KARLSRUHE. Die sportliche Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland bleibt auch Jahre nach dem Ende der Corona-Beschränkungen deutlich unter früheren Werten. Forschende sehen vor allem bei Ausdauer und Koordination anhaltende Defizite – obwohl viele Kinder längst wieder in Sportvereinen aktiv sind. So steht eine unbeantwortete Frage im Raum: Warum erholt sich die Motorik nicht – obwohl die Strukturen scheinbar wieder funktionieren? Eine mögliche Antwort: Während politische Programme den Ganztag ausweiten, scheint der Schulsport zu leiden.

Die Sportwissenschaftlerin Claudia Niessner, die am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Teilbereich der vom Bundesforschungsministerium geförderten Motorik-Modul-Längsschnittstudie (MoMo-Studie) verantwortet, beschreibt die Lage in einem aktuellen Interview mit Spektrum der Wissenschaft mit einem klaren Befund: „Wir sehen einen Einbruch in der motorischen Leistungsfähigkeit nach der Coronapandemie. Am stärksten macht sich das bei der Ausdauer bemerkbar.“ Zugleich verweist sie darauf, dass das Ausgangsniveau bereits vor der Pandemie gesunken sei.
Diese Einschätzung deckt sich mit vorläufigen Ergebnissen der Motorik-Modul-Studie „MoMo 2.0“, die im vergangenen Jahr öffentlich wurden. Demnach sank die Ausdauerleistung von Jungen im Fahrradtest um knapp 7,7 Prozent, bei Mädchen sogar um 9,6 Prozent – jeweils im Vergleich zu den letzten Erhebungen vor der Coronapandemie. Studienleiter Prof. Alexander Woll erklärte laut MDR: „Es gibt einen Einbruch bei Ausdauer und Kraft.“ Untersucht wurden rund 4.500 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 17 Jahren an etwa 200 Orten bundesweit. Dem Bericht zufolge erreichen nur etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Aktivitätsniveau.
„Wie es aussieht, bleiben die Rückgänge bestehen – und das, obwohl die Kinder nach einer coronabedingten Delle wieder in ihre Sportvereine gehen“
Niessner ordnet diese Entwicklung nun ein. „So könnte man sagen“, antwortet sie auf die Frage, ob die Pandemie einen vorherigen Abwärtstrend verschärft habe. Entscheidender sei jedoch ein anderer Punkt gewesen: „Die wirklich spannende Frage lautete daher, ob diese Rückgänge bleiben oder sich wieder geben.“ Und: Die bisherigen Daten deuten auf eine dauerhafte Verschiebung hin. Niessner formuliert es so: „Wie es aussieht, bleiben die Rückgänge bestehen – und das, obwohl die Kinder nach einer coronabedingten Delle wieder in ihre Sportvereine gehen.“
Bereits frühere Erhebungen hatten in eine ähnliche Richtung gewiesen. Das Fitnessbarometer 2023 der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg (News4teachers berichtete) zeigte einen Einbruch des Fitness-Gesamtwerts um 2,4 Prozent im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie. Studienleiter Prof. Klaus Bös äußerte seinerzeit die Erwartung: „Leider sieht es bisher so aus, als ob wir einen ‘Corona-Knick’ bekommen werden.“
Niessner sieht die Ursachen für die ausbleibende Erholung bislang nicht eindeutig geklärt. „Warum bleibt die Motorik weiter im Keller, warum holen die Kinder nicht wieder auf?“ Die Sportwissenschaftlerin betont zunächst die Bedeutung sozialer Faktoren. „Der Sozialstatus etwa wird eine große Rolle spielen“, sagt sie. Kinder aus wohlhabenderen Familien hätten während der Lockdowns eher Zugang zu Gärten oder Freiflächen gehabt. Auch städtische Verdichtung spiele eine Rolle: „Wo eng bebaut wurde, wo es viele Hochhäuser und wenig Grünflächen gibt, dort waren Kinder höchstwahrscheinlich stärker in ihrer Aktivität eingeschränkt.“
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Ähnliche Beobachtungen finden sich im Fitnessbarometer. Dort wird berichtet, dass der Einbruch der motorischen Leistungsfähigkeit insbesondere bei Kindern in Städten besonders stark ausfiel. Gleichzeitig sei aber auch im ländlichen Raum ein Rückgang zu beobachten, „den sich die Forscher noch nicht so recht erklären können“.
Niessner bringt für die anhaltenden Effekte eine Hypothese ins Spiel: „Vielleicht haben wir es hier mit einer Art sozialem Long Covid zu tun.“ Gemeint ist eine dauerhafte Veränderung von Lebensgewohnheiten. „Seit Corona hat sich die Lebenswelt der Kinder weiter verändert“, erklärt sie und verweist auf intensivere Mediennutzung, mehr Zeit in Innenräumen und veränderte Familienstrukturen. Als mögliche Faktoren nennt sie veränderte Alltagsroutinen und strukturelle Veränderungen im Bildungssystem, etwa den Ausbau des Ganztags.
Im Wortlaut: „Seit Corona hat sich die Lebenswelt der Kinder weiter verändert. Natürlich gab es vorher schon Smartphones, aber die Art der Mediennutzung hat sich durch die Pandemie nachhaltig gewandelt. Das sehen wir auch bei uns Erwachsenen – Homeoffice und Videokonferenzen sind geblieben, Familien halten sich insgesamt mehr drinnen auf. Und die Lebenswelt der Kinder ist tatsächlich noch bewegungsärmer geworden: Sie werden häufiger zur Schule gefahren, leiden gewissermaßen unter Verhäuslichung. Aber das ist eben eine Hypothese, das müssen wir erst noch belegen.“
Was bedeutet „Verhäuslichung“? „Freies Spielen draußen findet kaum noch statt“, antwortet Niessner. Gleichzeitig seien Tagesabläufe stärker durchgetaktet, was spontane Bewegung zusätzlich einschränke. Auch gesundheitliche Begleiterscheinungen deuten in diese Richtung. Laut Niessner zeigen Daten aus dem Fitnessbarometer Baden-Württemberg, dass der Body-Mass-Index von Kindern nach der Pandemie weiter leicht gestiegen ist. Dies korrespondiert mit den beobachteten Rückgängen bei Ausdauer und Bewegung.
„Sport ist immer nur dieses Nebenfach, das schnell weggekürzt oder fachfremd unterrichtet wird“
Die Diskussion berührt auch die Rolle der Schule. Niessner formuliert deutliche Kritik: „Der Sportunterricht leidet dramatisch.“ Zwar fehle es an aktuellen Daten, da die letzte umfassende Schulsportstudie aus dem Jahr 2016 stamme. „Wir wissen schlicht nicht, wie viel Sportunterricht ausfällt – und wie viel überhaupt erteilt wird.“ Aber: Während der Pandemie sei Sportunterricht häufig als erstes gestrichen worden. Auch danach werde er strukturell benachteiligt. „Sport ist immer nur dieses Nebenfach, das schnell weggekürzt oder fachfremd unterrichtet wird“, sagt Niessner.
Die politischen Implikationen werden besonders im Kontext des Ganztagsausbaus sichtbar. Niessner sieht hier eine wachsende Diskrepanz zwischen Anspruch und Umsetzung. Zwar gebe es Ideen, Vereinssport stärker einzubinden, doch „das scheitert oft an der Wirklichkeit“, weil Trainer meist ehrenamtlich tätig seien und tagsüber nicht zur Verfügung stünden.
Gleichzeitig betont sie die Bedeutung von Bewegung über den Sportunterricht hinaus. „Ein bewegter Schulhof gehört dazu, bewegte Pausen, bereits das bewegte Zur-Schule-Kommen.“ Bewegung müsse „ganzheitlich mitgedacht werden“. Die langfristigen Folgen betreffen nicht nur körperliche Fitness, sondern auch Sicherheit und Gesundheit. „22 Prozent aller Grundschulkinder in Deutschland können heute nicht schwimmen“, sagt Niessner und verweist auf fehlende Infrastruktur und Personal. Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation sei Ertrinken bei 5- bis 14-Jährigen die häufigste Todesursache.
Vor diesem Hintergrund gewinnt Niessners Aussage besonderes Gewicht: „Schulsport ist eine Investition in die gesunde Zukunft von Kindern.“ Die vorliegenden Daten und Einschätzungen deuten darauf hin, dass diese Investition derzeit nicht im erforderlichen Umfang erfolgt – während die Effekte der Pandemie sich offenbar dauerhaft in den Körpern der Kinder eingeschrieben haben. News4teachers
Hier geht es zum vollständigen Interview von Spektrum der Wissenschaft mit Claudia Niessner.
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Gesunde Schule”.









Ach seitdem hat sich so viel verändert. Das war ein Bruch. Unsere ganze Arbeitswelt hat sich seitdem auf den Kopf gestellt. Wir lernten die Digitalisierung kennen. D.h. online Konferenzen und online Besprechungen, wir lernten online Unterricht kennen und neue Arbeitsmodelle, auch für Schulen. Dann hat man es wieder zurückgefahren. jetzt ist es wieder so wie vor 60 Jahren.
Aber woanders hat man es angepasst. Meine Frau fuhr heute mal in die Firma. Gestern hatte sie Homeoffice. Die Besprechungen klappen digital, sogar weltweit. Schule bekommt es noch nicht mal im Winterchaos hin.
Aber wir haben auch Lehrermangel und der Beruf ist zunehmend unattraktiv, weil gen Z weiß, dass es solche geilen Jobs gibt wie bei meiner Frau. Wen ich 5 Tage hinfahren soll, teures Benzin zahle, keine Wertschätzung erhalte und am Ende mit 1000 Euro im Monat rausgehe, macht das was mit einem. Hier wollen es viele nicht glauben, sind geblendet und machen ihr Ding seit 30 Jahren, haben sich eingeräkelt in ihr Berufsfeld, aber es ändert sich.
Die alte Garde ist bald raus! Die Jungen möchten es flexibel und digital. Ob Schule, Beruf oder Freizeitwelt, vieles wird digitaler. 🙂 🙂
ja das ist richtig. Aber was hilft und wie könnt ihr das machen? Tablets anschaffen, 1 tablettag, online Unterricht. Unfair ist halt, dass ihr noch 5 Tage mit über 45 Stunden arbeitet und andere davon 1/3 weniger. Oder arbeitet ihr gerne für Lau?
Also ist Lehrer sein das Gegenteil von digital nomads nur schlechter? 😀
Ja klar, also wir machen das mit tablets. Tageweise kann mit tablets gearbeitet werden, da sind die Bücher drauf und Arbeitsblätter usw. Das kann individuell zuhause oder auch in Gruppenräumen gemacht werden.
Also ja, wir haben schon Digitalstunden in die Stundenpläne integriert. Meinen sie das?
Haben Sie einen Tipp, wie man Buch, Heft und Taschenrechner auf einer Fläche von ungefähr DIN A5 gleichzeitig sinnvoll nutzen kann?
Man legt die Sachen übereinander und geht einen trinken. Immer darauf hoffen, dass die Arbeit sich von selbst erledigt.
Und das hilft den Kindern in der Feinmotorik? Interessant und einfach Müll!
Zur Verbesserung der Feinmotorik helfen an der Grundlinie angeheftete verbunden Ausgangsschriften wie die die Lateinische Ausgangsschrift oder die Schulausgangsschrift, in denen die motorischen Bewegungsabläufe in bestimmten Buchstabengruppen immer wieder eine Verwendung finden. z.B die kleinen Buchstaben a ,d, g, q, c, o, oder n, m, oder i, t, u, oder l, k, h, oder v, w. Da geht es um gemeinsames Einüben feinmotorischer Bewegungsabläufe mit runden Formen. Alles was andere was danach initiiert war nur noch motorischer Schrott .
Das Phänomen der “Verhäuslichung” war schon vor Corona relvant, man sollte nicht immer Corona für diese Entwicklung verantwortlich machen.
Ja, warum bleibt die Motorik zurück? Unter anderem, weil Kinder schon Pedelecs und E-Roller bekommen und damit die Bewegungsarmut stetig zunimmt, Elterntaxis tragen nun auch nicht gerade zur Bewegungsmotivation bei, und der Lebensstil der Eltern mit schnellen Fertiggerichten, stundenlangem Daddeln, wenn Aktivitäten, dann teuer bezahlte wie Freizeitpark, in dem sich viel Maschinen bewegen, aber die Kinder nicht.
Sportunterricht kann es nicht richten in den 2 Stunden pro Woche, die oft ausfallen, da die Sporthalle zweckentfremdet oder die Stunde für Projekte hergenommen wird. Die Motivation zum Sporttreiben kann im SU funktionieren, aber nur, wenn das private Umfeld mitspielt.
Was ich schon immer angeregt habe, das ist die bewegliche Pause und ein Schulhof, der zur Bewegung einlädt, das wäre ganz wichtig. Allerdings scheitert das an unserer Schule immer an den Vorschriften und am Budget. Eigeninitiative seitens des Elternbeirats wird durch Bürokratie erstickt.
4 Stunden Schulsport pro Woche sollte das Minimum sein, und dann aber auch mit sinnvoller Ausstattung. Was kann man schon großartig mit Gerätschaften aus Turnvater Jahns Zeiten (8 Kästen, Schwebebalken, Stufenbarren, Pauschenpferd, Böcke en masse, Ringe, Paralellbarren), die für die Geräteräume immer noch Standard sind, anfangen, außer diese mal in einen Hndernisparcours einzubauen? Kein Schüler muss eine Felge am Barren beherrschen, oder einen Felgumschwung am Reck, oder eine Radwende als Abgang vom Stufenbarren, für den Schulsport ist das Quatsch. Es geht hier um grundlegende Dinge wie Stützen, Hängen, Koordination, Reaktion, Ausdauer etc., und dazu braucht man auch eine motivierende Ausstattung wie Badminton Equipment, Tischtennis, Bälle aller Art, Fitnessgeräte und und. Meist scheitert das Ganze schon an der Anzahl brauchbarer Bälle für 30 Schüler, es ist nicht damit getan, eine Ball in die Menge zu werfen.
Stichwort „Verhäuslichung“, ja, das beobachte ich auch so. Vermutlich ist während der Coronazeit in vielen Familien das ohnehin dünne Sozialleben gänzlich zum erliegen gekommen und konnte seitdem nicht mehr aufgenommen werden. Weil es auch verlernt wurde, bzw. von den Kindern während der Zeit nie erlernt wurde, und nun auch psychische Belastungen eingetreten sind.
Die Nachmittage und Abende werden am Bildschirm verbracht; man wartet auf den nächsten Arbeitstag und außer einkaufen und ähnliche Routinen ist da nichts weiter. So ist ein Tag wie der andere.
Der olle Turnvater würde Ihnen wahrscheinlich empfehlen, seine Geräte NICHT als Hindernisse zu gebrauchen, sondern regelmäßig zum Turnen!
Ans Hochreck zu springen und einen Klimmzug zu machen sollte jeder Mensch irgendwann mal lernen.
Unnötig. Die Schüler müssen laufen, werfen und Muskelaufbau durch Planks und Liegestütze betreiben.
Durch isometrische Übungen baut man keine Muskeln auf und bei Kindern zumindest muss und sollte man auch keinen Muskelaufbau forcieren.
Es geht weniger um Muskelaufbau à la Fitness-Studio, als vielmehr um Übungen zur Kräftigung des Halteapparats, was Gelbe Tulpe sicher gemeint hat. Ausdauer, Stützkraft, Koordination sind die sinnvollen Inhalte des SU. Fairness und Teamwork kommt dazu,
Dass isometrische Übungen keinen Muskelaufbau bewirken, da sind Sie wohl falsch informiert. Planking ist eine Ganzkörperübung für so ziemlich alle Muskeln, am Anfang werden Sie keine 10 Sekunden durchhalten, mit Übung UND Muskelaufbau steigern Sie sich auf 1-2 Minuten. Natürlich nicht zu vergleichen mit dem Pumping beim Krafttraining, das nur auf Muskelmasse ohne Haltung und Ausdauer ausgelegt ist.
Doch, durch isometrische Übungen kann man Muskeln aufbauen. Auch bei Kindern kann das gemacht werden. Man muss ja nicht auf Muskelmasse trainieren.
Diese Ansichten sind wohl hoffnungslos veraltet. Sie wissen schon, wozu Turnvater Jahn die Jugend fit machen wollte? Da war nur Drill und Gehorsam, so kann man wahrhaftig keinen Sportunterricht mehr gestalten. Und auch hier gehört die Sportlehrerausbildung dringend überarbeitet, unsere Ausbildung im praktischen Teil war noch voll auf Leistungssport ausgerichtet. Meinen Handstand Überschlag über den Kasten, Flikflak und Kippe am Stufenbarren habe ich nie wieder gebraucht. Dafür habe ich mir aus dieser Zeit jede Menge Rücken- und Gelenkprobleme als Spätfolgen zugelegt.
Klar, Jahn wollte wohl auf Kriegstüchtigkeit hinaus.
Aber ein bisschen zu turnen zu können ist dennoch eine gute Sache für Körper und Psyche, und gefährlicher bzw. schädlicher als so manche Ballsportart ist es auch nicht, im Gegenteil.
„Soziales Long-Covid“?
Fast poetisch. Es suggeriert, dass ein Virus heimlich die Motorik, die Ausdauer und die Sozialkompetenz der Kinder weggeatmet hat. Und das Beste: Es entlastet alle, die seit Jahren an den tatsächlichen Ursachen vorbeischauen.
Denn wenn man ehrlich wäre, müsste man sagen:
Die Probleme begannen lange vor Corona. Corona war nicht der Brandstifter, sondern nur der Windstoß, der die längst glimmende Lunte sichtbar gemacht hat.
Man muss sich nur anschauen, was in Schulen des neuen Normal seit Jahr(zehnt)en passiert:
• Bundesjugendspiele ohne Wettbewerb, dafür mit Teilnahmeurkunde für alle – als wäre Anstrengung ein Angriff auf die Menschenwürde.
• Schulsportstunden, die ausfallen, weil Hallen gesperrt sind, Lehrkräfte fehlen oder der Stundenplan „flexibilisiert“ wurde.
• Ganztag, der in der Theorie Förderung bedeutet, in der Praxis aber oft aus Sitzen, Basteln und „Bitte nicht rennen!“ besteht.
• Kompetenzentwicklung, die so tut, als könne man fehlendes Können durch pädagogische Wortakrobatik ersetzen. Je abstrakter der Begriff, desto größer die Illusion, man hätte etwas erreicht. Am Ende bleibt ein beeindruckendes Vokabular – und Kinder, die weder springen noch konzentriert arbeiten können.
• Wellbeing-Schule, in der man Kindern beibringt, dass Wohlfühlen wichtiger ist als Durchhalten – und sich dann wundert, wenn Durchhaltevermögen fehlt.
Und jetzt, wo die Folgen unübersehbar sind, taucht plötzlich ein Begriff auf, der alles erklärt, ohne irgendjemanden verantwortlich zu machen:
„Soziales Long Covid“ – die pädagogische Nebelkerze des Jahrzehnts.
Man muss nicht über vernachlässigte Bewegungsräume sprechen, nicht über fehlende Sportlehrkräfte, nicht über die systematische Entwertung von Leistung, nicht über die Absenkung von Erwartungen.
Man muss nur sagen: „Das Virus war’s.“
Die Diagnose vieler Lehrer und Erzieher ist eine ganz andere:
Ein jahrzehntelanges leistungs- und anstrengungsfeindliches Kompetenzkarussell, das sich lange vor Corona zu drehen begann – und seitdem unermüdlich weiterkreist, während die tatsächlichen Fähigkeiten der Kinder am Rand herausgeschleudert werden, weil man ihnen nichts mehr zumuten darf. Kein Wunder, wenn sie sich irgendwann auch nichts mehr zutrauen.
Der Liste beizufügen wäre:
• vereinzelte zynische Lehrkräfte, die Schule als Kasernenhof verstehen – und die einen Leistungsfetisch vor sich hertragen, der mit Lernen nullkommanull zu tun hat, aber wunderbar in eine autoritäre politische Agenda passt.
Zum Zusammenhang von Autoritarismus und psychischen Problemen von Kindern – gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/autoritaere-erziehung-erhoeht-das-risiko-fuer-psychische-erkrankungen-bei-kindern-enorm/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Früher war Schule autoritärer – heute gibt es vermehrt psychische Probleme.
a) Stimmt das?
b) Wie passt das zum postulierten Zusammenhang Autorität-Psychoknacks?
Wahrscheinlich nehmen Sie aber
c) Die Kinder waren früher zwar auch belastet, das hat aber keinen interessiert.
Und ein bisschen stimmt das sicher auch. Nicht jede Befindlichkeit wurde hochgejazzt, nicht über jedes Stöckchen wurde gesprungen. War vielleicht auch nicht nur schlecht.
“War vielleicht auch nicht nur schlecht.” Geht so: In Deutschland sind jedes Jahr 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Quelle: https://www.dgppn.de/schwerpunkte/zahlenundfakten.html#:~:text=Bundesweit%20erf%C3%BCllt%20mehr%20als%20jeder,St%C3%B6rungen%20durch%20Alkohol%2D%20oder%20Medikamentengebrauch.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und bei allen 27,8% der jetzigen Erwachsenen war die Schulzeit die Ursache für spätere psychidche Probleme? Gibt es dazu auch eine Studie?
Und, woran liegts?
Also Sie meinen damit, dass die Schüler von früher als Erwachsene von heute (immer noch) psychische Probleme wegen ihrer Schulzeit haben, oder wie?
“Heranwachsende sind am häufigsten von psychischen Krisen betroffen. Sie haben große Angst vor Ausgrenzung und Stigmatisierung und suchen sich noch seltener Hilfe als Erwachsene. Das beeinträchtigt nicht nur den Schulerfolg, sondern ist oft ein lebenslanger Unglücksfaktor.” Gerne hier nachlesen: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2342-2638
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Sie haben große Angst vor Ausgrenzung“
Es gibt bei der PISA-Studie auch eine Befragung ob sich die SuS an der Schule als Außenseiter / von Dingen ausgeschlossen fühlen.
Ich habe allerdings noch nie gelesen, dass Bildungsexperten thematisiert hätten, wie diese Quote in DE im Vergleich zu anderen OECD-Ländern ausgefallen ist.
Wie beurteilen Sie den Artikel, welchen die Redaktion verlinkte?
Dass die Maßnahmen in den Ländern vermutlich nicht sehr erfolgreich waren, in denen bei PISA-2022 die Quoten der SuS z.T. mehr doppelt so hoch waren wie in DE, die angaben sich an der Schule nicht wohl / fehl am Platz zu fühlen und/oder als Außenseiter / von Dingen ausgeschlossen.
Sie rechnen schulische Leistung mit psychischer Gesundheit auf? Bei Kindern?
Ich sehe es nicht als “schulische Leistung” an, wenn sich SuS an der Schule nicht wohl und/oder als Außenseiter fühlen.
Aber diese Ansicht muss niemand teilen, der es nicht will.
Es bleibt festzuhalten, dass diese Quelle nicht wie Frau Rasfeld das „kranke Schulsystem“ als Ursache allen Leids darstellt, sondern andere Ursachen aufzählt und auf Prävention und Aufklärung in Schulen setzt.
Gilt das auch für Lehrkräfte – dass die Belastungen andere Ursachen haben? Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/11/kultusministerium-meldet-mittlerweile-86-prozent-der-lehrkraefte-scheiden-vorzeitig-aus/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mir persönlich bekannte Lehrer schieden auch aus Gründen vorzeitig aus, die nicht direkt mit den Belastungen in Schule zu tun hatten: Long Covid, Multiple Sklerose, Krebserkrankung, …
Na, dann ist ja alles gut. (Spaß) Herzliche Grüße Die Redaktion
Nicht witzig!
Der Artikel war ja auch vom letzten Jahr, nachdem Sie in den Ruhestand gingen 😉
Fragen Sie mich? Ich verweise lediglich auf den Artikels.
„Vorzeitig“ heißt ja in diesem Falle, dass sie immerhin so ungefähr 45-50 Jahre Schule hinter sich haben (12-13 als Schüler, den Rest als Lehrer). Dann darf es auch mal genug sein, denn immerhin ist man ja keine 16 mehr, sondern gut in den 60ern.
Außerdem wissen Sie doch, wie unverschämt hoch die Pensionen (trotz Abschlägen) sind, da kommt man schon mal in Versuchung.
Das war eine rhetorische Frage. Herzliche Grüße Die Redaktion
„Semantisch stehen rhetorische Fragen den Behauptungen nahe.“ (Wikipedia)
Da hätte ich einen Einzelfall beizutragen:
Ich hatte eine gesunde Kindheit (trotz oder gerade wegen klarer Regeln und Anforderungen bei emotionaler Zuwendung) … und wurde erst durch den anhaltenden Stress im Lehrerberuf krank. Trifft bestimmt auch auf andere und andere Berufsgruppen zu.?
Vielen Dank für die Ergänzung der Liste.
Es ist immer wieder beruhigend zu sehen, dass man sich auf eines verlassen kann: Sobald jemand wagt, über Leistung, Anstrengung oder fachliches Können zu sprechen, taucht zuverlässig der Hinweis auf „zynische Lehrkräfte“, „Autoritarismus“ und „Leistungsfetisch“ auf.
Wenn das Einfordern von Grundlagen wie Konzentration, Ausdauer, Frustrationstoleranz und Leistungsbereitschaft inzwischen als „Kasernenhof“ gilt, dann scheint die Schwelle zwischen Unterricht und Wellnessbereich tatsächlich immer dünner zu werden. Vielleicht ist das ja der eigentliche Kern des Problems.
Und was den angeblichen Fetisch betrifft:
Manche nennen es Fetisch, andere nennen es schlicht den Versuch, Schülerinnen und Schülern Fähigkeiten zu vermitteln, die sie später tatsächlich brauchen. Überraschend unautoritäres Ziel, wenn man es genau betrachtet.
Aber gut – wenn die Wahl besteht zwischen „autoritärem Leistungsfetisch“ und „pädagogischem Wolkenkuckucksheim“, dann bleibe ich gern Fetischist und bei der Variante, bei der Kinder am Ende etwas können.
Dann schreiben Sie gerne über die Fähigkeiten, die Sie Schülerinnen und Schülern vermitteln (und wie Sie das tun) – statt immer nur darüber, was für Idioten alle diejenigen sind, die Ihre Leistungshuberei nicht teilen.
Aus dem Gastbeitrag von Frau Rasfeld, mit dem wir gestern aufgemacht haben: “Prof. Schulte Markwort, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Hamburg, Autor des Buches Burnout-Kids fordert eine Abkehr vom unbarmherzigen Prinzip Leistung ohne Sinn. Burnout, ein Phänomen der Erwachsenenwelt ist bei unseren Kindern angekommen. Das verlangt Antworten – von uns, den Verantwortlichen. Kinder sind Seismografen der Gesellschaft. Ihre Erschöpfung ist ein wichtiges Signal. Es gilt es zu fragen: Wie vermitteln wir jungen Menschen Zuversicht, Wirksamkeitserfahrungen und Sinn, damit sie resilient durchs Leben gehen, mit disruptiven Veränderungen umgehen können, innere Stabilität entwickeln.” Quelle: https://www.news4teachers.de/2026/05/wenn-schule-krank-macht-warum-die-bildungsreformerin-margret-rasfeld-eine-radikale-wende-fordert/
Davon lesen wir bei Ihnen nichts. Außer: “Einfordern!”
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Bin ich dabei. Das Kind hat seine Laufzeit für eine Runde verbessert. Es kann ein schwieriges Klavierstück plötzlich spielen. Es hat das nervige Referat geschafft und abgegeben. Es hat seine mündliche Note verbessert und freut sich nach dem Gespräch mit dem Lehrer. Etc. Sind das nicht genau die Dinge, die einem das gute Gefühl geben, man kann alles schaffen? Die einen persönlich weiterbringen? Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen “du musst” und “klappt noch nicht? Dann eben nächstes Mal, ist nicht schlimm.” Aber an Leistung und Erfolg ist nichts schlecht. Darf man ruhig fördern.
Das ist die berühmte Selbstwirksamkeit. Und wenn ein Kind das erfahren hat, traut es sich an das nächste Projekt ran.
Ich mach jetzt mal den Gottfried Keller: Aber die Katze hat doch Recht!
Hat Sie nicht – und nun? Populismus hat noch nie jemandem geholfen (außer den Populisten selbst).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich find schon, dass die Katze recht hat. „Hat sie nicht“ ist jetzt nicht grad ein überzeugendes Gegenargument, oder spielen wir jetzt Louis de Funès miteinander? Ich kann Katzes Aussagen auch nicht populistisch finden – liegt vielleicht daran, dass ich den Irrsinn Schule von innen erlebe und nicht, so wie Sie, von außen.
Was tut Katze denn, außer “einfordern” fordern – “einfordern” ist, sorry, die billigste Form der Pädagogik: einfach alles auf Schüler und Eltern schieben.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das andere Extrem findet aber gerade anderswo statt: Jegliche Verantwortung von Schülern und Eltern nehmen und alles auf Schule und System schieben. Wo ist der Mittelweg?
Wer nimmt “jegliche Verantwortung von Schülern und Eltern”? Fakt ist: Die Schüler und Eltern stehen am Ende mit ihren in der Schule erworbenen Fähigkeiten (oder eben Nicht-Fähigkeiten) und ihren Noten allein da – niemand verschenkt Ausbildungs- oder Studienplätze.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Richtig. Aber am Ende ist jeder seines Glückes Schmied. Als Schüler habe ich die Wahl, ob ich den Unterricht des Lehrers annehme, mich daheim hinsetze, Zeit ins Lernen und Nacharbeiten investiere oder ob ich das nicht tue. Ja, die Voraussetzungen sind unterschiedlich – so wie wir Menschen unterschiedlich sind. Ich durfte Jugendliche kennenlernen, die sehr tief im Sumpf steckten, aber Schule als Chance wahrgenommen haben und sich herausarbeiteten. Umgekehrt kenne ich wohlstandsverwahrloste Kinder, die das neueste Smartphone besitzen, aber kein Pausenbrot mit in die Schule bekommen. Es gibt arme Eltern, die sich kümmern, reiche Eltern, die sich kümmern, es gibt arbeitslose Eltern, die sich überhaupt nicht kümmern und arbeitslose Eltern, die alles Mögliche für ihr Kind tun.
Sie sagen völlig richtig, dass am Ende niemand Ausbildungs- oder Studienplätze verschenkt. Genau DAS muss Schule aber auch vermitteln. Wer Kindern suggerieren möchte, dass es keine Hindernisse, keine Bewertung von Leistung und zur Not immer eine helfende Hand gibt, verkennt jegliche Realität des Erwachsenseins. Natürlich wäre eine Welt schön, in der es all diese Probleme nicht gibt. Doch mit Blick auf die Weltwirtschaft und alle brodelnden Krisen, sind wir weit davon entfernt eine Welt zu werden, die dieses Neudenken von Schule als einem Ort, wo Milch und Honig fließen, in Gänze möglich macht.
“Als Schüler habe ich die Wahl” – welche Wahl denn? Herzliche Grüße Die Redaktion
“ob ich den Unterricht des Lehrers annehme, mich daheim hinsetze, Zeit ins Lernen und Nacharbeiten investiere oder ob ich das nicht tue.”
Beschweren sich nicht ununterbrochen alle, dass Schüler*innen über beispielsweise nicht mehr verfügen?
Zudem ist es eine Frage des Geldes, ob Familien es sich LEISTEN KÖNNEN, ihre Kinder daheim hinzusetzen (vielleicht sogar an einen eigenen Schreibtisch? Im eigenen Zimmer?) oder sie finanzieren Nachhilfe, um Lehrkräftemangel und zu wenig Lernzeit in der Schule auszugleichen.
Sie stülpen das ALLES auf einzelnde Kinder und wer sich keine Hilfe erkaufen kann, verliert
Die Wahl, ob ich das in Deutschland kostenlose Bildungsangebot annehme (weil ich durch die Schulpflicht sowieso hin muss) und meine Chancen dahinter sehe oder ob ich es verteufele, bejammere und allem Unangenehmen dahinter aus dem Weg gehe.
Das ist die Wahl eines Bergsteigers – weiterzuklettern oder ungesichert loszulassen. Tolle “Wahl”. Herzliche Grüße Die Redaktion
Von manchem Aufstiegswunsch muss man sich halt frühzeitig verabschieden. Man muss eben auch lernen, loszulassen.
Nein, es ist die Wahl, den Berg mit Sicherung zu erklimmen und die Angebote der Bergführer anzunehmen oder es sein zu lassen.
Wo sind die Schüler ungesichert? Also bitte. Noch nie wurden sie derart betreut und gefördert wie heute. Und gerade das ist vielleicht kontraindiziert, weil die Schüler dadurch immer bequemer werden und ihre Erwartungshaltung mehr und mehr auf andere abwälzen, statt selbst mal aktiv zu werden.
“Noch nie wurden sie derart betreut und gefördert wie heute.”
Kindgerecht betreut und und gefördert? Wir würden sagen: Noch nie wurden Schülerinnen und Schülern mit Inhalten so zugeballert wie heute – noch nie gab es so wenige Freiheiten für Kinder und Jugendliche, sich auszuprobieren und Selbstwirksamkeit zu erleben, wie heute (extreme Krisenzeiten wie Kriege mal ausgenommen). Können wir auch belegen. Gerne hier nachlesen: https://nifbe.de/fachbeitraege/von-der-kindheit-zur-veraenderten-kindheit/
Achtjährige bewegten sich 1919 noch im Umkreis von 9,5 km frei, 1950 waren es nur noch 1,5 Kilometer, 1979 dann 700 Meter und 2006 nur noch 300 Meter. Quelle: https://www.fr.de/panorama/geht-verloren-paedagogin-warnt-vor-bedenklichem-trend-bei-achtjaehrigen-zr-94116317.html
Heute, nach Corona und in Zeiten von Ganztagsschule und -kita, dürften wir bei nahe null angekommen sein.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Noch nie wurden sie derart betreut und gefördert wie heute.”
Meinen Sie dies, weil Menschen mit Behinderung früher umgebracht/ weggesperrt wurden oder weil wir heute an unserem Bildungssystem nichts an die heutige Lebenswelt anpassen und uns stattdessen dafür entschieden, immer mehr Kinder individuell unterstützen?
To be or not to be.
Einfach den zitierten Satz bis zum Ende lesen?
Das war eine rhetorische Frage. Wir sehen nicht, dass Schüler eine Wahl hätten. Entweder sie funktionieren im System Schule – oder sie stürzen ab. Das ist keine Wahl zwischen ernsthaften Optionen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das System Schule ist ein Grundkonsens, an den sich das Individuum eben anzupassen hat. Ich hab auch keine Optionen im System des Straßenverkehrs, des Steuersystems oder des Rechtesystems. Um zu funktionieren gibt es vielfältige Unterstützungs- und Lernangebote. Am Ende entscheidet der Schüler, ob er diese annimmt oder mit Füßen tritt. Sie suchen die Schuld immer nur beim System und nie in der Eigenverantwortung. Wie sollen solche Kinder später in einer hoch komplexen Welt bestehen, wenn sie nie Anpassung gelernt haben?
“Am Ende entscheidet der Schüler, ob er diese annimmt oder mit Füßen tritt.” Zur Erinnerung: Es gibt in Deutschland Schulpflicht – nichts mit “entscheidet der Schüler”. Der kann sich innerlich verweigern, sonst aber auch nichts.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie wir anderen alle auch, die wir unseren Lebensunterhalt verdienen müssen- und der Kinder. Und die Decke, nach der wir uns also deshalb strecken müssen, wird- verfolgt man die Diskussionen um Reformen oder die heutige Steuerschätzung- eher höher.
“Wie wir anderen alle auch, die wir unseren Lebensunterhalt verdienen müssen- und der Kinder.”
Sie sind als Erwachsener frei, sich Ihren Arbeitsplatz auszusuchen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Im Rahmen der Angebote, genau. Ich werde keinen Arbeitsplatz als Chirurg bekommen, egal wie häufig ich mich bewerbe.
Sie müssen aber nicht Lehrerin sein. Niemand zwingt Sie dazu. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ich bin gezwungen, meinen Lebensunterhalt und den meiner zu Versorgenden zu verdienen. Und ich kann das nur mit den Arbeitsplätzen, die ich aufgrund meiner Qualifikation annehmen kann. Also bin ich weder frei in der Wahl, ob ich arbeiten will noch als was ich arbeiten will. Sie unterstellen ja hoffentlich nicht, dass Bürgergeldempfänger nicht arbeiten wollen.
Bei Ihnen hört es sich so an, als ob der kostenfreie Schulbesuch aufgrund der Schulpflicht eine Strafe und kein Privileg wäre. Sehen Sie das so?
Sie haben doch selbst entschieden, welche Qualifikation Sie erwerben und welchen Beruf Sie ergreifen, oder? Und Sie sind keine Sklavin.
Die Schulpflicht wird unserer Meinung nach – angesichts des personellen und baulichen Zustands mancher Schulen – tatsächlich zunehmend unzumutbar. Der Staat kommt seinem Teil der Verpflichtung leider nicht angemessen nach. “Kostenlos” ist der Schulbesuch übrigens auch nicht. Er kostet: Steuern, und das nicht zu knapp.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Für die SuS und deren Eltern ist der Schulbesuch weitestgehend kostenlos, und das ist ein Privileg. Aber: was nichts kostet, ist offenbar nichts wert.
Von mir aus: Schaffen Sie die Schulpflicht ab. Unserer Anastasia-Siedlung hier, den Nazis und den Reichsbürgern in deren Umfeld tun Sie damit einen großen Gefallen. Endlich können diese ihre Kinder unbehelligt von staatlicher Kontrolle im völkischen Sinne bilden.
Kontaktieren Sie doch mal Silvio Duve oder Andrea Röpke dazu.
Wenn die Schulpflicht abgeschafft ist, sollte es auch leicht sein, SuS von der Schule zu verweisen, wenn diese aus welchem Grund auch immer missliebig sind. Gibt ja keine Pflicht mehr, die Schule zu besuchen. Das macht mir als Lehrer das Leben leichter, kann Schülern aber die Zukunft verbauen. Oder soll’s dann die Pflichtschule für die geben, deren Eltern der Bildungspflicht nicht nachkommen? So als Armenschule?
Haben Sie das Thema wirklich mal bis zum Schluss gedacht?
Wie gesagt: nehmen Sie Kontakt zu Journalisten auf, die sich mit völkischen Siedlern beschäftigen. Und machen Sie gern mal einen Themenmonat zur Frage: Schulpflicht: Errungenschaft oder Bevormundung?
Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB
Wir wollen die Schulpflicht doch gar nicht abschaffen – wir wollen, dass der Staat seinem Teil der Schulpflicht gerecht wird. Es gibt keine Bildung nach Lust und Laune (aka Kassenlage), so wie sie derzeit praktiziert wird.
Und was den Rechtsextremismus betrifft: Das tradierte Schulsystem schafft es ja gerade nicht, den Sog auf junge Menschen/Männer zu bremsen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/04/wenn-die-grundschuelerin-ein-ns-marschlied-singt-der-rechtsextremismus-dringt-in-den-schulalltag-vor-mit-macht/
Herzliche Grüße Die Redaktion
“Für die SuS und deren Eltern ist der Schulbesuch weitestgehend kostenlos, und das ist ein Privileg.”
Wo zum Geier wohnen Sie, dass die allgemeine Schulpflicht für Sie ein Privileg ist?
“Ich bin gezwungen, meinen Lebensunterhalt und den meiner zu Versorgenden zu verdienen.”
Sie schreiben, als wären Sie irgendwo an der Kasse oder mit einem Hungerlohn in der Trollfabrik XD
Sie haben doch studiert! Da wollen Sie allen ernstes über Ihre Einschränkungen am Arbeitsmarkt ablassen?
Ich dachte, alle Anforderungen wären andauernd abgesenkt worden? 😉
Nein. Doch. Oh!
Und die Erwachsenen/ Eltern entscheiden für ihre Kinder.
Nein, so einfach ist das nicht. Außerdem besteht eigentlich auch eine Arbeitspflicht, sonst ist es wohl schwierig, in der Gesellschaft zu überleben, wenn man mal von den Sozialhilfen absieht. Das Leben ist nun mal nicht der Ponyhof, den sich viele Ideoligen vorstellen.
Wir kennen keine Ideoligen, die das Leben als Ponyhof darstellen (gerne benennen) – wir kennen sehr wohl ernsthafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die der begründbaren Meinung sind, dass die Welt im Informationszeitalter nicht nach dem überaus schlichten Prinzip “Befehl und Gehorsam” funktioniert. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/interview-warum-wohlbefinden-so-wichtig-fuers-lernen-ist-wissenschaftlich-belegt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke, dass Sie meinen Tippfehler aufgenommen und mir so richtig unter die Nase gerieben haben, sehr gut. Ich meinte “Ideologen”, aber das haben Sie sicher gemerkt …..
“Befehl und Gehorsam”, so sehen Sie also die Schule? Dann brauchen wir eigentlich nicht weiter diskutieren. Gesellen Sie sich zu den vielen von Ihnen geschätzten Experten und Wissenschaftlern, die so ziemlich alle aus der Theorie heraus urteilen und nie eine Klasse geleitet haben.
Das übliche Totschlagargument: Wer nicht Ich ist, kann nicht mitreden.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es gibt eben keine Arbeitspflicht.
Nein, gibt es nicht, aber dann auch kein Auskommen in der Lebenshaltung, es sei denn, man hat viel geerbt oder einen reichen Ehepartner, oder man ist mit den doch recht auskömmlichen Sozialzuwendungen zufrieden.
“Nein, so einfach ist das nicht.”
Warum nicht? Wer zwang Sie zum Lehramt?
Aber die Schulpflicht abschaffen wollen Sie auch nicht, denn Sie wissen genau, was dann passiert.
Nein, wollen wir nicht – wir treten für ein Bildungssystem ein, das Kindern und pädagogischem Personal gleichermaßen gerecht wird. Das sehen wir derzeit leider nicht. Herzliche Grüße Die Redaktion
Die gesichert rechtsextreme AfD will es
Ich erzähle dann gelegentlich den Kinder die Geschichte von den 12000€, die der Staat jedem einzelnen jährlich schenkt. Manche hätten das Geld dann gerne bar ausgezahlt, manche werden nachdenklich.
Mit einem gewissen „mind-set“ fällt manchem dann sogar das Lernen leichter.
Wenn man Kindern Wahlfreiheit bei der Bildung einräumt, dann sollte man mitdenken, denjenigen, die das bezahlen, auch eine gewisse Wahlfreiheit einzuräumen, selbstgewählte Lebenswege mit zu finanzieren. Das sollte ja kein Problem sein, da mit der Wahlfreiheit ja das Wohlfühlen und damit die Lernbegeisterung steigt.
So ist es. Ebenso wie das Leben ist auch die Schule kein Ponyhof. Von nichts kommt auch nichts.
Von Unsinn aber auch nicht. Herzliche Grüße Die Redaktion
Schule ist also in Ihren Augen Unsinn? Sehr aufschlussreich. Oder wollen Sie partout provozieren?
Die Welt um Schule herum ändert sich dramatisch – und wenn sich Schule darauf nicht einstellt, wird sie sinnlos. Dann erreicht sie die Menschen nicht mehr, für die sie gemacht ist. Herzliche Grüße Die Redaktion
Waren Sie eigentlich in letzter Zeit schon mal so richtig aktiv in der Schule und haben die Veränderungen bemerkt, oder verlassen Sie sich voll auf die wahnsinnig gelehrten Erkenntnisse der immer mehr werdenden Bildungsexperten?
Wir kommunizieren praktisch täglich mit Lehrkräften und Schulleitungen – aber eben auch mit Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Vertreter*innen der Schulträger, Elternvertreter*innen, Schülervertreter*innen etc.
Wir bemühen uns um ein möglichst breites und fundiertes Bild – und halten wenig davon, Menschen mit anderen für die Bildung wichtigen Perspektiven als “wahnsinnig gelehrt” zynisch abzuwerten. (Wenn’s nicht so traurig wäre: Ein Lehrer wirft anderen Gelehrsamkeit vor… wow.)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eigentlich doch. Wir bringen den Kindern etwas bei, was sie noch nicht wissen.
Dies erfordert ARBEIT.
Ihr Unsinn ist bezeichnend für Lehrkräfte, die sich aus ihrer Verantwortung ausklinken, sobald ihnen die Voraussetzungen der Kinder nicht in den Kram passt
Welche Wahlmöglichkeiten schweben Ihnen denn so vor? Ich weiß grad nicht wirklich, worauf Sie hinaus wollen.
Wahlmöglichkeiten über die zu lernenden Inhalte – zum Beispiel.
Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/01/sieht-so-die-schule-der-zukunft-aus-wir-gehen-weg-vom-angeleiteten-lernen-sagt-der-schulleiter/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Okay, gehen wir davon aus, dass jeder SoS aussucht, welche Inhalte er lernt, und wann er diese lernt. Die von Ihnen verlinkte Schule lässt diese Wahl übrigens nicht zu: die SuS können den Zeitpunkt des jeweiligen Moduls bestimmen, nicht aber, ob er/sie die für einen bestimmten Abschluss notwendigen Module bearbeitet.
Aber spielen wir es mal konkret durch: Die Auswahl der Lerninhalte durch die SoS ist primär schon beschränkt durch die angebotenen Inhalte. Interessiert sich ein SoS für ein Exotenthema, kann ein entsprechendes Modul mit Coaching durch einen Lernbegleiter nur erstellt werden, wenn der die entsprechenden zeitlichen und Wissensressourcen hat.
Gehen wir vom besten Fall aus: diese notwendigen Ressourcen sind vorhanden, und es kommt nur ein SoS auf diese Idee, und nicht etwa 200 mit 200 verschiedenen Interessenlagen.
Auch jetzt ist es so, dass dies Zeit bindet. Der Schüler ist drei Monate später Experte für sämtliche Dinosaurier, hat in dieser Zeit aber nicht ein Modul bearbeitet, welches Inhalte des Rahmenlehrplans enthält. Die Dinos sind da nur kurz in der Ur-und Frühgeschichte enthalten.
Was Sie wollen, ist eine Schule nach Art von Summerhill oder Nena. Als Elternteil muss man dann auch aushalten können, dass das eigene Kind eben keinen Schulabschluss erhält, weil die für den Abschluss notwendigen Fähigkeiten zugunsten der Dinos, Flugpläne am BER, …, nicht erworben wurden.
Die Konsequenz von „allein was Du selbst lernen willst, sei das Gesetz“ ist auch, dass es keine vergleichbaren Abschlüsse mehr gibt. „Tom kocht tolle Nudeln, und beherrscht es, die Vorlese- und Diktierfunktion des Tablets zu aktivieren. Weiterhin kann er im Zahlenraum bis 100 addieren – Subtraktion ist schwierig…“ zur Aufzählung der Fähigkeiten brauchts dann vermutlich 20 Seiten. Zum Glück gibts ja KI, die das in der nachfolgenden Bildungseinrichtung vorsortieren kann…
Es ist doch längst (internationale) Praxis: Schülerinnen und Schüler lernen relevante Inhalte in Kontexten und zu Themen, die sie interessieren und sich selbst aussuchen – nennt sich Deeper Learning und wird mittlerweile auch in Deutschland praktiziert. Zehn Gymnasien der Stadt Mönchengladbach haben unlängst sogar einen Kongress dazu veranstaltet und ihre Projekte vorgestellt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/deeper-learning-warum-es-in-der-schule-der-zukunft-auf-ein-solides-fundament-aus-fachlichen-grundlagen-ankommt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was „relevanter Kontext“ ist, aber ist nun mal von Schüler zu Schüler verschieden.
Ich hab das übrigens in Mathe in einer fünften Klasse vor gut 20 Jahren schon gemacht: Kompetenzrasterarbeit, gleicher Lerninhalt, 5 Kontexte für 25 SuS, Arbeitsweise über 12 Unterrichtswochen ein knappes halbes Schuljahr).
War ein Heidenaufwand in der Erstellung der Materialien – sowas gabs damals nicht vorgefertigt.
In der Parallelklasse „klassischer“ Unterricht, weil ich die Ergebnisse vergleichen wollte, anschließend Leistungsüberprüfung und Auswertung durch anonymisierte Fragebögen.
Und jetzt das Ergebnis:
(A) Leistungsüberprüfung)
Beide Lerngruppen haben das im Vorfeld gezeigte Leistungsvermögen bestätigt. Allerdings gab es eine Auffälligkeit in der SoL-Gruppe: einzelne SuS zeigten deutlich bessere, andere deutlich schlechtere Leistungen als erwartet. Dies zeigt, dass es eben nicht „one size fits all“ gibt.
(B) „Wohlfühlen beim Lernen“
Beide Gruppen ordneten sich insgesamt ähnlich ein wie vorher. Die beim Lernzuwachs gezeigte Besonderheit der SoL-Gruppe zeigte sich aber auch hier: manche SuS blühten richtig auf, andere hingegen fanden das ganz schrecklich und wünschten sich dringend unseren sonstigen Unterricht zurück. Dieses Ergebnis deckte sich mit meinen Beobachtungen im Unterricht.
Was zeigt das? Aus meiner Sicht: es gibt nicht die eine Methode, die alle glücklich macht. Des einen Uhl is dem anderen sin Nachtigall…
Wie Sie wissen, bin ich auch Physiklehrer und habe viele Jahre auch in Klasse 5/6 im Land BB unterrichtet. Physik, Biologie und Anfangschemie wurden vor etlichen Jahren durch das Fach Naturwissenschaften ersetzt, mit dem Anspruch, Inhalte der Einzelfächer phänomenologisch zu unterrichten. Ein Beispiel (der Klassiker): Thema „Fliegen“ ( Gemeint sind Vögel und Co) die Inhalte Bewegungsarten, Auftrieb etc. (Physik), Lebensraum Luft und Eigenschaften Fluglebewesen (Biologie) usw. zu vermitteln.
Hört sich super an, läuft an keiner mir bekannten Schule wirklich gut. Zum Ersten gibt es keine im Fach Naturwissenschaften ausgebildeten Lehrkräfte, die ja Profis in allen Naturwissenschaften sein müssten. Also unterrichten im besten Fall Bio- oder Physiklehrer, die jedoch in mindestens einem Bereich fachfremd sind. Das Problem, dass diese auftretende Fragen eben nicht inhaltlich korrekt beantworten oder Probleme fachlicher Art korrekt lösen können bzw. Kinder zu vertiefendem Hinterfragen, Experimentieren und Forschen verleiten können, haben Sie häufig beim SoL, da der Coach in der Regel nicht in 13, sondern nur in 2 Fächern Experte ist, und Experten im System u.U. gar nicht mehr vorhanden sind.
Praktisch läuft es an etlichen Schulen so, dass in Klasse 5 ein Biolehrer und in Klasse 6 ein Physiklehrer unterrichtet, welche die jeweiligen Aspekte ihres Fachs unterrichten. Allerdings sind Physiklehrer inzwischen Mangelware, so dass statt Naturwissenschaften überwiegend Biologie unterrichtet wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB
“Was ‘relevanter Kontext’ ist, aber ist nun mal von Schüler zu Schüler verschieden.”
Genau.
Das Problem, dass diese auftretende Fragen eben nicht inhaltlich korrekt beantworten oder Probleme fachlicher Art korrekt lösen können. Doch, können Sie. Aber nicht mehr als wandelndes Lexikon, sondern gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern. Die Lehrerrolle ändert sich.
Ein wissenschaftlich ausgebildeter Physiklehrer kann sehr wohl erfassen, ob Schülerinnen und Schüler bei der Recherche biologischer Themen sinnvoll vorgehen oder nicht – und ob die Ergebnisse dann valide sind oder nicht. Netterweise lernt er selbst auch noch hinzu. Das ist übrigens unumgänglich: Es ist vermessen zu glauben, Lehrkräfte könnten (angesichts der dynamischen Entwicklung der Wissensbestände) beim lexikalischen Wissen mit Google oder KI konkurrieren.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dass ich teilweise Inhalte mit meinen SuS gemeinsam lerne, ist für mich normal: ich unterrichte Informatik. Graphische Apps mit den heutigen Möglichkeiten der Darstellung gabs während meiner Studienzeit noch gar nicht. Heute lerne ich mit meinen SuS so manchen holy shit in der Informatik gemeinsam, auf Augenhöhe. Wir klären sogar im Vorfeld, wie die Bewertung erfolgen soll, wo die Schwerpunkte liegen, Arbeitsformen usw. (Demokratische Schule von ihrer besten Seite).
Das kann ich allerdings nicht für 120 SuS (6 Klassen) und mehr in verschiedenen Kontexten leisten. Und ja, obwohl ich Informatik studiert habe und einige Konzepte auch heute aktuell sind, merke ich die Unzulänglichkeit meines Wissens in bestimmten Bereichen ziemlich. Ich finde das nicht weiter schlimm und gehe offen damit um – meine SuS sehen es ebenfalls unproblematisch, wenn Fragen erst nach intensiver Beschäftigung damit geklärt werden können. In dieser Zeit stehe ich aber den anderen SuS nicht zur Verfügung.
Was Ihr Bio-Beispiel betrifft: kann ich, wenn ich mich intensiv inhaltlich damit beschäftige. Und auch hier habe ich während dieser Zeit keine Ressourcen für die Bedürfnisse der anderen SuS.
Für das, was Ihnen vorschwebt, braucht man zum Teil eine 1:1 – Betreuung.
“Das kann ich allerdings nicht für 120 SuS (6 Klassen) und mehr in verschiedenen Kontexten leisten.”
Ist es Naturgesetz, dass Sie so arbeiten müssen? Es gibt viele andere Schulen, die Lehrkräfte-Arbeit anders organisieren. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/05/aufbruch-im-klassenzimmer-wie-lehrkraefte-an-der-montessori-schule-kitzingen-ihren-beruf-neu-erleben/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hä?
Sie meinen jetzt genau was? Einzelbetreuung? Klar, die kann auch wer anders leisten. Informatiklehrer sind allerdings brandenburgweit Mangelware, soweit ich weiß. Und von betreuenden Lehrkräften braucht’s an Reformschulen eher sehr viel mehr als sehr viel weniger. Sehen Sie sich doch einfach mal die Schlüssel an in Dresden oder Wutöschingen.
Je individueller Sie Schule auf den einzelnen SoS zuschneiden wollen, umso mehr Personal braucht’s.
Die Vorstellung, dass SoL, am besten mit Lernbegleitung durch Chatbots, Personal spart, ist der feuchte Traum aller Finanzminister, hat mit der Realität jedoch wenig zu tun – zumindest in der Gegenwart.
“Je individueller Sie Schule auf den einzelnen SoS zuschneiden wollen, umso mehr Personal braucht’s.”
Das stimmt so nicht. In Deutschland kommen im bundesweiten Durchschnitt etwa 12,8 Schülerinnen und Schüler auf eine Vollzeit-Lehrkraft. Jeder Schüler, den Sie darüber hinaus in Ihren Klassen/Lerngruppen sehen, ist im Wesentlichen den außerunterrichtlichen Aufgaben geschuldet, die Sie als Lehrkraft erbringen. Es ist kein Naturgesetz, Lehrer-Arbeitszeit so zu organisieren. Richtig allerdings ist: Schule braucht mehr Personal, vor allem ein Unterstützungssystem für Lehrkräfte.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
12,8 – hört sich so wenig an und ist doch zu viel.
(Unsere Ausbilder beschweren sich teils schon über 3 pro Person)
Danke für die Info – auch wenn ich noch nie unter 25 SuS im Klassenzimmer hatte. ( Alle SuS geteilt durch alle LuL führt im Ergebnis nur dazu: Wie kann eine Lehrkraft mit so wenigen überfordert sein…..)
Vorsicht, das ist reine Statistik – und die offenbaren bekanntlich wie Bikinis viel, verbergen aber das Wesentliche.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Schüler-Lehrer-Relation zum einen von der Schulform und zum anderen von der Alterssstufe (GS, SekI, SekII) abhängt. Hinzu kommt dass z.B. am GY(G9) die Schülerschaft 30 Unterrichtsstunden in der Woche hat die Vollzeitstelle aber lediglich 25 Deputatsstunden je Woche umfasst. Die einzige Schulform, in der das Deputat mit 28 Wochenstunden höher ist, als die durchschnittliche Unterrichtsstundenzahl der SuS, ist die GS, die zwischen 20 und 25 Wochenstunden je nach Jahrgang variiert..
Na dann ab auf die Straße/ Wahlurne 🙂
https://www.news4teachers.de/2026/05/koalitionsvertrag-gew-feiert-a13-fuer-grundschullehrkraefte-philologen-murren/
Ich weiß nicht, wie die entsprechende Statistik auf eine Lehrer-Schüler-Relation von 12,8:1 VZE kommt.
Meine Klassen/Kurse haben aktuell zwischen 17 und 29 SuS. Der Klassenteiler liegt in BB bei 31 – damit sind Klassen unter 15-16 SuS schon rechnerisch unmöglich. Sollte ein Kurs in der Sek2 mal kleiner sein, wird der mit größeren Kursen verrechnet, so dass es im Schnitt beim obigen Klassenteiler bleibt – anderenfalls wird die Kursaufteilung vom Schulamt nicht genehmigt.
Hier allerdings zählen sogenannte „Unterrichtshelfer“ mit zum „Lehrpersonal“, welche meist Studenten sind, die auf Honorarbasis Vertretungsaufsichten oder Verwaltungsaufgaben übernehmen. Zählen die externen Kräfte zur Abdeckung von AGs im Ganztag da auch mit rein? So kann man sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis natürlich auch schönrechnen.
Meine außerunterrichtlichen Aufgaben, also Aufgaben, die explizit nichts mit Unterricht zu tun haben, sind welche?
Elternarbeit kann kaum ausgelagert werden, Vor- und Nachbereitung von Unterricht ebenfalls nicht – die Korrektur von Klassenarbeiten und Co könnte ich abgeben, das würde viel bringen, aber dann wäre ich von ferienbereinigt 46h pro Woche vielleicht bei 40h/Woche. Anwesenheitserfassung dauert 2min/Stunde und ist ritualisierter Stundenanfang. Klassenfahrten könnten noch ausgelagert werden – bringt noch mal ca. 1h/Woche. Dann tragen Klassenfahrten allerdings nichts mehr zur so wichtigen Beziehungsarbeit bei.
Neue Unterrichtsmethoden entwickeln, mich fortbilden, Materialien für neue Methoden entwickeln kann ich nur selbst, wenn diese passgenau für meine Lerngruppen sein sollen – und den Anspruch habe ich (kann ihn aus Zeitgründen aber nur noch selten erfüllen). Ganz ehrlich, ich hab schon alles auf ein Minimum gedrückt, was nicht direkt mit Unterricht zu tun hat. Und trotzdem bleiben 46h/Woche, ferienbereinigt. Wie ich das früher, mit kleinen Kindern und noch ohne so viel Erfahrung und Material wie jetzt, gemacht habe, ist mir schleierhaft.
In BB wird nur noch auf Kosten der Beteiligten gespart. Da ist nix mit „individuell auf jeden SoS zugeschnitten“. Die mir bekannten ernstzunehmenden Schulen in BB, die mit SoL arbeiten, arbeiten mit Modulen, welche die SuS in Eigenregie bearbeiten. Das heißt, die Individualisierung besteht vom Prinzip her für abschlussrelevante Inhalte nur im „wann“, nicht im „ob“ oder im „was“ ich bearbeite. Das ist übrigens in Wutöschingen oder Dresden genauso. Geht auch nicht wirklich anders, so lange die Rahmenlehrpläne verbindlich sind.
Ganz einfach: Zahl der Schülerinnen und Schüler in Deutschland (rund 9 Millionen) geteilt durch die Zahl der Vollzeit-Lehrkräftestellen (rund 700.000).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer wird da als Lehrer erfasst? Ganztagsbetreuung auch? Geisterlehrer? Krankenhauslehrer, die teilweise in 1:1 unterrichten? Förderlehrer, die genau ein Kind aus dem Unterricht nehmen? Langzeitkranke, die nur auf dem Papier arbeiten? Lehrer in Abordnung, die in der Lehrkräftefortbildung oder im Schulamt oder Ministerium arbeiten, aber offiziell Lehrkräfte sind?
Ich würde gern mal wissen, wie groß die tatsächliche Lehrer-Schüler-Relation ist.
… alle Vollzeitstellen inkl. Lehrkräfte, die dauererkrankt, im Mutterschutz, im Erziehungsurlaub, im Sabbatjahr etc. sind.
Hinzukommt dass die Vollzeitstellen immer mit dem vollen Deputatsumfang eingerechnet werden, ohne evtl. anrechenbare Ermäßigungsstunden zu berücksichtigen.
Jo. Kannste also knicken, sagt genau garnichts aus über Schüler-Lehrer-Relation.
Und ich wüsste gern noch die Relation von durchschnittlichem Lehrerdeputat und durchschnittlicher Wochenstundenzahl der Schüler.
Im Schuljahr 2023/24 waren an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland rund 837.000 Lehrkräfte tätig. Zusammen mit beruflichen Schulen liegt die Zahl noch höher. Die Mehrheit ist weiblich und ein signifikanter Teil arbeitet in Teilzeit (43,1 % in 2023/24)
Im Schuljahr 2025/26 gibt es insgesamt 11,5 Millionen Schüler in Deutschland inklusive Berufsschüler.
Es handelt sich also NICHT um Vollzeitstellen, wie man sehr leicht googlen kann, denn 43 % der LuL sind in Teilzeit.
Hätten wir wirklich eine Schüler-Lehrer-Relation von 12,1, wären alle Schulen extrem gut ausgestattet…..und hätten traumhafte Verhältnisse….
Würde ich an meine Schüler nur mit der Anzahl der Lehrerinnen in Relation setzen, dann käme ich auch auf eine Relation von 14:1……doof nur, dass bei uns auch ca 40% in Teilzeit sind mit Deputaten zwischen 5 und 20 Stunden…..und wenn man das dann genauer rechnet, kommen wir dann schließlich auf eine Unterrichtsversorgung von 98 %, können also nicht mal die Stundentafel des Landes NRW halten…..
Vollzeit-Stellen. Es gibt in Köpfen rund eine Million Lehrkräfte in Deutschland. Gerne hier nachlesen: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/AkademikerInnen/Berufsgruppen/Generische-Publikationen/2-8-Lehrkraefte.pdf?__blob=publicationFile
Herzliche Grüße Die Redaktion
Nochmal zur Verdeutlichung: Eine Schule hat als Bedarf eine Personalausstattung für 200 Schüler einen Grundbedarf von 8,5 Vollzeitdeputen und alle Lehrer an der Schule haben dies auch, so entspricht dass Ihrer Rechnung nach eine Lehrer-Schüler-Relation von 23,5:1. Wenn aber alle Lehrer an der Schule TZ arbeiten (50%), dann ergibt sich nach Ihrer Rechnung eine Lehrer-Schüler-Relation von 11,76……die Unterrichtsstunden, die die LuL unterrichten können, bleiben aber dieselben….
Sie verstehen offenbar nicht, worum es geht – nämlich das ein Großteil der Arbeitskraft von Lehrkräften eben nicht für Unterricht verwendet wird. Wer kann denn das bestreiten?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was ist denn „ein Großteil“? Wie viel Zeit machen unterrichtsferne Tätigkeiten (bitte spezifizieren Sie, was Sie darunter verstehen) für die Durchschnittslehrkraft (Schulleitung ausgenommen) aus? Ich hab das ja schon mal gepostet: auslagerbar wären Klassenfahrten (pädagogisch jedoch nicht sinnvoll), Korrekturen großer Arbeiten (gern doch, aber dann bleibt die Frage nach der Verantwortung für die Note), Aufsichten und das war’s dann aber auch schon zum größten Teil. Statistiken macht die Schulleitung – das betrifft mich höchstens marginal, also was genau meinen Sie??? Sollen die Elterngespräche an eine externe Firma ausgelagert werden? Die Unterrichtsvorbereitung?
Klar, in Physik würde ich mir wünschen, dass jemand anders die Experimente aufbaut, einjustiert und wieder abbaut. Sooo viele Gehaltsklassen dürfte der aber auch nicht unter mir sein, dass das jetzt viel ausmachen würde. Und warum sollte irgendein Finanzminister Personal für Tätigkeiten einstellen, die jetzt einfach den Lehrkräften übergeholten werden, weil: deren Arbeitszeit wird ja nicht erfasst.
Gerne wissenschaftlich: https://www.news4teachers.de/2025/12/wie-viel-lehrkraefte-arbeiten-und-was-die-reine-unterrichtszeit-macht-nur-noch-ein-drittel-der-arbeitszeit-aus/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie machen es sich ziemlich einfach 😉
Kein Mensch bestreitet, dass die reine Unterrichtszeit geringer ist als das, was noch dazu gehört. Die Frage ist jedoch, was davon ausgelagert werden kann. Und da sehe ich nicht so viel.
Da kann der Blick in andere Systeme durchaus helfen – etwa in die Wirtschaft. Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/unternehmen-und-produktion-293/8520/von-der-selbstversorgung-zum-weltmarkt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Seien Sie doch bitte mal so nett und antworten Sie ganz konkret:
Frage 1:
was an meinem Job kann ausgelagert werden, und wie viel Zeit wird dadurch für Unterricht frei?
Frage 2:
Warum sollte ein Finanzminister Personal für Tätigkeiten bezahlen, welche jetzt die Lehrkräfte mangels Arbeitszeiterfassung quasi umsonst liefern?
Stimmt, etwa die Hälfte der 45- minütigen Unterrichtszeit geht für Organisatorisches und Erziehungsmaßnahmen drauf.
Frage: Müsste man nicht auch die durchschnittlichen Vertretungsstunden (wegen Krankheit – da gibt es doch auch Durchschnittswerte haben) mit einberechnen? Stichwort Vertretungsreserve? Wie sähen denn dann die Zahlen aus, wenn man alles mit einberechnet (Vertretungen, Deputat vs. Unterrichtsstunden der Schüler, Dauerkranke, Mütterschutz, Abordnungen, Abminderungen ….)? Nur dann machen Ihre Zahlen, liebe Redaktion , Sinn. Also bitte einmal ganz ehrliche Zahlen nennen und keine Traumzahlen (die hatte ich in meiner Jugend zur Genüge = Planerfüllungen der DDR_Betriebe z. B.). Allerdings gab es ddamals eine fest eingeplante Vertretungsreserve bei Lehrern und Erziehern. 🙂
“Was „relevanter Kontext“ ist, aber ist nun mal von Schüler zu Schüler verschieden.”
Wenn man Potschemuschkas wirre Links zum Thema liest, möglicherweise 😉
Aber nehmen wir an, Sie sind anders, was lässt Sie “relevante Inhalte” mit Kontext vertauschen? Es geht um die Inhalte und wenn Kinder ihre Lesekompetenz oder mathematischen Fähigkeiten beim Thema Dinosaurier (intrinsisch motiviert) erweitern, was ist Ihr Punkt – außer mal wieder das Thema zu ungergraben?
“die SuS können den Zeitpunkt des jeweiligen Moduls bestimmen, nicht aber, ob er/sie die für einen bestimmten Abschluss notwendigen Module bearbeitet”
Oha, Sie sind sowas von kurz davor erkennen zu können, dass Schüler*innen sich nicht absolut frei orientieren und essenzielle Inhalte abwählen können.
Weiter so! 😀
“Als Elternteil muss man dann auch aushalten können, dass das eigene Kind eben keinen Schulabschluss erhält, weil die für den Abschluss notwendigen Fähigkeiten zugunsten der Dinos, Flugpläne am BER, …, nicht erworben wurden.”
Schade
Ihre Unwissenheit bekommt zumindest viele Likes ^^
In der Gesellschaft und im Arbeitsleben muss man auch “funktionieren”, dennoch hat jeder seine individuellen Ausprägungen, aber immer weniger bemühen sich, in einer Gemeinschaft “anzukommen”, da man seine potentiellen Fähigkeiten nicht nutzt, zu anstrengend. Letztendlich gibt es doch für alles eine App.
Wie stellen Sie sich die ideale Schule vor? Jeder Schüler seinen Personal Coach? Lernen nach Wunsch, jeder was er will? Ein Wohlfühl- Activity Raum für jeden Schüler mit difitaler Dauerberieselung? Das ist es doch, was den Schülern gefallen würde, oder? Was dabei rauskommt, man ich mir gar nicht ausdenken.
“In der Gesellschaft und im Arbeitsleben muss man auch ‘funktionieren'” – durchaus: in einem Rahmen, den man selbst gesetzt hat.
Sie werden nicht als Lehrer mit Ihren Fächern zwangsverpflichtet worden sein.
Ihre Argumentation lässt sich übrigens auch übertragen: Gesunde Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte – ein lächerlicher Anspruch? “Was dabei rauskommt, man ich mir gar nicht ausdenken.” Wir uns schon.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ durchaus: in einem Rahmen, den man selbst gesetzt hat.“
Jupp. Genau bis zu dem Zeitraum, an Sie auch was zu essen oder Wohnen bezahlen müssen. Oder Sie entscheiden sich ganz selbstbestimmt, sich vom Wohlwollen anderer abhängig zu machen, und betteln.
Das Sozialamt hat nämlich (zu Recht) durchaus ein Problem damit, wenn Sie ganz selbstbestimmt nicht arbeiten, aber Leistungen von der Gesellschaft wollen.
Tun Sie doch nicht so, als ob Erwachsene nicht dem Zwang unterliegen würden, für ihr Überleben auch Arbeiten annehmen zu müssen, die sie eigentlich lieber nicht machen würden.
Ich zumindest würde lieber nur 30 statt 46h pro Woche arbeiten müssen. Jetzt würde das gehen, früher nicht: dann hätten wir als Familie zu wenig zum Überleben gehabt.
Das wüsste ich auch gerne; komm nicht drauf. Meinen Sie, ob ich lerne oder nicht? Sie waren sicher selbst Schüler ?
Zwischen zwei Lehrern.
Nun, die Katze verlangt meinem Verständnis nach zuallererst, die Leistungsanforderungen am Gymnasium wieder auf ein Maß zu heben, welches ein erfolgreiches Studium ermöglicht. Das ist eine Forderung an das jeweilige Kultusministerium. Dann fordert sie, dass möglichst nur SuS ans Gymnasium gehen, die diesen Leistungsanforderungen auch gewachsen sind. Auch das ist eine Forderung an das jeweilige KM. Die Forderung an die Eltern, das Kind um seiner selbst willen an eine Schulform zu schicken, die seinem Leistungsvermögen entspricht, ist tatsächlich eine an die Eltern. Solches Handeln sollte jedoch eigentlich für Eltern, die ihr Kind um seiner selbst willen und nicht als Statussymbol lieben, selbstverständlich sein.
Nee, ich sehe da weder billige Pädagogik noch Polemik.
Wenn – geschätzt – fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler diesen Ansprüchen genügen (fachlich hochbegabte, deren Interesse am Fach weit über die Beziehung zur offenbar nur dozierenden und einfordernden Lehrkraft hinausgehen), wüssten wir schon gerne, was mit dem Rest passieren soll. Wir lesen bei “Katze” aber nichts davon, dass sie Ihre Polemik nur auf das Gymnasium bezieht. Wir lesen auch nichts davon, was denn der Beitrag von Lehrkräften bei dieser Art von Pädagogik sein soll, wenn Schülerinnen und Schüler den Ansprüchen nicht genügen. Aus den Augen, aus dem Sinn?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich gehe nicht von fünf, sondern von 20 bis 25% aus. Das Studium nur für fachlich Hochbegabte (das wären dann übrigens nur ca. 2% der SuS) zuzulassen war meines Wissens nie angedacht.
Die 75 bis 80%, welche aufgrund ihrer bisher gezeigten Leistungen den Anforderungen eines Studiums vermutlich nicht gerecht werden können, machen eine Ausbildung. Der zweite Bildungsweg bzw. der universitäre Weg nach Abschluss einer Ausbildung im gleichen Bereich steht weiterhin allen offen.
Ich bin sehr fordernd im Unterricht. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich nur dozieren würde (kommt sehr aufs Alter der SuS an: in Klasse 11/12 durchaus phasenweise Unterrichtsstil im Schema Vorlesung-Seminar-Übung, bei den Kleinen wäre das völlig unangebracht). Von SuS etwas fordern bedeutet, sie ernst zu nehmen und sie weiter voran zu bringen, damit sie lernen, ihre Grenzen immer weiter zu setzen. Fordern und Fördern. Und ja, etwas zu schaffen, von dem man vorher dachte, dass man es nie hinkriegen würde, kann richtig toll sein.
Wären mir die SuS egal, würde ich nichts mehr von ihnen verlangen. Das wäre übrigens deutlich weniger arbeitsintensiv und wesentlich stressfreier für mich.
“Auch ich habe erst in den vergangenen Jahren gemerkt, dass wir einem Trugschluss unterliegen, wenn wir davon ausgehen, dass Kinder grundsätzlich neugierig sind und lernen wollen. Dem ist nicht so. Wir übersehen einen Aspekt, der früher beim Aufwachsen der Kinder mehr oder weniger selbstverständlich war, so dass sich kaum jemand darüber Gedanken machen musste. Heutzutage wird dieses grundlegende Element aufgrund der Veränderungen in unserer Gesellschaft immer häufiger dezimiert oder ist teilweise gar nicht vorhanden. Die Rede ist von ‘Beziehung’.” Quelle: https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/kinder-brauchen-beziehung/
Lernen, das ist eigentlich eine Binse, braucht Beziehung – davon lesen wir bei “Katze” nichts. Bei ihr geht es nur um “Einfordern”. Finden wir ziemlich arm.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Dann fordert sie, dass möglichst nur SuS ans Gymnasium gehen, die diesen Leistungsanforderungen auch gewachsen sind.”
Wenn Gymnasien nichts tun, in den 90’ern verharren, veraltete Ansprüche stellen und Kinder mit heutigen Ressourcen aussortieren oder unter einer Verbesserung der Kitas, Grundschulen und Gymnasien, welche die Kinder unterstützen, ihre Potenziale zu entwickeln und die (gleichen) Anforderungen zu erfüllen?
Wo stellen Gymnasien veraltete Ansprüche? Die Lehrpläne müssen sie umsetzen und die sind alles andere als veraltet, sondern im laufenden Wandel begriffen, was jeder Lehrer aufgrund andauernder Anpassung der schulinternen Lehrpläne weiß.
Dass Eltern die Voraussetzungen und (ggf. kostenlose) Nachhilfe in den Bereichen stellen sollen, welche die Kinder kognitiv erreichen können, seitens der Schule aber nicht angemessen unterstützt werden können/ wollen
“Gottfried Kellers Subversion der poetischenGerechtigkeitIObwohl Gert Sautermeister bereits vor über 20 Jahren konstatiert hat, dass >>keineausgreifenden Studien zum Thema Recht und Unrecht in Kellers Erzähltextenvorliegen (Sautermeister 1998, 58), hat sich an diesem Befund bis zum heutigenTag erstaunlich wenig geändert.1Anknüpfungspunkte für derartige Untersu-chungen liefern Kellers Texte jedenfalls genug. Rechtsstreitigkeiten durchzie-hen Kellers gesamtes Werk vonRomeo und Julia auf dem Dorfebis zuMartinSalander. Während die frühe Seldwyla-Novelle von der fatalen Auseinanderset-zung der Bauern Manz und Marti um einen Ackerzipfel ihren Ausgang nimmt,fechtet der Titelheld des späten Romans den Konflikt mit seinem AntagonistenWohlwend auch mit juristischen Mitteln aus. Kellers Interesse an Rechtsfragenist zudem biographisch fundiert. So artikulierte der junge Keller 1841 in einemBrief an seine Mutter den Wunsch, die Rechte zu studieren (Gottfried Keller anElisabeth Keller-Scheuchzer am 9. September 1841, GB I, 58), während derStaatsschreiber für die Protokollierung der kantonalen Regierungstätigkeit undGesetzgebung zuständig war.2In diesem Beitrag soll der Themenkomplex Rechtund Unrecht in Kellers Erzähltexten anhand des Konzepts der‚Poetischen Ge-rechtigkeit‘beleuchtet werden, das die Bereiche Recht und Literatur bereits aufeiner begrifflichen Ebene verbindet. Unter poetischer Gerechtigkeit ist, um zu-nächst eine knappe Arbeitsdefinition zu liefern,„das poetologische Postulat“zu verstehen,„*wonach die Relation zwischen den in der Dichtung geschildertenVorgängen und dem Resultat, zu dem sie führen, als‚gerecht‘vorgestellt wer-den soll“(Segebrecht 1998, 69–70). Es wird sich zeigen, dass dieses Konzept inKellers Texten–” […]
Aus – lesenswert –
Gottfried Kellers Subversion der poetischen Gerechtigkeit https://share.google/nadtLy0tVNWNIAU2w
🙂 schwere Kost, genauso leicht allerdings das Herausfinden des Leistungsgedankens der @ Katzes Kommentare dominiert.
Ich bin sehr wohl der Meinung, dass zwar zu wenig von den Kids verlangtverlangt wird, aber auch, dass ein gewandeltes Hinführen zur Leistung notwendig ist. Die Negativierung der Leistung der kids ergibt sich mMn oft durch Erwachsene, die aus eigener Angst, ihr Kind könne “es” nicht schaffen, ihr Kind unter Druck setzen, ohne auch nur selbst einen Schimmer von den Lerninhalten zu haben, die das Kind/der Jugendliche erfüllen soll/muss.
D.h in der vorhergehenden Diskussion treffen radikale Ansichten aufeinander, die nicht zum Erfolg führen können.
Ich erlese einerseits angeschlagenes, ganz schlimm verbittertes Lehrertum und sorry @ Redaktion ich lese bei Prof Markword ” Leistung OHNE SINN”
Kinder/ Jugendliche wollen gelobt werden, zunächst, klein, ihren Eltern gefallen.
Meine BSler akzeptieren Lerninhalte, die sie brauchen können mehr als bloße Theorie.
D.h., es bringt uns gar ” nix ” zu lamentieren, dass alles anders ist als früher, bei mir vor 40J im Ref; ich kann nur sagen, meinen Schülerinnen fehlt oft, anerzogen, das Vermögen zu sehen, dass Leistung auch Freude machen kann, selbstbewusst und angstfreier, was zukünftige Anforderungen angeht, damit auch psychisch belastbarer.
Schlimm ist, dass auch welche dabei sind, die von klein auf in den burnout getrieben wurden, von allen Seiten, so dass auch Schule sie nicht mehr auffangen kann ( fürs Urvertrauen sind zunächst Ma und Pa zuständig ). …
” Die Negativierung der Leistung der kids ergibt sich mMn oft durch Erwachsene, die aus eigener Angst, ihr Kind könne “es” nicht schaffen, ihr Kind unter Druck setzen, ohne auch nur selbst einen Schimmer von den Lerninhalten zu haben, die das Kind/der Jugendliche erfüllen soll/muss. “
Ganz wichtiger Punkt; sinnfreie Schulinhalte, deutsches “müssen” und kein eigenes Engagement, also die Eltern würden nie lernen wollen, was die Kinder aber lernen “müssen”. Kann nicht funktionieren.
Da haben Sie sich solche Mühe gegeben… und ich hab einfach nur „des Kaisers neue Kleider“ dem falschen Dichter zugeordnet… Sorry dafür.
-2
Und:
So gesehen liegt Frau Rasfeld bestimmt in einigen Anmerkungen richtig – wenn denn der Olymp nicht wäre.
Wenn meine Refs sich in LPen auch Schwächeren widmen oder versuchen für ‘ gute Arbeitsamotphäre’ zu sorgen, dies dann von Mittelolympianern beanstandet wird, äußere ich sehr wohl Gedanken, die Frau Rasfelds Bemühungen entsprechen – zum Lehresein…..usw….
🙂 ich tu mich aber auch leicht; normalerweise gehe ich nach 43 Dienstjahren bald. Als jüngerer Lehrer wird man oft zu sehr von Modemethodik und “Streber”kollegen beeindruckt und hat keine Zeit mehr, sich aufs Lehrersein zu konzentrieren.
Folge könnte sein, sry @ Katze, dass man umschwenkt und, um durchzukommen sagt, “liefern”
(vorsichtige unbewiesene These, nur gutgemeint)
Geschrieben wieder ohne Gottfried Keller zu bemühen ( dessen Werk ich sehr schätze ) @ Mika 😉
Waren Sie überhaupt mal auf einem Kasernenhof?
Richtig, autoritärer Erziehungsstil ist schlecht für die Entwicklung. Richtig auch: der oft “bedürfnisorientierte Erziehung” genannte Stil führt ebenfalls zu Problemen, die sich heute im Schulalltag ganz gravierend in einem Mangel an Disziplin äußern.
Deshalb läuft es auch nicht mehr in den Schulen in Deutschland. Wann immer eine Austauschlehrkraft da ist zeigen die sich schockiert darüber, dass Kinder hier ganz normale Verhaltensweisen, wie leise sein wenn andere reden, nicht kennen und auch durch Ermahnungen ihr egozentrisches Verhalten nicht abstellen.
Da gibt es gravierende Mängel bei Eltern und Lehrkräften, die noch immer keine gesunde Kommunikation gegenüber Kindern pflegen, weil sie es selbst nie gelernt haben.
Also ich hab sowohl im Studium als auch im Ref als auch in meinen Berufsjahren als auch im Privatleben gelernt, mit Kindern (und auch deren Eltern) wertschätzend und zielorientiert zu kommunizieren. Bin ich jetzt die berühmte Ausnahme?
Weiß nicht, sind sie?
Ich erlebe ja nur mein persönliches Umfeld näher. Grob vereinfacht gesagt, es erfüllt sich dort ein altes Klischee: Pädagogenkinder sind oft auffällig. Ich denke es hat was mit der erhabenen Position der Eltern zu tun, aus der heraus sich gut über die Fehler der anderen sprechen lässt.
Lehrers Blagen und Pastors Vieh…
Nö, bin ich nicht.
Komisches Umfeld haben Sie: so viele missratene Pädagogenkinder… ist in meinem Umfeld anders.
Ganz einfach und ohne Gottfried Keller zu bemühen 😉
Was Sie beschreiben stand einmal zu Lehrerdinozeiten im Vordergrund – als es noch Frontalunterricht, Setzkästen, Tafeln, Kreide und Lineale gab.
Heute ist so viel zu tun, dass keine Zeit ist, auf derlei Beiwerk Wert zu legen 😉 😉 Witz
Ich glaube, dass aber genau das Unterricht gestützt hat. SuS, die glauben/wissen, gesehen zu werden, sind “leistungsbereiter” und verteidigen LuL sogar gegenüber Eltern ( oft erlebt ).
Ja, und es funktioniert auch heute. Fordern heißt Sehen heißt Wertschätzen heißt Fördern.Das hat für mich aber nichts mit der Unterrichtsmethode (frontal,…) zu tun.
War nur ein Beispiel für die
“Dinozeiten-Lehrereiszeit”.
Mir ist da noch eingefallen, dass bei mir im Vorbereitungsdienst 🙂 annokeks der Frontalunterricht auch als kenntnissichernde Maßnahme nach egal welcher methodischen Erarbeitung verkauft wurde.
(vlt sollten wir davon ausgehen, dass nicht jeder Frontalunterricht gleich definiert)
“Vereinzelte zynische Lehrkräfte”……. sind Ihrer Meinung also für die Entwicklung von allumfassenden psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verantwortlich? Das geht aber aus dem von Ihnen gelinkten Artikel nicht hervor, da geht es um familiäre Autorität.
Zynische Lehrkräfte mag es noch geben, aber ich glaube, die sind inzwischen in der absoluten Minderheit, diese Pauschalurteile hier finde ich einfach nicht passend. Immerzu dieses Mantra “Schule macht krank”, ohne die Komplexität der Ursachen zu beleuchten. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Schule für Viele ein Ort der Orientierung, wenn nicht Geborgenheit ist. Es ist keinesfalls so, dass Schulen den Schülern immer feindselig gesinnt sind, auch wenn manche Schüler das oft so thematisieren, denn auch dies ist zu relativieren nach Erfahrungen mit einem unfähigen Lehrer oder der Unwille, sich anzustrengen. Und eine Erziehung und Bildung ohen Regeln kann keine solche sein, die meisten Schüler wollen das gar nicht.
Lehrer machen sehr oft ganz andere Erfahrungen als Außenstehende und Bildungsexperten.
“Ich wage sogar zu behaupten, dass die Schule für Viele ein Ort der Orientierung, wenn nicht Geborgenheit ist.”
Ich behaupte mit – auch H. Vehrenkamp müsste eigentlich mitziehen.
Beispiel: Wenn wir es schaffen, in Klassen mit Jugendlichen ohne Ausbildung, ein bisschen an diese heranzukommen, schaffen diese es leichter zB bei Betriebsarbeiten offener, handlungsbereiter rüberzukommen; ist schon ein Sieg, wenn dies 2 von 30 sind.
Häufig sitzen diese SuS mit einer Von-allen-verraten/ verlassen- Aura vor uns; der Versuch umzusteuern lohnt sich, ist aber verständlicherweise nicht jedem gegeben.
Und: auch Lehrerinnen geht es in guter Lernatmosphäre besser; wir müssen ja nicht gleich Teletubbi- *Picacumäßig kuscheln.
* muss mal schaun, wie man die richtig schreibt. Die Texterkennung versagt gerade.
Achja, die ganzen übergewichtigen und kraftlosen Kindergartenkinder, die sich nicht mehr auf die Bundesjugendspiele vorbereiteten ^^
Darf ich etwas ergänzen:
MMn sind wir seit Corona massiv familienunfreundlicher geworden, das belegen ja auch die Geburtszahlen. Familienunfreundlich bedeutet aber auch, dass es schwerer wird, mit Kindern etwas zu unternehmen, da selbige “nicht gern gesehene Gäste” sind.
Dazu noch der verstärkte Druck an Familien, dass beide Elternteile möglichst viel arbeiten. Wir haben 3 Kinder im GS-Alter, diese sind 4 mal die Woche bis ca 13:30 Uhr in der Schule (Betreeung) und einmal in der Hausaufgabenbetreuung bis cqa 15:30 Uhr. Dazu kommt einmal Instrument auf Wunsch der Kinder und einmal Sport. D.h. wir sind daheim bis mindestens 17 Uhr mit den Kindern am Hausaufgaben machen, am Lesenüben, am Rechnenüben usw.. Vorgabe ist ganz offiziell 30-45min Hausaufgaben, dazu 15min Lesen und 15min rechnen. Also gut eine Stunde pro Kind, im Idealfall. Bei drei Kindern eben in Summe drei Stunden. Die eigene Arbeit und die Hausarbeiten sind noch nicht gemacht. Wo soll die Zeit her kommen? Wir fordern faktisch die Ein-Kind-Familie bzw. die Familie im Haus.
Kann man anders sehen.
Ich lasse mich gerne belehren, aber das ist meine bescheidene Ansicht.
Jeder darf seine Ansichten haben, nur so kann man diskutieren:
(Erwachsener Frühschwimmer 4€, Kind Frühschwimmer 3€) Tageskarte
Familie 24,5€, ei Erwachsener 9,5€. Es handelt sich nicht um ein Spaß
oder Luxusbad
Ich erlaube mir die Frage: wieviel Kinder haben Sie oder hatten Sie als Kleinkind in der Coronazeit? Und haben bei Ihnen beide Elternteile gearbeitet?
Hier noch ein paar Links zu diesem Thema:
Gerne diskutiere ich …….
Ich hab mal gegoogelt, ihr erwähntes Bad ist tatsächlich ein Freizeitbad, in dem man sich den ganzen Tag aufhalten kann. Die Familienkarte von 24,50 Euro ist für 2 Erwachsene und in der Regel 2-3 Kinder, somit kostet ein Kind um die 2 Euro, wenn überhaupt.
Frühschwimmer sind Kinder in der Regel nicht und die 3 Euro beziehen sich allgemein auf Ermäßigung, Kinder unter 1m Körpergröße scheinen da generell frei zu sein.
Es haut also nicht so ganz hin mit Ihren 80%.
So sind meine Eindrücke.
Und zu Ihren Links.
Und ob ich Kinder habe und wieviel und Kleinkinder während der Coronazeit, ob meine Eltern beide gearbeitet haben, das geht Sie eigentlich nichts an. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich aus Erfahrung spreche und nicht, wie manche “Experten” aus theoretischen Überlegungen heraus.
Auch in Anführungszeichen will der Titel “Soziales Long Covid” nicht so recht passen. Wir müssen schon zu uns selbst ehrlich sein und eingestehen, dass Maßnahmen positive und negative Folgen haben können. Es handelt sich doch hier um die Folgen der Maßnahmen und nicht der Erkrankung.
Hier sei auch noch mal an die groß angelegte Werbekampagne “besondere Helden” der Regierung erinnert, in der ein junger Mann, untermalt von epischer Musik zum Helden wird, in dem er permanent vor der Glotze Chips und Cola in sich rein stopft. Gesundheitliche Aufklärung stelle ich mir anders vor.
Aber es ist auch sicherlich nicht ausschließlich die Pandemie dafür verantwortlich.
Dieser Tage jährt sich ja mal wieder das Kriegsende 1945. Wurde damals eigentlich auch beobachtet, welche Schäden die vielen Aufenthalte in den Luftschutzbunkern (bei ständiger Angst vor Bomben) bei den Kindern zur Folge hatten, wobei auch viel Unterricht ausfiel und was auch zu einer sozialen Isolierung beitrug? Und nach dem Zusammenbruch war es mit der Schule ja auch nicht so einfach: Viele Gebäude waren beschädigt, viele Lehrer waren umgekommen oder waren Invaliden, es gab Mangel an allem und jedem. Eigentlich sollte man annehmen, dass all das bei den Geburtsjahrgängen 1935 – 1942 katastrophale Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hatte, viel mehr als das Corona-Virus. Stimmt das? Gab es Langzeiteffekte der Kriegs-Traumata? Später gab es gerade bei den genannten Jahrgängen besonders viele Lehrer und Professoren.
… und selbstverständlich massive Traumata, die aber nie wirklich aufgearbeitet wurden. Gerne hier nachlesen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/kriegskinder-erst-im-alter-wird-oft-das-ausmass-der-traumatisierungen-sichtbar-387d0326-47e8-4279-80c7-c8032ec68356
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das stimmt. Die alte Bundesrepublik hat das teilweise mit einem ausgebauten Kurwesen abgefedert. Und mit einer frühen Rente, für Frauen mit 62.
Die Skandale um Heimerziehung und Misshandlung der Verschickungskinder hängen mit diesen Traumata zusammen.. Die Kriegskinder wurden nicht betreut, sie hatten zu funktionieren. Die waren hart gegen sich selbst, aber auch gegen Schwächere.
Es gibt einen großen Unterschied in der psychischen Belastung, wenn man eine ältere Bevölkerung wie beispielsweise in der Deutschschweiz untersucht; darüber gab es eine Studie, ich suche den Link noch.
So ein Schwachsinn, Corona noch immer als Ursache für alle Probleme zu nennen.
Als ob wir keine anderen Gründe und Ursachen für die vielfältigen Probleme in der Motorik, der Sprache, dem Lern- und Sozialverhalten etc sehen und nennen könnten!
Ooooooh jaaa!
Ich saach nur noch:
Was “ein Glück ” ☹️…, dass es CORONA gab…
Die beste “Ausrede” ever, für wirklich fast alles! ☹️
Mich wundert nichts mehr.
Die älteren Schüler sind bei uns alle mit E-Roller unterwegs.
Und die Schule soll das dann ausbügeln…
Eigentlich ist das alles ganz einfach:
Morgens zu Fuß zur Schule, keine HyperMama, kein SUV, keine Lastenrad. Aber viele Kumpels , die mit dem Weg dazu kommen.
Mittags : same Prozedur…
Nachmittags: draußen spielen, ohne Kontroll-Mama, ohne Tracker, ohne Ganztag.
Abdens: Müde und zufrieden vom Tag.
Einfach Kind sein, ohne Erwachsene mit Psychosen, Kontrollzwang, Ängsten und Statussymbolen.
Problem gelöst.
Ach ja, und Eltern, die sich um die Ernährung und die Familie kümmern, anstatt die Lehrer und den Unterricht mit Besserwisserzum zu kriminalisieren.
“Der Sozialstatus etwa wird eine große Rolle spielen“
Und die Umgebung – Gruß aus einer kleineren Großstadt
Aber was die Kinder damals nicht aufbauten und schlimmer, durch für sie schlechtere Angebote füllten, die von den reichsten Konzernen mit ein paar der besten Wissenschaftler*innen darauf getrimmt werden, Kinder und deren Vorbilder süchtig zu machen, kann jetzt nur unter Mühe kompensiert, geschweige sinnvoll ersetzt werden 🙁
Aber bevor eine Verdopplung des Schulsports angestrebt, Studierende ausgebildet und Stellen ausgeschrieben werden, wird wohl noch viel Zeit ins Land gehen – und Wünsche nach “Eigenverantwortung”, über deren Nichterfüllung wir uns noch lange aufrichtig wundern dürfen (augenroll)
Spannend, dass wieder nur über Smartphones und Bewegungsmangel geredet wird. Haben wir uns eigentlich schon mal gefragt, was es mit der Ausdauer von Kindern macht, wenn sie sich dank mangelnder Schutzmaßnahmen in Schulen 1-3 Mal pro Jahr mit einem gefäßschädigenden Virus infizieren?
Jede Infektion hinterlässt Spuren im Körper. Wenn das Immunsystem und die Organe im Dauereinsatz sind, erholt sich die sportliche Leistungsfähigkeit nicht einfach durch den Wiedereintritt in den Sportverein. Wir ignorieren hier einen massiven gesundheitlichen Faktor, weil das Thema Corona unbequem geworden ist.
Haben wir uns eigentlich schon mal gefragt, was es mit der Ausdauer von Kindern macht, wenn sie sich dank mangelnder Schutzmaßnahmen in Schulen 1-3 Mal pro Jahr mit einem gefäßschädigenden Virus infizieren?
Das nennt sich “Nutzen des Immunsystems”, glaube ich. Dafür hat man es – Abwehr von Parasiten, Viren, Bakterien und eigenen Krebszellen.
Es gibt genug Leistungssportler in den Schulen, bei Schülern wie Lehrern, die schultypischen Menschenmassen sind nicht per se gefäßschädigend.
Unfug, ich kenne einige Schüler:innen, die nach der COVID-19 Infektion ihren Leistungssport aufgeben mussten und ander, die seit ihrer COVID-19 Infektion schwerstbehindert und schulunfähig sind.
COVID-19 ist kein Schnupfen und wir haben den Kindern und Jugendlichen schweren Schaden zugefügt, weil wir sie nicht geschützt, ja Schutz noch aktiv bekämpft haben.
Ich kenne auch einige Kinder und auch viel zu viele Profi Sportler die ihren Sporttasche aufgeben mussten. Viel trauriger ist es jedoch für die Kinder, die gar nicht mehr in die Schule können und ihre Freunde nicht mehr sehen.
Wenn die dann diesen albernen sozialer COVID Quatsch lesen, würden sie sich vermutlich erst Recht im Stich gelassen fühlen..
Eine Entschuldigung ist hier maximal angebracht. Was für eine Schande!
Ja, die Varianten von damals hatten teilweise fiese Folgeschäden verursacht. Das bestreite ich ja gar nicht.
Mittlerweile hat sich die Situation aber geändert, Corona scheint nicht mehr gefährlicher zu sein als eine Grippe. Damit ist es nicht für alle Menschen gleichermaßen harmlos, aber für die Mehrheit kein Problem mehr.
Dieses Immunsystem braucht Training hat 2021 schon nicht funktioniert. Gerade die Ergebnisse der oben genannten Studie sprechen dafür, dass die Immunabwehr das eben nicht so einfach wegsteckt. Weder bei den Kindern noch bei den Lehrerinnen. Die sind nämlich, wie die anderen Berufstätigen, im Durchschnitt viel öfter krank. Es fällt also viel mehr Unterricht aus, auch Sportunterricht. Aber auch alle anderen Fächer. Und im das in der wenigen restlichen Zeit nachzuholen, müssen die Kinder schneller Pauken (wenn sie mal gesund sind im Winter) und das sorgt gleichzeitig dafür, dass alle gestresst und psychisch krank werden.
Die Verantwortung tragen wir Erwachsenen..also bitte nicht neue Märchen von “sozialen COVID”. Nennen wir es einfach die Kollateralschäden des echten COVID und aller Folgeinfektionen (EBV, Influenza, usw.), die es bei einem vorgeschädigten Immunsystem natürlich einfacher hat.
Ich erwarte, dass sich wenigstens ein paar Biolehrerinnen damit beschäftigt haben. Die Sportlehrer und Sportwissenschaftler scheinen ja kein Interesse am Lesen der aktuellen medizinischen Studien dazu.
Und die Direktorinnen müssten eigentlich schon gut zu tun haben, mit den vielen Kindern, die aufgrund von Postcovid und mecfs gar nicht mehr in die Schule kommen können. Schade, dazu auch keinen einzigen Satz.
Vermutlich aus Gründen.
Meiner Erinnerung nach nennt das die Psychologie den “kausalen Attributionsfehler“. Das meint, dass man, wenn man eine (mögliche) Ursache gefunden hat, man nicht mehr weiter sucht nach möglichen anderen Ursachen. Ich glaube, hier haben wir dafür einen typischen Fall. Corona soll schuld sein und weiter schaut man dann nicht mehr, also gewissen Leute, denen das gut in den Kram passt.
Ja, das ist wie beim Wal. Er liegt auf der Sandbank, dann auf der nächsten. Die Sandbank ist schuld.
Also schleppt man ihn ins freie Wasser – alles gut! Empfinden ersetzt Nachdenken.
Was für ein Schwachsinn hier publiziert wird!!! Meint ihr das ernst? Wiederholte Covid-Infektionen zerstören das Immunsystem und schwächen die Ausdauer. Das ist alles tausendfach durch Studien belegt. Daher kommt dieser Leistungseinbruch. Wenn man das wüsste, müsste man die Entwicklung nicht für “mysteriös” halten und rätselraten.
Wie hätte man das verhindern können? Clean Air-Maßnahmen in den Schulen, um Covid-Infektionen zu minimieren, striktere Maßnahmen bzgl. Zuhause-Bleiben kranker Kinder (und Lehrer). Dann hätte es nebenbei auch weniger halbleere Klassen gegeben….Nun ist es zu spät und die Gesundheit zahlreicher Kinder dauerhaft geschädigt.
Wenn ich solche Artikel wie den hier lese, frage ich mich, ob die Autoren und die “Experten” diesen Schwachsinn wirklich selbst glauben, den sie von sich geben… wenn ja, ist das schockierend.
Entscheidend. Kinder Werdennummer früher, mehr und länger in getakteten Betreuung gegeben. Frei Bewegung, Experimentieren, von Älteren lernen findet immer weniger statt.
Natürlich leiden darunter die motorischen Fähigkeiten.
Erfahrung, auch motorisch, kommt von erfahren.
Hier müssten die staatlichen Einrichtungen längst reagieren. Die sind ja in der Regel für die Betreuung in der aktiven Zeit verantwortlich.
Mehr staatliche Betreuung ist der Zeitgeist.
Hauptverantwortlich für das Defizit ist derjenige der die Kinder am meisten betreut.
Stillsitzen ist unnatürlich. Gerade für junge Menschen. Gruppenarbeit, kreative Lösungsfindungen und Lösungswege wie Demonstration sind wichtige Skill Sets.
Die könnten zum Teil das viele rumsitzen ausgeglichen werden.