Leserkommentar: „Ja, man kann sich als Lehrkraft schon verraten vorkommen“

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BERLIN. Die Stimmung in den Lehrerzimmern sei geteilt, sagt GEW-Chefin Marlis Tepe – es gebe diejenigen, die vor allem Präsenzunterricht für wichtig hielten und diejenigen, die zunehmend wütend über den fehlenden Gesundheitsschutz an Schulen seien. News4teachers-LeserIn „kanndochnichtwahrsein“, selbst Lehrkraft, kommentiert das (und zwar so gut, dass wir den Beitrag, der im Leserforum von News4teachers veröffentlicht wurde, hier noch einmal einem breiteren Publikum anbieten).

LeserIn „kanndochnichtwahrsein“ vertritt eine klare Haltung. Illustration: Shutterstock

«Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die sind extrem besorgt, haben Wut und fühlen sich im Grunde genommen auch verraten, weil sie das Gefühl haben, der Staat nimmt seine Fürsorgepflicht nicht wahr», so sagt GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe. Daneben gebe es aber auch Kollegen, die vor allem die Wichtigkeit von Präsenzunterricht betonen. Für alle aber gelte: Sie versuchten, „die Quadratur des Kreises zu schaffen“ und das Recht der Schüler auf Bildung einerseits sowie den Gesundheitsschutz andererseits zu berücksichtigen.

Dazu meint kanndochnichtwahrsein am 23. Dezember 2020 um 08:32:

Diese beiden Positionen schließen sich gegenseitig nicht aus: Selbstverständlich wäre Präsenzunterricht das Optimum und immer wünschenswert. Das würde Lehrer wie Schüler entlasten. Andererseits kann man nicht darüber hinwegsehen, dass weder für Schüler noch für Lehrer in der Schule die gleichen Regeln und der gleiche Schutz gelten wie für den Rest der Bevölkerung. Das aber würde ich von meinem Arbeitgeber selbstverständlich erwarten.

„Ohne Präventionsmaßnahmen wird sich das Virus über die Schulen weiter verbreiten“

Da diese Erwartung nicht nur nicht erfüllt wird, sondern im Gegenteil unangemessene Gefährdung, absolute Überlastung und obendrein mehr oder weniger verhaltene Vorwürfe (eh nichts richtig machen zu können) vom Arbeitgeber, oft aber auch aus der Gesellschaft im Vordergrund stehen, kann das Vertrauen in den Arbeitgeber, aber auch die wenig solidarische Gesellschaft schon verloren gehen. Ja, man kann sich schon verraten vorkommen.

Die Quadratur des Kreises wird für jede Stadt, für jede Schulform oder auch jede Schule, vielleicht sogar für einzelne Klassen unterschiedlich aussehen müssen, gerade um sich, unter den gegebenen widrigen Bedigungen bestmöglich, nachhaltig um die Kinder kümmern zu können und die „Bildungsverluste“ so gering wie möglich zu halten.

Das Bestmögliche können wir aber nur schaffen, wenn wir die Freiheit dazu bekommen.
Solange die einzige Antwort auf unsere Bedenken „Schulen öffnen“ bleibt und keinerlei wirksame Präventionsmaßnahmen ergriffen werden, wird das Virus sich über die Schulen erneut verbreiten.

„Vertrauen könnte nur dann entstehen, wenn die Kultusminister sich endlich ehrlich machen“

Lehrer brauchen Signale echter Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Expertise! Von Achtung vor unserer und der Kinder Arbeit zeugt auch nicht die Tatsache, dass wir bei 10 Grad im Durchzug unterrichten müssen, damit die Kultusminister sagen können, sie hätten etwas gegen Infektionen getan. Schüler brauchen Signale zur Bedeutung ihres eigenen Handelns, damit sie die Maßnahmen mittragen und nicht privat konterkarieren. „Schule wie immer“ gibt ihnen das falsche Signal. Viele Schüler (und leider auch Eltern) interpretieren es als „alles nicht so schlimm“.

Mit den Ressourcen muss sorgsamer umgegangen werden:

  • Wechselnde, stabile Gruppen, damit Abstand gewahrt und Nachverfolgung möglich wird.
  • Feste Zuordnung weniger Lehrer pro Lerngruppe, um die Weiterverbreitung zu vermeiden.
  • Notbetreuung über zusätzliches Personal, damit Eltern ihrer Arbeit nachkommen können.
  • Ausstattung der Kinder mit Endgeräten, soweit notwendig. Analoge Wochenpläne tun es aber auch und sind für bestimmte Schülergruppen (und auch deren Eltern) besser geeignet.
  • Gekürzte Unterrichtszeiten, damit Lehrer die Arbeit schaffen können.
  • Aussetzen des Ganztags, damit Pausenzeiten entzerrt werden und Schüler nicht in die Mensa gehen müssen.
  • Kürzen der Arbeitspläne, damit der Leistungsdruck rausgenommen wird.

Mein Vertrauen schwindet mit jeder Aussage der Kultusminister, aus der nicht klar zu erkennen ist, dass er/sie weiß, was sie sagt. Vertrauen könnte nur dann entstehen, wenn die Kultusminister sich endlich ehrlich machen, keine Parolen mehr ausgeben und sich klar an den Empfehlungen der Wissenschaft orientieren würden. Alles andere ist wissenschaftlich und menschlich unhaltbar.

Leserposts

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Klartext einer Lehrerin: Das Schulsystem kollabiert jeden Moment! Wir sind ausgebrannt!

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56 KOMMENTARE

  1. „kanndochnichtwahrsein“ for KM

    Besser kann man es kaum ausdrücken! Chapeau!

    Vielen Dank für den tollen Kommentar.
    Genau: Im Mittelpunkt der Diskussion muss der Mensch (Personal an den Schule, Schülerinnen, Eltern) und die Wissenschaft (RKI, Leopoldina) stehen und nicht die Kultusminister/innen, die sich im Wettbewerb der schlechten Vorschläge geradezu überbieten.

    Sie haben völlig Recht mit der Position, dass mit den Ressourcen sorgsamer umgegangen werden, sonst fahren die Kultusminister/innen das System „Schule“ bis spätestens zu den Osterferien gegen die Wand!

    Zu Resourcenschonung sei noch angemerkt:
    Feste Zuordnung weniger Lehrer pro Lerngruppe, um die Weiterverbreitung zu vermeiden.

    Ja, aber in Praxis ist das an den Gymnasien (da die LuL meist nur zwei, manchmal auch drei Unterrichtsfächer haben) nicht realisierbar.

    Aber die Prämisse der Vermeidung zur Weiterverbreitung des Virus´, muss auch hier gelten, wenn wir von den hohen Infektionszahlen herunterkommen wollen.
    Dabei sind kleinere Gruppen im Wechselmodell zu unterrichten, damit der Abstand zwischen den Lernenden und den Lehrkräften durchgängig eingehalten werden kann.
    Präsenzunterricht ist unter der o.g. Prämisse nicht mehr möglich!
    Daher nach den Weihnachtsferien mit einem wissenschaftlich fundierten Konzept geordnet in den Wechselunterricht starten.

    Schöne Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr!

    • „Ja, aber in Praxis ist das an den Gymnasien (da die LuL meist nur zwei, manchmal auch drei Unterrichtsfächer haben) nicht realisierbar.“

      Naja, meine Söhne haben in der Vorstufe der Oberstufe sogar nur einen einzigen Lehrer (Klassenlehrer) der 4 Fächer unterrichtet. Alle anderen Fächer werden jeweils von verschiedenen Lehrkräften unterrichtet. In Kombination mit dem schon beginnenden Kurssystem, wo aus allen Klassen des Jahrgangs munter gemischt wird. In der Studienstufe wird dann sogar noch weiter mit der einer benachbarten Schule zusammengemixt.

      Das bilden fester Lerngruppen ist daher auch meiner Meinung nach spätestens ab Oberstufe nicht mehr möglich. Dafür bietet diese Altersgruppe aber andere Möglichkeiten, die mit jungen Schülern auf keinen Fall funktionieren können. Selbststruktur und Umgang mit verschiedenen Medien sollte man in dieser Altersstufe voraussetzen können.

  2. Auch wieder ein Leserbrief von „kanndochnichtwahrsein“, der sich wohl eher an die Zielgruppe Grundschule richtet, vielleicht noch bis zur 8 Klasse….

    Das sind doch keine Lösungen für SuS der gymnasialen Oberstufe und die 2,42 Millionen Berufsschüler (16-40 Jahre), der Altersgruppen mit den höchhsten Ansteckungsquoten.

    • Nein, ich spreche nicht von Grundschulen allein. Ich arbeite auch nicht in der Grundschule.
      Ich glaube aber, bei den Älteren Schülern braucht man sich keine so großen Sorgen zu machen, dass sie mit Distanzunterricht nicht klarkommen.
      Sie werden es müssen (und weitgehend können), wenn wir für die jüngeren Schüler und die mit besonderem Bedarf wengistens zum Teil Präsenz ermöglichen wollen.
      Die Ressourcen sind endlich.

      • Danke.
        Ich habe Ihren Kommentar vorhin schon gelesen und mich und meine SUS darin wiedergefunden.
        Ich unterrichte an einem Berufskolleg und habe die Erfahrung gemacht, dass die Angst vor einer Infektion, das hilflose Ausgeliefertsein, die katastrophalen Hygieneschutz“konzepte“ und die unübersichtlichen und an das Pandemiegeschehen inadäquat getroffenen Entscheidungen/Befehle der KM das Lernen und Unterrichten auf eine ungute Ebene geführt haben.
        Genau der Kritikpunkt, dass junge Menschen in die vollen Schulen gezwungen werden, in ihrer Freizeit jedoch ihren Sport nicht ausüben oder Freunde treffen dürfen, hat mich schon sehr häufig in Erklärungsnot gebracht. Denn ich kann es nicht erklären. Und ganz ehrlich-ich will es auch nicht, da ich mich selber ausgeliefert fühle und die Diskrepanz der politischen Entscheidungen kritisiere.
        Sie haben das toll auf den Punkt gebracht!
        Alles Gute!

      • Ja, es würde auch an anderen Schulformen gehen. Jeder Lerngruppe zwei Lehrkräfte zuordnen, damit sind mindestens vier unterschiedliche Fächer fest abgedeckt. Der Religionsunterricht fällt dann eben für längere Zeit aus.
        Problematisch sind de facto nur die Wahlpflichtfächer, die komplett auf Distanzlernen umgestellt werden müssen, wobei der bereich Arbeitslehre da Schwierigkeiten macht. Die fachleistungsdifferenzierten Fächer müssten im Wechselunterricht angeboten werden, eine Woche E-Ebene, andere G-Ebene.
        Machbar ist vieles, es bedarf nur eben der Anpassung der rechtlichen Basis, der jeweiligen APO und der Kernlehrpläne.

  3. Zustimmung!
    Ohne Abstand geht es nicht. Volle Klassen darf es die nächsten Monate nicht geben. Masken helfen, bieten aber keinen ausreichenden Schutz, wenn man eng beieinander sitzt oder steht und jemand niest oder hustet ( was bei Schülern nicht selten vorkommt):

    „Wer aus geringer Distanz angeniest oder angehustet wird, läuft trotz Mund-Nasen-Masken Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Das ergab eine Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler mit fünf verschiedenen Masken. Nur eine spezielle Partikelmaske bot im Test einen hundertprozentigen Schutz gegen Tröpfchen mit Viruspartikeln. Die Studie einer Gruppe um Krishna Kota von der New Mexico State University in Las Cruces (USA) ist im Fachmagazin „Physics of Fluids“ erschienen.

    „Eine Maske hilft auf jeden Fall. Aber wenn die Menschen sehr nahe beieinander sind, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich das Virus verbreitet oder dass man daran erkrankt“, sagte Kota.“

  4. Ein hervorragender Kommentar.

    Die wichtigen Aspekte werden für jedermann klar und verständlich dargestellt – sogar KMs könnten (!) das verstehen!
    Das könnten allerdings auch viele Personen verstehen, die mit Schule tatsächlich nichts zu tun haben und sich ernsthaft darüber wundern, warum trotz „Lockdown light“ seit Wochen die Inzidenzzahlen steigen, die der Toten ebenfalls.

    Jetzt müssten nur noch andere Medien auf diesen Kommentar aufmerksam werden und ihn aufgreifen und noch besser: Weiter verbreiten.

  5. Bravo auch von mir!
    „Gekürzte Unterrichtszeiten, damit Lehrer die Arbeit schaffen können.Aussetzen des Ganztags, damit Pausenzeiten entzerrt werden und Schüler nicht in die Mensa gehen müssen.“
    Ja,ja ja!
    An meiner dreizügigen GS fielen in 3 Stufen 3 Kolleginnen aus wegen Coronainfektionen und Burnout. Das hieß für die verbliebenen Kolleginnen, dass die jeweils eine Klasse auf ihre beiden Klassen aufgeteilt werden musste. Statt 24 Erstklässler dann also 36! In der Pandemie.Ohne Abstand. Ohne Maske. Aber der Regelunterricht musste weiter laufen. Der Ganztag ebenso. Wie lange das gutging? Nach einer Woche waren die verbliebenen Kolleginnen aus Stufe 1 und 2 allesamt kaputt und krank und weg. Das ist Präsenzunterricht a la Eisenmann.

    • Ist es denn bei der Einen oder Beiden Kolleginnen nachgewiesen, dass sie an Burnout leiden? Oder haben sie den Weg des geringsten Widerstandes gegangen um sich der Verantwortung zu entziehen. Es wird ja (auch hier) vermehrt dazu aufgerufen sich mit fadenscheinigen Begründungen krank schreiben zu lassen. Bei der coronaerkrankten Kollegin ist ja sicher das Atest und die amtliche Anordnung zur Quarantäne der Schule zugestellt worden.

      • @Gregor
        Ich finde schon die Unterstellung unverschämt – aber ja, machen Sie sich keine Sorgen, alles liegt korrekt vor. Und es ist nicht eine Kollegin an Corona erkrankt, sondern 3.

      • Gregor, als Arzt würde ich Sie verklagen, sollten Sie öffentlich meine Kompetenz anzweifeln und mir eine Falschattestierung unterstellen. Mit dieser Fragestellung implizieren Sie Gefälligkeitsatteste und das kann teuer werden. Ich wäre da sehr vorsichtig.

  6. Danke.
    Ich habe Ihren Kommentar vorhin schon gelesen und mich und meine SUS darin wiedergefunden.
    Ich unterrichte an einem Berufskolleg und habe die Erfahrung gemacht, dass die Angst vor einer Infektion, das hilflose Ausgeliefertsein, die katastrophalen Hygieneschutz“konzepte“ und die unübersichtlichen und an das Pandemiegeschehen inadäquat getroffenen Entscheidungen/Befehle der KM das Lernen und Unterrichten auf eine ungute Ebene geführt haben.
    Genau der Kritikpunkt, dass junge Menschen in die vollen Schulen gezwungen werden, in ihrer Freizeit jedoch ihren Sport nicht ausüben oder Freunde treffen dürfen, hat mich schon sehr häufig in Erklärungsnot gebracht. Denn ich kann es nicht erklären. Und ganz ehrlich-ich will es auch nicht, da ich mich selber ausgeliefert fühle und die Diskrepanz der politischen Entscheidungen kritisiere.
    Sie haben das toll auf den Punkt gebracht!
    Alles Gute!

  7. So ist es.
    Besonders, dass falsche Signal spüre ich auch.
    Gestern erst hat einer meiner Schüler eine Übernachtungsparty bei sich zuhause veranstaltet.
    An den Wochenende hat er vor den Ferien große Geburtstagsfeiern in der Verwandschaft besucht.
    Ein anderer Schüler fährt jetzt in sein Heimatland, Verwandte besuchen. Risikogebiet natürlich.
    Alles wie immer, genau wie in der Schule, bis auf die schlecht sitzende Maske und ab und zu lüften.
    Die Schüler knubbeln sich auf den Gängen, vor den Klassenräumen, auf dem Pausenhof. Mein „kein Körperkontakt“ könnte ich mir gleich auf die Stirn tätowieren, so oft erinnere ich Schüler daran, dass sie sich gegenseitig nicht umarmen usw. sollen. Genau wie „Nase“, weil zum 20. Mal in einer Stunde bei 20% der Klasse der Mund-Nasen-Schutz von der Nase rutscht. Bei der Größe hat er eh Null Effekt. Praktischerweise war einer dieser Schüler positiv. Interessiert dann aber auch keinen, es wird trotzdem so getan, als hätte er eine Maske angehabt und nur direkte Sitznachbarn wurden in Quarantäne geschickt und auch nicht getestet.
    Danke für nichts Kultusminister.

    • Die Zahlen werden auch in den nächsten Monaten nicht unter 50 fallen, frühestens im Sommer (siehe auch spanische Grippe). Mit den agressiven Mutationen werden vermutlich viele LuL, die trotz Vorerkrankungen unterrichtet haben, nicht mehr in volle Klassen gehen. Und zusätzlich zu den Risikogruppen mit Attest gibt es nun auch die Kolleg☆innen an unserer Schule, die zwar nach einer Covid19 Infektion „genesen“ sind, aber wg. Folgeerkrungen der Atemwege bzw. der Lunge nicht mehr (mit einer fffb2 Maske) stundenlang Präsenznunterricht machen können. Fr. Gebauer und ihr Stufenplan mit Präsenzunterricht unter angeblich „strengen“ Hygienemaßnahmen bis zur 7 Kl. in Hotspots !! ist an der GS weiterhin gemein- gefährlich. Da wird es auch nicht mehr helfen, wenn die Hälfte oder 2/3 der LuL noch Präsenzunterricht machen wollen, die übrigen Klassen können sie ja nicht auch noch unterrichten, wenn die Klassenleher☆innen in der GS nicht mehr erscheinen.. aus vorgenannten Gründen.
      Ich stimme ihren Vorschlägen voll zu kanndochnichtwahrsein, denn anders kommen wir hier nicht mehr heil aus der Schule!

      • Volle Zustimmung….und was meine Dienstherrin in NRW anbelangt: ich halte diese Person mittlerweile für so skrupellos, dass ich keinen Hauch von Loyalität mehr verspüre….solange die Maßnahmen gegen die gesundheitlichen Interessen aller in und an Schule Beteiligten derartig mit den Füßen getreten werden. Da sie sich keinen Deut um die Gesundheit der ihr anvertrauten KuK und SuS muss jeder für sich sehen, wo er / sie bleibt. Maßgeblich entscheidend ist, dass man lebend bzw. unbeschadet durch die Pandemie kommt….außerhalb von Schule habe ich die Chance, auf mich und meine Mitmenschen zu achten …. innerhalb von Schule werde ich gezwungen, die entscheidenden Infektionsschutzmaßnahmen zu ignorieren, denn das bisschen Masketragen und Lüften reicht nicht aus, wie die letzten Wochen gezeigt haben.

  8. Hallo ihr Lieben!

    Alles schön und gut mit dem teilen von Klassen oder Gruppen und der Konzentration auf die wesentlichen Bildungsinhalte.

    Aber:

    Habt Ihr es noch nicht gemerkt?
    Kinder sind ein störender Wirtschaftsfaktor! Die MÜSSEN wegorganisiert werden, damit das Bruttosozialprodukt ( sprich Manager Tantiemen, Politiker Diäten,…) steigt.

    Liebe Eltern!!!
    Ihr seid in erster Linie die Bezugspersonen für Eure Kinder. Selbst unser Grundgesetz räumt Euch dieses Recht ein!
    Warum lasst Ihr Euch das … gefallen?????
    Stellt Euch Eurer Aufgabe. Nehmt Euch Zeit, gemeinsam mit Euren Kindern und deren Lehrern / Erziehern an Bildung ( und NICHT Betreuung!!) zu arbeiten.

    Liebe Politiker!
    Wenn wir alle soooo viel Geld in Unternehmen pusten können um diese zu stabilisieren dann bitte mit der Auflage Eltern arbeitszeittechnisch zu entlasten!
    ODER: Für jede Milliarde für die Wirtschaft eine Halbe für „Elternarbeit“.

    Übrigens: Die Generation, die gerade „beschult und betreut“ wird muss diese Ausgaben später zurückzahlen!

    Also: Respekt vor unserer“ Zukunft“, Achtung vor dem „Leben“, Verantwortung (übrigens eine wichtige Kompetenz, die in den Lehrplänen zu kurz kommt!) für die „Gemeinschaft“.

    In diesem Sinne: Be save and blessed!

    • Ja, stimme dem zu.
      Gerade diese Kinder/Schüler, mit denen heute so umgegangen wird – und das ist ja nicht neu, nicht erst Folge der Pandemie, sondern System seit Jahrzehnten – gerade diese Kinder/Schüler fühlen jetzt und werden später verstehen, dass man sie wie Falschgeld behandelt hat, dass sie weniger wichtig sind als Wirtschaft, Geldverdienen, Konsum, Urlaub…
      (Bitte jetzt keine Vorwürfe wie „Die Alleinerziehende kann ja nicht zu Hause bleiben – natürlich kann sie das nicht von heute auf morgen! Aber das ist Teil des Problems, dass Gesellschaft und Schule sie nicht auffängt. Auch das ist von der Gesellschaft seit langem so akzeptiert, könnte aber anders sein – zum Nutzen aller!)
      Auch das ist nicht neu. Aber es ist traurig, dass sich nichts ändern lässt im System Schule.
      Lehrer, die es verändern wollen, scheitern am „Vertrauten“, an dem leider allzu viele Menschen (ja, auch Lehrer) festhalten WOLLEN, egal was es „kostet“. Mensch möchte alles so haben, wie er es gewohnt ist. Dass das eine Sackgasse ist, weiß man!
      Es braucht Vertrauen und Mut, aus der Sackgasse raus zu kommen.

      Es kostet zwar weniger Geld, so wie bisher zu handeln (oder eben Handeln zu verweigern), dafür kostet es aber unschätzbar viel Motivation, Vertrauen, Interesse und unendlich viele Potentiale, die nie entdeckt werden.
      Wie war das „in jedem Kind steckt ein/e kleine/r…“? Ja, was denn? Künstler, Handwerker, Wissenschaftler, Vater/Mutter, Bauer, Erfinder… keine Ahnung, denn Schule ist dazu angetan, das eben nicht rauszuholen, den Menschen im Kind nicht zu entdecken, eben nicht die Grundlagen zu legen, das Kinder sich selbst und die eigenen Fähigkeiten entdecken können, die sie später an die Gesellschaft zurückgeben könnten.

      Hier versagt seit langem die Gesellschaft, nicht allein die Bildungspolitik.
      Bildungspolitiker tun im Moment genau das, was man Jahrzehnte von ihnen erwartet hat: sie bewahren ein bekanntes System mit allen Mitteln, ohne zu merken, dass sie es damit nun endgültig vor die Wand fahren.
      Die Erwachsenen legen seit langer Zeit wenig Wert auf die Zukunft der Kinder, die Verantwortung für die Gemeinschaft, auf echte Herzens- und Geistes-Bildung.
      Sonst wären Schule, Familie und Berufsleben längst anders, hätten andere Werte und könnten auch in einer Pandemie ohne größere Schäden funktionieren.
      Schule müsste m.E. wirklich wichtige Dinge vermitteln – und dazu braucht sie Ressourcen, die gerade endgültig verheizt werden:
      Lebensraum für alle, Raum für Persönlichkeitsentwicklung, Bildungsraum, Raum zum Entdecken und Lernen…
      Heute ist sie Aufbewahrungsort und Ort der Vergabe von Noten und formalen „Lebenschancen“…

      Man könnte heute anfangen, Schule besser zu machen.
      Die Pandemie könnte da eine letzte Chance bieten.
      Auch wenn das abgedroschen klingt: Wann, wenn nicht jetzt, ist der richtige Zeitpunkt für eine gute neue Grundlage?
      Jetzt wird Geld locker gemacht. Sobald die Pandemie vorbei ist, werden wieder Klassen vergrößert, um Lehrer zu sparen, Computer angeschafft, um modern zu wirken – und Kinder werden weiterhin nicht die Grundlagen haben, verantwortungsvoll mit all dem umzugehen, das ihnen anvertraut ist.
      Einige werden weiter auf die Straße gehen, um für Klimaschutz oder Anderes zu demonstrieren. Man wird ihnen weiterhin vorwerfen, „nur Schule schwänzen zu wollen“, wird sie weiterhin zwingen, sich dem System anzupassen. Nichts wird sich dann ändern – und dadurch alles, was uns lieb ist.
      „Bildung“ wird weiterhin gegen andere Werte (darunter auch viele, die ich persönlich nicht dazu zählen würde) ausgespielt werden…

      Ideen und Konzepte gibt es genug – kein KM darf behaupten, es gebe keine anderen Möglichkeiten, man müsse Althergebrachtes „bewahren“, Schule müsse wieder so werden wie vorher, es gebe dazu keine Alternative und alles Handeln diene der „Bildungsgerechtigkeit“…
      Das ist nicht wahr!

      • kanndochnichtwahrsein – würde mich sehr wundern, wenn Sie auf diese zwingend notwendige Ergänzung Ihres Erstkommentares viele Reaktionen erfahren würden. Es ist einfach zuviel Wahrheit auf einmal… lebensaltersbedingt und aus professioneller Beobachtung bestätige ich jedes Wort.
        Die verständliche Fokussierung auf den „Aufschrei“ hier in diesem Forum hat mich schon länger angesprungen und zur Entwicklung konkreter Abhilfeschritte gedrängt – das meiste finde ich bei Ihnen wieder. Gut, dass wenigstens darauf positive Reaktionen erfolgen –
        aber sie erfolgen OHNE Würdigung der gesellschaftlichen System-Zusammenhänge. Täten sie es, würde – neben dem gegenwartsbezogenen Aufschrei mit Adressat KM – auch die
        Z u k u n f t s p e r s p e k t i v e mitdiskutiert, und als Adressaten die MPs mit ihrem Finanzminister angesteuert. Wer das versucht, erntet Nichtachtung oder persönliche Abwertung.
        Deshalb habe ich mich im Lauf der vergangenen 10 Monate gezwungen gesehen, den Umgang der Akutprobleme aus der Erwartungshaltung gegenüber „Oben“ heraus zu rücken – hin zu denen, die den Alltag bestreiten: Eltern-Kinder-LuL = das Virus ernst nehmen, es auf die Ressourcen der Schulen in Stadt/Kreis abstimmen – das Notwendige und Mögliche TUN – alles Nichtmögliche klar benennen, amtlich UND öffentlich – und zur Begründung das zukunftsfeste Schutzkonzept darlegen, mit allem, was für GUTE SCHULE dazu gehört.
        Ihren Bemühungen um Mitstreiter*innen wünsche ich gutes Gelingen.

    • Das sind alles Appelle, die entweder überflüssig wären – wenn die ab 2008 politisch dokumentierten Warnszenarien ernst genommen worden wären. Spätestens die Großübung 2017 hätte ALLE Bereiche aufrütteln müssen – der Zeitgeist verhinderte (teure) VORSORGE – überall.
      Oder die Apelle kommen jetzt zur Unzeit, weil nun – auch ÜBERALL – der Streit um die knappen Ressourcen für die Milderung der Pandemiefolgen stattfindet, zulasten derer ohne Lobby. Die gesellschaftlich-wirtschaftlichen-politischen Einflussbereiche bleiben betont u n b e r ü h r t. Und so wird es bleiben, wenn der letzte Impftag in D gelaufen ist, und das GROSSE VERGESSEN begonnen hat – inklusive der stillen Weigerung, Mittel für die systematische Verlaufsforschung der Pandemie zu bewilligen. Niemand will wirklich LERNEN!
      Erst der Glücksfall eines Wahlprogrammes in einem Bundesland, in dem die Situation von Familien und ihrer Begleiterfordernisse sehr weit oben steht – und der noch größere Glücksfall, dass diese Partei die Landtagsmehrheit erringen kann – und der allergrößte Glücksfall, dass an der Spitze eine engagierte und entschlossene Person stehen wird, die verbindliche Kooperationsstrukturen zwischen den Fachministerien und dem Gesundheitsministerium etabliert, inkl. der interdisziplinären Forschungsgruppen – erst dieser dreifache Glücksfall wird den allzuberechtigten Forderungen nach GUTEN KITAs und GUTEN SCHULEN, und/oder nach ELTERNZEIT für KINDER (= Bezahlte Familienarbeit) eine reale Chance geben.
      So lange wollen Sie nicht warten?
      Dann hilft nichts anderes – im Kleinen konkret ANFANGEN, zusammen mit Gleichgesinnten…

      • Richtig…
        Nach Jahrzehnten im System: Allein mir fehlt der Glaube, dass „unten anfangen“ funktionieren wird…
        Wenn sogar in einer Pandemie „von oben“ gesteuert gezündelt wird, bis sie kaum noch/nicht mehr zu bremsen ist, erwarte ich nicht mehr, dass man uns „von unten“ in Zukunft irgendetwas „Richtiges“ tun lässt.
        Das würde vermutlich die Versäumnisse der Jahrzehnte nur noch mehr sichtbar machen.
        Die Pandemie ist Bedrohung genug, alle Versäumnisse der letzten Jahrzehnte ans Tageslicht zu fördern. Lehrer, die es versuchen nachhaltig zu ändern, sind noch nie gewünscht gewesen und werden es vermutlich noch weniger sein.
        MEINE einzige Hoffnung: IRGENDJEMAND, der hier mitliest oder wo auch immer liest (man versucht es ja doch), was möglich wäre, wenn man den Lehrkräften besser zuhörte, fängt an zu denken und fragt nach, sucht sich ein paar ehrliche Köpfe, sammelt innovative und zukunftsfähige Ideen und handelt endlich. DAS hat bisher noch niemand versucht, geschweige denn getan. Also offenbar von oben kein Interesse an Veränderung. Man hat lieber Hörige als Mitgestalter.

        Leider ist alles von Glücksfällen abhängig.
        Das war so, das ist so, das wird wohl so bleiben. Wenn die Lage jetzt nichts ändert, wird sich sicher nichts mehr ändern. Nicht solange ich im Berufsleben stehe.
        Erstens muss zu viel schöngeredet werden, zweitens können jetzt erst recht immer die übergroße Verschuldung und die immensen Kosten des Staates durch die Pandemie herhalten, um jedliche Innovation im System Schule unmöglich zu reden.

        • @kanndochnichtwahrsein

          „MEINE einzige Hoffnung: IRGENDJEMAND, der hier mitliest oder wo auch immer liest (man versucht es ja doch), was möglich wäre, wenn man den Lehrkräften besser zuhörte, fängt an zu denken und fragt nach, sucht sich ein paar ehrliche Köpfe, sammelt innovative und zukunftsfähige Ideen und handelt endlich. DAS hat bisher noch niemand versucht, geschweige denn getan.“

          So weit – so gut.
          @kanndochnichtwahrsein, so fühlen sich grade viele Leute, aber oft sind es die „ruhigen“ Zeitgenossen.
          Ich habe noch eine weitere Hoffnung, nämlich dass sich die besonders traurigen Kapitel aus den Geschichtsbüchern NICHT wiederholen, denn die trittbrettfahrenden Demagogen scharren schon mit den Füßen, und sie sind nicht mehr ganz so leicht zu erkennen wie noch vor 20 Jahren mit Glatze, Bomberjacke und Springerstiefeln und ständig läuft ein Rest Dosenbiersabber aus dem Mundwinkel.

          Ich habe weiter unten (als Antwort auf @Erfolgsquelle, 28.12.20202 um 13:10 Uhr) schon einmal geschrieben, wer hoffentlich nicht/nie mehr die Finger ins Bildungssystem steckt, denn auch das hatten wir schon einmal und auch das kann man in Geschichtsbüchern nachlesen.
          Trotzdem noch einmal alles was nicht im Bildungssystem (und am besten auch in diesem Forum) keinen Platz finden soll:
          „1) ein „falscher Fuffziger“ / „krummer Hund“ / „Schaumschläger,“
          2) Rattenfänger mit Schwerpunkt „windschiefe Ideologie“,
          3) Demagoge mit schlechter Verkleidung,
          4) doch nur mit kommerziellem Interesse unterwegs.“

  9. Absolute Zustimmung! Fast in Vergessenheit geraten dabei aber die Arbeitsbedingungen in einer Förderschule. Ich arbeite seit 5 Jahren als Integrationshilfe mit behinderten Kindern. Leider ist es hier nicht möglich die Abstandsregeln einzuhalten und es ist den Kindern auch nicht zu vermitteln, warum das so wichtig ist. Dicht an dicht sitzt man im Morgenkreis auf der Couch, tröstet durch Umarmungen, wischt Schnoddernasen weg, duldet erkältete Schüler in Unterricht, erfährt von vielfältigen Kontakten an den Wochenenden – besonders bei Kindern in Pflegfamilien und Einrichtungen und wird böse angeschaut, wenn man die Fenster aufmacht, es ist ja sooo kalt. Da ich zur Risikogruppe gehöre mit mehreren Vorerkrankungen, habe ich täglich Angst, mich anzustecken. Und: lasse ich mich krankschreiben, bedeutet das für mein Kind: keine Schule! Und für mich: nach den Sommerferien wohl kein neuer Arbeitsvertrag! An den Sonderfall Schulbelgeitet denkt fast keiner. Solange wir uns hier nicht schützen können, keinen Abstand halten können, die Kinder und wir keine FFP2 Masken tragen und diese gestellt bekommen, müssten auch die Förderschulen geschlossen werden. Zum Schutz aller.

  10. Danke. Besser kann man es nicht sagen. Und mal ganz ehrlich, man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um es nachvollziehen zu können. Aber viele Politiker halten es da wohl mit den drei Äffchen und wollen nichts sehen, hören oder entsprechendes sagen. In den Kommentaren steht mehrfach, wie soll man den „Schulen sind sicher“-Unsinn Kindern so erklären, dass sie trotzdem im Privaten vorsichtig sind. Man kann es nicht, denn es widerspricht sich. Und wenn sie dann privat den Verzicht auf Kontakte und Sport brav mitmachen, dann frustet es noch mehr. Wie ist denn da auch die Dynamik unter den Kindern, die sich zurückhalten zu denen die einfach weiterfeiern? Wird das beobachtet und untersucht?

  11. Aber was sollen die Kultusminister nun eigentlich machen? Wenn sie den Präsenzunterricht aufrechterhalten, gibt es Schelte von denen, die mehr Ansteckungen befürchten, weil … s. oben blau am 23.12. um 19:42. Das ist natürlich nicht ganz unbegründet. Schicken sie die Kinder aber nach Hause zum Selbstlernen oder verlängern sie die Ferien, gibt es Schelte von sog. Bildungswissenschaftlern“, die sich in diesen Corona-Zeiten vorwiegend um die „Bildungsgerechtigkeit“ sorgen und bemängeln, dass Kinder aus bildungsfernem MIlieu zu Hause weniger gut lernen können. Man kann halt nicht alles gleichzeitig haben. Möchte irgendjemand hier Kultusminister werden?

    • Die KuMis sind die Dienstherren/Arbeitgeber der Lehrkräfte. Entsprechend haben sie sich wie andere AG entsprechend der Vorgaben zu verhalten. Für die gesundheitlichen Mßnahmen sind die gesundheitsminister*innen zuständig, auch für deren Umsetzung an Schulen.
      Für die Betreuung auch der Schulkinder außerhalb des eigentlichen Unterrichtes ist das jeweilige Familienministerium verantwortlich soweit nicht die Eltern zuständig sind.

      Die Verlagerung der Betreuung der Schulkinder bis 12 Jahren weg von den Schulhorten mit ausgebildeten Erzieherinnen in den offenen Ganztagsbereich mit nicht qualifizierten Personen, die allein aus Kostengründen erfolgt ist, ist das eigentliche Problem. Es bedarf also der Wiedereinführung von Schulhorten in allen Bundesländern bei ausreichender Finanzierung.

    • Die Kultusminister sollen das tun, was in einer Pandemie, die außer Kontrolle ist, zu tun ist.
      Leben retten.
      Mit Präsenzunterricht und Wechselunterricht werden die Infektionszahlen hoch bleiben und Tote zur Folge haben. Wollen Kultusminister diese Verantwortung tragen?

      • Sehe ich auch so… und ich sehe auch den Wechselunterricht sehr kritisch. Letztlich ist auch das für die Betroffenen Russisches Roulette, denn man kann sich die Mitglieder der „Infektionsblase“ nicht aussuchen. Da kann es dann leicht passieren, dass das Kind von Risikoeltern (vermeiden alle Kontakte, sind extrem vorsichtig usw) mit dem Kind von Coronaleugnern (was die tun, ist ja klar) in einer solchen Gruppe ist. Schon ist das Risiko um ein Vielfaches erhöht. Insgesamt hat man zwar den „Vorteil“, dass es „nur“ diese Gruppe erwischt, aber für den Einzelnen ist das keine Verbesserung.

        Wechselunterricht gewährleistet zwar Abstand, aber er hilft nicht gegen die Aerosolproblematik und er funktioniert auch nur, wenn sich alle immer dran halten. Wenn dann Ausnahmen wie „Abstand wann immer möglich“ in den Regeln stehen, dann ist der Abstand im Zweifel eben nicht mehr gegeben.

        Von daher halte ich Wechselunterricht für ein gutes Mittel bei Inzidenzen UNTER 50, vielleicht zwischen 25 und 50. Über 50 muss man es einfach lassen.

        Die aktuellen Entwicklungen zeigen überdeutlich, dass es Unsinn ist, das Mantra der Präsenz über den Infektionsschutz zu stellen. Wie die letzten Wochen gezeigt haben, lässt das viel zu viele Infektionen zu. Selbst wenn die meisten das ganze unbeschadet überleben, hat jede einzelne Infektion die Chance, eine sehr gefährliche neue Mutation zu erzeugen (Mutationen gibt es sehr viele, aber die meisten stellen keine relevante Änderung dar). Je mehr Infektionen man also zulässt, umso höher wird die Chance, dass das wirklich passiert. Zweimal hat es ja anscheinend schon geklappt.

        Anders gesagt: Je mehr Patronen man im Revolver hat, desto unwahrscheinlicher wird es, dass man das russische Roulette überlebt.

        • Verstehe ich das richtig?
          Präsenzunterricht mit den bekannten, vollständigen Schutzmaßnahmen – inkl. Raumlüftung ohne Durchzug und allem, was „daskanndochnichtwahrsein“ benannt hat?
          Ok – bin dabei.
          Aber wie stehts mit dem akuten Infektionsfall? Das infizierte Kind in Quarantäne, unvermeidlich – aber die ganze Klasse auch?
          Mein Ansatz dafür:
          die Schule praktiziert für diese Kontaktkinder die BEOBACHTUNGS-WOCHE während Unterricht / Betreuung = Dreiteilung der Klasse, Eltern halten ihr Kind jeweils zuhause, Lehramtsstudis begleiten die Kinder in den isolierten Teilgruppen, LuL erteilen mobilen Gruppenunterricht. Obere Klassen sind im Distanz-Unterricht – alles für 1 Woche (+ WoEnde für Kinder zuhause). Varianten für die Schulformen.
          Bin gespannt auf Ihre Antwort.

          • @Senior Didi

            Langweilig, weil immer dasselbe.
            Sachkritik bekamen Sie schon oft und mit Erklärungen.
            Sie haben weiter oben geschrieben „keiner will lernen“.
            Keiner = da sind Sie offensichtlich mit im Topf.

    • @Erfolgsquelle

      Hallo Team@Erfolgsquelle,

      ich bin zwar nur Leser/Schreiber in diesem Forum, aber Euren Beitrag fand ich ganz originell,
      denn:
      1)
      Er kommt so herrlich harmlos daher und wer etwas unbedarft liest, ist bestimmt ganz doll begeistert.
      2)
      Es finden sich viele plakative Aussagen unter netten Bildern, z.B. unter dem Bild mit den Buchstabenwürfeln, die das Wort „TEACH“ ergeben steht “ Frontalunterricht ist die schlechteste aller Lernmethoden ❌ – trotzdem wird sie am häufigsten verwendet…“
      (PS.: Was soll das pinke „❌“?)
      3)
      Die unter 2) angeführte These zum Frontalunterricht ist in dieser Form mindestens problematisch: Wie kommt Ihr zu Eurem Standpunkt, ist er emotionsbasiert? Auf welche Quellen beruft Ihr Euch denn?
      Ihr schreibt zwar, dass Ihr die Beiträge hier schon länger verfolgt, aber da müsstet Ihr wohl noch mal genauer recherchieren, denn wie Omma schon sagte: „Jedes Ding hat 2 Seiten, mindestens.“
      Hier ein Link für Euch:
      https://www.news4teachers.de/2017/03/frontalunterricht-hat-sinn-neuropsychologe-raeumt-mit-irrtuemern-in-der-paedagogik-auf/
      4)
      Ein weiterer Eurer Kritikpunkte betrifft die Allgemeinbildung, gleichzeitig schreibt Ihr „Außerdem gibt es selbstverständlich keine genaue Definition dafür, wann ein Mensch überhaupt gebildet ist bzw. über Allgemeinbildung verfügt.Vielleicht sollte man aber auch die Bedeutung von Allgemeinbildung in Frage stellen ? Ist es heutzutage als Durchschnittsbürger, wirklich noch wichtig, zu wissen, wer Napoleon war oder wie man beispielsweise eine Funktionsdiskussion führt?“
      Auf dieses Wissen könnte man u.U. verzichten, Millionen Kinder in der dritten Welt wissen nicht, wer Napoleon war, so wissen sie auch nichts über Staatsformen oder Zivilrecht und lassen sich ganz bequem ausbeuten.
      Es kommt also darauf an, wie – böse gesagt – man denn den zukünftigen Durchschnittsbürger gerne hätte?
      5)
      Aber das (s. Punkt 4) kann wohl nicht Euer Ziel sein?
      6)
      Was ist Euer Ziel???

      Insgesamt ist diese Seite – wie gesagt – ganz originell.
      Kindgerecht mit den ganzen Smileys und bunten Icons, deren Aussagewert sich mir nicht ganz erschließen will.
      („Okay, boomer 😉 „)

      Also okay für Kinder, Jugendliche und vielleicht auch für Eltern(teile).

      Allerdings:
      Man sollte auch mal „Über uns“ anklicken:

      „Lucas ist 17 Jahre alt
      geht noch zur Schule und besucht momentan ein berufliches Gymnasium mit Fachrichtung Wirtschaft“
      (Das Bild mit Freundin an der Nordsee ist sooo cute! – … oder eben eine kindgerechte Idendifikationsmöglichkeit?)
      Lucas hat ja auch schon viel erlebt mit seinen 17 Jahren und baut sich jetzt einen Online-Marktplatz auf – warum auch nicht?
      Kann ja ein cooles Startup sein – aber wofür???
      Straight & tough!!!

      Lucas hat Connections zu „Fiverr“
      = „Fiverr ist ein Online-Marktplatz für digitale Dienstleistungen. Das Unternehmen mit Firmensitz in Tel Aviv, Israel, wurde 2010 gegründet und bietet freien Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen weltweit anzubieten.“ (Wikipedia)
      Straight & tough!!!

      Tja, also: Nette Werbung in eigener Sache – was auch immer deine Sache ist, Lucas (?).

      Oder anders gesagt:
      „Wer nicht wirbt, stirbt.“ (Henry Ford zitiert nach der Bildersammlung der „erfolgsquelle“-google-Suche).
      „Kein Kunde kauft jemals ein Erzeugnis. Er kauft immer das, was das Erzeugnis für ihn leistet.“ (Peter F. Drucker zitiert nach der Bildersammlung der „erfolgsquelle“-google-Suche).

      Also noch mal, „erfolgsquelle.net“:
      Was ist Euer (ehrenwertes) Ziel im Bezug auf SCHULE?

      • Hallo Pit,
        vielen Dank für dein sehr ausführliches Feedback und dass du dir soviel Zeit dafür genommen hast. Wir haben nach dem Lesen deines Kommentars eine Info hinzugefügt, dass es sich um einen sehr meinungsbasierten und einseitigen Beitrag handelt. Außerdem beruht dieser auch auf eigenen Erfahrungen. Den kompletten Beitrag würden wir aber nur sehr ungern überarbeiten, da bereits sehr viel Zeit in diesem steckt und die meisten Jugendlichen in unserem Alter uns sicherlich überwiegend zustimmen würden. Außerdem ist es nicht abzustreiten, dass sich in Bezug auf das Schulsystem Einiges ändern muss. Dies sehen nämlich auch viele Experten so. Über das, was geändert werden müsste, kann man natürlich streiten…

        Noch ein schönes Wochenende,
        Lucas von Erfolgsquelle.net

        • @Erfolgsquelle

          Hallo Lucas,

          danke für deine Antwort.

          Immer noch offen ist die Frage nach dem Ziel.
          (Das ist so wie bei einer Reise: Einfach mal loslaufen? – Ja, kann man machen. Wäre aber irgendwie seltsam, weil man ja vielleicht doch – so ganz still und leise und nur für sich – wenigstens im Hinterkopf eine grobe Idee hat/haben sollte. Wenn es z.B. kein bestimmter Ort ist, dann sind es vielleicht bestimmte Erlebnisse, die man gerne haben möchte.)
          Ein großes Thema unserer Zeit, auch schon vor Corona, war und ist ja „Transparenz“. Das ist zwar mittlerweile als Begriff sehr überstrapaziert, aber wenn es mit Inhalt gefüllt wird, ist es schon wertvoller.
          Ich persönlich bevorzuge in diesem Zusammenhang immer noch den altmodischen Begriff „Ehrlichkeit“: Wie oben bereits erwähnt – im Hinterkopf – sollte man zu sich selbst ehrlich sein, dann ist der Anfang gemacht und man kann auch zu den anderen ehrlich sein. … Geht das nicht oder man fühlt sich schon selber nicht so ganz wohl dabei ist das ein Zeichen, dass man ernst nehmen sollte und dann muss (!) die Idee noch mal überarbeitet werden.
          Soweit zum Ziel.
          Das wird bei euch/auf eurer Seite „erfolgsquelle.net“ nicht klar genug.

          Ein bisschen „kleiner“ gedacht würde aber vielleicht helfen:

          1)
          Ganz oben – und da steht er richtig plaziert – ist jetzt der Hinweis zu deinem Beitrag: „vor allen Dingen auf meinen eigenen Erfahrungen als Schüler und erhält sehr viel eigene Meinung“.
          Das ist schon transparent und ehrlich.
          So kann man den Text einordnen.
          So kann man auch davon ausgehen, dass natürlich Fehler enthalten sein werden und das ist authentisch: Ein Schüler lernt ja noch u.a. über Arbeitsmethoden, viele wird er noch gar nicht kennen. (Bei ausgebildeten Wissenschaftlern wäre das natürlich nicht mehr zu verzeihen.)

          2)
          „Den kompletten Beitrag würden wir aber nur sehr ungern überarbeiten, da bereits sehr viel Zeit in diesem steckt und die meisten Jugendlichen in unserem Alter uns sicherlich überwiegend zustimmen würden.“
          Das ist auch authentisch und insoweit ok, als dass ihr natürlich die Perspektive von Schülern habt UND auch noch andere Interessen habt (Freizeit, Freunde, …) und vielleicht 😉 auch noch etwas für die Schule in ganz persönlichem Zusammenhang machen wollt, Stichworte: Zeugnis, Versetzung, … wie auch immer das für dieses und u.U. nächstes Schuljahr aussehen wird.
          Aber wenn ihr ernst genommen werden möchtet, kommt ihr um eine Überarbeitung des kompletten Beitrages nicht herum!
          Es wäre echt schade, wenn die ganze Arbeit, die ihr bisher hineingesteckt habt, am Ende so verpuffen würde, weil viele Ü18 nach dem Lesen kopfschüttelnd und milde lächelnd sagen „Ach, die Kinder, jaja …“ DAS könnt ihr nicht wollen.
          TIPPS:
          a)
          Setzt einen weiteren Hinweis unter den ersten, so in der Art von „Ebenfalls nach Rückmeldung aus der Community … wird dieser gesamte Beitrag laufend überarbeitet. … Aus Zeitgründen / Aufwand erfolgt dies in Etappen …“
          b)
          Nehmt euch immer 1 Abschnitt vor – also immer das, was sich unter einem Foto befindet.
          Bildunterschriften nicht vergessen!
          Der Teufel steckt oft im Detail und kann eine an sich gute Grundidee schnell beschädigen/komplett ruinieren.
          (Schau mal z.B. in meinen letzten Post, Thema „Frontalunterricht“.)
          c)
          Nehmt euch Zeit für eine gute Recherche, denn ausschließlich (!) eigene Erfahrungen reichen nicht aus, wenn ihr wirklich am Ball bleiben wollt, weil ihr ein langfristiges Ziel habt = wirklich etwas verändern wollt!
          (Stell dir das Bildungssystem vor wie einen mit nassem Kies vollgeladenen LKW, der hat einen längeren Bremsweg als ein Fahrrad und ist schwerer zu steuern. – Ihr müsst also lange dabei bleiben und im Laufe der Zeit mehr beobachten.)
          So, wie sich – hoffentlich – der Kurs des Bildungssystems ändern wird, werden sich eure Reaktionen verändern (müssen) – und die Perspektive wird sich ändern (müssen).
          Solange ihr SchülerInnen seid, ist aber genau das (= SchülerInnen) eure Perspektive und die ist ein wertvoller Beitrag zum „großen Ganzen“, also beibehalten und kenntlich machen.
          d)
          Wenn ihr etwas überarbeitet habt, dann markiert das und schreibt unter den Artikel „Stand: Tag/Monat/Jahr“).
          e)
          Quellenangaben nicht vergessen!

          3)
          Wenn eure Zielgruppe (Adressaten) altersoffen ist, dann nimm den Punkt aus meinem letzten Post noch einmal kritisch unter die Lupe:
          Zielgruppe = Schüler ab … sagen wir mal 10 Jahren … bis … Erwachsene, Alter offen?
          In dem Fall weniger Smileys und Icons benutzen.
          (Kennen eigentlich ALLE SchülerInnen die Bedeutung ALLER Smileys/Icons? – Meiner Erfahrung nach: Nein!)
          Im schlechtesten Fall passt ein Icon gar nicht zur mit Worten getroffenen Aussage und wirkt dann unfreiwillig komisch.
          Allerdings wollt ihr ja – zu Recht – ernst genommen werden.

          4)
          „Die Dosis macht das Gift.“
          Das hast du womöglich schon einmal gehört oder gelesen?
          Damit meine ich: Es ist ganz gut, sich Energie und vorhandene Mittel gut einzuteilen und damit sinnvoll umzugehen.
          Im Klartext:
          a)
          Unter Punkt 3: Nicht alle Icons müssen raus. (Nicht „ganz oder gar nicht“!)
          Lieber wenige als sinnvolle Eyecatcher, dann gut überlegen, wo die beste (!) Stelle dafür ist. (Denkt mal an die Feiertage: Süßigkeiten oder ab einem gewissen Alter vielleicht auch mal „Gläßchen“ sind ganz nett, aber zuviel … naja …)
          So könnt ihr übersichtlich arbeiten, maximale Wirkung erreichen UND werdet ernst genommen.
          b)
          Ebenso gilt diese Strategie für die oben bereits erwähnte Überarbeitung des gesamten Beitrages. (In Etappen kommt man auch zum Ziel!)
          Ist wie in der Schule 🙂 :
          Wenn ihr in einem Abschnitt etwas komplett falsch gemacht habt (vertraut auf euer Gefühl), dann macht es beim nächsten vielleicht immer noch nicht richtig – aber besser.
          Z.B. kann das daran liegen, dass ihr das Thema bzw. Teil-Thema FÜR EUCH noch gar nicht klar benannt/ausformuliert habt. Dann wäre das der nächste Schritt, an dem ihr arbeiten müsst. (Achtet darauf, dass ihr euch nicht verzettelt!)

          5)
          Klingt jetzt spießig und öde:
          Schaut mal hinten ins Deutschbuch, Glossar und Zusammenfassung von Arbeitsmethoden: Stichworte hier = Adressatenbezug, Sachtext, Kommentar, Argumentation und Quellenangaben.
          Jetzt konkret anwenden, was früher eventuell „doof“ war. (Wofür brauche ich das???)

          So, Lucas,
          jetzt habe ich mir noch einmal Zeit genommen, denn ich hoffe, dass du alles das hier NICHT bist:
          1) ein „falscher Fuffziger“ / „krummer Hund“ / „Schaumschläger,“
          2) Rattenfänger mit Schwerpunkt „windschiefe Ideologie“,
          3) Demagoge mit schlechter Verkleidung,
          4) doch nur mit kommerziellem Interesse unterwegs.

          Sollte ich mich getäuscht haben, dann habe ich ein paar Minuten Lebenszeit verschwendet.
          Sollte ich mich nicht getäuscht haben:
          Viel Erfolg bei deinem Projekt.
          (Und bei Bedarf: Mach dich hier in diesem Forum bemerkbar, ich schätze bei „ehrenwerten“ Absichten wirst du hier Hilfe und Unterstützung finden.)

          Ich wünsche dir ein gesundes und erfolgreiches 2021!

      • @Rabe

        Hä?
        Boah!

        Es könnte (!) ja sein, dass da jemand ist, der etwas Sinnvolles auf die Beine stellen möchte!
        Abwarten und ein bisschen Starthilfe finde ich da besser als die Beine von hinten wegzutreten!

  12. Liebe Erfolgsquelle, es fällt auf, dass in den Studien, deren Werte ihr veröffentlicht habt, Japan und Südkorea – zusammen mit anderen asiatischen Ländern- immer oben dabei sind.
    Gleichzeitig benennt ihr den „Frontalunterricht“ als Grund für das schlechte Abschneiden Deutschlands.
    Habt ihr euch schon mal darüber informiert, wie Schule in diesen Ländern abläuft?
    Ich kann jetzt nur von Japan und Südkorea sprechen, die ich kenne.
    Überwiegend Frontalunterricht, „eiserne“ Disziplin, enormer Leistungsdruck und viel Digitalisierung prägen den Schulalltag. Ein konfutianisches Weltbild stellt die Gruppe über das Individuum (deshalb auch Schuluniform) und führt zu stark hierarchischen Strukturen.
    In Singapur hat die durchschnittliche Schulwoche incl. Hausaufgaben für ein Kind 50-60 Stunden, und das ist in Japan und Südkorea nicht anders. Und wenn du einmal abrutscht, gibt es keine 2. Chance.
    Spaß findet in der Freizeit statt, so ein Schüler diese überhaupt hat.
    Das scheint ein „Erfolgs“modell zu sein, ob es wünschenswert ist, ist eine ganz andere Frage!

    • Hallo Alla, auch dir vielen Dank für das Feedback zu unserem Beitrag. Dass der Unterricht in asiatischen Ländern vor allen Dingen im Frontalunterricht abläuft, hatten wir während des Schreibens tatsächlich ein wenig verdrängt. Vielen Dank, dass du uns auf diesen Widerspruch unsererseits aufmerksam gemacht hast. Selbstverständlich ist ein solches „Erfolgsmodell“ nicht erstrebenswert. Wenn jedoch ein Umdenken in den Kultusministerien stattfinden würde, könnte man alternative Bildungskonzepte testen, mit denen vielleicht ähnlich starke PISA-Ergebnisse, verglichen mit den asiatischen Ländern, möglich wären. Überwiegend spielerisches Lernen, das mit Spaß und dem Machen von Erfahrungen verbunden ist, könnte ein solches doch sehr altertümliches Bildungskonzept, was fast noch in allen Ländern Gang und Gebe ist, ersetzen. Im Bereich Bildung denken wir eben sehr visionär.

      Noch ein schönes Wochenende,
      das Team von Erfolgsquelle.net

      • „Wenn jedoch ein Umdenken in den Kultusministerien stattfinden würde, könnte man alternative Bildungskonzepte testen, mit denen vielleicht (!) ähnlich starke PISA-Ergebnisse, verglichen mit den asiatischen Ländern, möglich wären.“
        Sie blenden aus, dass in Deutschland seit 50 Jahren (also seit dem Aufkommen der ersten Gesamtschulen) kaum etwas so eifrig betrieben wird wie eben dieses Umdenken in den Kultusministerien (auch im Rhythmus der Landtagswahlen, wenn danach mal wieder die andere Partei regierte) und das Testen von alternativen Bildungskonzepten. Hektische Reformen überschlugen sich wie die Wellen am Strand, kaum eine war nachweislich erfolgreich. In den 1970er Jahren kursierte der Spruch: „Eine Reform gilt schon dann als erfolgreich, wenn sie keinen allzu großen Schaden anrichtet.“ Berge von Literatur entstanden zu dem Thema, immer mehr Professuren und andere Positionen wurden geschaffen, unzählige Studien von der Öffentlichen Hand und von Stiftungen, Parteien usw. in Auftrag gegeben, neben den Kultusministerien hat man Landesinstitute für Schulentwicklung gegründet mit bundesweit Tausenden von Mitarbeitern. Ganze Hundertschaften von Bildungswissenschaftlern leben gut von Auftragsstudien und Kommissions-Mitgliedschaften. Eine Testindustrie entwickelt sich. Gerade hat die KMK wieder eine neue ständige Kommission gegründet.
        Vor 20 Jahren hat man nach den Ergebnissen von TIMSS und PISA alles umgekrempelt und vollkommen neue Bildungsziele definiert, kompetenzorientiert, anwendungsorientiert und abschlussbezogen. Heilsversprechen machten die Runde. Die Kultusministerien verkündeten die Heterogenität als ganz große Chance, erklärten aber stets schwache Testergebnisse eben mit der Heterogenität.
        Die traurige Wahrheit scheint aber zu sein, dass das alles nicht annähernd das gebracht hat was die Polit-Aktivisten vorher angekündigt hatten. Postulieren ist leicht, aber besser machen ist schwer.
        „Spielerisch mit Spaß und ohne Leistungsdruck bei PISA punkten“, das kann ich nur als „naiv“ bezeichnen. Bei PISA 2000 hatten Bayern und Schweden annähernd dieselben Punkte im Mittel (bei allen drei Testdisziplinen), und was geschah? Auf das bayerische Schulsystem wurde seitdem nur geschimpft und Schweden wurde hochgejubelt. Später ist Schweden dann bei PISA böse abgestürzt (Bayern nicht). Sie müssen auch die (partei-)politische Dimension sehen: Diejenigen, die schon vor PISA das Gymnasium abschaffen wollten (Grüne, Linkspartei, Jusos, GEW usw.), die haben PISA dafür instrumentalisieren wollen. Fehlinterpretationen von PISA gab es noch und noch, jede Partei, auch pädagogische und didaktische Strömungen sowie die GEW beriefen sich auf PISA. Man starrte auf das PISA-Ranking wie das Kaninchen auf die Schlange statt zu sagen: „Hoppla, die OECD ist eine Wirtschaftsorganisation und kann uns nicht unser Schulsystem vorschreiben oder das, was wir für Bildung erklären. Wir müssen keineswegs den Befehlen von Herrn Schleicher folgen.“ Auch Sie zitieren das PISA-Ranking auf Ihrer Homepage völlig unreflektiert statt mal zu fragen: „Was testen die da eigentlich?“

    • Bei PISA gehören Japan und Südkorea bekanntlich zu den Ländern, die — in der Sportlersprache — mit auf dem Siegertreppchen stehen. Und sogar bei der Bildungsgerechtigkeit sind sie vorbildlich: niedriger sozialer Gradient und geringer Einfluss desselben auf den Bildungserfolg. Und alle glauben doch an PISA 🙂 Aber hier
      https://www.deutschlandfunk.de/suedkorea-rebellion-gegen-konfuzius.886.de.html?dram:article_id=458901

      steht dann in einer etwas überraschenden Überschrift, die Schule in Südkorea sei die „Hölle“ für die Kinder. Man gehört nicht nur bei PISA zur Weltspitze, sondern auch bei der Selbstmordrate. Also glauben wir weiter an PISA? Nebenbei: In Südkorea gehen die meisten Schüler nach der Schule noch in private Nachhilfeschulen (deren Lehrer besser verdienen als die an staatlichen). Am Ende der Schulzeit warten harte Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen, eine Karriere winkt nur denen, die es an die Elite-Hochschulen schaffen. Aber es gibt die optimale Bildungsgerechtigkeit, amtlich festgestellt von PISA.

      • @Carsten 60, @ Erfolgsquelle,
        ja, das mit der Selbstmordrate habe ich wieder aus meinem Post gelöscht, ist aber eine Tatsache.
        Auch scheint sich in diesen Ländern etwas zu bewegen, da Kreativität in einem solchen Schulsystem eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und irgendwann ist das auch schlecht für die Wirtschaft….
        Ich bin Lehrerin geworden, weil ich Kinder für viele Themen begeistern will, weil ich dafür auch „lehren“ möchte. Das gelingt mir nicht immer, aber wenn ich mich immer nur zurückziehe und den Kindern beim Bearbeiten von „Aufträgen“ zusehe, gelingt es mir extrem selten!
        Ich denke schon, dass Bildung auch Beziehungsarbeit ist. Ich lobe, wenn sich ein Kind Mühe gibt, und nicht nur wenn das Ergebnis überdurchschnittlich ist. Und auch nicht, wenn das Kind etwas „hingeklatscht“ hat, was zwar ok ist, aber hinter seinen Möglichkeiten weit zurück bleibt.
        An der Grundschule funktioniert das, weil Kinder merken, wenn man ehrlich ist. Solange sie auch merken, dass sie der Lehrerin am Herzen liegen.
        PISA hin oder her!

        • Ach ja, um Kinder für viele Themen begeistern zu können, brauche ich eine umfassende Allgemeinbildung. Wie sollte ich sonst Zusammenhänge erkennen und vermitteln?

      • Cartsen60 – Sie verweisen auf die OECD als eine Wirtschaftsorganisation, und das bezüglich PISA mit berechtigt dickem Fragezeichen.
        Was mir aber ein ebenso dickes Fragezeichen abnötigt, ist der Umstand, dass Sie in Ihren vielen Sätzen zum Umgang mit PISA-Ergebnissen genau NICHT auf die OPEC-Basis zurück greifen – es gibt sie plötzlich nicht mehr. Und so haben es diese Damen und Herren auch am liebsten.
        OPEC verfolgt eine einfache Effizienzstrategie mit Zielpunkt Optimierung der wirtschaftlichen Produktivität. Das ist an sich nichts Ehrenrühriges – auch das Zurückrechnen bis in die Basis des Bildungssystems nicht, WENN dabei neben dem Nutzen auch die KOSTEN erfasst werden. Und diese nach den Maßstäben rundum qualifizierter Bildungskonzepte. Man nehme das ambitionierteste von ihnen und errechne die zugehörigen Rahmenbedingungen. Sie kosten GELD- auf Dauer, und steigend.
        Und schon sind wir beim Knackpunkt – dem Verteilungskampf der gesellschaftlichen Teilsysteme um den Steuertopf. Und dabei wird OPEC fein vernebelt – und die PISAkonzeption samt ihren Einzelergebnissen nach jeweiligem Eigenintersse ge/missbraucht.
        Nicht die Suche nach dem besten Bildungskonzept inkl. wechselnden Erprobungsphasen sind das Problem – es ist die radikale UNEHRLICHKEIT bei den Fach- und Finanzpolitikern auf Landesebene, gestützt auf ihre/n MP*in und deren Koalitionsparteien. Mit verheißungsvollen Reformen locken und sie gleichzeitig in der fianziellen Sackgasse verhungern lassen – ein Sch..spiel nach dem uralten Macciavelli-Motto „Teile und Herrsche“.
        Und nun, Carsten60 – politisch werden, oder was?

        • Ich bin erstaunt: Ist OPEC nicht ein Erdöl-Kartell, um die Preise hochzuhalten? Was soll OPEC mit dem Bildungssystem oder mit PISA zu tun haben?

          • @Carsten60

            @Senior Didi schreibt doch selbst des Rätsels Lösung:
            „Und dabei wird OPEC fein vernebelt“

            „fein vernebelt“
            😉

          • Schwache Retoure, Kollege – bitte zur Sache kommen, ja? Was ist mit der Bildungsfinanzierung los – das ist die Frage – ök?

          • @ Senior Didi 29. Dezember 2020 um 19:32

            „Was ist mit der Bildungsfinanzierung los […]?“
            Naja, so dies und das …
            Wenn Sie die „Frage“ noch mehr wischi-waschi formulieren, erwarten Sie dann immer noch … was denn eigentlich? Eine starke Retoure?
            😉
            Aber mal im Ernst:
            Ich fürchte, die OPEC wird sich bei der Bildungsfinanzierung auch in Zukunft überhaupt nicht beteiligen.

            Und was ich schon immer mal fragen wollte, („Kollege“? – Oha! Ich glaube nicht …) was meinen Sie, wenn Sie (oft am Ende Ihrer Beiträge) „ök?“ schreiben?

          • Carsten60 – Sorry -Schreibfehler: es musste natürlich heißen OECD – durchgängig.
            Also nochmals – lag und liegt es an der verweigerten Finanzierung?

          • Senior Didi: Was Sie schreiben, ist mir zu konfus. Geld alleine ist nicht der entscheidende Faktor. Es kommt sehr darauf an, wie es eingesetzt wird. Berlin gibt pro Schüler besonders viel Geld aus, aber der Effekt ist besonders mager. Und wenn zu chaotisch hin- und herreformiert wird (Beispiel: G8 und G9), dann fließt das Geld an die falschen Stellen. Auch die neue Bürokratie mit den Landesinstituten kostet ja Geld. Deutschland ist offenbar Meister darin, immer mehr Bürokratie aufzubauen, statt den Lehrern und Schulleitern mehr Freiheiten zu geben und bei den Bürokraten auszuforsten. Ich persönlich denke auch, es ist grundfalsch, die Schule den Parteipolitikern anheimzugeben. Die denken dann mehr an ihre Parteitagsbeschlüsse und ihre Selbstdarstellung in Presseerklärungen als an die Schüler. Nach 1949 gab es in allen Ländern der Bundesrepublik erstmal dasselbe Schulsystem (soweit ich sehe), heute haben wir ein Chaos. Und dort, wo besonders viel reformiert wurde, sind die Testergebnisse besonders schlecht. Sowas liegt nicht am fehlenden Geld, es hat andere Ursachen.

  13. „…Daneben gebe es aber auch Kollegen, die vor allem die Wichtigkeit von Präsenzunterricht betonen.“
    Bei n4t merkt man von diesen Kollegen leider so gut wie nichts. Hier geht es immer nur um „Kolleginnen und Kollegen, die extrem besorgt sind, Wut haben und sich im Grunde genommen auch verraten fühlen, weil sie das Gefühl haben, der Staat nimmt seine Fürsorgepflicht nicht wahr»

    • Forist*in daskanndochnichtwahrsein hat wesentliche Eckpunkte benannt, die unter den aktuellen Verhältnissen nicht umsetzbar erscheinen – insbesondere weil nun alle Welt auf den Tag starrt, an dem die Impfaktionen beendet sein werden. Wozu noch irgendeinen anderen „Großen Sprung“. Und dann folgt nahtlos das GROSSE SCHWEIGEN, das jede ernsthafte Analyse verschlingen wird – damit auch jede Neubesinnung im Blick auf eine nächste Pandemie. Ab 2008 gab es diese Chance offiziell – vielleicht nach weiteren 13 Jahren erneut von heute aus ?
      Mein Versuch, wenigstens für den Infektionsfall ein g e m e i n s a m e s Verfahrenskonzept zwischen KITAs/SCHULEN einerseits und Öfftl. Gesundheitsverwaltung/Gesundheitsämter andererseits zu diskutieren – dieser Versuch scheint ebenfalls in der Klemme zwischen Akutbetroffenheit und Impffetischismus zerrieben zu werden….
      Soll sich das alles genau so wiederholen?

      • @Senior Didi

        Wieder „das GROSSE SCHWEIGEN“
        „SEUFZ“
        Mit Ihrem Geschreibe wecken Sie die Sehnsucht, die Sie dann selbst leider nicht erfüllen …

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