Von Selbstkritik keine Spur: Hubig tritt von der KMK-Spitze ab – und zieht eine positive Bilanz („Wir waren immer ein Team“)

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BERLIN. So, wie es gelaufen ist, hatte sich die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ihre Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz (KMK) sicher nicht vorgestellt. „Als wir das Jahr begonnen haben, dachten wir, dass die Angleichung von Schulabschlüssen oder die wissenschaftliche Beratung unsere Hauptherausforderung sein würden“, sagt Hubig im Rückblick auf 2020. „Aber das hat sich dann ab dem 12. März schlagartig verändert.“ Jetzt, knapp neun Monate später, ist Deutschland wieder im Lockdown, das Schuljahr versinkt im Chaos und niemand weiß, wie es nach den Weihnachtsferien in den Schulen weitergehen wird. Und Hubig, die turnusmäßig von der Spitze der KMK abtritt, zieht Bilanz. Von Selbstkritik keine Spur.   

Ihre Amtszeit als KMK-Präsidentin endet: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig. Foto: Bildungsministerium Rheinland-Pfalz/Georg Banek.

Eine solch enge Zusammenarbeit wie in diesem Jahr habe sie in der KMK während ihrer fast fünfjährigen Amtszeit als Ministerin nie erlebt, meint Hubig im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Sonst haben wir uns dreimal im Jahr getroffen. Jetzt lässt sich kaum zählen, wie oft wir in Telefon- und Videoschalten beraten haben.“

Persönlich zusammengekommen sind die Kultusminister in den vergangenen Monaten wegen des Infektionsrisikos nicht, anders als rund elf Millionen Schüler und 800.000 Lehrkräfte in Deutschland, die Tag für Tag ohne die Abstandsregel im Unterricht auskommen müssen. Grundlage waren die Beschlüsse der KMK, über die Hubig sagt: „Wir haben die ganze Zeit über sehr konstruktiv miteinander gearbeitet, weil wir immer gute und tragfähige Entscheidungen treffen wollten, die möglichst viel Einheitlichkeit im Bundesgebiet ermöglichen.“

Die Kanzlerin hatte Hubig dazu gedrängt, Schwellenwerte für Schutzmaßnahmen in Schulen festzulegen – vergeblich

Von Einheitlichkeit beim Schulbetrieb in der Corona-Krise kann in Deutschland allerdings keine Rede sein. Gemeinsam ist den Bundesländern lediglich, dass sie die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ablehnen, ab einem Inzidenzwert von 50 Wechselunterricht in kleineren Lerngruppen – und damit die Abstandsregel – sowie eine Maskenpflicht im Unterricht aller Jahrgänge vorzusehen.

Ansonsten macht jedes Kultusministerium, was es will: In Bayern galt die Maskenpflicht im Unterricht der Grundschulen bereits, als in Brandenburg lediglich Oberstufenschüler mit Mund-Nasen-Schutz in Klassenräumen behelligt wurden. In Baden-Württemberg ist die Schulpräsenzpflicht ausgesetzt – in Nordrhein-Westfalen werden selbst Schüler mit engen Angehörigen aus Risikogruppen nicht vom Unterricht befreit. Bayern sieht ab einem Inzidenzwert von 200 Wechselunterricht für alle Schulen eines betroffenen Stadt- oder Landkreises vor – Nordrhein-Westfalen hat genau das der Stadt Solingen bei einem Inzidenzwert von knapp 240 verboten. Baden-Württemberg wiederum schreibt Fernunterricht für ganze Städte oder Landkreise ab einem Inzidenzwert von 300 vor. Eine Begründung für die unterschiedlichen Maßstäbe gibt es nicht.

Bereits im August versuchte die Kanzlerin, gegen das Durcheinander in der Schulpolitik vorzugehen – und wurde von der KMK brüskiert. Angela Merkel (CDU) hatte nach Informationen von News4teachers auf einem informellen Schulgipfel mit Hubig und der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken um ein Konzept gebeten, in dem bundesweit geltende Stufen für Schutzmaßnahmen in Schulen festgelegt werden sollten. Schulschließungen beispielsweise sollten ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche innerhalb eines Landkreises oder einer Stadt erfolgen (wie es dann die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts vorsahen). Die KMK verabschiedete tatsächlich zwei Wochen später einen Vier-Stufen-Plan – allerdings: unverbindlich und ohne jegliche Schwellenwerte. Ein Papier ohne Substanz.

Bis heute gibt es keinen Plan B, wie der Schulbetrieb bei steigenden Infektionszahlenb aufrecht erhalten werden kann

Die Folge: Es gibt bis heute keinen Plan B für einen Schulbetrieb bei steigenden Infektionszahlen. Entschieden wird ad hoc, praktisch über Nacht, nach intransparenten Kriterien – und je nach politischer Ausrichtung der jeweiligen Landesregierung. Nicht einmal alternative Lehrpläne, mit denen ein Kerncurriculum bei großflächigem Unterrichtsausfall gesichert werden könne, haben die Kultusminister bislang vorgelegt. Unterdessen saßen Hundertausende von Schülern und Lehrern ohne Unterricht in Quarantäne fest. Das erste Treffen der KMK-Spitze mit Lehrer- und Elternverbänden, die solche Probleme besprechen wollten, fand Anfang November statt – neun Monate nach Beginn der Pandemie. Es blieb ohne Ergebnis.

Ohnehin zeichnet sich die Arbeit der KMK im Krisenjahr 2020 vor allem durch Versäumnisse aus. Schülertransport in übervollen Bussen und Bahnen? War nie ein Thema für die Kultusminister. Oder: Erst seit November veröffentlicht die KMK Daten zum Infektionsgeschehen an Schulen in Deutschland – zu spät und zu unsystematisch, um daraus Erkenntnisse für einen sicheren Schulbetrieb in der Pandemie zu ziehen. Die Digitalisierung der Schulen erwies sich, einmal mehr, als Luftnummer: Die Anschaffung von Laptops für alle Lehrer in Deutschland wurde von der KMK groß angekündigt – und musste dann von Hubig für das laufende Jahr abgesagt werden, weil es noch Beratungsbedarf mit dem Bund gebe.

Mit dem Thema Lüften beschäftigte sich die KMK erst mit einer Expertenanhörung am 23. September, unmittelbar nach dem kalendarischen Herbstanfang also – als es bereits empfindlich kalt wurde in den Klassenräumen. Den ganzen Sommer über waren die Kultusminister untätig geblieben. Dabei hatten Wissenschaftler bereits im Mai vor der Gefahr durch virenbelastete Aerosole in Klassenräumen gewarnt.

Über die Ergebnisse ihrer Expertenanhörung verbreitete die KMK dann auch noch die Unwahrheit. Mit Blick auf mobile Luftfilter hieß es in der Pressemitteilung, die im Anschluss an das Treffen herausgegeben wurde: „Die Wissenschaftler kamen überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei.“ Diese Darstellung ist nach Recherchen von News4teachers allerdings falsch. Der einzige anwesende Wissenschaftler, der zum Thema geforscht hat (Prof. Dr. Christian J. Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München) hält den Einsatz von Luftfiltern in Schulen sehr wohl für erforderlich – und hatte das den Kultusministern in der Runde auch so erklärt.

Zwei Punkte hat die KMK hervorgebracht: ein „Lüftungskonzept“ – und eine Informationspolitik, die die Lage an den Schulen relativiert

So lassen sich nur zwei Punkte ausmachen, die die KMK während der Pandemie hervorgebracht hat: ein „Lüftungskonzept“ (wenn man eine Handreichung für Lehrer, die vorgibt, dass alle 20 Minuten für 3 bis 5 Minuten die Fenster zu öffnen sind, ein „Konzept“ nennen will) – und eine Informationspolitik, mit der das Infektionsgeschehen an Schulen durchgängig verharmlost wurde.

Darüber hat es erkennbar Absprachen gegeben. Alle Kultusministerien, die unter dem Druck der Öffentlichkeit Zahlen über infizierte Schüler und Lehrer sowie über Quarantäne-Betroffene herausgeben, tun das bis heute relativierend in Prozentwerten in Bezug auf Gesamtschüler- und -lehrerzahlen (um den weit offenen Schulbetrieb zu rechtfertigen), während die Landesregierungen die allgemeinen Infektionsdaten, die vergleichbar niedrige Prozentwerte ergeben würden, allein in absoluten Zahlen als gefährliche Entwicklung darstellen (um damit die Schließung von Geschäften und Freizeiteinrichtung zu begründen).

Es gibt keine einzige Stellungnahme der KMK – oder einzelner Kultusminister – zu Corona-Ausbrüchen an Schulen. RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler machte im November öffentlich, dass es seit den Sommerferien bereits mehrere Hundert solcher Ausbrüche unter Schülern und Lehrern gegeben hatte. Mittlerweile 17 an Corona verstorbene Lehrer/Erzieher weist die Statistik des Robert-Koch-Institus aus (Stand: 27. Dezember).

In der persönlichen Jahresbilanz der scheidenden KMK-Präsidentin haben solche Schreckensmeldungen aber bis heute keinen Platz. Von der dpa nach ihrem „schönsten Erlebnis in dem aufregenden Jahr“ befragt, nennt sie die gewachsene Bedeutung von Bildung. „Der Stellenwert von Bildung wurde während der Corona-Pandemie so deutlich wie schon lange nicht mehr thematisiert. Kitas und Schulen sind zentrale Orte, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft“, sagt sie. Dabei bleibe ihr besonders die Entscheidung am 25. März in Erinnerung, die Abiturprüfungen während des ersten Lockdowns planmäßig stattfinden zu lassen.

Gemeinsames Minimalziel der Länderminister sei immer der Konsens gewesen. „Wir wollten ganz deutlich zeigen, dass der Bildungsföderalismus, der ja oft sehr kritisiert wird, auch funktioniert und dass wir gemeinsam richtige Entscheidungen treffen können.“ Daher habe sie die KMK in diesem Jahr auch nicht als 16 Einzelkämpfer empfunden – „wir waren bei allen Unterschieden des Infektionsgeschehens in den Ländern immer ein Team“.

Einig waren sich die Kultusminister tatsächlich schnell, die Corona-Krise als erledigt abzuhaken. So legte die KMK bereits im Juni fest, die Schulen nach den Sommerferien im Regelbetrieb zu öffnen – und dafür die Abstandsregel im Unterricht zu streichen. Schon damals gab es an diesem Beschluss massive Kritik seitens der Lehrerverbände. „Auf das Abstandsgebot in den Schulen zu verzichten, ist der falsche Weg“, erklärte seinerzeit die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Abstand und Hygienemaßnahmen seien das A und O, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern vor Infektionen zu schützen. Der VBE warnte vor einem „Spiel mit dem Feuer“.

„Die Kultusminister haben die Situation nicht ernst genug genommen“, sagt der Chef des Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm

Die KMK ließ sich von ihrem Kurs weit offener Schulen nicht abbringen. Die zweite Corona-Welle konnte ungebremst durch die Klassenräume rollen. „Die Kultusminister haben die Situation nicht ernst genug genommen“, sagte der Bundesvorsitzende des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR), Jürgen Böhm, unlängst in einem Interview mit News4teachers (hier geht es zu dem Gespräch).

„Ich habe immer darauf gehofft, dass Stufenpläne in Kraft gesetzt werden, die – je nach Infektionsgeschehen – einen geregelten Ablauf erlauben. Aber man hat sich ja völlig von Inzidenzwerten entfernt, die irgendetwas nach sich ziehen. Es war für mich wirklich ein Schock, dass man die RKI-Empfehlungen verworfen hat. Das ist für mich kaum nachvollziehbar“, meinte Böhm. „Ich kann es mir nur so erklären, dass das Infektionsgeschehen, dass sich das Coronavirus so schnell ausbreitet, alle Kultusminister überrascht hat. Der Schuss geht nach hinten los, wenn man jetzt in hoch infektionsbelasteten Gebieten die Schulen weiterhin offenhält. Man reagiert ja nur punktuell. Ich wünsche mir hier eine klare Linie, mit klaren Vorgaben. Wir haben die Instrumente, die heißen: Maskenpflicht, Abstandsregel, Hybridunterricht. Man muss sie aber zum Einsatz bringen.“

Hubig lenkt den Blick derweil lieber auf andere Themen. So sehr ihre KMK-Präsidentschaft auch von Corona dominiert worden sei, habe die Runde doch auch „alles abgearbeitet, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben“. Hubig nennt eine Empfehlung zur Europabildung, die besonders auch die berufliche Bildung in den Blick nimmt, ebenso wie eine im Oktober beschlossene Vereinbarung der Länder für mehr Vergleichbarkeit, mehr Transparenz und mehr Qualität im Bildungswesen.

Hubig: „Mir macht Bildungspolitik sehr viel Freude, das ist eine ganz tolle Aufgabe“

Ansonsten aber rückt für sie jetzt Rheinland-Pfalz in den Fokus, wo am 14. März 2021 ein neuer Landtag gewählt wird. Wie wird es dann mit Stefanie Hubig weitergehen? „Mein Plan ist, dass ich mich am 18. Mai darüber freue, dass Malu Dreyer wieder Ministerpräsidentin ist“, antwortet sie mit Blick auf den Beginn der nächsten Legislaturperiode. „Mir macht Bildungspolitik sehr viel Freude, das ist eine ganz tolle Aufgabe und sehr erfüllend. Am Ende werden andere entscheiden, wie es weitergeht.“ Vor allem die Wähler. Die Mehrheit für die regierende Ampelkoalition ist laut Umfragen hauchdünn.

Wie weit sich die KMK unter Hubigs Ägide von der Realität in den Schulen entfernt hat, zeigt ein Blick auf die Homepage der Organisation. Top-Meldung vom 27. Dezember: „Die UNESCO hat heute das Bauhüttenwesen in das Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.“ In acht Tagen, am 4. Januar, steht das vorbereitende Treffen der KMK zum Bund-Länder-Gipfel am Tag darauf statt, bei dem über den weiteren Schulbetrieb entschieden werden soll – eine Schicksalsfrage für Deutschland. Dazu findet sich auf der Seite kein Wort. News4teachers / mit Material der dpa

Nach dem Corona-Tod eines 38-jährigen Lehrers: Lauterbach fordert von den Kultusministern, endlich RKI-Empfehlungen einzuhalten

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45 KOMMENTARE

  1. Danke für den sehr übersichtlich und detailiert verfassten Beitrag, der sehr genau den zeitlichen Ablauf der uneinigen und uneinheitlichen Entscheidungen und Fehlentscheidungen der Kultusminister darstellt, die sich weder an den Empfehlungen des RKI noch an denen der Leopoldina orientierten.

  2. Was soll sie auch gross dazu sagen? Spätestens mit der neuen Mutation des Virus aus England und dem Beginn der Impfungen ist das Thema „offene Schulen bei hohen Inzidenzen“ doch hoffentlich vom Tisch.

    Jetzt sollte es nur noch darum gehen, den Distanzunterricht möglichst effizient durchzuführen und Konzepte zu entwickeln, wie man im Nachgang die Lerndefizite ausgleichen kann, die dabei zwangsweise entstehen.

    Wer jetzt noch auf Durchseuchung oder das bewusste Inkaufnehmen von Infektionen setzt, hat den Knall noch nicht gehört. Die neue Mutation erzeugt ein unbekanntes Risiko der Weitergabe. Jede einzelne Infektion hat dazu das Potential, neue Mutationen entstehen zu lassen. Tatsächlich tun sie das ja auch, aber die meisten sind glücklicherweise harmlos. Zwei sind es nicht… die aus England und die aus Südafrika. Wenn man das ganze bewusst weiterlaufen lässt, dann ist das ein Spiel mit dem Feuer: Spätestens, wenn es eine Mutation gibt, gegen die die aktuellen Impfstoffe nichts bewirken, sind wir wieder auf dem Stand von März. Je mehr Infektionen man zulässt, desto höher wird das Risiko, dass das passiert, denn umso mehr Mutationen wird es geben. Also sollte man vernünftigerweise alles unternehmen, um möglichst bald eine breite Immunität durch Impfen zu erreichen und nicht versuchen, genau diese Chance ganz kurz vor der Ziellinie wieder kaputt zu machen.

    Wenn man die Schulen überhaupt vorher wieder aufmacht, dann sollte das bei Inzidenzen unter 10 passieren und nicht darüber, denn was dann passiert, haben wir ja nun deutlich vorgeführt bekommen.

    • Jan. aus H,
      völlig richtig. Wer im Januar die Schulen aufmachen möchte, hat nichts verstanden. Selbst Wechselunterricht wäre Harakiri. Wie kann Deutschland hochkarätige Wissenschaftler ignorieren, die für eine radikale Senkung der Infektionszahlen sind?
      Es wird Zeit auf Priesemann, Eckerle, Drosten, Ciesek usw zu hören!

      • Frau Eisenmann sieht das offensichtlich anders. Sie hat heute, 28.12. verkündet, dass sie zumindest die Grundschulen und Stufen 5 bis 7 ab dem 11.1. wieder in den Präsenzunterricht führen will. Also alles wie gehabt.

        • Genau dasselbe hat Frau Gebauer auch schon vor Weihnachten verkündet. Wie heute zu lesen war, wollen sich die KuMi direkt nach Silvester beraten und an Hand der aktuellen Zahlen entscheiden. „Dank“ wenig bis kaum stattfindender Feiertagstestung sinken diese derzeit ja rapide, was sie dann dazu bringen wird, wieder zu behaupten, Schulen wären sicher, also „macht hoch die Tür, die Tor macht weit“. Von den vor den Ferien medienwirksam angekündigten Schnelltests ist merkwürdigerweise gar nicht mehr die Rede…

        • Und, was noch bedenklicher stimmt, sie will UNABHÄNGIG von inzidenzzahlen öffnen.. die frau hat irgendwie den schuss nicht gehört..

    • Sie haben vollkommen Recht! Ein/e Jede/r sollte sich Evidenz basiert und wissenschaftlich, selbst ein Bild der weltweiten Erkenntnisse um die Infektionen bei Kindern, die Folgen für diese ,deren Familien und auch die Folgen für die Gesellschaft machen und dann entscheiden wie man bei einer Schulöffnung und einer Schulpflicht, zu solchen Zeiten reagiert.
      Kinder haben die Fähigkeit Krankheiten zu verstärken, Erwachsene die dann von Kindern angesteckt werden, sind oft für Wochen niedergestreckt und manche können auch teilweise tödlich wirken, u.a Windpocken und Masern, warum sollte es auch bei SarsCoV2 anders sein, aber lesen Sie selbst. Man muss dringend die internationalen wissenschaftlichen Meldungen zu Rate ziehen, um bei diesem politischen Wirrwarr den Überblick halten zu können. Der Virus mutiert ständig, in jedem Infizierten ein wenig, in Kindern unvergleichbar schneller. Infizierte, die sich treffen und Viruspartikel austauschen, schalten diese höher und schärfer, das sogenannte Familien-Inokulum oder die Familienmutationen, was auch häufig bei Paaren vorkommt, so mutiert der Virus ständig im stetigen Austausch, bis eine wirklich gefährliche Mutation fortgeschritten ist und das Immunsystem des Körpers zusammenbricht, da es den verschiedenen Mutationen nicht mehr Herr wird. Dies nun hochgerechnet auf das Verhalten der Gesellschaft in der Zeit von Juni bis heute lässt einiges Erklären. Zu viele aufgenommene Strains diverser Infizierter oder Familien- bzw Paar-Inokula führen zu schweren Verläufen und vielen Mutationen, daher ist Kontaktbeschränkung so wichtig! um die Gefahr von gefährlichen SarsCoV2 Mutationen einzuschränken. Kinder könnten hier eine wesentliche Rolle spielen!? Ein Schul-Inokulum besteht aus etlichen Familien-Inokola!

      mit besten Grüßen, passen Sie auf sich auf!

      https://7news.com.au/travel/coronavirus/mysterious-brain-damage-from-coronavirus-hits-some-children-c-1149149

      https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/fullarticle/2767979?guestAccessKey=814c2fa0-6c23-4d4e-85df-928b66ab0034&utm_source=For_The_Media&utm_medium=referral&utm_campaign=ftm_links&utm_content=tfl&utm_term=070120

      https://www.yalemedicine.org/conditions/multisystem-inflammatory-syndrome-in-children-mis-c

      https://crofsblogs.typepad.com/h5n1/2020/11/covid-19-rapid-virus-mutations-in-some-children-may-complicate-search-for-vaccine-south-china-morning-post.html

  3. Die eigene Verklärung kennt keine Grenzen.
    Nix geleistet und sich dafür noch in den Himmel hoch loben. Typisch für Politikerinnen und Politiker. Ein Armutszeugnis ohne Gleichen.
    Und das schlaue Volk wird sie alle wieder wählen. Wenn nicht, fallen sie weich, es wird schon irgendwo ein Posten in einem Aufsichtsrat oder in einer Stiftung frei werden. Wir zahlen es ja gerne. Man kann gar nicht soviel fressen wie man brechen möchte.

  4. Die KMK ist soweit weg von der Realität. Unser Großer ist im Abijahrgang, seit Sommer fehlen ihm in einem Prüfungsfach schon 8 Wochen Präsenzunterricht durch 2x eigene Quarantäne, Quarantäne der Lehrerin, Krankheit der Lehrerin und den jetzt verlängerten Ferien. 15 Minuten Videokonferenz gab es zu den Arbeitsaufträgen. Aber gut, dass Frau Gebauer den SuS 9 Schultage mehr Zeit gibt, d.h. Donnerstag letzter Schultag und Freitag erste Prüfung. Die Begeisterung ist riesig…..

    • @stinksauer
      Besser wird es nicht. Britta Ernst liegt voll auf der Linie Präsenzunterricht.
      Es geht weiter mit Wissenschaftsleugnung und widdewitt. Die SPD will unter 10 Prozent. Das muss diese politische Todessehnsucht sein. Die Kultusminister versenken alle Parteien. FDP Gebauer. War eine Politikerin jemals so unbeliebt?
      Und CDU Eisenmann, die inzwischen von der eigenen Landesregierung zurückgepfiffen wird.
      Ties Rabe, SPD, der sich fragen lassen muss, warum er Daten zurückhielt und Lehrer/Schüler bewusst einer Gefahr aussetzte.

      Eisenmann vs Landesregierung
      Tweet von Landesregierung BW (@RegierungBW)
      Landesregierung BW (@RegierungBW) hat getwittert: Präsenzunterricht, gerade für die Jüngeren, ist eminent wichtig und nicht einfach zu ersetzen. Sie sollten deshalb auch schnellstmöglich wieder in irgendeine Form Präsenzunterricht bekommen können. Aber auch im Schulbereich hängen sämtliche Maßnahmen vom Infektionsgeschehen ab.

      https://twitter.com/RegierungBW/status/1343556145848479745?s=20

  5. So toll kann die Arbeit der Kultusministerien nicht gewesen sein, wenn Herr Seehofer sich derart kritisch äußert:

    „ Kritik übte er auch daran, dass ein Schutzkonzept für Schulen und öffentliche Verkehrsmittel weiterhin fehle. „Sie bekommen die Ausbreitung eines hoch infektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse“, warnte der Innenminister. Bislang gebe es hier keine zufriedenstellenden Lösungen, so der CSU-Politiker.“

    https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/corona-tote-seehofer-gibt-laenderchefs-eine-mitschuld,SKNdClG

    Darüber hinaus sagt er, trügen die Ministerpräsidenten Mitschuld und Mitverantwortung für die Coronalage und die hohe Anzahl der Coronatoten!
    Da sollte Frau Hubig sich selbst und Ihre Konferenz mal nicht zu sehr beweihräuchern.

    • Seehofer legt den Finger in die Wunde. Es scheint keine Verantwortlichen mehr zu geben.
      Die gibt es aber. Wer Wissenschaft ignoriert und sein eigenes Personal und Familien der Schutzbefohlenen in Krankheit und Tod laufen lässt, ist schuldig. Sie können sich nicht mehr damit herausreden, dass sie es nicht wussten.

      • Wenn der Heimat- und Bauminister, der ja in erster Linie Innenminister ist, für irgendetwas vorrangig zuständig ist, dann für den Schutz der Verfassung. Und die ist nun einmal föderal angelegt. Folglich ist sein Geschwafel wohlfeil, meinte er es ernst, es läge an ihm einen Entwurf zu einer Verfassungsreform vorzulegen. Und ist da irgendein Referentenentwurf in Aussicht?

  6. Willkürlicher, grob fahrlässiges Amtsmissbrauch mit vielfacher Todesfolge ohne Einschreiten der Staatsanwaltschaften kennt man sonst nur in Bananenrepubliken. Grundgesetz, Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sind gegenüber dem abgeleiteten Recht auf Bildung kurzer Hand nachgeordnet worden. Wofür? Um Veränderungen in der Organisation von Bildung zu vermeiden? Das sind ja schöne Aussichten für zukünftige Generationen, auf die durch Klimawandel, Überbevölkerung, zunehmende weltweite Konflikte und …. viele Herausforderungen zukommen dürften. Bravo.

    • Staatsbürger,
      ein Vorbild für Kinder und Jugendliche ist das Verhalten der KMK nicht. Was sollen Kinder auch daraus lernen?
      Die Verrohung der Gesellschaft, die selbst bei 900 Toten noch über Präsenzunterricht salbadert?
      Rücksichtslosigkeit? Die Gesundheit der eigenen und die der Familie sind nichts wert?
      Lüften? Selbst afrikanische Länder haben ihre Jugend durch Fernunterricht beschützt. Wie muss sich da ein deutsches Kind in Thermowäsche vor dem zugigen Fenster fühlen?
      Kinder haben auch gelernt, dass Bildung mit Betreuung gleichzusetzen ist und sie für ihre Eltern häufig nur Erweiterung des eigenen Egos sind. Denn wo sind die Eltern, die die originäre Aufgabe von Eltern wahrnehmen und ihre Kinder beschützen wollen?

  7. Wer hat uns verraten? … 😉

    Es wird nach dem 10 Januar keinen flächendeckenden Präsenzunterricht geben.

    Es gibt für die Politiker zu viele Unsicherheitsfaltoren und Eltern stellen eine zu große Wählerschaft dar. Es ist Bundestahswahl, es gibt verschiedene Landtagswahlen, eine Aggressive Mutation des COVID-Virus und viel zu wenig Impfstoffe.

    Welcher Ministerpräsident will schon dafür verantwortlich sein, dass seine Partei bei der Landtags- und / oder Bundestagswahl zu viel verliert? Landespolitik wirkt sich immer auf die Wahl bei der Bundestagswahl aus.

    Deshalb vermute ich, dass es bis in den März häuig ein „System“ aus Notbetreuung, Ferunterricht / Wechselunterricht und eine Lockerung der Prüfungen geben wird. Der Goldweg wäre natürlich die Herstellubg des Arbeitsschutzes für Lehrkräfte, der sich sekundär auf die Sicherheit der Schüler auswirkt. Nur ist dafär kein Geld da, also angeblich.

    Auf eine Sache kann sich aber die neue KMK-Präsidentin verlassen: So lange ein Teil der Lehrer sich zu sehr auf die GEW verlässt, die offenbar versucht alle Interresen zu berücksichtigen und nicht nur jene, die von den Gewerkschaftsmitgliedern kommen (Hauptsächlich Lehrer im System Schule), so lange haben die KM leichtes Spiel. Wichtig ist, dass der PR auf lokaler Ebene handelt und so die KM unter Druck kommen, weil auf einmal an jeder Schule eben Überlastungsanzeigen geschrieben werden oder nach Zeitausgleuchen gefragt wird.

    • Alle Parteien bis auf die AfD und die Grünen, da diese Parteien derzeit keine*n Schulminister*in stellen.

      Der PR (Personalrat) – ach ja, welcher? Die Personalräte sitzen in NRW nach Schulkapiteln aufgegliedert bei der Schulaufsicht in den Bez.-Reg., bei den Grundschulen bei den Kreisen und kreisfreien Städten. Im Schulministerium sitzen die HPR (Hauptpersonalräte), die aber von der Behördenleitung nicht entsprechend des Personalrasegesetzes eingebunden worden sind.

      Die LR vorort an den Schulen blieb auch nichts Anderes übrig als mit den Schulleitungen gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Wo hat es denn bezüglich der Hygiene- und Schutzmaßnahmen gemeinsame Begehungen von Vertretern des B.A.D., der Schulaufsicht, der Schulträger, der Schulleitung sowie Personalratsvertretern und örtlichem Lehrerrat in jeder „Betriebsstätte“ aka Schule gegeben? So viel zum Thema gesetzlich Mitwirkung der Personalratsvertretungen. Da wäre das Einfallstor zum Arbeitsschutz für die Personalvertretungen, nicht aber für die Gewerkschaften und Verbände im DBB und entsprechende Klagen gewesen.

  8. ENTSETZLICH !
    Zitat:
    In der vergangenen Woche sind bundesweit offenbar drei Lehrkräfte oder Erzieher an Covid-19 verstorben. Das geht aus einer Statistik des Robert-Koch-Instituts hervor. Laut aktuellem Lagebericht (vom Samstag, 19. Dezember) gibt es bislang insgesamt 16 Beschäftigte aus Kitas, Kindertagespflege, Schulen und Heimen, die eine Infektion mit dem Coronavirus nicht überlebt haben – 442 kamen seit Beginn der Pandemie ins Krankenhaus. In der Vorwoche (am Samstag, den 12. Dezember) wies die Statistik erst 13 Verstorbene in diesem Bereich aus – 409 hatten in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. News4teacher

    Und die Zahlen der Covid Opfer steigen ungebremst !

    Wann bitte steigen die Herren und vorwiegend Damen in den KMK von ihrem konkludent wirkenden Handeln auf dringendes, zeitnahes, verantwortungsbewusstes und KONSEQUENTES HANDELN um ?

    Etwa wenn alle Mitarbeiter in den Kitas und Lehrer an Schulen sowie in Folge deren Familienangehörigen an Corona weiter erkranken oder verstorben sind ??

    Man kann kann dieses Covid Virus nicht durch Lüften, Masken bewältigen – man kann es nicht aufhalten, es mutiert bereits.

    Das zögerliche Handeln dieser Akteure wird die brisante Covid Situation in Kitas und Schulen pandemisch auch nach jedem weiteren Lockdown vorantreiben.

    Anscheinend können die hochdotierten Beamten der Kultusministerien in Deutschland weder ausreichend konsequent noch schützend Handeln – hat das Parteibuch was damit zu tun ?

    Noch liegt kein tragfähiger und bleibender Ansteckungsschutz vor.

    Wann bitte wird die Kanzlerin ENDLICH darüber ENTSCHEIDEN (weil ihre KMs es nicht schaffen) – das auch Schulen und Kitas solange im Lockdown bleiben bzw. geschlossen werden, bis die Ansteckungsgefahr für Kinder, Schüler und Lehrer gebannt ist – d.h. bis verwertbare und sichere Covid Impfergebnisse vorliegen, die eine Covid Ansteckung verhindern !!

    Jedes weitere Hadern an den größten genannten Ansteckungsquellen bringt weitere Opfer, die zu vermeiden sind !!

  9. Ihr Wort in Gottes Ohren….
    Heute früh ist bereits von Frau Eisenmann zu lesen, sie „bestehe!“ auf Präsenzunterricht in den unteren Jahrgangsstufen, „egal wie hoch der Indizes ist“ ….
    Na da bin ich jetzt mal sehr gespannt wie „unsere“ Eltern reagieren, ich sehe mich schon wieder in einem eiskalten Klassenzimmer mit 27 Drittklässlern…
    Da unser GA in den letzten Wochen vor den Ferien (trotz infektionsfällen in mehreren Klassen) nicht einmal mehr die Klassen testen ließ, geschweige den in Quarantäne schickte bleiben die Schulen auch offen, bis der letzte Lehrer verschlissen oder das letzte Elternhaus durchseucht wurde….

    Und genau so wird es kommen, wenn es jetzt nicht endlich zu einer angemessenen Reaktion Verbände, der Lehrerschaft und/oder der für die KM so viel wichtigeren, wählenden Eltern kommt….

    Ich bin so fassungslos, ich finde gar keine Worte mehr!

  10. Klasse 1-7 + die Abschlussklassen sollen komplett zurück ins Klassenzimmer….

    Dann bleibt doch nur noch die Stufe 8 übrig…. ? 🙂

    (Gymnasien mal ausgenommen)

  11. Die Ignoranz und Kaltschnäuzigkeit der KMK unter ihrer Präsidentin Hubig kennt keine Grenzen. Ganz schlimm finde ich, wie Hubig die Expertise der Fachwissenschaftler*innen in Trump’scher Manier umgedeutet hat, um die Schulen auf Biegen und Brechen offen zu halten. Die Toten und Geschädigten gehen auf das Konto dieser Politik. Ebenso der Verlust der Glaubwürdigkeit.

    Wer hat eigentlich die Gesundheitsämter angehalten, postiv Gestestete in Schulen als „Zufallsfunde“ abzutun oder als „Ansteckung im privaten Umfeld“? Wer hat in den letzten Wochen verhindert, dass Schüler*innen in Quarantäne gehen mussten?
    Sich dann noch hinzustellen und zu behaupten, alles sei ganz prima gelaufen, ist für mich vollkommen unverständlich.

    Für mich zeigt sich ein Versagen auf der ganzen Linie: Leugnen, Verharmlosen, keine Schutzmaßnahmen einrichten, keine Konzepte und keine Logistik für Distanzunterricht und Wechselunterricht, unbelehrbar.
    Note: 6.

    • Ist doch nur konsequent. Die Fachwissenschaftler*innen sind irgendwann zur Schule gegangen. Und zwar vor etwas weniger als 70 Jahren. Das heißt, die hatten während ihrer Schullaufbahn alle Kurzschuljahre, Lehrermangel, überfüllte Klassen, tlw. eine Oberstufenreform und dergleichen mehr, was schon seit Jahren am deutschen Schulwesen kritisiert worden ist und wird. Dazu kamen dann noch die 68er Umbrüche, die sie in Schule oder Uni erlebt oder sogar mitgetragen haben. Die einen in links-gerichteten, studentischen Zirkeln, die anderen in studentischen Verbindungen, aber alle zusammen grundsätzlich in überfüllten Hörsälen. Hinzukommt, dass unter den führenden Wissenschaftlern größtenteil Männer in Verantwortung für Kliniken, Stationen, Forschungsinstituten, Fakultäten und Hochschulleitungen und dergleichen Mehr sitzen.

      Und warum sollten die überwiegend weiblichen Schulministerinnen auf Ratschläge und wissenschaftliche Empfehlungen irgendwelcher zumeist „alten weißen Männer“ hören? Ja, wo kämen wir denn dahin? Ach es gibt auch Wissenschaftlerinnen? Nun ja, ohne ausgeprägte Stutenbissigkeit wäre frau ja auch nicht Schulministerin geworden. Und die beschlossenen Quotenregelungen machen die Wissenschaftlerinnen in den Augen der Schulministerinnen vermutlich auch nicht glaubwürdiger. Noch Fragen, bitte?

  12. So so, ihr macht Bildungspolitik sehr viel Freude. Um WEN geht es eigentlich dabei? Für individuelle Bespaßung ist ihr Posten schlicht und ergreifend nicht der richtige.

  13. Es wird wieder geglaubt – dass Lüften prima ist, die Schulen sicher sind…. Moment! Da kommt mir eine prima Idee, die die Welt retten wird.

    Glaube – die Schulen sind sicher.
    Grübel – die Schulen sind sicher.
    Wissen – spielt keine Rolle.
    Prima – die Schulen sind sicher.
    Dann die einzige Lösung – Schule 24/7

    Ob nun mit oder ohne Unterricht…. Das mag Frau Hubig entscheiden, da kann sie sich gleich wieder eine Freude machen.

    Apropos machen – Team heißt nichts Anderes als: Toll, ein anderer macht’s.

    Wenn das kein guter Job ist, muss er erst noch erfunden werden.

  14. Jeder, der über den nationalen Tellerrand schaute und das was in Israel passierte nachdem es als erstes Land im Frühjahr die Schulen wieder öffnete, nämlich eine zweite Welle, der wusste seit einem halben Jahr was Sache war und wo der Treiber für neue Welten liegt. Und es ist ja nicht als seien Kitas und Schulen noch nie eine Drehscheibe für Atemwegsinfekte, Läuse und Magen-Darm gewesen.

    Wer vor Jahrzehnten die ersten Fassungen des InfSchG las, der sah eine Handreichung für Kindergarten und Schule. Und die Situation ist nicht besser geworden. Eher schlimmer.

    Wenn man die höhere Inzidenz bei LuL und Kitapersonal betrachtet, die Dynamik in Israel, dann gehen 50% der Toten und Langzeitgeschädigten auf das Konto der Schulen und Kitas. Mit der Schuld muss die KMK leben. Moralisch auf jeden Fall. Und alle Ministerpräsidenten, weil sie ihre Weisungsbefugnis nicht genutzt haben.

    G8 hat ein ganzes Schuljahr gekostet und wurde teilweise von den selben Politikern gefördert, die jetzt jeden Schultag ohne Präsenz zum Teufelswerk erklärten.

    • Da Bildung nun mal Ländersache ist, kann man das wohl kaum Frau Merkel anrechnen, oder? Das Einzige, was man ihr vorwerfen könnte ist, dass sie jemanden wir Anja Karliczek zur Bundesministerin für Bildung und Forschung gemacht hat. Was letztlich aber auch wieder dem dämlichen Länderproporz, und damit Armin Laschet vorzuwerfen ist.

      • Richtig! Der Fisch stinkt vom Kopf! Das System trägt sich selbst – Statisten füllen die Planstellen. Vor der Hubig ist nach der Hubig usw. Wenn das keine Parallelgesellschaften produziert … Bei der Schülerschaft läuft (informelle) Bildung schon lange parallel: Stichwort digital literacy. Es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass grundlegende Veränderungen Top down fußen. Von unten – von uns als Lehrer*innen, Erzieher*innen, Eltern und Interessenverbänden kann Innovation gelingen, die dynamisch auf Entwicklungen reagiert und lösungsorientiert ausgerichtet ist. Dazu gehört Mut und Geschick und auch die Gabe, Erfolge den Polit-Statisten zu überlassen. Ich vermisse die vereinten Stimmen der Schulleitungen, bundesweit vernetzt ein Rahmenkonzept zum Notfallbetrieb ,Corona‘ zu veröffentlichen und sich mit gutem Gewissen daran zu halten. Solingen hat gezeigt, wie es gehen kann. Gesundheit geht vor! Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um (distanziert) zu unterrichten, auch sozial verträglich – wir müssen nur den Mut haben, loszulassen und neue Wege zu gehen. Das nenne ich Verantwortung für Kinder zu übernehmen. Im Moment sehen viele Kinder nur Erwachsene, die in ihrer Uneinigkeit verharren und ihnen damit schaden – nicht nur in der Bildung.

  15. Bei uns, GS in SH, sind 2 LehrerInnen offenbar an Long Covid erkrankt. Ständig neue Fieberschübe, Erschöpfung, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsprobleme… Beide u.a. Sportlehrer mit eigenen Kindern und in den 40-ern.
    Schon seit 6, bzw. 7 Wochen „dienstunfähig“.
    In der Statistik gelten sie als „genesen“!

  16. Alles in allem macht diese Pandemie nur deutlich, was seit mehr als 60 Jahren hätte umgesetzt werden müssen: Schulbildung darf nicht Ländersache sein!

  17. Die aktuelle Situation zeigt uns, dass die Entscheidung, Bildung auf Länderebene zu geben, die wohl schwachsinnigste Entscheidung in dieser Bundesrepublik überhaupt war. Leider höre oder lese ich aber kaum Stimmen, die diese Entscheidung jetzt mal aktiv ändern wollen.
    Und noch viel schlimmer finde ich persönlich ja, dass Entscheidungen über die Investition in Schulen (Stichwort Digitalpakt) sogar auf Kommunalebene entschieden werden. Was für ein absoluter Schwachsinn! Und über die Weigerung der KMK, wissenschaftliche Erkenntnisse der Bildungsforschung (Stichwort längeres gemeinsames Lernen) seit Jahrzehnten nicht anzuerkennen und entsprechend umzusetzen, wollen wir an der Stelle mal überhaupt nicht anfangen. Es ist ein Trauerspiel.
    Die KMK hatte ein 3/4 Zeit, die Fehlstellen die im März diesen Jahres für alle zu sehen waren anzugehen und Konzepte zu entwickeln. Man hätte die Zeit sogar für Experimente nutzen können, hätte „Versuchslabore“ einrichten können. Ich behaupte, dass der größte Teil der Elternschaft und auch der Lehrer dies mitgetragen hätte. Stattdessen hat man im Juli die Augen vor der damals schon zumindest zu befürchtenden „Zweiten Welle“ verschlossen und auf Bewährtes gesetzt.
    Wenn man sieht, wie Unternehmen es innerhalb von wenigen Tagen und Wochen geschafft haben, sich auch HomeOffice einzustellen, die Schulen aber bis heute in der Regel nur PDF verschicken, dann macht das einfach nur noch wütend.
    Und all das bringt uns aktuell in die Situation, dass das Motto „Präsenz unter allen Umständen“ unter der Elternschaft wahrscheinlich noch die höchste Zustimmung erfahren wird. Einfach weil die Alternativkonzepte entweder nicht vorhanden oder mindestens nicht fertig entwickelt sind. Denn wenn die Kinder unbetreut daheim sitzen – und wir haben hier einen Viertklässler und ein KiGa-Kind, kennen das Problem also aus erster Hand – dann kann die Elternschaft auch nicht mal halbtags arbeiten gehen. was sie aber nun mal muss. Von Eltern die in Pflege oder vergleichbaren Berufen arbeiten, oder gar Alleinerziehenden wollen wir da noch nicht mal anfangen.

  18. https://www.aerzteblatt.de/archiv/217182/COVID-19-in-Schulen-Keine-Pandemie-Treiber

    Hallo sehr geehrte Lehrer,
    vielleicht kann man das Jammern in dieser Berufsgruppe mal etwas reduzieren.
    Die Kassierer im Supermarkt und das medizinische Personal lebt zum Großteil auch noch.
    Das Durchschnittsalter der Toten liegt bei 82J. Junge Außnahmen gibt es immer und überall.
    Wer von Ihnen engagiert sich für die Kinder? Nur die Wenigsten!
    MFG Ärztin mit 3 Schulkindern

  19. Welchen Arbeitsschutz gibt es für Lehrkräfte, der dem der „noch lebenden Supermarkt-Kassiere und des medizinischen Personals“ entspricht?
    Nur weil jemand eine Dissertation verfasst hat, die in der Regel den Ansprüchen von nicht-medizinischen Fakultäten nur in seltenenen Fällen genügt, und promoviert worden ist, ist man nicht automatisch die bessere Elternvertretung der eigenen Kinder.

    Aber vermutlich sind sie Chirurgin, die meilenweit von der Arbeit auf einer ITS entfernt ist, und erhalten Kurzarbeitergeld. Das Durchschnittsalter der an oder mit CoViD Verstorbenen liegt eben nicht bei 82 Jahren. Das Durchschnittsalter hat sich in den letzten Monaten erheblich gesenkt. Aber Statistik bzw. die Erlangung des Scheines ist für angehende Ärzte (m/w/d) an den Unis schon immer ein erhebliches Problem gewesen – vorallem wenn es Statistikvorlesungen für „Große“ gegeben hat.

    • Hallo DICKEBANK,
      mit Ihrer Antwort haben Sie sich hinreichend charakterisiert.

      https://www.welt.de/regionales/hamburg/article222855518/Rechtsmediziner-Corona-Tote-wurden-im-Schnitt-82-Jahre-alt.html

      Nun zu mir:

      Zu Ihrer Enttäuschung habe ich vier Jahre in der Grundlagenforschung gearbeitet, mich dabei eingehend mit Statistik befasst und außerdem Patienten auf einer ITS betreut.

      Was Sie scheinbar nicht wissen: Ein Statistiker prüft Dissertationsarbeiten mit statistischen Inhalten. Ferner werden medizinische Dissertationen in der Regel in Fachzeitschriften publiziert und unterliegen damit einer Vielzahl von Überprüfungen … was man nicht von allen naturwissenschaftlichen Fächern behaupten kann.

      Ich arbeite seit Jahren Vollzeit und habe zudem meine Kinder in allen gymnasialen Fächern unterrichtet – im Grunde auch in Vollzeit.

      Für diese Doppelbelastung habe ich keine (extra) Beamtenbesoldung erhalten. Applaus von Balkonen prallt an mir ab. Die Situation in den Kliniken war schon in den Jahren „vor Corona“ üblicherweise jenseits der Belastungsgrenze. Fragen Sie in den Kliniken mal nach Überlastungsanzeigen durch die Mitarbeiter.

      Was ich meinen Kindern während der mangelhaften Schulsituation (verursacht durch Schulen und Behörden) vermittelt habe, spricht für sich. Die Noten sind hervorragend.

      Könnten Sie meinen Job auch ad hoc ausüben und überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen?
      Entnehmen Sie die Abstriche von potenziell Infizierten? Oder ist Ihnen das zu gefährlich?
      Ich tue das.

      Ich wünsche Ihnen, dass der Chirurg bei Ihrer nächsten OP, nicht nur Ahnung von Statistik und der Interpretation der fallspezifischen aktuellen Studienlage hat, sondern auch noch die fachliche Kompetenz und das nötige Geschick, um Ihnen ein lebenswertes und komplikationsfreies Behandlungsergebnis zu spendieren.

      Der schulbehördliche Druck wird immer von oben nach unten durchgereicht, die Lehrer und Schulleiter tragen durch ihr Verhalten und ihre Kommunikationsart dazu bei. Die Kinder sind das letzte und das hilfloseste Glied in der Gesellschaft. Aber sie sind es, die ihr Leben noch vor sich haben!

      Wieso geben Lehrer und Schulleiter den Druck nicht nach oben zurück? Ist dem Beamten da das Hemd näher als die Hose?

      Distanz-, Hybrid-, Onlineunterricht … Man kann das Kind nennen wie man will. Tolle neue Modekonzepte. Wer beherrscht sie hinreichend?!
      Dabei wird ganz vergessen, dass sich dies nicht alle Familien finanziell, intellektuell und zeitlich oder räumlich leisten bzw. ertragen können.

      Der Arbeitsschutz der Lehrer beginnt im Lehrerzimmer, wo viele ohne Maske und Abstand durcheinanderlaufen (selbst gesehen … ist erlaubt …).
      Tragen Sie eine wirkungsvolle FFP2-Maske, die müssen Sie, wie so viele andere auch, selber kaufen.
      Genau so könnten Sie wirkungsvollen Abstand zu Ihren Schülern halten und dabei Unterricht geben. Und beschweren Sie sich auch nicht über eine zu lange Tragedauer, das lassen Sie bei den Schülern auch nicht gelten.

      Mein Job ist es, in die Klinik zu gehen. Was ist Ihr Job?!

      Ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei den engagierten Lehrern, die sich enorm einbringen und dabei das nötige Augenmaß behalten, um nicht nur den Lernstoff zu vermitteln, sondern auch noch die psychosoziale Gesundheit der Kinder im Blick behalten und damit sehr gute Arbeit leisten – und zwar offline!!!

  20. Was diese Diskussion ganz besonders zum Ausdruck bringt, sind die unterschiedlichen Perspektiven, aus denen die Akteure das Geschehen in den Schulen, als zentrale Anlaufstelle, sehen. Wir müssen diese einzelnen Ebenen verlassen – ohne sie zu vergessen – und von oben betrachten, was wirklich für uns wichtig ist: die Kinder und ihre Bildung mit dem Gesundheitsschutz für alle vereinbaren! Nochmals an dieser Stelle: Wir können und dürfen nicht abwarten, bis die KMK oder eine andere übergeordnete Stelle die alles lösende Antwort gibt – das wird nie geschehen. Kritisch und konstruktiv individuelle Lösungen finden, nah an den Menschen, ist das Gebot der Stunde. Treu unserer Verfassung: Gleiches ist gleich zu behandeln und Ungleiches ungleich. Also: Die Energie, die viele in das gegenseitige Gehetze investieren, besser in Vorschläge binden, die der Bildung UND der Gesundheit dienen. Vertrauen haben in die Gewissenhaftigkeit der Fachwissenschaftler*innen und dennoch immer wieder hinterfragen und Fehler medial einsetzen, um zu verbessern.

    „Bitte, liebe Schulleiter*innen, nutzt die Zeit, Euch gegenseitig zu helfen und zu stützen sowie Eure Entscheidungen öffentlichen zu respektieren. Zeigt Euren Mitarbeiter*innen, Schüler*innen, Eltern, Politiker*innen und hierarchiehöheren Executivstellen, was Ihr wirklich wollt – auch finanziell – mit Nachdruck. Macht ein bundesweites Rahmenkonzept ‚Notfallbetrieb Corona‘ und scheut Euch nicht, im Rahmen einer lokalen Bildungslandschaft um (finanzielle) Hilfe zu bitten und zu kooperieren.“

    Die Schulen brauchen eine Öffnung, damit wir Corona und alle weiteren Herausforderungen der Zukunft meistern können. Ansonsten sehe ich eine Zukunft der Selbstzerstörung, die den (handlungsfähigeren) Privatschulen einen übergeordneten Platz einräumt. Dann kann man wirklich von Bildungsungerechtigkeit sprechen – aber nicht, wenn verzweifelte Schulleiter*innen versuchen, durch Distanzunterricht den Betrieb aufrechtzuerhalten (vgl. Solingen) – aber vielleicht ist das ja gewollt – hoffentlich nicht …

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