10.000 akut Corona-infizierte Kinder – GEW: Lockerungen an Schulen zu früh!

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Jeder 20. Schüler in Sachsen-Anhalt ist derzeit corona-positiv. Von gut 199.700 Schülerinnen und Schülern seien es am Donnerstag etwa 10.000 gewesen und damit fünf Prozent, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Statistik des Bildungsministeriums hervorgeht. Eine Woche zuvor hatte der Anteil der akut infizierten Schüler noch bei knapp vier Prozent gelegen. Trotzdem hat die Landesregierung Lockerungen der ohnehin wenigen Schutzmaßnahmen an Schulen in Aussicht gestellt – zu früh, findet die GEW.

Die fünfte Welle läuft durch die Kitas und Schulen. Foto: Shutterstock

Die von der sachsen-anhaltinischen Landesregierung angekündigten Lockerungen der Corona-Maßnahmen an den Schulen kommen aus Sicht der GEW zu früh. Die Zahlen der infizierten Schüler stiegen derzeit weit über den Durchschnitt der Bevölkerung, erklärte die Gewerkschaft am Freitag in Magdeburg. «Eine Prognose zur weiteren Entwicklung oder gar Lockerungen sind aus Sicht der GEW frühestens zwei Wochen nach den Winterferien möglich», sagte GEW-Landeschefin Eva Gerth.

Bis dahin sollten alle Gesundheitsmaßnahmen an Schulen und Kitas weitergeführt und ausgebaut werden. Masken und tägliche Tests seien wichtig, Luftreinigungsanlagen müssten schneller beschafft werden. An diesem Freitag haben die Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt ihre Halbjahreszeugnisse erhalten. Es folgt eine Woche Winterferien. Am 21. Februar startet die Schule wieder.

Das Bildungsministerium hatte erklärt, dass in der ersten Schulwoche nach den Ferien die täglichen Corona-Tests für Schüler und die Maskenpflicht im Unterricht beibehalten werden sollen. Wenn sich das Infektionsgeschehen verringere, solle ab dem 28. Februar in allen Schulformen und Klassenstufen auf das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht verzichtet werden, wie News4teachers berichtete. Es bleibe aber bei den Tests an allen Schultagen. Ab dem 7. März könne die Zahl der Tests auf dreimal pro Woche reduziert werden, wenn es das Infektionsgeschehen zulasse.

Zum Stichtag am Donnerstag hatten sich neden den 10.000 Schülerinnen und Schülern 616 Lehrkräfte angesteckt, was einem Anteil von 4,3 Prozent entsprach – nach 3,1 Prozent in der Vorwoche. Zu den infizierten Schülern und Lehrkräften kommen derzeit weitere 7240 Schüler und 179 Lehrer, die sich in Quarantäne befinden.

Den Zahlen zufolge ist der Präsenzbetrieb an knapp 13 Prozent der Schulen eingeschränkt, weil sich wegen aktueller Covid-19-Fälle Klassen oder Lerngruppen im Distanzunterricht befinden. Zum Stichtag hatten 724 der 785 öffentlichen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ihre Zahlen gemeldet. News4teachers / mit Material der dpa

100.000 Kinder sind seit Jahresbeginn symptomatisch an Corona erkrankt – Bildungssenator sieht „Zeichen der Hoffnung“

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Leseratte
3 Monate zuvor

„+++ 06:43 KMK-Chefin Prien: Tests an Schulen schrittweise beenden +++
Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien, fordert Lockerungen der Corona-Maßnahmen an Schulen. „Wir müssen raus aus einer Kultur der Angst an den Schulen“, sagt die schleswig-holsteinische CDU-Bildungsministerin der „Bild“-Zeitung. Wenn ab Mitte Februar, Anfang März geöffnet werde, müsse auch an Schulen gelockert werden. „Sport und Musikunterricht muss wieder in vollem Umfang stattfinden. Das Testen muss schrittweise enden. Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche.“ Schrittweise müsse die Testpflicht zur „Testmöglichkeit“ werden. Auch die Maskenpflicht müsse nach und nach fallen, zuerst im Klassenraum am Platz, dann im Gebäude. Ihre Begründung: Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei in ersten Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Hamburg bereits überschritten, so Prien. „Das zeigt sich erfreulicherweise auch in den rückläufigen Infektionszahlen bei den 5- bis 18-Jährigen.“ Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hingegen, die Omikronwelle habe den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff. Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden. Zahlen der Kultusministerkonferenz zufolge waren in der vergangenen Woche in Deutschland etwa sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler und rund drei Prozent der Lehrkräfte entweder infiziert oder in Quarantäne.“

https://www.n-tv.de/panorama/09-50-Mehrheit-der-Deutschen-haelt-Soeders-Ankuendigung-fuer-falsch–article21626512.html

Rückläufige Infektionszahlen? Bei uns in Thüringen geht es gerade erst richtig los. Bei uns zurzeit Infektionen in fast allen Klassen. In manchen Klassen nur ein Viertel der SuS anwesend vergangene Woche. Und zahlreiche erkrankte LuL. Tageweise für einige Klassen Distanzunterricht, weil nicht genügend LuL dienstfähig sind. Wir haben sehr viele LuL um oder über 60, auch mit Vorerkrankungen. Und dann reden wir über Aufhebung der wenigen Schutzmaßnahmen, die wir überhaupt haben? Die Tests sind unsicher, bei uns wurde ohnehin immer nur 2x wöchentlich getestet, auch wenn es Infektionsfälle in der Klasse gab. Da kann natürlich jemand, der Montag mit niedriger Viruslast (Sensitivität unserer Tests 0%) oder hoher Viruslast (Sensitivität 35%) beim Testen nicht gefunden wird, erst mal noch bis Donnerstag lustig seine steigende Viruslast in der Schule verteilen. Die Maskenpflicht auch im Unterricht ist eigentlich das Einzige, was in Räumen mit 30 SuS allen etwas Schutz bietet.

Carsten60
3 Monate zuvor

Die Überschrift ist dann missverständlich, wenn „infiziert“ einfach „positiv getestet“ bedeutet. Ein Normalbürger denkt bei „infiziert“ an „krank mit Symptomen“. So war das auch immer bei Masern oder anderen Infektionskrankheiten, auch Schnupfen und Husten. Es wurde ja nie getestet, also betrachtete man die Zahl derer, die tatsächlich erkennbar krank waren.
Dass 5 % aller Schüler tatsächlich krank sind, habe ich nie gelesen und wäre doch überrascht, wenn es so wäre.

Carsten60
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Trotzdem klingen die Zahlen dramatischer als sie wohl sind. In dem Link, den die Redaktion gerade angab, ist von „Konsultationsinzidenz“ die Rede, das entspricht der Zahl der Arztbesuche wegen Corona, oft natürlich auch rein vorsorglich mit möglicher Entwarnung. Und es steht da, dass die Zahl derer, die tatsächlich ins Krankenhaus kamen, verschwindend gering ist, weit unter 1 % aller, die mit Symptomen erkrankt waren.
Wahr ist ja wohl auch, dass man solche Zahlen für Masern oder andere „normale“ Infektionskrankheiten wie Scharlach nie erfahren hat. Ich fände einen Vergleich besser. Sonst stehen solche Zahlen einfach isoliert da.
Man kann mit Zahlen das Volk allzu leicht beeindrucken: Zum Beispiel bedeutet eine Milliarde Euro in einem Jahr nicht mehr und nicht weniger als etwa einen Euro pro Kopf der Bevölkerung und pro Monat. Das hört sich doch gleich nach viel weniger an, nämlich nach fast nichts, gell? Eine Milliarde dagegen klingt nach einer bedrohlich hohen Zahl.

Sarabande
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

@Carsten, in gewissen Kreisen wird die ganze Zeit über dramatisiert. Aber es darf ja bei uns jeder seine Meinung haben.

Lehrer mit Seele
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Vielen Dank, dass Sie wissen, was ich als Normalbürger so an Allgemeinbildung haben darf. Man könnte fast vermuten Sie bekleiden ein politisches Amt.

Anne
3 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Nur mal so als anekdotische Evidenz: in einer 3 Klassen unserer Schule sind derzeit jeweils etwa 50 % der Kinder erkrankt. Und ja, die sind „richtig“ krank, mit starkem Husten und nächtlicher Atemnot und hohem Fieber.

Sarabande
3 Monate zuvor
Antwortet  Anne

Das ist tatsächlich eine „anekdotische Evidenz“ (und Sie können ALLES behaupten, solange es niemand überprüfen kann). Für meine Schule trifft das nicht zu. Mal hier, mal da ein positiver Fall. Und immer harmloser Verlauf bisher.

Anne
3 Monate zuvor
Antwortet  Sarabande

Vielleicht schauen Sie sich mal die Inzidenzzahlen der 5- bis 14jährigen an. Dann können Sie weiter „Behauptungen“ unterstellen.
https://risikogebiete-deutschland.de/