CDU will Gendersprache in Schulen und Hochschulen verbieten

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HAMBURG. Die CDU – namentlich der Hamburger Landesverband – hält nichts von Sternchen oder Doppelpunkten im Bemühen, die deutsche Sprache geschlechtergerecht zu sprechen oder zu schreiben. Dabei bekommen die Christsozialen auch Unterstützung von Sprachwissenschaftlern.

Diese Schreibweise soll verboten werden – an staatlichen Institutionen jedenfalls. Illustration: News4teachers

Der Hamburger CDU-Landesverband macht sich für ein Verbot der Gendersprache in staatlichen Institutionen stark. «Die Hamburger CDU spricht sich dafür aus, dass in allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen keine grammatisch falsche Gender-Sprache verwendet wird», heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten einstimmigen Beschluss des Parteiführungsgremiums vom Vorabend. Auch dürfe es keine Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen geben, die keine gendergerechte Sprache verwenden möchten.

Auch der Vorsitzende der Gesellschaft für Deutsche Sprache, Peter Schlobinski, sieht den Einsatz von Gendersternchen und Gender-Doppelpunkten im Schriftverkehr von staatlichen Stellen und an Universitäten nicht von den in Deutschland geltenden Rechtschreibregeln gedeckt. «Für die offizielle Schreibung in Institutionen, Verwaltungen, Schulen, Universitäten haben wir den Rechtschreibrat und das ist die Norm, an die wir uns zu halten haben», sagte er dem Berliner «Tagesspiegel».

Wenn jetzt jeder davon abweiche – «wir haben in Hannover den Stern, in Lübeck den Doppelpunkt» -, führe das zur Uneinheitlichkeit, warnte der Sprachwissenschaftler. «Und das deckt sich einfach nicht mit dem Auftrag, den die Kultusministerkonferenz dem Rechtschreibrat gegeben hat.»

«Statt für ideologische und grammatisch falsche Gender-Sprache setzen wir uns als CDU für echte Gleichberechtigung ein»

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich bereits am Pfingstwochenende in einem Interview für ein Verbot der Gendersprache im Amtsdeutsch und an den Universitäten plädiert. Am Mittwoch betonte er, dass Sprache «einen und zusammenführen» und nicht ausschließen müsse. Der Gendersprache liege aber «ein Weltbild zugrunde, das die Gesellschaft nicht als Ganzes sieht, sondern sie nach Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und weiteren Merkmalen in Gruppen einteilt», so Ploß. «Statt für ideologische und grammatisch falsche Gender-Sprache setzen wir uns als CDU für echte Gleichberechtigung ein.»

In Deutschland halten 65 Prozent der Bevölkerung einer aktuellen Umfrage zufolge nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter in der Sprache. Die Befragung hatte Infratest Dimap Mitte Mai für «Welt am Sonntag» erhoben. Gegner des Genderns lehnen etwa Formulierungen wie «Zuhörende» statt «Zuhörer» und die Nutzung des großen Binnen-Is («WählerInnen») in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Kunstpause vor der zweiten Worthälfte («Pendler_innen») in der gesprochenen Sprache. dpa

Wie sehr der wachsende Druck zur gendergerechten Sprache in der Schule nervt – ein Lehrer berichtet. Brauchen wir sie trotzdem?

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46 KOMMENTARE

  1. Ich habe da mal eine Frage an die Verfechter der Gender-Sprache: Wie spreche ich eine Person an, die ich nicht näher kenne. Die Anrede Herr XY, oder Frau ZZ könnte dasjenige Person diskriminieren. Aber woher soll ich wissen, wie das Person sich gerade fühlt. Gibt es dazu irgendwelche Ideen? (Fräulein wurde z. B. ja schon abgeschafft.) – Achtung: Ironie

    • In der Schriftsprache wäre die gegenderte Anrede „Sehr geehrte*r XY“. In der gesprochenen Sprache wird das Gendersternchen durch eine Kunstpause ersetzt. Das ist in Verbindung mit der R-Vokalisierung natürlich etwas sperrig. „Guten Tag XY“ wäre da eine Alternative.

      Begriffe wie Person, Mensch, usw. behalten übrigens ihren Genus.

      • Hmm? Also: Ich weiß nicht, ob das Mutter*Vater es besonders höflich findet, wenn ich sage: „Guten Tag, Meier.“? Ich jedenfalls, würde es unhöflich finden. Den Namen ganz wegzulassen, finde ich auch in bestimmten Situationen unhöflich. In meiner Lehrer*innen und auch*außen Ausbildung habe ich gelernt, das es wichtig ist, Personen mit Namen anzusprechen. Das ist nun ein ziemliches Dilemma.

      • Noch ein Dilemma: Wenn Mensch und Person ihren Genus behalten, Fühlen sich dann z. B. bei „die Person“ nicht alle Männer und Diversen diskriminiert?

    • Im Tagesspiegel wurde vor kurzem ein Interview mit einem „weiblichen“ Schriftsteller geführt mit dem Titel „die Deutschen lieben Genitalien“. Was hat eine historisch gewachsene Sprache mit dem Geschlecht zu tun? Bei mir heißt es immer noch „die Lehrer, die Teilnehmer, die Besucher, die Leser usw.“ wie halt im Englischen. Aber vielleicht sollte man die fortwährende Geschlechterdebatte in der Sprache (seit 50 Jahren) endlich mal durch die englische Sprache ersetzen! Nur dann käme man in DE auch auf den Gedanken, alle maskulinen Personenbezeichnungen mit einem „tress und less“ zu versehen. Die Deutschen lieben einfach Geschlechter!

  2. Das Ärgerlichste an der Gender-Sprache ist, dass sie in aller Regel ohne jeden vorherigen Austausch von Argumenten oder Meinungen den Menschen vorgesetzt wird, da wo eine Gruppe die mediale Macht hat. Der Radiosender SWR ist ein Beispiel dafür. Derzeit sind wir mutmaßlich in der Phase, wo die Menschen allmählich daran gewöhnt werden sollen; es werden gespaltene Sprechweise (Kommunikationswissenschaftlerinnen und Kommunikationswissenschaftler), Partizip Präsens und normale Sprache gemischt verwendet, ab und zu eine Sternchenpause dazwischen. Bei bisherigen Maßnahmen der Gesellschaftserziehung ging es dann in kleinen Schritten weiter.
    Es wäre traurig, wenn nur die CDU hier widerspräche.

  3. Ich finde es gut, wenn der Gender-quatsch aufhören würde. Es gibt nun man Mann und Frau Punkt
    Mehr gibt es nicht. Und bisher haben es alle überlebt, dass man die deutsche Sprache gesprochen hat wie man sie gesprochen hat.
    Man muss nicht überall ein *innen rangebabbt werden

    Wer will sowas und warum verplempert man Zeit mit so einem Käse?

    • Nun, das stimmt bekanntlich nicht, und wenn man ein wenig Zeitung liest, weiß man, daß es eben nicht nur Mann und Frau gibt. Nur weil die Zahl der betroffenen Leute nicht so besonders hoch sind, sind sie doch existent.
      Und es ist nur richtig, daß zum Beispiel die Auswahlboxen für m/w erweitert wurden.
      Auf einem anderen Blatt steht die häßliche Verhunzung der Sprache mittels Doppelpunkten und Pausen mitten im Wort.

  4. Wenn man schon in der Sprache geändert, dann bitte konsequent und überall, d. H. Abschaffung aller geschlechtsdifferenzierten Dinge. Insbesondere im Leistungssport, Frauenquoten im Beruf, Toiletten, Gefängnisse usw.

    ODER: Man wird vernünftig und lässt den Quatsch so lange sein, bis der Nutzen echt wissenschaftlich erwiesen ist. Ergebnisoffen dürfen die aber forschen wie sie wollen. Die finanziellen Mittel müssen sie aber selbst bei nicht staatlich finanzierten oder geförderten Institutionen einwerben. Bei erwiesenem Nutzen werden die Gelder aber verzinst erstattet.

  5. Ich widerspreche, es gibt sicherlich mehr als Frau und Mann. Ob auf der psychologischen oder physiologischen Ebene.
    Es ist für mich völlig egal wie oder als was sich jemand sieht, fühlt, bezeichnet. Das ist jedem selbst überlassen und sollte akzeptiert werden. NEIN , es sollte völlig normal sein, sodass es dazu gar keine Diskussionen gibt!
    Die Veränderungen der Sprache hingegen ist für mich völlig unnötig. Ich weiß was ich bin, da brauch ich kein „innen “ oder anderweitiges „Gegendere“.

    • Sicher gibt es mehr als eine Wahrheit!
      Mann, Frau, ???
      In der Sprache macht mehr als Mann und Frau aber keinen Sinn.
      Von außen sieht man nicht wie sich jemand fühlt.
      Fragen ist diskriminierend.
      Wie soll ich vor der Anrede dann erkennen wer da vor mir steht?
      Ein Mann
      Eine Frau
      Ein Mann der sich als Frau fühlt
      Eine Frau die sich als Mann fühlt
      Jemand der sich nicht ganz sicher ist
      Jemand der sich sicher ist, dass er als Geschlecht gerne ein Apache-Kampfhubschrauber wäre
      Entweder machen es die diversen Geschlechter wie die Veganer und teilen es mir vor der Begrüßung mit oder sie müssen zu Anfang mit einer falschen Anrede leben.
      Oder wir machen es wie der verstorbene Mann der Queen
      “ Hello Madam! Madam stimmt doch?“
      Ehrlich aber politisch auch nicht ganz korrekt.

      • @Schattenläufer:
        Vielen Dank für diesen treffenden Post…das mit dem „ApacheHubschrauber“ wird mir garantiert in den kommenden Tagen das eine oder andere Lächeln aufs Gesicht zaubern.
        Btw:
        Wie spreche ich denn jemanden an, der das gerne wäre bzw sich so fühlt. 🙂

        Ich glaube ich probiere das mal bei einer Kollegin aus, die völlig auf das Gendern abfährt…und fordere die korrekte Anrede mal bei ihr ein…auf das dumme Gesicht bin ich gespannt. 😉

  6. Und warum können wir dann nicht auch Texte einfach nur in weiblicher Form schreiben? Warum regen sich so viele darüber auf?
    Wäre doch möglich.
    Kundinnen umfasst dann auch Männer.
    Denn Kunden umfasst ja auch Frauen.

    Komischerweise regen sich darüber ganz viele Menschen auf, wenn Texte nur *innen enthalten und beziehen das dann ausschließlich auf Frauen. Und die Männer fühlen sich ausgeschlossen.

    Seltsam. Sehr seltsam.

    Ich finde es gut, dass hier Bewegung reinkommt.

    Und Sprache verändert sich immer. Fortlaufend.

    • Also ich fühle mich auch angesprochen wenn es um Grundschullehrerinnen geht obwohl ich ein Mann bin.
      Das passiert sehr häufig und Schüler nennen mich auch manchmal Frau Alx. Ich reagiere trotzdem.

      Nicht angesprochen fühle ich mich hingegen bei Grundschullehrer innen.

      Das Wort innen gibt es schon und es ist semantisch belegt.

    • Darüber regen sich dann in aller Regelmäßigkeit auch wieder Frauen auf, weil sie nicht wollen, dass in der weiblichen Form auch Männer gemeint sein sollen. Uns Männer ist das mehr oder weniger sch…..egal.

  7. Jeder sollte sich in unserer Gesellschaft frei entfalten können, ob Mann, Frau, Was Drittes, noch was Anderes, ganz egal. Und Fakt ist auch, dass lange bestimmte Gruppen in unserer Bevölkerung diskriminiert oder einfach nicht wahrgenommen und respektiert wurden und teils leider von einigen noch werden – ABER wenn relativ kleine Anteile der Gesellschaft alle anderen dominieren, indem sie z. B. besonders gehört werden wollen, besonders genannt werden wollen etc., und sich schon diskriminiert vorkommen, wenn man neutrale Sprache verwendet, wird man der Mehrheit nicht mehr gerecht und zersplittert die Gesellschaft. Abgesehen davon ist der ‚glottal stop‘ mitten im Wort kaum aussprechbar, macht dieser die Menschen glücklicher, oder geht es nicht doch eher darum, Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit, gleichen Respekt im gelebten Alltag zu entwickeln. In diesem Prozess befinden wir und doch! Es dauert nur – so wie sich unsere Sprache auch sehr lange bis hierher entwickelt hat. Dabei wurden viele komplizierte sprachliche Phänomene abgeschliffen – fügt nicht wieder neue hinzu!

  8. Ach ja, wir Deutschen! Zu dumm, dass wir nicht englisch sprechen (können), dann hätten wir das angebliche „Problem“ mit den neuen Sprachgeschlechtern gar nicht – zumindest grammatisch. Im Englischen gibt es nur „man“ als Begriff für „Mann“ und „Mensch“, das Präfix „wo“ in „woman“ meint den „Mann/Menschen, der umworben wird“ – welch schöne Idee! Make love, not war.

    Aber das wäre ja zu einfach, denn dann müssten wir nach neuen Problemen suchen, weil sich in der Vergangenheit (seit den alten Römern) die Diskussion um Sprachwandel stets in Wohlgefallen aufgelöst hat:
    Vor Jahren die Kakophonie selbstgekrönter Sprachschützer (!) die Anglizismen als angebliche Vorboten des „Sprachverfalls“ identifizierten – fröhlich-falsche Worterfindungen setzten sich einfach so durch! All die schönen Abiturthemen um „Sprachverfall“ versus Sprachwandel – wegen wichtigerer Inhalte verpufft! Die Bäume für das Papier in den Lehrbüchern mit den klugen Kapiteln über Sprachkritik – aufgrund moderner Fragestellungen umsonst gefällt! Und nun gibt noch nicht einmal die DUDEN-Redaktion – sonst ein Fels in der Sprach-Brandung – uns angeblichen „Dichtern und Denkern“ verlässlich Anleitung, wie wir denn sprachlich überleben mit diesen „Diversen“ in der Gesellschaft! Nicht mal „Negerkuss“ oder „Zigeunerschnitzel“ dürfen wir sagen – nun sind wir so hilflos und wissen gar nicht, wie wir gesellschaftliche Veränderungen zum Ausdruck bringen sollen. Wir armen Deutschen sind soooo allein auf weiter Flur! Wenn da nicht die konservative Politik wäre…

    Mal ernsthaft! Kann es sein, dass nur Herr Merz und die CDU Hamburg ein „Problem“ wittern, da sie sonst in die politische Bedeutungslosigkeit fallen könnten? Oder sehen sie sich in ihrem Alte-weiße-Männer-Dasein in Gefahr, weil das generische Masculinum als möglicherweise verzichtbar diskutiert wird?Welches verunsicherte Selbstverständnis steckt dahinter? Armes Deutschland.

    Menschlich gesehen besteht das sogenannte „Problem“ letztlich nicht, denn was spricht dagegen, sein Gegenüber im Zweifel zu fragen, wie er oder sie gern angesprochen werden möchte?

    Ich jedenfalls diskutiere das mit meinen Schüler:innen und freue mich diebisch, dass weder Herr Merz, noch die CDU oder das MK oder irgendeine selbst ernannte „Sprachreinheitstruppe“ mir ein Verbot meiner Sprachnutzung auferlegen können, denn der DUDEN als Standardisierungsinstanz fällt ja zum Glück aus.
    – Aber dass gebildete Menschen nach 1945 allen Ernstes Sprach- und Sprechverbote akzeptieren würden, das macht mir tatsächlich Sorgen, Leute – To hell with your cancel culture! –

    • > Im Englischen gibt es nur „man“ als Begriff für „Mann“ und „Mensch“

      Auch da macht das Probleme. „Manned spaceflight“ etwa wird als nicht inklusiv angesehen. Es gibt zwar noch „human“ (abzugrenzen von „human being“) aber auch das ist nicht immer ein adäquater Ersatz.

      > das Präfix „wo“ in „woman“ meint den „Mann/Menschen, der umworben wird“

      Das ist unter Sprachwissenschaftlern eher eine Außenseitermeinung.
      https://en.wiktionary.org/wiki/woman

    • Mann gleichbedeutend mit Mensch – sind die Frauen keine Menschen? Da ist auch was schief – es ist schwer, im Englischen ‚he‘ zu vermeiden, wenn man neutral sein will, manche retten sich mit ‚they‘, aber bei den Nomen werden auch im Englischen meist männliche Formen für alle verwendet, selten gibt es weibliche. Und bei dem Gendersternchen geht es ja außerdem darum, auch die nicht-w/m Menschen einzubeziehen. Die Tatsache, dass es grammatisch keinen Gender-Artikel gibt, sondern nur ‚the‘ sagt da gar nichts, denn insgesamt ist die Sprache NICHT genderneutral! Das ist leider ein Irrtum!

      • @Rabe (aus NRW)

        Ich habe ein Gender-Folgeproblem:
        „He-Man ist die zentrale Figur der Action-Figuren-Serie Masters of the Universe, die in den 1980er Jahren weltweit von Mattel vertrieben wurde. …“
        https://de.wikipedia.org/wiki/He-Man
        Wenn das „He-“ nicht auf „Hero“ zurückgeführt werden kann (Ich kenne den aktuellen Stand der Forschungslage nicht. 😉 ), gibt es dann demnächst auch die „He-Man:in“?
        Das Leben wird wohl nicht einfacher werden – aber spannend wird es bleiben!
        😉

        Ich persönlich würde es jeder Anwärter:in wünschen, wenn sie es wünschen würde und es im Leben die ultimative Zufriedenheit bringt – sollte es tatsächlich so einfach sein. Besonders wertschätzend fände ich es, wenn die „He-Man:in“ und ihre Kolleg:innen dann zum „Endkampf of the Universe“ ansetzen und sich um die wirklich wichtigen Aspekten von Wertschätzung kümmern werden – fair kämpfend kümmern, natürlich.

        Damit meine ich schlicht und ergreifend die Abschaffung von „Die, der oder das Gender-Pay-Gap[1] (kurz GPG; auch Gender Wage Gap, von englisch gender ‚soziales Geschlecht‘), deutsch die Lohnlücke oder das geschlechtsspezifische Lohngefälle …“
        https://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Pay-Gap
        Das ist nämlich ein echtes Problem.
        Und „He-Man:innen“ sollten ihre Kräfte nicht verschwenden …
        Btw: Gleiches Geld für gleiche Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein, auch in diesem Zusammenhang. Und DAS meine ich absolut ernst!

        • „Damit meine ich schlicht und ergreifend die Abschaffung von „Die, der oder das Gender-Pay-Gap[1] (kurz GPG; auch Gender Wage Gap, von englisch gender ‚soziales Geschlecht‘), deutsch die Lohnlücke oder das geschlechtsspezifische Lohngefälle …“
          https://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Pay-Gap
          Das ist nämlich ein echtes Problem.
          Und „He-Man:innen“ sollten ihre Kräfte nicht verschwenden …
          Btw: Gleiches Geld für gleiche Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein, auch in diesem Zusammenhang. Und DAS meine ich absolut ernst!“

          Zwingen Sie Frauen in die gleichen Berufe wie Männer!
          Zwingen Sie Frauen keine schöngeistigen Fächer zu studieren!
          Zwingen Sie Frauen nur noch Vollzeit zu arbeiten!
          Zwingen Sie Frauen ihre Erwerbstätigkeit nicht zu unterbrechen!
          Zwingen Sie Frauen zu gleichen Arbeitszeiten und -volumen!
          Zwingen Sie Frauen zu gefährlichen Arbeiten!
          Verbieten Sie individuelle Gehaltsverhandlungen!
          Verbieten Sie Unterhaltszahlungen (für Ex-Partner)!
          Führen Sie das Wechselmodell ein!

          Voilà – schon haben sie keinen GAP mehr, nicht einmal mehr einen Bereinigten, aber ich befürchte, dass sich damit nicht besonders beliebt machen werden…

          PS: In Deutschland gibt es bereits gleiches Geld für gleiche Arbeit.

          • @Max Kleine:
            Ich gebe Ihnen absolut Recht! Ich arbeite ebenfalls als Frau in einem sog. „Männerberuf“, wobei es bei uns mittlerweile viele Frauen gibt (vor 25 Jahren sah dies noch komplett anders aus).
            Ich verdiene das Gleiche wie meine männlichen Kollegen in der gleichen Position. Klar, ich bin wegen der Kinder in Teilzeit… aber das war MEINE bewusste Entscheidung. Mein Mann hätte durchaus auch diesen Part übernehmen können – das wollte ich aber nicht. Und somit bin auch ich allein dafür verantwortlich, dass ich am Ende weniger Geld in der Tasche habe, als meine in Vollzeit arbeitenden Kollegen. Und nicht der Arbeitgeber oder sonst wer! Ich hätte jederzeit die Möglichkeit dazu, wieder Vollzeit zu arbeiten und dadurch in die selben Positionen zu kommen, wie meine männlichen Kollegen. Ich habe aber momentan wegen der Kinder andere Prioritäten!

            Ich sehe es wie Sie: Gleiches Geld für gleiche Arbeit gibt es in Deutschland. Die Frauen müssen nur dazu bereit sein, auch das Gleiche dafür zu tun wie die Männer – mit allen damit verbundenen Konsequenzen! (Und das sage ich als Frau!)

          • @Alx

            Ja, das war ein Spin-off von „Masters of the Universe“ und hieß „Princess of Power“, wurde aber nur kurz in den 80er Jahren produziert.
            Lief nicht so gut wie erwartet, obwohl She-Ra (Zwillingsschwester von He-Man) immerhin ein Einhorn als „Verkehrsmittel“ hatte.
            Mit der Serie sollten gezielt Mädchen angesprochen werden.
            Die fühlten sich aber wohl trotz Einhorn nicht so angesprochen von dem Angebot …
            Weder die Serie noch ein Kinofilm waren „der Bringer“ bei den jungen Damen!

            Vom Hören-Sagen weiß ich, dass es bei Netflix vor einigen Jahren einen Wiederbelebungsversuch der Serie gab, die soll aber wieder nicht so dolle laufen …

            War das jetzt zu weit ab vom Gendern?
            😉

  9. lt. Umfrage instituten weilen zwei Drittel der Bevölkerung die Auffassung, dass Gendern Unfug und schädlich ist. Zählt man die Gleichgültigen dazu, bleibt ein schäbiger Rest an Verfechtern einer Ideologisierung unserer feinen und erprobten Sprache. Das, was da im zweiten Anlauf nach der Rechtschreibreform in Lauf gesetzt ist, hat nur ein Ziel: Verunsicherung der Mehrheit mit einer willkürlichen Einrede einer Minderheit. Wer ohne ideologischen Hintergrund der Thematik beipflichtet, hat sich entweder mit dem Thema nicht befasst oder ist dumm in einer bisher ungefundenen Steigerungsstufe!

    • Da mein erster Beitrag dazu nicht durchgekommen, noch einmal in ‚entschärfter‘ Form.

      Diese Sprache dient nicht der Verunsicherung, sondern der Unterdrückung und der Unterwerfung.
      Es ist eine politisierte Sprache und Ausdrucksform, ähnlich anderer Grußformen, die man aus der deutschen Geschichte bereits kennt, die auf der einen Seite politische Gegner erkennbar, markierbar und damit bestrafbar macht – nämlich diejenigen, die sich weigern die politische Sprache zu übernehmen und zu verwenden – und auf der anderen Seite ein Werkzeug der Unterwerfung ist – denn wenn du keinen Ärger willst, dann verwendest du besser diese Sprache.

      Das sind nicht nur laute Spinner, denen man nachgibt, um endlich seine Ruhe zu haben, sondern hier braut sich etwas zusammen (die Gendersprache ist ja nur ein irrsinniges Bauteilchen unter noch vielen Anderen), dass die Demokratie in der gesamten westlichen Welt ernstlich gefährdet. Beobachte ich die neuerlichsten Auswüchse von z.B. Cancel Culture (und anderer von den Medien sehr hofierten Auswüchsen) würde ich mittlerweile nicht mehr meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sich das nicht bis in die extremsten Ausuferung menschlicher Abgründe steigert.

      „Fiery but mostly peaceful protests“
      CNN

  10. „Der Gendersprache liege aber «ein Weltbild zugrunde, das die Gesellschaft nicht als Ganzes sieht, sondern sie nach Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und weiteren Merkmalen in Gruppen einteilt», so Ploß. «Statt für ideologische und grammatisch falsche Gender-Sprache setzen wir uns als CDU für echte Gleichberechtigung ein.»“

    Wie lustig sich das liest vor dem Hintergrund dieser Machopartei vor den Wahlen. Ich denke da noch an Frau Merkel in den ersten Jahren, wie sie belächelt wurde als ‚Kohls Mädel‘. Dann der ganze ‚Orthograohieterror‘ der letzten Jahrzehnte… wirklich Leute, alte weiße Männer überm Zenit.

    Wenn in diesem Jahrzehnt gesellschaftlich Gegendert wird, ist das sicherlich nicht durch die Sprachwissenschaft aufzuhalten – oder die CDU, da die Auseinandersetzung damit mehr als fällig ist.

    Sprache ist sowieso ständig im Wandel (ich empfehle Fritz Keller) – die hat noch nie auf die Sprachwissenschaftler gehört und wird es auch jetzt nicht tun. Wenn das Gendern wichtig und nützlich ist, wird es sich durchsetzen, wenn nicht, war es das. Da braucht es sicherlich keine CDU aus Hamburg oder sonstwoher dazu. Punkt!

  11. Nachrichtlich:
    Die Literaturempfehlung lautet: Rudi Keller; Sprachwandel, erste Aflage war 1990; meine ist von 2014 (4. Auflage). Sorry für den ‚Fritz‘

    • “ wirklich Leute, alte weiße Männer überm Zenit.“

      Klar, ein bisschen Altersdiskriminierung, Sexismus und Rassismus geht halt immer, wenn es die ‚Richtigen‘ trifft…

      „So was hätt einmal fast die Welt regiert!
      Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
      Dass keiner uns zu früh da triumphiert –
      Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“
      Bertolt Brecht

      • Berthold Brecht hat gegen die Gendersprache gekämpft? Klar: Schoß – Frauen – Feminismus.

        Toll, was man hier alles erfährt.

        • Susi, Bernd, Su…, B…

          egal

          „Sie wissen nichts und verstehen nichts; denn sie sind verblendet, dass ihre Augen nicht sehen und ihre Herzen nicht merken können“
          Jesaja 44, 18

          • Na, wenn sogar die Bibel gegen das Gendern ist, dann muss es ja doof sein.

            Ich hab‘ auch einen: No women, no cry – sagte schon Bob Marley.

            Haben Sie ein Problem mit Ihrer Tastatur?

      • „‚wirklich Leute, alte weiße Männer überm Zenit.‘

        Klar, ein bisschen Altersdiskriminierung, Sexismus und Rassismus geht halt immer, wenn es die ‚Richtigen‘ trifft…“

        Ich gehe teilweise mit Ihnen: Das ‚alte‘ bezieht sich nicht ausschließlich auf das Lebensalter, sondern auch auf die Denkweise. Das ‚weiße‘ nicht nur auf die Hautfarbe, sondern auch auf den historisch gewachsenen Anspruch auf Macht und das ‚Männer‘ nicht alleine auf das männliche Geschlecht. Nur beim ‚Zenit‘ bleibe ich, da dieser sich – je nach geografischer Lage, immer wieder neu definieren lässt und somit der Dynamik – gerade im Ost-West-Gefälle – stand hält.

        Insofern sehen Sie den Ausspruch im Kontext des Themas als Repräsentant für Menschen, die aus Angst vor der konstruktiven kritisch-optimistischen Auseinandersetzung mit Neuem und damit potentiellem (Macht-)Verlust alles in die Wege leiten, den Status Quo zu erhalten.

        Aber wie bereits erwähnt, den Sprachgebrauch wird das alles auf Dauer nur interessieren, wenn es individuell für die Kommunikation Sinn macht. Schauen wir mal …

        • „Ich gehe teilweise mit Ihnen: Das ‚alte‘ bezieht sich nicht ausschließlich auf das Lebensalter, sondern auch auf die Denkweise. Das ‚weiße‘ nicht nur auf die Hautfarbe, sondern auch auf den historisch gewachsenen Anspruch auf Macht und das ‚Männer‘ nicht alleine auf das männliche Geschlecht. Nur beim ‚Zenit‘ bleibe ich, da dieser sich – je nach geografischer Lage, immer wieder neu definieren lässt und somit der Dynamik – gerade im Ost-West-Gefälle – stand hält.“

          Haben solche Ausflüchte Boris Palmer genutzt oder gibt es trotzdem das Parteiausschlussverfahren?
          Arbeiten Dennis Aogo, Jens Lehmann und Jörg Dahlmann immer noch für Sky – hatten sich ja auch alle ‚erklärt‘?

          „Aber wie bereits erwähnt, den Sprachgebrauch wird das alles auf Dauer nur interessieren, wenn es individuell für die Kommunikation Sinn macht. Schauen wir mal …“

          ‚Siehst du denn nicht, daß Neusprech kein anderes Ziel hat, als die Reichweite des Gedankens zu verkürzen? Zum Schluß werden wir Gedankenverbrechen buchstäblich unmöglich gemacht haben, da es keine Worte mehr gibt, in denen man sie ausdrücken könnte.
          Jeder Begriff, der jemals benötigt werden könnte, wird in einem einzigen Wort ausdrückbar sein, wobei seine Bedeutung streng festgelegt ist und alle seine Nebenbedeutungen ausgetilgt und vergessen sind. Schon heute, in der Elften Ausgabe, sind wir nicht mehr weit von diesem Punkt entfernt.
          Aber der Prozeß wird immer weitergehen, lange nachdem wir beide tot sind. Mit jedem Jahr wird es weniger und immer weniger Worte geben, wird die Reichweite des Bewußtseins immer kleiner und kleiner werden.
          Auch heute besteht natürlich kein Entschuldigungsgrund für das Begehen eines Gedankenverbrechens. Es ist lediglich eine Frage der Selbstzucht, der Wirklichkeitskontrolle.
          Aber schließlich wird auch das nicht mehr nötig sein. Die Revolution ist vollzogen, wenn die Sprache geschaffen ist.
          Neusprech ist Engsoz, und Engsoz ist Neusprech!‘
          1984

          • „Haben solche Ausflüchte Boris Palmer genutzt oder gibt es trotzdem das Parteiausschlussverfahren?
            Arbeiten Dennis Aogo, Jens Lehmann und Jörg Dahlmann immer noch für Sky – hatten sich ja auch alle ‚erklärt‘?“

            Es wundert mich, dass Sie meinen Versuch, Ihnen das kleine Einmal-Eins zu erklären, als ‚Ausflüchte‘ bezeichnen. Gleichzeitig macht es mich neugierig auf die aufgezeigte Parallele. Wie kommen Sie zu solchen Schlussfolgerungen? Und warum zitieren Sie ausschließlich Männer? Im Gegensatz zu den zitierten Personen steht meine Erklärung nicht in Verbindung zu einem bestehenden Abhängigkeitsverhältnis und geht somit samt der ‚Flucht‘ eindeutig am Thema unter. Das kann eine Lehrkraft schon manchmal vergessen im Zuge der Kommunikation mit Menschen auf Augenhöhe, sollte sie aber nicht.

            Antworten Sie doch bitte auf die Fragen in der aktuell üblichen – zumindest konzeptionell mündlichen Form! Wenn Sie mit der Wortwahl überfordert sind, hilft Ihnen der DUDEN – immer eine gute – und rechtssichere Wahl -, wenn es um Kommunikation geht.

  12. Also, mal ganz ehrlich, das Gendern ist nur ein Feigenblatt, um Ungerechtigkeit zu vertuschen.
    Was nützt es mir, nun plötzlich ein*e Grundschullehrer*In zu sein, wenn mir A13 vorenthalten wird?
    Als immer mehr Frauen als Lehrer*innen in die SEK1 und SEK2 kamen, wurde die „automatische“ Beförderung auf A14 gestoppt.
    Wir Frauen, die wegen der Kindererziehung in den 80er und 90er Jahren kurzarbeiten mussten, da es keine Kitas uns Ganztagsschulen gab, haben eine knappe Rente, von der wir kaum leben können.
    OK, wir dürfen zurzeit länger arbeiten, um uns etwas dazu zu verdienen, aber das ist ja auch nicht fair.

    • In welchem Bundesland arbeiten Sie? In NRW wird ja seit 12 Jahren trotz verlängerter Ausbildung weiter in A12 besoldet. Auch in der Sek1. Gebauer wird daran auch nichts mehr ändern. Stattdessen werden Gymnasiallehrer mit A13 oder A14 abgeordnet und Quereinsteiger für E10 eingesetzt. Fairer Lohn? Zu teuer.
      Wieso 7 Jahre Ausbildung, wenn man nachher so viel verdient wie ein Bachelorabsolvent im öffentlichen Dienst mit 3 Jahre Ausbildung? Ein Skandal! Und es gibt keinen Plan, keine Idee. Nichtmal ein Stufenplan wenigstens. Nichts. Und dann kommt die Gebauer vor die Kamera und erzählt mir wie wichtig guts Lehrer sind und dass die Grundschule Wertschätzung braucht…

      • Ja, Marc, ihre Gedanken finde ich durchaus treffend und vielleicht sollten sich die Frauen, um einmal den Bogen zu Pit 2020-Post über den Gender Pay Gap zu spannen, mehr wie Männer verhalten und für sich kühl kalkulieren, ob das dann die richtige Entscheidung ist auf Grundschullehramt zu studieren. Die Wahl mit den Füssen dürfte mehr Änderung bewirken als leise (im Internet) nörgelnde Angestellte, die trotzdem funktionieren.

  13. Warum eigentlich hat sich noch kein russischer Mann beschwert, dass das russische Wort „muschtschina“ (für Mann) eine eindeutig weibliche Endung hat. Das geht ja wohl gar nicht. Achtung: Ironie.

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