Start Politik Schon wieder: 14-jähriger Schüler schlägt Lehrer – GEW: “Kipppunkt ist erreicht!” 

Schon wieder: 14-jähriger Schüler schlägt Lehrer – GEW: “Kipppunkt ist erreicht!” 

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GELSENKIRCHEN. An einer Schule in Gelsenkirchen soll ein 14-jähriger Förderschüler einen Lehrer körperlich angegriffen haben. Polizei, Schulaufsicht und Jugendamt beschäftigen sich seit Längerem mit dem Jugendlichen, der bereits zuvor durch Gewalt und Bedrohungen aufgefallen war. Dies berichtet der WDR. Der Fall wirft erneut Fragen nach dem Umgang mit extremen Gewaltlagen im schulischen Kontext auf.

Hohes Aggressionspotenzial (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Ein 14-jähriger Förderschüler soll in Gelsenkirchen einen Lehrer angegriffen haben. Wie die Polizei laut WDR-Bericht mitteilte, kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung im schulischen Umfeld. „Es kam zu einer körperlichen Ausseinandersetzung, in deren Verlauf der Lehrer durch den Schüler geschlagen worden sein soll“, sagte Kevin Bojahr, Sprecher der Polizei Gelsenkirchen. Der Lehrer wurde dabei verletzt. Wie schwer die Verletzungen sind, ist bislang nicht bekannt.

Nach Angaben der Polizei war der Jugendliche bereits zuvor mehrfach auffällig geworden. Er soll den betroffenen Lehrer wiederholt bedroht und beleidigt haben. In der Vergangenheit habe es deshalb sogenannte Gefährderansprachen gegeben, die gemeinsam mit dem Schüler und seinen Eltern geführt worden seien. Inzwischen liegen laut Polizei drei Strafanzeigen gegen den 14-Jährigen vor.

„Schule hat leider keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung unserer Gesellschaft und wir können feststellen, dass sich ein Kippunkt ergeben hat“

Die zuständige Bezirksregierung Münster bestätigte gegenüber dem Sender, dass der Schüler seit dem Vorfall vom Unterricht ausgeschlossen ist. In einer Stellungnahme äußerte sich die Behörde ungewöhnlich deutlich zu dem Fall: „Bei dem Schüler handelt es sich um einen extremen Fall mit gravierenden persönlichen Belastungen, der schon lange engmaschig durch Schulpsychologie, Schulaufsicht, Schulleitung, Jugendamt, Gesundheitsamt, Lehrkräfte und Staatsschutz begleitet wird.“

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ordnet den Vorfall gegenüber dem WDR als außergewöhnlich ein. Lothar Jackstreit, Vorsitzender der GEW in Gelsenkirchen, sprach von einem seltenen, aber besonders extremen Fall. „Aber uns ist sehr bewusst, dass unter dieser Spitze schwere Fälle existieren und eben nicht an die Öffentlichkeit geraten.“

Jackstreit beschrieb zugleich eine zunehmende Überforderung von Schulen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit hohem Aggressionspotenzial. „Schule hat leider keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung unserer Gesellschaft und wir können feststellen, dass sich ein Kipppunkt ergeben hat.“ Lehrkräfte stünden mitunter ohnmächtig vor Situationen, „wo die pädagogischen Konzepte so nicht mehr greifen würden“. Erst gestern war ein Fall im baden-württembergischen Guggenau bekannt geworden, bei dem ein Lehrer von einem Schüler verprügelt worden war (News4teachers berichtete).

Parallel zum schulischen und strafrechtlichen Verfahren prüft das Jugendamt der Stadt Gelsenkirchen derzeit, ob der Schüler weiterhin bei seinen Eltern bleiben kann. Dabei gehe es auch um die Frage, wie eine Beschulung des Jugendlichen künftig möglich sein kann. Konkrete Entscheidungen dazu wurden bislang nicht bekannt. Mit dem angegriffenen Lehrer führt die Bezirksregierung nach eigenen Angaben Gespräche, um ihn zu unterstützen und zu beraten. Weitere Details zum Gesundheitszustand des Betroffenen wurden nicht mitgeteilt.

„Wir müssen frühzeitig ansetzen, um Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können”

Auf die zunehmende Gewalt durch Schülerinnen und Schüler reagiert die NRW-Landesregierung seit Herbst mit einem neuen Präventionsprojekt. Ziel sei es, Gewalt vorzubeugen, das Vertrauen in die Polizei zu stärken und Lehrkräften Sicherheit beim Umgang mit Aggressionen und Konflikten zu geben, teilten das Schul- und das Innenministerium mit.

Konkret gehe es um eine Kooperation zwischen der Polizei und den Schulen, sagte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) bei der Vorstellung des Projekts im September (News4teachers berichtete). Lehrkräfte sollten durch Deeskalationstrainings gestärkt werden. Das Training soll dabei helfen, verschiedene Gewaltformen zu erkennen, in Stresssituationen ruhig zu kommunizieren und Techniken zur Konfliktvermeidung und -entschärfung anwenden zu können. Zweite Säule sei eine gemeinsame Unterrichtseinheit eines Polizeibeamten und einer Lehrkraft in siebten Klassen, sagte Feller mit Blick darauf, dass die Strafmündigkeit ab einem Alter von 14 Jahren beginnt. Geplant seien in den Klassen etwa Rollenspiele zum Umgang mit Gewalt.

Außerdem sollten die Polizisten auch auf Schulhöfe gehen, sofern die Schulen das wollten, und mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen. Durch ihre Anwesenheit sollten die Polizeikräfte Vertrauen aufbauen und könnten vielleicht auf dem Schulhof auch «ein Stück weit deeskalierend wirken», sagte Feller. «Wir beobachten ja, dass die Gewalt in der Gesellschaft zunimmt, und Schule ist immer ein Spiegelbild der Gesellschaft», so die Ministerin. «Daher haben wir unter jungen Menschen eben auch eine Zunahme der Gewalt und damit auch an Schulen.»

Auch Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: «Immer mehr junge Menschen neigen zu Gewalt.» Die Polizei auf Schulhöfen und im Unterricht solle mehr Sensibilität für das Thema schaffen. «Wir müssen frühzeitig ansetzen, um Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.» Nur so sei eine Wende in der Kinder- und Jugendkriminalität zu erreichen. News4teachers 

Gewalt gegen Lehrkräfte: Ministerium will Hilfestellung bieten – und rät zur Flucht

 

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Omg
10 Tage zuvor

Bei dem Schüler handelt es sich um einen extremen Fall mit gravierenden persönlichen Belastungen, der schon lange engmaschig durch Schulpsychologie, Schulaufsicht, Schulleitung, Jugendamt, Gesundheitsamt, Lehrkräfte und Staatsschutz begleitet wird.“

Und das scheinbar erwartete mit dem entsprechenden Ergebnis

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  Omg

Mir fehlt hier das Wac… Die Schulbegleitung etwas als Aufzählung. Gab’s die nicht? Trotz “gravierenden persönlichen Belastungen”, Schulausschluss [im Nachhinein] und deutlichen Auffälligkeiten/Straftaten?
Schade aber auch.

Unfassbar
9 Tage zuvor

Die Wahrheit könnte man mal aussprechen und die Gesetze an die Realität anpassen. Als ersten Schritt könnte man das derzeitig mögliche Strafmaß auch mal ausnutzen. Pädagogisch ist zwar anders, jedoch scheint die Pädagogik nicht mehr viel zu bewirken.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

“Als ersten Schritt könnte man das derzeitig mögliche Strafmaß auch mal ausnutzen.”
Werden Sie Richter 😉

Ein Urteil steht aus, aber wenn nich nichtmal nähere Informationen zum Hergang und der Schwere der Verletzungen vorliegen, könnte die Höchststrafe wohlmöglich nicht für alle feststehen..

Hans Malz
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Interessant was da schon alles gemacht wurde.
„Bei dem Schüler handelt es sich um einen extremen Fall mit gravierenden persönlichen Belastungen, der schon lange engmaschig durch Schulpsychologie, Schulaufsicht, Schulleitung, Jugendamt, Gesundheitsamt, Lehrkräfte und Staatsschutz begleitet wird.“

Was schlägt der Experte Herr Zufall denn da so noch vor?

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Bin kein Richter, warten wir ab, ob das Gericht hier ne Höchststrafe verhängt.

Immerhin ist der Tathergang ja mehr oder weniger bekannt und die Verletzung des Kollegen mehr oder weniger schwer ausgefallen. Garantiert wird das Gericht hier das gleiche Höchstmaß anwenden, wie bei bspw. Angriffen mit einer Waffe.

DAS es sich um einen krassen Fall handelt, stelle ich nicht infrage

p.n.g.
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Abwarten ist immer gut. Bei diesem Schüler hat sich das ja anscheinend bewährt, das lange Abwarten und Hoffen, dass “du-du” eine Besserung bewirkt. >kopfklatsch<

Katze
9 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Genau – und ein enthusiastisches “kopfklatsch” ist oftmals effektiver als ein übermotiviertes “augenroll”.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Haben Sie auch schon ein Urteil zu dem Fall gefunden? Erstaunlich, Sie sollten Polizei und Gerichten deren Job erklären 😀

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Warum sollte @Katze nicht als Schöffin agieren.
Ansonsten wäre mir @Katzes Beratung der Polizei deutlich lieber als die von Palantir.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ich meine, Schöff*innen hören sich vorher die Beweise an, bevor sie zu einem Urteil gelangen 😉

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Wenn Sie meinen, das Gericht wird “du-du” machen…

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Natürlich wird es das.

Die etablierte Rechtspraxis lässt garnichts anderes zu.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  447

Da war jemand oft vor Gericht? 😛

Mondmatt
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Hoffen wir lieber, dass da arme fehlgeleitete Schaf sich nicht an der Faust verletzt hat als es in das Gesicht des Lehrers schlug.

Bei der heutigen Wertschätzung gegenüber Pädagogen und dem fürsorglichen Umgang mit minderjährigen Tätern wird man ansonsten knallhart gegen den Lehrer vorgehen.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  Mondmatt

ODER Sie warten das Gerichtsurteil ab, bevor Sie das – definitiv zu milde (Kopf ab!) – Urteil beklagen… 😉

p.n.g.
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wie kommen Sie darauf? Bitte noch einmal lesen, was ich schrieb. (Spoiler: nichts von Gerichtsentscheidungen!)

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Jetzt überfordere den Armen doch nicht schon wieder.
Und immer schön an das Kirchenlatein zurück erinnern:
Beati sunt pauperes in spiritu.

p.n.g.
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

🙂

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Wer braucht schon Argumente, wenn man Bestätigung von Wildfremden im Internet hat 🙂

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Haben Sie auch eine Meinung zum Artikel? 🙂

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

“Hoffen, dass “du-du” eine Besserung bewirkt.”
Wie kam ich bloß darauf? …

dickebank
9 Tage zuvor

Weiß der Kollege denn nicht, dass er professionelle Distanz zu den Schülern halten muss – unter allen Umständen. Außerdem sollte jeder körperliche Kontakt vermieden werden.
Wer SuS dergestalt provoziert, dass sie ihre Selbstbeherrschung verlieren, sollte darüber reflektieren, ob er über die notwendige Professionalität verfügt.

Hans Malz
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Die arbeiten halt nicht im Gewaltfreiwunderland NRW, sonst hätten die gar keine Probleme durch die tollen Angebote:
https://www.qua-lis.nrw.de/schulentwicklung-nrw/schulentwicklung/uebergreifende-themen/erziehung-und-praevention-4

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Da ist es wieder, das diabolische Unwort für die Soester Dienststelle, die unverständlicherweise am Paradieser Weg angesiedelt ist.

p.n.g.
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Ironie bitte immer kennzeichnen! Es lesen hier auch ab und zu Neue mit, die Ihren Stil noch nicht kennen!

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Ich habe aber einen entsprechenden Warnhinweis hinter den Post auf den Touchscreen gepappt

Oldfashion
9 Tage zuvor
Antwortet  p.n.g.

Ich glaube, ich bin auch “reingefallen” 😉

Aber leider lassen sich Kommentare weder verändern noch löschen.

S.B.
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Artikel genau lesen.

dickebank
9 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Bestimmte oder unbestimmte Artikel?

Oldfashion
9 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Entschuldigung – aber das kann doch jetzt nicht ernst gemeint sein.

Bei uns gerade drei! Fälle von Schüler greift Lehrkraft an.

Alle unterschiedlich gelagert.

Drei Kollegen haben sich sehr professionell verhalten und sich professionell schlagen und treten lassen.

Niemand hat sich gewehrt!

Einer wurde mit abgeschlagener Glasflasche bedroht.

Voll die Provokation, wenn man das als Lehrkraft einsammeln möchte, um Schlimmeres zu verhindern. Oder wie?

Und wenn ein Blick von der Lehrkraft oder was auch immer – die Durchsetzung von Schulregeln (Schlagen von Mitschülern ist nicht ok, nicht nur Schulregel, sondern auch Strafrecht wie auch Menschenrecht betrifft; Handy einkassieren, weil gegen Schulregel verstoßen wurde; Fortziehen von einem Schüler, den der Fortgezogene gerade verprügelt….) Provokation ist… – dann bin zumindest ich im falschen Film.

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  Oldfashion

Hin und wieder provoziere ich halt gerne bestimmte Forenteilnehmer mit Freude – besonders solche mit rain zufälliger sozialpädagogischer Attitüde.

Mondmatt
8 Tage zuvor
Antwortet  Oldfashion

So läuft der Film heute eben ab.

Eh Alder willst du mich dissen.
Der war voll selber schuld. Der hat mich geguckt. Was guckt der? Bin isch Kino oder was???
Wenn ich jetzt auch noch schuld sein soll ist echt unfair. Da kriegt du eben auch noch auf Fresse weil du so unfair bist Alda.

Der Geist der Zeit.
Bei Mama hatte man eben immer recht und wurde noch mit dem Lastenrad zur Schule gebracht.

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  Oldfashion

“Drei Kollegen haben sich sehr professionell verhalten und sich professionell schlagen und treten lassen.

Niemand hat sich gewehrt!”

Vielleicht ist das auch schon ein Problem?

Natürlich hau ich je nach Situation zurück. Lasse mich doch nicht einfach so verprügeln.
Ist auch mein “professionelles Recht” mich dann zu wehren.
Was soll denn das … Alleine Ihre Aussage hier finde ich als absurd.

Selbstverteidigung ist – oh Wunder – auch vollkommen für Lehrkräfte in Ordnung und situativ völlig angemessen.

Nick
7 Tage zuvor
Antwortet  Oldfashion

Kein Lehrer muss “sich professionell schlagen und treten lassen”. Wo sind wir denn? Auch diese Personengruppe besitzt Grundrechte! Ein Antwort lautet: Strafanzeige.

Bla
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Kann ich mir das wie so einen “Kescher” [Fische, Schmetterlinge] vorstellen?
Oder doch eher wie ein Gehstock?
Zeigestab der Tafel?
Tafellineal?

Oder wie “kennzeichnet” man diesen Abstand?

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  Bla

Armlänge, kennt man doch aus Köln.

Berenike
9 Tage zuvor

Hat sich jemand mal gefragt, wie effektiv diese „ Betreuung“ von den ca 20 Institutionen war? Könnte ?man sich nicht auch die Frage stellen, ob deren bisherige Methoden die richtigen waren? Könnte man vielleicht auch mal die Ursachen solchen Verhaltens unter die „Lupe“ nehmen ( d.h. genau hinschauen! wahrnehmen, was wirklich stattfindet! ) – nicht gleich aus der eigenen Anschauung interpretieren! alte Rezepte, , Ministerielles Fordern von: pädagogischen Gesprächen schießt m.E. mächtig an den Ursachen vorbei.

vhh
9 Tage zuvor

Wenn die Schulleitung nicht weiter gehen kann oder will, sollte sie nach mehrfacher Bedrohung und Beleidigung den Lehrer in anderen Gruppen einsetzen, das passt offensichtlich nicht. Bei einem Förderschüler, vermutlich ESE, nach derart massiver Beteiligung verschiedenster Stellen, auf die Wirkung von Gefährderansprachen zu setzen ist naiv. Diese Ansprache soll zu Einsicht und einem reflektierteren Handeln führen, was exakt das Gegenteil dessen ist, was wahrscheinlich den Förderstatus begründet. ESE vermute ich, weil diese Ansprache bei körperlichen Einschränkungen, Lernen oder GE noch unsinniger wäre. Die Tatsache, dass Schüler zielgleich unterrichtet werden bedeutet eben nicht, dass man sie einfach nur in eine Klasse steckt, wird schon gutgehen.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor

“Außerdem sollten die Polizisten auch auf Schulhöfe gehen, sofern die Schulen das wollten, und mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen. Durch ihre Anwesenheit sollten die Polizeikräfte Vertrauen aufbauen und könnten vielleicht auf dem Schulhof auch «ein Stück weit deeskalierend wirken», sagte Feller.”
Schön, dass die Politik tätig werden will. Ich wüsste gerne, wieweit diese Maßnahme wissenschaftlich evaluiert wird. Nicht, dass hier große Anstrengungen und Personal in geringe Wirkung investiert werden…

Hans Malz
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Da kann ich Ihnen sogar ernsthaft antworten: Gar nicht!

Die Polizei kommt in der ersten Phase in den Pausen auf den Schulhof und ist (auch, wenn Sie sich das nicht vorstellen können), einfach nur ansprechbar für Schüler und Lehrer. Damit soll die Rolle, in der die Schüler die Polizei sonst so wahrnehmen verändert werden. Das läuft übrigens in der normalen Dienstzeit, deshalb fehlen dann die Kollegen in der Stadt…

Für die Lehrer gibt es Karteikarten mit Verhaltenshinweisen, die über Küchenpsyhologie nicht hinausgehen.

In der Zweiten Phase gibt es dann tolle Workshops und Veranstaltungen in den Klassen, die von wem wohl durchgeführt werden? Genau, von uns zusätzlich oben drauf. Als Hilfe gibt es wirklich nicht viel mehr als eine laminierte Handreichung.

Danach werden wir wahrscheinlich “wissenschaftlich” befragt und das wird ausgewertet. Frau Feller wird dann irgendwann über den tollen Erfolg des Projekts berichten und sich auf die Schulter klopfen für ihre tolle Arbeit.

Rainer Zufall
9 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Was lässt Sie glauben, dass es so ablaufen wird?

Maybe
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das könnte durchaus Erfahrung sein……..ich würds ähnlich vermuten ( 40 Jahre Dienst)

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Wo machten Sie diese Erfahrung?

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Erfahrung

dickebank
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mich nicht – also ich wurde nicht geschlagen, aber ich bin angelernter Hauer.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Also Ihre Erfahrung erstreckt sich kaum über Ihren Bauchnabel hinaus.
Danke für diesen wertvollen Beitrag, garantiert wird sich das Gericht noch auf Sie beziehen – bleiben Sie telefonisch erreichbar 😉

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Weil (zumindest einige) Lehrer zumindest grundlegende Kenntnisse der rechtlichen Grundlagen haben – und garnichts anderes möglich ist.

Vulgo: Laberrunden, weiter nix.
In der Kombo “Rechtsstaat” plus “maximaler Jugendschutz” plus (auch rechtlich so festzementiertem) “Erziehungsgrundsatz” ist irgendeine Einwirkung auf solche Täter schlicht NICHT MÖGLICH.

In einem Rechtsstaat wird maximal das gemacht, was geltendes Recht ist.
In Kombination mit behördlichen Vorgängen über Behördengrenzen hinaus ist davon noch einmal 570% abzuziehen.

Das bedeutet:
An Tag 1 der Polizeipräsenz wird noch ui-ui-ui gemacht und geguckt.
1-24 Stunden später steht fest: Die tun nix, bissl Selfies machen – Beamte ziehen ab – Übergang zur üblichen Tagesunordnung.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  447

“Vulgo: Laberrunden, weiter nix.”
Warten wir ab, ob ein Gericht so urteilen wird…

Wären Sie mit minimalen Jugendschutz glücklicher? Würde die Situation wahrscheinlich nicht verbessern, aber Kinder und Jugendliche wären schlechter geschützt…

Hans Malz
5 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Hmmmm, vielleicht ist unser Schule dabei?

Realist
8 Tage zuvor

Die Politik diskutiert ja aktuell den Strafrahmen bei Gewalt gegen “besonders schützenswerte Berufsgruppen” zu erhöhen, insbesondere wenn diese Berufsgruppen einen “Dienst am Gemeinwesen” leisten.

Ich WETTE darauf, dass Lehrkräfte nicht zu diesen “besonders schützenswerten Berufsgruppen” gehören werden, denn man will sich die Illusion von der “heilen Schulwelt” sicherlich nicht zerstören wollen. Außerdem würde man damit den Sündenbock zum Opfer machen und das will sicherlich keiner der politisch Verantwortlichen.

447
8 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Darüber wird seit zehn Jahren “diskutiert”.

Gegen die sattsam bekannten Klientelgruppen durchgreifend vorzugehen (Notdienst-Angreifer, Feuerwehr-Gaffer und -Behinderer, Kugelbombenhorden usw. usf.) ist allerdings unmöglich:
Dann würde man ja zugeben müssen, wie falsch das vorherige Tätscheln und Verhätscheln war – bevor DAS passiert wird eher zugeschaut, wie die Lehrerschaft der Republik quer über die Schulhöfe der selbigen gedroschen wird.