Karliczek: Länder müssen dafür sorgen, dass Schulen nicht zu Hotspots werden

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BERLIN. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat eine Ausweitung der Maskenpflicht an Deutschlands Schulen im Kampf gegen das Coronavirus angeregt. «Wir müssen alles versuchen, die Schulen auch in den nächsten Wochen offen zu halten», sagte die CDU-Politikerin in Berlin nach dem Bund-Länder-Gipfel. Alle in der Gesellschaft müssten sich an die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie halten. Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass die Gipfel-Beschlüsse dafür ausreichen. 

Zeigt sich optimistisch: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon
Sorgt sich um den Schulbetrieb: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Bei gestrigen Gipfel der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin wurde beschlossen, Kitas und Schulen weiter offen zu lassen (News4teachers berichtet aktuell – hier). Es müsse allerdings geklärt werden, wie der Schulbetrieb an die verschärfte Infektionslage angepasst werde, so Karliczek. «Dies müssen die Länder entscheiden, die die Situation in den Regionen am besten einschätzen können», sagte die Bundesbildungsminister. «Dabei wird auch über eine Ausweitung der Maskenpflichten nachzudenken sein, um eine Art Sicherheitspuffer für den Schulbetrieb zu schaffen.»

Die CDU-Politikerin begrüßte den jüngsten Beschluss von Bund und Ländern, wonach Schulen und Kindergärten offen bleiben. «Die Corona-Zeit darf für die Schülerinnen und Schüler nicht zu einer verlorenen Zeit werden», sagte sie. Die Belastung der Familien dürfte nicht noch gesteigert werden. «Die Schulen dürfen aber auch weiter nicht zu Corona-Hotspots werden», betonte die Ministerin.

Karliczek: An manchen Schulen die Abstandsregel im Unterricht wieder einführen

Denkbar sei auch die vermehrte Teilung von Unterricht. «Es ist besser, vielleicht an manchen Orten den Präsenzunterricht zu Gunsten von mehr Abstand zu reduzieren, als am Ende gar keinen Unterricht in der Schule anbieten zu können.» Ebenso könne die teils schon praktizierte Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht sinnvoll sein.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, kritisierte dagegen die Entscheidung, Schulen komplett offen zu halten. «Ob ein Lockdown light funktionieren kann, wenn man die Schulen weitgehend ausnimmt, möchte ich bezweifeln», sagte Meidinger der «Passauer Neuen Presse». «Da, wo die Neuinfektionszahlen durch die Decke gehen, ist der Wechselbetrieb mit halbierten Klassen sicher die beste präventive Möglichkeit, um vollständige Schulschließungen zu verhindern.» Diese wären unumgänglich, wenn das Infektionsgeschehen völlig unkontrollierbar werde.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für den Schulbetrieb in Risikogebieten werden von den Ländern missachtet

Das entspräche den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI empfiehlt ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner für alle Schulen des betroffenen Gebiets eine generelle Maskenpflicht im Unterricht (also auch in Grundschulen) sowie eine Verkleinerung der Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingehalten werden kann (News4teachers berichtet ausführlich über die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb – hier geht es hin). Die Bundesländer beachten die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb nicht. Der gestrige Gipfel der Ministerpräsdenten mit der Kanzlerin änderte an dieser Linie nichts. News4teachers / mit Material der dpa

Jetzt ist klar: Der Staat kann (und will) den Gesundheitsschutz in Schulen nicht gewährleisten – hebt die Schulpflicht auf!

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41 KOMMENTARE

  1. „Dies müssen die Länder entscheiden, die die Situation in den Regionen am besten einschätzen können.“

    Quatsch. Wenn ich über 200 Inzidenz habe, ist es doch egal, ob der Landkreis in BW, NRW oder sonstwo liegt.

    Wieso konnte die Bildungsministerin von den 10 Milliarden für Gastro nicht eine für Liftfilter rausholen?

    Naja, ich bin überzeugt davon, dass wir in wenigen Wochen sehen werden, dass die Infektionszahlen weiterhin steigen werden.

    30 SuS in engen Räumen, dazu bunte Durchmischung in den Bussen.. das gibt Viruseicjteln vom Feinsten. Da nützt es nichts, dass die Kinder abends nicht ins Restaurant oder Kino gehen. Das spielt dann auch keine Rolle mehr.

  2. Wenn die Krisen-Aktivitätenpläne bei einer Inzidenzzahl größer 50 enden heißt das doch schon bei dreistelligen Werten eher planlos und ziellos zu agieren.
    Bei Werten über 200 dann mal die nächsten Tage abzuwarten und zu diskutieren sieht mir nicht nach planvollem handeln aus.
    Zumindest kann die Maskenpflicht ja noch durch Vorschrift zur ausschließlichen Verwendung von FFP1, dann FFP2 usw. statt nicht medizinischer Alltagsmaske zu nutzen kurzfristig im Schulbetrieb gesteigert werden.

    • FFP2 ist keine Option. Die Dauer, die man sowas im Stück tragen darf, ist arbeitsschutzrechtlich sehr begrenzt (es gibt ja viele Berufsgruppen, die schon vor Corona derlei Masken bei bestimmten Tätigkeiten tragen mussten). Das würde für einen Tag nicht ausreichen.

      Wenn es jemand freiwillig macht, ist das was anderes, zwingen kann man da niemanden.

      Ich vermute, dass man aktuell gerade dabei ist, die Ausredenschublade wieder neu zu befüllen:

      – Kinder haben heimlich die Masken abgenommen
      – Kinder haben in der Freizeit gekuschelt
      – usw.

      Die Wahrheit ist: Bei den aktuellen Infektionszahlen braucht man Abstand UND Masken (nicht ODER!) und man sollte Menschenansammlungen in Innenräumen tunlichst vermeiden. Also: Unterricht in Kleingruppen draussen. Auch da kann man viel lernen, z.B. über die Natur, über Wälder und viele andere interessante Dinge.

      • Doch kann man. Ich trage FFP2 beruflich den ganzen Tag. Es reicht eine Pause nach 75 min.offiziell. Praktisch trage ich sie fast durchgehend da man nunmal nicht ständig Pause machen kann. Jedenfalls in meinem Job nicht. Eine Unterrichtsstunde mit FFP2 währen ja nur 45 Minuten. Überhaupt kein Problem . Auf dem Schulhof benötigt man sicher kein FFP2. Im Flur auch nicht

        • Nun – es gibt sogar sowas wie Doppelstunden mit 90 Minuten – dazwischen Pausenaufsicht (Maskenpflicht innen wie auf dem Schulhof, da keine festen Bereiche bei >40 Klassen machbar – und schon gar nicht gewollt…)- und heute hatte ich die FFP2-Maske von 7:40 bis 14:40 fast durchgehend drauf – mit Schmerzen hinter den Ohren vom Feinsten!
          Vielen Dank insofern für diesen qualifizierten Beitrag…danke für „stellt euch mal nicht so an“… wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…..

          • Ich glaube ich habe mehr Ahnung als sie.
            Trage die Maske (FFP2) schon seit April den ganzen Tag und das je nach Dienst auch länger als 8 Stunden mit kleinen sporadischen Pausen. Wie übrigens je nach Einsatzbereich viele in den Kliniken und zwar ohne zu jammern. Es gibt auch nur sporadisch Pausen. Aber ich kann ja mal drauf pochen. ..der nächste Notfall bitte erst nach meiner FFP2 Pause. Vielleicht muss man in der jetzigen Situation kleine Unbequemlichkeiten einfach mal in Kauf nehmen und nicht stur auf Vorschriften pochen um alles am laufen zu halten.
            Und wenn einem die Ohren weh tun(tun meine auch von den Gummis) kann man sich einen Halter für die Schlaufen hinter dem Kopf besorgen. Der ist spottbillig.
            So viel dazu ….Aber ja den armen Lehrern ist ffp2 natürlich nicht zuzumuten. Nur den anderen..

    • @Kritischer Dad: Das Tragen von FFP2-Masken setzt eine vorherige arbeitsmedizinische Beurteilung/ Überprüfung des Trägers voraus, wenn ich richtig informiert bin – das anzuordnen wird man also schön sein lassen, denn Lehrkräfte, die als Ergebnis dieser Überprüfung die FFP2-Maske aus medizinischen Gründen nicht tragen dürfen bzw. können, dürften dann auch nicht mehr im Präsenzunterricht eingesetzt werden.

      • Im Krankenhausbetrieb wird aktuell auch FFP2getragen . Da wurden nicht alle arbeitsmedizinische begutachtet . Die Tragezeit beträgt offiziell 75min.am Stück und dann Pause . ( Die Pause interessiert in der Klinik selten jemanden)
        Sollte ja wohl bei 45 Minuten einer Unterrichtsstunde kein Problem sein.

  3. Herr Meidinger und Frau Karliczek schätzen die Situation richtig ein.

    Dagegen arbeiten die Kultusminister auf komplette Schulschließungen hin.

    Wenn die Hälfte der der Klassen in Quarantäne ist, gibt es auch genügend Lehrer und Klassenzimmer für halbe Klassen.
    In wenigen Wochen ist das Problem also gelöst.

    NRW kann schon mal neue Stundenpläne vorbereiten.
    Je nachdem welcher Jahrgang ausfällt.

      • Meistens werden die Lehrer gar nicht in Quarantäne geschickt. Und ich befürchte auch schon den nächsten Schritt. Damit der Unterricht, bzw. die Betreuung nur darum geht es, weiterläuft, werden demnächst auf infizierte Lehrer gedrängt weiter in die Schule zu kommen. Leider würden dies zu viele Lehrer aus Gründen vom falschen Gehorsam auch noch mitmachen.

        • Genau, vor allem die älteren Lehrer/ innen, wozu auch ich mich zähle!
          Wir sind die letzten Jahrzehnte schon krank in den Unterricht gelaufen um terminierte Projekte, Veranstaltungen , im Klassenteiler geschriebene KA’s nicht zu gefährden, haben uns übers Wochende ins Bett gelegt und nebenbei dann noch Unterricht für die nächste Woche vorbereitet, vielleicht korrigiert, da Rückgabe der KA der Klasse fest versprochen!
          Stehen halblebig am Montag wieder in den Klassen , auch um den evtl. ausfallenden Unterricht nicht den anderen aufzubürden!
          Meine Familie schüttelt schon seit Jahren den Kopf über mein Verhalten im Krankheitsfall! Ich gelobe immer Besserung, habe auch Infekte dadurch schon über Wochen verscheppt!
          Aber das schlechte Gewissen meinen Schülern und Kollegen/innen gegenüber ( obwohl man wirklich krank ist!) macht das mit einem!
          Ich glaub das verstehen wirklich nur Lehrer!

        • @Matty: Nein, ich glaube nicht, dass das eine realistische Befürchtung ist – das macht man in der höchsten Not bei infiziertem (aber asymptomatischem bzw. nur geringe Symptome zeigendem) Pflegepersonal, das dann bereits infizierte Patienten/ Pfleglinge versorgt. Beide Seiten sind bereits angesteckt, also wird keine weitere Verbreitung des Virus ausgelöst und Patienten/ Pfleglinge bleiben nicht unversorgt. Das ist einfach eine – vielleicht grausame, aber grundsätzlich logische – Güterabwegung.

          Wenn man aber eine positiv getestete Lehrkraft vor eine (nicht laborbestätigt positive) Schulklasse stellen würde, hätte man im Prinzip künstlich die Vraussetzungen für ein hochwahrscheinliches Superspreading-Event geschaffen. Das wird kein Gesundheitsamt mitmachen, allein schon aus Angst vor den juristischen Folgen, sehr vermutlich aber auch aus schlichtem Verantwortungsbewusstsein heraus nicht.

    • Bei Frau Karliczek bin ich mir nicht so sicher. Zum einen hat sie eigentlich nicht zu sagen bei den Kultusministern und zum anderen, wir wissen ja Papier ist geduldig! Man kann viel sagen um in einem guten Licht da zu stehen, vor allem wenn man nicht der Entscheidungsträger ist! Ich würde wetten, wäre sie eine KM würde sie in das gleiche Rohr blasen, wie die anderen!!
      Herr Meidinger ist überzeugend und macht alles richtig! Bitte bleiben Sie am Ball Herr Meidinger!

    • Wenn der Vorschlag der ausgeweiteten Maskenpflicht der einzige Vorschlag von ihr ist, ist das eigentlich schon überholt und genauso „mau“,wie die unzurechendeni Vorschläge der KM!
      Eigentlich nichts Neues, daher unnötiger Artikel über diese Dame, die eigentlich nichts zu „Sagen“ hat!

    • Wird der Rest der Klasse/Schule oder die Öffentlichkeit wenigstens darüber informiert?

      Ich rate mal. Könnte es sein, dass die Antwort mit „N“ anfängt?

      • Coronafall zwei Jahrgänge unter mir. Niemand sonst war in Quarantäne und wir haben es durch die RNZ erfahren. Der Rektor hat nichts gesagt. Begründung: Der Schüler war bereits in Quarantäne, sagt aber nicht wie lange schon.

  4. Die derzeit geltenden Quarantäneregelungen sind für den Stand der Pandemie nicht ausreichend. Die Verordnung kommt oft zu spät. Bis dahin waren potentiell infizierte Erstkontaktpersonen schon wieder in de Schule. Die Quarantäneregelungen müssen optimiert werden.

  5. Lasst doch die ‚armen‘ Kinder- und Jugendärzte in Schulen und Kitas kommen (ist ja sicheres Terrain) und alle Kinder und Jugendlichen regelmäßig testen.
    Dann machen die wieder ihren Schnitt und der Wissenschaft u. Wirtschaft könnte auch geholfen werden, wenn endlich klarer wird, ob Schulen und Kitas potentielle, asymptomatische Corona spreading events sind.

  6. Wie werden eigentlich die Lehrer geschützt? Für die scheint sich keiner zu interessieren. Übervolle Klassenräume, Fenster,die sich nicht öffnen lassen, enge Lehrerzimmer, keine Abstandsregeln , schlampig umgesetzte Hygieneregeln usw.
    Diese Hinhaltetaktik der Kultusminister ist unerträglich. Es war genug Zeit sich planvoll vorzubereiten. Aber das ist ja leider nicht das 1. Mal. Auch Frau Karliczek äußert sich leider nur in großen Abständen zur Lage. Sie sollte rechtzeitig Stellung beziehen.

  7. Inzidenz von 50 überschritten: Die Schulleitung– es handelt sich um eine BBS mit ca. 5000 SuS- ordnet per Mail an: LuL tragen jetzt überall MNS. Begründung: Der Landkreis hat verfügt, dass am Arbeitsplatz MNS getragen wird. Den SuS sollen wir den MNS im Unterricht empfehlen. Wir dürfen sie aber nicht dazu auffordern oder es durchsetzen. Warum handelt unsere eigene SL so? Warum wird der MNS nicht auch für SuS angeordnet? Ich habe einfach keinen Nerv mehr….

  8. Frau Karliczek arbeitet derzeit nicht an einer Lösung des Problems, sondern sie beginnt nun damit, eine Apologetik für ihr ebenso nicht verantwortbares Verhalten und Entscheidenzu basteln. Wenn uns der LADEN um die Ohren fliegt….so in ca. 2 bis 3 Wochen, dann kann sie sagen, dass sie ja die Länder aufgefordert hat, was zur Verbesserung für Schulen zu tun.

  9. Also von der Website unseres Schulamtes bzw. der ADD ist der Stufenplan des RKI verschwunden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

  10. Bei uns in Hagen gab es heute 109 neue Fälle, die Inzidenz ist knapp unter 200. Für gestern wurden Fälle an zwei Schulen und einem Berufskolleg gemeldet (weitere Hotspots wurden nicht erwähnt, die Schulen scheinen also weiter ganz vorne dabei zu sein).

    Der 10+ Milliarden teure „Lockdown light“ wird nicht viel bringen, solange die Schulen offen bleiben und das bereits in der Bevölkerung umgehende Virus sich da ungehindert weiter ausbreiten kann. 1,x Milliarden für Luftfilter in ALLEN Klassenzimmern wären jetzt wirklich sehr sinnvoll angelegtes Geld – besser gesagt, das wäre sehr sinnvoll angelegtes Geld gewesen, wenn man es denn im Mai oder Juni beauftragt hätte (auch da war das mit den Aerosolen schon bekannt und auch da war zu erahnen, dass es im Herbst wieder kalt wird). Jetzt habe ich meine Zweifel, dass man auch nur die Produktion der nötigen Filteranlagen bis zum kompletten Lockdown schafft, denn der komplette Lockdown wird spätestens kommen, wenn die ITS-Kapazität ausgeschöpft ist.

  11. Interessant ist doch, dass die Ärztinnen, die die Grundschulen im Rahmen des Programms „Gesund macht Schule“ in Nrw regelmäßig im Unterricht besuchen, dies mit Hinweis auf die hohe Infektionsgefahr zur Zeit ablehnen. Es sind übrigens meist Kinderärzte. Seltsam oder, wo die Kinder doch nicht infektiös sind?

    • Seien Sie doch froh, dass die Kinder- und Jugendärzte so umsichtig sind, und das Virus nicht in die ansonsten durch die angeordneten Hygienemaßnahmen annähernd sterilen Schulen hineintragen wollen. Dass Sie das aber auch nicht verstehen wollen …

      Die haben doch nur die Überzeugung der Schulministerien adaptiert, dass Infektionen nur von außen in die Schulen eingeschleptt werden können. Und dafür sind alle bis auf die SuS verantwortlich, da die ja keine Treiber der Pandemie sind.

      Wobei ich die SuS ebenfals nicht als „Treiber“ ansehen würde, eher als „Getriebene“.

  12. Den ganzen Sommer hatte man Zeit, sich auf die nicht überraschenden infektionszshlen vorzubereiten. Es gäbe viele Möglichkeiten den Schulbetrieb zu entzerren. Das würde bedeuten:
    Kleinere klassen/ Gruppen,
    Verlässlichkeit für die Kinder und Eltern.
    Nutzung der Ressourcen z.bsp. Klassen im Schichtrhythmus unterrichten.
    Viele Grundschulen haben Kooperationen mit Horten. Dort arbeiten ausgebildete pädagogische Fachkräfte die ja sonst auch teilweise in der individuellen Lernzeit in den Schulen eingesetzt ubd in der Lage sind, Kinder bei einer guten Vorbereitung durch den Lehrer zu unterrichten und beim Lernen zu unterstützen.
    Warum nicht die Kollegen und Kolleginnen jetzt einbinden? Da muss man natürlich bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Da kann man die Hortpädagogen nicht mit Arbeitsverträgen von 30h und weniger Stunden abspeisen. Vielleicht gibt es jetzt einen Schub, die Ressourcen von Schule ubd Hort in der ganztägigen Betreuung bei den Grundschülern endlich zu nutzen.
    Warum müssen am Vormittag alle Horträume leer stehen und am Nachmittag das Schulgebäude??? Das sind unsere Steuergelder.
    Aber da ist das Ressortdenken noch in den Köpfen der Verwaltungen und Ministerien…und vor allem Kinder und Eltern haben hier keine Lobby

  13. In Thüringen läuft ab Montag weiterhin alles normal, im Regelfall auf grün. Als gäbe es keine steigenden Zahlen. Die Maßnahmen, die im grünen Bereich getroffen werden sollen, um den Infektionsschutz zu schärfen sind ein Witz: Ausfall von Wandertagen, Klassefahrten und Lernen am anderen Ort. Als hätte man da jetzt großartig mit geplant.
    Achja, und das großartige Lüftungskonzept, was dafür sorgt, dass Kinder und Lehrer dann halt mit normaler Erkältung statt mit Corona zu Hause bleiben. Wobei ja trotzdem genügend Kinder mit Erkältungssymptomen in die Schule kommen, weil das weiterhin erlaubt ist, und so fein alle anderen anstecken.

    • Außerdem sind ja Kinder keine Gefahr im Infektionsgeschehen…
      Unglaublich. Und die neue Studie (6x soviel Kinder infinziert als angenommen bzw. bekannt) wird vermutlich nichts ändern.
      Und dass nicht mal angesichts massiv steigender Inzidenzwerte überall Stufe „Gelb“ gilt, ist absolut nicht nachvollziehbar. Keine Maskenpflicht im Unterricht, nicht mal für die 15-18 Jährigen. Und alle Lehrer mit höherem Risiko sind weiter ganz normal im Dienst, solange „Grün“ ist.

      „Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat den Vorstoß von Linke-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow zurückgewiesen, die Weihnachtsferien zu verlängern. „Eine erhöhte Gefahr für Omas und Opas geht nicht von den Schulen oder Kindergärten aus. Die Ferien pauschal zu verlängern, bringt also nicht per se mehr Gesundheit. Thüringen kann mit dem Stufenkonzept reagieren, wenn sich Infektionsgefahren in den Einrichtungen erhöhen sollten“, schrieb sein Ministerium auf Twitter.“
      https://www.tlz.de/service/corona-blog-weimar-ueberschreitet-inzidenzwert-100-kommunen-raten-zu-halloween-verzicht-id228803581.html

    • Bei Äußerungen des Thüringer MP fällt einem auch bald nix mehr ein. Vor einigen Wochen hat er noch auf die Eigenverantwortung zum Selbstschutz verwiesen, der ja auch bei AIDS nötig sei ( völlig inakzeptabler Vergleich- das HI- Virus liest man sich nicht mal eben auf, wenn man angehustet wird), jetzt kommt er mit „Blutvergiftung“ um die Ecke. Was soll man dann erst vom KM erwarten? Außerdem hat Ramelow vor kurzem seine Sympathie für den schwedischen Weg bekundet.

      „Die „Anzahl von wirklich Covid-19-Verstorbenen ist in Thüringen sehr gering“, sagte er dort. Dass die 203 Toten in Thüringen, die infiziert waren, wirklich an Corona gestorben seien, könne nicht klar ausgemacht werden. Zudem erwähnte er die Gefährlichkeit anderer Krankheiten, etwa einer Blutvergiftung. „Wenn man nur noch Corona-fixiert ist, das ist mir zu wenig.“

      https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bodo-ramelow-koalitionspartner-spd-und-gruene-ruegen-thueringer-ministerpraesident-a-cdb82621-7483-4b63-afb8-a8bb0c26fdd1

      „Bodo Ramelow jedenfalls ist durchaus überzeugt von der Art und Weise, wie die Schweden die Corona-Pandemie bekämpfen. Vergangenen Dienstag führte er umfangreiche Gespräche mit dem schwedischen Botschafter Per Thöressen.

      Am Donnerstag sprach der Thüringer Ministerpräsident in der Talkshow von Maybrit Illner über das Treffen. Ein Vergleich mit dem Schwedischen Modell und der Situation in Deutschland sei „interessant“ gewesen“

      https://www.thueringen24.de/thueringen/article230689114/Bodo-Ramelow-Gespraech-Botschafter-ueber-schwedischen-Sonderweg-Probleme-identifiziert-Schweden-Corona-Ministerpraesident.html

      „Ramelow zieht absurden Vergleich zwischen Sars-CoV-2 und HIV
      Dieser Vergleich ist jedoch absurd. HIV, das die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt, kann im Vergleich zu Sars-CoV-2 nur sehr schwer im Alltag übertragen werden. Eine Ansteckung ist nur möglich, wenn Viren in ausreichender Menge in den Körper gelangen. Dies kann unter anderem beim Geschlechtsverkehr oder beim gemeinschaftlichen Benutzen von Drogen-Besteck passieren.“

      https://www.focus.de/politik/deutschland/absurder-vergleich-quatsch-aussage-bodo-ramelow-vergleicht-corona-mit-hiv_id_12034384.html

  14. Wie das in Niedersachsen aussieht bzw. was nicht zu sehen sein soll, das sagt Herr Tonne deutlich:
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Steinhude-Mit-Luftfiltern-gegen-die-Corona-Gefahr,ndrinfo10674.html
    Zitat: „Uns helfen doch keine wissenschaftlichen Laboruntersuchungen, wo wir unter theoretischen Bedingungen Lüftungsgeräte aufstellen.“
    Ja, wie wäre es dann mit wissenschaftlichen Tests in der Praxis, Herr Kultusminister?

    Aber die NDR-Webredaktion schließt sich vorgefasst schon im Untertitel an.
    Ganz prima aus Herrn Tonne subjektivem Statement eine Allgemeingültigkeit gemacht:
    „An einer Steinhuder Schule sollen sie [die Luftfilter] helfen, die Ansteckungsrate im Unterricht zu minimieren. Ihr Nutzen ist umstritten.“ Ein „sagt Herr Tonne“. Das „vergaß“ der NDR. Wie er überhaupt eine ganze Reihe von Meldungen über Schulen auf seiner Website „vergisst“.
    Komisch, den Sturz einer Katze von Drittligaspielern vergisst man dort nicht.

    Mensch kann froh sein, dass die Sendungs-Redaktionen anscheinend nichts mit der Websiteredaktion zu tun hat:
    https://www.ardmediathek.de/ndr/video/das/das-mit-physiker-und-stroemungsforscher-christian-kaehler/ndr-fernsehen/Y3JpZDovL25kci5kZS82MGNmMjNiMy1jNmExLTQ4ZmUtODI2ZS0yODY5MjNhODVmYzc/
    Leider taugt das nicht zum schnellen Infoüberblick nach einem langen Arbeitstag.
    Und den haben viele Menschen in diesm Land.
    *********
    Immer wieder erstaunlich auch, dass MVs Landeshauptstadt mit dem Schulgeschehen so klamm auf der NDR-Website wegkommt. Vom Goethegymnasium etwas geschrieben? Nein. Von der IGS? Nein.
    Übrigens höre ich von Kollegen von dort andere Zahlen als auf der Stadtseite stehen und finde das ziemlich komisch. Na ja, denken wir positiv … vielleicht löst sich das nächste Woche noch auf. Freitag nach eins …
    https://www.schwerin.de/news/9cc570a6-1ac0-11eb-a228-1967de695b51/

  15. Inzidenz seit Tagen über 200 bei uns und das fällt unserem Kultusminister dazu ein… https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2020/10/30/regelbetrieb-unter-pandemiebedingungen/ aber als Risikopatientin muss ich ja froh sein, meinen 17jährigen ab Montag endlich wieder in die Betreuung geben zu können, von Schule mag ich nicht mehr sprechen, obwohl er selbst überlegt, das Schuljahr unter diesen Umständen hinzuwerfen in der Hoffnung, dass nächstes Jahr alles wieder normal läuft

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