Neulich im Ministerium… „Schreiben Sie: Bildung hat Vorrang blablabla.“ Eine Glosse

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DÜSSELDORF. „So“, sagte die Ministerin entschlossen, nachdem sie ein Level in ihrem Handyspiel erfolgreich beendet hatte. Sie schaute dem Staatssekretär, der soeben neueste Zahlen zum Infektionsgeschehen vorgetragen hatte, freundlich an. „Was müssen wir tun, damit wir die Schulen und das alles endlich öffnen können?“ – News4teachers-Leser Olaf Nolden hat im Leserforum von News4teachers eine Glosse gepostet, die wir für überaus gelungen halten – und deshalb gerne noch einmal hier einem größeren Publikum vorstellen möchten.

„Ich will keine Probleme hören, sondern Lösungen!“ Illustration: Shutterstock

„Nun“, hob der Staatssekretär etwas irritiert an, denn er hatte gerade erzählt, dass alle Indizien auf eine dritte Welle mit einer extrem ansteckenden Virusvariante hindeuteten, „wir benötigen mindestens alle zwei Tage verpflichtende Tests von Schülern und Lehrern.“ – „Und Schülerinnen und Lehrerinnen!“, ergänzte die Ministerin. „Ja, natürlich. Entschuldigung“, sagte der Staatssekretär und versuchte, konzentriert zu bleiben. „Außerdem muss allen Lehrern ein schnelles Impfangebot gemacht werden.“ „Uuuund“, sprang die Ministerin ein. „Und allen Lehrerinnen, natürlich „, schob der Staatssekretär eilig hinterher.

„Bereiten Sie bitte eine Pressemeldung vor, die klarstellt, dass Bildungsgerechtigkeit blabla, Sie wissen schon“

Zufrieden lehnte sich die Ministerin in ihren Bürosessel zurück. Sie störte sich ein wenig an der Plexiglasscheibe, die am Schreibtisch befestigt war und Besucher oder Staatssekretäre leicht verschwommen aussehen ließ, da nur alle zwei Tage die Scheibe geputzt wurde. „Gut, so machen wir das, denn die Schulen müssen endlich wieder öffnen.Veranlassen Sie alles Nötige“ sagte sie zu ihrem besten Mann, bedeutete ihm, den Raum zu verlassen und griff zum Telefon.

„Pressestelle des Ministeriums für Bild..“ „Jaja, weiß ich“, unterbrach die Ministerin, „ich leite den Laden hier. Bereiten Sie bitte eine Pressemeldung vor, die klarstellt, dass Bildungsgerechtigkeit blabla und Wichtigkeit der sozialen Struktur blabla, Sie wissen schon. Und dann verkünden wir, dass am Montag die Schulen wieder öffnen. Details klären Sie mit dem Staatssekretär, erster Entwurf um 10 Uhr auf meinem Schreibtisch.“ Sie legte auf, erhob sich aus dem Sessel und ging zum Fenster, das einen so wunderbaren Blick auf den Rhein bot. Erste Frühlingsboten zeigten sich an den Sträuchern, Zugvögel waren am Himmel zu sehen. „Ihr kehrt zurück und meine Lehrkräfte auch“, dachte sie und seufzte zufrieden.

Wenig später lag der Entwurf der Pressemeldung auf ihrem Schreibtisch. Sie setzte sich mit Rotstift bewaffnet in den bequemen Sessel und begann zu lesen. An manchen Stellen musste sie kichern, es war bewundernswert, wie die Pressestelle mit salbungsvollen Worthülsen die Ahnungslosigkeit wegschreiben konnte. An einigen Absätzen machte sie Notizen, hie und da ein Ausrufezeichen und überlegte einen Moment, wo beim Wort Rhythmus das h hinkommt.

Das Telefon klingelte. Es meldete sich der Staatssekretär. „Es gibt Probleme bei der Beschaffung der Selbsttests, offenbar gibt es nicht genügend, um 2,5 Millionen Schüler alle zwei Tage zu testen“.

„Gerüchte von der linken Kampfpresse, die mal wieder alles schlechtreden will, interessieren mich nicht“

„Ich will keine Probleme hören, sondern Lösungen!“, zitierte die Ministerin aus dem Ministerhandbuch, das in der wirtschaftsliberalen Ausgabe immer neben dem Telefon lag. Kapitel 3, Wichtige Kompetenzen im Umgang mit Bedenkenträgern. „Wie oft könnte denn dann getestet werden?“, fragte sie ungeduldig.

„Nun, alle zwei Wochen einmal etwa. Wenn man die Tests freiwillig machen lässt, jede Woche“, rechnete der Staatssekretär vor.

Das wäre ein Anfang, dachte die Ministerin. Sie sah durch das Fenster einen weiteren Schwarm Zugvögel vorbeifliegen. „Na gut, wir können sowieso niemanden zwingen, die Tests zu machen, wir sind ein liberales Land und können immer nur Angebote machen.“ Das Ministerhandbuch bot für jede Gelegenheit den passenden Spruch.

Sie notierte auf dem Entwurf der Pressemeldung an der entsprechenden Stelle, dass – wie war das noch gleich? – jede Woche zwei freiwillige Tests pro SuS vorgesehen seien. Das Wort „freiwillig“ unterstrich sie zweimal und setzte noch ein Ausrufezeichen hinzu.

„Da wäre noch etwas“, machte sich der Staatssekretär vorsichtig bemerkbar. „Es gibt Gerüchte, dass der Impstoff von AstraZenica möglicherweise in Einzelfällen gegebenenfalls möglicherweise schwere Komplikationen hervorrufen könne…“ Er machte eine Sprechpause und wartete auf eine Reaktion.

„Gerüchte von der linken Kampfpresse, die mal wieder alles schlechtreden will, interessieren mich nicht“, hörte er seine Chefin schließlich sagen, dann machte es „klick“. Er schaute den Telefonhörer an, lauschte noch einmal, vernahm aber nur das rauschende Blut in seinen Ohren und legte auf.

„BILDUNG HAT VORRANG“, hatte die Ministerin gesagt und alle Einwände vom Tisch gewischt

Er wusste gerade nicht, wo ihm der Kopf stand, seine Mitarbeiter berichteten laufend von neuen Problemen bei der Beschaffung von Testkits, es gab noch keine wirklich sinnvolle Teststrategie, die nicht in einem kompletten Desaster enden würde und ihm war völlig unklar, wie bis Montag alles so geregelt werden könnte, was noch zu regeln war. „BILDUNG HAT VORRANG“, hatte die Ministerin gesagt und die Einwände, dass das im Distanzunterricht doch ganz gut klappen würde und man sich jetzt doch eher damit beschäftigen solle, wie man das Schuljahr geordnet nach den Sommerferien nachholen könne, vom Tisch gewischt. „Wir müssen die Schulen öffnen“, hieß die Vorgabe.

Sie hatten alle Voraussetzungen zusammengetragen, die eine Öffnung verantwortungsvoll ermöglichen könnte, doch nun erwies sich alles als Luftschloss. Luftfilter zu teuer und nicht gerecht zu verteilen, Tests nicht ausreichend vorhanden, Testpersonal schon gar nicht, Inzidenzwerte rapide steigend…Seit Tagen arbeitete er an der nächsten Schulmail, doch jeden Abend stellte er fest, dass dieser oder jener Absatz keine Grundlage mehr hatte.

Die wütenden Mails der Schulleiter las er schon gar nicht mehr, für die Emails der Eltern hatte er sich schon einen eigenen Ordner angelegt, in den die Nachrichten ungelesen verschoben wurden.

„Meine Sorge ist, dass wir erneut Verschärfungen beschließen müssten, bevor die neuen Lockerungen richtig umgesetzt sind“, hatte er der Ministerin gesagt. Sie hatte ihn daraufhin finster angeschaut und mit bissigem Ton gesagt, dass er für so umfassende Beurteilungen kein Mandat hätte und er sich auf die Lösung seiner – sie hatte dieses Wort merkwürdig betont – Aufgabe konzentrieren solle.

Spätestens an dieser Stelle, so war er sich sicher, würde jeder merken, dass das alles Unsinn ist

Also schrieb er eine weitere Fassung der Schulmail, hoffte, dass der eine oder die andere Schulleiter*in den Subtext verstehen würde und vertraute ansonsten auf den gesunden Menschenverstand der Eltern, die angesichts der Faktenlage ihre Kinder einfach nicht zur Schule schicken würden. Er verstieg sich sogar zu absurden Formulierungen bei der Beschreibung der Abläufe bei den Selbsttests, bei denen zunächst alle Kinder im Klassenraum versammelt werden sollten, um dann unter Anleitung der ungeschulten Lehrkraft einen Test vorzunehmen. Spätestens an dieser Stelle, so war er sich sicher, würde jeder merken, dass das alles Unsinn ist.

Er setzte darauf, dass die Städte Widerstand leisten würden und sich einfach dieser völlig abwegigen Öffnungsstrategie – in Gedanken setzte er Anführungszeichen zwischen das Wort Strategie – verweigern würden. Zufrieden schickte er die Mail ab, schaute auf die Uhr, machte Computer und Licht aus und ging nach Hause. Er würde an diesem Freitag mal vor 23 Uhr zuhause sein, freute er sich.

Leserposts

Wir veröffentlichen Leserkommentare in der Regel in den Foren unter unseren Beiträgen – mitunter allerdings auch als Gastbeiträge, wenn wir sie einem breiteren Publikum vorstellen möchten.

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als 100.000 Seitenaufrufen am Tag Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

„Bleibt nur die Notbremse“: Eine Lehrkraft rechnet mit ihrer Schulministerin ab!

 

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27 KOMMENTARE

  1. Hier zeigt sich ein Problem mit dem momentan viele Kabarettisten kämpfen.
    Die Wirklichkeit ist so absurd, dass ein Kabarettist ganz wenig Spielraum für Ironie oder Glossen hat.
    Er kann einfach nur die Wirklichkeit beschreiben. Die ist schon so absurd, dass jede weitere Übertreibung nicht komisch, sondern lächerlich wäre.
    Ein weiterer Berufsstand wird durch die Pandemie ruiniert.
    In der angeblichen Glosse hab ich jedenfalls keine Übertreibungen oder Zuspitzungen erkannt.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich solche Szenen täglich in den Ministerien abspielen.
    Zeitweise könnte es sogar noch untertrieben sein. Wenn wir wüsten was da wirklich läuft, würden uns wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen.

  2. So gut ( wenn es nicht so dramatisch wäre)!
    Ich bin überzeugt, dass das Wort „Rhein“ durch „Elbe“, „Spree“, … ersetzt werden kann…. äh muss!

  3. An die Redaktion:
    Im fünftletzten Absatz muss es Luftfilter statt Luftbilder und nicht statt nixht heißen.

      • Haha, lassen Sie doch bitte Luftbilder.
        Dann könnte man nachvollziehen, warum die Kultusminister keine Luftbilder in Klassenräumen einsetzen wollen.
        Ich lach mich schlapp.

      • Luftbilder statt Luftfilter – oho, die Redaktion bedient sich meiner Tricks, ts ts ts, aber sehr schön :o)

  4. Ob die Zeitung mit den 4 weißen Buchstaben auf rotem Grund das vielleicht übernehmen möchte?
    Immerhin heißt deren Slogan doch „Bild dir deine Meinung.“
    😉

    Aber wer weiß, vielleicht ist Oliver Welke doch noch schneller?

  5. Ich habe den Kommentar schon zuvor gelesen, eine spannende Geschichte.

    Ich finde auch, dass er zeigt, und ich merke, dass ich mit dieser Meinung ziemlich allein stehe, dass Politiker auch nur Menschen sind. Das sind keine Unmenschen. Denn: Staatssekretäre sind auch Politiker. Der Staatssekretär, mit dem wir alle Sympathie haben, ist auch nur ein Politiker, vielleicht sogar ein MdL.
    Die Staatssekretäre werden aber nicht für alles belangt, die Minister hat ja schließlich die politische Verantwortung.
    Auch über Kommunen- und Kreis-„Aufstände“ haben wir in den letzten Wochen gehört, dort sitzen aber, man wird es mir kaum glauben, auch Politiker.
    Es gibt also einen Interessenkonflikt Minister-Staatssekretäre/Ausführung des Ministeriums-Kommunen/Kreise.
    Politiker haben natürlich immer das Ziel wiedergewählt zu werden (oder sogar aufzusteigen).
    Minister wollen so gut wie möglich durch die Krise kommen, denn das sichert Zustimmung für die Partei und die Koalition, und damit das eigene Amt (vielleicht tritt man in der nächsten Wahl sogar als Spitzenkandidat an, als Kultusminister hat man da aber wenig Chancen).
    Staatssekretäre sehen ihr Amt als Sprungbrett, ob für ein kommunales Amt oder als doch für das Ministeramt (wenn man es gut macht, selbstverständlich). Ihr Ziel ist es, dass die innere Organisation gut funktioniert und alle von der Ministerin beauftragten Aufgaben gut und ohne Skandale ausgeführt werden.
    Kommunalpolitiker wollen ihre Bevölkerung glücklich halten, denn glückliche Bürger wählen einen auch wieder. Hier ist also die öffentliche Meinung sehr, sehr wichtig.
    Kurz gesagt: Verschiedene Politiker auf verschiedenen Ebenen haben verschiedene Interessen.

    *Alles meine Vermutungen, nichts durch Quellen o.Ä. belegt

    • @Anon

      „Der Staatssekretär, mit dem wir alle Sympathie haben, ist auch nur ein Politiker, vielleicht sogar ein MdL.“

      „… mit dem wir alle Sympathie haben …“?
      Echt jetzt?

      Aber am Ende stellen Sie das zum Glück noch richtig, wenn Sie schreiben:
      „*Alles meine Vermutungen, nichts durch Quellen o.Ä. belegt“

        • …hochgelobt sei die, die da kommt im Namen des Herrn, Hosianna!
          Ach sorry, die Dame heißt ja nicht Heilig sondern Hubig, wie
          H at
          u nentwegt
          b essere
          I deen
          g ecancelt …..oder so.

  6. In der Glosse werden die Ministerin und ihr Staatssekretär zu intelligent und planvoll beschrieben . Diesen Eindruck konnte man in den letzten Monaten aber eher nicht gewissen . Da wirkten sie eher hilflos , aber extrem selbstbewusst . Und die Mail zu den Selbsttests ist beste Realsatire …

  7. An diesem Mitwoch habe ich Info erhalten, dass Kinder in England NICHT in der Schule MÜSSEN, wenn Eltern Bedenken oder Angst haben.

    In Canada ebenso, viele US Staaten usw…

    Und übringens..

    Testen in der Schule zeigt, wie wenig die Politiker das Wohlhaben der Kinder interessiert. Wenn Kind schon positiv ist, dann richtet das Virus schon längst Schaden dem Organismus an.

  8. Die Schulpolitik muss die Wahrheit endlich anerkennen. Vor allem tragfähige Konzepte schaffen und umsetzen. Das Schuljahr wird kein normales Schuljahr mehr und es wichtig
    langfirstige Lösungen zu entwickeln. Herr Ralf scholl hat in BW vom PHV_BW ein Corona Aufholjahr G9 gfordert. Frau Eisemann hat auch von Ihrem Schreibtischplatz jegliche mit Zusammenrbeit mit Herrn Heinz -Peter Meidinger und Herrn Ralf Scholl abgeschmettert und mit Füssen getreten. Eine respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit einem Gegenüber ist mit Verachtung abgestraft worden. Dabei hat Herr Scholl betont schenkt den Kindern ein Jahr um diese Krise in angemessener Weise die Lernlücken und die persönliche
    Entfaltung Schritt für Schritt einzuüben. Die Lernbrücken und Fördeprogramme sind bei einem G8 Schuljahr nicht zu schaffen. Man ist dieser Generation ein anderes Konzept geschuldet. Es sind nicht nur die benachteiligten Kinder von diesem Ausnahmezustand betroffen. Auch die bemühten Schüler davon spricht keiner, sind an Ihre Grenzen gekommen. In allen Schichten ist Handlungsbedarf erforderlich und die Kinder haben ein Recht auf Bildung in einer angemessenen Weise zu erlernen. Die persönliche Entwicklung und persönliche Entfaltung möchte auch im vertrauten Schulumfeld erprobt und ein vertrautes Miteinander in der Gemeinschaft erfahern werden. Die Lernbrücken und Förderprogamme stehen nicht allen Kindern und Jugendlichen zur Vefügung. Die außergewöhnliche Zeit haben alle Schichten erfahren und vor keiner gesellschaftlichen Schicht HALT gemacht.

  9. Das alles was hier abläuft ist einfach Verfassungswidrig.

    Ich bin so enttäuscht. Ich schaue jeden Tag die Zeitungen mit der Hoffnung, dass sich nur ein, wirklich nur ein einziger Politiker in der Richtung Drosden und anderer WIssenschaftler ein bisschen bewegt.

    Was soll ich meinen Kindern erzählen? Wissenschaft? Ah schman, blödsen, es hält das Wasser nicht!?

  10. Den Kommentar habe ich gelesen und sofort an Freunde und Familie veschickt!
    Gut, dass der noch einmal als Artikel eingestellt wird! Ist echt gelungen!
    Lieber Olaf, bitte gib uns mehr davon!

  11. Die Glosse ist vermutlich nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt. Aber das gilt selbstverständlich für alle irgendwie strittigen Themen, nicht nur für Corona. An der Spitze der Ministerien sitzen Parteipolitiker, die sich mehr ihren Parteitagsbeschlüssen verpflichtet fühlen als der Wahrheit. So wird dann alles mögliche Blabla zur Ganztagsschule, zur Gemeinschaftsschule und überhaupt zum längeren gemeinsamen und zum sozialen Lernen verkündet. Ob das alles stimmig ist oder mit den tatsächlichen Forschungsergebnissen übereinstimmt, ist Nebensache. Man schaue auch auf Web-Seiten der GEW, da wird das auch so gehandhabt. Da wird ein bestimmtes Schulsystem als das einzige bezeichnet, das der Demokratie würdig ist. Peinlicherweise hat die Schweiz aber ein anderes mit einer nur 20-prozentigen Gymnasialquote. Da wird über die nur 4-jährige Grundschule als „sozial ungerecht“ gewettert, aber nie wird die seit 70 Jahren praktizierte 6-jährige Grundschule in Berlin lobend erwähnt. Logisches Denken — Fehlanzeige. Lobbyisten und psychologisch geschulte PR-Agenten bestimmen die Szene wie bei der Werbung für Unternehmen („zwingt grau raus und weiß rein“ jetzt auch im schulischen Bereich).

  12. Der Text ist ja (leider) super aber das Bild dazu irritiert mich.

    Es fehlen die übliche Husaren-Karnevalsverkleidung und der infantile Zickzackscheitel.

  13. @Carsten60: Mit anderen Worten, Politiker können Politik bewältigen, aber keine Pandemie – dafür sind sie weder ausgebildet noch geeignet, da man mit dem Virus keine Koalition eingehen und auch keine politischen Verhandlungen führen kann. Und das Ziel einer Wiederwahl zugunsten der Gesundheitsfürsorge hintanzustellen verstößt für einen Großteil unserer Politiker sowieso gegen die eigenen Grundüberzeugungen – da könnte man ja gleich zum Wohle des Volkes arbeiten statt für die eigenen Machtinteressen.

  14. Text gelesen — keine Glosse erkennbar — evtl. Tippfehler im letzten Wort:
    „Bildung … eine Gosse“?

    :o)

  15. Wenn der 1. April zum Feiertag erhoben wird, dann haben es die Kabarettisten schwer.
    Dies gilt besonders in einem Land der ministeriell-administrativ progagierten freiwilligen Impfangebote, die wegen eines bestehenden Mangel an Impfstoffen, nicht umgesetzt werden können.
    Gleichzeitig fehlen generell Raumluftreinigungsgeräte in Schulen und auf Isolierstationen, wobei durch administrative Anforderung gleichzeitig ein Überangebot an invasiven Beatmungsgeräten geeschaffen wurde, ohne dass diese aufgrund fehlendem ärztlichen und pflegenden Personal jemals betrieben werden könnten.
    Aber wir leben ja noch, wenn auch in Teilen gezeichnet von den Folgeerkrankungen eines Covid, der durch seine vielen Neumutationen dem gesamtes Desaster noch eins oben draufsetzt, auf das unsere Hobbykabarettisten noch mehr Spaß entwickeln, die Krise zu meistern. Man wächst schließlich an steigenden Herausforderungen zu wahrer Größe.
    Gott bewahre uns aber vor diesen Herausforderungen, denn die Geduld der Wissenden wird schon stark strapaziert.
    In dieser Situation stelle man sich einmal bildlich vor, dass die Mallorcareisenden noch kurz vor dem Abflug auf die balearischen Inseln, schnell noch Betten auf den Intensivstationen mit ihren Handtüchern sichern.
    Da ist der 1.April auch nicht mehr weit.

  16. Oh Mann, ihr armenLehrer!!! Euch hat es ja in der Pandemie viiiiiel schlimmer erwischt als die Nichtwissensvermittler, die unverschämterweise mal wieder ungestört zum Spaß in die Arbeit gehen müssen…

  17. Ein Experiment:
    Man wähle einen der alten Artikel, wo es um Aussichten, Pläne und Maßnahmen für Schulen ging, um verlässlichen Unterricht zukünftig zu sichern, also z.B. aus der Zeit vor Welle 2 oder auch vor Welle 3 (inklusive brit. Mutante); transferiere sodann eben diesen Artikel in den Juni 2021. – Ob die Sache arg auffällt …

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