KMK-Studie: „Schulschließungen sind ein effektives Instrument zur Eindämmung der Pandemie“

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BERLIN. Nach langem Zögern hat die Kultusministerkonferenz endlich eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zum Infektionsgeschehen an Schulen veröffentlicht – kommentarlos. Das Schweigen der Kultusminister liegt offenbar darin begründet, dass die Ergebnisse der Untersuchung dem Postulat der angeblich „sicheren Schulen“ in der Pandemie deutlich widersprechen: Lehrkräfte haben über weite Zeiträume der Corona-Krise ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko gegenüber der übrigen Bevölkerung getragen. Bei Schülern scheint das zunehmend auch der Fall zu sein. Und: Schulschließungen sind ein effektives Instrument in der Pandemiebekämpfung. News4teachers fasst die Ergebnisse der Studie der Universität Köln und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in zwei Teilen zusammen. Im Folgenden: Teil 2.

Hier geht es zu Teil 1 des Beitrags.

Die Schulen sind sicher? Diese Behauptung der Kultusminister lässt sich nach der Studie nicht mehr halten. Das Foto zeigt Coronaviren unter dem Elektronenmikroskop (gelb eingefärbt). Foto: NIAID, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Zum Erkrankungsrisiko von Schülerinnen und Schülern schreiben die Autoren: „Systematische Übersichtsarbeiten, die die klinischen Merkmale und den Schweregrad während einer COVID-19-Erkrankung bei Kindern bewerten, berichten generell von einem milden Krankheitsverlauf bei Kindern. Der Anteil der asymptomatischen Kinder reichte von 20 % bis 78 %. (…) Der Anteil der Kinder, die einen Krankenhausaufenthalt und eine Aufnahme auf der Intensivstation benötigten, reichte von 1 bis 15 %: Dieser war sowohl bei Kindern unter einem Jahr (bis zu 30 % der Fälle) als auch bei Kindern mit mehreren Vorerkrankungen höher. Eine systematische Übersichtsarbeit über die Auswirkungen jeglicher Komorbiditäten auf die Sterblichkeit bei Kindern gab eine 1,8-mal höhere Sterblichkeit bei denjenigen mit Komorbiditäten an. Todesfälle bei Kindern im Schulalter mit COVID-19-Erkrankungen sind seltene Ereignisse und werden mit einer Häufigkeit von 0,01 % aller Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion (16) berichtet.

Zur Beurteilung des Erkrankungsrisikos bei Schülern ist nicht nur die Betrachtung der akuten COVID-19-Erkrankung relevant, sondern auch mögliche Langzeitkomplikationen. Übersichtsarbeiten zu dem mit COVID-19 assoziierten multisystemischen Inflammationssyndrom bei Kindern (MIS-C) fassen über 950 Kinder mit diesem Syndrom zusammen. Es tritt in diesen Arbeiten in einem mittleren Alter von neun Jahren auf.“

Wirksamkeit von Schulschließungen: „Insgesamt zeigt sich in den Übersichtsarbeiten, dass Schulschließungen effektive Instrumente zur Eindämmung der Epidemie sind, allerdings nicht als Einzelmaßnahme. Zwei Studien analysierten die Wirksamkeit verschiedener nicht-pharmazeutischer Interventionsmaßnahmen (NPI) auf Fall- und Reproduktionszahlen auf Länderebene und werteten Schulschließungen als eines der effektivsten untersuchten Instrumente. In einer Studie werden die Effekte verschiedener NPI in 131 Ländern analysiert. Hier ist der Effekt der Schulschließung auf die Infektionsaktivität der Bevölkerung eine 15 %-ige Reduktion der effektiven Reproduktionszahl mit einem breiten 95 %-Konfidenzintervall, das sowohl eine 34 %-ige Reduktion als auch einen 10 %-igen Anstieg einschließt. Eine weitere Studie zeigte eine Reduktion des Rt um 38 % (16 bis 54 %) in 41 Ländern in der ersten Phase der Pandemie (48).

Die gefundenen Arbeiten zeigen auch, dass der Effekt von Schulöffnungen nicht die Umkehrung des Effekts von Schulschließungen ist. Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass es eine erhebliche Heterogenität in den Wirksamkeitsmaßen und eine erhebliche regionale Variabilität gibt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Januar 2021 bestätigt dies. Sie umfasst zehn Einzelstudien und weist ebenfalls auf eine hoch variable Wirksamkeit von Schulschließungen und -öffnungen in unterschiedlichen Regionen und unterschiedlichen infektionsepidemiologischen Situationen hin. Effekte von Schulschließungen in den eingeschlossenen Einzelstudien reichen hier von 0 bis 62 % Reduktion der Transmission in der Bevölkerung.

Die Auswirkung der Schließung oder teilweisen Schließung von Schulen auf die SARS-CoV-2- Gemeinschaftsübertragung lässt sich nicht direkt aus den Infektionen ableiten, die dem schulischen Umfeld zugeschrieben werden, da Schulschließungen weitere indirekte Effekte haben. Dazu gehört eine Verringerung der Infektionen bei Kindern oder Schulpersonal durch seltenere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und weniger Freizeitkontakte sowie weniger Infektionen im Allgemeinen, da die Eltern zu Hause bleiben. Darüber hinaus werden Schulschließungen als Zeichen der Ernsthaftigkeit der Epidemie wahrgenommen und können persönliche Einschränkungen verstärken. Die verfügbare Evidenzsynthese beschreibt Schulschließungen aus dem ersten Teil der Pandemie, so dass Hinweise zum Effekt von Schulschließungen oder -öffnungen bei verstärkten Kontaktreduktionsmaßnahmen in Schulen oder zu späteren Zeitpunkten der Pandemie bei verminderter Akzeptanz vieler Kontaktreduktionsmaßnahmen in der Bevölkerung noch nicht vorliegen.“

Warnung vor Corona-Varianten: „In diese Arbeit konnten noch keine Informationen zu neueren, in der Übertragbarkeit veränderten Varianten von SARS-CoV-2 eingehen. Diese führen nach bisherigem Wissensstand insbesondere zu einer erhöhten Transmission und hätten somit Konsequenzen für die hier berichteten Erkenntnisse zu Transmissionsparametern und dem Effekt von Maßnahmen in Schulen auf die Transmission von SARS- CoV-2. Es gibt Hinweise, dass die Variante B.1.1.7 auch zu schwereren Verläufen führt. Inwieweit die erhöhte Transmission oder die schwereren Verläufe sich in unterschiedlichen Altersgruppen noch einmal unterscheiden, ist bisher nicht vollständig geklärt. Insbesondere die deutlich erhöhte Transmission führt aber dazu, dass deutlich effektivere Kontaktreduktionsmaßnahmen notwendig sind, um auch bei dieser Variante exponentielles Wachstum zu verhindern.

Aktuell gehen unterschiedliche Modellierungen davon aus, dass für eine Kontrolle der neuen Variante bei noch Überwiegen der alten Variante ein Rt von 0,7 notwendig ist; dieses wurde in Deutschland bisher nur mit sehr strengen Kontaktreduktionsmaßnahmen, die Schulschließungen beinhalteten, erreicht.“ News4teachers

Hier geht es zu Teil 1 des Beitrags.

Hier lässt sich die vollständige Studie herunterladen.

Die KMK schweigt zum Skandal um vertuschte Studienergebnisse – und erklärt stattdessen die Schulen für sicher

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51 Kommentare
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7 Monate zuvor

Studien sind super…ändern wird sich trotzdem nichts…

Trulla
7 Monate zuvor

Ach ja, aber man darf ja nicht von Lüge reden.
OK, dann ist halt der Hygienefilter mit der Dreckschleuder verwechselt worden, die Bremsscheibe mit dem Gaspedal. Autofahrer waren dann den Lappen los.
Dummheit oder Lüge? Oder wirtschaftliche Interessen? Oder Gleichgültigkeit? Oder Sparzwang?

Klugscheisser
7 Monate zuvor
Antwortet  Trulla

Fortgeschrittene Arroganz gepaart mit Uneinsichtigkeit

Pit2020
7 Monate zuvor
Antwortet  Trulla

@Trulla

Also „Lüge“ kommt auf gar keinen Fall in Frage!
Nein! Nein! Nein!
DAS wurde hier im Forum ja schon verdeutlicht.
😉
Und alle anderen Möglichkeiten? – Öööööööh … weeeeeiiiiiiißnich‘ ….? … Ehrlich nicht. 😉

Außerdem habe ich noch gar nicht verstanden, warum diese Studie von der KMK kommentarlos veröffentlicht wurde!
Also, DAS kann ich mir eigentlich nur so erklären, dass diese wichtigen „Spezial-Agenten im Dienste des Menschenwohls und des Kinderglücks“ so viele andere Dinge zu tun haben, die zu ihrer Funktion passen – extrem pwichtig eben.
Aber sie werden den Kommentar bestimmt zeitnah (Ich liebe solche leeren Worthülsen!) nachholen.
Natürlich.
😉

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Da isser wieder der selektive Mutismus. Ich sag euch, das zieht Kreise! Sagt auch meine Oma. Und die sagt lange nix. Aber Junge, Junge, wenn die dann mal was sagt, dann ist Deckung angesagt.

Silke Vogt
7 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

@Pit2020
„Aber sie werden den Kommentar bestimmt zeitnah (Ich liebe solche leeren Worthülsen!) nachholen.“

„zeitnah“ wäre schon ein viel zu handfestes Zugeständnis. In der „neuen Normalität“ dieser sich gefühlt ewig hinziehenden Pandemie lauten die derzeit vermutlich beliebtesten Worthülsen “ idealerweise“ und „perspektivisch“, gern auch kombiniert eingesetzt.
In der „alten Normalität“ würde man das mit „St. Nimmerleinstag“ übersetzt haben.

Pit2020
7 Monate zuvor
Antwortet  Silke Vogt

@Silke Vogt

Sehr gerne mag ich auch:
„Es wird angedacht …“. Das lässt ja völlig offen, von wem „gedacht“ wird. Außerdem vermute ich, dass „angedacht“ nicht nur so klingt wie „angebissen, aber nicht aufgegessen“. Also nur gedanklich so ein wenig an der Oberfläche gekratzt – keinesfalls zu Ende gedacht.
„Fast food“ auf gedanklicher Ebene. Sieht fett aus, liegt schwer im Magen und ist auf Dauer tatsächlich ungesund.

Auch schön:
„Wir haben uns da auf einen guten Weg gemacht …“. Es muss Zufall sein, dass dieses „wir“ nie genau (womöglich namentlich bei einem überschaubaren Personenkreis) benannt wird.
Es bleibt auch immer offen, warum dieser Weg angeblich gut ist bzw. was ihn gut macht.
Und wohin genau der Weg führt – man traut sich schon gar nicht mehr, das zu hinterfragen.

Mein Favorit ist aber eine Kette von diesen leeren Floskeln. Und egal, wer gerade das Mikro vor der Nase hat – man wird in aller Regel NICHT enttäuscht.
Ich habe mehrfach (noch vor Corona) aus verschiedenen Interviews (Nachrichten, Talkshows, …) Interviews mit SuS ab Klasse 8 analysiert. Die Analyseergebnisse reichten von „sagen eigentlich nichts Konkretes“ über „antworten ja gar nicht auf die Fragen“ bis zu „widersprechen sich ja sogar selbst!“
Tja.

Klugscheisser
7 Monate zuvor

In Kanada und Japan kamen Studien schon vor einem Jahr zu dem Ergebnis….

Sabine Dettmann
7 Monate zuvor

Wenn man den Deckel medial dermaßen zudrückt, dann muss es unten wohl mächtig brodeln:

Ein Plädoyer für offene Schulen
https://www.sueddeutsche.de/wissen/schulen-omikron-distanzunterricht-schliessen-masken-1.5488869

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Sabine Dettmann

… und dann gibt es da noch die vielsagende Stille, um nicht zu sagen Funk(tions)stille

JH
7 Monate zuvor
Antwortet  Sabine Dettmann

Danke für die Einschätzung und die Verlinkung. Auch die SZ kennt nur Schule auf oder Schule zu. Gab es da nicht noch was anderes?

Pit2020
7 Monate zuvor
Antwortet  JH

@JH

Ja sicher gab es da noch was anderes:
„Schulen sind die sichersten Orte der Welt.“
😉

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

„Insel der ewigen Freuden“ … oder war es „Faulen“? Weiß nicht mehr genau. Hier die Studie dazu:

https://www.comedix.de/lexikon/db/insel_der_freuden.php

Canishine
7 Monate zuvor
Antwortet  Sabine Dettmann

Dazu: Wenn ich es beim Überfliegen der Studie zum Infektionsrisiko bei Lehrern richtig verstanden habe, dann ist die Datenbasis vom Ende Januar 2021. Wieso Herr Dötsch dann in der SZ vom 16.12.21 mit dem Satz zitiert wird: „Das Infektionsrisiko für Lehrer ist im Vergleich zum Beginn der Pandemie zuletzt gesunken.“ ist schon womöglich etwas irreführend.

Defence
7 Monate zuvor

Die Ergebnisse der Studie müsste den Rücktritt von einigen Kultusministerinnen und Kultusminister zur Folge haben. Auch mit dem Hintergrund, dass die Studie in irgendwelchen Schubladen verschwunden ist und, dass man die Ergebnisse vertuschen wollte.

xy
7 Monate zuvor

Omikron wird das Spiel verändern. Wir sprechen im schlimmsten Fall von täglich 3000 Covid Krankenhauseinweisungen. Schulschließungen werden dann keine Frage des Wollens mehr sein. In Bayern spielt man immer noch Normalität, die Schulen bleiben auf bis zum Tag vor Weihnachten, die Skilifte sind geöffnet, Weihnachtsfeiern und Abschlussessen finden statt. Das ist diese Dummheit und Arroganz, die Omikron gerade Einladungen schickt.
Weihnachten mit Opa und Oma? Auch mit Booster keine gute Idee.

xy
7 Monate zuvor

Omikron Ausblick

Prof. Dr. Dirk Brockmann
Prof. Dr. Sandra Ciesek
Prof. Dr. Christoph Neumann-Haefelin

https://youtu.be/TiI4-bra3P0

Jan aus H
7 Monate zuvor

„Aktuell gehen unterschiedliche Modellierungen davon aus, dass für eine Kontrolle der neuen Variante bei noch Überwiegen der alten Variante ein Rt von 0,7 notwendig ist; dieses wurde in Deutschland bisher nur mit sehr strengen Kontaktreduktionsmaßnahmen, die Schulschließungen beinhalteten, erreicht.“

Wetten, dass die KMK den Satz komplett ignorieren wird? Im Klartext bedeutet das: Schulen jetzt zu oder wir werden mit Omikron die Kontrolle komplett verlieren.

Rüdiger Vehrenkamp
7 Monate zuvor

Schulschließungen sind auch ein effektives Instrument zur Förderung häuslicher Gewalt, sozialer Isolation, Verwahrlosung, Bildungslücken, überforderten Familien und psychischen Krankheiten. Aber das nur der Vollständigkeit halber.

JH
7 Monate zuvor

„Schulen sind keine Treiber der Pandemie“.
Irrlichternde, lobbygesteuerte und wissenschaftsleugnende Kumis geben heute triumphierend wieder und immer noch solche Sätze von sich, weil sie die Überschrift einer veralteten Studie gelesen haben. Nicht zu glauben. Früher hatten wir da was ähnliches:
„Rauchen stärkt Ihre Lunge.“
Dr. Marlboro

Pit2020
7 Monate zuvor

@Rüdiger Vehrenkamp

Ich fragte mich schon langsam:
„Wo ist @Rüdiger Vehrenkamp, wenn man ihn der nur Vollständigkeit halber wirklich dringend braucht?“
🙂

Canishine
7 Monate zuvor

Sie kennen die kleine Aufgabe aus dem Mathematikbuch, in der in einem Dorf die Storchenpopulation hochkorreliert zur Geburtenrate war?

Der Uwe
7 Monate zuvor

Nicht zu vergessen die schlimmen Unfälle, wenn man sich im Homeoffice die Finger im Kühlschrank klemmt.
Herr Vehrenkamp, sind sie Kinderpsychologe oder Mitarbeiter der KMK?
Alles genannte ist schlimm, aber kann niemals die Begründung für eine Durchseuchung unserer Kinder sein! Das zeigt doch nur, wie viele Baustellen wir in Deutschland haben.
Aktuell ist aber Corona unser größtes Problem.
Wissenschaftliche Erkenntnisse durch whataboutism zu entkräften ist zwar üblich, nicht aber zielführend.

Rüdiger Vehrenkamp
7 Monate zuvor
Antwortet  Der Uwe

Das ist leider mehr als „Whataboutism“, sondern nach zwei bisherigen Schul-Lockdowns die Realität. Natürlich gab es diese Probleme zuvor schon, aber sie wurden viel gravierender, die Dunkelziffer höher, die Fälle zahlreicher. Durch geschlossene Schulen und Jugendeinrichtungen fielen sie zunächst nur nicht auf.

Natürlich würden durch geschlossene Schulen Infektionen verhindert (oder hinausgezögert, denn wir alle werden uns irgendwann mit Corona anstecken – wahrscheinlich sogar mehrmals im Leben), nur sind die Schäden drumherum viel gravierender.

Ich bin kein Psychologe und kein Mitarbeiter eines Ministeriums, ich bin in der Sozialhilfe tätig (unter anderem auch an Schulen). Ich kenne wenige Kinder, die unter Corona litten, aber viele, die jetzt noch erzittern, wenn sich Erwachsene geschlossene Schulen herbeisehnen.

Klugscheisser
7 Monate zuvor

Die gab es schon immer. Sind jetzt nur sichtbarer, hat vorher keinen gejuckt.

Canishine
7 Monate zuvor

Aus Ihren Beiträgen vermute ich, dass Sie Kinder im Blick haben, für die Schule eine Art Fluchtinsel ist. Das ist sicherlich ein bedenklicher bis erschreckender Zustand. Damit ist aus meiner Sicht aber noch wenig über verschiedene Ursachen dieses Zustandes gesagt. Wenn die geöffnete Schule die einzig zentrale Maßnahme bleibt, um diesen Kindern zu helfen, ist das sicherlich eine Erleichterung, aber ändert womöglich kaum etwas an schwerwiegenden Grundproblemen. Es besteht daher aus meiner Sicht die Gefahr, dass die Diskussion um das Offenhalten von Schulen diese Grundprobleme überdeckt. Dies wäre dann letztlich nachteilig für die betroffenen Kinder.

Trulla
7 Monate zuvor

„Das ist leider mehr als „Whataboutism“, sondern nach zwei bisherigen Schul-Lockdowns die Realität.“

Das war leider schon „vor allen“ Schulschließungen (die übrigens nur populistisch so bezeichnet werden, aber keine waren). Aber die Folgen einer bedingungslosen und für LuL, SuD „schutzlosen“ Schulöffnung werden fataler sein
Ich kann diese Argumentation nicht mehr ertragen.

Andre Hog
7 Monate zuvor

„ denn wir alle werden uns irgendwann mit Corona anstecken – wahrscheinlich sogar mehrmals im Leben),“

Wenn ich diese Aussage von Herrn Vehrenkamp jetzt richtig verstehe, dann haben wir in den letzten anderthalb Jahren alles falsch gemacht und die KuMis alles richtig.
Denn wenn man von dieser These, dass wir uns sowieso alle anstecken werden — manche sogar mehrmals — ausgehen, dann hätten wir alle Maßnahmen sofort einstellen müssen, die die Pandemie ausgebremst haben — einfach mit dem Ziel durch eine zügige Durchseuchung ein schnelles — wenn auch hartes Ende der Pandemie herbei zu zwingen.
Damit (mit dem Verzögern des Pandemieverlaufes) haben wir quasi das Leid der Unternehmen in der Wirtschaft, der Familien, der LuL, der EuE und aller anderen Menschen, die sich durch die Regeln gegängelt gefühlt haben und sich weiterhin gegängelt fühlen verursacht.

Stattdessen hätten wir die Infektionen einfach durch die Bevölkerung rauschen lassen sollen, uns das Geld und die Energie sparen sollen, das wir bislang für die Bekämpfung der Pandemie aufgewendet haben, uns von vielen Mitmenschen einfach verabschieden sollen…meine These dazu vor einigen Monaten bereits war, dass wir erhebliche Entlastungen in der Rentenkasse, eine nicht unerhebliche Entschärfung der Immobilienproblematik, neue Perspektiven für Arbeitssuchende und einen nicht unerheblichen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakrise hätten erreichen können.
Ursache für die Probleme in diesen Bereichen und vielen anderen dazu ist die viel zu hohe Bevölkerungsdichte.
Die hätte sich sicherlich signifikant verringert.

Als Zyniker müsste man ganz klar zu dieser Lösung kommen…man muss nur den Mut haben, für diese Idee zu werben…dann sind unter den Covid—Opfern vllt auch Menschen, die den Kindern zuhause Gewalt antun, die psychosoziale Belastungen für andere Menschen erzeugen, auch welche, die schon vorerkrankt sind, die dem Staat nur unproduktiv auf der Tasche liegen, die als Singles oder kinderlose Paare große Wohnungen oder sogar Häuser okkupieren, LuL, die eh immer nur herumjammern, machen vllt Stellen in Schulen für junge Leute frei, die man im Idealfall dann zwar mit viel Arbeit zuscheißt — sie dafür aber nicht mehr verbeamtet oder vernünftig besoldet….es gäbe ein solches Potential, diese ganzen Probleme zu lösen….wenn … ja wenn man einfach nichts gegen die Pandemie unternommen hätte.
Gut, den massenhaften Anfall von Toten müsste man irgendwie bewältigen…aber gab es da nicht schon Ideen aus den USA Richtung „Verkompostung“?
Das Produkt hätte man dann ja wieder als „Kulturdünger“ auf die Felder ausbringen können…so hätte sogar die Landwirtschaft auf Kunstdünger verzichten können und großflächig auf eine „natürliche“ Variante umsteigen können.

Herr Vehrenkamp….ich vermute, dass Sie nicht so zynisch sind, dieses Szenario als denkbar zu empfinden….es wäre aber ein logische Fortführung ihrer steilen Thesen und Ihrer Bemühungsschwerpunkte, die Sie seit längerer Zeit immer wieder hier ins Forum einbringen.

Ich mag diese Art von Denke und Schwerpunktsetzung (doch whataboutism!!!) einfach nicht.

Merkt man das? Wenn ja, dann habe ich den richtigen Ton getroffen.

Tigrib
7 Monate zuvor

Wann schaffen wir endlich die Ferien ab. In der Zeit nimmt Fettleibigkeit, häusliche Gewalt und soziale Verwahrlosung deutlich zu. Weg damit. Ironie off.

Andre Hog
7 Monate zuvor
Antwortet  Tigrib

Vergiss die elendig langen Wochenenden nicht…an denen die lieben Keinen zum Sitzen vor dem Fernseher resp Computer verdammt sind, sich selbstständig mit Nahrungsmitteln versorgen müssen, weil die Schulkantinen mit der durchgängige schmackhaften und natürlich gesunden Kost ausfallen….man muss solche Dinge einfach konsequent zuende denken….dann kommt man auf ganz andere Konzepte von Gesellschaft, die zukunftsweisend sein können …. v.a. auch aus der Sicht der Sozialdemokratie, die sich immer noch am gesellschaftlichen Schichtenmodell festklammert …. oftmals in Ermangelung realitätsbezogenerer Konzepte.
Ganztag kann eine viel weitere Bedeutung haben als wir es z.Z. denken und umsetzen.

Zurück nach Sparta, wo man den Familien die kleinen Kinder nach einer kurzenPhase des Heranwachsens in die Hände professioneller Erzieher, Trainer, Schwertkämpfer gegeben hat, um sie mit Blutsuppe, strenger Disziplin, Diätik und anderen hübschen Dingen zu perfekten Staatsbürgern geformt hat.
Wofür braucht man Eltern??
Es reichen Erzeuger …. alles andere regelt der Staat 24/7/365.

Mhhm, dieser Post könnte Spuren von Sarkasmus, Ironie und Häme beinhalten….wer sowas findet darf es als vorgezogene Weihnachtsgeschenk behalten. Frohes Fest!!!!

Kritischer Dad*NRW
7 Monate zuvor

Ja ja der bekannt berüchtigte „Instrumentenkasten“. Psychische Krankheiten, allein durch Schulschließung verursacht. Die gefährlichste und teils hochansteckende Variante darunter soll die unbeherrschbare Einbildung (ICD: F 45.2) sein. Zur Vollständigkeit, so gut wie nicht vom unausrottbaren Faulfieber zu unterscheiden.

xy
7 Monate zuvor

Lieber psychisch krank als tot oder Long Covid!
Um mich auf Ihr Argumentationsniveau zu begeben.
Glauben Sie, Herr Vehrenkamp, dass es den Kindern und Eltern mit einer Omikron Infektion besser gehen wird?
Glauben Sie wirklich, dass hohe Infektionszahlen das Wohlbefinden der Kinder fördern?
Kurz, warum immer noch dieser altbackene Quark? Kinder und Jugendliche waren schon vor Corona belastet, schon vor Corona haben Therapieplätze gefehlt und es hat kaum jemanden gekümmert. Plötzlich interessiert man sich für die Psyche der Kinder?
Unsinn! Aber dieses Thema lässt sich so gut nutzen, um den Infektionsherd Schule offen zu lassen. Kinder werden instrumentalisiert.
Hätte man wirklich Interesse an Kindern, hätte man die Schulen sicher gemacht und würde Kinder nicht frieren lassen und mit Schulaufgaben überziehen.
Also ersparen Sie mir bitte die Leier der psychisch kranken Kinder.
Schule wie sie jetzt ist trägt sicher nicht zum Wohlbefinden und der Gesundheit der Kinder bei.

Rüdiger Vehrenkamp
7 Monate zuvor
Antwortet  xy

Und jetzt nehmen Sie diese von Ihnen völlig zurecht genannten Missstände und potenzieren Sie diese mit dem Faktor „Pandemie“. Schon erkennen Sie, auf welche Katastrophen ich aufmerksam mache. Die gleiche Mär hören wir beim Einzelhandel: Geht ein Geschäft den Bach runter, so war es schon vor Corona in einem desolaten Zustand. Ja, schön wäre es, wenn die Corona-Maßnahmen alle nichts mit dem Status Quo in mittelständischen Betrieben zu tun hätten.

Da eine Infektion in den allermeisten Fällen sehr milde bis nicht bemerkbar verläuft, ist diese wohl einer wochenlangen sozialen Isolation mit Spätfolgen vorzuziehen. Langfristig verhindern lassen sich Infektionen ohnehin nicht. Wir alle werden während unseres Lebens mehrmals mit dem Virus in Berührung kommen und es gibt absolut nichts, was wir dagegen tun können. Maßnahmen verhindern dies nicht, sondern zögern diese Begegnung nur hinaus. In der Zwischenzeit machen wir die Bevölkerung durch eben diese Maßnahmen mürbe und kaputt, während uns medial alle paar Monate eine neue Mutation um die Ohren gehauen wird, die die bisherigen Bemühungen zunichte zu machen scheinen. Leben im Hamsterrad aus Angst vor einem Virus, das bei den meisten nicht mal zutage tritt.

Mika
7 Monate zuvor

Setzen Sie sich dafür ein, dass die Schulen infektionssicher im Sinne der Risikominimierung der Übertragung sind. Und dann setzen Sie sich dafür ein, dass den Kindern, denen es zu Hause so schlecht geht, dass Schulen ihre Fluchtinseln sind (denn diese stellen Sie zur Begründung der offenen Schulen in den Vordergrund), in den Familien geholfen wird. Es sollte auch Ihnen um Ursachenbekämpfung gehen, nicht um Symptomlinderung oder -Verschleierung. Hier versagt die Familie und die Sozialhilfe in den Familien – das kann Schule (auch als Fluchtpunkt) niemals kompensieren, und das ist auch nicht ihre Aufgabe.

W.
7 Monate zuvor

@Rüdiger Vehrenkamp
„Geht ein Geschäft den Bach runter, so war es schon vor Corona in einem desolaten Zustand. Ja, schön wäre es, wenn die Corona-Maßnahmen alle nichts mit dem Status Quo in mittelständischen Betrieben zu tun hätten.“
( Das ist natürlich ! kein „Whataboutism“, das hat in dieser Form nur nichts mit dem Artikel oben zu tun. Schon klar. )
Und dann sind Sie auch noch Sachverständiger der Industrie- und Handelskammer „deutschlandweit“ und haben jeden einzelnen Betrieb im Blick.
Sapperlot!
Gut, dass wir hier auf Sie zurückgreifen können.

xy
7 Monate zuvor

Das Virus fräst sich durch die Gesellschaft, auch befeuert von offenen Schulen und Sie sprechen davon, dass wir es laufen lassen sollen. Sie haben schon von Long Covid gehört? Sie wissen, dass das auch Kinder und Jugendliche trifft?
Es durchlaufen zu lassen, würde viele Kinder und Jugendliche mit Long Covid bedeuten und auch tote Kinder.
Es ist immer wieder bezeichnend wie sich angebliche Verteidiger von Kinderrechten als Kinderhasser demaskieren. Niemand, der Kinder liebt, kann wollen, dass ein gewisser Prozentsatz langfristig erkrankt oder stirbt, nur damit andere ihre Pseudonormalität leben können!

MeinSenf
7 Monate zuvor

@ Rüdiger Vehrenkamp

Ihre Kommentare machen mich unglaublich wütend!

Dann erklären Sie bitte meinem Kind, dem es Zuhause gut geht, das sich im Distanzunterricht hervorragend entwickelt, sogar sein Lernverhalten deutlich besser strukturiert hat, nicht adipös geworden ist und am liebsten weiter so lernen würde, bitte, warum es sich durchseuchen und gefährden lassen muss. Weil andere Kinder eben Zuhause leider nicht so gut aufgehoben sind? Von solchen Kindern wie meinem gibt es übrigens auch eine hohe Dunkelziffer, nur fallen DIE eben nicht so auf, diese Kinder scheinen aber aus Ihrem Blickwinkel nicht wichtig zu sein.

Erklären Sie meinem Kind bitte, WARUM es selbst und seine alleinerziehende Mutter kein Recht auf eine Kontaktreduzierung oder adäquaten Gesundheitsschutz haben. Erklären Sie ihm bitte, WARUM wir in einer Pandemie an einen Ort gezwungen werden, wo es sich nicht sicher fühlt, da keine wirklichen Schutzmaßnahmen für einen sicheren Schulbesuch getroffen wurden, obwohl es eine gute, sichere und auch noch kostengünstige Möglichkeit gäbe, nämlich Distanz- oder wenigstens Wechselunterricht. Weil das Leben der anderen Kinder und Familien wichtiger ist als seines? Das kann doch wohl nicht Ihre Antwort sein.

Sollte es ihn oder mich schlimm treffen, denn die Möglilchkeit besteht durchaus (auch mit Impfung), werde ich mein Kind dann an Sie verweisen, da Sie ja anscheinend wissen, was das Richtige ist. Erklären SIE ihm dann bitte, warum sein Leben ruiniert wurde, denn wenn ich weg bin oder schwer erkrankt, hat mein Kind niemanden, der es auffängt und für es sorgt, damit würde es erst zu einem gefährdeten Kind. Aber vielleicht ist es Ihrer Meinung nach, ja in einem Heim oder einer Pflegefamilie besser aufgehoben als bei seiner liebenden Mutter.

Die Familien der Lehrkräfte, Erzieher und anderer dort Arbeitenden, die durch die unnötig hohe und vermeidbare Infektionsgefahr in Schulen von solchen Konsequenzen betroffen sein werden, die interessieren Sie anscheinend genauso wenig wie unsere Politiker.

Haben Sie auch nur einmal darüber nachgedacht, dass auch an uns meistens eine ganze Lebensgemeinschaft hängt, die im Moment durch unseren Beruf mitgefährdet wird? Das gilt übrigens ebenso für alle der oben erwähnten Kinder, die es in ihren Familien gut haben, die den Disantzunterricht vielleicht sogar mochten. Ich hoffe ja stark, dass das immernoch die Mehrheit der Kinder in Deutschland betrifft (also, dass sie es gut haben)! Für nicht wenige Kinder ist übrigens der Schulbesuch selbst (auch ohne Corona) eher eine Belastung oder ein Spießrutenlauf.
Meine Familie ist zwar klein, aber ist sie deswegen nicht wichtig?

Wie können Sie begründen, dass Sie offene Schulen fordern, wo es aktuell meistens eben keine nennenswerten Schutzmaßnahmen gibt und jeder in hohem Maße gefährdet wird? Weil Schulen die Sozialarbeiter und das Jugendamt quasi ersetzen müssen? Dass wir unseren Teil zum Schutz gefährdeter Kinder leisten und sicher auch helfen können, Fälle zu entdecken, ist richtig und wichtig. Aber in der aktuellen Situation offene Schulen zu fordern und damit auch die Kinder und Familien, in denen es gut läuft und die (so hoffe ich) in der Mehrzahl sind, in Gefahr zu bringen, Todesfällle oder dauerhaft erkrankte Familienmitlieder zu erleiden, KANN es nicht sein. Dann sage ich, Jugendämter und sie anderen Einrichtungen, die eben insbesondere für solche Fälle zuständig sind, sollten auch ihren Job machen und nicht die Verantwortung den Schulen zuschieben.

Alle müssen da durch, weil einige anderweitig in Gefahr sind, ist für mich kein passendes Argument. Oder ist deren Leben wichtiger als das derjenigen, die nicht akut durch die von Ihnen angeführten Probleme gefährdet sind?

Ich bin Lehrkraft, keine Sozialarbeiterin (hätte ich als solche arbeiten wollen, so hätte ich diesen Beruf ergriffen) und ich möchte meinen Schülerinnen und Schülern etwas beibringen, das habe ich gelernt, das kann ich gut und das kann ich auch im Distanzunterricht, auch wenn der nicht ideal ist! Ich wage zu behaupten, dass ich ein gutes Verhältnis zu meinen Schülerinnen und Schülern habe, habe auch schon Kinder und Eltern mit auf Ämter begleitet, obwohl das auch nicht meine Aufgabe ist. Einmal konnte ich einem stark gefährdeten Kind sogar helfen der schlimmen familiären Situation zu entkommen. Ich tue gerne viel für die Kinder und versuche, nahe an ihnen dran zu sein und meinen Job gut zu machen.

ABER ich bin nicht bereit mein Leben oder das meines Kindes für meinen Beruf zu gefährden! Und ich denke auch, dass ist mein gutes Recht, trotzdem werde ich dazu gezwungen! Und Sie krakeelen nach offenen Schulen für alle? Ist das Ihr Ernst? Kommen Sie und werden auch Sie Teil der ach so sicheren Schulen

Trulla
7 Monate zuvor

Bieten Sie doch einfach eine Präsenzbetreuung für gefährdete SuS an.
Das ist doch für Sie Sozialpädagogen eine wichtige Aufgabe.
Die, die nicht durch“Schulschließung“ gefährdet sind und sich über DU freuen, bleiben zu Hause und arbeiten von dort und Sie gehen in die Notbetreuungsfront.

TaMu
7 Monate zuvor

@ Rüdiger Vehrenkamp
Gerade weil es Kinder gibt, die in ihren Elternhäusern gefährdet sind, müssen Infektionen vermieden werden. In solchen Familien hat ja nicht einfach das Kind einen „milden Verlauf“. Nein, wegen dem „kleinen Scheisser meiner Alten“ kann der einzige Verdiener im Niedriglohnbereich wegen Quarantäne nicht arbeiten gehen und die „Alte“ und ihr Balg sind mit dem Typen eingesperrt und Hilfe kann auch keine kommen. Jetzt lassen wir noch eine heftige Infektion der Mutter dazu kommen… und schon hat der „Dreckskerl“ seine Mutter aufm Gewissen, Alllder dafür wird er nachm nächsten Bier büßen…
Um solche Familien, die ohnehin mit oder ohne Schule kaum mehr erreichbar sind, zu schützen, müssen die Opfer jederzeit fliehen oder Hilfe holen können, das heißt, ohne Quarantäne, ohne Krankheit. Deshalb darf kein Kind einer Infektion in der Schule ausgesetzt werden. Gerade diese Kinder sind beim Tod eines Elternteils durch von ihnen eingeschleppte Infektion körperlich und seelisch maximal ungeschützt. Die Schule muss für sie ein Schutzraum bleiben und darf keine weitere Gefahrenquelle sein.

MeinSenf
7 Monate zuvor

@Rüdigere Vehrenkamp

(Nachtrag, von dem ich hoffe, dass er an der richtigen Stelle landet, da mein erster Kommentar noch nicht freigeschaltet ist.)

Sie möchten quasi – für eine (wie Sie selbst unten zugeben) gefährdete Minderheit – alle nicht gefährdeten Kinder und ihre Familien im Hintergrund in schulische Geisel-, beziehungsweise Durchseuchungshaft nehmen. Mit welchem Recht? Mit welcher echten, tragfähigen Begründung? Dass es vermehrt „intakte“ Familien gibt, in denen die Kinder psychische Störungen gibt? Da stellt sich mir die Frage, ob diese Familien wirklich so intakt sind.
Außerdem könnte die Zunahme vielleicht auch bei vielen daran liegen, dass wir uns in einer PANDEMIE befinden, die Angst machen kann und die durch das ständige Hin und Her in der medialen Berichterstattung einfach sehr belastend sein kann. Angst, die Infektion mit nach Hause zu bringen und für die Erkrankung von Geschwistern, Eltern oder Großeltern verantwortlich zu sein, die vielleicht dann nicht ganz so glimpflich abläuft wie der viel beschworene leichte Verlauf bei Kindern? Angst, dass sich dadurch das eigene Leben dauerhaft zum Negativen verändert, weil Mama nicht mehr arbeiten kann, weil Papa nie mehr aus dem Krankenhaus nach Hause kommt, weil Oma tot ist?
Zusätzlich wirken vielleicht auch die vielen sinnlosen Pseudo-Schutzmaßnahmen, die aber als tolle Hygienekonzepte verkauft werden und die kaum verhohlenen Unwahrheiten darüber nicht unbedingt förderlich auf die psychische Gesundheit aller Beteiligten.
Das ständige Zerren in alle Richtungen durch die oft undurchdachten Entscheidungen durch unsere Politik, die keine verlässlichen Planungen zulassen tut sicher auch ihr Übriges.
Psychische Belastungen, die durch diese Ängste entstehen und krank machen, scheinen in Ihrer Argumentation keine Rolle zu spielen, dabei sind genau das die, die ich in meinem Alltag am häufigsten sehe. Was ist denn damit? Wo berücksichtigen Sie das in Ihrer Forderung nach offenen Schulen?

Sie führen unten an, dass ja nicht nur Schulen geschlossen waren (was sie bei genauem Hinsehen nie richtig waren), fordern aber stellvertretend für alle die von Ihnen angeführten weggefallenen Aktivitäten und Begegnungsmöglichkeiten, schlicht offene Schulen.

Noch einmal mit welcher Begründung möchten Sie, dass alle sich dem aussetzen müssen? Schulen als Allheilmittel. Warum fordern Sie nicht Distanzunterricht, aber offene Sportvereine mit festen Kleingruppen als Möglichkeit? Diese wären dann auch gut nachvollziehbar.
Glauben Sie wirklich, die Kinder von „intakten“ Familien (wie Sie es nennen) hätten sich tatsächlich nie mit anderen getroffen? Das glaube ich nicht und kann auch aus den Berichten meiner Schülerinnen und Schüler entnehmen, dass sie sich sehr wohl in ganz kleinen (gut nachverfolgbaren) Gruppen durchaus getroffen haben. Bei den meisten verantwortungsvollen Eltern waren es ziemlich feste Grüppchen, die aber einen Ausgleich zu den ansonsten fehlenden Treffen boten. Warum fordern Sie nicht, Wechselunterricht, der Treffen ermöglichen würde, aber eben auch Abstand und leerere Busse?

Nein, offene Schulen sind in Ihren Augen anscheinend die Rettung der (jugendlichen) Welt, koste es, was es wolle! Einmal Durchseuchung für alle bitte, auch für die, die gar nicht durchseucht werden müssten und es schon gar nicht wollen!

Echt
7 Monate zuvor

Notbetreuung war immer möglich. Es gibt weiterhin Familien, die für ihre Kinder sorgen können und wollen. In kleineren Notbetreuungsgruppen ging es vielen Kindern, die sich sonst im schulischen Alltag weniger wohlfühlen, im vergangenen Lockdown tatsächlich auch in der Schule endlich besser. Ich habe von Schülern gehört, die sich beim Lehrer bedankt haben für die Zeit und Aufmerksamkeit, die in sie ihnen in den kleineren Notbetreuungsgruppen geben konnten. Schulen sind kein Allheilmittel gegen Psychostress, sondern häufig auch Auslöser.
Ich finde es einfach unglaublich, wie Familie allgemein als Ort potentieller Kindeswohlgefähdung dargestellt werden. Das ist nicht der Regelfall.

Wenn die Politik alles aus dem Ruder laufen lässt, bis nichts mehr geht, wird es zwangsläufig zu einem längeren Lockdown kommen. Spätestens, wenn es „unschöne“ Bilder gibt. Das soll dann gut für die Psyche sein?

Mir fehlt ein vorrauschauendes Denken und Handeln. Wenn die Kinder und ihre Bildung den Verantwortlichen am Herzen liegen würde, müssten sie spätestens jetzt erkennen, dass Schule so nicht mehr funktioniert. Kleinere Klassen beispielsweise würden Psyche, Bildung und Sozialverhalten guttun. Schule ist aktuell doch in erster Linie Massenverwahrung. Gymnasien mit zusätzlichen Druck und Leistungsdenken. Das einzelne Kind kann oft nicht gesehen werden. Dafür reichen die Ressourcen nicht.
In einer Familie wird ein Kind im Regelfall schon gesehen. Es wird doch aktuell zu einem Problem, weil Wirtschaft und Politik seit geraumer Zeit suggerieren wollen, dass Kinder easy zu organisieren sind. Schule und Kindergarten werden für die Versorgung der Kinder verantwortlich gemacht, statt Familien zu stärken und als Kern der Gesellschaft entsprechend wertschätzend anzuerkennen. Ist so nicht gewollt. Und die gesamte Gesellschaft wird in Kollektivhaftung für familiäre Missstände genommen. Familien werden als allgemein verdächig dargestellt. Familiäre Verantwortlichkeiten, wie gemeinsames Essen und das Erlernen von Selbstfürsorge, werden abgegeben. Natürlich geht so auch viel familiäres Wissen und Eigenständigkeit verloren. Das vermeintlich fürsorgliche Verhalten des Staates führt zwangsläufig zu Abhängigkeiten. Daraus resultieren auch viele der von Ihnen beschriebenen Missstände.

Echt
7 Monate zuvor
Antwortet  Echt

Kommentar @Rüdiger V

Rüdiger Vehrenkamp
7 Monate zuvor
Antwortet  Echt

Natürlich haben Sie völlig recht, wenn Sie sagen, dass Kinder in den Familien in der Regel gut aufgehoben sind. Doch selbst intakte Familien haben nach den beiden Lockdowns depressiv kranke Kinder zu beklagen.

Es geht ja nicht nur um geschlossene Schulen. Kindern und Jugendlichen wurden auch etliche andere Erfahrungen genommen: Jugendeinrichtungen waren geschlossen, Sportvereine durften nicht trainieren, das Treffen zwischen Jugendlichen wurde teils monatelang unterbunden, keine Klassenfahrten, keine Ausflüge, kein gemeinsames Erleben in der Peergroup. In Summe musste die junge Generation am meisten zurückstecken. Wenn ich „Schule“ sage, dann meine ich nicht nur die Zeit im Klassenzimmer, sondern das Drumherum: Erwachsen werden, Abnabelung von den Eltern, die erste Liebe… Ich denke, Sie wissen, worauf ich hinaus will.

Kindern und Jugendlichen muss man die Angst vor einer Krankheit nehmen, die sie in aller Regel kaum betreffen wird. Die Erwachsenen sind in der Verantwortung in der Pandemie für Kinder und Jugendliche so viel Normalität wie möglich zu bieten. Daher dürfen Schulen nicht mehr geschlossen werden.

xy
7 Monate zuvor

Warum fordern Sie nur offene Schulen, aber keine sicheren Schulen, wenn Ihnen Kinder doch so am Herzen liegen?

Andre Hog
7 Monate zuvor

Wenn Sie ein solcher Spezialist auf der Ebene der Sozialarbeit im Bereich Kinder und Jugendliche sind, dann können Sie bestimmt auch in einem SnapCounseling erkennen, welcher der beiden Fälle beim Jugendamt als problematischer und alshandlungserzwingend gelten wird.

Eine Familie, der es nicht gelingt, ihren Kindern in einer Krisenzeit „Normalität“ zu vermitteln und ihnen jegliche Angst und Sorge vor der klar erkennbaren Krise zu nehmen oder eine Familie, die die Gesundheit ihrer Kinder sorglos aufs Spiel setzt, die Kinder gesundheitlichen Risiken aussetzt, deren Folgen auch oder gerade in Einzelfällen nicht absehbar sind…und darauf setzt, dass schon nichts passieren wird.

Ich habe lange genug im Bereich der ambulanten Jugendhilfe gearbeitet, um Ihnen eine nachvollziehbare Prognose zu dieser Interventionsentscheidung seitens der Kinder— und Jugendhilfe zu geben.

Das Wort „Kindeswohlgefährdung“ spielt bei dieser Prognose ein klare Rolle …und der Skandal ist, dass dieses Wort für die KuMis überhaupt keinen Stellenwert zu haben scheint.

Dil Uhlenspiegel
7 Monate zuvor
Antwortet  Andre Hog

Das ist gut!

Echt
7 Monate zuvor

Sicherlich teilen wir Grundhaltungen bezüglich einer wünschenswerten Kindheit und Jugend. Mir tut die aktuelle Situation, mit all den verpassten Erfahrungen für Kinder und Jugendliche, wirklich weh. Das Risiko einer möglichen Infektion und den Auswirkungen für das einzelne Kind und somit seiner Angehörigen und der Gesellschaft, schätzen wir jedoch unterschiedlich ein. Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Wir wissen zu wenig über die langfristigen Auswirkungen einer Infektion bei Kindern, selbst, wenn die akute Erkrankung unproblematisch erscheint. Was macht das Virus im Körper? Kann es sich verstecken und reaktivieren? Das alles wissen wir nicht. Ich empfinde diesen Virus als sehr heimtückisch, weshalb ich zumindest den Versuch einer grundsätzliche Vermeidung dieser Infektion für sinnvoll halte. Mögliche chronische Folgerkrankungen beeinträchtigen ein Leben langfristig. Ich spreche aus Erfahrung.
Die politisch Verantwortlichen kennen nur Schule auf oder zu. Das macht keinen Sinn. Ich bin wirklich wütend, dass sie ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Es gibt viele Ideen von Seiten der Lehrer oder Jugendhilfe. Sie werden nicht gehört und wir streiten uns hier über die Krumen, die uns zugeworfen werden, statt, dass die Verantwortlichen den Sorgen und Bedürfnisse der Familien, Schüler und Lehrer gerecht werden.

Maren
7 Monate zuvor

Jerr Vehrenkamp.Ihre Verharmloserei geht mir auf den Geist.Wir haben eine Pandemie,keinen verdammten Ponyhof!Alles offen lassen und Normalität vorgaukeln ist nunmal nicht drin!Abgesehen davon leiden Kinder auch ,wie oft schon hier erwähnt,unter der Angst vor Ansteckung und Erkrankung,die sieaus der Schule mitbringen.Und ich frage nochmal,MIT WELCHEM RECHT nehmen sie ALLE für WENIGE gesundheitlich in Mithaftung?Dann setzen sie sich für Präsenzpflichtaussetzung ein,sodass jeder eine Wahl hat.Garantieren können Sie gar nichts.Meine Tante hatte auch einen milden Verlauf,vor einem Jahr.Jetzt ist sie tot.Und kommen Sie mir nicht mit Alter.Es gibt auch fitte junge Sportler,die nach mehreren Monaten plötzlich mit Folgeerkrankungen zu tun hatten.Solange es keine Garantie gibt,können Sie nicht einfach pauschale Aussagen treffen.Schon gar nicht bei einem sich EXPONENTIELLverbreitenden,potentiell tödlichen Virus.

Rosa
7 Monate zuvor

Die KM sollten sich eine ehrliche Frage stellen, wollen wir die Arbeit von Ärzten und Pfleger übernehnem und leisten. Die Hochleistung ist für diesen Berufszweig Dauerleistung und die KM und Politik überlegen viel zu lange, welche Maßnahmen eintreffen sollen. Kostbare Zeit vergeht und erneutes Menschenleben wird geopfert. Da sind Schulschließungen auch ein wichtiger Beitrag um Infektionen zu vermeiden.https://www.stadtlandmama.de/content/alleinerziehende-intensiv-krankenschwester-hohe-belastung-wenig-lohn So oft wie Pfleger und Ärzte den Tod gesehen haben, stellt sich die Frage nicht zwischen entweder auf oder zu.
Da ist ein klares ja gefordert um Entlastung zu schaffen.

Marion
7 Monate zuvor

@Echt
Volle Zustimmung in allen Punkten.
Vor allem was das „Outsourcen“ familiärer Erziehungsarbeit betrifft.

Lisa
7 Monate zuvor

Hat da echt noch einer vor Corona Angst? Jetzt im Ernst, glaubt da noch einer an diesel Narrativ?! Gähn.