IT-Verband empfiehlt Eltern, ihrem Kind zur Einschulung ein Handy zu schenken – Lehrerverband zeigt sich entsetzt

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DÜSSELDORF. Achim Berg, Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom, hat Eltern empfohlen, ihren Kindern zur Einschulung ein Handy zu schenken – und rät Lehrern, die Geräte dann im Unterricht einzusetzen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, reagierte prompt: Er wies den Vorschlag als „verantwortungslos“ zurück.

Was können Sechsjährige mit einem Smartphone anfangen? Foto: Shutterstock

In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ wurde Berg mit der Aussage eines Journalisten konfrontiert, „viele Eltern scheuen sich, einem Erstklässler schon ein Handy zu schenken“. Daraufhin entgegnete Berg: „Ich frage mich, warum. Ab der Grundschule empfehle ich ein Handy für Kinder und würde die Einbindung der Geräte im Unterricht befürworten.“

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Auch unter Schulanfängern ist das Smartphone schon verbreitet

Ab der ersten Klasse würden Kinder auf dem Schulhof und im Freundeskreis ohnehin mit Handys in Berührung kommen. 54 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen nutzten heute bereits ein Smartphone, 78 Prozent einen Tablet-PC. Berg: „Auch Kinder haben ein Recht auf digitale Teilhabe. Sie brauchen Anleitung im Umgang damit. Das ist enorm wichtig. Verbote bewirken nur, dass Kinder die Geräte heimlich nutzen und dann ohne Begleitung gefährdeter sind. Das ist der größte Fehler, den man als Eltern machen kann.“

Meidinger entgegnete nun: „Diese Forderung ist nicht nur falsch, sie ist in höchstem Maße verantwortungslos und hat mit kindgerechter Medienerziehung nichts zu tun! Offensichtlich geht es dem Bitkom-Verband bei seiner Lobbyarbeit mehr darum, den Verkauf von Handys zu forcieren und neue Absatzmärkte zu erschließen, als darum, Kinder schrittweise an einen vernünftigen Umgang mit digitalen Geräten und Medien heranzuführen!“  Die Hauptaufgabe von Erstklässlern sei es, erst einmal die zentralen Kulturtechniken zu lernen, dazu gehöre vor allem die Lese- und Schreibkompetenz, so Meidinger.

Er ergänzte: „Erstklässler, die noch nicht richtig lesen und schreiben können, nutzten erfahrungsgemäß das Handy vor allem zum Videoschauen und für Spiele. Das aber hat mit verantwortungsvoller, umfassender Medienbildung nichts zu tun! Mit einem unbeschränkten Internetzugang sind Sechsjährige nicht nur überfordert, es besteht auch die Gefahr von Verängstigung und Verunsicherung.“

Internet und soziale Medien bereiten Schulen zunehmend Probleme

Gott sei Dank, so betonte der Verbandsvorsitzende, sei die Mehrzahl der Eltern „deutlich vernünftiger“ als der Bitkom-Verband. Meidinger plädierte dafür, an Grundschulen beim Einsatz digitaler Endgeräte vor allem auf Laptops und Computer mit kind- und altersgerechten Programmen zu setzen.

Aber auch an weiterführenden Schulen und damit bei älteren Schülern führe der unbegrenzte Zugriff von Schülern auf Whatsapp, Instagram und Youtube zunehmend zu massiven Problemen, sagte der Verbandschef. „Das Handy ist dort nicht selten zum bevorzugten Mobbinginstrument geworden, und viele Jugendliche sind in den sozialen Netzwerken ohne jede Sicherheitseinstellung unterwegs. Wollen wir diese Missstände und Gefahren jetzt auch schon auf Sechsjährige ausdehnen?“ Agentur für Bildungsjournalismus

“Brauchen Erstklässler ein Smartphone?”, so hatte News4teachers die Leserinnen und Leser auf Facebook gefragt. Die Antworten fallen eindeutig aus:

Digitale Bildung: Worauf es beim Computer-Einsatz im Unterricht wirklich ankommt – ein Interview mit dem Bildungsforscher Klaus Zierer

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27 KOMMENTARE

  1. “Meidinger plädierte dafür, an Grundschulen beim Einsatz digitaler Endgeräte vor allem auf Laptops und Computer mit kind- und altersgerechten Programmen zu setzen.”

    Und das liebe Mitleser sagt schon sehr viel über die Kompetenz von Herr Meidinger aus. Die Nutzung von Laptops und Computer stellen eine viel größere Hürde dar, als der Einsatz von Smartphones und Tablets. Angefangen bei der Verwendung von Maus und Tastatur, was selbst Oberstufenschülern oder gar Erwachsenen nicht einfach fällt, über das wesentlich komplexere Betriebssystem auf Computern/Laptops.

    Zudem ist es witzig, dass er dem Verband vorwirft Lobbyarbeit für den Absatzmarkt von Handys zu betreiben, aber empfiehlt im selben Atemzug den Einsatz von Laptops und Computern. Betreibt Herr Meidinger Lobbyarbeit für Computerhersteller?

    “Die Hauptaufgabe von Erstklässlern sei es, erst einmal die zentralen Kulturtechniken zu lernen, dazu gehöre vor allem die Lese- und Schreibkompetenz, so Meidinger.”

    Was sind denn die zentralen Kulturtechniken des 21. Jahrhunderts und wie kann man diese bestmöglich fördern? Nehmen wir mal das genannte Beispiel Lesen: ich würde behaupten, dass das mit digitalen Medien effektiver zu erlernen ist, wenn es keine personelle 1:1-Betreuung in der Schule gibt.

    • Ich weiß nicht, warum Sie so kritisch mit den Aussagen von Herrn Meidinger umgehen. Er hat in seiner Gesamtaussage doch insgesamt absolut Recht. Selbstverständlich ist es ein riesiger Unterschied, ob Grundschüler Smartphones besitzen, mit denen sie auf jedewede Internetinhalte Zugriff haben und alle möglichen Spiele installieren können, oder ob eine Schule ihnen altersgerecht eingerichtete, mit kontrollierten Zugriffsrechten ausgestattete und mit mit entsprechenden Programmen versehene Schulcomputer zur Verfügung stellt, wie dies an den Grundschulen in meinem Umkreis der Fall ist.
      Genau das sagen übrigens auch die Medienexperten von Landesmedienanstalten, wie Sie dem folgenden Link entnehmen können.
      https://www.nw.de/nachrichten/computer_internet/22522478_Medienpaedagogen-Handys-fuer-Grundschueler-ueberhaupt-noch-nicht-geeignet.html

      • “Ich weiß nicht, warum Sie so kritisch mit den Aussagen von Herrn Meidinger umgehen. Er hat in seiner Gesamtaussage doch insgesamt absolut Recht.”

        Nein hat er nicht, da seine Aussagen lediglich aus Unterstellungen und persönlichen Ansichten bestehen.

        Zunächst bezogen auf diesen Artikel: Herr Meidinger hat dem Verband Dinge unterstellt und in den Mund gelegt, die gar nicht getätigt wurden. Zudem betreibt er doch mit seinen Aussagen bezüglich Laptops und Computer selbst “Lobbyarbeit”. Das empfand ich einfach als sehr amüsierend. Herr Meidinger hat noch nie die Kompetenz gehabt über digitalen Unterricht zu sprechen. Das wollte ich eben nur nochmal betonen, da das den Meisten nicht bewusst ist.

        Zu ihren Aussagen: Das stellt doch niemand in Frage. Weder der Verband, Herr Meidinger, noch ich. Das gilt aber offensichtlich nicht nur für SuS der 1. Klasse, sondern für alle SuS aller Altersstufen.

        “ob eine Schule ihnen altersgerecht eingerichtete, mit kontrollierten Zugriffsrechten ausgestattete und mit mit entsprechenden Programmen versehene Schulcomputer zur Verfügung stellt, wie dies an den Grundschulen in meinem Umkreis der Fall ist.”

        Und womit begründen Sie die Entscheidung des Einsatzes eines Computers? Warum nicht das iPad? Sie sehen, dass Sie damit nichts anderes machen, als Herr Meidinger. Sie haben eine vorgefertigte Meinung und davon rückt man nicht ab. Warum bieten sich Smartphones oder Tablets nicht eher an für die SuS in diesem Alter? Der Einsatz von Computern stellt eine immense Komplexität dar, die eben noch Erwachsene vor Probleme stellt. Dagegen kann man Smartphones oder Tablets in deutlich einfacherer Weise vollständig nutzen.

        So kann man auf Tablets genauso die von ihnen angesprochenen Einschränkungen installieren. Genauso könnte man den Einsatz von Smartphones dahingehend begründen, dass die SuS einen vernünftigen Umgang damit lernen. Sie lernen Verantwortung für ein Gerät und dessen Nutzung zu übernehmen. Das ist nämlich, was in ihrem Artikel auch kritisiert wird:

        “Genau das sagen übrigens auch die Medienexperten von Landesmedienanstalten”

        Naja das sind natürlich auch wieder nur Meinungen.
        “Ein eigenes Smartphone für Erstklässler ist nicht notwendig. Ich finde, das ist zu früh”

        Ah ja und auf welcher Grundlage?
        “Man muss sich klarmachen, wie viele Einzelgeräte und Funktionen in einem Smartphone stecken: Computer, Kamera, Fotoapparat, Internet, Apps. Das ist sehr viel auf einmal. Ein eigenes Smartphone, das ungesichert alle Funktionen zur Verfügung stellt, überfordert Grundschüler der 1. Klasse in der Regel. Gleichzeitig sind Verallgemeinerungen immer schwierig, da jedes Kind andere Voraussetzungen mitbringt”

        Dann würde der Einsatz von Computern auch wegfallen. Dieser ist schließlich noch komplexer. Die fehlende Sicherung sehe ich auch. Deswegen erscheint der Einsatz von Smartphones als nicht ideal, zumal man damit deutlich weniger machen kann, als mit anderen Geräten.

        Hier eine weitere Meinung (!):
        “Digitale Medien sind für Bildungszwecke heute sehr wichtig, daher ist in der Tat zu überlegen, ab wann Kinder ein Handy bekommen können. Da mit Handys meist Smartphones gemeint sind und Kinder damit oftmals einen so gut wie unbeschränkten Zugang ins Internet und oft auch in Social Media wie Whats App haben, sollten sich Eltern sehr gut überlegen, wann ihre Kinder oder die Familien in der Lage sind, diese komplexen sozialen und technischen Anwendungen zu handhaben.”

        Es soll auch Eltern geben, die den eigenen Kindern einen vernünftigen Umgang damit beibringen. Genauso sollte das die Schule dann auch vermitteln.

        Und jetzt bitte einmal genau lesen:
        “”In der Regel werden Kindern rund um den Schulwechsel in die weiterführenden Schulen heute Smartphones zur Verfügung gestellt. Sicher sind für jüngere Kinder aus vielen Gründen eher Tablets, mit einer kleinen Auswahl an Programmen und Zugängen, die bessere Wahl. ”

        Was hatte ich noch zu Tablets gesagt? Abgesehen davon, dass das wieder nur eine Aussage ist, kann man dann auch aus Untersuchungen ableiten.

        “Natürlich müssen Kinder in unserem Zeitalter auch schon in der Grundschule an digitale Medien herangeführt werden. Allerdings unter dem Motto: Entdecken ja, überfordern nein. Und ganz sicher kein eigenes Smaratphone. Besser sind hier digitale Endgeräte mit altersgerechten Programmen geeignet, die den Kindern vorübergehend zur Verfügung gestellt werden.”

        Das wäre auch meine persönliche Meinung. Ich kann jedoch auch den Einsatz von Smartphones verstehen, sofern dieser in einem Konzept gut begründet wird.

        Also Frau Biermann. Im Gründe würden die von ihnen genannten Medienexperten ihre Arbeit mit dem Computer kritisieren, da der Einsatz von Tablets als zielführender betrachtet wird. Nur mal so am Rande…

        • Sie werfen anderen Unterstellungen vor und dass sie nur “Meinungen” vertreten, machen Widersprüche geltend,- dabei strotzt ihrer ganzer Text von Widersprüchen und Unterstellungen.
          Der Lehrerverband wirft der Bitkom Lobbyarbeit vor, es gehe vor allem um die Verkaufsförderung von Handys,- das halte ich für nachvollziehbar, wenn ich mir die Geldgeber der Bitkom anschaue. Wieso Sie aber dann dem Lehrerverband vorwerfen, selber Lobbyarbeit für Computerfirmen zu machen, weil er für einen vernünftigen Einsatz von Computern eintritt, leuchtet nicht im Geringsten ein. Bekommt der Lehrerverband Geld von Apple und Co oder wird er dafür bezahlt?
          Auch so Unterstellungen über Personen, die Sie offensichtlich nicht kennen, wie etwa”hat noch nie die Kompetenz gehabt, über digitalen Unterricht zu sprechen” finde ich befremdlich.
          Immerhin leitet der angegriffene Lehrerfunktionär eine komplett digitalisierte Schule, wie ich unlängst der Presse bei uns entnehmen durfte.

          https://www.idowa.de/inhalt.deggendorf-digitale-bildung-deggendorfer-gymnasium-zeigt-wie-es-gehen-koennte.737b38cd-6d1d-4550-8b04-9e396543bfbc.html

          Welche Kompetenz, über digitalen Unterricht zu urteilen, haben denn Sie oder handelt es sich da vielleicht auch um eine “vorgefertigte Meinung”!

          • “dabei strotzt ihrer ganzer Text von Widersprüchen und Unterstellungen.”

            Können Sie das an meinen Aussagen bitte auch belegen. Im Gegensatz zu Ihnen, begründe ich meine Aussagen.

            “Der Lehrerverband wirft der Bitkom Lobbyarbeit vor, es gehe vor allem um die Verkaufsförderung von Handys,- das halte ich für nachvollziehbar, wenn ich mir die Geldgeber der Bitkom anschaue.”

            Damit bleibt es doch wieder nur ein Vorwurf. Ich habe gegen diesen Vorwurf auch nichts. Ihre Aussagen können diese jedoch nicht belegen. Ich halte es eben nicht für nachvollziehbar, kann es aber auch nicht begründen, aber ich bin ja auch nicht in der Bringschuld.

            “Wieso Sie aber dann dem Lehrerverband vorwerfen, selber Lobbyarbeit für Computerfirmen zu machen, weil er für einen vernünftigen Einsatz von Computern eintritt, leuchtet nicht im Geringsten ein.”

            Das habe ich nicht gesagt. Ich habe folgende Aussage von Herr Meidinger kritisiert:
            “Meidinger plädierte dafür, an Grundschulen beim Einsatz digitaler Endgeräte vor allem auf Laptops und Computer mit kind- und altersgerechten Programmen zu setzen.”

            Das ist ein signifikanter Unterschied zu ihrer Aussage. Er tritt an dieser Stelle nicht für einen vernünftigen Einsatz von Computern ein, wofür ich auch bin, sondern wirbt (!) dafür Laptops und Computer einzusetzen. Ich habe das dann hämisch damit kommentiert, ob Herr Meidinger denn Lobbyarbeit für Computerfirmen betreibt. Das nächste Mal markiere ich, auch für Leser wie Sie, solche Aussagen mit *Vorsicht Ironie*.

            “Auch so Unterstellungen über Personen, die Sie offensichtlich nicht kennen, wie etwa”hat noch nie die Kompetenz gehabt, über digitalen Unterricht zu sprechen” finde ich befremdlich.”

            Wer kennt denn bitte Herr Meidinger nicht? Dieser Mann taucht doch überall auf und hat auch zu allem etwas zu sagen. Ich kenne seine Haltungen gegenüber den Einsatz von digitalen Medien und diese erschienen in der Vergangenheit durchaus unbedacht. Zudem können Sie mir ja mal erklären, wo denn seine Qualifikation diesbezüglich herkommt. Ich stelle mich doch auch nicht hin und sage, dass ich Experte für Inklusion bin, nur weil in meiner Klasse ein Kind mit Inklusionsbedarf sitzt. Ich stelle seine Gesamtkompetenz nicht in Frage, sondern spreche seine Defizite in diesem konkreten Bereich an.

            “Immerhin leitet der angegriffene Lehrerfunktionär eine komplett digitalisierte Schule, wie ich unlängst der Presse bei uns entnehmen durfte.”

            Jetzt muss man erstmal feststellen, wer für solch ein Konzept und dessen Umsetzung verantwortlich ist. Da ist der Schulleiter nur marginal involviert. In der Regel ist das eine oder mehrere Lehrpersonen, die in diesem Bereich entsprechend affin sind. Zudem möchte ich mal die Bezeichnung “komplett digitalisiert” in Frage stellen. Was soll das sein?
            An unserer Schule arbeiten wir auch digital. Wer ist da für die gesamte Ausstattung, Wartung, Weiterentwicklung zuständig? Korrekt: der affine Informatiklehrer, der zudem Erfahrung in der Medienpädagogik besitzt. Was macht die Schulleitung? Aufgaben delegieren, ist ja schließlich auch deren Aufgabe und kann sich nicht um alles kümmern.

            Eine Schule mit Smartboards auszustatten führt noch lange nicht zu einem besseren oder auch nur digitalen Unterricht. Im Gegenteil, es wird in der Forschung dessen Nutzen und Mehrwert in Frage gestellt. Um nur mal 2 Kritikpunkte an diesen Geräten aufzubringen:
            1. Weiterhin frontale Ausrichtung
            2. Im Vergleich zum Beamer deutlich teurer und mit kaum mehr Möglichkeiten ausgestattet, wenn man an den Beamer ein Tablet verlinkt.
            Eine Klasse ausgestattet mit Ipads, AppleTV und Beamer bieten weit mehr Möglichkeiten, ist nicht teurer und zudem langlebiger. Hier vielleicht noch eine Anmerkung, bevor man mir wieder etwas vorwirft: Ich bin kein Apple-Prediger, aber für die Schule haben sich iPads als beste Lösung bewahrheitet.

            “Welche Kompetenz, über digitalen Unterricht zu urteilen, haben denn Sie oder handelt es sich da vielleicht auch um eine “vorgefertigte Meinung”!”

            Natürlich sind es Teils auch nur Meinungen. Schließlich bewegen wir uns im Feld der empirischen Bildungsforschung. Es gibt nicht die eine Lösung oder die eine Antwort. Es gibt jedoch einen grundlegenden Konsens in gewissen Dingen und die spreche ich an.

            Die Kommentare hier verwunden mich jedoch nicht. Sie spiegeln genau das wieder, was Personen, wie z.B. meinerseits, die die Digitalisierung in der Schule vorantreiben wollen/müssen, täglich erleben. Man trifft auf Ablehnung, Widerstand, Ignoranz, Vorwürfe, etc. So gut wie nie können diese sachlich begründet werden, da diese von Personen getätigt werden, die davon kaum Ahnung haben. Ich lasse meine Kollegen in ihren Bereichen der Schulentwicklung auch in Ruhe arbeiten und versuche dabei möglichst unterstützend zu wirken, sofern mir das möglich ist. Wenn es jedoch um die Digitalisierung geht, meinen alle mitreden zu müssen, gerade die, die davon nichts wissen wollen. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch noch in 10 Jahren mit Kreidetafel und OHP arbeiten.

  2. Ich bin entsetzt, da lassen Bill Gates u Facebook-Gründer allesamt ganz klar verkünden, das ihr Kinder nicht vor dem 14. Lebensjahr ein Handy bekommen und wir Lehrer reden uns den Mund fransig, dass dieKinder erst vernünftig Lesen, Schreiben und Rechnen können sollten, bevor sie der Sucht des Smartphones verfallen und dann so etwas. Aber klar, wir können auch insgesamt zur weiteren Verblödung der Bevölkerung beitragen. Dumme Menschen lassen sich ja auch leichter lenken und wer braucht später noch Arbeitnehmer. Die Nutzung von Digitalen Medien macht nicht fit für die Zukunft wenn mann nur „wischen“ kann und Inhalte nicht versteht.

    • Das ist mindestens genauso unreflektiert, wie die Aussagen von Herr Meidinger. Zu sagen, dass man nur noch mit digitalen Medien lernen soll, wäre genauso ineffektiv, wie nur noch mit Schulbüchern zu lernen. Darum geht es ja auch eben nicht.

      “Ich bin entsetzt, da lassen Bill Gates u Facebook-Gründer allesamt ganz klar verkünden, das ihr Kinder nicht vor dem 14. Lebensjahr ein Handy bekommen und wir Lehrer reden uns den Mund fransig […]”

      Korrekt. Die Mitarbeiter dieser Tech-Unternehmen schicken ihre Kinder auch oftmals auf technikfreie Schulen. Das ist das häufigste Argument, wenn man die Digitalisierung an Schulen vermeiden möchte. Dieses lässt sich jedoch leicht entkräften und sollte Ihnen eigentlich auch klar sein:

      Diese Kinder gehen auf teure Privatschulen mit einer Klassengröße von 5-10 Schülern. Zudem stehen der Schule wesentlich mehr Budget und Freiräume zur Verfügung, um eben spannende Experimente, o.ä. durchzuführen. Mit Geld lässt sich eben vieles machen. Technikfrei bedeutet aber auch, dass SuS dort dennoch Grundkonzepte der Informatik vermittelt bekommen. Das geht, wie an der Uni auch, möglichst technikfrei. Diese Rahmenbedingungen gibt es an öffentlichen Schulen nicht und wird es auch nie geben. Insofern muss man schauen, wie digitalen Medien einen Mehrwert bieten, mehr nicht.

      Zudem möchte ich anmerken, dass es sogar Mark Zuckerberg war, der seiner Tochter mit 3 Jahren das Programmieren beibringen wollte. Eines dürfen Sie nämlich nicht vergessen: diese Kinder haben Eltern, die ihnen die digitale Welt erklären können, da sie diese mit entwickeln. Zur Not hätte man auch das Geld für geeignete Nachhilfe Das gilt für die meisten Kinder nicht.

      • Da frage ich mich aber, wie wir in den Sechzigern lesen gelernt haben, ohne teure Privatschule, Klassengröße weit über 30 Schüler, nur Fibeln und Lesebücher. Es geht hier um Schulanfänger, nicht um Sekundarstufe.

        • Lesen Sie doch meinen Kommentar genau. Ich sagte:

          “Insofern muss man schauen, wie digitalen Medien einen Mehrwert bieten, mehr nicht.” und “Zu sagen, dass man nur noch mit digitalen Medien lernen soll, wäre genauso ineffektiv, wie nur noch mit Schulbüchern zu lernen. Darum geht es ja auch eben nicht.”

          Die Frage ist immer die gleiche: wie kann ich bzw. wie können wir den Unterricht (noch) besser machen. Die Antwort wird nicht nur das iPad, Smartphone oder der Computer sein. Genauso wie es bisher nicht nur das Schulbuch war. Haben Sie denn lesen nur aus einem Buch gelernt oder gab es da nicht auch andere Lernmittel und Arbeitsformen? Darum muss es gehen. Vieles von früher war so gut, dass man es auch noch heute einsetzt. Vieles davon wird man auch in Zukunft noch machen, anderes wird durch neue Medien erweitert.

          Ein Beispiel: in Mathe in Klasse 5 arbeitet man viel mit Körpern. Die Einführung sieht meist vor, dass man sich Alltagsgegenstände mitbringt und diese gruppiert. Das klappt offensichtlich besser als nur ein Arbeitsblatt auszuteilen oder sich diese Körper im Schulbuch anzusehen. Anfassen und den räumlichen Blick zu haben klappt viel besser. Das hat aber natürlich seine Grenzen. Zusammengesetzte Körper kann ich schlecht basteln oder auseinander nehmen. Da bleibt dann meist nur das Schulbuch. Eine Idee wäre da zukünftig VR einzusetzen. Was will ich damit sagen: neue Medien sollen uns Möglichkeit geben, die wir vorher nicht hatten. Nicht mehr und nicht weniger.

          PS: zum angesprochenen Lesen. Es ist doch klar, dass wir SuS in Klassengrößen von bis zu 30 SuS nicht bestmöglich im Lesen unterstützen können. Da wäre eben Technik eine Hilfe. Man könnte beispielsweise eingesprochenes auswerten und die Augen tracken und damit feststellen, an welchen Stellen SuS hängen bleiben und die Gründe analysieren. Da steckt so viel Potential hinter, dass man nicht aufgrund irgendwelcher Ideologien sich davor versperren sollte, genauso wie man nicht blind diesen neuen Möglichkeiten einfach folgen sollte.

  3. Wir setzen schon seit Jahren Laptops und Computer im Unterricht ein, so wie es Meidinger empfiehlt. Allerdings ist unsere Ausstattung noch nicht praktikabel genug.
    Wir haben ein Computerraum, wo immer 2 Schüler an einem Computer arbeiten können und einen Satz Laptops für die ganze Schule, leider ist nicht in jedem Klassenzimmer W-Lan zu empfangen.
    Man kann den Computer aus organisatorischen Gründen nicht allzuoft benutzen, denn so ein Einsatz verbraucht mehr Unterrichtszeit, vor allem wenn die Schüler etwas recherchieren oder schriftlich erstellen sollen.
    Wenn es zu organisieren ist, kann man in der Grundschule den Computereinsatz in einer differenzierenden Übungsstunde oder in der Freiarbeit andenken, d.h. die Schüler machen auf sie zugeschnittene Lernspiele.
    Das Problem ist dann eher ein Organisatorisches: Schnell verfügbare Laptops oder Tablets, wenn es gerade in die Unterrichtsplanung passt, und eine Internetverbindung. Die guten und passenden (auch zum Schulbuch passenden) Angebote für Grundschulen sind ebenfalls noch rar und ich weiß nicht, ob sich jede Lehrkraft in die Erstellung solcher Aufgaben hineinarbeiten will, wie das die meisten selbstverständlich mit angepassten Arbeitsblättern machen. Da hat man dann doch mit Arbeitsblättern schneller differenziert.

  4. Wir haben Ipads an der Schule und die werden wohldosiert verwendet @Felixa, doch es spricht nichts dafür alle Kinder mit Handys auszustatten. Im Grundschulalter sollte man vielleicht erstmal die Basics erlernen und ab Klasse 5 gerne gezielten (sinnvollen) Unterricht in den neuen Medien einführen. Natürlich haben die Geräte einen hohen Aufforderungscharakter und viele Jungkollegen sind so begeistert vom Einsatz, dassInput und Output nicht bedacht werden. In Klasse 1 müssen viele Kinder erst im wahrsten Sinne des Wortes die Dinge erfühlen und ertasten. Würfel, Zylinder etc. in Mathe müssen angefasst und erfahren werden und das ist mit einem netten Bild auf dem Ipad nicht möglich. Ich empfehle hierzu: https://m.youtube.com/watch?v=ThYy4Z_nhwo

    • Manfred Spitzer zu verlinken, ist meist keine gute Idee. Es gibt nämlich 3 Lager in dieser Diskussion. Zwei extreme Positionen: “Alles muss digital werden” und “Digitalisierung ist das Böse”. Zu letzterem gehört Spitzer, dessen Arbeiten von einer Vielzahl von Wissenschaftlern untersucht und kritisiert wurden. Kein Wunder, so schreibt er Bücher und Artikel mit den Titeln “Digitale Demenz”, “Cyberkrank: Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert”, “Die Smartphone-Epidemie”, etc. Da geht es vielmehr darum einen Bestseller zu schreiben, als sachlich Forschung zu betreiben.

      Ich positioniere mich in der (meiner Meinung nach richten Gruppe) der Mitte: Digitalisierung hat und wird positive wie negative Erscheinungen haben. Digitalisierung macht nicht alles besser, wird aber in gewissen Situationen einen Mehrwert bieten und sollte genau dort Anwendung finden.

      “In Klasse 1 müssen viele Kinder erst im wahrsten Sinne des Wortes die Dinge erfühlen und ertasten. Würfel, Zylinder etc. in Mathe müssen angefasst und erfahren werden und das ist mit einem netten Bild auf dem Ipad nicht möglich.”

      Das sehe ich auch. Also sollte es da auch keinen Einsatz finden. Warum auch, es bietet keinen Mehrwert, im Gegenteil: es ist an dieser Stelle genauso unnütz wie ein Buch. Ich habe oben aber ein ähnliches Beispiel gewählt, wie z.B. VR in bestimmten Kontexten sinnvoll sein kann. Genauso habe ich erklärt, warum beim Lesen Technik sinnvoll sein kann. Es geht immer um die Frage, wie Technik uns dienen kann. Wenn es dies tut, sollten wir es nutzen, wenn nicht sollte man eben eine andere Form der Arbeit wählen.

  5. FElixa: “Nehmen wir mal das genannte Beispiel Lesen: ich würde behaupten, dass das mit digitalen Medien effektiver zu erlernen ist, wenn es keine personelle 1:1-Betreuung in der Schule gibt.” Eine steile These, der sich nicht jeder und jede anschließen möchte und kann. Aber wie stellen Sie sich den Unterricht in der ersten und zweiten Klasse vor? Besonders angesichts der immer noch grottenschlechten fachdidaktischen Inhaltsvermittlung der Software und Apps? Lesenlernen ist mehr als nur Buchstaben zu addieren oder als Silben zu klatschen!

    • Wie wäre es denn eine sachliche Aussage zu tätigen? Haben Sie vor digitalen Endgeräten und Technik wirklich so viel Angst?

      “Eine steile These, der sich nicht jeder und jede anschließen möchte und kann.”
      Warum nicht, ich habe es sogar erläutert. Dann entkräften Sie doch meine Aussage:
      “Es ist doch klar, dass wir SuS in Klassengrößen von bis zu 30 SuS nicht bestmöglich im Lesen unterstützen können. Da wäre eben Technik eine Hilfe. Man könnte beispielsweise eingesprochenes auswerten und die Augen tracken und damit feststellen, an welchen Stellen SuS hängen bleiben und die Gründe analysieren. Da steckt so viel Potential hinter, dass man nicht aufgrund irgendwelcher Ideologien sich davor versperren sollte, genauso wie man nicht blind diesen neuen Möglichkeiten einfach folgen sollte.”

      “Aber wie stellen Sie sich den Unterricht in der ersten und zweiten Klasse vor?”
      So wie er jetzt schon stattfindet. Der Unterricht ist gut, wir sollten jedoch versuchen ihn stetig besser zu machen. Deshalb sollte man schauen mit welchen Geräten und welcher Software man neue Wege gehen kann oder aktuelle Wege noch effektiver gestalten kann.

      “Besonders angesichts der immer noch grottenschlechten fachdidaktischen Inhaltsvermittlung der Software und Apps? ”
      Es geht doch darum die jetzigen Möglichkeiten zu nutzen. Wenn später Neuentwicklungen hinzukommen, umso besser. Es sollte doch auch unsere Aufgabe sein zu sagen: “Wir brauchen noch XYZ, entwickelt das!”

      Zudem möchte ich mal anmerken, dass diese Aussage auch auf Schulbücher zutrifft und wir diese trotzdem verwenden. Warum? Weil erst Lehrer daraus verwertbare Arbeitsmaterialien machen. Sie und ich entscheiden doch, inwiefern das Schulbuch, das Übungsblätt, etc. für diese eine Lerngruppe geeignet ist und wie man es noch anders aufbereiten müsste. Selbiges gilt für den Einsatz von digitalen Geräten und Software. Sie und ich müsse entscheiden, was davon für unsere Lerngruppe sinnvoll ist.

  6. Für Kinder, die durch ihre Eltern bei der Smartphone-Nutzung nicht begleitet bzw. beaufsichtigt werden (und das ist bei der Mehrzahl der Fall) ist dieser Vorschlag wirklich verantwortungslos.

  7. Übrigens halte ich die Einbindung privater Geräte im Unterricht für problematisch. Auf den Geräten sind evtl. Dateien oder Bilder, die niemanden etwas angehen – schon gar keine Lehrer. Diese müssen aber evtl. Hilfestellung leisten und dann auf den Geräten der Schüler Apps oder Dateien bzw. Bilder suchen.

    • “Für Kinder, die durch ihre Eltern bei der Smartphone-Nutzung nicht begleitet bzw. beaufsichtigt werden (und das ist bei der Mehrzahl der Fall) ist dieser Vorschlag wirklich verantwortungslos.”

      Gibt es da Zahlen zu? Würde mich wirklich interessieren, da ich schlecht Eltern so etwas vorwerfen möchte. In Teilen würde ich Ihnen da zustimmen, aber ich glaube bzw. hoffe, dass es genug verantwortungsbewusste Eltern gibt.

      “Übrigens halte ich die Einbindung privater Geräte im Unterricht für problematisch. Auf den Geräten sind evtl. Dateien oder Bilder, die niemanden etwas angehen – schon gar keine Lehrer. Diese müssen aber evtl. Hilfestellung leisten und dann auf den Geräten der Schüler Apps oder Dateien bzw. Bilder suchen.”

      1. Ja, ich halte BYOD auch für ein schlechtes Konzept, weil im Grunde niemand alle Systeme kennen kann und somit bei Problemen nicht helfen kann.
      2. Das Problem mit den privaten Daten muss im Vorfeld geklärt werden. Es muss Eltern und Schülern bekannt sein, dass dieses Gerät im Schulalltag genutzt wird. Einziges Problem gäbe es ja wirklich nur bei dem Durchsuchen von Dateien und Bildern. Das soll aber ja gar nicht die Primäraufgabe eines Smartphones oder Tablets sein. Dann könnte man auch direkt wieder den Computer nehmen. Solch ein Gerät sollte primär mit Apps und dem integrierten Browser verwendet werden. Da muss dann niemand in den privaten Bildern durchstöbern. Zudem könnte man eben, auch wenn ich das für unnötig halte, schulische und private Ordner strikt trennen. So macht man es auf dem Computer ja auch.

      • Wenn Sie Lernvideos erstellen wollen, in das Sie Bilder integrieren möchten oder Video-Sequenzen die von Schülern – eben mit ihrem Smartphone erstellt bzw. gedreht werden – dann ist das unausweichlich. Schulische und private Ordner trennen: welcher Schüler weiß denn überhaupt, dass es auf seinem Handy eine Ordnerstruktur gibt? Die Schüler die ich bisher unterrichtet habe wissen sowas nicht (und die sind in der 7ten)!!! Die wissen ja nicht mal, wohin ihre Bilder und Videos gespeichert werden! Also müssen Lehrer helfen und die Ordner einrichten, was zu den oben genannten Problemen führt.
        Ich halte es auch für problematisch, SchülerInnen vorzuschreiben, welche Apps sie installieren müssen bzw. installiert haben sollten. Ich möchte solche Apps auch nicht auf meinem eigenen Handy haben, dazu möchte ich schon bitte schön ein Dienst-Smartphone!!!

        • “welcher Schüler weiß denn überhaupt, dass es auf seinem Handy eine Ordnerstruktur gibt?”

          Da wären wir beim Grundanliegen, warum die Nutzung von Computern unglaublich komplex ist: Verzeichnisse, Ordnerstrukturen, Dateiformate, Zugriffsrechte, etc. Smartphones und Tablets können das zumindest ganz gut verschleiern.

          “Die Schüler die ich bisher unterrichtet habe wissen sowas nicht (und die sind in der 7ten)!!!”

          Das wisse nicht mal alle Erwachsenen.

          “Ich halte es auch für problematisch, SchülerInnen vorzuschreiben, welche Apps sie installieren müssen bzw. installiert haben sollten. Ich möchte solche Apps auch nicht auf meinem eigenen Handy haben, dazu möchte ich schon bitte schön ein Dienst-Smartphone!!!”

          Ich halte es nicht für problematisch. Gehen Sie an Unis, da ist das völlig normal bei Studenten. Dennoch finde ich den BYOD-Ansatz auch nicht gut, aber Dienstgeräte sollten wir möglichst vermeiden. Was passiert denn bei Dienstgeräten? Es wird so Enden, wie aktuell alle technischen Geräte: veraltete Computer, Smartboards, etc. Wenn Sie ein Dienstgerät bekommen, wird ihnen sicherlich nicht alle paar Jahre ein neues gestellt, was jedoch nötig wäre.

          Aktuell erwerben SuS in iPad-Klassen diese Geräte über einen monatlichen, geringen Beitrag von 2-3 Jahren. Danach gehört das Gerät ihnen und sobald Sie ein neues benötigen, können Sie das auch tun.

          Das Prinzip gibt es bei Unterrichtsmaterialien ja auch. Das meiste kaufen Sie selbst, weil die Auswahl an der eigenen Schule zu klein oder zu veraltet ist.

  8. “Ab der ersten Klasse würden Kinder auf dem Schulhof und im Freundeskreis ohnehin mit Handys in Berührung kommen. 54 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen nutzten heute bereits ein Smartphone, 78 Prozent einen Tablet-PC. ”
    Es ist ein gravierender Unterschied, ob ein Kind “mit dem Handy in Berührung kommt”, es “nutzt” (wessen? wann? wie oft? wie lange? womit?) oder ob es “sein eigenes” Smartphone womöglich rund um die Uhr zur Verfügung hat.
    So ein Wunsch ist tatsächlich fahrlässig, gerade weil unter derzeitigen Bedingungen die SuS unterschiedlicher Altersstufen sowie ihre Eltern mit Medien und Medienkonsum häufig nicht angemessen umgehen. War da nicht in der letzten Woche auf dieser Seite erst ein Beitrag mit dem Hinweis auf das Suchtverhalten von Jugendlichen in Bezug auf digitale Spiele?

    Tatsächlich waren _bisher_ Smartphones nicht auf den Grundschul-Pausenhöfen verbreitet, das muss sich mit der Füllung von Schultüten auch nicht ändern. Der Rest des Inhaltes wird auch häufig nicht zur Schule mitgebracht.
    Die Schwierigkeiten der Eltern-Austausch-Plattformen am Nachmittag, die in Grundschulen zu Konflikten führen und aufgearbeitet werden müssen, sind ausreichend. Wer, wie Bitcom, die Verbreitung von Handys bei noch jüngeren Kindern wünscht, darf auch gleich dafür Sorge tragen, dass vermehrt SozialarbeiterInnen und PsychologInnen in den Schulen ankommen und in ausreichender Zahl für Prävention sowie bei Schwierigkeiten von Eltern wie SchülerInnen zur Verfügung stehen.

    Digitalisierung und ein Unterricht, der dies aufgreift, besteht ebenso wenig aus dem Aufhängen von Interaktiven Whiteboards wie aus dem Verschenken von Handys. Die Medienkompetenz und Erziehungsleistung von Eltern steigt nicht mit dem Kauf eines Smartphones für den eigenen Nachwuchs.

    Wenn dem Verband wirklich etwas an Medienkompetenz und guter digitaler Bildung liegen würde, oder anderen Firmen der Bildungswirtschaft, dann würden sie viel Geld investieren, um Content zu generieren, der den kritischen Fragen von Pädagoginnen standhält. IWB gibt es seit über 10 Jahren in Deutschland im Unterricht, in anderen Ländern weit länger. Aus dem Konjunkturpaket I und II gab es PCs für Schulen, aus dem Digitalpakt werden jetzt wieder Schulen medial besser ausgestattet. Die Umsetzung darf die nächsten 5 Jahre dauern.
    Aber wo sind gute und für kleine (Grund-)Schulen bezahlbare Inhalte? Wer muss sie erstellen? Wer muss die mediale Ausstattung an den Schulen betreuen? Wer schult das Kollegium? Bisher erledigen dies alles Lehrkräfte als zusätzliche Aufgabe ohne Entlastung.
    Wer etwas bewegen will, wird auch an der Anerkennung dieser Aufgaben arbeiten müssen, damit nicht auch diese Aufgabe Mehrarbeit ist. Das schafft Frust und statt Verständnis und Engagement eher Ablehnung.

    Software, die erstellt wird, wird nur in Abstimmung mit Didaktikern oder den Pädagogen selbst gelingen. Dabei müsste die Software zum Erstlesen sich dem Urteil der Lehrkräfte stellen, die seit vielen Jahren diesen Unterricht in Klasse 1 erteilen. Das Erstellte müsste fachlich hoch qualitativ sein, pädagogisch sinnvoll aufgebaut, ansprechend visualisiert, sprachlich alle Eventualitäten berücksichtigen, eine herausragende Auswertung der Fähigkeiten sowie der Fehler bieten und selbst dann ist es nur _ein_ mögliches Medium, dass den Einsatz ggf. lohnt, wenn es sich die Schule leisten könnte, wenn es Vorteile gibt, die überwiegen und keine zusätzliche Mehrarbeit mitbringen.

    • “So ein Wunsch ist tatsächlich fahrlässig, gerade weil unter derzeitigen Bedingungen die SuS unterschiedlicher Altersstufen sowie ihre Eltern mit Medien und Medienkonsum häufig nicht angemessen umgehen. War da nicht in der letzten Woche auf dieser Seite erst ein Beitrag mit dem Hinweis auf das Suchtverhalten von Jugendlichen in Bezug auf digitale Spiele?”

      Das klingt ehrlich gesagt danach, dass man die Eltern, die Probleme haben (gilt nicht für alle), damit alleine lassen möchte. Wieso sollte Schule da eben nicht mit guten Beispiel voran gehen? Selbst in der weiterführenden Schule ist die Handynutzung ein großes Problem. Es wird ja nicht besser, sondern eher schlimmer. Eltern, wir beide sicherlich auch, sind ja meist auch keine guten Vorbilder in der Hinsicht.

      “Wer, wie Bitcom, die Verbreitung von Handys bei noch jüngeren Kindern wünscht, darf auch gleich dafür Sorge tragen, dass vermehrt SozialarbeiterInnen und PsychologInnen in den Schulen ankommen und in ausreichender Zahl für Prävention sowie bei Schwierigkeiten von Eltern wie SchülerInnen zur Verfügung stehen.”

      Wow, das ist schon eine ziemlich krasse Aussage. Haben Sie diese wirklich so gemeint?

      “Digitalisierung und ein Unterricht, der dies aufgreift, besteht ebenso wenig aus dem Aufhängen von Interaktiven Whiteboards wie aus dem Verschenken von Handys. Die Medienkompetenz und Erziehungsleistung von Eltern steigt nicht mit dem Kauf eines Smartphones für den eigenen Nachwuchs.”

      Ja, ja und ja. Stimme ich komplett mit überein, aber genau deshalb sollte Schule doch eben dabei unterstützend wirken. Bisher blendet Schule das Thema komplett aus, obwohl das Thema auch in Handyfreien Schulen ein Thema ist, weil sich nun mal die Umwelt nicht ausblenden lässt.

      “Aber wo sind gute und für kleine (Grund-)Schulen bezahlbare Inhalte? Wer muss sie erstellen? Wer muss die mediale Ausstattung an den Schulen betreuen? Wer schult das Kollegium? Bisher erledigen dies alles Lehrkräfte als zusätzliche Aufgabe ohne Entlastung.”

      Das sehe ich auch als sehr großes Problem. Ich würde da weniger Bitkom und co. kritisieren, sondern die Verlage (!). Ich habe erst vor einigen Monaten während und nach der Didacta wieder mal mit den Verlagen und deren Leiter für Digitales Gespräche geführt. Hinter verschlossenen Türen erfährt man da, das man einfach kein Interesse an einem digitalen Angebot hat. Die Entwicklung ist zu teuer und es lässt sich damit aktuell kein Geld verdienen. Also bemüht man sich entweder gar nicht oder nur marginal. Diese Verlage haben im Grunde ein Monopol und verdienen sich in einem nicht umkämpften Markt dumm, aber weigern sich dann den Schritt in die Digitalisierung zu gehen.

      “Das Erstellte müsste fachlich hoch qualitativ sein, pädagogisch sinnvoll aufgebaut, ansprechend visualisiert, sprachlich alle Eventualitäten berücksichtigen, eine herausragende Auswertung der Fähigkeiten sowie der Fehler bieten […]”

      Wo gibt es das denn? Mir sind keine solchen Medien und Materialien bekannt. Ich glaube da wird auch teilweise eine unrealistische Messlatte angesetzt, die aktuelle Materialien selbst auch nicht bieten. Entscheidend sollte sein, dass diese Materialien auch in irgendeiner Form für die Lehrkraft anpassbar ist. Schließlich arbeitet man jetzt ja auch mit angepassten Materialien und setzt den SuS nicht einfach ein Schulbuch vor die Nase.

      • “Wo gibt es das denn? Mir sind keine solchen Medien und Materialien bekannt.”
        Es gibt sie so gut wie gar nicht. Das genau ist der Punkt.
        Wenige mediale Angebote sind mit Sachverstand zusammengestellt.

        “Ich glaube da wird auch teilweise eine unrealistische Messlatte angesetzt, die aktuelle Materialien selbst auch nicht bieten.”
        Ist das so?
        Bevor ich ein Material einsetze, prüfe ich es, ob es meinen Ansprüchen genügt. Tut es das nicht, setze ich es nicht ein.
        Ihr Beispiel war das Erstlesen. Dafür habe ich unzählige Materialien, die gut sind. Warum sollte ich diese gegen etwas austauschen, das fachlich nicht halb so gut ist und medial Nachteile birgt?
        Geht es dann noch um den Inhalt oder allein darum, den Verkauf eines Handys zu rechtfertigen und es in den Unterricht integrieren zu müssen, weil … wer auch immer … sich das wünscht oder es als Werbestrategie einsetzt.

        “Entscheidend sollte sein, dass diese Materialien auch in irgendeiner Form für die Lehrkraft anpassbar ist. Schließlich arbeitet man jetzt ja auch mit angepassten Materialien und setzt den SuS nicht einfach ein Schulbuch vor die Nase.”
        Das rechtfertigt weder schlechte Schulbücher mit Fehlern nocht schlechte digitale Materialien.
        Es ist gut, wenn Lehrkräfte sich etwas anpassen _können_, ich nutze das auch, aber es sollte nicht der Maßstab sein.
        Eine solche Meinung öffnet denen Tür und Tor, die nur Halbgares abliefern (wollen). Unter der Prämisse müssen sich Hersteller gar nicht erst auf Didaktik und Inhalte einlassen. Da kann man sich getrost auf den Abverkauf der Geräte verlassen, die Arbeit selbst auf die Lehrerschaft schieben, sich aber hinterher beklagen, dass die Geräte ungenutzt in der Gegend herumhängen und verstauben.
        Von der Haltung zeugen auch die Plattformen der IWB-Hersteller, auf denen zumeist engagierte Lehrkräfte seit über 10 Jahren unentgeltlich ihre Materialien zur Verfügung stellen.

        • “Es gibt sie so gut wie gar nicht. Das genau ist der Punkt.
          Wenige mediale Angebote sind mit Sachverstand zusammengestellt.”

          Damit bezog ich mich auf alle Materialien, also auch Schulbücher, Arbeitshefte, etc.

          “Ihr Beispiel war das Erstlesen. Dafür habe ich unzählige Materialien, die gut sind. Warum sollte ich diese gegen etwas austauschen, das fachlich nicht halb so gut ist und medial Nachteile birgt?”

          Das habe ich doch gar nicht gesagt. Da wären wir wieder beim Thema Worte in den Mund legen und Unterstellungen. Ich sprach hier mehrfach (!) davon, dass digitale Medien einen Mehrwert bieten sollen. Ich glaube beim Thema Lesen sind wir noch nicht soweit, dass es da gute Tools gibt. Es gibt aber durchaus Ideen und Ansätze, die vielversprechend sind: Sprachanalyse, Eye-Tracking, etc.

          “Geht es dann noch um den Inhalt oder allein darum, den Verkauf eines Handys zu rechtfertigen und es in den Unterricht integrieren zu müssen, weil … wer auch immer … sich das wünscht oder es als Werbestrategie einsetzt.”

          Es geht um 2 Dinge hierbei:
          1. Inhalt und bei digitalen Medien, deren Mehrwert.
          2. Vermittlung von Kompetenzen, die im 21. Jahrhundert gefordert werden.

          “Das rechtfertigt weder schlechte Schulbücher mit Fehlern nocht schlechte digitale Materialien.”

          Auch das steht nirgends in meiner Aussage.

          “Es ist gut, wenn Lehrkräfte sich etwas anpassen _können_, ich nutze das auch, aber es sollte nicht der Maßstab sein.”

          Warum nicht bzw. was soll der Maßstab sein?

          “Eine solche Meinung öffnet denen Tür und Tor, die nur Halbgares abliefern (wollen). Unter der Prämisse müssen sich Hersteller gar nicht erst auf Didaktik und Inhalte einlassen. Da kann man sich getrost auf den Abverkauf der Geräte verlassen, die Arbeit selbst auf die Lehrerschaft schieben, sich aber hinterher beklagen, dass die Geräte ungenutzt in der Gegend herumhängen und verstauben.
          Von der Haltung zeugen auch die Plattformen der IWB-Hersteller, auf denen zumeist engagierte Lehrkräfte seit über 10 Jahren unentgeltlich ihre Materialien zur Verfügung stellen.”

          Ich glaube darin liegt in Zukunft die Stärke. Aktuell müssen Sie sich auf die Verlage verlassen. Es wäre eben wünschenswert, wenn man sich von der Abhängigkeit der Verlage lösen würde. Zumal sehe ich uns als Lehrer in der Verantwortung einen guten Unterricht zu machen. Da gehört es dazu auch gutes Arbeitsmaterial zu entwickeln.

          • “Ich glaube darin liegt in Zukunft die Stärke. ”
            Sie suchen die Zukunft in dem, was schon seit 20 Jahren läuft: ein Austausch unter Lehrkräften, den es per Internet seither gibt und den es zuvor auch in Papierform gab.

            “Es wäre eben wünschenswert, wenn man sich von der Abhängigkeit der Verlage lösen würde. Zumal sehe ich uns als Lehrer in der Verantwortung einen guten Unterricht zu machen. Da gehört es dazu auch gutes Arbeitsmaterial zu entwickeln.”
            Dann machen Sie das mal.
            Und wenn Sie der Meinung sind, dass Sie einen Mehrwert gefunden haben, der Ihren Ansprüchen genügt und für andere sinnvoll sein könnte, können Sie denen das ja unentgeltlich im Internet zur Verfügung und zur Diskussion stellen. Das ist nicht auf den Erstunterricht begrenzt.

            Sie bestätigen mit Ihren Aussagen genau das, was seit 20 Jahren passiert:
            – Man muss sich auf Verlage verlassen.
            – Die Verlage sind nicht gewillt, etwas zu entwickeln, weil das in der Entwicklung zu teuer ist und weil Schulen nicht das Geld haben, diese teuren Produkte zu kaufen.
            – Die Lehrkräfte die sich nicht darauf verlassen wollen und sich aus der Abhängigkeit von Verlagen lösen, übernehmen genau diese Arbeit zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben selbst.
            – Einige von ihnen stellen ihre Arbeitsmaterialien unentgeltlich für alle zur Verfügung, auch das ist Mehrarbeit, die sich m.E. aber lohnt – für die KollegInnen, für die, die miteinander teilen, … und auch für die, die nur abgreifen. Die Lehrkräfte selbst sind es, die sich schon längst miteinander vernetzt haben.
            – Die Verlage sparen sich die eigene Entwicklung unter Einbeziehung von bezahltem Lehrkräften, sie greifen im Internet die entwickelten Ideen ab und bilden sie nach, um sie dann zu verkaufen.
            – Die Lobby der Verlage sorgt dafür, dass diese Dinge dann doch in den Schulen eingesetzt werden (müssen).
            – Die Bildungsministerien scheint das alles gar nicht zu tangieren.

            Und obwohl das eine Schieflage ist, verbessern damit unzählige KollegInnen, die seit 20 Jahren ihre Materialien ins Internet stellen, die Qualität der Lehrmittel und damit womöglich auch die des Unterrichts.
            Ob das in Zukunft auch im Bereich der Digitalisierung mehr wird?

            Man hätte das alles längst fördern können, indem man Lehrkräfte dafür freistellt und Geld dafür einsetzt, wie es in Norwegen erfolgt ist.
            https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/293964/oer-was-wir-von-norwegen-lernen-koennen
            und
            https://www.news4teachers.de/2019/06/von-norwegen-lernen-wie-freie-unterrichtsmaterialien-zum-zukunftsweg-der-inklusion-werden-koennten/#comments
            Man findet Ähnliches auch in Deutschland, ohne staatliche Förderung und nicht auf SekII begrenzt… seit 20 Jahren.

          • “ein Austausch unter Lehrkräften, den es per Internet seither gibt und den es zuvor auch in Papierform gab.”

            Es gibt vereinzelt (!) Lehrkräfte, die ihre Materialien der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Alle anderen machen das nicht. Das hat auch eine Grund: Urheberrecht. Die meisten Materialien der Lehrkräfte würden dagegen verstoßen, wenn man diese im Internet veröffentlicht. Insofern ist ein Austausch mit den alten Materialien kaum möglich.

            “Und wenn Sie der Meinung sind, dass Sie einen Mehrwert gefunden haben, der Ihren Ansprüchen genügt und für andere sinnvoll sein könnte, können Sie denen das ja unentgeltlich im Internet zur Verfügung und zur Diskussion stellen. Das ist nicht auf den Erstunterricht begrenzt.”

            In kleiner Form existiert das bei uns schon. Wir teilen die Materialien unter Kollegen über einen geschlossenen Server. Den kann man nicht öffentlich stellen, da Materialien darunter sind, die eben urheberrechtlich geschützt sind. Deshalb müssen wir an dieser Stelle eine neue Kultur etablieren. Ich glaube, dass wir das den jungen Lehrern von Anfang an mitgeben müssen.

            “Sie bestätigen mit Ihren Aussagen genau das, was seit 20 Jahren passiert:”

            Deswegen wäre doch ein bisschen mehr Bereitschaft aus unserer Berufsgruppe wünschenswert.

            “Die Lehrkräfte die sich nicht darauf verlassen wollen und sich aus der Abhängigkeit von Verlagen lösen, übernehmen genau diese Arbeit zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben selbst.”

            Wo kommen denn ihrer Meinung nach die Materialien der Verlage her? Es sind immer vereinzelte, engagierte Lehrkräfte. Das bedeutet immer mehr Arbeit. Wir haben im deutschsprachigen Raum über 1 Mio. Lehrer. Wenn nur jeder so arbeiten würde, wie die bisherigen, wenigen Lehrer, die Arbeitsmaterialien erstellen und verteilen, wäre das für jeden einzelnen kaum Mehraufwand als jetzt.

            Ich sehe das übrigens bei den Informatikmaterialien. Diese gibt es kaum von den Verlagen, da sich das auf der einen Seite nicht wirklich rentiert und auf der anderen Seite die Lehrkräfte wenig Bereitschaft zeigen ihre Arbeit den Verlagen zu “schenken”. Dann tauscht man sich lieber über Twitter und andere Plattformen aus, aber auch das ist natürlich kein optimaler Weg.

            “Die Verlage sparen sich die eigene Entwicklung unter Einbeziehung von bezahltem Lehrkräften, sie greifen im Internet die entwickelten Ideen ab und bilden sie nach, um sie dann zu verkaufen.”

            Ganz genau und zwar für einen Hungerlohn. Wirklich dran verdienen tut man als Lehrkraft daran nicht. Ehrlich gesagt ist mir egal, ob die das Abgreifen, solange deren Einfluss in Zukunft deutlich abnimmt. Kopieren kann man nie verhindern, wenn es aber unter Lehrern eben unentgeltlich passiert, ist mir das auch völlig egal.

            “Die Lobby der Verlage sorgt dafür, dass diese Dinge dann doch in den Schulen eingesetzt werden (müssen).
            – Die Bildungsministerien scheint das alles gar nicht zu tangieren.”

            Ganz genau und sehr traurig.

            “Einige von ihnen stellen ihre Arbeitsmaterialien unentgeltlich für alle zur Verfügung, auch das ist Mehrarbeit, die sich m.E. aber lohnt – für die KollegInnen, für die, die miteinander teilen, … und auch für die, die nur abgreifen. Die Lehrkräfte selbst sind es, die sich schon längst miteinander vernetzt haben.”

            Wo finden Sie denn eine gute Vernetzung, auf die jeder Zugreifen kann? Unter Kollegen tauscht man natürlich Materialien, aber darüberhinaus gibt es keinen zufriedenstellenden Austausch oder kennen Sie da eine Quelle, die mir unbekannt ist. Darüber wäre ich sehr dankbar.

  9. Als ein Polizist an der Schule einer Bekannten einen Vortrag über die Internetnutzung von über 12-jährigen hielt bzw. die Inhalte vorstellte, mit denen mehr als die Hälfte der über 12-jährigen in Berührung gekommen sind (laut Aussage des Polizisten), verließen viele Eltern den Raum, da sie es so schrecklich fanden.
    Die Eltern haben keine Ahnung, was ihre Kinder im Internet so treiben. Es wäre die Pflicht der Eltern, nicht die der Lehrer, sich darum zu kümmern (laut Aussage des Polizisten).

    • “Die Eltern haben keine Ahnung, was ihre Kinder im Internet so treiben. Es wäre die Pflicht der Eltern, nicht die der Lehrer, sich darum zu kümmern (laut Aussage des Polizisten).”

      Das ist dann der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Es wäre so vieles Aufgabe der Eltern, aber es gibt genug Bereiche in denen Schule unterstützen muss. In diesem konkreten Beispiel sehe ich noch nicht mal ein Problem und finde, dass das durchaus in der Schule thematisiert werden muss. Sonst wirkt es so, als hätten Schulen an diesem relevanten Bereich des Lebens der SuS kein Interesse und blenden es vollständig aus.

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