Aufstand gegen Schulöffnungen! Kommunen weigern sich, Eltern rufen zum Boykott auf

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Aktuell! Bouffier streicht „Präsenztag“ für alle Schüler.

WIESBADEN. Seit Monaten werden die meisten älteren Schüler ausschließlich zu Hause unterrichtet. In den zwei Wochen bis Ostern sollten sie langsam wieder an die Schule herangeführt werden – Hessens Kultusminister Lorz (CDU) hat dafür einzelne „Präsenztage“ angesetzt. Aber die Infektionszahlen und ein sich ausweitender Widerstand könnten den Plan zunichte machen.

Volle Schulen vor Ostern? Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: HKM/ Patrick Liste

Von Montag an sollen alle Schüler in Hessen tageweise zurück in den Unterricht. Dieser Plan des Kultusministeriums stößt auf immer breitere Kritik. Erste Städte und Kreise haben dem Land bereits eine Abfuhr erteilt, Eltern zum Protest aufgerufen. Das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung will an diesem Donnerstag über das Thema diskutieren.

Wegen der Corona-Pandemie wird derzeit für die Klassen 1 bis 6 Wechselunterricht angeboten: Jeweils die Hälfte der Klasse kommt jeden zweiten Tag oder jede zweite Woche in die Schule. Nur die jeweiligen Abschlussklassen bekommen vollständigen Präsenzunterricht. Die Jahrgangsstufen 7 bis 11 lernen im Distanzunterricht, also zu Hause im sogenannten Homeschooling.

«Besondere Sorgen bereiten uns in der Zeit bis zu den Osterferien die Hofpausen»

Am 9. März verkündete Kultusminister Alexander Lorz (CDU), dass in den letzten zwei Wochen bis zu den Osterferien – also 22. März bis 1. April – «für jede Schülerin/jeden Schüler an mindestens einem Tag pro Woche Präsenzzeit in der Schule stattfinden soll». Als Voraussetzung für die geplanten Öffnungsschritte galt, dass der landesweite Inzidenzwert nicht über 100 steigt – am Mittwoch lag er bei 93,4.

Die Schulen waren überrascht – und wenig begeistert, wie aus zahlreichen Elternbriefen hervorgeht. «Besondere Sorgen bereiten uns in der Zeit bis zu den Osterferien die Hofpausen», sagt beispielsweise der Schulleiter der Frankfurter Musterschule, Stefan Langsdorf, in einem Elternbrief. Die Schüler hätten sich lange nicht gesehen, in der Wiedersehensfreude könnten Abstandsregeln leicht vergessen werden. «Es wäre fatal, wenn die beiden Präsenztage vor den Ferien unser aller Gesundheit gefährden und die möglichst geregelte Aufnahme des Präsenzunterrichts nach den Osterferien in Gefahr bringen würden.»

Manch einer vermutet, die Öffnungspläne seien der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag geschuldet gewesen. Der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Hanau haben dem Kultusministerium einen Brief geschrieben. Darin bitten sie das Ministerium nach eigenen Angaben, «die kurz vor der Kommunalwahl angekündigten vorverlegten Öffnungsschritte wieder zurückzunehmen».

Im Laufe der Woche sperrten sich immer mehr Städte und Kreise gegen die geplante Öffnung. Bis Mittwochabend hatten Stadt und Kreis Offenbach sowie die Kreise Main-Kinzig, Groß-Gerau, Lahn-Dill und Fulda abgewunken.

«Herr Lorz, ziehen Sie die Notbremse, bevor Schulen zu Hotspots werden»

Die Stadt Frankfurt fordert «eine hessenweit einheitliche Regelung». Der ab Montag geplante Einstieg in den Wechselunterricht müsse landesweit ausgesetzt werden – wegen steigenden Infektionszahlen und «aufgrund der noch nicht erfolgten Impfungen durch das Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca sowie der noch nicht zur Verfügung stehenden Schnelltests des Landes». Die Zeit bis Ostern sollte besser genutzt werden, «um ein Testkonzept für die regelmäßige Testung aller Schülerinnen und Schüler vorzulegen und die Lieferung und Durchführung der Tests an Schulen zu organisieren».

Das sieht auch die GEW Hessen so. Es wäre sinnvoller, die zwei Wochen vor Ostern dazu zu nutzen, ein gutes Konzept für den Wechselunterricht nach Ostern zu entwickeln, sagte Vorsitzende Maike Wiedwald. Der Deutsche Lehrerverband Hessen (dlh) fordert, den angedachten Präsenzunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 auszusetzen: «Herr Lorz, ziehen Sie die Notbremse, bevor Schulen zu Hotspots werden», forderte der Verband.

Es gebe «auf allen Seiten das Bedürfnis nach einer Rückkehr zur schulischen Normalität», schrieb Lorz den Schulen. Die tageweise Rückkehr vor Ostern «entspricht auch den Rückmeldungen, die wir in den vergangenen Tagen und Wochen erhalten haben – von der aus Schulpraktikerinnen und Schulpraktikern bestehenden Konzeptgruppe Schuljahr 2020/2021, von Interessenvertretungen und Verbänden, von der Landesschülervertretung und vom Landeselternbeirat.»

«Eine seriöse Teststrategie als Grundlage der Öffnungsschritte fehlt»

An einzelnen Schulen haben die Eltern bereits zum Boykott aufgerufen, etwa an der Melibokusschule in Alsbach-Hähnlein (Kreis Darmstadt-Dieburg). Zur Begründung hieß es unter anderem: «Eine seriöse Teststrategie als Grundlage der Öffnungsschritte fehlt.» Außerdem werde damit der Distanzunterricht «erheblich negativ beeinflusst: Unsere Kinder erhalten dadurch weniger Unterricht.»

Die angekündigten Schnelltests für die Schulen kommen erst nach den Osterferien, wie aus der Regierungserklärung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag hervorging. Am Freitag will Lorz zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ein «Testmobil» für Ausbrüche an Schulen vorstellen. Von Sandra Trauner, dpa

Streit zwischen Landesregierung und Städten um offene Kitas und Schulen eskaliert

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55 KOMMENTARE

  1. Auch hier gilt. Mit dem Kopf durch die Wand wird das nichts. Immerhin scheint man minimal lernfähiger als die Protagonisten in NRW, was auch nicht allzu schwer ist.
    Lorz hat die Schulen nicht nur dadurch nachhaltig verärgert, dass er die Präsenztage ansetzte.
    Auch das vorherige Kommunikationschaos hat zutiefst irritiert. Wurde zum Wochenende noch auf hessenschau.de durch einen Sprecher verlautbart, dass an den Schulen bis zu den Osterferien kein Unterricht stattfinde, so wurden die Schulen am darauffolgenden Dienstag mit dieser bizarren und angesichts des laufenden Unterrichts anderer Jahrgänge nicht ganz einfach zu organisierenden Öffnungsidee überrascht. Die zahlreichen Arbeitsstunden, die Schulleitungen in die Organisation dieses „Meet and Greet“ gesteckt haben, wären anderweitig besser investiert gewesen und sind erstmal für die Tonne.
    So geht professionelle Führung des untergeordneten Bereichs *nicht*. Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht heraus.

  2. Herr Lorz kann es einfach nicht.
    Hin und Her.
    Mittlerweile schütteln alle nur noch den Kopf, vom Hausmeister bis zur Schulleitung. Niemand glaubt mehr, dass da noch irgendwas vernünftiges und praxisnahes in Zukunft aus Wiesbaden kommt.
    Dieser letzte Wortbruch für ein paar Prozente bei der Kommunalwahl hat auch beim Letzten den letzten Glauben in die Fähigkeiten des Ministers begraben lassen.
    Machen Sie den Weg frei für einen Neuanfang in der hessischen Schulpolitik und treten Sie endlich zurück Herr Lorz. Sie haben jegliches Vertrauen längst verspielt.

  3. Denkt jemand auch mal an Schüler aus Abschlussklassen??
    Diese sind seit 11.1. mit Präsenzpflicht in die Schule getrieben worden:
    – voller Stundenplan, jeden Tag, keine Luftfilter und FFP2 Masken
    -kein Desinfektionsmittel, macht ja die Böden kaputt
    – keine Tests, keine Plexiglastrennwände
    – nur Maske und lüften
    – in den Pausen versammelt vor der Schule, fallen sich in die Arme
    – keine Aufsicht von Lehrern usw., usw….

    Jeden Tag Kontakte mit 15-20 fremden Haushalten und die nur aus einer Klasse.

    Scheint völlig normal zu sein und stört niemanden, nur gibt es vorerkrankte Schüler und Angehörige im hohen Alter mit schweren Vorerkrankungen, sowie Eltern..
    Wir haben auch ein Recht unsere Kinder zu schützen und dürfen es nicht. Wo werden die bei steigenden fallzahlen beachtet??
    Die fallen durchs Raster und man nimmt Ansteckungen billigend in Kauf.
    Oder geht Abschluss vor Gesundheit?? Keiner denkt an die Folgen dieser Erkrankung. Wo ist da der Aufschrei???

  4. Naja, was Proteste, Boykott und Androhungen bewirken sieht man in NRW.
    Da wird einfach immer nein gesagt. Und das hat man zu akzeptieren. Auf welcher Grundlage entschieden wird, wen juckts.

  5. Herr Lorz versteckt sich hinter der Aussage, dass seine Entscheidung angeblich den Rückmeldungen der Verbände von Lehrern, Eltern und Schülern entspricht. Sehr komisch. Wenn ich die Sprecher der Verbände höre, sagen sie genau das Gegenteil. Mein Mann und ich sind beide Lehrer und haben Kinder. Alle sind wir an unterschiedlichen Schulen. Doch an keiner Schule habe ich Eltern oder Kollegen getroffen, die gesagt haben: „Super Idee Herr Lorz.“
    Wenn in allen Bereichen der Politik so entschieden wird wie bei den Kultusministern, dann wird mir Angst und Bange.

  6. Es ist in der Corona Zeit bzw. dritte Welle kein tragendes Konzept von der Schulpolitik geschaffen worden. Die Schulpolitik sitzt am Schreibtisch und hat kein Plan entwickelt und ausgearbeitet. Keiner der Schüler würde mit so einer Arbeitshaltung an der Schule weiter kommen. Es sind nicht nur die sozial schwachen Kinder, sondern auch die bemühten Kinder sind an Ihrer Belastbarkeit angekommen. Alle die am Schulleben beteiligt sind,sind an Ihren persönlichen Grenzen bzw. Limit angekommen. Dieses Hin und Her hat soviel unnötige Kraft gekostet und die Öffnungen der Schulen hat erneut Unruhe verursacht. Eine Normalität wünschen sich ALLE aber zu vertretbaren Bedingungen. Dieses Hin und Her wird auf dem
    Rücken der jungen Generation ausgetragen und dies ist ein erschreckendes Vorbild. Die Schulpolitik hat die Verantwortung nicht in die Hand genommen in der Krise und jegliches
    vorbildhafte Wirkung auf andere verspielt.

  7. Das hat die Eisenmann für BW „cleverer“ gelöst. Keine Präsenzpflicht, „Eltern, die Angst wegen der Gesundheit haben, können ihre Kinder zu Hause unterrichten“.

    Macht aber fast keiner. Denn mehr als Fotos von der Tafel und ein Aufgabenblatt gibts halt nicht für die Daheimgebliebenen und so Abgehängten. Und viele können die Betreuung auch nicht selbst stemmen (zeitlich, sachlich), selbst wenn sie wollten.

    Dafür kann jetzt die Politik sagen: „Seht ihr, es kommen ja trotzdem alle. Was sollen wir denn noch tun, um die SuS zu schützen, wenn sogar die Eltern solche Angebote nicht wahrnehmen.“

    Was ist das nur für ein vergiftetes Geschenk, der Wegfall der Präsenzpflicht.

    Eigentlich sollt man gerade froh sein, wenn die Inzidenzen bei den Kindern nach oben schießen (zB Mannheim, Emmendingen). Nur so wird klar, dass es mit Schulen und Kitas eben nicht weitergehen kann ohne echte Schutzmaßnahmen.

  8. Für mich in der selbe Kategorie wie Gebauer und Eisenmann. Nur weil er in den Medien nicht präsent ist, wird er gerne übersehen. Oft hat man das Gefühl, dass er komplett untertaucht.
    Alles einfach nur eine Katastrophe. Die armen Kinder tun mir so leid. Sie frieren und bibbernd nur noch, die Maske erschwert Ihnen den Alltag und sie sind einem erheblichen Infektionsrisiko ausgesetzt.

    Aber sie sind die Wähler von morgen und werden Corona garantiert nicht vergessen. Sie werden daran denken, wer Ihnen das alles angetan hat und wem sie das zu verdanken haben. Vielleicht kommt die Klatsche nicht zur nächsten Landtagswahl, aber sie wird kommen, und sie wird gewaltig!

    • Die ganz dicken Böcke wie „Präsenz unabhängig von jeder Inzidenz“, einen dilettanischen Erlass zum Testen und Nichtgenehmigung von Anträgen der Kommunen bei extrem hoher Inzidenz hat Lorz nicht geschossen. Und mit denen schafft man es in die Schlagzeilen.
      Dennoch, er hat sich auch nicht durch Maßnahmen hervorgetan, die dem Gesundheitsschutz der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schülerinnen und Schüler irgendwie dienlich wären.
      Richtig ist auch, dass ein Landrat/Bürgermeister, dem es mit dem zuständigen Gesundheitsamt möglich ist, im Rahmen des Erlaubten den Unsinn aus dem HKM auszubügeln in Hessen schon seit Monaten Gold wert ist.
      Vor diesem Hintergrund stimmt die Artikel angeführte Aussage des Frankfurter Gesundheitsamts nachdenklich. Die waren immer sehr auf Landeslinie. Wenn sie nun so vehement für die Aussetzung eintreten, muss die Situation wirklich besorgniserregend sein.

      • Der nette Herr Lorz hat sich so einiges geleistet, vielleicht sollten Sie da nochmal genau nachschauen. Vom ignorieren der Proteste verzweifelter Schüler in Frankfurt, bis zur Hessischen „Notbetreuung“ welche Faktisch geöffnete Schulen bedeutet hat, bis zum Unterrichtsstart für Abschlussklassen dierekt nach den Winterferien, welcher offiziell garnicht richtig Kommuniziert wurde, kommt da so einiges mehr zusammen.

  9. lasst mich doch bitte einfach daheim hab kein bock noch am montag für unnötige stunden bei steigenden corona zahlen in die schule zu gehen!! der online unterricht läuft doch bei vielen gut kappa

    • @dreckigerdan

      Bleib halt Zuhause und lerne dort.
      Lass dir Aufgaben von Klassenkameraden mitteilen, wenn es anders nicht geht.
      Im eigenständigen Lernen hast du bestimmt schon Erfahrungen sammeln können in den letzten Monaten.
      Man merkt ja, wie sehr dich das angreift und du bist dadurch krank. Ist doch klar, dass das auf Magen-Darm schlägt, stressbedingten Kopfschmerz verursacht und auch Schlafstörungen.
      Nebenbei: Auf die Entschuldigung durch deine Eltern muss ja gar kein Grund drauf.

      Also: Gute Besserung!

  10. Es ist die Frage, ob das „Kommunikationschaos“ bzw. das unwahre Beahupten von etwas Herrn Lorz jetzt gehörig auf die Füße fällt.
    VOr dem Ministerschreiben letzten Dienstag gab es vorab schon die Info, das genau das geplant und geschrieben würde, was am Dienstag den Schulen zugeschickt wurde.
    Doof nur, dass der Pressesprecher, der am Freitag zuvor dann gänzlich anderes behauptete – keine Rückkehr der Schüler vor Ostern – in dem Kommunikationsweg des HKM nicht eingebunden worden ist.
    Wie rettet man dann die gefassten Beschlüsse?
    Man posaunt aus, dass man mal fix über das Wochenende sich das anders überlegt habe, weilSchüler, Eltern und Lehrer das gewünscht hätten und tut einfach so, als wäre das Wiederkehrszenario wirklich über das Wochenende in den Köpfen der HKM Leitung gewachsen.
    Dann die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten: Hier sind es nun nicht mehr Eltern, Schüler und Lehrer, die die Rückkehr gefordert hätten.
    Nein. Es sind nu angeblich nur noch die Lehrer gewesen, die so tüchtig Druck gemacht hätten.
    Als ob der Ministerpräsident oder der Kultusminister sich jemals einen feuchten Kericht um die Meinungen der Lehrkräfte gekümmert hätten.

    Und nein: Kein Berufsverband in Hessen hat die schutzlose und konzeptionslose Rückkehr in den Wechselunterricht gefordert.

    Wäre es für die Redaktion von n4t möglich, herauszubekommen, wer Herrn Lorz aus der Lehrerschaft so argumentativ bearbeiten konnte, dass er in erstaunlicher und unüblicher Schnelligkeit gefasste Beschlüsse seines Hauses wieder kassiert?

    • Wie auch immer man da intern (nicht) miteinander kommuniziert, das ändert nichts am Bild, das man nach außen abgibt.
      Was hat Lorz denn bisher kassiert? Die Kommunen sind tätig geworden, nicht er.
      Ab Dienstag wird er ordentlich Gegenwind bekommen haben von vielen Seiten, sodass er sich mindestens den Kommunen nicht in den Weg stellte.

  11. Die landesweite Inzidenz liegt seit heute über 100. Da sind wir doch alle gespannt, ob sich der wehrte Herr Möchtegern Kultusminister nun Mal an seine Versprechungen hält oder wieder mal Nebelkerzen zündet um diesen Wahnsinn weiter zu treiben.
    Die Schüler tun mir leid, hin und her, hin und her. Ich hoffe die merken sich, aus welcher Partei der Herr kommt und wählen dementsprechend sobald sie es dürfen.

  12. Neulich im Ministerium…

    „So,“, sagte die Ministerin entschlossen, nachdem sie ein Level in ihrem Handyspiel erfolgreich beendet hatte. Sie schaute dem Staatssekretär, der soeben neueste Zahlen zum Infektionsgeschehen vorgetragen hatte, freundlich an. „Was müssen wir tun, damit wir die Schulen und das alles endlich öffnen können?“

    „Nun“, hob der Staatssekretär etwas irritiert an, denn er hatte gerade erzählt, dass alle Indizien auf eine dritte Welle mit einer extrem ansteckenden Virusvariante hindeuteten, „wir benötigen mindestens alle zwei Tage verpflichtende Tests von Schülern und Lehrern.“ – „Und Schülerinnen und Lehrerinnen!“, ergänzte die Ministerin. „Ja, natürlich. Entschuldigung“, sagte der Staatssekretär und versuchte, konzentriert zu bleiben. „Außerdem muss allen Lehrern ein schnelles Impfangebot gemacht werden.“ „Uuuund“, sprang die Ministerin ein. „Und allen Lehrerinnen, natürlich „, schob der Staatssekretär eilig hinterher.

    Zufrieden lehnte sich die Ministerin in ihren Bürosessel zurück. Sie störte sich ein wenig an der Plexiglasscheibe, die am Schreibtisch befestigt war und Besucher oder Staatssekretäre leicht verschwommen aussehen ließ, da nur alle zwei Tage die Scheibe geputzt wurde. „Gut, so machen wir das, denn die Schulen müssen endlich wieder öffnen.Veranlassen Sie alles Nötige“ sagte sie zu ihrem besten Mann, bedeutete ihm, den Raum zu verlassen und griff zum Telefon.

    „Pressestelle des Ministeriums für Bild..“ „Jaja, weiß ich“, unterbrach die Ministerin, „ich leite den Laden hier. Bereiten Sie bitte eine Pressemeldung vor, die klarstellt, dass Bildungsgerechtigkeit blabla und Wichtigkeit der sozialen Struktur blabla, Sie wissen schon. Und dann verkünden wir, dass am Montag die Schulen wieder öffnen. Details klären Sie mit dem Staatssekretär, erster Entwurf um 10 Uhr auf meinem Schreibtisch.“ Sie legte auf, erhob sich aus dem Sessel und ging zum Fenster, das einen so wunderbaren Blick auf den Rhein bot. Erste Frühlingsboten zeigten sich an den Sträuchern, Zugvögel waren am Himmel zu sehen. „Ihr kehrt zurück und meine Lehrkräfte auch“, dachte sie und seufzte zufrieden.

    Wenig später lag der Entwurf der Pressemeldung auf ihrem Schreibtisch. Sie setzte sich mit Rotstift bewaffnet in den bequemen Sessel und begann zu lesen. An manchen Stellen musste sie kichern, es war bewundernswert, wie die Pressestelle mit salbungsvollen Worthülsen die Ahnungslosigkeit wegschreiben konnte. An einigen Absätzen machte sie Notizen, hie und da ein Ausrufezeichen und überlegte einen Moment, wo beim Wort Rhythmus das h hinkommt.

    Das Telefon klingelte. Es meldete sich der Staatssekretär. „Es gibt Probleme bei der Beschaffung der Selbsttests, offenbar gibt es nicht genügend , um 2,5 Millionen Schüler alle zwei Tage zu testen“.

    „Ich will keine Probleme hören, sondern Lösungen!“, zitierte die Ministerin aus dem Ministerhandbuch, das in der wirtschaftsliberalen Ausgabe immer neben dem Telefon lag. Kapitel 3, Wichtige Kompetenzen im Umgang mit Bedenkenträgern. „Wie oft könnte denn dann getestet werden?“, fragte sie ungeduldig.

    „Nun, alle zwei Wochen einmal etwa. Wenn man die Tests freiwillig machen lässt, jede Woche.“, rechnete der Staatssekretär vor.

    Das wäre ein Anfang, dachte die Ministerin. Sie sah durch das Fenster einen weiteren Schwarm Zugvögel vorbeifliegen. „Na gut, wir können sowieso niemanden zwingen, die Tests zu machen, wir sind ein liberales Land und können immer nur Angebote machen.“ Das Ministerhandbuch bot für jede Gelegenheit den passenden Spruch.

    Sie notierte auf dem Entwurf der Pressemeldung an der entsprechenden Stelle, dass – wie war das noch gleich? – jede Woche zwei freiwillige Tests pro SuS vorgesehen seien. Das Wort „freiwillig“ unterstrich sie zweimal und setzte noch ein Ausrufezeichen hinzu.

    „Da wäre noch etwas“, machte sich der Staatssekretär vorsichtig bemerkbar. „Es gibt Gerüchte, dass der Impstoff von AstraZenica möglicherweise in Einzelfällen gegebenenfalls möglicherweise schwere Komplikationen hervorrufen könne…“ Er machte eine Sprechpause und wartete auf eine Reaktion.

    „Gerüchte von der linken Kampfpresse, die mal wieder alles schlechtreden will, interessieren mich nicht.“, hörte er seine Chefin schließlich sagen, dann machte es „klick“. Er schaute den Telefonhörer an, lauschte noch einmal, vernahm aber nur das rauschende Blut in seinen Ohren und legte auf.

    Er wusste gerade nicht, wo ihm der Kopf stand, seine Mitarbeiter berichteten laufend von neuen Problemen bei der Beschaffung von Testkits, es gab noch keine wirklich sinnvolle Teststrategie, die nicht in einem kompletten Desaster enden würde und ihm war völlig unklar, wie bis Montag alles so geregelt werden könnte, was noch zu regeln war. „BILDUNG HAT VORRANG“, hatte die Ministerin gesagt und die Einwände, dass das im Distanzunterricht doch ganz gut klappen würde und man sich jetzt doch eher damit beschäftigen solle, wie man das Schuljahr geordnet nach den Sommerferien nachholen könne, vom Tisch gewischt. „Wir müssen die Schulen öffnen“, hieß die Vorgabe.

    Sie hatten alle Voraussetzungen zusammengetragen, die eine Öffnung verantwortungsvoll ermöglichen könnte, doch nun erwies sich alles als Luftschloss. Luftbilder zu teuer und nixht gerecht zu verteilen, Tests nicht ausreichend vorhanden, Testpersonal schon gar nicht, Inzidenzwerte rapide steigend…Seit Tagen arbeitete er an der nächsten Schulmail, doch jeden Abend stellte er fest, dass dieser oder jener Absatz keine Grundlage mehr hatte.

    Die wütenden Mails der Schulleiter las er schon gar nicht mehr, für die Emails der Eltern hatte er sich schon einen eigenen Ordner angelegt, in den die Nachrichten ungelesen verschoben wurden.

    „Meine Sorge ist, dass wir erneut Verschärfungen beschließen müssten, bevor die neuen Lockerungen richtig umgesetzt sind“, hatte er der Ministerin gesagt. Sie hatte ihn daraufhin finster angeschaut und mit bissigem Ton gesagt, dass er für so umfassende Beurteilungen kein Mandat hätte und er sich auf die Lösung seiner – sie hatte dieses Wort merkwürdig betont – konzentrieren solle.

    Also schrieb er eine weitere Fassung der Schulmail, hoffte, dass der eine oder die andere Schulleiter*in den Subtext verstehen würde und vertraute ansonsten auf den gesunden Menschenverstand der Eltern, die angesichts der Faktenlage ihre Kinder einfach nicht zur Schule schicken würden. Er verstieg sich sogar zu absurden Formulierungen bei der Beschreibung der Abläufe bei den Selbsttests, bei denen zunächst alle Kinder im Klassenraum versammelt werden sollten, um dann unter Anleitung der ungeschulten Lehrkraft einen Test vorzunehmen. Spätestens an dieser Stelle, so war er sich sicher, würde jeder merken, dass das alles Unsinn ist.

    Er setzte darauf, dass die Städte Widerstand leisten würden und sich einfach dieser völlig abwegigen Öffnungsstrategie – in Gedanken setzte er Anführungszeichen zwischen das Wort Strategie – verweigern würden. Zufrieden schickte er die Mail ab, schaute auf die Uhr, machte Computer und Licht aus und ging nach Hause. Er würde an diesem Freitag mal vor 23 Uhr zuhause sein, freute er sich.

    • T O P !!!
      Ich habe die Bilder von der Fr. Ministerin direkt vor meinem geistigen Auge…
      You made my day !!!

    • Lieber Olaf, bin gespannt darauf, wie es mit der Ministerin und ihrem Staatssekretär weitergeht…hat die Geschichte ein Happy End??? Bin für Spoiler empfänglich. 😉

      • Auf ein Happy End würde ich nicht setzen, frei nach Dürrenmatt: jede Geschichte, ausgelöst durch den Zufall, muss zwingend die schlimmstmögliche Wendung nehmen.

        Ich vermute, dass es sehr interessante Gespräche am darauffolgenden Montag gab, als Gerüchte zu Fakten wurden, Bürgermeister aufbegehrten und die Medien kritischer nachfragten. Alleine die heutigen Verlautbarungen der Ministerin bieten sooooo viel guten Stoff für einen Mehrteiler.

        • @Olaf Nolden

          Ich habe Ihr Opus eben erst entdeckt – großartig.

          Sofort weckte das Erinnerungen bei mir im Stile einer Filmreihe, die mich als humorvolle Satire gedanklich seit Kindertagen begleitete.
          Bei der Erstausstrahlung in den frühen 70ern habe ich die ganz subtilen Spitzen natürlich noch nicht verstanden, aber auch so konnten sogar wir Kinder so manches aus dem Alltag mit den Filmen in Verbindung bringen, Erwachsene erklärten auch gerne aus ihren Alltagserfahrungen heraus, Fernsehengucken war bei Filmen dieser Art eine Familienaktivität.
          Es handelt sich um eine fiktive Familie mit dem Familienoberhaupt Bruno Semmeling … An diese Filmreihe habe ich während der letzten Monate oft gedacht.
          (Hinter dieser Produktion steht der – umstrittene – Dieter Wedel. Kleiner Gag am Rande: Produziert wurde u.a. bei der „Corona Film GmbH“ 😉 , bei der seine Lebensgefährtin Ursula Wolters Geschäftsführerin ist.)

  13. Eisenmann lässt grüßen. Der wurde bestimmt von ihr beraten. Kein Lehrer oder Schüler und schon gar nicht die Eltern wollen die Schulen trotz hoher Inzidenz offen sehen. In keinem Bundesland. Verlogener Haufen ist das. Super gut dass sich da endlich mal auch die Eltern dagegen wehren . Sie werden ja oft hingestellt als würden sie das unbedingt wollen. Müsste überall so sein.

  14. Herr Lorz war gestern für die Hessenschau nicht zu sprechen. Warum wohl? Die Eltern haben uneingeschränkt recht! Denn wie wichtig Impfungen zu sein scheinen, zeigt der kleine Landkreis Cochem-Zell: Hier liegt die Inzidenz seit etlichen Tagen bei nur 13,03 Prozent, erster Platz in Deutschland. In Cochem-Zell seien bereits über 14 Prozent der Menschen geimpft worden. Das macht anscheinend bereits sehr viel aus beim Infektionsgeschehen.
    Nachzulesen hier: https://www.cochem-zell.de/kv_cochem_zell/Unsere%20Themen/Gesundheitsamt/Aktuelle%20Nachrichten%20zum%20Coronavirus/Niedrigster%20Inzidenzwert%20deutschlandweit%20-%20RKI%20weist%20Cochem-Zell%20auf%20Platz%201%20aus/

  15. Ich sage nur eins. Gymnasium München. Distanzunterricht fantastisch organisiert, alles klappte hervorragend! Kinder haben alles super mitgemacht. Und jetzt, verteilte Klassen, hin un her, keine Konferenzen mehr fpr die zu Hase, es herscht chaos.

    Was soll das?

  16. Ich würde gerne eine klare Aussage bekommen, was passiert mit unserem Deutschland? Ja mit unserem! Wir sind hierher gekommen, weil wir Deutschland vergöttern haben. Jetzt möchten wir nur fliehen. Ja mit unseren beiden Kindern, die schon etwas hier tatsächlich leisten könnten.

    Das, was hier gerade passiert ist schlimmer, als Kommunismus. Sogar in Kommunismus während Variola vera (1972.) schätzte man mehr das Leben als jetzt und hier. Organisation? Für eine“primitives“ Balkanland, naja könnte sich schon man was abgucken.

    Als Politiker MUSS man mit den Leuten umgehen können. Wenn jemand heute als Politker, in Deutschland, in einer Demokratie, in der Mitte einer Pandemie ganz resigniert befehtl: DU MUSS deine Gesundheit und das Leben deiner Familie riskieren, weil ICH SO SAGE!

    Ne, sorry, aber, wir sind nicht mehr im 16. oder 19. Jahrhundert.

  17. Bei Herrn Minister Lorz brennt wohl die Hütte. Der gerade laufenden Hessenschau beantwortet man Fragen nur schriftlich, der Nachrichtensprecher informiert darüber, dass der Minister nicht zu einem Gespräch mit der Hessenschau bereit war.

  18. Gerade neu auf Hessenschau.de: Bouffier verkündet im Landtag, dass der Wechselunterricht ab Klasse 7 vor den Osterferien hessenweit zurückgenommen wird. Na gut, einen Funken Verstand scheinen sie irgendwo nach gewaltigem Druck von außen noch gefunden zu haben.

    • Schreibt doch euer KuM (s.Link)i:
      „Unsere Lehrkräfte werden geschützt! Mit einem umfassenden Rahmenhygieneplan, mit Masken, mit einem Testangebot und mobilen Luftreinigern. Lehrkräfte werden priorisiert geimpft. Für die bayerischen Lehrkräfte gilt wie für alle Beamten die Dienstpflicht.“

      Das mit der Dienstpflicht stimmt, weiß ich. Der Rest doch bestimmt auch? Oder sind das nur alternative Wahrheiten, vllt. aus der Zukunft oder einem Paralleluniversum? 😉

  19. Es wird schon sehr einseitig berichtet hier.
    Es gibt mindestens genauso viele Forderungen und Petitionen dafür, dass Schulen und Kitas offen bleiben.

    • Stellen Sie sich vor, es gibt auch Petitionen von Erzieherinnen, die in ihrem Beruf einen angemessenen Arbeitsschutz fordern. Und nun?

  20. Ok. Heute also die Absage des Wechselunterrichts.
    Es ist Donnerstag.
    Genug Zeit für herrn Lorz, afgrund angeblicher Forderungen von irgendwem bis Montag wieder die Meinung zu ändern.
    Man, das ist eine lustige Zeit.
    Schnelltestinfos werden vermutlich wieder in den Ferien kommen.

    Fragt sich, wie der Jurist Lorz eigentlich mittlerweile das Recht der Menschen auf Erholungsurlaub sieht.

  21. Paralleluniversum.

    Wenn jemand daran zweifelt, bitte sehr, besucht mal die Schulen in München. Die Kinder tragen nur einfache Masken, die niemanden von nichts schützen – und so sogar von Pizaolo selbst empfohlen!

    Unverschämt!

    – und zwar gelengentlich. 5 – 6 – 8 Stunden täglich trägt sie kein Kind wirklich. Schulhof – gar keine Masken. Oft am Unterricht auch nicht.

    Luftfilter? Wo?
    Impfungen? Bei wem? Lehrer? Mehrere Risikolehrer und immer mehr bleiben zu Hause , weil die Schulen keinen Schutz bieten. Schon längst bekannt. .Und Virus ist unberechenbar, das weiß inzwischen schon die ganze Welt, außer Deutschland. Es gibt gar keine Risikogruppen. Wir alle zusammen mit den Jüngsten sind Risiko.

    Testnagebote? Entschuldigung , aber was? Das sollte jemanden retten? Ah ja, Placeboefekt wirkt ja ab und zu.

    Es gibt gar keine Testangebote immer noch und wenn schon, das ist reines Reinlegen der Herde, wie üblich so.

    Aber, wer mitmachen will, von mir aus…

    • Sehe ich ja alles genauso. Bitte mal den Ironie-Detektor auf Defekt prüfen!

      Dabei hatte ich sogar das Zwinker-Smilie verwendet…

  22. Mutti 18. März 2021 um 18:13

    Es wird schon sehr einseitig berichtet hier.
    Es gibt mindestens genauso viele Forderungen und Petitionen dafür, dass Schulen und Kitas offen bleiben.

    Sehr gut.

    Aber zwingt bitte nicht die andere Hälfte der Bevölkerung dazu! Ja? Wir haben auch Rechte, anders zu denken. Und denken überhaupt!

    Wer willl soll es auch mitmachen. Wer nicht, sollte die Rechte beihalten, nicht mitzumachen.

    ES GEHT ES DARUM!!

    KEIN ZWANG BITTE! ER GEHÖRT NICHT ZU EINER DEMOKRATIE!

    • Deshalb Schulen offen lassen. Präsenzpflicht aussetzen.
      Lehrer und Erzieher die im Präsenz arbeiten wollen, dürfen das. Die es nicht wollen, kümmern sich um die Zuhausebleiber.

      • Was ist, wenn es zu viele Zuhausebleiber unter den Lehrern gibt? Die notbetreuung könnte ich wenn es sein muss beaufsichtigen (aber ohne sie wirklich zu unterrichten), vorausgesetzt es sind nicht zu viele, der Raum ist groß genug und ich kann parallel dazu den Distanzunterricht durchführen.

  23. Dieser Vorstoß ist natürlich eine gute Sache, trotzdem werden in den genannten Kreisen die älteren Schüler schon seit Wochen ins Praktikum geschickt, zum Beispiel auch in der Stadt Hanau. Dann zurück in der Schule alles schön verteilen. So wird das was mit den Zahlen.

  24. Man kann aber auch die Kirche im Dorf lassen und Corona nicht schlimmer machen als es ist.

    Manchmal kommt es einem vor, als ist das ne neue Pest, die die halbe Menschheit ausrottet.

    Und ständig ne neue Bedrohung.
    Erst waren es die Alten, die wir schützen müssen. War ja auch so. Das ist wenigstens halbwegs durch.
    Jetzt sind plötzlich die 50 jährigen.
    Jetzt kommt die böse Mutante und die Kinder sind auch dabei… Eventuell unter Umständen möglicherweise ist die ja schlimmer wir der Wildtyp.
    Das selbe mit der Inzidenz. Mal 50 dann 35 dann wieder 100 dann wieder 50…
    Mal wird alles getestet, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, dann wieder nur wer Symptome hat. Dann konnte man die Zahlen von hintertupfingen nicht mitzählen heute, die können dann morgen drauf.. oh jetzt sind es aber viele….
    Der eine Virologe sagt, ist alles nicht so schlimm. Der nächste Virologe sagt Hunderttausende werden sterben. Die Impfungen sind sicher, keine sorge. Ach nee doch nicht. Wir hören mal wieder auf.
    Gartencenter sind Überlebenswichtig, Klamottenläden aber nicht. Aldi darf Töpfe verkaufen, der Haushaltswarenladen aber nicht.
    Profifußball ist sicher, Kinder dürfen aber nicht im Verein sporteln.
    Lockdown hin Lockdown her. Ohne Lockdown wäre vielleicht das und jenes passiert, aber nichts genaues weiß man nicht.
    Also wer da noch nicht von der egal-Stimmung überrollt wurde, Hut ab….

    • Ich gebe schon lange nichts mehr darauf, was mir andere Eltern, Politiker, Medien und Kultusministerien sagen. Aber ich höre mir alles an, informiere mich so gut das geht, auch über das, was im Ausland passiert und dann ziehe ich meine eigenen logischen Schlüsse. Die sind leider nur bedingt kompatibel mit den Beschlüssen der Politik und auch nicht mit der egal Haltung von ihnen.

  25. In der Tagesschau von heute
    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/kmk-gegen-schulschliessungen-101.html
    heißt es ganz nüchtern:
    „Die dritte Welle der Pandemie baut sich auf, die Infektionszahlen bei Kindern steigen. Doch die Kultusministerkonferenz will die Schulen wohl offen halten. Zu groß sind bereits jetzt Bildungsverluste und soziale Folgen.“
    Das ist also das Dilemma. Die KMK fühlt sich offenbar unter Druck. Und was sind die Gegenargumente?

    • Bei den Schülern, die ihre Pflichten als Schüler ernst nehmen, halten sich die Bildungsverluste in sehr engen Grenzen, der soziale Aspekt ist natürlich eine Sache. Allerdings muss man die berechtigte Frage stellen, weshalb die Bildungsinstitution Schule die Rolle von Jugendtreffs übernehmen soll.

  26. Mona 18. März 2021 um 19:14

    Sehe ich ja alles genauso. Bitte mal den Ironie-Detektor auf Defekt prüfen!

    Dabei hatte ich sogar das Zwinker-Smilie verwendet…

    Ah sorry, habe nicht bemerkt..dachte mir schon, gibt es nicht, dass tatsächlich jemand daran glauben kann.

  27. Kinder 0 – 14 J: Inzidenzverdoppelung in den letzten 4 Wochen wird (bewusst) ausgeblendet

    RKI: „Bezogen auf die Fälle seit KW 10, 2020 ist bei 49 % der Fälle der Erkrankungsbeginn nicht bekannt bzw. sind diese Fälle nicht symptomatisch erkrankt.“

    „Bis zum Ende des Jahres 2020 war in allen Altersgruppen ein Anstieg der 7-Tage-Inzidenzen zu beobachten, besonders deutlich in den Altersgruppen ab 80 Jahren. Seit MW 02/2021 sanken die 7-Tage-Inzidenzen über alle Altersgruppen wieder.
    Dieser sinkende Trend ist nur noch bei den über 85-Jährigen zu beobachten.
    In allen anderen Altersgruppen steigt die 7-Tage-Inzidenz wieder z. T. sehr deutlich. Besonders betroffen sind die 15-44-Jährigen.
    Der stärkste Anstieg ist bei Kindern zwischen 0-14 Jahren zu beobachten, wo sich die 7-Tage-Inzidenzen in den letzten vier Wochen verdoppelt haben.“

    Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit-2019(COVID-19) 16.03.2021 auf Seite 6/7
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Maerz_2021/2021-03-16-de.pdf?__blob=publicationFile

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