 5 verschiedenen Perspektiven zu betrachten und vorzubereiten. Aber das ist nur ein Aspekt unserer Arbeitsalltags, ich könnte die Liste hier noch zeilenweise weiter fortsetzen. Die Aufgabenfülle fühlt sich an, wie ein riesiger Felsbrocken, der Tag für Tag immer wieder den Berg hinaufgerollt werden muss. Ich habe als Grundschullehrer von allen Schulformen die längste Arbeitszeit und das mit Abstand kleinste Gehalt. Meine jungen Kolleginnen und ich haben ein Universitätsstudium absolviert und ein Zweites Staatsexamen, genauso wie die Kolleg/innen an anderen Schulformen. Man verlangt uns Grundschullehrern sowohl fachlich (Uni-Studium, Zweites Staatsexamen), als auch pädagogisch und didaktisch Leistungen ab, die denen der Kolleg/innen an anderen Schulformen in NICHTS nachstehen und daher als gleichwertig anzusehen sind! Die Einstufung in A13 steht uns im Grunde längst zu, wird uns aber immernoch verwehrt!

    • @ Grundschullehrer: Laut Studien, die wir hier oft verlinkt und diskutiert haben, haben die Gymnasiallehrer die längste Arbeitszeit. Und das, obwohl Sie ein geringeres Stundensoll haben, was bedeutet, dass der Unterschied bei gleichem Stundensoll noch gravierender wäre. Der persönliche Eindruck kann also sehr täuschen. Hier wurde es oft von Grundschullehrern anmaßend gefunden, dass andere ihren Arbeitsaufwand einschätzten, sie selbst maßten sich aber an einzuschätzen, dass andere Lehrämter weniger Arbeitsaufwand haben. So wie Sie es gerade taten.

      Ansonsten kann ich ja nur wiederholen: Niemand bestreitet, dass an Grundschulen “gleichWERTIGE” Arbeit geleistet wird. Niemand hier wertet doch überhaupt irgendeine Arbeit ab! (Sollen deshalb alle gleich verdienen?) Es wird ja immer behauptet, die (Grundschul-)Lehrer würden alle in die Nachbarbundesländer abwandern, wenn sie nicht A/E 13 bekommen. Warum haben Sie das nicht getan? Warum sind Sie geblieben?

      Mit der gleichen Logik muss man auch allen Lehramtsstudenten raten, nicht an einer Privatschule zu arbeiten, weil die z.B. 37% weniger zahlen (neulich verlinkt). Trotzdem tun es aber etliche. Warum? Zählt vielleicht für manche doch nicht nur maximal hohes Gehalt? Kann man mit rund 3500,- Euro brutto Einstiegsgehalt (!!!) wirklich unzufrieden sein? Ist immer nur angemessen, was andere mehr verdienen? Warum geht es manchen immer nur ums Geld? Finden Sie keine andere Befriedigung im Leben? Mit 3500,- Euro Einstiegsgehalt und alle paar Jahre paar hundert Euro mehr dürfte man sich um Alltagsdinge doch keine Sorgen mehr machen müssen.

      Ich neide niemandem sein Geld, ich würde es nur jetzt lieber in bessere Arbeitsbedingungen investiert sehen.

      • Sie verschweigen wieder einmal, dass alle Lehrkräfte zu viel arbeiten und rechnen die eingen gegen die anderen auf.
        Sie möchten es aufrechnen? Gerne:
        Sie verschweigen, dass zusätzlich zur Arbeitszeit auch die Belastung der Lehrkräfte erhoben wurde, anschließend ausgewertet, die den Grundschullehrkräften eine weit höhere bescheinigt als die anderer Schulformen, allen voran der GymnasialkollegInnen.
        Sie verschweigen, dass die Arbeitszeitkommission anschließend die Empfehlung gab, angesichts eines durchgängig hohen Arbeitszeitaufkommens ohne die Spitzenzeiten anderer Lehrämtler in der Grundschule 1 Stunde des Deputats zu vermindern, um dort eine entsprechende Entlastung aller Lehrkräfte zu bewirken.

        Man kann den Studierenden, die nach erfolgter Qualifizierung mit Master und 2. Staatsexamen eine Stelle zu A13 auch in der SekI oder Grundschule annehmen können, zu überlegen, ob dies eine Option sein kann, sofern es ihre persönliche Lebenssituation erlaubt, in diese Bundesländer zu gehen.
        Alternativ wird man als SekI/II-Lehrkraft zu A13 eingestellt und dann an die anderen Schulformen abgeordnet, damit dort wenigstens der Kernunterricht aufrecht erhalten werden kann.

        Und doch: Sie neiden den Grundschul- und SekI-Lehrkräften eine Besoldung zu A13, weil Sie der Meinung sind, dieses Geld würde in bessere Arbeitsbedingungen investiert.
        Wie man sieht, wird es das nicht, sonst hätten wir ja alle schon längst herausragende Bedingungen an allen unseren Schulen.

        • @ Palim,

          das haben wir doch alles schon dutzendmal diskutiert. Den Disput über diese Studien führten Sie vorrangig mit anderen. “verschweigen” klingt nach “bewusst verheimlichen”. Das tue ich nicht. Ich kann nur nicht immer auf alles eingehen. An die Aussage mit der höchsten Belastung erinnere mich nicht einmal. Bitte belegen Sie sie!

          Ich habe auch in diesem Sinne nicht verschwiegen, dass alle Lehrer zu viel arbeiten. Das war hier nicht mein Thema. Ansonsten ist das immer mein Thema (!), weil ich mich neben vielem anderen für eine Stundensenkung an allen Schularten einsetze statt einfach nur mehr Gehalt zu zahlen, damit wir die widrigen Umstände weiterhin still ertragen. Ich habe hier nur der Aussage widersprochen, dass Grundschullehrer (Zitat) “die längste Arbeitszeit” haben. Dem widersprach die Studie. Dass das stimmt, verschweigen Sie gerade.

          Es gab, auch das verschweigen Sie (?), seinerzeit eine große Empörung darüber, dass nur die Grundschullehrer eine Stunde weniger unterrichten sollen. Wie es ausgegangen ist, weiß ich gerade nicht. Ich neide auch niemandem sein (besseres) Gehalt, ich nörgle nämlich nicht über das Gehalt irgendwelcher Ärzte, Anwälte, Architekten, was das bedeutete, ich gönne es denen nicht. Ich sage im Falle der Lehrer (aller), dass das JETZT nicht nötig wäre, weil wir als Lehrer gut verdienen, dass aber anderes nötig wäre, nämlich massive Entlastungen im Schulalltag und massive Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen. Das ist schon ein Unterschied.

          Ich könnte jetzt auch sagen, dass Sie offensichtlich den Lehrern der weiterführenden Schulen ihre besseren Gehälter neiden. Tun Sie doch, oder?

          • Es ist noch gar nicht ausgegangen, trotz der Empfehlungen der Arbeitszeitkommission hat sich die Landesregierung bisher kaum bewegt.
            Aus dem 11-Punkte-Entlastungsplan wurden einige Punkte gestrichen (weniger Konferenzen), andere umgesetzt, manche auf eine Art und Weise, dass Schulen/ Schulleitungen nun noch mehr Arbeit haben (Verträge, Abrechnung, Krankenstatistik).

            Die Empfehlungen der Arbeitszeitkommission stehen weiterhin im Internet
            https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/expertengremium-arbeitszeitanalyse-legt-abschlussbericht-vor-170499.html
            Darin findet sich die Erläuterung, warum gerade bei Grundschullehrkräften insgesamt das Deputat um 1 Std. verringert werden sollte (einheitlichere Anforderungen an alle als an anderen Schulformen, Arbeitszeit stark durch Unterricht determiniert, positiv für Teilzeitkräfte, hohe Belastung) (S. 59f.)
            Die Ausführungen zur Belastungen finden sich unter
            https://kooperationsstelle.uni-goettingen.de/projekte/arbeitsbelastungsstudie/

            Es ist ein Trugschluss, dass eingesparte Weihnachts- und Urlaubgelder oder alles, was über A12 bezahlt werden könnte, in das Schulsystem gesteckt würde.

          • Palim da gibt es in ihrer Ausführung einen erheblichen Schwachpunkt: Arbeitszeiten sind objektiv, Belastungen subjektiv. Zudem lag der Erhebungszeitraum zwischen Februar und März. Wie Aussagekräftig ist dies? Im Februar/März bin ich deutlich weniger belastet, als im April/Mai durch das Abitur.

            Zudem erkennen Sie ein grundlegendes Problem nicht, was Herr Mückenfuß hier schon mehrfach angesprochen hat. All diese Vergleiche sind hinfällig, wenn es keine bundesweiten Regelungen gibt. In Niedersachsen liegt die Arbeitszeit von Gymnasiallehrern höher als bei Grundschullehrern und das obwohl das Stundendeputat mit 23,5 bundesweit das Niedrigste ist. Ich muss in NRW für die gleiche Arbeit 25,5 Stunden arbeiten. Ich müsste also dafür mein Deputat auf 92% senken und käme damit fast auf die A12-Besoldung.

            PS: Wenn Sie schon etwas verlinken, dann lesen Sie es doch bitte genau. So wird an allen Schulen indirekt bzw. direkt von einer Senkung des Deputats gesprochen, jedoch bei Gesamtschulen und Gymnasien biete sich laut Studie eine flexible Einteilung von Entlastungsstunden eher an. Begründung:

            “Das zentrale Argument für die Bevorzugung flexibel
            zu handhabender Entlastungsstunden bei Gesamt‐
            schulen und Gymnasien gegenüber einer Deputat‐
            Absenkung ist die Existenz der extrem großen Streu‐
            ung der individuellen Arbeitszeiten: In den Gesamt‐
            schulen beträgt die Standardabweichung ca. ± 9
            Stunden (ABS, S. 73), in Gymnasien ca. ± 8 Stunden
            pro Woche (S. 87). Die Streuung ist in den Grundschu‐
            len mit ca. ± 6,5 Stunden pro Woche am geringsten
            (S. 61).”

            Deshalb werden unterschiedliche Handlungskonsequenzen vorgeschlagen. Die Standardabweichung zeigt hier auch wunderbar, warum die Arbeit von Lehrern nicht gleich ist. Weder zwischen noch innerhalb einer Schulform.

          • Beide Studien sind von der Arbeitszeitkommission geprüft und anerkannt worden,
            wie kann man sich da die eine Studie zurecht legen und die andere vom Tisch wischen, weil die Erhebung subjektiv sei? Die Vorgehensweise, die Belastung zu erfassen, ist dargelegt und offenbar auf diese Weise üblich, es wird ja genau erläutert.

            Die unterschiedlichen Handlungskompetenzen werden erläutert, das hatte ich geschrieben. Und gerade weil die Streuung in den Grundschulen geringer ist und die Anforderungen für jede Lehrkraft gleich hoch, wird empfohlen, hier zunächst einmal 1 Std. vom Deputat zu kürzen. Dass das eine von mehreren Maßnahmen ist, ist allgemein bekannt. Aber deutlich ist eben auch, dass die Kommission eine weitere Senkung des Deputats an den anderen Schulformen nicht empfiehlt.

            Alternativ müsste es eine genaue Stundenerfassung geben, sodass dann entsprechend der Stunden abgerechnet wird.

          • Sie sind nicht sonderlich erfahren in der Arbeit mit Studien oder? Ich lege mir die Studien nicht zurecht, ich zweifel die Studien auch nicht an. Ihre Aussagen decken sich jedoch nicht mit den Ergebnissen der Studien. Beides habe ich offen gelegt.

            Im ersten Fall, auch in ihrem erneuten Kommentar, verschweigen Sie, dass eine Deputatssenkung für alle Schulformen angedacht wird.

            “Aber deutlich ist eben auch, dass die Kommission eine weitere Senkung des Deputats an den anderen Schulformen nicht empfiehlt.”

            Das ist eben falsch. Die Senkung soll über Entlastungsstunden erfolgen. Warum? Die Arbeit von Grundschullehrern ist laut Studie gut vergleichbar. Die von Lehrern der weiterführenden Schulen weniger. Insofern ist die Senkung des Deputats über Entlastungsstunden ein sinnvolleres Vorgehen, als über eine pauschale Senkung für Alle. So kriegt der Deutsch-/Englischlehrer mehr Entlastungsstunden als ein Mathe-/Sportlehrer. Das ist ja scheinbar etwas, was Sie sich auch vorstellen können und ich ebenfalls unterstütze:

            “Alternativ müsste es eine genaue Stundenerfassung geben, sodass dann entsprechend der Stunden abgerechnet wird.”

            Zur zweiten Studien habe ich nur erwähnt, dass ihre Schlussfolgerung nicht stimmt. Die Studie hat über einen Zeitraum von 12 (!) Schultagen die subjektiven Belastungen von Lehrkräften erfragt und ausgewertet. Mehr nicht. Man kann zwar nun sagen, dass Personengruppe X laut Studie stärker belastet ist und somit dort mehr Entlastung stattfinden muss, die Studie hat jedoch keine Allgemeingültigkeit. Dazu bedarf es einer größeren Stichprobe, angelegt auf einen deutlich längeren Zeitraum. Kritikpunkte habe ich ja bereits oben dargelegt.

          • Um es mir Ihren Worten zu sagen: “Das ist falsch!”
            und: Wenn Sie sich schon mit Studien beschäftigen und darüber schreiben, dann “lesen Sie es doch bitte genau.”

            Die Entrüstung, auf die sich Mückenfuß am 17.11., 10:31 Uhr bezieht, war, warum nur für die Grundschullehrkräfte eine Deputatsverringerung für alle LuL in dieser Schulform um eine Stunde erfolgen sollte, nicht aber in den anderen Schulformen.

            Entlastungsstunden hingegen sollen in allen Schulformen gewährt werden und auch da wird empfohlen, dass in Grundschulen – zusätzlich zur Deputatsverringerung – eine erhebliche Anzahl dieser Stunden für weitere Aufgaben gewährt werden soll, wie es bisher so gut wie gar nicht der Fall ist, da Grundschulen kleine Systeme sind, die Stunden nach Schülerzahl bemessen werden in Verbindung mit einem Faktor, der bei Grundschulen ebenfalls sehr gering ist. Die SL der einzelnen Schule kann in der Regel 1-2 Stunden verteilen, sofern sie angesichts des Lehrermangels überhaupt zur Verfügung stehen.
            Ob und wofür die Entlastungsstunden verteilt werden, ist bisher nicht geregelt und ist auch in den Unterlagen der Kommission nicht festgelegt. Vorstellen kann ich mir, dass diese Stunden denen gewährt werden, die zusätzlich zum Unterricht weitere außerunterrichtliche Aufgaben übernehmen, da gerade diese in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben.

            Bei anderem finde ich die Überlegung, Schulen, die sich um benachteiligte SuS kümmern, generell von vorn herein besser auszustatten, sogar noch besser, da dort die Arbeit weit intensiver und aufreibender ist als anderswo UND weil diese Arbeit anerkennenswert und für die Gesellschaft zwingend notwendig ist. Dafür reichen Entlastungsstunden, die anderen Schulen ohne diese Kraftanstrengung gleichermaßen gewährt werden, nicht aus.

            Ob man über Entlastungsstunden die unterschiedliche Belastung verschiedener Fächer ausgleichen kann, weiß ich nicht. Was soll da der Maßstab sein?

          • @Palim Sie hätten auch einfach mal zugegeben können, dass Sie da etwas falsch verstanden, gelesen oder formuliert haben. Stattdessen kommen wieder diese Ausreden… Fakt ist: Entlastung soll es an jeder Schulform geben.

            “Ob man über Entlastungsstunden die unterschiedliche Belastung verschiedener Fächer ausgleichen kann, weiß ich nicht. Was soll da der Maßstab sein?”

            Hm, vielleicht die Arbeitszeit? Im Grunde würde das so ablaufen: man erhebt die Arbeitszeiten von Lehrern und zieht daraus die Erkenntnisse, welche Zeit mit Schulform, Fach, Jahrgang, Schülerzahl und Einzugsgebiet verbunden ist. Daraus versucht man an Schulen ähnlich zum Stundenplan einen optimierten Lehrplan zu erstellen, sodass jede Lehrkraft möglichst 40 Stunden pro Woche arbeitet. Wäre technisch möglich, ist bestimmt nur nicht gewollt. Denn dann wären nicht nur Mathe, Physik und Co. Mangelfächer, sondern auch Deutsch, Englisch, Geschichte.

          • Mathe wahrscheinlich weniger, weil die Mathematiker aufgrund der im Vergleich zu Deutsch und Geschichte schnell korrigierten Klausuren mehr Unterricht abhalten können.

  2. Liebe Palim,

    ich stimme Ihnen vollzu. Es ist ein vollkommener Trugschluss, zu denken, dass das Geld, was nicht in die Lehrergehälter gesteckt wird, am Ende der ganzen Grundschule zugute käme. Wer will das außerdem seriös beziffern und prüfen? M.E. ist es nunmehr schlicht eine Frage der Wertschätzungen sowie der Lohn- und Leistungsgerechtigkeit, ob und inwiefern man bereit ist, uns Grundschullehrer/innen das zu zahlen, was uns qua Arbeitsleistung UND Ausbildung (Master und Zweites Staatsexamen) zusteht!

  3. Warum kommt eigentlich niemand auf die Idee, den Lehrern anderer Schularten ihr A13 plus wegzunehmen. Dieses Geld könnte man doch auch in bessere Arbeitsbedingungen für alle investieren. Herr Mückenfuß, machen Sie sich doch mal dafür stark. Das würde UNS ALLEN helfen. Das ist doch für Sie die Lösung aller Probleme.

    • Und warum bringen Sie immer wieder diese Idee hervor, die Sie selbst nicht ernst meinen, und lesen meine Antwort dazu anscheinend nicht?

      Ich sagte immer – Sie wissen das seit Jahren – ich bin erstens nicht dafür, dass wir weniger verdienen sollten als bisher und zweitens, dass wir Lehrer alle finanziellen Mittel aufbringen sollen, um die Zustände im Bildungswesen zu verbessern. Ich sage immer, dass wir gut verdienen und dass DESHALB jetzt Investitionen in bessere Arbeitsbedingungen getätigt werden sollen für alle Lehrer an allen Schularten – aus den hier immer wieder vorgebrachten sprudelnden Steuereinnahmen.

      Sie wollen nur einfach “mehr Geld für sich”, obwohl Sie wahrscheinlich schon bei 5000,- Euro brutto angelangt sind (siehe letztens der Link über eine bayrische Privatschullehrerin, die 37% weniger verdient). Von noch mehr Geld für Sie persönlich wird nichts, aber auch gar nichts besser im Schulwesen.

      • @ Mississippi, auf die Idee kam übrigens neben Ihnen schon der Krokodilstreichler, der A 9 für Lehrer vorschlug.

        Sie können das ja vertreten, wenn Sie mögen und das haben Sie hiermit ja auch bereits getan.

        • @ Mississippi,

          dafür wäre mal ordentlich mehr Geld nötig, aber egal, Hauptsache, gutverdienende Lehrer werden zu besser verdienenden Lehrern gemacht.

          Zitat:
          “Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein Baby in einer Mülltonne gefunden wird oder ein Kind aus einer verwahrlosten Wohnung befreit werden muss. Die Presse berichtet, die Öffentlichkeit reagiert geschockt, und im gleichen Atemzug wird die Frage gestellt: Und wo war das Jugendamt?

          Sie tun, was sie können, aber es reicht nicht aus. Nicht nur in Berlin verschickten Vertreter der Jugendämter einen Brandbrief, mit dem eine deutliche Erhöhung des Personals gefordert wird. Das Beispiel einer Mitarbeiterin, die 120 Familien betreuen soll, machte Furore. Aber passiert ist bisher nichts. Die Jugendämter sind chronisch unterbesetzt, der psychische Druck auf die Mitarbeiter ist enorm.”

          https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-bedrueckende-alltag-auf-dem-jugendamt.1076.de.html?dram:article_id=245064

  4. Lieber Herr Mückenfuß,

    als Grundschullehrer an einer sogen. “Brennpunktschule” arbeite ich eng mit dem Jugendamt zusammen und weiß aus meiner eigenen, täglichen Arbeit nur zu gut, was diese Leute leisten. Die Zustände, die geschildert werden, sind entsetzlich. Jetzt aber die Grundschullehrer und die Mitarbeiter des Jugendamts gegeneinander auszuspielen, ist in höchstem Maße unredlich!

    • Nein, Grundschullehrer, es ist zutiefst unsolidarisch, nur auf sich selbst und noch maximal die eigene Berufsgruppe zu schauen und für sich selbst ein Maximum an Wohlstand und schönem Leben zu fordern und es ist einem egal, wie es den Menschen drumherum geht und auf wessen Kosten das womöglich geschieht.

      Noch einmal: Würden Lehrer so schlecht verdienen wie z.B. Altenpfleger, würde ich Gehaltsforderungen womöglich unterstützen. Das tun sie aber nicht. Wir sprechen hier von Einstiegsgehälter von 3500,- Euro brutto mindestens (!), die alle paar Jahre automatisch um einige hundert Euro steigen (Erfahrungsstufen). Die meisten dieser Lehrer sind verbeamtet und haben noch etliche Vergünstigungen dazu (höhere Pension als Rente, unbefristete 100%-Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, mehr Netto, da keine Sozialabgaben und und und) UND es ist immer noch nicht genug. Die jammern immer noch, dass es ihnen schlecht gehe und sie soooo ungerecht entlohnt werden. Schlecht geht es anderen und Geld nötig wäre mal anderswo!!!

      Lehrern an Brennpunktschulen würde ich z.B. auch nicht einfach nur mehr “Schweigegeld” zahlen, sondern ihre Arbeitsbedingungen deutlich entlasten wollen, z.B. durch noch kleinere Klassen und ein noch geringeres Stundensoll, als/wie ich es für uns alle wünsche!!!

      • PS: Ein bisschen konkreter: Uns allen wünsche ich maximal 18 Kinder in einer Klasse (an Brennpunktschulen 14); uns allen wünsche ich 4 Unterrichtsstunden weniger (an Brennpunktschulen 6-8).

  5. Lieber Herr Mückenfuß, warum argumentieren Sie eigentlich so vehement gegen die Forderung von uns Grundschullehrern? Sind Sie selbst Grundschullehrer, dass Sie beurteilen können, was es heißt, als Grundschullehrer zu arbeiten? Kennen Sie im Detail die konkreten Aufgaben und Belastungen, die dieser Beruf mit sich bringt? Dann, und nur dann, werden Sie unsere Forderung nach einer angemessenen Entlohnung verstehen.

    • Das sind sehr schwache Aussagen. Versuchen Sie doch sachlich mit Argumenten zu überzeugen. Daran hapert es hier vielfach. Was ist den “angemessen”. Definieren Sie das doch mal. Herr Mückenfuß, meine Person und einige weitere haben bereits mehrfach erläutert, dass “angemessen”, “gleichwertig”, etc. nur schwer zu definieren sind.

      Es stehen auf dieser Plattform mittlerweile einige Fragen im Raum, die Grundschullehrer verweigern zu antworten:
      1. Wird man dadurch den Lehrermangel an Grundschulen bekämpfen? Wenn ja, warum?
      2. Werden dadurch weitere Investitionen im Bildungsbereich nicht gefährdet?
      3. Inwiefern lassen sich ohne bundesweite Regelungen überhaupt Vergleichbarkeiten schaffen?
      4. Entspricht A13 überhaupt der Arbeitsleistung einer Grundschullehrkraft?

      Einige weitere Frage finden sich hier in weiteren Artikeln. Alle habe ich nicht mehr im Kopf.

      • Die Antworten können Sie gerne ein weiteres Mal erhalten:

        Zu 1: Der Lehrkräftemangel in der Grundschule wird dadurch zumindest gemildert, weil diejenigen, die gerne Lehrkraft sein möchten, aber schon nach dem ersten Praktikum bemerken, dass viel Einsatz an der Grundschule mit weniger Geld als an anderen Schulen honoriert wird, den Schwerpunkt wechseln. Gleichzeitig könnten sie alternativ das Lehramt des Schwerpunktes wählen, das mit A13 von Beginn an entlohnt wird, nach gleichlanger Ausbildung und gleichem Abschluss, um an diesen Schulen zu bleiben oder über die Abordnungen doch in die Grundschulen zu gelangen und dann auch dort A13 zu bekommen, so wie es vielfach derzeit über Abordnungen geschieht. Stehen nur noch SekII-Lehrkräfte zur Verfügung, werden diese sehr bald den Erstunterricht in den Grundschulen mit übernehmen müssen und ebenso die dort geforderten außerunterrichtlichen Aufgaben, die dann nicht allein auf das Stammpersonal übertragen werden können.

        Zu 2: Ich sehe nicht, dass dadurch Investitionen gefährdet werden. Wenn man sieht, dass Deutschland weit entfernt vom Ziel ist, 10% des BIP für Bildung ausgeben zu wollen, ist noch sehr viel Luft nach oben. Gefährdeten die A13-A16-Stellen anderer Lehrkräfte in der Vergangenheit eine bessere Investition in Schulen? Meiner Meinung nach kann darin nicht der Grund für viel zu geringe Bildungsausgaben und die Vernachlässigung von Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen liegen.

        Zu 3: Solange Bildung Ländersache ist und bleibt, werden die Länder hier entscheiden. Eine Möglichkeit wäre, über die KMK Standards zu setzen, an die sich alle halten. Dies gelingt ja in anderen Bereichen der Bildung auch, schließlich haben sehr viele Länder in den vergangenen 10-20 Jahren eine recht ähnliche Entwicklung in der Schullandschaft vollzogen, obwohl in den Ländern ganz unterschiediche Regierungen gewählt waren.
        Tatsächlich haben wir auch bundesweit Mangel an Lehrkräften, das hat auch nicht allein eine Landesregierung verschuldet. Und auch die Einsparungen im Bildungsbereich, bei Weihnachts-und Urlaubsgeld, bei der Zuweisung von Ressourcen, bei der Streichung von Förderunterricht etc. kann über mehrere Bundesländer hinweg verzeichnet werden.
        So, wie Länder gemeinsam die gleichen Fehler machen können, weil sie voneinander abschreiben, könnten sie auch die positiven Aspekte der unterschiedlichen Systeme sehen und sich daran ein Beispiel nehmen und bundesweit für ausreichend Lehrkräfte sorgen, alle Lehrkräfte mit entsprechender Ausbildung nach A13 bezahlen, möglichst gleichwertige Regelungen für Vertretungen finden und die Schulen mit zusätzlichen Kräften ausstatten, sodass psychologische und sonderpädagogische Förderung gewährt werden kann.

        Zu 4: Nein. A13 entspricht nicht der Arbeitsleistung einer erfahrenen Grundschullehrkraft. A14 erhalten diejenigen, die eine Zusatzausbildung haben. Diese können Grundschullehrkräfte mehrfach nachweisen, sie arbeiten sich in weit mehr als 2 Fächer ein, sie übernehmen den schwierigen Erstunterricht, für den allein eine Spezialisierung notwendig ist, sie übernehmen aber auch sämtliche Förderschwerpunkte in den Klassen sowie Begabtenförderung, zudem an den kleinen Systemen vielfältige Aufgaben der Schulentwicklung, die ebenfalls in anderen Schulsystemen besser dotiert werden. Deshalb plädieren Grundschullehrkräfte dafür, dass A13 für alle das Einstiegsgehalt ist UND dafür, dass es auch an der Grundschule Aufstiegsämter gibt, die nicht “Schulleitung” genannt sind.

        Und jetzt, liebeR FElixa, bitte keine Antwort mit einer Beleidigung (“schwache Aussagen”) oder Unterstellung (“überhaupt der Arbeitsleistung”), sondern, wie gerne von anderen gefordert, rein sachliche Äußerungen mit Gegenargumenten auf Grundlage von Daten und Fakten.
        Versuchen Sie doch mal mit eigenen Inhalten zu überzeugen, statt mit Unterstellungen andere zu diskreditieren.

        • Wo sind Sie denn jemals darauf eingegangen? Gerne den Link dazu.

          Zu 1: soll das eine Hypothese sein oder begründete Feststellung? Die Hypothese würde ich zulassen und selbst auch aufstellen wollen, ich glaube jedoch nicht, dass Sie sich in dem Maße ausdrückt, wie man es sich erhofft.

          “aber schon nach dem ersten Praktikum bemerken”

          Naja so weit kommen die Meisten ja gar nicht. Es scheitert ja primär an der Zulassung an Hochschulen. Haben Sie denn wenigstens Zahlen zu der Abbruchquote? Das wäre ein erster Indiz und dann müsste man schauen was die Beweggründe sind. Vielleicht stellen viele einfach fest, dass das nicht die Arbeit ist, die man sich vorstellt.

          Zu 2: Das ist jetzt wirklich nur ihre Meinung. Ich habe hier mehrfach, für mehrere Bundesländer, vorgerechnet, dass das schlichtweg nicht finanzierbar ist.

          Zu 3: Die einzige Erkenntnis wird sicherlich sein, dass A13 für Alle positiven oder gar keinen Einfluss auf den Lehrermangel hat. Deswegen sollten die meisten Bundesländer einfach abwarten und schauen, wie es sich woanders entwickelt. Wenn Sie so argumentieren, würde es ja reichen, wenn ein Bundesland ein Pilotprojekt über 5 Jahre anlegt und dann schaut, wie sich die Zahlen entwickeln. Das grundlegende Problem, Vergleichbarkeit, wird so natürlich nicht gelöst.

          Zu 4: Das sind doch keine Argumente. Soll nun jeder Lehrer aufzählen, was er oder sie leistet? Es geht um Vergleichbarkeit. Wenn die Arbeitsleistung von einer Grundschullerkraft nur um ein paar Prozentpunkte nach unten abweicht, wäre eine A12-Besoldung gerechtfertigter als eine A13-Besoldung. Es müsste dabei eben evaluiert werden, inwiefern das Stundendeputat dann ggf. angepasst werden muss.

          “Und jetzt, liebeR FElixa, bitte keine Antwort mit einer Beleidigung (“schwache Aussagen”) oder Unterstellung (“überhaupt der Arbeitsleistung”)”

          1. Wo ist da eine Beleidigung?
          2. Es ist keine Unterstellung, sondern eine interessierte Nachfrage. Wenn Sie eine gute Antwort darauf haben, ist doch alles wunderbar.

          “sondern, wie gerne von anderen gefordert, rein sachliche Äußerungen mit Gegenargumenten auf Grundlage von Daten und Fakten.”

          Habe ich nicht hier ihre Aussagen durch ihre eigenen Quellen widerlegt? Habe ich nicht mehrfach anhand der Landeshaushaltspläne nachgerechnet, dass es kaum bis gar nicht finanzierbar ist? Habe ich noch nie begründet erklärt, dass es zu wenig Studienplätze gibt? Oder anhand des Lehrermangels im MINT-Bereich mehr Geld als Lösung begründet in Frage gestellt?

          “Versuchen Sie doch mal mit eigenen Inhalten zu überzeugen, statt mit Unterstellungen andere zu diskreditieren.”

          Sie als Grundschullehrkraft wollen etwas. Also müssen Sie liefern. Bisher hat niemand geliefert. Stattdessen haben hier einige Personen, u.a. auch ich, Fragen aufgestellt, die beantwortet werden müssen. Es wurden Kritikpunkte aufgestellt, die gut begründet sind und sie bisher nicht entkräften konnten. Ihnen kann man wirklich nur wünschen, dass irgendein karriereinteressierter Politiker denkt, er oder sie könne durch dieses Geschenk Wählerstimmen für sich gewinnen. Was wirklich schade ist, denn dieses Thema könnte eben ein guter Aufhänger sein, um über die generelle Besoldungsstruktur, Ausbildungsstruktur und Arbeitsbedingungen zu sprechen.

          • Wo sind nun Ihre Argumente?
            Meine Quellen? Ja, die belegen, dass für Grundschullehrkräfte empfohlen wird, 1 Std. im Deptutat zu senken, für andere Lehrkräfte nicht, während an allen Schulformen mehr Entlastungsstunden zur Verfügung stehen sollen. Das stellen Sie wiederholt in Abrede, weil es Ihnen offenbar nicht gefällt. Eine Quelle dafür kann ich in Ihren Ausführungen nicht finden.

            Das, was Sie noch evaluieren wollen, und wie Ministerien gerne alles auf die lange Bank schieben möchten, sieht man ja deutlich. Mehr kommt von Ihnen nicht.
            Dabei sind die Daten gerichtsfest ermittelt und von einer ministeriell eingesetzten Arbeitszeitkommission anerkannt und mit Empfehlungen an das Ministerium gegeben worden. Diese Empfehlungen wurden sogar seitens des Ministeriums anerkannt.
            Was soll man da noch liefern?
            Wie viele Erhebungen braucht man noch, um zu erkennen, dass die derzeitige Arbeitssituation an den Schulen schon längst unhaltbar ist?

            Die Einstellung zu A13 wird zudem allein auf Grund der gleichen Ausbildung mit den gleichen Abschlüssen zu gewähren sein.

            Im übrigen findet das erste Praktikum vieler schon weit vor Studienbeginn statt, da viele SchülerInnen sich um Praktikumsplätze bemühen und sich genau informieren, weit bevor sie ein Studium ergreifen.

        • Spätestens dann, wenn die Hälfte aller an der Grundschule Tätigen keine ausgebildeten GS-Lehrer, sondern Quereinsteiger und abgeordnete Gym-Kollegen, die ihr A13 weitergezahlt kriegen, wird der Kipp-Punkt erreicht sein. Dann wird auch noch der Letzte verstanden haben, dass man gut ausgebildete Grundschullehrer braucht, die dann aber eben auch ein Recht auf gleiche Bezahlung haben. Man muss nur nach Berlin schauen und weiß, was kommt.

          • Dafür muss man nicht bis nach Berlin schauen, das gibt es auch in anderen Regionen in verschiedenen Bundesländern, dort, wo sehr viel Gegend auf sehr wenig Infrastruktur trifft oder ein sozialer Brennpunkt die BewerberInnen verschreckt, sodass die ausgeschriebenen Vollzeitstellen und auch die Vertretungsposten offen bleiben.

          • @ Grundschullehrer, ach Quatsch! Erstens reden Sie mal bitte die Seiteneinsteiger nicht schlecht. Es ist auch noch lange per sé 0ein guter Lehrer, wer eine Ausbildung hat – und wie viele davon gehen unter bzw. schmeißen hin.

            Zweitens habe ich ja schon geschrieben, auch wenn Sie es hartnäckig ignorieren, dass in NRW abgeordnete Gym-Lehrer an den Grundschulen bleiben möchte, obwohl sie dort weniger verdienen.

            Drittens schreckte die unterschiedliche Bezahlung auch früher niemanden ab, Grundschullehrer zu werden. Sie ja auch nicht. Es gab sogar lange einen Lehrerüberhang. Bzgl. A 13 muss man halt sagen, da sind Begehrlichkeiten geweckt worden, die erstmal alle unzufrieden GEMACHT haben, die es vorher nie waren.

            Haben alle ein Recht darauf, A 13 zu verdienen? Wer nicht? Wessen Arbeit ist denn Ihrer Meinung nach weniger wert? Und warum? (Wie Felixa ja schon schrieb, Nachfragen stellen Sie sich ja offensichtlich nicht.)

    • @ Grundschullehrer, vor allem, weil ich möchte, dass vorhandene Gelder in bessere Arbeitsbedigungen investiert werden, weil durch einfach mehr Gehalt nichts davon besser wird. Das wird auch kosten und das braucht auch den Druck von GEW und VBE. Wie kann man aber glauben und fordern, dass alle überschüssigen Steuereinnahmen nur für das Wohl der Lehrer ausgegeben wird. Und zweitens meine ich, wir verdienen gut und DESHALB wären verbesserte Arbeitsbedingungen jetzt wichtiger.

      Als anscheinend langjähriger Lehrer haben Sie doch sicher auch schon ein Gehalt oberhalb von 4000,- Euro brutto. Wissen Sie, was andere Menschen verdienen und wovon sie leben müssen? Ich fragte ja schon, ist angemessen immer nur das, was andere mehr bekommen?

  6. Junge Grundschullehrer werden mit den Füßen entscheiden und sich die Bundesländer aussuchen, die eine angemessene Entlohnung entsprechend der Ausbildung bieten. Fur eine junge Lehrerin, die in Halle/ Sachsen-Anhalt (A12) ihr Referendariat absolviert hat, ist es kein Problem, nach Leipzig/ Sachsen (A13) zu ziehen, oder dorthin jeden Tag mit der S-Bahn zu fahren. Dass das A13 bundesweit kommen muss, ist längst allen Kultusministern klar. Sie zögern es nur hinaus. Hier ist es Aufgabe der Grundschullehrer, der GEW und des VBE (und nicht Ihre, liebe Felixa und lieber Herr Mückenfuß), gemeinsam mit den Kultusminsiterien darüber zu verhandeln.

    • Nein, mit Verlaub, das ist Quatsch. Schon immer verdiente man als Lehrer in dem einen Bundesland deutlich (!) mehr als in dem anderen. Trotzdem war kein Bundesland “lehrerleer”. Bis vor einigen Jahren gab es sogar einen Lehrerüberhang. Aber vor allem ist die Masse der Lehrer eben nicht abgewandert. Sie ja auch nicht. Dass junge Leute nicht dort bleiben, wo sie studiert haben, ist verständlich. Viele gehen in ihre Heimatorte zurück.

      Ich habe bereits geschrieben, dass man in BaWü und Hamburg mit A 12 bereits soviel verdient wie in MeVo und Rheinland-Pfalz mit A 13. Wo ist denn da nun der Lehrerstrom aus MeVo und Rheinland-Pfalz in die anderen Bundesländer? MeVo hat wohl A 13 bereits eingeführt oder angekündigt (?). Aber dann verdienen die ja immer noch weniger als A 13 in anderen Bundesländern. Werden also alle jungen Lehrer immer dahin gehen, wo sie am meisten verdienen. Nein, haben sie getan – auch wenn sicher jeder einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, der es getan hat. In NRW haben Gym-Lehrer angefragt, ob sie an den Grundschulen bleiben können, obwohl sie dort weniger verdienen.

      Ihre ganze gute Situation als Lehrer (und ggf. Beamter) habe ich oben ansatzweise beschrieben. Es geht Ihnen NICHT schlecht !!! Indem Sie anderen absprechen, Ihre Situation einzuschätzen, maßen Sie sich jedoch an, die Situation anderer einzuschätzen. Wir brauchen also Einschätzungen von außen. Die gibt es und die besagen, dass die Gym-Lehrer wöchentlich den größen Arbeitsaufwand haben und das, obwohl sie weniger Unterrichtsstunden geben. Der Unterschied wäre also bei gleicher Stundenzahl noch gewaltiger.

      Schade, dass manche einfach nicht genug bekommen können und immer nur nach jenen schielen, die mehr haben.

    • “Junge Grundschullehrer werden mit den Füßen entscheiden und sich die Bundesländer aussuchen, die eine angemessene Entlohnung entsprechend der Ausbildung bieten.”

      Das wird für die meisten Anwärter nicht gelten, da nicht jeder mit der S-Bahn ein anderes Bundesland erreicht. So viel Wille für ein bisschen mehr Geld Heimat, Familie und Freunde zu verlassen sehe ich bei vielen Lehrern, egal welcher Schulform, nicht. Zudem bedeutet A13 nicht zwingend besseren Lohn. Die Besoldung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern, sowie das Stundendeputat. Haben Sie das mal für alle Bundesländer nachgerechnet oder geht es ihnen gar nicht um sachliche und begründete Entscheidungen?

      “Dass das A13 bundesweit kommen muss, ist längst allen Kultusministern klar.”

      Das wurde wo gesagt?

      “Hier ist es Aufgabe der Grundschullehrer, der GEW und des VBE (und nicht Ihre, liebe Felixa und lieber Herr Mückenfuß), gemeinsam mit den Kultusminsiterien darüber zu verhandeln.”

      Ist es mir also nicht erlaubt darüber zu sprechen und kritisch zu hinterfragen? Wo leben wir dann? Soweit ich weiß, reden wir doch davon, dass alle Lehrer gleich sind? Also bin ich damit doch auch gemeint?

      PS: Gehen Sie doch auf meine obigen Fragen doch mal ein. Bisher bleiben diese erneut unbeantwortet. Wer etwas will, muss auch liefern.

  7. Schäm dich, Mückenfuss ! Betreibst Propaganda als Ministeriumsmitglied für ein nur A12 zahlendes Bundesland. Astroturfing vom Feinsten!

    • 🙂 Das erinnert mich an die Verschwörungstheorie bzgl. Greta Thunberg, die man auf einem Foto von vor 100 Jahren wiederentdeckt hat. 🙂

      Ich bin ein Ministeriumsmitglied? Welches denn?

      Und was ist Astroturfing? (Können Sie kein Deutsch?) 🙂

      Schäm di selbst. 🙂

  8. In NRW ist A13 für GS-Ämter schlichtweg nicht durchsetzbar. Die Ministerin lernt das gerade. Und das nicht weil die Kolleginnen und Kollegen an den GS das nicht verdienen würden, sondern deshalb, weil dann zehntausende E10, E11, E12, A10, A11, A12-Leute an den Sek I-Schulen ebenfalls berechtigte Ansprüche stellen würde. Und andere Berufsgruppen auch. Polizisten zum Beispiel, die in der Praxis kaum Entwicklungsmöglichkeiten haben. Mit Gerechtigkeit hat das in unserem werteentkernten Land nichts zu tun. Wenn es um Gerechtigkeit ginge, müssten erstmal die angestellten Kolleg/innen endlich gleich behandelt werden. Das ist dringender, als A13 für Grundschulämter. Politisch alles nicht durchsetzbar.

    • Trösten Sie sich, A 12 in NRW (rund 3500,- beim Einstieg) ist bereits ungefähr so hoch wie A 13 in Rheinland-Pfalz und MeVo (rund 3600,- beim Einstieg).

      Zitat: “Wenn es um Gerechtigkeit ginge, müssten erstmal die angestellten Kolleg/innen endlich gleich behandelt werden.”

      Genau. NRW hat ja rund 40.000 angestellte Lehrer. Die haben all die Beamtenvorteile nicht, die da waren:
      – mehr Netto vom Brutto, weil keine Sozialabgaben
      – Familienzuschlag
      – unbefristete 100%ige Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfalle
      – deutlich höhere Pensionsleistungen
      – nahezu unkündbar

      • Diese Ungerechtigkeiten interessieren aber die jammernden A-12-Grundschullehrer nicht, denn die betreffen sie ja nicht (sofern verbeamtet), sondern die anderen.

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