Start Praxis Kultusminister wollen Schulen nach Weihnachtsferien schnell wieder in Regelbetrieb nehmen – droht...

Kultusminister wollen Schulen nach Weihnachtsferien schnell wieder in Regelbetrieb nehmen – droht dann bald die dritte Welle?

210
Anzeige

BERLIN. An Schulen, so stellt das Robert-Koch-Institut aktuell fest, gab es in den vergangenen Tagen und Wochen verstärkt Corona-Ausbrüche unter Schülern und Lehrern. Zu einem Umdenken mancher Kultusminister, die nach wie vor behaupten, Schulen seien keine Pandemie-Treiber, hat das nicht geführt. Im Gegenteil: Der Schulbetrieb ist noch nicht eingestellt, da kommen bereits Ankündigungen, ihn nach den Weihnachtsferien schnell wieder hochfahren zu wollen – von einem verstärkten Infektionsschutz für Schüler und Lehrer ist dabei keine Rede.

Reicht es nicht langsam mit dem ungeschützten Regelbetrieb an Schulen? Illustration: Shutterstock

Das Robert-Koch-Institut vermeldet vermehrt Ausbrüche in Schulen, die ersten Schritte in den Lockdown an Kitas und Schulen verlaufen chaotisch und die Infektionszahlen steigen weiter – aber Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat bereits zugesagt, dass Schulen und Kitas nach einem Ende des Lockdowns als Erstes wieder geöffnet werden. „Das haben wir immer gesagt. Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen“, sagte der CDU-Politiker in der Sendung „Frühstart” von RTL/n-tv. „Bildung hat Priorität, und dabei bleibt es auch.“

Ähnliches hatte zuvor auch schon die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) geäußert. Wenn es schon zu Schließungen kommen müsse, sei es wichtig, die Schulen „schnell wieder in den Regelbetrieb zu bekommen“, so sagte sie schon am Freitag nach Abschluss der jüngsten Sitzung der Kultusministerkonferenz.

Die war ausdrücklich ohne Beschluss zu Ende gegangen – lediglich die üblichen Beteuerungen, dass Schulen keine Treiber der Pandemie seien, waren zu hören. So erklärte Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU): Niemand solle glauben, dass eine Schließung von Schulen „die entscheidende Stellschraube“ für die Eindämmung der Corona-Pandemie wäre. Heißt offenbar: Der Schulbetrieb soll nach Weihnachten wieder ungebremst anlaufen. VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann zeigte sich konsterniert. „Die KMK wird ihrer Verantwortung nicht gerecht“, sagte er.

Denn: Was ist mit dem Gesundheitsschutz? Davon, nach dem Lockdown die seit Anfang Oktober vorliegenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die Schulen annehmen zu wollen, ist bei der KMK nach wie vor keine Rede.

Das RKI sieht ab einem Inzidenzwert von 50 Neuansteckungen auf 100.000 Einwohner in einer Woche die Einführung der Abstandsregel im Klassenraum – in der Konsequenz: Wechselunterricht mit kleineren Lerngruppen – und eine Maskenpflicht im Unterricht für alle Jahrgänge vor. Bislang haben die Bundesländer die Empfehlungen ignoriert. Mittlerweile nennt die Bundesbehörde für den Seuchenschutz Schulen auch ausdrücklich als Orte, in denen verstärkt Ausbrüche zu verzeichnen sind. Wörtlich heißt es im aktuellen Lagebericht (vom 14. Dezember): „In den meisten Kreisen handelt es sich zumeist um ein diffuses Geschehen, mit zahlreichen Häufungen in Haushalten und Alten- und Pflegeheimen, aber auch in Gemeinschaftseinrichtungen insb. in Schulen.“

VDR-Chef Böhm: Es darf nicht länger unterschätzt werden, dass auch Kinder und Jugendliche zur Verbreitung von Corona beitragen

Der Deutsche Realschullehrerverband (VDR) fordert die Kultusminister auf, sich endlich Gedanken darüber zu machen, wie das Infektionsgeschehen an Schulen eingedämmt werden kann „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass auch an den Schulen viele Infektionen stattgefunden haben, die jedoch häufig nicht erkannt werden, weil Kinder oft weniger Symptome zeigen“, sagt Bundesvorsitzender Jürgen Böhm. Es dürfe nicht länger unterschätzt werden, dass auch Kinder und Jugendliche zur Verbreitung von Corona beitragen. Deshalb sei für die Zeit nach dem 10. Januar – dann enden nach einem Beschluss des jüngsten Bund-Länder-Gipfels die Weihnachtsferien bundesweit – wichtig, dass Inzidenz- und Grenzwerte für weitere Schutzmaßnahmen gesetzt und auch eingehalten würden.

Böhm: „Ausschlaggebend ist jetzt eine konsequente Umsetzung des Lockdowns und eine nachhaltige Regelung für die Zeit nach dem 10. Januar. Inzidenzwerte sind hier nur die wissenschaftliche Basis, die durch entsprechende pädagogische Maßnahmen wie Präsenz-, Hybrid- und Distanzunterricht umgesetzt und klar kommuniziert werden müssen.“

In die gleiche Kerbe schlägt GEW-Chefin Marlis Tepe. Auch sie fordert Pläne, wie es nach den Schließungen weitergeht. Es erscheine derzeit unwahrscheinlich, dass sich die Corona-Lage bis zum 10. Januar wesentlich entspannt. Kultusministerien und Schulämter müssten nun sofort gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrkräften und Bildungsgewerkschaften Szenarien für die Zeit nach den Weihnachtsferien vorbereiten, fordert sie. „Die Schulen müssen Freiräume bekommen, weiter Konzepte für Wechsel- und Fernunterricht zu erarbeiten. Alle brauchen eine Perspektive über den 10. Januar hinaus.“

Es müsse sichergestellt werden, den Kontakt mit allen Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern in den Kitas aufrecht zu erhalten und diesen insbesondere zu ohnehin benachteiligten Gruppen nicht zu verlieren. Die politischen Versäumnisse des Sommers und des Herbstes dürften Schulen, Lehrkräfte, Eltern sowie Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler nicht weiter belasten. „Wir bieten die Zusammenarbeit bei der Suche nach Lösungen an“, sagt Tepe.

Söder mit Blick auf Kitas und Schulen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass einfach alles wieder so normal weitergeht“

Die Leopoldina hat in ihrer Stellungnahme von vergangener Woche, die Grundlage für den jetzt beginnenden Lockdown war, den Kultusministern Hausaufgaben mitgegeben. So heißt es in dem Papier: “Für den Wiederbeginn des Unterrichts ab dem 10. Januar 2021 sollte in allen Bundesländern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht für alle Jahrgangsstufen verpflichtend sein. Zudem sollten ländereinheitliche Regeln für den Wechselunterricht ab der Sekundarstufe erarbeitet werden, die ab einer bestimmten Inzidenz greifen. Erforderlich ist zudem eine langfristige politische Einigung auf ein klares, mehrstufiges und bundesweit einheitliches System von Regeln, die ab einer bestimmten Anzahl von Fällen pro 100.000 Einwohner greifen. Durch ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen werden die Maßnahmen für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen transparent, verständlich und planbar.”

Immerhin: Ein Ministerpräsident, Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU), hat erkennen lassen, dass er sich ein „Weiter so!“ im Schulbetrieb nach dem 10. Januar nicht vorstellen kann. „Ich sage ausdrücklich: solange es dauert”, betonte er mit Blick auf ein Ende des Lockdowns. An einen Normalbetrieb etwa in Schulen und Kitas ist nach Worten Söders dann wohl noch nicht zu denken. „Auch danach kann ich mir nicht vorstellen, dass einfach alles wieder so normal weitergeht.“

Eisenmann: „Man kann nicht sagen, dass die Schulen Hort des Infektionsgeschehens sind“

Die Kultusminister offenbar schon. Man könne nicht sagen, „dass die Schulen Hort des Infektionsgeschehens sind”, behauptete die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der CDU bei der anstehenden Landtagswahl, noch am gestrigen Montag gegenüber dem SWR. Schule sei auch Begegnung. „Vor dem Hintergrund ist Präsenz im Schulgebäude durch nichts zu ersetzen.” Deshalb sei es die Zielsetzung, unter Pandemiebedingungen so bald wie möglich wieder zu einem Präsenzunterricht zurückzukehren. Eisenmann betonte: „Wir hoffen, durch diesen harten Lockdown die Zahlen natürlich bis zum 10. Januar deutlich nach unten drücken zu können. Unabhängig von den Inzidenzzahlen muss Schule dann wieder angeboten werden können.“ News4teachers

Unterstützen Sie unsere Arbeit!

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung der Leserinnen und Leser von News4teachers realisiert.

Um unser Nachrichtenangebot erweitern zu können und um mehr Zeit für Recherche zu bekommen, die für Hintergrund-Stücke nötig ist, bitten wir Sie um Ihre Hilfe. Unterstützen Sie unsere Arbeit finanziell, damit wir Ihnen mehr Beiträge anbieten können! Helfen Sie uns, der Bildung in Deutschland eine publizistische Stimme zu geben!

Mehr Informationen dazu – gibt es hier.

Die Kultusminister haben gezockt – Schüler, Eltern und Lehrer haben verloren

 

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
210 Kommentare
LehrerY
5 Jahre zuvor

Dass ihr alle nur motzen könnt. Wenn ihr alles besser könnt, übernehmt doch den Job und trefft die Entscheidungen die Eltern, Kindern, Arbeitgebern, Virologen, potentiellen Wählern, Witschaftsführern, Intensivschwestern, Sportvereinen, Rektoren, Hausmeistern, Reinigungskräften, Lehrern, usw. allen passen.

In diesem Sinne, schöne Feiertage.

Unerträglich
5 Jahre zuvor
Antwortet  LehrerY

Ohoh jetzt werdet ihr aber dünnhäutig da im Kultusministerium. Macht doch einfach Euren Job richtig und wenn ihr es nicht könnt, tretet zurück. Ganz einfach oder?
Kritikfähigkeit gehört übrigens ins Anforderungsprofil. Schmollen und beleidigt sein nicht. Schöne Grüße ins Ministerium LehrerY

Pit 2020
5 Jahre zuvor
Antwortet  LehrerY

@LehrerY

… vielleicht aus NRW?
Steht das “Y” für Yvonne?

Jubel!!!
Eine neue Seiteneinsteigerin wird den Lehrermangel höchstpersönlich beheben.
Alle Probleme sind im Grunde jetzt schon gelöst.
Schule ist ein gut gelüftetes Paradies.
Und sicher bleibt sicher.
🙂

Ich wünsche ebenfalls schöne Feiertage.

dickebank
5 Jahre zuvor
Antwortet  Pit 2020

Nein, ist wie bei den BW-Kennzeichen.
Y steht für “the end of GermanY”.

Abcd
5 Jahre zuvor

Ich finde es gut das schulen und kitas wieder zuerst öffnen den Kinder brauchen Bildung und sie brauchen einen Lehrer. Sie brauchen Sozialkontakt. Wir Eltern sind keine Lehre und ich kann nicht alles meinem Kind beibringen. Wir Eltern müssen auch arbeiten, es können nicht alle homeleoffice machen. Den die Miete und Lebensmitteln zahlen sich nicht von alleine. Und bei den Mietpreise heutzutage kann nicht nur ein elternteil arbeiten…. Selbst bei homeoffice kann sich nicht jeder die Zeit selber einteilen. Die kinder dürfen keine verlieren sein, was sie eh schon sind.

Klar muss endlich einen richtigen Fahrplan erstellt werden. Grundschulen und kitas müssen kompleltt öffnen, die kann man nicht alleine zuhause lassen. Ab Klasse 5 kann man die Klassen teilen und abwechselnd homeschooling und Unterricht machen. Die lernen was neues in der Woche und zuhause machen sie die Wiederholung…..

Bernd
5 Jahre zuvor
Antwortet  Abcd

Dass “Sozialkontakt” in einer Pandemie genau das Problem ist, haben Sie mitbekommen?

Ben
5 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Haben Sie mitbekommen, dass Kinder leiden und wir nach knapp 4 Wochen (hoffe ich das es dabei bleibt) vielen Kindern helfen müssen den hohen Medienkonsum der nächsten 4 Wochen zu verarbeiten? Das Kinder alleine zu Hause sind ohne Freunde. Und vor allem, haben Sie mitbekommen, dass Kinder in Deutschland keine richtige Lobby haben?

Bernd
5 Jahre zuvor
Antwortet  Ben

Ja – und? Auf der Intensivstation beschränken sich die Sozialkontakte dann erst recht auf einen sehr engen Personenkreis.

Und wenn Eltern sich künftig mit der Frage beschäftigen, wie sie die negativen Folgen eines vierwöchigen Medienüberkonsums bei ihren Kindern lindern können, dann bedeutet das zunächst einmal: Sie haben überlebt und sind offenbar gesund. Nicht die schlechteste Nachricht in einer Pandemie.

Vom Friedhof aus ist das alles schwer möglich.

Ben
5 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Ich sehe, Sie haben meinen Text “gut” verstanden. Übrigens habe ich in meinem Umfeld zwei Corona-Tote zu beklagen und eine lange Zeit auf der Intensivstation Liegenden. Ich weiß was Corona bedeutet. Und ich arbeite sehr gerne in der Schule und weiß auch, was das heißt: Die Not der Kinder sehen.

dickebank
5 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Die Not der Kinder ist aber primär Aufgabe der gesamten Gesellschaft und weniger die der Unterrichtenden. Wäre die Not der Kinder der Gesellschaft und den politisch Verantwortlichen ein echtes Anliegen, dann wären Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sowohl materiell als auch personell besser ausgestattet.

Ich verantworte meinen “Fachunterricht” und bin für die “Mühseligen und Beladenen” unserer Gesellschaft nur am Rande zuständig. Als Klassenlehrkraft bin ich gerne bereit, als Unterstützung für Maßnahmen der Schulsozialarbeit und des schulpsychologischen Dienstes sowie des Jugendamtes zur Verfügung zu stehen und Eltern mit der bereitsstellung von Ansprechpartnern weiter zu helfen.

Julia Dehl
5 Jahre zuvor
Antwortet  Ben

Meine Kinder leiden nicht. Die fanden diese ” Pseudonormalität” in der Schule viel viel viel schlimmer. Und wenn man sein Kind nonstop fernsehen lässt, trägt man dafür die Verantwortung. Wenn man ihm keine Sozialkontakte außerhalb der Schule ermöglicht, ebenfalls. Schulen sind BILDUNGSEINRICHTUNGEN, keine Verwahranstalten. Das sieht man schon daran, dass dort Lehrer und keine Babysitter arbeiten. Weil eine Minderheit es aus verschiedenen Gründen nicht geregelt bekommt, die eigenen Kinder während einer Pandemie zu beaufsichtigen, kann die Lösung wohl kaum sein, dass ALLE in die Schule gezwungen werden. Und das sage ich als jemand, der unter Normalbedingungen NIEMALS für homeschooling wäre und die mit 4 schulpflichtigen Kindern und einem Kindergartenkind einen erheblichen Arbeitsaufwand durch den Wegfall von Präsenzunterricht hat.

Ben
5 Jahre zuvor
Antwortet  Julia Dehl

Ganztagsschulen sind vor allem Lebensorte für Kinder, in denen sie den größten Teil ihres Tages verbringen. Und es arbeiten nicht nur Lehrer, sondern genauso Erzieher und Sozialpädagogen dort. Dazu die Ehrenamtlichen und Vereine.

xy
5 Jahre zuvor
Antwortet  Ben

Wenn Ihre Kinder 4 Wochen mit keinen Freunden Kontakt haben, liegt das an Ihren Kindern. Unsere sind in einer Art Standleitung mit ihren besten Freunden verbunden, obwohl sie seit Monaten nicht mehr vor Ort sind.

Ben
5 Jahre zuvor
Antwortet  xy

Standleitung? Skype? Grundschüler wollen spielen miteinander live und nicht über Internet.

Friedrich der Kleine
5 Jahre zuvor

Und um Kontakte zu mindern, weist die ADD nochmal daraufhin, dass für Lehrer Präsenzpflicht besteht, auch morgen und übermorgen. Für nichts, keiner meiner Schüler war heute da, aber egal. Vielen Dank dafür!
Keine Anerkennung über all die Monate hinweg, aber selbst alles Wichtige verschlafen.

Username
5 Jahre zuvor

Ich mache dieses Jahr mein Abitur (Bawü) und weiß selbst, wie wichtig es gerade jetzt und für mich ist in den Unterricht zu gehen und die besten Chancen auf einen guten Abschluss zu bekommen um danach studieren zu können.
Allerdings wird mir der beste Abschluss nichts bringen, wenn meine Gesundheit beeinträchtigt ist durch mögliche Folgeschäden oder die meiner Mitmenschen und Familie, die auch möglicherweise nicht genesen werden oder mit Folgeschäden zu kämpfen haben (im Falle einer Infektion).
Klar, dass das nicht sicher ist, trotzdem ist es möglich und das Risiko ist mir zu hoch. Kein Abschluss der Welt rechtfertigt eine mögliche Gefährdung meiner Gesundheit oder die meiner Mitmenschen.
Ich verstehe, dass man auf die Zukunft blickend das beste für uns Schüler möchte, aber zu welchem Preis?
Davon abgesehen finde ich den Gedanken, dass andere ihre geliebten Menschen verlieren oder ihr eigenes Leben verlieren damit ich erfolgreich werden kann später sehr beängstigend.
Ich verzichte auf einen schnellstmöglichen und guten Abschluss, falls das meine und die Gesundheit anderer rettet, wirklich gerne und bin enttäuscht wie vor allem Fr. Eisenmann es nicht interessiert, was Bildung jetzt gerade für Auswirkungen haben kann und wie unwichtig unsere Gesundheit für sie (und natürlich auch andere) ist.
Gesundheit > Bildung

xy
5 Jahre zuvor
Antwortet  Username

@Username,
Sie werden sicher einmal Erfolg haben, es ist vollkommen unwichtig, wann Sie Ihren Abschluss machen, denn Sie sind klug!

Pit 2020
5 Jahre zuvor
Antwortet  Username

@Username

Liebe(r) @Username,

Ihre Ausführungen zeigen, dass Sie diese sehr komplexe Lage auch adäquat komplex zu begreifen vermögen.
Damit haben Sie alleine sehr viel mehr in die Waagschale zu werfen als alle 16 Kultus-/SchulministerInnen zusammen.

“Ich verzichte auf einen schnellstmöglichen und guten Abschluss”
Ich vermute mal, dass Sie mit diesen Voraussetzungen ganz bestimmt nicht auf einen guten Abschluss verzichten müssen.
Schnellstmöglich wird er unter Umständen nicht erfolgen.
Allerdings muss das kein Nachteil sein.
Die geraden Strecken im Leben sind manchmal langweilig, auf einer kurvenreichen Strecke kommt man zwar langsamer ans Ziel, aber man sieht halt mehr und es bleibt mehr in Erinnerung. Momentan unschöne Erlebnisse bereiten einen wiederum auf kommende Ereignisse vor.
Im wahren Leben bedeutet das: Man kann so – bei entsprechend klarem Verstand (und den haben Sie ganz offensichtlich) – wesentliche Dinge fürs weitere Leben lernen, die in der Theorie nicht zu vermitteln sind.
(Soweit aus meiner Lebenserfahrung …).

Charakter kann man meiner Meinung nach gar nicht lernen. …
Sehr 😉 frei nach Shakespeare: “Haben oder nicht haben, das ist hier die Frage.” – Auch in diesem Punkt sind Sie – Ihren Ausführungen folgend – sehr gut aufgestellt.

Ihnen alles Gute!

Mary-Ellen
5 Jahre zuvor
Antwortet  Pit 2020

@Pit:
@Username:

Sie beide haben so wahrhaft geschrieben!
Username: Ich empfinde Ihre Sichtweise als klug und glaube nicht, dass Sie um Ihre Abschlüsse fürchten müssen, egal, wann sie stattfinden werden.
Persönlichkeiten wie Sie werden es meistern, da bin ich mir sicher. Ihre Eltern können stolz auf Sie sein!
Pit: Ich teile zu 100% Ihre Sichtweise und bin froh, dass ich nicht die Einzige bin, die die Dinge auf diese Weise betrachtet.

By the way: In meiner Stadt setzen sich die Infektionsfälle fast ausschließlich aus Ausbrüchen in Pflegeheimen und Bildungseinrichtungen, also Schulen zusammen…..

Pit 2020
5 Jahre zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

@Mary-Ellen

“Infektionsfälle fast ausschließlich aus Ausbrüchen in Pflegeheimen und Bildungseinrichtungen, also Schulen”

Liebe @Mary-Ellen,
das ist absolut grauenhaft und ich kann mir nicht vorstellen, wie und wie lange die “Entscheidungsträger” das noch selber ertragen können.
Mich würde das fix und fertig machen, wenn ich jeden Morgen diese Zahlen zur Kenntnis nehmen müsste. Ich würde mich dann auch jeden Morgen fragen, was das alles wohl mit mir zu tun hätte. Wohlgemerkt WAS es mit mir zu tun hätte, nicht OB es was mit mir zu tun hätte!
Jeder durchschnittlich vernunftbegabte Mensch müsste da einen Zusammenhang wenigstens vermuten.
Solange wie keine Klarheit herrscht, würde man doch besser Vorsicht walten lassen.
(Man stelle sich jetzt noch vor, diese Leute müssten die Begriffe “Moral”und “Verantwortung” nicht im Fremdwörter-Duden nachschlagen …)

Mary-Ellen
5 Jahre zuvor
Antwortet  Pit 2020

@Pit:
Darum kann ich hier fast nichts mehr schreiben….
….eben, weil mich die Anordnungen, Begründungen und Rechtfertigungen der KM einfach nur sprachlos machen.
Zu so viel Unverfrorenheit, während LuL und SuS frieren, fällt mir nichts mehr ein.
Und das will bei mir schon was heißen….

Mirjam Lutz
5 Jahre zuvor

Es darf nicht wahr sein, in welcher Traumwelt die Eisenmann lebt. Ignorant, weltfremd und verantwortungslos!
Was will sie denn wem beweisen?
Für sie steht das Recht auf Bildung höher als das Recht auf körperliche Unversehrtheit!!! Das ist unglaublich und dazu noch grundgesetzwidrig!!!
Bitte möglichst schnell abtreten. So Leute braucht keiner

Hans Dreyer
5 Jahre zuvor

Das hat man nun davon. *Ministerposten* mit fast immer ungelernten zu besetzten. Nur in der Politik ist das möglich. Eine Schande. Kein Fachwissen zu haben und dann solche Entscheidungen treffen zu dürfen . Ganz selten ist mal ein Posten mit einem dafür Ausgebildeten vergeben. Und dann haben diese ungelernten noch die frechheit sich über Anweisungen (Empfehlungen) einfach drüber hinwegzusetzen mitinkaufnahme von 1000 senden von Toten. Traurig traurig.

Grundschullehrer
5 Jahre zuvor

“Bildungseinrichtungen zu schließen, Zusammenkünfte auf zehn oder weniger Menschen zu begrenzen und Geschäfte und Lokalitäten mit engem Kundenverkehr zu schließen, hat die Übertragung erheblich reduziert”, lautet die wichtigste Schlussfolgerung der Autoren. “Zusätzliche Ausgangssperren oder Anweisungen, zu Hause zu bleiben, haben vergleichsweise wenig Wirkung gezeigt.” (https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/coronavirus-welche-ma%c3%9fnahmen-etwas-bringen/ar-BB1c143N?ocid=ACERDHP17&li=BBqg6Q9)

Grundschullehrer
5 Jahre zuvor

Eine Studie aus Oxford/Harvard hat gezeigt: „Bildungseinrichtungen zu schließen, Zusammenkünfte auf zehn oder weniger Menschen zu begrenzen und Geschäfte und Lokalitäten mit engem Kundenverkehr zu schließen, hat die Übertragung erheblich reduziert“, lautet die wichtigste Schlussfolgerung der Autoren. „Zusätzliche Ausgangssperren oder Anweisungen, zu Hause zu bleiben, haben vergleichsweise wenig Wirkung gezeigt.“ (https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/coronavirus-welche-ma%c3%9fnahmen-etwas-bringen/ar-BB1c143N?ocid=ACERDHP17&li=BBqg6Q9)

Petra Häring
5 Jahre zuvor

Es liegen inzwischen genug wissenschaftlich fundierte Studien vor, die eindeutig belegen, dass Kinder im Grundschulalter von dem Virus kaum betroffen sind, dass sie es nicht verbreiten und dass es hier auch keine Dunkelziffer gibt. Trotzdem wird der 6jährige Erstklässler genauso behandelt wie der volljährige Abiturient. Es muss endlich differenziert werden zwischen den Grundschulen ( hier gibt es keinen Grund den Präsenzunterricht auszusetzen) und den weiterführenden Schulen, zumal bei den jungen Kindern aufgrund des Betreuungsbedarfs und der Tatsache, dass die meisten Mütter berufstätig sind und im Gegensatz zu den Lehrern keine freien Tage bei voller Bezahlung geschenkt bekommen, ansonsten nur eine aufgeblähte Notbetreuung die Folge wäre, bei der die Kinder nur “verwahrt” werden ohne dass sie etwas lernen. Die Grundschul-Lehrer haben in dieser Pandemie die Erfahrung gemacht, volles Gehalt bei deutlich verkürzten Arbeitspensum zu bekommen. In kaum einer Grundschule wurde Videounterricht angeboten. Meist wurde einmal pro Woche eine Arbeitsliste und ein Paket mit Arbeitsblättern den Eltern übermittelt, das sie dann NEBEN ihrem eigenen Job mit den Kindern abarbeiten mussten, während die Lehrkraft mit Abgabe der Liste für den Rest der WWochenschau Weiteres mehr zu tun hatte. Warum bekommt man für sowas volles Gehalt? Warum kein Kurzarbeitsgeld wie viele anderen? Verlängerung der Weihnachtsferien = ein paar Tage Urlaub geschenkt für die Lehrkraft bei voller Bezahlung. Die Eltern bekommen deswegen keine Minute länger frei als die 6 Wochen Urlaubsanspruch, die schon normalen Zeiten nicht reichen, um die 14 Wochen Ferien abzudecken. Es wäre gut gewesen, wenn man die Lehrer in der Zeit der Schulschliessung bei den Gesundheitsämter zur Kontaktpersonen- Nachverfolgung oder bei den Kassenärztlichen Vereinigungen an der Hotline 116 117 einzusetzen. Dann hätten sie mal gesehen, wie die Welt außerhalb ihres komfortablen Elfenbeinturm aussieht! Ich arbeite in diesem Bereich und musste mich wegen der mehr als desolaten Notbetreuung noch mit der Schulleitung auseinander setzen, nachdem den Eltern und Kindern deutlich gezeigt wurde, wie unerwünscht man in der Notbetreuung ist. Letztlich sitzt man als Eltern am kürzeren Hebel und ich habe die Notbetreuung nur an 2 Tagen pro Woche in Anspruch genommen und die restlichen Tage am späten Abend und mit der Hilfe von Nachbarn das Homeschooling meiner Tochter (2. Klasse) organisiert, weil ich sie den lieblosen Lehrern (die während der Notbetreuung gebügelt haben, auf Fragen genervt reagiert haben und nicht darauf geachtet haben dass das Tagespensum von den Kindern erledigt wurde) so wenig wie möglich überlassen wollte. Die Lehrer waren letztes Jahr die Gewinner der Pandemie: unzählige freie Tage on Top geschenkt bei voller Bezahlung. Und in Bayern dann noch 500 Euro Prämie für Schulleiter und einzelne Lehrer (WOFÜR???). Mich wundert es nicht, dass die Lehrerlobby darum kämpft, dass das ewig so weiter geht. Würde sie such darum kämpfen, wenn man die Lehrer dann auf Kurzarbeitsgeld setzt? Würde sie such darum kämpfen, wenn die Lehrer statt Freizeit zu bekommen dann Ersatzdienst bei der Telefonie der Gesundheitsämter leisten müssten?

Petra H.
5 Jahre zuvor

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sars-cov-2-covid-19-dunkelziffer-schulen-kinder-corona-1.5123603

Das ist die aktuellste mir bekannte Untersuchung mit 110.000 (!) untersuchten Kindern. Fazit: Es sind nicht die Kinder, die das Virus verbreiten!

Deshalb steht für mich fest: Wenn der Virus in Schulen – insbesondere den Grundschulen- nachgewiesen wird, dann wurde in der Regel von den dort beschäftigten Erwachsenen eingeschleppt und nicht von den Kindern!