Kein Arbeitsschutz, zu viel Arbeit: Lehrer drohen mit „Dienst nach Vorschrift“

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HAMBURG. Vielen Lehrern in Deutschland reicht’s. Sie fühlen sich von den Kultusministern in der Corona-Pandemie verheizt. Der GEW-Betriebsgruppe einer Hamburger Schule ist jetzt der Kragen geplatzt – sie haben einen Brief an  Bildungssenator Ties Rabe (SPD) und seinen Amtsleiter Thorsten Altenburg-Hack formuliert, in dem sie androhen, sich nur noch strikt an die Arbeitsvorgaben halten zu wollen. „Dienst nach Vorschrift ist von uns nicht gewünscht, aber wir sehen uns dazu politisch und zur Wahrung unserer Gesundheit genötigt“, so sagen die Lehrkräfte – und sprechen damit sicher etlichen Kollegen in ganz Deutschland aus dem Herzen. Wir dokumentieren das Schreiben.

Den Lehrerinnen und Lehrern reicht es – sie kündigen Dienst nach Vorschrift an, wenn… (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

„Sehr geehrter Herr Rabe,
sehr geehrter Herr Altenburg-Hack,

nicht erst seit Ausbruch der Pandemie sind wir Beschäftigte an Hamburger Schulen gezwungen, uns zwischen unserer psychischen und physischen Gesundheit auf der einen und der Verantwortung für den Bildungserfolg unserer Schüler*innen auf der anderen Seite zu entscheiden. Sie wissen um unsere Notlage seit Jahren und weigern sich, Abhilfe zu schaffen.

Mit Einführung des Arbeitszeitmodells 2003 werden über 40 zusätzliche Aufgaben nicht in der Verrechnung der Arbeitszeit berücksichtigt. Neben dieser Arbeitszeiterhöhung gehen mit dem Wandel zur inklusiven Schule ab 2009 systemische Unterfinanzierungen einher. Eine konzeptionell begleitete Digitalisierung der Hamburger Bildungseinrichtungen findet nicht statt.

Anstatt Empfehlungen der Wissenschaft zu folgen, werden Inzidenzwerte um das Vierfache nach oben geschraubt, Schulen im Regelbetrieb in vollen Klassenräumen ohne Lüftungsanlagen belassen, unzureichende präventive Schutzmaßnahmen empfohlen und Entscheidungen an sowie Verantwortung auf Schulen abgewälzt.

Die Bezugnahme auf eine zwischen Sommer- und Herbstferien erhobene Datenlage zeigt lediglich, wie rückwärtsgewandt und risikobereit, anstatt antizipatorisch sowie vor- und fürsorglich mit dem Gut der Gesundheit der Lernenden und Beschäftigten an Schulen umgegangen wird. (Eine intransparente Datenerhebung der Hamburger Bildungsbehörde soll ergeben haben, dass 80 Prozent der Ansteckungen von Schülern außerhalb der Schule stattfinden – News4teachers berichtete darüber.)

Wer in Zeiten einer globalen Pandemie mit hohen Infektionszahlen als Argument die Ermöglichung oder gar Wahrung der „Bildungsgerechtigkeit“ anführt, um einen schulischen Regelbetrieb mit zahlreichen Kontakten aufrecht zu erhalten, der sollte seinen warmen Worten auch wahre Taten folgen lassen. Denn Bildungsgerechtigkeit ermöglichen, heißt für pädagogisches Personal überhaupt erst einmal Zeit für außerunterrichtliche Tätigkeiten und für pädagogisches Arbeiten zur Verfügung zu haben. Anders ist es nicht möglich individuelles Lernen zu begleiten und individuellen Bedürfnissen, Sorgen und Entwicklungen von Heranwachsenden gerecht zu werden. Schule verkommt sonst zu einer reinen Aufbewahrungsanstalt ohne Lebens- und Schulkultur.

Wer es mit der Bildungsgerechtigkeit und der Zukunft von Schülerinnen und Schülern ernst meint und nicht nur versatzstückhaft daherredet, der wirkt kurz-, mittel- und langfristig auf massive Veränderungen der (seit 2003 unveränderten) LehrArbVO hin, um seiner Fürsorge gegenüber den an Schulen Beschäftigten und Lernenden gerecht zu werden und Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Wir fordern in Sinne unserer Gesundheit und des Bildungserfolgs unserer Schüler_innen schon lange erfolglos eine spürbare Arbeitsentlastung in Form von zunächst zwei WAZ als pauschale Anerkennung der Unzulänglichkeit der LehrArbVO, eine Evaluation der selbigen, getrennte Zuweisung der SL-F-Zeiten an Schulen, etc.

Wir sehen uns daher gezwungen, folgenden Beschluss zu fassen:

Wenn nicht bis zum 01.02.2021

• den Äußerungen von GEW und GPR zu entnehmen ist, dass sich Ihre Haltung zu Fragen der Arbeitszeitverordnungen und des Gesundheitsschutzes geändert hat,
• die umfassende Mehrarbeit der Kollegien anerkannt und für spürbare Entlastung gesorgt wird,

werden wir

1. nur noch dienstliche Geräte zur Verrichtung dienstlicher Tätigkeiten nutzen
2. uns bei der Verrichtung unserer Tätigkeiten strikt an die Arbeitszeitverordnungen halten.

Wir teilen mit Ihnen das Wissen darum, dass die von uns angedrohten Konsequenzen im Normalfall keine Auswirkung auf den Arbeitsalltag haben sollten, sie in Hamburg aber zu einer Implosion der Beschulung führen werden. Über Jahre haben wir aus Verantwortung gegenüber den uns Anvertrauten Abstriche bei unserer Gesundheit gemacht. Nun sind wir dazu nicht mehr bereit und halten diese Eskalation auch im Sinne der künftigen Schülerschaft für geboten. Wir tragen keine Verantwortung für die aus einem Dienst nach Vorschrift resultierenden Folgen. Das Informationsschreiben an die Eltern werden wir mit freundlicher Unterstützung der Rechtsberatung der GEW formulieren.“ News4teachers

Rabe vs. Wissenschaft: Wie der Hamburger Bildungssenator die Debatte verzerrt

 

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123 KOMMENTARE

  1. „Dienst nach Vorschrift“ wäre schön, wenn es denn überhaupt eine greifbare Vorschrift gäbe!
    Nachdem aber schon mal unsere Arbeitszeit in keinster Weise auch nur annähernd erfasst werden kann und ein „drüber“ schon immer nicht aufgefallen bzw. ignoriert wird, fällt auch ein „drunter“ keinem auf.

    • Dieser Post war wohl ein Eigentor! Wenn Sie weniger arbeiten und es keinem auffällt.
      Wenigstens haben Sie es selbst begriffen, hoffen wir, dass es den restlichen Lehrern die in einer Scheinwelt leben auch mal bewusst wird. Das würde im Schulsystem sehr helfen…

  2. Danke, GEW Hamburg.
    Da darf sich die GEW Niedersachsen gerne anschließen, die Erhebung der Arbeitszeit ist ja längst gerichtsfest erfolgt und wurde sogar vom Land anerkannt.

  3. Cooler Brief! Respekt an die Schreiber! Wenn wir Lehrer öfter mal so direkt wären, hätten wir vermutlich bessere Arbeitsbedingungen,!!

    • Danke für so klare Worte und den erneuten Verweis auf dieses individuelle und unrealistische WAZ-Modell. Selbst bei Wechselmodellen ist ein eine Arbeit over the top vonnöten und überschreitet eine 40-Stunden-Woche bei Weitem. Dennoch ist dies ein weniger belastender Zustand als das aktuelle Geschehen.
      „Wenn dann stecken die Lehrer die Kinder an, weil jüngere Menschen den Virus weniger oft verbreiten“. Die Hygienekonzepte können in der Praxis kaum umgesetzt werden. Auch Unterricht in kalten Klassenzimmern, in denen sich LehrerInnen und Kinder mit Winterjacke und Mütze befinden, mindert die Immunabwehr zusätzlich und darüber hinaus ist dies für alle Seiten physisch und psychisch belastend.
      Und sorry für die direkte Ansprache: egal von welcher Seite die Infektion kommt, sie bleibt trotzdem scheisse.
      Vielleicht sollte man mal die Kinder befragen, als Idee. Die sagen nämlich größtenteils, dass sie lieber Hybridunterricht oder Homeschooling hätten, weil sie sich dann sicherer fühlen.
      Ich hoffe, dass niemand zum 05.01.21 zu einem Spreaderevent in Schulen geladen wird.
      Die GEW macht an dieser Stelle darauf aufmerksam, wie viel Lehrkräfte über ihre eigentliche Arbeitszeit und aus privater Gutmütigkeit gegenüber den SuS über ihre Freizeitgrenzen weit hinausgehen. Aber hey, vielleicht gibts ja 0,04 WAZ dafür.

  4. Allein die Tatsache, dass die meisten KuK ihre Unterrichtsvorbereitungen am eigens angeschafften Rechner erstellen, die Arbeitsblätter, die in der Schule für die SuS zuhause am eigenen Drucker mit der selbst bezahlten Tinte / Toner gedruckt werden, alle Verbrauchsmaterialien i.d.R. von den KuK eigeninitiativ gekauft und im schulischen Kontext verbraucht werden, die Telefonate mit Eltern oftmals von Zuhause vom privat erworbenen Telefon mithilfe des vom KuK bezahlten Anbieters (oftmals weil es in den Schulen nicht mal einen entsprechend abgeschirmten Bereich mit einem Diensttelefon zum durchführen solcher Gespräche gibt) weit jenseits der Kerndienstzeit auch in den Abendstunden geführt werden, weil die oft berufstätigen Eltern während des normalen Arbeitstages nicht erreichbar sind…allein diese Tatsache macht deutlich, dass ein Dienst nach Vorschrift, wie er oben zu recht angedroht wurde, Schulalltag und darin enthaltene Arbeitsabläufe massiv beeinträchtigen würde. Diese Vorleistungen sind wie selbstverständlich von den KMs in Anspruch genommen worden…die sog. steuerliche Absetzbarbeit dieser privat eingebrachten Leistungen stehen im eklatanten Missverhältnis zu den tatsächlich enstandenen Kosten (…auch die Finanzämter machen es diesbezüglich immer schwieriger, dem „Supporter-Kurs“, den wir zugunsten des Systems steuern beizubehalten. Es wäre interessant, anhand eines flächendeckenden Beispiels zu beobachten, wie Schule beeinträchtig würde, wenn die KuK die eingebrachten physischen, psychischen und finanziellen Kräfte auf ein Dienstmaß eindampfen würden. (@ Oka: hier ne Steilvorlage für deinen StandardbashingBeitrag zu den faulen LehrerInnen, die bei Dienst nach Vorschrift endlich mal ins Schwitzen kämen – habe ihn schon oft gehört und mittlerweile von dir in diesem Forum so oft gelesen, dass ich ihn auch für dich schreiben könnte…ermüdend!)

  5. Diese GEW-Betriebsgruppe einer Hamburger Schule formuliert klar und deutlich, so dass auch Leute, die mit dem System Schule nicht (mehr) direkten Kontakt haben, die Problemlage insgesamt wenigstens realitätsnah erahnen können.
    Um das Elend wirklich erfassen zu können, müsste man schon länger dabei sein – auch ein vierwöchiges Praktikum während des Studiums zerstört die Illusionen eines funktionierenden Systems noch nicht.

    Diese – recht kleine – Gewerkschaftsgruppe (nur 1 Schule) leistet es sich, Tacheles zu reden.

    Warum können Gesamt-Gewerkschaften das zu selten … einige nie … und andere laden sich noch die dümmste Nuß (NRW-Schulministerin) als Gast- und Lobrednerin ein?

    „[…] Beide haben den Verband über Jahrzehnte geprägt und als gewichtige Stimme in der nordrheinwestfälischen Bildungslandschaft etabliert, wie auch Schulministerin Yvonne Gebauer […] als Gastredner hervorhoben. […] „lehrer nrw wird weiterhin ein im Sekundarbereich I sein und ein konstruktiv-kritischer, wenn nötig unbequemer Gesprächspartner für die Politik“, kündigt Christoffer an. […]“
    25.11.2020 !!!!!!
    https://www.lehrernrw.de/aktuell/artikel/sven-christoffer-folgt-auf-brigitte-balbach.html

    Wie war das bitte???
    – weiterhin
    – engagierter Fürsprecher für die Lehrkräfte
    – konstruktiv-kritischer, wenn nötig unbequemer Gesprächspartner für die Politik“, kündigt Christoffer an.

    Wenn DAS in NRW das selbsternannte „Licht am Ende des Tunnels“ sein soll …?
    Kollegen, dann lasst uns doch lieber den Zug nehmen!

    • Schlimm, dass man sich als Lehrer/in inzwischen über Auswanderungsmöglichkeiten in ein anderes Bundesland Gedanken macht.
      Wenn es denn dann ein gelobtes Land gäbe…
      NRW, wohin es mich verschlagen hat, ist es definitiv nicht. Mein Ursprungsland RLP genauso schlimm.
      Hessen? Oh Nein. HH? Katastrophe.
      Und so weiter und so fort.

      • Ich glaube an dieser Stelle bringt die Überlegung, in welchem Bundesland die Verhälnisse besser sind, nichts. Die Frage müsste eher lauten, kann man jungen Menschen, die noch etwas anderes machen könnten, ernsthaft empfehlen, diesen Berufsweg einzuschlagen?
        Ich kann es nicht, und ich liebe meinen Job eigentlich, wenn dieses Schulsystem und die beschissenen Rahmenbedingungen nicht wären.

        • @Heinz

          Mir geht es genau so, aber System und Rahmenbedingungen werden sich nicht so schnell ändern, als dass Lehrkräfte Ü50 noch viel Freude an den Änderungen haben könnten.
          Viele von denen haben schon zu viele „Verschlimmbesserungen“ schultern müssen, plus den alltäglichen Irrsinn und sind dabei langsam, aber sicher ausgebrannt. (Aber eigentlich geht das ja bei Lehrern gar nicht. IRONIE!!!)

          Ich werde immer mal wieder von SuS nach meiner Meinung gefragt, weil sie wissen wollen, ob der Lehrerberuf etwas für sie wäre und wie die Arbeit nach der 6. Stunde weitergeht …
          Ja – die SuS begreifen, dass man da unmöglich „Feierabend“ haben kann!

          Vor ungefähr 20 Jahren fand ich es immer toll, wenn sich SuS für den Beruf interessierten.
          Seit ungefähr 6 Jahren habe ich schon eher ausweichend antworten müssen, weil ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, zuzuraten. Ich habe dann mit den interessierten SuS eine Pro- und Kontra-Liste erstellt, das war immer sehr heilsam. Mein Tipp an dieser Stelle war dann, dass man mit solch einer Liste mögliche Berufsalternativen ebenso untersuchen solle, die Listen aufheben und 1x pro Woche durchgehen. So weit ich weiß, haben sich – Gottlob! – alle aus freien Stücken und bei klarem Verstand anders entschieden.
          Eine Schülerin, die jetzt in der 11. Klasse ist, fragte mich auch schon. Ich habe ihr ohne Umschweife ganz klipp und klar abgeraten!
          (Die aktuelle Lage kriegt sie „live“ mit, und auf meine Frage ob man seine Gesundheit oder gar sein Leben riskieren soll, nur um noch von Dauerfrustrierten ständig blöde und niveaulos angemacht zu werden – auch wenn man es ignorieren kann – konnte sie zum Glück beantworten mit „Nö, warum? Das macht ja keinen Sinn.“)
          Sie sagte dann aber noch, dass sie schon sehr überrascht sei, man würde mir ja die Belastung gar nicht anmerken!
          (Und genau darum funktioniert das ganze Elend ja – aus diesem beamtentypischen Pflichtgefühl heraus …)

          Und gleich kommen bestimmt wieder die lärmenden Horden von Lehrerhassern … neidisch auf … ?
          Leute, ihr perlt ab wie Nieselregen an meinem frisch gewachsten Rolls Royce, den mein Butler gerade gewienert hat, während ich einen kleinen Ausritt über meine Ländereien genossen habe. Das musste einfach noch mal sein, bevor ich wieder mit meinem 12-Meter-Länge-Wohnmobil in den 2. Lockdown rolle.

          • @what? Toller Beitrag- ich bin seit 20 Jahren im Geschäft- und habe jetzt tatsächlich von meine SuS gehört- Boah Fr.W…Sie sehen gerade echt nicht gut aus…. Und- Respekt- aber Ihren Job würde ich echt nicht machen wollen…. Aber meine SuS wertschätzen sehr oft meine Arbeit! Das ist wirklich schön. Ich glaube das ist auch der Grund, warum sich viele KuK immer wieder aufraffen. Man bekommt ganz viel zurück…..

  6. Homeschooling ohne die privaten Computer, Laptops etc. wird damit unmöglich. Dann fällt Schule aus. Ein Beschulen aus der Schule heraus wird mit der Ausstattung nicht möglich sein. Präsenz und Homeschooling gleichzeitig funktioniert auch nicht. Vielleicht sollten die KuK mal mit Schulleitungen und Lehrer*innen reden, anstatt etwas zu beschließen, was fast unmöglich ist umzusetzen.

    • @Erasco: „anstatt etwas zu beschließen, was fast unmöglich ist umzusetzen“ – Wieso unmöglich? Schauen Sie mal hier: https://www.berliner-zeitung.de/lernen-arbeiten/lichtenberger-grundschule-tritt-in-eine-art-digitalstreik-li.122047
      (Der Digitalstreik dieser Berliner Grundschule hat zugegebenermaßen ganz andere Gründe, aber unmöglich ist so etwas jedenfalls nicht – es dürfte nur ziemlich genau die Folgen haben, die Sie auch angesprochen haben…)

    • @Erasco

      „Homeschooling ohne die privaten Computer, Laptops etc. wird damit unmöglich. Dann fällt Schule aus.“

      Richtig erfasst. Wenn ein System aufgrund von Annahmen auf eine Regelbasis gestellt wird, dann aber nur funktioniert, weil die Mitarbeiter gewillt sind, (weit) über diese Regelungen hinauszugehen,
      dann aber wieder der Führungskreis meint, die Regelbasis sei in Ordnung, denn es läuft ja alles, dann ist etwas sehr schief.
      Falsche Annahmen treffen auf ein vermeintlich funktionierendes System, das in der Realität nur durch freiwilligen Übereinsatz der Systembeteiligten am Leben erhalten wird.

      „Ein Beschulen aus der Schule heraus wird mit der Ausstattung nicht möglich sein. Präsenz und Homeschooling gleichzeitig funktioniert auch nicht.“

      Eben. Dann stimmen doch wohl genau die Grundannahmen nicht, die dem System zugrundeliegen.
      Etwas, das offensichtlich schon sehr lange angeprangert wird.

      „Vielleicht sollten die KuK mal mit Schulleitungen und Lehrer*innen reden, anstatt etwas zu beschließen, was fast unmöglich ist umzusetzen.“

      Wenn alles Reden aber auf taube Ohren stößt, denn „es läuft ja alles“ (s. oben.), dann muss man eben mal in der Praxis zeigen, worum es geht, indem man das Scheitern des Regelsystems live demonstriert.

  7. …“nur noch dienstliche Geräte zur Verrichtung dienstlicher Tätigkeiten nutzen“
    Erst beim Lesen dieser Formulierung ist mir klar geworden, dass ich das per Video konferieren und unterrichten, das Kontakt halten usw. nur mit dem eigenen (finanzierten und verantwortet datenschutzkonfomen) Technikpark mache. Inzwischen mit 6 verschiedener VK-Tools. Von Materialerstellung usw. nicht zu reden.
    Klar, das ist nichts Neues und jeder Lehrkraft klar. (Btw. darum braucht es JETZT auch keine Lehrerlaptops mehr- haben wir alle.)
    WAS MICH ECHT GESCHOCKT HAT, DASS ES DIESEN SATZ BRAUCHTE, UM ZU KAPIEREN, DASS ES SO IST. UND DASS ICH DAS IM GRUNDE BISHER NICHT INFRAGE GESTELLT HABE.
    Und wer mir jetzt mit Präsenz in der Schule, statt Gemütlichkeit im heimischen Arbeitszimmer (in Nicht- Corona-Zeiten) kommt oder damit, dass Lehrer vom üppigen Gehalt das Equipment gut selbst kaufen können- bla bla bla.

    • Tja, Ihr Engagement in Ehren. Aber in jedem Wirtschaftsbetrieb haben die Mitarbeiter firmeneigene Laptops bzw Computer, schon allein aus Datenschutzgründen.

  8. Laut neuesten Berichten sind nicht die Schulen Infektionsherde, sondern die Wege dahin und zurück. Also sollten Lehrer dann wohl eher mit „Fahrt nach Vorschrift“ drohen, oder? Überhaupt finde ich eine solche „Drohung“ unverantwortlich, besonders von Beamten (unter den Lehrern).

    Kein guter Lehrer droht mit sowas und die anderen machen es doch schon immer so!

    • @Oka: „Kein guter Lehrer droht mit sowas“ – Dieses Missverständnis Ihrerseits ist eben das Problem: Nur eine gute, sprich engagierte (und von ihrem Engagement überzeugte) Lehrkraft käme auf die Idee, auf diese Weise etwas bewegen zu wollen und dass überhaupt mit einer derartigen Drohung Veränderung herbeigeführt werden könnte.
      Alle anderen haben – in der Tat – längst resigniert und wären weder bereit, mit einer solchen Aktion Ärger zu riskieren, noch so dumm zu glauben, sie hätte möglicherweise irgendeinen Effekt (außer einer Menge Stress und Ärger).

    • Oka.
      DAS war komplett überflüssig.
      Gut, dann fordere ich jetzt ein Dienstfahrzeug, Drucker, Scanner, Tinte, Internetzugang und Wlan-Router, Schreibmaterialien, Arbeitskleidung, Waschmaschine für die Arbeitskleidung, Kostenübernahme für professionelle Supervision bzw. Behandlung beim Psychiater, Zahnsanierung wegen ständigem Zähneknirschen. Die Liste könnte ich endlos weiterführen.
      Ohne Drohung wohlgemerkt.

    • Ein guter Lehrer ist in Ihren Augen
      – allzeit bereit (u.a. für Elterngespräche)
      – stellt keine Ansprüche an den Arbeitsschutz
      – verbringt seine Freizeit gerne unbezahlt mit seinen SchülerInnen (Klassenfahrten, viele Wandertage, Klassenfeiern etc.)
      – renoviert und verschönert in seiner Freizeit Klassenräume und Schule
      – wartet die technische Ausrüstung der Schule (samt aller digitaler Geräte)
      – finanziert Arbeitsmittel und -material privat
      – kümmert sich um die privaten Sorgen seiner SchülerInnen
      uvm., das macht er /sie alles mit Freude und Begeisterung.
      Schlagen Sie Vergleichbares mal einem Finanzbeamten o.ä. vor.
      Das ganze System beruht doch zu einem erheblichen Teil auf Selbstausbeutung.

      Interessant wird, wie es in einigen Jahren mit Lehrkräftenachwuchs aussehen wird …

      • @NRW-Lehrerin

        Liebe @NRW-Lehrerin,
        Sie sehen das ganz richtig:
        „Interessant wird, wie es in einigen Jahren mit Lehrkräftenachwuchs aussehen wird …“

        Ich habe soeben (etwa 13.50 Uhr) weiter oben auf @Heinz geantwortet, da finden Sie auch etwas zum Thema Lehrkräftenachwuchs.

        NIEMAND kann mich zum Lügen zwingen – schon gar nicht mit Geld locken – da steht mir einfach die Moral im Weg und darauf bin ich stolz, ganz „oldschool“ 😉
        So haben es mir MEINE Lehrer schon vorgelebt.
        Die haben mir damals zugeraten diesen Beruf zu ergreifen und sie hatten mich darin gut beraten, denn sie konnten ja vor über 30 Jahren nicht ahnen, wo das mal hinführen würde. (Wir wissen auch nicht, was in 30 Jahren sein wird. Vor 1 Jahr war noch nicht klar, was heute – so extrem – läuft.)
        Hätten sie es gewusst, hätten sie mich nicht an diese „Front“ geschickt.

      • Warum reagieren noch immer so viele auf diesen Foristen? Es lohnt sich erstens nicht, und zweitens kommt er ( oder sie) bei mir so an wie ein Kind, das seinem kleinen Bruder den Luftballon anpiekst und sich freut,wenn der sich dann bei Mama beschwert. Liest sich stets wie ein Kommentar vom Hobby- Provokateur. Einfach schreiben lassen…

    • Können Sie mir erklären, wieso dann in Berlin unter Lehrkräfte die gegenwärtige Inzidens bei über 900 liegt, während diese in der Bevölkerung bei unter 200 ist? Liegt das bei denen also am Weg zur Arbeit?

      Wo haben Sie solche Berichte gefunden? Ich kann dazu nichts seriöses finden.
      Bisher hieß es ja, dass durchaus Schulen Infektionsherde sind, allerdings lässt sich nicht nachweisen, dass die Schulen ein Treiber der Pandemie sind. (was ja 2 sehr unterschiedliche Aussagen sind.) Bezüglich der Wege find ich nichts. Zu den anderen Aussagen gibt es klare Belge (unter anderem vom RKI).

      • @teachinginberlin

        Oka hat mal wieder RTL gesehen, leider lief da wohl ein Retro-Bericht über die Party-Lkws mit dichtgedrängten Techno-Popowackeltänzern während der Loveparade.
        … Oka halt. *schulterzuckender Smiley*
        😉 🙂

    • Jeder darf wohl hier mitreden und bashen weil jeder mal in der Schule war… Oka wohl nicht besonders aufmerksam oder er hat noch eine Rechnung offen. Wie wäre es einfach mal eine Woche mit uns zu tauschen und DANN erst mit zu diskutieren??

    • Hallo OKA Bring dich mal auf den neuesten Stand.Schulen bzw SuS sind laut RKI ebenso Treiber wie überall wo Ansammlungen von Menschen sind oder sind SuS für dich keine Menschen.

    • Hallo Oka,
      wären Sie bereit, dafür zu bezahlen, Ihren Job machen zu können?
      … sowohl monetär als auch psychisch und physisch?! Bitte erst nachdenken, bevor Sie solche Plattitüden in die Welt setzen! Danke!

  9. Ehrlicherweise kann ich’s verstehen. Vielleicht fällt nur dann endlich einmal den Verantwortlichen (sind ja alle paar Jahre immer andere) auf, dass das ganze Ding Schule seit mittlerweile Jahrzehnten NUR aufgrund von maßlosem Einsatz und Selbstausbeutung VIELER (ja, auch ich weiß, es gibt immer diese paar anderen…) Lehrkräfte ansatzweise funktioniert.

    Die Vorgehensweise der KMK in der Pandemie setzt allem da nur die Krone auf (die nicht mal ich für möglich gehalten hätte).

    Ich denke auch, Geld ist hier nicht der wichtigste Faktor, sprich es wäre nicht mit Bezahlung der unzähligen Überstunden getan, sondern viel wichtiger wären vernünftige Rahmenbedingungen, um gute Arbeit auch in einem angemessenen Rahmen leisten zu können – Stichwort: Work – life – Balance…

    • Eine irgendwie angemessene Erstattung der Mehrarbeit- Vorschläge gibt es genug- wäre schon mal angebracht. Und das mir die Arbeitsmittel zur Ausübung meines Berufes zur Verfügung gestellt werden, sollte selbstverständlich sein. Wer den Lehrerberuf ergreift sollte also unbedingt absolute Aufopferungsbereitschaft in allen Bereichen zeigen! Ansonsten wird man ja gleich als schlechte Lehrkraft oder gar fauler Sack- gibt’s da so’n Gender*-Dings- Sorry bin „nur“ Naturwissenschaflerin….bezeichnet. Ach, ja: Achtung Ironie– oder doch nicht?!

    • @Thomas Schultz: „Ich denke auch, Geld ist hier nicht der wichtigste Faktor, (…), sondern viel wichtiger wären vernünftige Rahmenbedingungen“ – Ja, allerdings: Faire Rahmenbedingungen und ein Ende dieses endlosen und unseligen Lehrerbashings – was immer man macht und tut, man ist doch wieder und auf ewig nur der „faule Sack“.
      Ich wette, wenn eine Lehrkraft 24/7 arbeiten und ihren Arbeitsalltag streamen würde und sie schließt am Sonntag, kurz nach Mitternacht, zwischen 0:01:37 und 0:02:07 für dreißig Sekunden die Augen – mehr als 99% der Internetkommentare würden sich auf diese dreißig Sekunden beziehen und sinngemäß sagen:
      „Siehste, ich hab es doch schon immer gesaagt: Lehrer sind faule Säcke!“

    • Nicht falsch, verstehen, auch ich würde mich mit Sicherheit nicht wehren, sollten mir die 80h-Wochen mal vergütet werden! Klar, wäre es angemessen, zunächst mal die Arbeitszeit auch zu bezahlen.

      Ich meine nur langfristig hätte ich persönlich lieber etwas mehr vom Leben als nur für die Schule zu leben, anstatt mehr Gehalt. Ich hätte gerne einen Rahmen, der mir ermöglicht, „gute Arbeit“ zu leisten, ohne 24/7 Dienst schieben zu müssen. Das geht bei den aktuellen Aufgaben und Deputaten definitiv nicht.

      Klar ist mir aber auch: Wird nie kommen. Denn wie schon erwähnt wurde, erhöht man das unverschämt hohe Gehalt (Ironie) der Lehrer wird es einen Shitstorm geben, verringert man die Arbeitszeit, wird es einen Shitstorm geben (wg. Lehrerbashings). Also wird wohl nix passieren.

      Da geht dann halt nur noch, sich dem Gesang anzupassen und halt wirklich nur noch das Nötigste zu tun…

  10. Nur ein einziges Mal für ein paar Wochen sollen Lehrer in der freien Wirtschaft arbeiten (Industrie, Arztpraxen , egal was) ….gerne auch zu Coronazeiten und Bedingungen….. vielleicht wären einige danach gaaaanz still

    • Ahahaha gerne! Ich habe jahrelang in der freien Wirtschaft gearbeitet. Aber dann lade ich Sie gerne ein 1 Woche in meiner Schule unter Corona-Bedingungen zu arbeiten. Ich bin mir sicher, danach sind Sie gaaaanz still. Deal?

    • Insgesamt 16 Jahre Erfahrung als Fach- und Führungskraft in der freien Wirtschaft und weitere, mittlerweile ebenfalls 16 Jahre als tarifbeschäftigte Lehrkraft für SuS der Jahrgänge 1 bis 10 in NRW.

      Die Sprachlosigkeit ergibt sich aber allenfalls aufgrund der Arbeitsbelasungen und Arbeitsbedingungen an Schulen im direkten Vergleich zu denen in der freien Wirtschaft.
      Vor allem in Großbetrieben ist das Arbeitsleben im vergleich zur Schule ein Leben auf dem Ponyhof. Besonders dann, wenn man die vergleichbaren Tarifgruppen gegenüber stellt. In der freien Wirtschaft sind die Entgeltstufen 11 oder 12 der Tarifverträge ohne Masterabschluss erreichbar.

      Viele in der freien Wirtschaft haben sich während der ersten Wele über die Entgrenzung der arbeitszeit im Home office beklagt und von ihren Arbeitgebern entsprechende Ausstattungen des heimischen Arbeitsplatzes über die Ausstattung hinaus, die sie zum mobilen Arbeiten ja schon vorher gestellt bekommen haben, eingefordert. Wenn Lehrkräfte das gleiche einfordern, dann gilt das im Regelfall als Jammerei.

      Umgekehrt wird ein Schuh draus, kommt vom hohen Ross herunter und begleitet zumindest einmal eine Lehrkraft einer Grundschule oder einer Schule der Sekundarstufe I über ein Vierteljahr als Assistant-Teacher sowie Lehramtsstudierende im Praxissemester. Es gibt nämlich eien welt außerhalb der Gymnasien, die im Regelfall euer Schulbild geprägt haben.

    • Nur ein einziges Mal sollten Leute aus der „freien Wirtschaft“ für ein paar Wochen in der Schule arbeiten, besonders im Moment. Sie sollten dabei nicht vergessen, vorher einkaufen zu gehen. Denn sie benötigen alle möglichen Schreibutensilien und mehrere Masken täglich (beim häufigen Reden damit, braucht man einfach mehr davon). Ach ja, nicht zu vergessen, warm anziehen und bloss nicht das Lüften vergessen. Das sind nur die Rahmenbedingungen. Und jetzt bitte auch noch Unterricht machen. Wenn das dann wirklich toller als in der freien Wirtschaft sein sollte— Lehrer werden derzeit gesucht. Warum wohl? Und dann kommt zum Schluss der Gehaltscheck. Wir vergleichen hier Akademiker. Und jeder Akademiker in Arztpraxis und Industrie verdient hier mehr.

    • @Büllerbü,
      es kommt darauf an. Ich kann es einschätzen, da ich seit 15 Jahren im Maschinenbau tätig bin. VW musste die Produktion bereits drosseln, da es Infektionen bei einem Zulieferer gab. Das nur zum Zusammenspiel von hohen Infektionszahlen und Wirtschaft.
      Meine Frau ist Lehrerin und mit Korrekturen toppt sie meine Arbeitszeit. Viele Wochenenden sind belegt und vor Corona war das alles gut machbar für sie.
      Der Umgang mit Lehrern, der fehlende Arbeitsschutz und das konstante Lehrerbashing in allen Medien hat aber auch bei ihr Spuren hinterlassen, da sie die Schutzmaßnahmen in einem Konzern mit denen an der Schule vergleichen konnte. Ich werde als Risikogruppe seit März voll bezahlt im Home Office belassen. Das ist ein Privileg, dessen bin ich mir völlig bewusst.
      Es widerlegt aber den Irrglauben, dass Schulen Bullerbüs sind und Firmen die reinsten Höllen. Es kommt immer auf die Chefetage an.
      Dienst nach Vorschrift wird kaum ein Lehrer machen. Wir hatten an drei Schulformen engagierte Lehrer und auch den ein oder anderen Charakterkopf, die von unseren Kindern geliebt wurden. Leider gibt es immer mehr von den austauschbaren, glatten Lehrern und so fiel unserem Sohn der zeitlich begrenzte Ausstieg nicht schwer, da sich einige Lehrer auch als Querdenker zeigten, die sich als Widerständler fühlten, weil sie im Klassenzimmer die Maske absetzten und nicht lüfteten. Diese Idiotie war ihm zu blöd.

    • Vielleicht sollten manche einfach mal ihre eigene Berufswahl kritisch hinterfragen, dann wären viele danach gaaaaaanz still.

      Und zu Corona: JEDER, der voll weiterarbeitet (arbeiten kann), verdient weiter sein Geld! Zu 100% und das ist mehr als gerechtfertigt. Auch Lehrer arbeiten voll (und noch mehr) weiter – 100% Gehalt ist gerechtfertigt. PUNKT.
      Keine Berufsgruppe kann etwas dafür, wenn eine andere Berufsgruppe dies nun nicht mehr kann. Geben Sie Corona die Schuld, nicht den Politikern, nicht anderen Berufen, die nunmal krisenfest sind…

      PS: Ich habe vor dem Lehramt eine ganze Zeit in der „freien Wirtschaft“ gearbeitet. War als Student sogar selbstständig nebenher und habe so manchen Monat mehr verdient (NETTO!) als jetzt im Lehrerberuf.
      Wer es noch kennt, habe davor auch Zivildienst geleistet 9 Monate in einer Uniklinik. Auch diese Perspektive kenne ich gut. Die Ärzte/Pfleger haben echt nen Knochenjob.

      Mein Fazit: Nie habe ich mehr gearbeitet, mehr Dauerstress gehabt, als als Lehrer. Früher wusste ich wenigstens noch was ein Sonntag war. Heute nicht dran zu denken. Ferien, hab ich auch gedacht, da kann man doch immer mal durchatmen.. Fehlanzeige! Wenn die ganzen O-Stufe-Korrekturen durch sind, fängt der Unterricht bereits wieder an…

      Ich kenne beide Seiten und habe ein differenziertes Bild daher. Sie dagegen kennen scheinbar „nur“ die Seite der Wirtschaft und auch dort gibt es natürlich Probleme. Aber Lehrer sind nicht Schuld daran, dass andere nicht mehr arbeiten können im Moment.

    • Aber gerne doch: mit Dienstwagen, 20% auf die hauseigenen Produkte und Gewinnbeteiligung wie bei einem namhaften großen Stuttgarter Konzern. Wer studiert hat ( Lehrer haben das , ob Sie es glauben oder nicht) , bekommt das dort schon mit unter 30 Jahren.

    • Sie werden es kaum glauben, – tatsächlich haben das viele durchaus erlebt – mehr Geld, mehr Respekt, mehr Feierabend … Wir sind Lehrer aus Leidenschaft, aber irgendwo hört die Selbstausbeutung auf!

  11. Hier bei n4t wird irgendwie ständig dazu aufgerufen, sich fälschlicherweise krankschreiben zu lassen (also zu simulieren); nur noch Dienst nach Vorschrift zu leisten; zu demonstrieren, zu streiken, Petitionen zu unterschreiben und und und …….

    Wie gut haben es die Beamten unter den Lehrern, denke ich da so manches mal, denen kann ja nichts passieren. Manchen geht es einfach zu gut, finde ich. Bitte gehen Sie mal alle raus ins Leben, die Sie hier versammelt sind, und unter die Berufstätigen, die nicht verbeamtet sind und denen jetzt (wieder) Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit drohen!

    • Oka, es wird langweilig. Bringen Sie mal ein paar neue Argumente. Die meisten Lehrer stehen mehr im Leben, aufgrund des engen persönlichen Kontaktes zu SuS, als es Angestellte in der freien Wirtschaft je werden.
      Es gibt übrigens einen Grund warum man für den Job 5 Jahre studieren muss und wir einen LehrerMANGEL haben. Wenn Ihnen der Lehrerberuf einfach vorkommt, in jedem Bundesland gibt es Quer-und Seiteneinsteigerprogramme. Kurze Nachricht an mich und ich helfe Ihnen gerne bei der Bewerbung und den Formalitäten.

      P.S. Beamte dürfen nicht streiken! Aber das wussten Sie sicherlich.

    • Ich verstehe das eher so, dass nicht zum Krankmachen aufgerufen wird, sondern dazu, zu seiner Gesundheit zu stehen. Wenn ich psychisch an etwas zerbreche und mich deswegen krankschreiben lasse, dann bin ich weder Simulant noch Weichei, sondern mache das, was eigentlich in einer menschlichen Gesellschaft die Norm sein sollte. Ja, ich bin sehr sehr dankbar für meinen Beamtenstatus, die Versorgung und die Sicherheit dahinter. Aber anstatt hier voller Neid zu kritisieren, sollte sich doch unsere Gesellschaft besser dahin entwickeln, dass auch Nichtbeamte zu ihrern Schwächen stehen können, ohne gleich Arbeitslosigkeit und finanziellen Sorgen ausgesetzt zu sein. „Das wird nie funktionieren, das wird ausgenutzt, wer soll das bezahlen?“ hört man dann schnell. Aber ich habe Hoffnung, blickt man 200 Jahre zurück, hätte sich können niemand die Gesellschaft von heute vorstellen.

      Oka, ich befürchte, Sie fühlen sich damit angegriffen? Ich weiß es nicht. Aber ich wünsche Ihnen wirklich und ohne Ironie eine frohe Weihnachtszeit, Gesundheit und Gottes Segen.

      • @Oka,
        kein Arzt schreibt ohne Grund krank. Mit Ihrem simplen Beitrag unterstellen Sie, dass Ärzte Simulanten nicht erkennen und jeden krankschreiben. Sie halten also auch Ärzte für dämlich. Welche Berufsgruppe mögen Sie eigentlich?

        • Wieso, der allgemeine Vorwurf an die lehrerschaft ist doch, dass sie unter extremer Pigeritas leidet. Warum sollten das Ärzte nicht attestieren wollen? Der Krankheitsbefund ist doch in der Berufswahl eingeschlossen.
          Wer so blöd ist, unter den gegebenen Umständen als Lehrkraft zu arbeiten wird doch nur deshalb in der Bildungsanstalt belassen, da andere Anstalten, die auf solche Krankheitsbilder spezialisiert sind, überlaufen sind und der Neubau von weiteren geschlossenen Anstalten durch die direkten Anlieger mittels Einsprüchen verhindert wird.

    • Dazu muss aufgerufen werden, da ja die meisten Lehrkräfte sich fälschlicherweise erkrankt in den Unterricht schleppen, um die Vertretungsbelastung für Kolleg*innen zu reduzieren.

  12. Was heißt Dienst nach Vorschrift: Wie sähe das bei mir aus? Nun, keine bilateralen und informellen Beratung mehr mit den Kollegen im Lehrerzimmer, Aufsichten Punkt auf die Minute beendet und Gespräche abbrechen, für 10. Klasse Prüfungen und Abiturpräsentationsprüfungen alle abblocken, Eltern hinterhertelefonieren, weil Arbeitsmaterialien, Verspätungen, Hausaufgaben oder oder oder fehlte weglassen, steht ja im Zeugnis und kann man ja zum Lehrersprechtag erfragen, Kommunikation per Email, die ich am Schulrechner beantworte, wenn der nicht geht, dann lese ich halt auch nur verzögert Dienstmails (ps: Bei uns gibt es einen PC, alle zwei Tage hat man auch mal Internet in dem Raum), Distanzunterricht fällt schonmal ganz weg (so ohne Dienstgeräte), Vorbereitung auf Minimalmaß, wo die Differenzierung minimalisiert wird (Lehrbuch oder so halt), Klassenarbeiten, die sehr korrekturfreundlich sind (also am Besten reines Wissen abfragen), keine Diagnosen von Schülern, wo man dann mit dem Jugendamt etc sich um Förderungen bemüht und so weiter, keine Gespräche mit den Sozialarbeitern zur Konfliktklärung, keine Unterstützung von Schülern nach dem Unterricht beim Lernen, keine Hilfe von Referendaren und Kollegen, Kein Materialtausch, keine Absprachen im Fachteam, Elterabende kurz und knackig rein Informativ, keine Materialien mehr auf eigene Kosten für die Schüler… oh je, mir fällt immer mehr ein, was in meiner Dienstbeschreibung nicht steht , ich aber in meinem Beruf mache und mir von höherer Ebene keiner Dankt. Eigentlich eine interessante Anregung, mal nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Ich denke aber, dass ich dann auch kein guter Lehrer mehr wäre, der von seinen Schülern gemocht wird und wo das Unterrichten auch Spaß macht. Die Lösung des Problems muss anders gehen. Daher freue ich mich auf die nächsten Verhandlungen im TV L. Ich hoffe, dass endlich mal nicht nach mehr Geld gestreikt wird, sondern die Stundenverpflichtung im Schnitt um 4 Unterrichtsstunden herabgesetzt wird. Andersrum: Wo ist unser Druckmittel als Lehrkräfte?

    • Stimme voll und ganz zu.
      Mir ist noch guter Unterricht eingefallen, es zwingt uns keiner den Unterricht so zu gestalten, dass er spannend ist. Ich suche einfach überall Videos raus und bewerte danach, wie interessiert alles angeschaut wurde. Dadurch, das ich lehrreiche finde raussuche, die aufeinander abgestimmt sind und immer einen Aufgabenzettel dazu habe reicht doch auch.

      Zu blöd, das ich als Person es nicht kann und zu doof bin und mich ausbeuten lasse.

  13. Auch Lehrer müssen sich mal wehren. Allein die Vorstellungen der Gesellschaft dass das ein Halbtagesjob mit vielen Ferien sei, ist schwachsinnig. Die schulfreien Tage sind mit Korrekturen und Vorbereitungen belegt, die einzigen Ferien sind im Sommer und somit genauso lang wie in anderen Berufen. Die Lehrer sind auch grundsätzlich regelmäßig Ansteckungsgefahr ausgesetzt, was hier bei Corona besonders schlimm ist. Ich habe meinen Beruf geliebt und bin traurig, ihn nicht mehr ausüben zu dürfen, aber er war auch ein 42 Stundenjob!

  14. Ich finde, dass die ganzen Ausgaben für die Forschung und Wissenschaft besser bei uns Lehrern aufgehoben wären. Ich persönlich möchte nicht auf den Mond. Lebensverlängernden Massnahmen habe ich auch schon widersagt. Ich lebe so gesund, dass sowas für mich sicher nicht in Frage kommen kann. Diese ganzen Gelder können wir Lehrer aufgrund unserer akademischer Ausbildung besser einteilen und ausgeben als irgendwelche technischen Berufe. So ein Vorgehen würde allen helfen. Dienst nach Vorschrift mache ich schon seit Jahren. Weshalb sollte ich ohne Entgelt arbeiten sollen? Ich glaube nicht, dass in der heutigen Zeit jemand so etwas macht…

  15. Richtig so! Warum nicht GEW und andere Gewerkschaften in ganz Deutschland?!

    Würde Arbeitszeiterfassung in Betrieben so erfolgen wie in der Schule, müssten diese Strafen zahlen.

    Und man muss sich mal überlegen, was man als Lehrer an privatem Geld in die Schule schießt: angefangen bei Bürobedarf von Rotstift und Ordner, über Drucker und Druckkosten bis hin zu Lernmaterial, Literatur, Geld für Schulausflügen, Einrichtungen fürs Klassenzimmer, da man sonst nur 4 Wände mit Tischen und Tafel hätte. Wir kaufen im Moment zum Teil noch selbst die Seife zum Händewaschen. Und dann kommt immer das Argument „Ihr könnt es doch von der Steuer absetzen.“ – Das ist keine Erstattung des Kaufpreises. Möchte mal wissen, welcher Angestellter das alles von seinem Lohn bezahlt. Man dürfte – mal plakativ heruntergebrochen – keinen einzigen Test mehr korrigieren, wenn der Rotstift nicht bezahlt wird und die Wochenarbeitszeit voll ist. Auch das wäre Dienst nach Vorschrift.

  16. das Problem dabeiist, dass die Arbeit ausserhalb der Präsenzunterrichtsstunden ein schwarzes Loch ist – nicht sichtbar – weshalb schon seit Jahren immer mehr Zusatzaufgaben und Bürokratie da hinein gestopft worden sind, bis die Tageszeit nicht mehr reicht, das alles auch nur ansatzweise zu erfüllen, aber es ist nicht messbar und wird seitens der Verantwortlichen geleugnet. Es hat seit Jahren eine unsichtbare Arbeitszeitverlängerung stattgefunden, die wir nicht mit stichhaltigen Mitteln beweisen können. Alle Arbeitszeituntersuchungen wurden nur durch Selbstauskunft der LehrerInnen erstellt, wie auch sonst, es gibt kein Messinstrument.

    • Die Erhebung in NDS lief über ein Jahr, wurde als gerichtsfest anerkannt und auch vom Ministerium anerkannt.
      Zudem gibt es Untersuchungen vom ISF aus Bremen, die deutlich belegen, dass die an Lehrkräfte gestellten Aufgaben in der zur Verfügung Stehenden Arbeitszeit nicht zu schaffen sind.

  17. Ich denke auch, dass es nicht alles Lehrern um mehr Geld geht, mir jedenfalls nicht.
    Aber ich wünsche mir beispielsweise eine bessere Ausstattung unserer Schule.
    Fangen wir vielleicht bei einer gescheiten Grundsubstanz an. Unser Pavillon ist ein Pappgebäude, dass im Winter schon immer Schwierigkeiten hatte, die Temperatur zu halten. Nun, unter Corona und dem regelmäßigen Lüften, können Kolleginnen und Kollegen dort bei 14-16 Grad unterrichten. Von den armen Schülern ganz zu schweigen. Da helfen die paar Kniebeugen oder Hampelmänner am Platz jetzt auch nicht wirklich weiter…
    Den Kindern die Arbeit mit den Lernapps näher bringen… bei zwei Rechnern pro Klassenzimmern und noch keinen anderen Endgeräten etwas schwierig. Achja… WLAN flächendeckend an der Schule wäre natürlich auch hilfreich…
    Oder wie einer Kollegin passiert…
    Es gibt erst eine Anweisung, dass der Religionsunterricht auszusetzen hat, da er jahrgangsgemischt durchgeführt wird und unter den Coronabedingungen zeitlich nicht mehr durchführbar ist. Nun soll sie jedem Kind aber eine Religionsnote geben. Als sie anmerkte, dass dies nicht möglich ist kam nur ein, „dass haben wir so nie gesagt“ und „haben Sie denn im Distanzunterricht keinen Religionsunterricht erteilt?“
    Es geht nicht darum, dass Lehrer den Hals nicht voll bekommen (ja, Ausnahmen bestätigen die Regel) aber dass wir für viele Probleme verantwortlich gemacht werden, dass die Politik häufig nicht wirklich eine Ahnung hat, was wirklich an den Schulen passiert, dass darüber diskutiert wird, ob man es sich bildungstechnisch leisten kann, die Ferien zu verlängern… Das Problem sind nicht die letzten paar Tage Ferien, die verlängert werden, sondern eher die letzten Jahre, die nicht in das Bildungssystem/ neue Lehrkräfte!/ Sanierung/ technische Ausstattung investiert wurde.

  18. Hallo Oka, ich weiß nicht, mit welchen Lehrern Sie arbeiten, aber offensichtlich sind das wirklich alle faule Säcke. Und ich bin verbeamtet. Und ehrlich gesagt, würde ich diesen Status aufgeben, wenn mir jemand eine Stelle anbieten würde. Ist gerade in der Pandemie etwas schwierig. Ich möchte nicht zusehen, wie meine Schüler vielleicht doch sterben. Ich arbeite an einem Oberstufengymnasium. Und ja, die meisten Lehrer investieren sehr viel Zeit mehr und private Ausstattung als der Arbeitgeber verlangt. Aber weil wir das tun, kommt vom Arbeitgeber immer weniger. Wir haben anscheinend zu lange nichts gesagt. Ich stehe in einem 15 Grad kalten Klassenraum und habe über 1000€ für digitale Ausstattung ausgegeben, um noch besser zu beschulen. Und Sie so? Außer ständig auf die Lehrer zu schimpfen.
    Wenn die motivierten Lehrer alle Dienst nach Vorschrift machen würden, dann findet Schule in der Pandemie nicht mehr statt. Entschuldigt Eltern, auch keine Betreuung.
    Arbeitsschutz ist ein Fremdwort für die Km’s.

  19. Wow, die Hamburger Truppe zeigt echt Courage. Aber so wie ich das System einschätze, wird das „Psychoterror“ geben. Viel Stärke trotzdem!

  20. „zu viel Arbeit“ – Tatsächlich? Vielleicht kann mir ein Lehrer ja mal Home Schooling aus seiner Sicht erläutern.

    Für mich als Elter von 3 Kindern sieht es nämlich so aus: Schule macht dicht, Lehrer Urlaub.
    Kein Unterricht der gehalten, vor- und nachbereitet werden muss. Keine Prüfungen die entworfen und bewertet werden müssen. Als Hausaufgaben gibt es bestenfalls Mal eine eingescannte Vorlage aus dem Buch, selbst dazu von den meisten Lehrern dann keine Rückmeldung mehr.

    Liebe Lehrer, wenn die Pandemie so viel Arbeit für euch bedeutet: Welche? Was tut ihr denn den ganzen Tag?

    • Tja, Intelligenz zeigt sich schon bei der Berufswahl… noch 2 Tage, dann Freizeit bis mindestens 10. Januar.
      Das ist doch, was Sie lesen wollen, stimmt’s?

    • Uns ein Loch in den Bauch freuen, dass wir Leute wie Sie ohne großen Aufwand ärgern können und uns darüber freuen können, dass die nächste Gehaltserhöhung zulasten Ihrer Abgaben gehen wird. Aber mein Mitleid für Leute wie Sie, die bei der berufswahl versagt haben, hält sich stark in Grenzen. Woran ist denn der Eintritt ins Paradies gescheiotert – an Eignung oder Befähigung?

    • Hallo Eltern, ich muss mich da hinter ein paar Lehrer stellen. Es gibt einige, die während des FrühjahrsLockdowns wirklich über sich selbst gewachsen sind. Diese Lehrer haben sich die allergrößte Achtung bei den Eltern und auch bei den Schülern erworben. Diesen Lehrern gehört eine üppige Prämie zugestanden. Leider kommen dann die Neider unter den Kollegen, die NICHTS getan haben und wollen diese Prämien auch haben. Dies war ja schon Thema an dieser Stelle zu genüge. Ich ziehe den Hut vor diesen Lehrern und würde sie in jeder Hinsicht unterstützen, vor allem gegen das Gebashe in der Öffentlichkeit. Leider sind das nur maximal 20%. Der Rest gehört von der Bevölkerung mit Verachtung bedacht. Geld kann man ihnen ja offensichtlich nicht streichen. Auch die Kinder fragen schon, warum denn diese Lehrer weiterhin Geld bekommen, obwohl sie nichts arbeiten.

      • Liebe Elter,

        am Freitag habe ich mich um 12:10 Uhr auf den Heimweg gemacht, obwohl ich im 10:15 Unterrichtsschluss gehabt hätte. Die restliche Zeit habe ich mit Lüften,Aufräumen und Nachbereitung einiger Stunden verbracht.

        Auf den Heimweg erfuhr ich, das wir in den Lockdown gehen. Bis Freitag Abend 22 Uhr erhielt ich von meiner Schulleitung Anweisungen, wie die nächste Woche zu laufen hat. Da ich nicht mehr in der Schule war konnte ich den Kindern keine Zettel mehr in die Hand drücken und Drucker sind in vielen Familien nicht vorhanden.

        Da ich gestern nichts machen konnte für die Schule (mein Kind forderte mich) sitze ich seit heute morgen 8:30 Uhr am Rechner und arbeite.
        Morgen findet noch eine Klausur statt, die ich vorbereiten muss, meine anderen Kurse und Klassen muss ich mit Aufgaben versorgen, die ich nun alle umstrukturieren muss, da Experimente oft nur sehr schlecht bis gar nicht zu Hause durchgeführt werden können. Des weiteren muss ich die Aufgaben so in die Plattform laden, das alle Kinder sie finden und verstehen. Unsere Plattform ist neu (seit zwei Wochen), sodass ich den Kindern seit zwei Stunden eine Anleitung mit Bildern zusammenstelle, wo sie was wie finden. Ich muss das auch noch lernen, also klicke ich mich auch gerade durch alles durch.
        Hoffentlich stürzt das System aus Überlastung nicht zusammen, was im ersten Lockdown mit der alten Plattform dauernd passierte.

        Die Sachen müssen ohne Drucker zu bearbeiten sein und so abgestimmt sein, das auch Kinder, die nur ein Handy haben, diese bearbeiten können.

        Seit heute morgen habe ich zusätzlich 25 Elternmails beantwortet mit Fragen wie „was passiert mit dem Wichteln“, „gibt es morgen Sportunterricht?“ Und ähnliches.
        Keiner interessiert sich für die ausfallenden Arbeiten, komisch.

        Ich hoffe in 2-3 Stunden fertig zu sein und dann hoffentlich mein Kind zu sehen, das ich ganz pädagogisch vor den Fernseher gesetzt habe und ihr gesagt habe, sie könne auch am Tablet spiele spielen.

        Es macht mich wütend mit Eltern wie ihnen zu reden, die einfach keine Ahnung haben und alle Lehrer in die faule Sack Schublade stecken. In der Schublade stecken nur wenige, die den Lehrberuf in der Gesellschaft kaputt machen und Menschen wie sie darauf anspringen lässt.

        • @AmLüften

          Sie haben Recht.
          Und ich stelle mir das gerade ganz bildlich vor:
          Nur wenige stecken in der Schublade – aber vor der Schublade stehen ganz viele Dumpfbacken, die darauf anspringen.
          Das bringt soviel Abwechslung und Spannung wie mit einem Kind auf der Wippe sitzen, dass ungefähr 5x soviel auf die Waage bringt wie man selbst …

          Ich denke, das sind die, die zu ihrer eigenen Schulzeit auch schon NICHT lernbereit waren.
          Da habe ich mich damals selbst schon als Kind gefragt, was die mal später werden wollen.
          Eigentlich sind das ganz bescheidene Geister 😉 … die haben sich damit begnügt, ihrem Körper beim Altern zuzusehen.
          „Ey kraaaassss, klappt so voll ey!“ – Zack, total erfolgreich …

          Man kann solche Leute nicht ernst nehmen.
          Also, ich jedenfalls kann es nicht. Und ich finde das auch gar nicht schlimm.

          Schlimm finde ich allerdings, dass die Dumpfbacken so laut krakehlen.
          Denn auch bei den Eltern ist es so, dass die, die zufrieden und zur Zusammenarbeit bereit sind auch die Leisen sind.
          Eigentlich ist es bei den Eltern ganz ähnlich wie bei den Lehrern.
          In beiden Gruppen fragt man sich gar nicht, wie man die Zeit sinnvoll investiert – man weiß es einfach und DIE ERFAHRUNG GIBT UNS RECHT.

          Dennoch bin ich mir ganz sicher, dass sich die Vernünftigen ab jetzt zusammenfinden müssen, sich nicht mehr gegeneinander ausspielen lassen dürfen.
          Hier kommt das Motto für 2021 – und im Übrigen lässt es sich auch gut im Unterricht einsetzen, sogar fächerübergreifend: Textanalyse und -interpretation, Politik, Geschichte, Philosophie/Ethik, Musik und rhythmische Aufwärmgymnastik in den Lüftungspausen 😉

          https://www.youtube.com/watch?v=q5GgQ5F_JpQ

        • Ähm, dann sind ja in diesem tread einige Lehrer aus dieser Schublade zugegen, die sich über Leute lustig machen, die jetzt keine Ferien haben, keine dicken Gehalterhöhungen zu erwarten haben und offensichtlich den falschen Beruf gewählt haben. Nur sind diese Menschen vielleicht glücklich in ihrem Beruf und müssen sich nicht tagtäglich zum Dienst zwingen. Was denken sich diese Menschen und Eltern über solche Kommentare?

          • @Stefan

            Schade, immer wenn es spannend wird, kommt ne Werbepause oder die heutige Folge endet leider …

            Schalten Sie auch morgen wieder ein wenn es heißt:
            „Lehrerhasser im Selbstgespräch: Was denken sich diese Menschen und Eltern über solche Kommentare?“

    • Hallo Elter.
      Leider sind Ihre Kinder da an schlechte Lehrer/innen oder Schulen geraten.
      Im Frühjahr habe ich im Homeschooling per Email und Whatsapp unterrichten müssen, habe wenigstens regelmäßig Zoomkonferenzen abgehalten.
      Ich habe jede einzelne Aufgabenbearbeitung ausgedruckt, korrigiert und als email-Anhang zurückgeschickt. Anfragen per Whatsapp beantwortet, Telefonate geführt.
      Alles nicht datenschutzkonform, aber eine andere Möglichkeit hatten wir damals nicht.
      Außerdem natürlich rein mit unseren privaten Geräten.
      Wir mussten zu der Zeit Arbeitszeitkonten erstellen.
      Raten Sie mal- statt Teilzeit ( ich unterrichte 16h ) kam ich auf teilweise 70 Stunden.
      Ich weiß, dass es andernorts nicht so lief.
      Aber ich möchte darauf hinweisen, dass es durchaus Lehrpersonal und Schulen gibt, die ihren Auftrag sehr ernst nehmen.
      Hoffentlich ändert sich das für Ihre Kinder auch.
      Inzwischen sind die Möglichkeiten ein kleines bisschen besser geworden (leider aber immer noch sehr begrenzt).

    • Schon mal was von Zeugnissen gehört? Nie eins bekommen? Das wäre die Erklärung für den Kommentar. Ende Januar gibt es diese immer. Die schreiben sich ganz von allein, und zwar immer am 27. Januar. Vermutlich machen die Kalorien das. Bei Ihnen und anderen nähen die nachts die Kleidung enger ( hab ich mal gelesen). Weil Lehrer ständig auf der faulen Haut liegen, agieren die anders und schreiben den faulen Säcken nachts die Zeugnisse. Damit Sie es auch verstehen: Das hier ist ironisch.

    • Tatsächlich kenne ich eine Menge Eltern, die während der Schulschließungen ihre Kinder beim Lernen unterstützt haben. Dafür bin ich sehr dankbar, weil es DEN KINDERN hilft … denen, dieser Eltern.

      Aber MEINE Arbeit haben die Eltern nicht übernommen,
      ich habe ja nicht das Curriculum mit nach Hause gegeben.
      Es gab eine Unterrichtsplanung, die auf die Situation angepasst wurde, beim ersten Mal quasi über Nacht, später Aufgaben digital (2fach) und analog,
      Anrufe und tatsächlich auch die Möglichkeit, angerufen zu werden.
      Die Aufgaben wurden abgegeben und kommentiert zurückgeschickt.

      Auch die anderen Aufgaben, die außerhalb des Unterrichts zu erledigen sind, haben die Eltern nicht übernommen.
      Niemand hat Kinder in der Notbetreuung beaufsichtigt. Wie viele Eltern wären bereit, ein benachteiligtes Kind während der Schulschließungen am Tag ein paar Stunden zu beaufsichtigen, zusätzlich zum eigenen?

      Es kommt niemand vorbei und liest die Verlautbarungen des Ministeriums, kommuniziert diese, pflegt sie auf der Homepage ein, erstellt und verschickt Briefe, übersetzt diese oder sorgt für Vermittlung an Eltern.

      Es kommt niemand vorbei und trifft Regelungen für die Schulen, wie Wechselunterricht oder anderes zu organisieren und kommunizieren ist. Auch übernehmen Eltern nicht die erneute Planung, wenn im Wochen- oder Tagesrhythmus alles neu bestimmt wird. Rahmenhygienekonzept 4.x hatte eine Gültigkeit von 3 Wochen, danach gab es dann ein neues, eines von vielen …

      Es kommt keiner und bringt Hardware und Software, arbeitet Lehrkräfte in Lern-Management-Systeme ein, sorgt für Administration und Verbreitung. Viele Schulen hatten nicht einmal E-Mail-Adressen, obwohl dies seit Jahren im Gespräch war.
      Auch hat niemand Konzepte erstellt oder überarbeitet, Zwischenzeugnisse verfasst oder gedruckt, die dann doch niemand haben oder sehen wollte.

      Ich kann verstehen, dass Eltern sich fragen, was Lehrkräfte den ganzen Tag machen, wenn doch die SchülerInnen gar nicht in der Schule sind. Lehrkräfte haben viele außerunterrichtlichen Aufgaben, der Unterricht deckt etwa 1/3 der Aufgaben ab. Das ist immer so, nicht nur während der Corona-Einschränkungen. Menschen, die danach fragen, was Lehrkräfte neben dem Unterricht arbeiten, haben das offenbar noch nicht erfasst.

      Die Sicht auf die Zeit, die eine Lehrkraft für ein Kind und dessen Eltern verwendet, ist subjektiv. Zum Elternsprechtag ist es EIN Termin. Die Lehrkraft hat aber auch Termine für alle anderen Kinder dieser Klasse und der Fachklassen. Sie schreibt Zeugnisse und Individuelle Lernentwicklungsberichte für jedes Kind und Förderpläne für viele, suchen Aufgaben für die individuelle Förderung oder stellen sie her und zusammen. Vielleicht sind es die Eltern der Kinder, bei denen keine zusätzlichen Förderungen und Herausforderungen, keine Hilfeplangespräche, keine Erziehungsmittel notwendig sind, die meinen Unterricht und andere Aufgaben seien ein Spaziergang. Bei diesen Eltern läuft der Kindergeburtstag mit 10 Kindern ohne Probleme rund und sie haben sich noch nie darüber gewundert, dass ein Kind etwas nicht auf Anhieb wie andere kann oder hat.

      Die Kinder verstehen ab der 2. oder 3. Klasse, dass die Lehrkraft Unterricht in anderen Klassen erteilt, wenn sie nicht im eigenen Klassenraum ist. Irgendwann verstehen sie auch, dass Lehrkräfte nicht in Schulen wohnen und dass sie einkaufen gehen, wie andere Menschen.

      Wenn Lehrer mit „Dienst nach Vorschrift“ warnen und dies Aufsehen erregt, ist doch das allein schon traurig genug, da viel zu viele Lehrkräfte ständig – ganz ohne Pandemie- weit mehr Zeit für ihre Aufgabe einsetzen, als sie vertraglich müssten. Tatsächlich weigern sich die Länder ja vehement gegen eine Arbeitszeiterfassung.

      Ebenso könnten Lehrkräfte warnen, dass sie nicht länger bereit sind, ihren Arbeitsplatz mit Hilfe eigener finanzieller Mittel auszustatten, obwohl Lehrkräfte ja keine Selbstständigen sind.

  21. @Elter- vielleicht haben die von Ihnen erwähnten KuK ja keine dienstlichen Geräte besessen, um das Homeschooling durchzuführen und/oder Niemand möchte gegen den Landesdatenschutz oder gar EU-Datenschutz verstoßen? Läuft das Homeoffice in der Wirtschaft eigentlich auch mittels privater Hardware?

    • Nun, das tun sie, wenn auch sehr selten, über WhatsApp auf dem privaten Smartphone sowieso.
      Datenschutz ist da wirklich eine faule Ausrede.

      Ja, in der freien Wirtschaft wird teilweise durchaus mit privaten Geräten Home Office betrieben. Das ist dank VPN und Remote Access datenschutzrechtlich kein Problem.

      Probleme gibt es da wenn dann durch veraltete Richtlinien vom Unternehmen selbst, dann müssen eben Geräte gestellt werden.

      Dennoch schön zu sehen, dass ich wohl bei einigen ins Schwarze getroffen habe. Nein, mit meiner Berufswahl bin ich sehr zufrieden, ich bin gerne Ingenieur. Leider kam ich im Frühjahr, wie so viele Eltern, nicht wirklich dazu diesen Beruf auch ordentlich auszuüben, weil ich stattdessen die Aufgaben der Lehrer übernehmen musste. Und das wird jetzt wohl wieder von vorne losgehen.

        • @Elter: „Datenschutz ist da wirklich eine faule Ausrede.“ – Wirklich?

          Wenn man dagegen verstößt, wenn es einem in den Kram passt, aber sich daran hält, wenn es Arbeit vermeidet, dann Ja.

          Und genau dieses Verhalten habe ich in den ersten 3 Zeilen beschrieben.

      • „Ja, in der freien Wirtschaft wird teilweise durchaus mit privaten Geräten Home Office betrieben. Das ist dank VPN und Remote Access datenschutzrechtlich kein Problem.“

        Das ist zwar bei mir auch so (bin kein Lehrer) aber nur weil das in der Praxis in der Form umgesetzt wird, bedeutet das nicht, dass es auch in Ordnung ist. Würde sich jemand an die Bestimmungen halten, gäbe es auch in der freien Wirtschaft kaum Home-Office. Beispielsweise müsste Ihre Firma regelmäßig bei Ihnen Zuhause überprüfen, dass der Datenschutz auch eingehalten wird. Wer macht/will das?

        In der Schule kommt außerdem die Besonderheit hinzu, dass es dort um Schutzbefohlenen geht und da gelten nochmal ganz andere Spielregeln. Gerade im Hinblick auf Helikoptereltern müssen die Lehrkräfte heute ja schon froh sein, dass sie Schüler vor der Klasse noch ungestraft nach ihrem Namen fragen dürfen.

        Nebenbei bemerkt bin ich der Meinung, dass die Bestimmungen zum Datenschutz in Teilen völlig überzogen und hirnrissig sind. Ändert aber natürlich auch nichts.

  22. Ich bin in den zurückliegenden Monaten an meine Belastungsgrenze getrieben worden. Als BBS-ler war ich exakt 10 Arbeitstage im Homeoffice. Von Null auf Hundert mit privater Hardware. Danach im Wechselunterricht mit quasi gleichzeitiger online Beschulung. Einsatz von privater Hardware inklusive Smartphone. Kein Laptop u.ä. bekommen, um parallel neben dem „normalen“ Unterricht die Präsenzpflichtbefreiten via Stream u.a. Zu versorgen. Geht nicht mit Kreidetafel und OHP….. Also wieder private Hardware+ privates Datenvolumen eingesetzt. Manchmal sogar als Hotspot für KuK…. Aber jetzt reicht es: Die Rechtsberatung der GEW hat mir schriftlich mitgeteilt: Ich kann nicht seitens meines Dienstherrn verpflichtet werden meine privaten Geräte für meine Arbeit einzusetzen. Gut, dann Dienst nach Vorschrift. Vielleicht bekomme ich dann endlich mal wieder „Luft“. Trotzdem formuliere ich wiederholt die Anfrage, ab wann mir ein Dienstgerät für das Distanzlernen zur Verfügung gestellt wird……

  23. Seit Januar 1982 unterrichte ich in einer Hamburger Ganztags-Stadtteilschule vorwiegend die Fächer Chemie und Physik.
    Bis zur Aufhebung der äußeren Differenzierung ca. 2010 erfolgte der Unterricht in diesen Fächern bis auf eine Ausnahme bei reduzierter Gruppengröße:

    NW Jg. 5: halbe Gruppen (12-14 SuS)
    Chemie 7: halbe Gruppen (12-14 SuS)
    Physik 8: Ausnahme! Volle Klasse (bis 26 SuS)
    Chemie und Physik 9 und 10:
    obere Kurse bis 28 SuS
    untere Kurse 12-16 SuS

    H e u t e:
    In ausnahmslos allen Gruppen volle Klassenstärke (24-27 SuS), dazu unter Inklusionsbedingungen, aber meist ohne begleitende Sonderschul-Lehrkraft.

    Hinzu kommt, dass wir bis 1997 in den NW-Fächern durch zwei Laboranten unterstützt wurden, deren Stellen danach ersatzlos gestrichen wurden.
    Auch in den vielen anderen Fächern fand in den besseren Zeiten der Unterricht in halbierten (Arbeitslehre, Musik) oder wenigstens auf 2/3 bis 3/4 reduzierten Teilgruppen aufgrund der äußeren Differenzierung statt.
    Fazit: Die von der Schuladministration als „unmöglich“ bezeichnete Minderung der Gruppengröße war jahrzehntelang Standard!

  24. Hallo Elter.
    Leider sind Ihre Kinder da an schlechte Lehrer/innen oder Schulen geraten.
    Im Frühjahr habe ich im Homeschooling per Email und Whatsapp unterrichten müssen, habe wenigstens regelmäßig Zoomkonferenzen abgehalten.
    Ich habe jede einzelne Aufgabenbearbeitung ausgedruckt, korrigiert und als email-Anhang zurückgeschickt. Anfragen per Whatsapp beantwortet, Telefonate geführt.
    Alles nicht datenschutzkonform, aber eine andere Möglichkeit hatten wir damals nicht.
    Außerdem natürlich rein mit unseren privaten Geräten.
    Wir mussten zu der Zeit Arbeitszeitkonten erstellen.
    Raten Sie mal- statt Teilzeit ( ich unterrichte 16h ) kam ich auf teilweise 70 Stunden.
    Ich weiß, dass es andernorts nicht so lief.
    Aber ich möchte darauf hinweisen, dass es durchaus Lehrpersonal und Schulen gibt, die ihren Auftrag sehr ernst nehmen.
    Hoffentlich ändert sich das für Ihre Kinder auch.
    Inzwischen sind die Möglichkeiten ein kleines bisschen besser geworden (leider aber immer noch sehr begrenzt).

    • „Hallo Elter.
      Leider sind Ihre Kinder da an schlechte Lehrer/innen oder Schulen geraten.“

      Vor Home Schooling gab es keine ungewöhnlichen Probleme, die darauf hinweisen würden, dass an genau diesen 3 Schulen irgendetwas schlechter wäre, als an anderen. Es sind drei normal große, staatliche Schulen, die weder an sozialen Brennpunkten, noch unter sonstigen Sonderbedingungen arbeiten.

      Bei 3 Kindern an 3 verschiedenen Schulen und somit dutzenden Lehrern, die bis auf wenige Ausnahmen plötzlich die exakt selbe Arbeitsmoral an den Tag legen ist es aber schwer, da an einen Zufall zu glauben.

      Natürlich gibt es (auch bei uns) einzelne Lehrkräfte, die nach Kräften versuchen die Situation zu meistern. Es kann aber nicht angehen, dass der deutlich größere Teil kommentarlos untertaucht, sobald normaler Unterricht nicht mehr stattfindet.

  25. Von der Schulleitung an der Schule meiner Kinder kam die klare Ansage, dass die Arbeit der Lehrer bei einer weiteren Schulschließung sehr genau beobachtet und kontrolliert wird. Eine nochmalige Abseilorgie wie im Frühjahr wird es definitiv nicht geben. Wir, die Eltern und Schüler sollen sich bei Nichteinhaltung durch die Lehrer sofort an die Schulleitung oder den Elternbeirat wenden. Damit sofort eingeschritten werden kann. Ich bin sehr dankbar über ein solches Vorgehen. Das bringt auch wieder Vertrauen in das Bildungssystem.

    • Gilt das denn auch für Eltern, die sich wochenlang nicht melden? Gilt das auch für SuS, die faul zu Hause auf der Couch liegen und 24/7 zocken? Also wenn Ihnen Kontrolle der Schulleitung vertrauen zurückgibt, dann viel Spaß beim Petzen:
      Ach liebe Schulleitung, Frau xy hat sich seit zwei Tagen nicht gemeldet, obwohl ich stündlich E-Mails verschickt habe

    • @Mutter

      Oh Mann, das ist aber schön – für alle die schon immer gerne gepetzt haben.
      Unterirdisch.
      Für alles findet sich ein(e) Liebhaber(in).

      • Die Kultur des Petzens wird ja an den Schulen schon seit jeher gelebt. Die am meisten petzenden Schüler waren und sind schon immer die Lieblinge der Lehrer.
        Was ist schlimm daran, wenn man sich bei der Schulleitung meldet, wenn ein Lehrer untertaucht? Es sollte ja im Interesse der motivierten Lehrer sein, dass die schwarzen Schafe enttarnt werden, denn dieses Bild färbt ja auf alle Lehrer ab. Warum das nicht im Kollegium intern geregelt wird erschliesst sich mir auch nicht. Vielleicht damit die Eltern die Bösen sind und nicht ein Kollege.

        • @Mutter

          „Die am meisten petzenden Schüler waren und sind schon immer die Lieblinge der Lehrer.“
          Da waren wir offensichtlich nicht in derselben Grundschulklasse … und später müssen Sie auch eine andere weiterführende Schule besucht haben.
          Ich zweifle gar nicht an, dass so etwas sehr prägend sein kann.

          ABER:
          Jetzt sind WIR die Erwachsenen, dass heißt WIR können jetzt entscheiden, in welcher „Mannschaft“ WIR spielen wollen. Wenn Sie sich für das Team „Unmoralisch JETZT“ entschieden haben, so ist das IHRE Entscheidung, und mit der werden Sie dann hoffentlich und endlich glücklich sein können.

          „Vielleicht damit die Eltern die Bösen sind und nicht ein Kollege.“
          Auch das spricht eher dafür, dass Sie selbst eine unschöne eigene Schulzeit erlebt haben müssen.
          Für alle, die immer noch die Vergangenheit „verdauen“ müssen, ist das natürlich eine hübsche Gelegenheit, endlich (!) mal etwas zurückgeben zu können, nicht wahr?

          Aber fragen Sie sich mal:
          – WAS geben Sie eigentlich etwas zurück?
          – WEM geben Sie etwas zurück?
          „Zurückgeben“ würde ja bedeuten, sie müssten sich mit derselben Person befassen, die Ihnen vor langer Zeit etwas angetan hat … und dann genau dieses alte Erlebnis aufarbeiten.
          Alles andere (wie eben hier immer wieder gerne: Berufsgruppen bashen oder der traurige Versuch Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen) ist so ähnlich wie „Blutrache“ und „Familienfehde“ in Mafiafilmchen …
          – WEN ziehen Sie da alles mit hinein?
          – Soll DIESES Petzen denn weitergeführt werden? Stichwort „Zukunft“ …
          – Schlafen Sie dann endlich besser, weil Sie etwas ganz Tolles getan haben und moralisch (!) über(?)legen sind???

          Sollten Sie sich DAFÜR nicht zu schade sein?
          Entscheiden Sie selbst.

          Na dann – auf geht’s, lieber @Mutter!

          • Sie scheinen sich ja von der Gefahr selbst gemeldet zu werden enorm bedroht zu fühlen.

            Auf die eigentliche Frage scheinen Sie ja nicht eingehen zu wollen, ich hoffe ihr Unterricht besteht nicht auch nur aus derartigen Geschwurbel?!

            Also nochmal: „Was ist schlimm daran, wenn man sich bei der Schulleitung meldet, wenn ein Lehrer untertaucht?“

  26. Ich kann dieses ewige Gejammere der Lehrkräfte nicht mehr hören oder lesen. Ich arbeite als Pflegefachkraft in der Altenpflege und bin den Gefahren viel intensiver ausgesetzt. Außerdem ist eine Ansteckung für die Bewohner eine viel größere Gefahr und endet viel häufiger tödlich. Wir sind 24 / 7 da, auch an den Feiertagen. Und wir heulen nicht so rum. Und das mit weniger Geld. Unfassbar, was studierte Lehrkräfte absondern. Wie weit sind die Lehrkräfte eigentlich schon von der Realität entrückt?

    • Schön, dass Sie trotz Ihres pausenlosen Einsatzes doch noch Zeit finden, in ein Lehrerforum zu gehen und sich unser „Gejammer“ durchzulesen. Echte Pflegekräfte haben im Übrigen meinen vollsten Respekt. Das ändert aber nichts daran, dass wir bessere Arbeitsbedingungen brauchen. Ja, und es ist tatsächlich so, dass Menschen die studiert haben mehr verdienen. Ich würde mir auch für Pflegekräfte eine wesentlich bessere Bezahlung wünschen.

    • Lieber Matthias, ich habe hier solche Aussagen auch schon getätigt. Gleich wirst Du einen Shitstorm aus dem Elfenbeinturm erleben. Pass auf, dass Dich nicht die goldenen Wasserhahnen treffen. Halte die Ohren steif….

      • @Andreas

        „Pass auf, dass Dich nicht die goldenen Wasserhahnen“

        Falls Sie „Wasserhähne“ meinen, die sind bei mir aus Platin.
        (Das war jetzt leider kein Shitstorm, nur eine Information.)

    • @Matthias

      Lieber Matthias,
      welche Realität hätten’s denn gerne?

      Die, in der Sie 24/7 da sind für die Bewohner und trotzdem Zeit haben hier zu schreiben, nachdem Sie das ewige (Hui! Dann sind sie also oft hier? Wie schön.) Gejammere nicht mehr hören oder lesen können?
      Ja, DIESE Realität meinen Sie?
      Wieviele Matthias halten sich insgesamt in Ihrer physischen Hülle auf? Für nur 1 ist das doch gar nicht machbar.

      MannMannMann.

      Jetzt hören Sie endlich auf mit Ihrer Gegenparty in Sachen „Gejammere“ und machen Sie endlich, wofür Sie bezahlt werden!

      So, ich hoffe, das war so in etwa das wonach Sie gedürstet haben.
      Nebenbei:
      Es ist immer noch Lehrermangel. Wenn Sie also auch was von der fetten Kohle abhaben wollen und klasse Arbeitsbedingungen obendrauf – Sie wissen ja, wo Sie das kriegen können.
      Und dann (!) dürfen auch SIE endlich jammern.

    • Das ist eine gute Frage.
      Die Realität geht tatsächlich häufig an uns vorbei. Sei es Infektionsschutz, sei es Sonderaufgaben ohne Ausgleich, sei es die Umwandlung von Bildungseinrichtungen zu Betreuungseinrichtungen, sei es die Ausstattung usw.
      Ich glaube mal nicht, dass Sie eigene Masken für sich mitbringen müssen, dass Sie sämtliches Verbrauchsmaterialien selbst kaufen müssen ( Handschuhe, Verbandsmaterial usw.),dass Sie ständig im Kontakt mit den Angehörigen sind, auch daheim für Rückfragen samtlicher Art…
      Ich bewundere Ihre Arbeit und würde es aus den Erfahrungen des Zivildienstes nicht machen wollen. Aber Sie wurden in den Medien als Helden dargestellt, Sie wurden mit einem Bonus beglückt, Sie bekommen eine üppige Gehaltserhöhung usw.
      Wir äußern Kritik und werden als Jammerer bezeichnet

    • Wieso kommen Sie dann immer weder (!!!) hier her und lesen die Beiträge, um dann zu jammern, dass Sie das Jammern der KuK nicht mehr hören/lesen können? Braucht da wer Aufmerksamkeit, die er sonst nicht bekommt?

    • Hab ich falsch geguckt? Bin ich versehentlich in einem Portal für Fußballprofis gelandet oder wie kommen Sie auf Überbezahlung? Da muss ich doch noch mal checken, ob ich auf der falschen Seite gelandet bin.

    • Ihr Leidensdruck, in der eigenen Welt nicht gehört zu werden, muss wirklich groß sein. Gut, jetzt haben Sie Ihren Lehrerhass in einem Lehrerforum zu Tage getragen. Auch wenn Ihre fragwürdige Meinung hier keine Sau interessiert. Aber probieren Sie es sonst mal mit einem Tagebuch.
      Und btw könnten Sie (ein Gehirn, Abitur und einen Studienabschluss vorausgesetzt) auch Lehrer werden. Uns werden gerade sehr viele Lehramtsanwärter abspringen. Lehrer werden also gerade händeringend gesucht.

  27. In der momentanen Situation müssen alle Opfer bringen, nicht nur wir Lehrer. Mit unserem sicheren Job und Gehalt geht es uns besser als vielen anderen. Ich finde es unmöglich, jetzt in der Pandemiesituation Dienst nach Vorschrift zu machen, da dann die Schüler mehr als sowieso schon darunter leiden würden. Die Situation ist für derartige Reaktionen gerade völlig unpassend! Ärzte und Krankenpflegepersonal können sich gerade auch keinen Dienst nach Vorschrift erlauben und wir Lehrer*innen gerade auch nicht, finde ich!!! Wenn die Pandemie im Griff ist, ist vielleicht wieder Zeit für politischen Druck, jetzt ist Zeit für Zusammenhalten und besonderen Einsatz – nicht nur, aber auch für uns Lehrer!

    • Arbeitnehmer streiken auch zum Leidwesen von Kunden, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Alles andere ist sinnlos. Bei Dienst nach Vorschrift würden dann nicht nur die KuMis, sondern auch viele Eltern mal sehen, was für private Opfer sehr viele Lehrkräfte bringen. Und diese sollte nicht selbstverständlich sein.

      • Schulpflichtige Kinder sind jetzt also „Kunden“?

        Ich würde mir in Home Schooling Zeiten „Dienst nach Vorschrift“ absolut wünschen, dann könnten die meisten Eltern wenigstens arbeiten.

        Vermutlich wird es aber bei erster Gelgenheit wieder eher auf „Kein Dienst, wen juckt die Vorschrift? Geld kommt eh.“ hinauslaufen.

        • „Ich würde mir in Home Schooling Zeiten „Dienst nach Vorschrift“ absolut wünschen, dann könnten die meisten Eltern wenigstens arbeiten.“

          Ich frage mich nur, wie Home-Schooling abläuft, wenn Lehrer weder ihre Wohnräume, noch ihre Internetleitung, noch ihre privaten Geräte zur Verfügung stellen und ihr Recht am eigenen Bild/Ton geltend machen. Treffen die sich alle in der Schule zum Chatten?

  28. Dienst nach Vorschrift ist nicht verwerflich, sondern das, was vertraglich vereinbart wurde! Also alles paletti! Von Lehrern zu verlangen, dass sie sich „freiwillig“, ohne Respekt, Schutz und Bezahlung der Überstunden selbst ausbeuten sollen ist lächerlich und unverschämt! Für all die Jahre Studium + Referendaritat, in dem man wie ein polnischer Leiharbeiter bezahlt wird, obwohl man einen Master hat, sind diese Zustände nicht mehr zu ertragen! Ich werden nach dem Studienabschluss umsatteln! Ich habe die Schnautze voll. Soll doch alles vor die Hunde gehen, dann kommt vielleicht der Respekt der Politiker und der Eltern für die Arbeit der Lehrer zurück. Wir sind Vollakademiker und werden wie Idioten behandelt. Keine andere Berufsgruppe mit vergleichbaren Qualifikationen muss das mit sich machen lassen.
    Und dann immer diese Eltern und anderen selbsternannten Experten, die KEINE Ahnung vom Schulwesen und vom Studium der Lehrer haben und sich beschweren, dass Kevin und Ahmed nicht den ganzen Tag bespaßt werden und für ihre Lernverweigerung und Undiszipliniertheit nicht auch noch eine 1 und die Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Es reicht!
    Schluss mit zu großen Klassen! Schluss mit Lehrermangel! Schluss mit „Inklusion“. Schluss mit Binnendifferenzierung für 1000000 Kinder! Erziehung zurück zu den Eltern! Disziplin ist angesagt! Respekt vor den Lehrern und der Ausbildung angemessene Bedingungen in Schulen und Bezahlung (Alle A13, Ende der Ref. und Praktikumsausbeuterei!) und dann vielleicht, aber nur vielleicht, kommen wir wieder auf einen Weg, der tatsächlich etwas mit Bildung und nicht nur mit Aufbewahrung für Schwerziehbare zu tun hat!
    Ich sattle aber so oder so um, der Beruf hat so unglaublich viele Nachteile, die kann man garnicht bezahlen. Mit einem Master oder sogar Bachelor in einem anderen Studienfach kann man so viel besser verdienen und aufsteigen, von den Arbeitsbedingungen und vom gesellschaftlichen Respekt mal ganz abgesehen! Ingenieurswissenschaften ich komme, tschau Schule!

    • @Sophia Mitte 20

      Liebe @Sophia Mitte 20,

      Sie haben mit „Mitte 20“
      – die Situation sehr gut erfasst,
      – offensichtlich selbst eine sehr gute Erziehung genossen, so dass Sie auch diesbezüglich in der Lage sind das Gegenteil ganz klar erkennen zu können,
      – offensichtlich auch eine sehr gute Bildung genossen,
      – ein erfreulich gefestigtes Selbstwertgefühl
      – und eine beachtliche Entschlusskraft und Lebensenergie.

      Ich freue mich für und über jeden Menschen Ihres Alters, der sich nicht – nach den Ereignissen und Erfahrungen der letzten Monate – ganz klar veralbern, verheizen und dafür auch noch beschimpfen und verunglimpfen lassen möchte.
      Ziehen Sie die Reißleine, ganz richtig!
      Aber diese Erfahrungen waren sicher auch nicht „umsonst“, aus so etwas lernt man immer für den weiteren Lebensweg.
      Und manchmal führt ein vermeintlicher Umweg auch zum Ziel. Gut möglich, dass Sie gerade auf der längeren Route den Blick für Erfreuliches geschult haben …

      Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute!

    • Sophia Mitte 20- Nutzen Sie jetzt Ihre Chance und satteln Sie um. Nach 20 Jahren Vollzeit in meinem Job überlege ich auch schon. So schlecht sind meine Perspektiven nicht. Kind alt genug. Rhetorisch optimal ausgebildet, flexibel im Umgang mit schlechten Arbeitsbedingungen, super Verkaufstalent, 2 Diplome und noch klassisch ne Ausbildung vorm Studium….

        • @N.
          Ja, richtig! Nach 60 Minuten ist eine Arbeitsstunde rum. Dann ist beim Arbeitnehmer oder Arbeiter aber auch die Arbeit betreffend dieser Stunde rum und die nächste Stunde läuft weiter. Nach dem 7 – 9 Stunden Arbeitstag lässt man meistens das, was man in der Hand hat, fallen/ liegen und geht in den verdienten Feierabend! Oder bekommt die dann evtl. noch anfallende Arbeitszeit auf dem Überstundenkonto meistens gut geschrieben! Meistens verschwendet man kaum noch einen Gedanken an die zurückliegende Arbeit!
          Wie hier schon so oft beschrieben sieht die Arbeitszeit eines Lehrers ganz anderst aus und beinhaltet pro 45 Min. reiner Unterrichtzeit so viele zusätzliche Aufgaben, was Vor – und Nachbereitung dieser 45 Min. Stunde betr., dass es langsam wirklich mühsam ist dies hier wieder und wieder zu schreiben!
          Suchen Sie sich im reichlich vorhandenen Fundus an Kommentaren
          zu vielen Artikeln auf diesem Blog , die richtigen, sehr ausführlichen raus und lesen Sie sie auch genau durch. Stänkern ohne richtige Hindergrundsinformation
          ist natürlich leichter als hier mal klaren Verstandes Artikel durchzulesen!
          Hören Sie einfach mit diesem “ Geschwafel“ auf!

  29. Moin, moin

    Ich kann den Kollegen aus Hamburg nur zustimmen! Es geht nur so! Seitdem ich vor 24 Jahren in den „Dienst“ gekommen, gestellt wurde, habe ich mit meinem Dienstherrn mehrmals über Juristen kommuniziert! Zuerst Einstellung nach/in Zwangsteilzeit ⇒ Verfahren wurde gewonnen ⇒ ⇒ Nachzahlung durch den Dienstherrn in fünfstelliger Höhe. Dann die Klagen von mehreren Kollegen gegen Arbeitszeit etc. Läuft noch !! Es geht wirklich nur mit knallharten Ansagen und einem Verwaltungsjuristen, auch Beamter, im näheren familiären Umfeld, der den Blödsinn der Juristen im Kumi aufdeckt. Es ist zum Schreien. Naja, z.T. halten sich diese auch nur ein halbes Jahr und sind dann wieder weg. Offensichtlich zu gut

  30. Kommen Sie zu uns. Beginnen Sie Ihre Ausbildung bei der Finanzbehörde. Erhalten Sie sofort Gehalt. Für die Ausbildung bekommen Sie ein Dienst-Tablet.

    Dieser Radiospot läuft täglich.

    Autohäuser ködern Ihre Azubis schon mit Dienstneuwagen in der Ausblidungszeit – auch für private Nutzungen.

  31. @N.
    Autohändler ködern zur Zeit Azubis mit .. . . , nein, falsch, sondern sie sind froh um jeden Azubi, welchen sie finanziell nicht mitschleppen müssen!
    Es gibt zur Zeit nichts zu tun dort!
    Aus welchem Jahr stammt Ihre falsche Info?? Sie sind nicnt am Puls der Zeit, schlecht informiert, haben ans cheinend keine Ahnung wie es in der wirklichen Welt zur Zeit ausschaut!

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