Schülerzahlen explodieren: Hamburg braucht 44 zusätzliche Schulen bis 2030

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HAMBURG. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Hamburger Schüler um 40.000 steigen. Neben vielen neuen Lehrern braucht es auch neue Schulen, um sie unterzubringen. Wie viele, welche und wo – das steht im überarbeiteten Schulentwicklungsplan.

Boomtown Hamburg: Die Einwohnerzahl wächst – und mit ihr die Schülerzahl. Foto: clearlens-images / pixelio.de

Mit 44 neuen staatlichen Schulen – und damit sechs mehr als geplant – will Hamburg stark steigenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren gerecht werden. Das sieht der überarbeitete Schulentwicklungsplan vor, den Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag vorgelegt hat. Geplant sind demnach 21 neue Grund- und 13 Stadtteilschulen sowie sieben Gymnasien. Zudem drei neue Schulen, über deren Form noch nicht entschieden ist. 123 Schulen sollen ausgebaut werden.

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Stadt investiert vier Milliarden Euro in den Aus- und Neubau der Schulen

Bis 2030 wolle die Stadt mehr als vier Milliarden Euro in den Aus- und Neubau der Schulen investieren, sagte Rabe. «Es ist eine gewaltige Aufgabe, die Schulen auf diesen Anstieg gut vorzubereiten und für rund 40 000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler einen guten Schulplatz zu schaffen.» Seit 2011 seien bereits rund drei Milliarden Euro in den Schulbau geflossen.

Seit der Vorlage des Referentenentwurfs zum Schulentwicklungsplan im Mai sei das Thema breit in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Die große Mehrheit der 310 Schulgemeinschaften an Grund- und Stadtteilschulen und den Gymnasien sei mit der für sie künftig vorgesehenen Größe einverstanden, sagte der Senator. «30 Schulen haben gesagt: Wir wollen mehr wachsen als ihr uns das gönnt.» Nur zehn Schulen wollten kleiner werden als vorgesehen.

«Wir sind vielen Wünschen weit entgegengekommen», sagte Rabe. So sei auch die Zahl der geplanten neuen Campus-Stadtteilschulen, an denen in zusätzlichen gymnasialen Klassen bis zum Abitur gelernt wird, wegen Konkurrenz-Befürchtungen umliegender Schulen von zehn auf sechs oder sieben reduziert worden.

Protest gegen geplante Vergrößerung einer Grundschule

Besonderen heftigen Protest gegen die geplante Vergrößerung gab es in der Max-Braue-Grundschule in Altona. Sie solle nun nur noch auf fünf Züge erweitert werden, sagte Rabe. Im Gegenzug müssten dann aber auch die umliegenden Grundschulen Trenkerweg und Bahrenfelder Straße auf fünf Züge erweitert werden. Damit hätten fast alle Grundschulen im Altonaer Kerngebiet fünf Parallelklassen. «Wir finden das fair.»

Die CDU kritisierte das Beteiligungsverfahren als zu kurzfristig. Nur drei Werktage seien seit der öffentlichen Anhörung zum Schulentwicklungsplan vergangen, sagte die Schulexpertin der Fraktion, Birgit Stöver. «Wie sollen in dieser kurzen Zeit die zum Teil sehr umfangreichen Stellungnahmen sowie die Anmerkungen der öffentlichen Anhörung umgesetzt worden sein?»

Auch die schulpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Boeddinghaus, verwies auf die kurze Reaktionszeit seit der Anhörung im Schulausschuss. «Auch der überarbeitete Plan ist bestenfalls ein Notprogramm», sagte sie. Der Plan «braucht ein breites Beteiligungsverfahren der regionalen Bildungsakteurinnen». Im Zusammenhang mit dem Campus-Schulen warf sie Rabe ein «Versteckspiel» vor.

Schüler, Eltern und Lehrer hätten nicht ausreichend Zeit gehabt, um ihre Positionen auszuarbeiten und an die Behörde zu kommunizieren, bemängelte auch die Bildungsexpertin der FDP, Anna von Treuenfels-Frowein. Ihre Fraktion werde die Entwicklung der neuen Campus-Stadtteilschulen im Blick behalten, «um zu verhindern, dass hier auf Umwegen die vereinbarte Schulstruktur angegriffen wird. Ein Abitur nach acht Jahren an Stadtteilschulen wäre ein erster Schritt auf diesem Weg.» dpa

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1 KOMMENTAR

  1. Abitur nach acht Schuljahren an Stadtteilschulen ist ein Frontalangriff auf sie Gymnasien. Allerdings halte ich diesen Vorschlag besser als die Rückkehr zu G9.

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