Ein Sechstel weniger Lehramts-Absolventen als 2012 – Deutscher Lehrerverband schlägt Alarm

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BERLIN. Die Zahl der Lehramtsabsolventen ist im Zehn-Jahres-Vergleich um ein Sechstel gesunken – für den Deutschen Lehrerverband ist das ein „unübersehbares Alarmzeichen“.

Der Lehrerberuf verliert offenlichtlich an Zugkraft. Illustration: Shutterstock

Im vergangenen Jahr haben rund 28.900 Lehramtsstudierende ihre Abschlussprüfungen im Master oder 1. Staatsexamen bestanden, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltlehrertags am 5. Oktober mitteilt. Das waren zwar 3,8 Prozent mehr Lehramtsanwärterinnen und -anwärter als im ersten Corona-Jahr 2020 (rund 27.900), als zahlreiche Prüfungen pandemiebedingt in Folgesemester verschoben wurden. Im Zehnjahresvergleich sank die Zahl der Lehramtsabsolventinnen und -absolventen mit einem Masterabschluss oder dem 1. Staatsexamen jedoch deutlich um 13,8 Prozent.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, äußert sich sehr besorgt über die – nach seinen Worten – „mangelnde Attraktivität des Lehrerberufs bei Studienanfängern“. Der Verbandsvorsitzende betont: „Es ist ein unübersehbares Alarmzeichen, dass es trotz des offensichtlichen Lehrkräftemangels kaum gelingt, mehr junge Menschen für den gesellschaftlich so wichtigen Beruf einer Lehrkraft zu interessieren und zu gewinnen.“

„Wer mehr junge Menschen für den Lehramtsberuf gewinnen will, muss die schulischen Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern“

Gleichzeitig warnt Meidinger die Politik vor scheinbar einfachen Lösungsversuchen wie etwa der Vereinheitlichung der Lehramtsausbildung, um Lehrkräfte flexibler einsetzen zu können, oder der Rekrutierung von Quereinsteigern, ohne diese umfassend nachzu­qualifizieren.

Er betont: „Beide Maßnahmen versuchen den Lehrkräftemangel auf Kosten der Qualität zu beheben und gehen daher mittel- und langfristig auf Kosten der Bildungsqualität und der Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen! Wer mehr junge Menschen für den Lehramtsberuf gewinnen will, muss die schulischen Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern. Derzeit passiert das Gegenteil: Noch nie erreichten den Deutschen Lehrerverband mehr Klagen über Missstände und fehlende Ressourcen an Schulen wie derzeit.“ News4teachers

Lehrermangel! Bis zu 40.000 freie Stellen können nicht mehr besetzt werden

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52 Kommentare
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Emil
1 Monat zuvor

Der erste Schritt wäre Arbeitsschutz wie in jedem anderen Beruf! Glauben die Deppen da oben denn wirklich, dass ein rational denkender Mensch nach Corona noch Lehrer wird????

fabianBLN
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Was hat das mit Corona zu tun? Schauen Sie mal über den Tellerrand hinaus. Nach Ihrer „Logik“ dürfte ja kein rational denkender Mensch, ha,ha, noch irgendeinen Beruf ergreifen, nicht wahr? Und was machen die dann alle?

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Sie haben schon mitbekommen, dass es in fast jedem Beruf Arbeitsschutzgestze gibt?! Nur bei Lehrern nicht.
Aber dumm schreit am Lautesten, nicht wahr!

Eyleen
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Es ist schon so: Für Lehrkräfte gelten ganz grundlegende Prinzipien des Arbeitsschutzes offenbar nicht, das fängt bei den Stühlen an, auf denen keine Bürokraft sitzen dürfte.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Eyleen

Von den nicht einhaltbaren Pausen nach sechs Stunden Arbeit mal abgesehen….

Boomerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

…..und nach 8 Stunden Unterricht noch eine zweistündige Konferenz, alles ohne Mittagspause!!!!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Boomerin

So ist es!

Und mal ehrlich – es könnte auch heißen:

„und nach 8 Stunden Unterricht noch eine

(völlig unnötige und ergebnislose)

zweistündige Konferenz, alles ohne Mittagspause!!!!“

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Es geht tatsächlich nicht um die Infektionsgefahr und den Arbeitsschutz alleine, sondern um die Art und Weise wie der Dienstherr in solchen Situationen mit den Lehrern umgeht. Das bekommt nun jeder mit und das schreckt ab. In anderen Berufen kann ich da mehr Fürsorge und Respekt gegenüber den Angestellten erkennen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Wo waren Sie die letzten, hm, zwei Jahre?

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Genau!

Kurz vor der Aufnahme des Lehramtsstudiums noch mit dem Abi-Jahrgang in Lloret gewesen und zwei verlorene Jahre der Jugend nachgeholt, demnächst eine Erstsemester-Party nach der anderen feiern, aber seine Berufsentscheidung am Arbeitsschutz ausrichten…mit 19 Jahren.

Sie scheinen sich mit jungen Menschen echt gut auszukennen.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Es gibt auch viele übergewichtige oder an Atemerkrankungen leidende Jugendliche. Die werden es sich jetzt zwei Mal überlegen, ob sie den Lehrerberuf ergreifen sollen.

SekII-Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Sie wären erstaunt, wie pragmatisch und rational Heranwachsende sein können. Niemand, der die letzten zwei Jahre mit Maske und offenen Fenstern Abschluss gemacht hat, will wieder in so ein Arbeitsumfeld. Von der Generation „Hybridunterricht“ ganz zu schweigen, die waren nachhaltig entsetzt, wie man mit ihnen – und ihren Lehrkräften – umgegangen ist.
Sorry, Sie wissen nicht, wovon Sie reden.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Meine Nichte hat in diesem Jahr Abitur gemacht, sich an der Uni Oldenburg und Bremen eingeschrieben, ist zunächst auf der Warteliste gelandet und hat jetzt eine Zusage bekommen.

Das Abi hat Sie so gefeiert, wie zuvor beschrieben. Inkl. Corona-Infektion.

Von einer Entscheidung pro Lehramt hat sie das nicht abgebracht.

Soviel zu Ihrer Einschätzung, „ich wüsste nicht, wovon ich rede“, die ich überflüssig fand.

Grundsätzlich ist aber weder meine Beobachtung noch die Interpretation zur Berufsentscheidung durch Lehrkräfte vor Ort relevant.

Insgesamt geht es aber um Fakten und Trends:

In den vergangenen Jahren hat es (gemäß Artikel) im Zehnjahresvergleich 13,8 % weniger Absolventen gegeben aber immer noch ca. 28.000. Dieser Rückgang ist wohl kaum auf die Pandemie zurückzuführen. Selbst die besten Nachwuchstalente schaffen ihr Studium nicht in 2 1/2 Jahren…

Interessant ist daher nur die Zahl bzw. der Trend der Erstsemester. In Bayern sank die Zahl von 2017 – 2022 beispielsweise um 7 Prozent. Und hier gibt es dann auch noch Unterschiede bzgl. der gewählten Schulart.

Lehrkräftemangel: Immer weniger Lehramtsstudierende an Bayerns Hochschulen | ZEIT ONLINE

N4T brachte kürzlich einen Artikel:

„In den vergangenen Jahren hatten sich immer mehr junge Menschen für ein Lehramtsstudium entschieden. Im Wintersemester 2020/2021 lag die Zahl der Studierenden in Lehramtsstudiengängen mit 265 600 Studierenden auf dem höchsten Wert seit mehr als 25 Jahren. Im Wintersemester 2021/2022 konnte dieses Niveau mit 265.200 Lehramtsstudierenden in etwa gehalten werden, es gab nur einen minimalen Rückgang um knapp 0,2 Prozent. Deutlich gesunken ist hingegen die Zahl der Studienanfänger im ersten Hochschulsemester: Sie fiel um 14 Prozent von 37.400 im Studienjahr 2020/2021 auf 32.300 im Studienjahr 2021/2022. Der Rückgang bei den Lehramtsstudiengängen fiel dabei deutlicher aus als der demografisch wie pandemiebedingte Rückgang bei den Studienanfängern insgesamt (‑4 Prozent).“

Teilzeitquote von Lehrkräften steigt auf Rekordniveau – Zahl der Studienanfänger ins Lehramt knickt ein | News4teachers

Ergo:

Es gab 2020/2021 ein 25-Jahreshoch bei den Studierenden. Die gesunkene Quote (14 %) der Erstsemester muss man beobachten und vielleicht verstetigt sich hier ein Trend. Noch ist die vielfache Feststellung hier statistisch aber (noch) nicht belastbar.

Würden langfristig 30.000 Erstsemester beginnen UND abschließen, wären viele Probleme gelöst.

Blöderweise haben wir noch den Ausstieg der die „Babyboomer-Generation“ vor uns, sodass der Bedarf und die Ausbildung nicht immer korrelieren wird und weitere Engpässe entstehen. Auch durch Teilzeitbeschäftigung.

Vielleicht können wir uns ja darauf verständigen, dass sich die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften strukturell verbessern müssten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familien (Stichwort Teilzeit) zu ermöglichen, die Gesundheit und Arbeitskraft und die Motivation und den Spaß am Beruf der Lehrerinnen und Lehrer zu erhalten.

Dann wird der Beruf vielleicht auch für die Schüler attraktiv.

Parallel muss man (offensichtlich) auch an die Ausbildung ran und Abbrecherquoten während des Studiums und nach Berufseinstieg (Theorie vs. Praxis) zu minimieren.

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Warteliste – soso.

Dann doch Zuschlag – sososo.

Da sind wohl einige abgesprungen…. Warum nur?

Fr.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Emil

Mit Corona hat die schwindende Anzahl der Lehramts-Absolventen garantiert nichts zu tun, werter Emil.
Ich wundere mich nur, wie man eine solche Behauptung aufstellen kann und andere darauf auch noch abfahren.
Kein Abiturient interessiert sich vor Aufnahme eines Studiums, wie der Arbeits- oder Gesundheitsschutz im späteren Beruf aussieht. Ihn interessieren ganz andere Dinge.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Fr.M.

Danke.

Leider schießt man sich damit nur selber ins Knie.

Wenn man ein subjektives Selbstbild aufbaut, um subjektiven Fremdbildern zu begegnen, dann wird der Lösungskorridor für objektive Probleme automatisch kleiner.

Offensichtlich trifft es aber die Stimmungslage vieler.

Mit der Realität und der Lebenssituation vieler Menschen hat das nichts zu tun.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Fr.M.

Sie meinen ernsthaft, dass die Abiturienten nicht mitbekommen haben, dass bundesweit der Schutz vor einem neuen, unbekanntem Virus mit damals unabsehbaren Folgen zum einem in „Schulen zu, seht mal zu, wie Ihr klar kommt, Ihr Lehrer, Schülern und Eltern!“ und anschließend in den allermeisten Schulen aus „Fenster auf und frieren“ bestand? Sie meinen, die Abiturienten könnten nicht erfassen, dass die Gesellschaft und die Politik dadurch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht haben, welchen Stellenwert Bildung und der Lehrerberuf haben? Sie unterschätzen die jungen Leute sehr!

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich sehe das nicht ganz so kritisch.

Anfang 2020 kam die folgende Studie/Umfrage bzgl. der Berufswünsche von jungen Menschen heraus.

Unter Mädchen ist der Beruf des Lehrers mit 10% der Befragten auf Platz 1 gelandet.

Zugegeben, die Pandemie ist da nicht mit eingepreist. Ich würde aber dennoch von einem grundsätzlich hohen Interesse ausgehen.

Was glaube ich eine Rolle spielt: Wenn Kinder in einem Lehrerhaushalt aufwachsen, einen „Realitätscheck“ durchmachen und ggf. sogar noch einen Vergleich zwischen Wirtschaft und Lehramt vornehmen können.

So wie ich es abgespeichert habe, ist Ihre Familie ein Beispiel dafür.

Kann mir daher gut vorstellen, dass hier die Sichtweise auf die Belastung deutlich realistischer ist und auch alternative Berufsentscheidungen nach Diskussion mit den Eltern getroffen werden.

Der große „naive Rest“ sieht es vielleicht nicht ganz so kritisch.

Ich sehe zumindest keine absolute Trendumkehr. Selbst wenn der Beruf im Ranking um 2-3 Plätze nach hinten rutscht, wäre das Interesse noch vergleichsweise hoch.

https://www.lmz-bw.de/landesmedienzentrum/aktuelles/aktuelle-meldungen/detailseite/oecd-studie-die-beliebtesten-berufswuensche-von-teenagern/

Carsten60
1 Monat zuvor

Und wie hoch ist die Abbruchquote, d.h. der Unterschied zwischen der Zahl der Erstsemester in Lehramtsstudiengängen in einem Jahr und der Zahl der Absolventen entsprechend viele Jahre später?

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Genau das ist die richtige Frage!!

> 30.000 fangen an.

< 30.000 hören auf.

Bei einem Bedarf von 900.000 LK in Deutschland und 35 Jahre angenommen Dienstzeit hätten wir keinen Lehrermangel, wenn:

a) die Abbrecherquote unter Lehramtsstudierenden geringer wäre und jedes Jahr ca. 30.000 Studierende ihr Studium abschließen.

b) kontinuierlich eingestellt wird, keine temporären Einstellungsstops verhängt und die Bedarfe RICHTIG prognostiziert würden.

c) Der Bedarf an teilzeitfähigen Beschäftigungsverhältnissen entsprechend eingepreist wird.

Der Lehrkräftemangel ist definitiv nicht auf zu wenige Interessenten in jungen zurückzuführen, sondern vielmehr auf dem langen Weg und die vielen Hürden dorthin.

Und die obige Rechnung kommt ohne Quereinsteiger aus…

fabianBLN
1 Monat zuvor

Die Zahl der Lehramtsabsolventen sinkt in einem Zeitraum, in dem alle möglichen Maßnahmen zu immer höheren Gehältern geführt haben (siehe Berlin-Zulage von bis zu 1600 Euro). Es stimmte nie, dass der Lehrermangel an den Gehältern lag, denn es gab einen Lehrerüberhang, als die Lehrer all die „Gehaltszulagen“ noch nicht hatten! Das sollte mal zu denken geben.

Orionus
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Es sind rein die Arbeitsbedingungen, die wir in den Schulen haben. Und das leider allumfassend! Ich würde sofort auf 15% meines Soldes verzichten, wenn wir dafür ganze Schulen, kleinere Klassen, mehr Lehrpersonal und weniger Zusatzaufgaben hätten.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Vermutlich würde ein bezahltes duales Studium und eine spätere Anstellung im gehobenen Dienst zu mehr Lehrern führen, da sich so auch Studierende aus armen Elternhäuser ein Lehramtsstudium leisten könnten.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Gilt für (fast) alle akademischen Berufe.

Nur die selbstbewusstesten Arbeiterkinder schaffen den Sprung ins Bildungsbürgertum.

Emil
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Prima. Zahlen Wir Lehrern den Mindestlohn, dann gibt es eine Lehrerschwemme! Wie blöd kann man sein????

Küstenfuchs
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Berlin hat eine Sonderstellung und taugt nicht als allgemeines Beispiel.

Schattenläufer
1 Monat zuvor
Antwortet  fabianBLN

Maßnahmen für höhere Gehälter?

In den über 25 Jahren Dienst wurden gestrichen:
Weihnachtsgeld
Urlaubsgeld
Macht jährlich etwa 3400€ weniger.

Es gab zwei mal erzwungene Nullrunden wegen Haushaltsnotlage in unserem Bundesland . Also etwa 400€ monatliche Einnahme-Erhöhungen die weg gefallen sind. Summiert sich auf ein jährliches Einkommens-Minus von 4800€ pro Jahr.

Einführung eines Eigenanteils von 300€ pro Jahr bei der Beihilfe.

Ohne diese Maßnahmen hätte ich also 8500€ jährlich mehr im Geldbeutel.

Irgendwie hätte ich mir Maßnahmen für höhere Gehälter anders vorgestellt.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ach ja, die „Kostendämpfungspauschale“ auf Kosten von, naja, aber die macht uns doch alle gesund – doch was ist das:

„Kostendämpfungspauschale für Professoren in ihrer derzeitigen Ausgestaltung verfassungswidrig […] Mit Urteil vom 23.06.2020, dessen Begründung den Beteiligten am 01.07.2020 bekanntgegeben wurde, hat die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe einer Klage eines Professors stattgegeben und das beklagte Land Baden-Württemberg verpflichtet, dem Kläger weitere Beihilfeleistungen zu gewähren.“https://www.datev-magazin.de/nachrichten-steuern-recht/recht/kostendaempfungspauschale-fuer-professoren-in-ihrer-derzeitigen-ausgestaltung-verfassungswidrig-28723

Bröckelt da was? Mal sehen …

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Vergessen Sie nicht die Erhöhung des Stundendeputats ohne Gegenleistung.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Sind die leuchtenden Kinderaugen nicht Entschädigung genug?! 😉

(Mir auch nicht !)

Lakon
1 Monat zuvor

Erste Frage: wie viele Menschen gibt es in den infrage kommenden Jahrgängen? Denn es sind ja auch zu wenige Installateure, Bauleute, Erzieher, Krankenpfleger und…

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Lakon

Das ist eine wichtige Frage um objektiv bewerten zu können, ob es am Lehrerberuf liegt oder am generellen Nachwuchsmangel. Zudem wäre Interessant zu untersuchen, ob der Mangel in allen Fächern in gleicher Weise vorhanden ist, oder ob er nur in bestimmten Fächern existiert.

Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lakon

Es gibt aber nicht zu wenig BWL-, Jura- oder Soziologiestudenten. Auch in den Bereichen Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin oder Pharmazie gibt es nicht zu wenige Studenten.

Da die Gesamtzahl der Studenten in den letzten 20 Jahren immer weiter gestiegen ist, sollten eigentlich auch mehr Lehrer ausgebildet werden. Die Ist-Situation ist eine Anomalie.

Realist
1 Monat zuvor

„Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

Da die heutigen Studienanfänger nicht blöd sind, haben sie gemerkt:

  • Ansehen und Respekt für den Lehrerberuf sind im Keller. Lehrer sind die Sündenböcke für jedes gesellschaftliche und politische Versagen: Zuerst war es nur PISA, mittlerweile sind die Deppen der Nation auch verantwortlich für zu viel Medienkonsum, zu viel Internetkonsum, zu viel TicToc, zu viel Mobbing, zu wenig Bewegung, zu wenig Sozialkontakte, zu schlechte Ernährung, zu wenig Betreuung (Ganztag!), zu wenig Gesundheitsvorsorge, zu wenig Sprachförderung, zu wenig Inklusion, zu wenig Integration … die Liste lässt sich mit jedem beliebigen Problem fortsetzen: Früher wurde man Sozialarbeiter, wenn man sich damit beschäftigen wollte, heute wird man Lehrer.
  • Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz sind seit mehr als zwei Jahren passé: Wer sich nicht infizieren will, muss im Herbst und Winter bei offenem Fenster unterrichten, 2020 und 2021 wurde zumindest noch geheizt (trotzdem wurden einstellige Temperaturen erreicht!), demnächst sind die Fenster-Öffner P…-Sympathisanten. Wartet es nur ab!
  • Mittlerweile haben auch die Abiturienten mit den nicht ganz so hellen Kerzen auf der Torte gemerkt, dass es dank Quereinstieg einen besser bezahlten und teilweise sichereren Weg ins Lehramt gibt (sofern man es denn unbedingt will). Irgendein Fach studieren, dass an der Schule als Mangelfach gilt (was mittlerweile fast jedes Fach ist), und wenn es dann mit dem Berufseinstieg in die „freie Wirtschaft“ nicht klappt oder man nicht „performt“, kann man immer noch als Quer- oder Seiteneinsteiger in der Schule anheuern (Prinzip „Rudis Resterampe“): Wenn man es richtig macht, wird das voll bezahlt (im Gegensatz zum Referendariat unter Mindestlohn für die Lehramts-Deppen) und man erhält eine Übernahmegarantie (im Gegensatz zu den Lehramts-Deppen, die noch durch die Prüfung fallen können)
  • Und wenn die zukünftigen Studienanfänger erst einmal merken, dass es alleine 2022 für die Lehrer dank der unfähigen Verdi mit ihrem katastrophalen Lohnabschluss eine 10 prozentige REALLOHNSENKUNG gab (die nie wieder aufgeholt wird, da die Länder (und der Bund) ihr Geld aktuell für die Energiepreisbremse und die Aufrüstung aus dem Fenster werfen), werden zumindest die Studenten, die noch (mit dem Taschenrechner) rechnen können (also alle, die im Mathematik-Abi besser als mit „mangelhaft“ abgeschlossen haben) erst Recht keine Lehrer mehr werden wollen.

„Game over“ für das Lehramtsstudium.

Teacher Andi
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Nun, die Lehreraussbildung gehört schon längst reformiert, das ist mit ein Grund des Lehrermangels, aber nicht der Hauptgrund. Studienabbrüche in dieser Höhe sind in fast allen Studienrichtungen zu verzeichnen, man kann dies nicht als Grund anführen, Auslöser sind da vor allem in der mangelnden Vorbereitung und das Absenken des Niveaus in Schulen, Die Entwicklung des Lehrermangels (den ich schon lange vorausgesagt habe) ist wesentlich komplexer, wird aber von vielen Leuten ausgeblendet, so lange bis das System vollends zusammenbricht. Das ist leider die momentane Gangart in der Politik, scheint auf die Bevölkerung abzufärben.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Studienabbrüche entstehen auch durch nicht vorhandene Studierfähigkeit. Bei teils 60 Prozent Abiturquote in den Stadtstaaten gibt es da nicht nur Einzelne, die nur das Gefühl haben, für Höheres gerüstet zu sein.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Eben – Absenkung des Niveaus in den Schulen und alle steigen auch mit sieben Fünfen auf (SH).

Da wird das Lernen nicht gelernt – fatale Situation. Aber scheinbar von den Glorreichen 16 so gewollt.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

„Audite, audite!!“

Wohl gesprochen!!

Boomerin
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Ich hätte nie gedacht, dass ich meine Kinder mal um ihre Arbeitsplätze beneide, bin in einer Zeit ins Berufsleben gegangen, in der der ÖD erstrebenswert erschien. Jetzt, mit fast 60, muss ich erkennen, dass der Arbeitsplatz „Schule“ nur noch abschreckend wirkt. Solange man da nicht an die Ursachen rangeht, wird sich nichts an der Zahl der LehramtsstudentInnen ändern. Meine Kinder haben es jedenfalls besser, der Arbeitgeber kümmert sich und der Grad der Belastung ist mit meinem Job nicht zu vergleichen.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

80-Stunden-Wochen und mitunter cholerische Lehrerausbilderinnen bzw. -ausbilder mit unrealistischen Vorstellungen sprechen sich halt unter den jungen Menschen herum und machen den Beruf unattraktiver.

Marius
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Man liest und hört sehr viel darüber, wie belastend das Referendariat ist. Der Anspruch an Referendare und -innen scheint sehr weit entfernt von dem, was im späteren Unterrichtsalltag geleistet wird/geleistet werden kann/verlangt wird/als nötig angesehen wird. Wie kann das sein, da die Ausbildenden erfahrene Lehrkräfte sind, die ein realistisches Bild der Lehrtätigkeit haben und den notwendigen (didaktischen) Einsatz kennen. Vielmehr entsteht der Eindruck einer Ausbildung, die von Sadisten ausgeführt wird. Sollten nicht diese Ausbildenden diejenigen sein, die das Selbstbild herstellen und das Selbstwertgefühl der angehenden Lehrkräfte stärken sollen? Tatsächlich kein Wunder, dass niemand sich demütigen lassen will. Von Kollegen und Kolleginnen.

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Marius

Mentor*innen sind in der Regel LK, die normal an Schulen unterrichten. Und die sind eher „nährend“ und „fürsorglich“. Die Studienleiter*innen, welche die Noten geben, unterrichten nur begrenzt und sind zumeist sehr fordernd, weil sie sich fast nur mit Methodik und Didaktik beschäftigen und ganz bestimmte Vorstellungen haben. Vielen fällt es schwer, sich davon zu lösen. Als Mentorin komme ich da auch oft nicht mehr mit. Oft sehe ich Dinge ganz anders. …

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finde es nicht schön, dass Sie alle über einen Kamm scheren.
Und auch in Bezug auf die zu haltenden Stunden gibt es BLmäßig wieder Unterschiede bei StudienLeiter*innen/Seminarvorständen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich stimme vollkommen zu! Studienseminarleiter sind mitunter höchst abgehoben, methodenverliebt, müssen so manche neue Sau mehrfach durchs Dorf treiben, anstatt erst mal Wert auf solides Handwerk zu legen und die Gestaltung von Sternstunden später on top zu vermitteln. Zu meiner Zeit war es das Gruppenpuzzle, was jeder gemacht haben musste, egal ob es passte oder nicht. Von einem meiner ausbildenden Lehrer habe ich den Satz gelernt: „Das Ziel bestimmt die Methode, und nicht andersrum.“. Den trage ich heute noch vor mir her, und mache beste Erfahrungen damit.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das weckt gerade böse Erinnerungen. Vor vielen Jahren hatte ich einen Referendar und in einer seiner Deutschstunden wollte die Fachleiterin unbedingt einen Doppelkreis gesehen haben. Dieses Lernarrangement passte aber weder zum Ziel und ganz und gar nicht zur Lerngruppe. Ich erinnere mich an eine sehr lebhafte Diskussion zwischen zunächst ihm und ihr und weiteren Verlauf zwischen ihr und mir. Sie beharrte sehr stur. Damit die Note für die Stunde nicht verheerend ausfiel, haben wir eingelenkt. Traurig und bitter war das….

Kathrin
1 Monat zuvor

So können Kinderaugen gar nicht leuchten, dass sie die Missstände der Arbeitsbedingungen von LuL überstrahlen. An dieser desolaten Situation hat die Politik erfolgreich jahrelang „gearbeitet“. Es sind die Abiturient:innen und Studierenden zu beglückwünschen, die die folgerichtigen Konsequenzen ziehen. Denn klar ist ja wohl, dass die Situation eher noch schlechter als besser wird. Da ist z.B. der neue Erlass der NRW-Schulministerin, nach dem jede Schule ein:en „Digitalbeauftragt:en“ (mit einem umfangreichen Aufgabenkatalog) ernennen muss, der/die mit genau einer Stunde entlastet wird. Ohne Worte!
Ich mag meinen Beruf – eigentlich. Empfehlen würde ich ihn niemandem mehr.

Carsten
1 Monat zuvor

Ergänzung zu Realist: 10% Inflation wird aber die gewerbliche Wirtschaft unter diesen selbstzerstörerischen Wirtschaftsbedingungen auch nicht in den Löhnen ausgleichen können – insofern sitzen viele im selben Boot.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Was mich wundert, ist wie der Nachwuchsmangel die Verantwortlichen so plötzlich treffen konnte.

Ich als Lehrer fülle jährlich tonnenweise Statistiken für das Ministerium aus.
Schüler, Alter, Herkunft, Schulabschluss, davon weiblich, davon Ausländer, davon weibliche Ausländer, davon mit Neigung zu Blähungen….

Stunden in welcher Schulform, Klassenstufe und in welchem Fach in eingesetzt bin. Soll, Ist, vielleicht, weiß nicht.

Zugegeben, eine Statistik zur Belastung oder Berufs-Zufriedenheit der LuL gab es noch nie. Interessiert im Ministerium wohl nicht.

Zu jedem anderen Winkel des schulischen Lebens werden aber unglaubliche Datenmengen erhoben!
Was machen die mit dem Kram? Im Winter verheizen?

Lesen bestimmt nicht, sonst sollte man wissen wie viele LuL man hat, wie viele man braucht, wie viele etwa von den Unis kommen und wie viele in Pension gehen werden. Jahre im Voraus.

War wahrscheinlich mal wieder unvorhersehbar. Warum sie der Herr oder die Frau XY plötzlich 67 und geht in Pension? Die war doch im letzten Jahr noch 66! Wie kann so etwas so plötzlich passieren?

Ist wohl wie mit Corona.
Wer konnte ahnen, dass es jetzt schon wieder bald Herbst wird. Vor zwei Monaten war doch noch Sommer.
Wie sollte man vorhersehen, dass im Herbst die Anzahl der Erkrankten steigt. War der Anstieg in den letzten Herbst/Winter Monaten etwa ein vager Anhaltspunkt. Wer konnte das voraussehen?

Wir sind ja auch in den Ministerien alle nur Menschen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ist wie Weihnachten – jedes Jahr plötzlich und unerwartet 🙂

Student
1 Monat zuvor

Vielleicht könnte man aus dem 2-Fach-Master ein optionales 1-Fach-Master machen, sodass man das Studium notfalls auch mit nur einem Fach bzw beides separat abschließen kann, anstatt dass es wertlos ist, wenn man das 2. Fach nicht packt? Ach nee, das kann man den Sundenplanern nicht zumuten. Dann lieber „Alles oder nichts“ und „kein Lehrer“ ist ja besser. So schlimm kann der Lehrermangel ja dann doch nicht sein.

Dirk Meier
1 Monat zuvor
Antwortet  Student

Was sollen Leute, die ihr Studium nicht schaffen, an den Schulen groß reißen? Der Arbeitsalltag an der Schule ist viel stressiger als der Unialltag. Da holt man sich nur die nächsten Burnout-Kandidaten an Bord.

Wir müssen die guten/leistungsfähigen/leistungsbereiten Studenten an die Schulen locken!