KREFELD. Demokratiebildung beginnt lange vor der Schule. Kindertageseinrichtungen gelten dabei als zentrale Orte, an denen Kinder erstmals erfahren, was es bedeutet, gehört zu werden, mitzuentscheiden und Verantwortung zu übernehmen. Konzepte der frühen Partizipation sind deshalb Teil einer Strategie zur Stärkung demokratischer Kompetenzen in einer freien Gesellschaft, die zunehmend unter Druck steht. Fachkräfte sollten diese Prozesse nicht nur begleiten, sondern gezielt gestalten und reflektieren.

Freitagvormittag in einer Krefelder Kita: Die Kinder sitzen im Kreis und diskutieren. Es geht um die nächste Gruppenaktivität; eine Entscheidung, die ihren Alltag betrifft. Cheerleading oder Waldausflug? Am Ende dürfen sie abstimmen. Es ist ein fest verankertes Ritual, wie die Stadt berichtet. Die Idee dazu stammt aus dem Team. Das Ziel: demokratische Prozesse für Kinder erfahrbar machen.
„Bei uns dürfen die Kinder schon viel mitbestimmen“, sagt Sabrina Sellmer, Erzieherin und Kinderschutzkraft in der Krefelder Kita Neuhofsweg. „Mit diesem Ritual spüren sie ihre Wirkmacht aber ganz unmittelbar und erleben demokratische Prozesse hautnah.“
Die Einrichtung versteht Partizipation als durchgängiges Prinzip. „Mitbestimmung und Teilhabe sind fest in unserem Bildungskonzept verankert und ziehen sich durch den gesamten Tag“, erklärt Einrichtungsleiterin Sabine Schuffels. Die Kinder sollen bei uns lernen, ihre Bedürfnisse und Gefühle zu äußern und dafür einzustehen.“ Das gilt schon für die Jüngsten: So beteiligen sich auch die Einjährigen an den Freitagsabstimmungen, natürlich mit besonderer Unterstützung der Erzieherinnen.
Demokratiebildung in der Kita
Die Bedeutung von Demokratiebildung hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Sie gilt als entscheidend, um die Demokratie als Regierungsform zu verteidigen. Das Beispiel aus Krefeld zeigt: Die grundlegenden Werte wie Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung lassen sich schon den Kleinsten vermitteln. „Demokratiebildung von Anfang an bereitet junge Menschen darauf vor, ein eigenverantwortliches Leben mit gemeinschaftsfähigen und weltoffenen Werten zu führen, die zu einer aktiven Teilnahme an einer demokratischen Gesellschaft befähigen.“ So beschreibt es das Bayerische Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP), das zum Thema Demokratiebildung in der Kita einen offenen Online-Kurs anbietet. In diesem Rahmen stellt das IFP Materialien und Praxisanregungen bereit, die Fachkräfte unterstützen sollen, demokratische Prozesse im Alltag mit den Kleinsten zu gestalten und im Team zu reflektieren.
Um mit Kindern Demokratie zu leben und sie für demokratische Werte zu sensibilisieren, seien Kindertageseinrichtungen ideale Orte, betont das Staatsinstitut: „Im geschützten Setting der Kita lernen sich alle Kinder nach ihren Fähigkeiten mitzuteilen, zuzuhören und auch Kompromisse einzugehen.“ Das Recht auf Beteiligung sei dabei keine Frage des (Entwicklungs-)Alters: „Alle Kinder können ihre Interessen mitteilen und sollten altersangemessen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden.“ Im besten Falle lernen sie dabei,
- dass alle Kinder die gleichen Rechte haben,
- Unterschiede zwischen Menschen dazugehören und diese Vielfalt eine Bereicherung für die Gemeinschaft sein kann,
- jede Person einer Gemeinschaft das Recht hat, ernst genommen zu werden und sich aktiv zu beteiligen, und gleichzeitig aber auch die Verantwortung trägt, konstruktive Lösungen zu suchen und zu finden, etwa bei Konflikten.
Tipps für die Praxis
Im Zusammenhang mit der Demokratiebildung unterscheidet das IFP zwischen gelebter Alltagsdemokratie, Entscheidungsgremien und aktiver Wissensvermittlung über demokratische Werte. Alltagsdemokratie zeichne sich dabei „durch überwiegend informelle Abstimmungen und eine im Alltag verankerte demokratische Grundhaltung der Toleranz, Wertschätzung, Kompromissfindungs- und Konfliktlösungsbereitschaft“ aus. Das IFP empfiehlt dafür, dem Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung zu folgen. Dabei ist es Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, „mit den Kindern ko-konstruktiv und auf Augenhöhe […] vorurteilsbehaftetes Verhalten gemeinsam zu reflektieren“. Dies soll die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken und ihnen ermöglichen, sich zugehörig zu fühlen.

Zu den bekannten Entscheidungsgremien auf Ebene der frühkindlichen Bildung gehören beispielsweise die Kinderkonferenz, das Kinderparlament oder der Kinderrat. Sie ermöglichen den Kindern, ihre Meinung einzubringen und über Aspekte ihres Alltags zu entscheiden – ähnlich wie in der Kita Neuhofsweg. Wichtig dabei sei, so das IFP, dass die Erzieher*innen die Entscheidungen der Kinder aufgreifen, diese also zu echten Ergebnissen führen.
Neben diesen Ansätzen, demokratische Grundprinzipien für Kinder erfahrbar zu machen, können Erzieher*innen auch aktiv politische Themen in der Kita aufgreifen. Über Nachrichten, Gespräche von Erwachsenen oder Wahlplakate seien diese sowieso Teil der Lebenswelt der Kinder und führten zu Fragen, schreibt das IFP. „Am besten können Kinder diese Antworten verstehen, wenn das Thema mit einem Beispiel in ihre Lebenswelt übertragen wird.“ So lasse sich etwa die Übernahme politischer Ämter mit der Verantwortung vergleichen, die die Kinder im Rahmen von Alltagsdiensten tragen wie Tischdienst oder Blumengießdienst.
Kontinuierlicher Prozess
Sowohl die Erfahrungen der Krefelder Kita als auch der Online-Kurs des IFP zeigen: Demokratiebildung in der Kita versteht sich als kontinuierlicher Prozess. Sie beginnt früh und knüpft an die Lebenswelt der Kinder an. Anders als in späteren Bildungsphasen lassen sich demokratische Grundwerte nur vermitteln, indem die Kinder sie im Alltag erfahren – in Beziehungen, Routinen und gemeinsamen Entscheidungen. Für die pädagogischen Fachkräfte bedeutet das, Rahmenbedingungen bewusst zu gestalten und Begegnungen entlang demokratischer Prinzipien zu ermöglichen. News4teachers
Hier gibt es weitere Informationen und Materialien zur Demokratiebildung in Kitas.
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Frühe Bildung“.
Top-Managerin erklärt (der Politik), warum sich in Kitas Deutschlands Zukunft entscheidet









Als Lehrer und als Bürger bin ich ein großer Verfechter der Demokratiebildung. Plakative Aktionen wie die obere (“Wie schon Einjährige abstimmen.. “) leisten dieser wichtigen Angelegenheit jedoch einen Bärendienst und sind Wasser auf die Mühlen von Rechtspopulisten, da hier offensichtlich gängige Erkenntnisse der Entwicklungspschologie geleugnet werden.
Wenn schon Einjährige mit abstimmen – na wunderbar.
Die Konzepte der frühen Partizipation sehen ja Kinderkonferenz, Kinderparlament und Kinderrat vor. Und wenn man im Kinderrat schon gelernt hat, wie man demokratisch Beschlüsse fasst, dann ist der erste natürlich klar:
Ich trage Windel bis ich 6 bin.
Schließlich ist Selbstbestimmung wichtig.
Der Weg vom Kinderrat in den Bürgerrat Bildung und Lernen ist dann nur logisch. Dort wird man dann selbstverständlich weiter demokratisch dafür sorgen, dass nach den Kita-Erziehern dann die Lernbegleiter einen weiter zuverlässig pampern – man hat ja früh gelernt, wie man Bedürfnisse anmeldet, Mehrheiten organisiert und Verantwortung elegant vermeidet.
So entsteht die perfekte politische Biografie:
Früh partizipiert, spät erwachsen, aber immer gut und warm gewickelt.
Demokratiebildung beginnt eben dort, wo die Windel sitzt – und hört auch nicht dort auf, wo man sie eigentlich ablegen müsste.
Merkt ihr’s eigentlich noch? Das Ganze ist längst zur Selbstparodie mutiert, und ich bin einfach raus. Aber vielleicht liegt’s ja an mir – dann melde ich eben eine Teilleistungsschwäche im sinnerfassenden Verständnis von moderner Pädagogik und Basisdemokratie an und fordere einen Nachteilsausgleich.
Gerne eigene Ideen und Lösungen präsentieren, wie das Bildungssystem seinen Auftrag, die Grundlagen demokratischer Haltung zu legen, erfüllen kann – statt immer nur das Engagement von anderen lächerlich zu machen.
Dass wir hier ein Problem haben, dürften auch Ihnen nicht entgangen sein. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/03/zustimmung-zur-real-existierenden-demokratie-bricht-bei-jungen-menschen-ein-raum-fuer-radikalisierungen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sicherlich (Hoffentlich) ist die Überschrift völlig überzogen…..
Aber ja, auch vierjährige können altergerechte Entscheidungen sicherlich mittragen……die Betonung liegt auf altersgerecht…..
Auch in der Grundschule haben wir einen Klassenrat und einen Schülerrat und so manche Idee ist dort geboren, die wir umgesetzt haben…..
Leider sind sinkende Reallöhne, die Zunahme der Empfindung von Unsicherheiten und das Ignorieren von Bürgerwünschen durch die Politik die Ursachen der steigenden Distanz zur Demokratie. Da muss angesetzt werden.
Wieso, das ist jenseits von @Katzes Besoldungsgruppe, die ist doch lediglich Unterrichtsvollzugbedienstete.
Unterrichtsvollzugsbedienstete…
Yeah! Den Begriff merke ich mir!
You made my day!
Ich habe auch erst einmal geschmunzelt über die allzu frühe Demokratieerziehung und dann an meine eigenen Kinder in diesem Alter gedacht. Mit einem Jahr wären sie nicht in der Lage gewesen, über irgendetwas abzustimmen. Es waren noch Babies, die vollständig von Mutter/ Vater/Bezugsperson abhängig sind. Entwicklungspsychologisch fangen Kinder da erst an, sich als getrennte Individuen zu begreifen.
Mit zwei Jahren – da kamen sie in die Kita – sah es schon anders aus, auch weil sie sich mittlerweile verbalisieren konnten.
Mein Vorschlag wäre, nicht das lächerlich zu machen, sondern ein Jahr länger zu warten, bis wirklich eine eigene Meinung entstehen und auch vertreten werden kann.
Allgemein möchte ich das Sprichwort, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht, anmerken.
Kindermitbestimmung ist schon immer Teil der Reformpädagogik gewesen, von Summerhill bis ” Kinderepublik Bemposta”
Wie sollen Bildungsvorschläge, die nach Glosse oder Realsatire klingen, ernst genommen werden? Ein solches Engagement kann doch nur zum Eigentor werden.
Dass die Erde eine Kugel ist – klang auch mal nach Glosse. Dann müsste man doch unten herunterfallen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es ist nur die Frage, wer hier auf der Seite des Irrtums steht.
Jedenfalls nicht die, die glauben, Demokratie vermittele sich jungen Menschen von selbst – das Konzept (wenn’s denn mehr als Wurschtigkeit ist) darf getrost als gescheitert gelten. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/03/zustimmung-zur-real-existierenden-demokratie-bricht-bei-jungen-menschen-ein-raum-fuer-radikalisierungen/
“Was tun? Weisband sieht die Lösung nicht in Demokratiebildung als klassischer Institutionenkunde (‘Wichtig, aber nicht hinreichend’), sondern in echter Verantwortungsübernahme: ‘Was ich meine, ist tiefgreifender: nämlich Sozialisation in eine demokratische Rolle hinein.’ Das funktioniere nur über praktische Erfahrung: ‘Verantwortung kann nur lernen, wer Verantwortung trägt. Es gibt keine Trockenschwimmübung. Was hilft, sind Selbstwirksamkeitserfahrungen – wieder und wieder und wieder.'” Quelle: https://www.news4teachers.de/2025/11/deutscher-schulleitungskongress-wege-aus-der-bildungskrise-was-hilft-sind-erfahrungen-der-selbstwirksamkeit/
Sozialisation ist übrigens “der lebenslange Prozess, in dem ein Mensch durch Interaktion mit seiner Umwelt Werte, Normen, Verhaltensweisen und Fähigkeiten erlernt und verinnerlicht”. Betonung auf: lebenslang (und nicht: erst ab Mindestalter).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nur ist die letzte Erkenntnis nicht zwangsläufig ein Argument für eine Demokratiebildung im weisband‘schen Sinne.
Verantwortung wird letztlich nur dann wirklich übernommen, wenn die Möglichkeit des Scheiterns mit allen Konsequenzen akzeptiert wird, auch und besonders in Bezug auf andere Betroffene. Das heißt, die Verantwortungsübernahme durch Kinder muss eine mit Leitplanken sein, sprich Erwachsene müssen die übergeordnete Verantwortung (mit allen Konsequenzen des Scheiterns und den Folgen für andere) übernehmen.
Ob das denen, die sehr frühe und intensive Mitbestimmung fordern, so klar ist, weiß ich nicht.
Die KI antwortete auf die Frage zur Existenz von Längsschnittstudien zur Wirksamkeit von Mitbestimmung und Demokratiebildung sehr verhalten: Es gibt sie eher nicht, und dafür gibt es auch gute Gründe, die z.B. mit der Schwierigkeit der gezielten Erfassung der gewünschten Variablen zusammenhängen. Dass mehr Mitbestimmung zu mehr Demokratiewertschätzung führt, erscheint auf den ersten Blick plausibel, aber die Frage von DerechteNorden, ob nicht auch das Gegenteil eintreten könnte, ist damit nicht vom Tisch.
Seltsamerweise hatten wir bis weit in die 2000er hinein keine Probleme mit demokratischen Prozessen. Der Unterricht formte uns Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürgern und das ohne überall mitbestimmen zu dürfen. Das hat funktioniert.
“Seltsamerweise hatten wir bis weit in die 2000er hinein keine Probleme mit demokratischen Prozessen.”
Womöglich haben Sie die Probleme nur nicht wahrgenommen – Stichwort: Baseballschlägerjahre. Gerne hier nachlesen: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/rechte-gewalt-in-den-1990er-jahren-2022/515769/baseballschlaegerjahre/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und darum wählen alle diese Jahrgänge heute demokratisch und knicken nicht bei der ersten Belastung für Populismus und Rechtsextremismus ein 😀
Vielleicht ist es auch ganz anders.
Vielleicht denken junge Menschen, dass sie ein Recht darauf hätten, immer und überall mitbestimmen zu dürfen, weil sie es von zuhause kennen und es ihnen in den Medien so erzählt wird.
Da das aber nicht so ist, sind sie enttäuscht und wenden sich ab.
Man müsste dann den Fokus darauf legen, dass Demokratie eben nicht bedeutet, dass immer alle individuellen Bedürfnisse befriedigt werden müssen und alle immer mitbestimmen dürfen. Man müsste also stärker vermitteln, wie das genau mit der Mitbestimmung aussieht und dass es nicht darum geht, dass jede*r Einzelne immer alles bekommen müssen, was sie sich wünschen.
In den reichen Industrieländern sind die Probleme alle recht ähnlich.
Meine Meinung: Der Schwerpunkt sollte mehr auf “wir alle zusammen” gelegt werden, wieder weg von “ich, ich, ich”.
Doch – alle dürfen mit(be)stimmen, das ist das Grundprinzip der Demokratie. Das heißt aber eben nicht, immer das zu bekommen, was man persönlich möchte. Man kann eine Abstimmung ja auch verlieren. Lernt man (wie das Verlieren im Sport) durchs Tun, durchs Erleben – nicht durch die Verweigerung von Mitbestimmung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wo wird denn die Mitbestimmung genau verweigert?
Ach ja, stimmt, Schule ist ja total doof. Wenn man keine Lust auf Schule hat, muss man trotzdem hin …
In Grundschule und Kitas in SH gibt es Mitbestimmung.
Wir haben ein Schüler*parlament, das regelmäßig tagt. In der Stadt können sich Jugendliche wählen und sitzen mit im Stadtparlament …
Sorry, irgendwo ist was schief. Und da das Problem mit den radikalen Positionen bei vielen Erwachsenen ähnlich ist, bin ich davon überzeugt, dass es eher die Erwartungshaltung ist.
“Wo wird denn die Mitbestimmung genau verweigert?”
Worüber genau können Schülerinnen und Schüler in der Schule denn mitbestimmen? Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/10/podcast-wie-demokratisch-sind-eigentlich-schulen-nicht-so-sehr-eine-debatte-aus-dem-buergerrat-bildung-und-lernen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Man verlangt auch nicht von einjährigen, deren Sprachentwicklung gerade am Anfang steht, dass sie Diskussionen um “Projekte” folgen können und sich daran beteiligen.
Nein – siehe Artikel.
Später in der Schule ist dann mehr möglich.
Wollten Sie etwas aussagen oder wollten Sie lediglich (nochmal) feststellen, dass sich Kinder in Kita und Grundschule unterscheiden?
“Wo wird denn die Mitbestimmung genau verweigert”.
Kinder müssen sich in den Stundenplan pressen lassen, dürfen nicht beim Inhalt mitreden, müssen nach Plan Pause machen und nicht nach Bedarf, müssen eigentlich alles akzeptieren, was Erwachsene bestimmen.
Ich sehe keine Mitbestimmung in Schulen, die von Relevanz für ihr Leben wären.
Man könnte das durchaus auflockern, wenn man wollte.
Und später geht die Knechtschaft auch noch weiter. Als Erwachsene müssen sie sich in ein Berufsleben mit geregelten Arbeitszeiten “pressen lassen”, “müssen nach Plan Pause machen und nicht nach Bedarf, müssen eigentlich alles akzeptieren, was andere bestimmen”.
Wo bleibt da die Mitbestimmung, die von Relevanz für ihr Leben wäre?
Überall Fremdbestimmung und die Verweigerung von Mitbestimmung!!
Da gibt es ja wohl entscheidende Unterschiede: man sucht den Job selbst aus, man hat vielleicht sogar Freude daran. Man kann sich selbstständig machen, um freier zu sein. Man hat häufig die Möglichkeit, kurze Pausen einzulegen, man muss nicht alles akzeptieren. Grundsätzlich hat man immer die Wahlfreiheit, zu kündigen und sich etwas anderes zu suchen. Das alles können SuS nicht!
“Wir haben ein Schüler*parlament, das regelmäßig tagt. In der Stadt können sich Jugendliche wählen und sitzen mit im Stadtparlament …”
Das klingt doch nach guten Beispielen.
Ist ja kein Gegenargument zu schauen, wo sich mehr Parzipation ermöglichen lässt.
Demokratische Entscheidungen sind das Ergebnis von Verhandlungen. Wie tauscht man mit einem Baby Argumente aus, wie einigt man sich mit ihm auf einen Kompromiss?
Wenn gemeint ist, dass Kleinstkinder erst einmal lernen sollen, ihren Willen zu bekunden und auch durchzusetzen, kann ich mir die Sache gut vorstellen. Dann erzieht man sie aber in ihren ersten Lebensjahren zu Egozentrikern und zu tyrannischem Verhalten. Ob das etwas mit frühzeitiger Demokratiebildung zu tun hat, wage ich zu bezweifeln.
Das zweiteilige Interview von 2016 mit der Professorin und 4-fachen Mutter Martina Leibovici-Mühlberger aus Wien hat mir viel mehr eingeleuchtet. Als ich es damals bei news4teachers las, war ich voller Zustimmung.
Teil 1: https://www.news4teachers.de/2016/05/immer-mehr-tyrannenkinder-warum-viele-eltern-bei-der-erziehung-versagen-eine-streitschrift/
Teil 2: https://www.news4teachers.de/2016/05/immer-mehr-tyrannenkinder-sprengen-den-unterricht-teil-zwei-des-interviews-mit-prof-leibovici/
“Wie tauscht man mit einem Baby Argumente aus, wie einigt man sich mit ihm auf einen Kompromiss?”
Sie scheinen der Sache auf die Spur zu kommen, dass dies im Kindergarten nicht praktiziert wird.
Mitentscheiden bedeutet nicht zwingend Debattierclub.
Oder wo im Artikel gewannen Sie den Eindruck, Einjährige müssten Argumente formulieren?
Ich stelle mir Einjährige bei Abstimmungen vor. Wie erklärt man ihnen, worüber sie abstimmen sollen/dürfen, und wie sehen ihre Signale für Ja oder Nein aus?
“Lange bevor sie verbal kommunizieren, treffen junge Kinder Entscheidungen und äußern ihre Gefühle und Wünsche auf vielfältige Weise. Das bedeutet, dass Krippenkindern Beteiligung insbesondere durch Sensitivität der pädagogischen Fachkräfte für ihre nonverbal geäußerten Bedürfnisse ermöglicht werden kann. Partizipation begünstigt die Entwicklung der Selbstwirksamkeitserwartung – der Glaube an die eigene Fähigkeit, Handlungen erfolgreich auszuführen. Für die pädagogische Arbeit in der Krippe bedeutet dies, aktiv Situationen zu schaffen, in denen Kinder Erfolge erleben und Alltagssituationen mitgestalten können. Kinder lernen von Anfang an durch Beobachtung und Nachahmung, insbesondere von erwachsenen Bezugspersonen. Indem in der Krippe demokratische Werte im täglichen Umgang vorgelebt werden, dienen pädagogische Fachkräfte als positive Modelle für die zu betreuenden Kinder.” Broschüre mit Praxisbeispielen: http://www.kompetenznetzwerk-deki.de/fileadmin/user_upload/DKHW_Flyer-A4_Demokratiebildung_241203.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Doch – alle dürfen mit(be)stimmen, das ist das Grundprinzip der Demokratie.“
Wo steht das?
Mir wäre neu, dass Demokratie sich durch die Mitbestimmung einer jeden Person definiert.
In dieser Auslegung wäre D übrigens ein undemokratischer Staat, da aufgrund der gesetzlichen Altersgrenzen nicht jeder wählen und damit mitbestimmen darf.
Vielleicht sollten Sie den Begriff Mitbesteimmung mal schärfen! So gibt es beispielsweise im Arbeitsrecht unterschiedliche Ebenen der MB (Information, Anhörung, Benehmen, Zustimmung). MB heißt nicht einfach mitquatschen oder über alles (mit-) abstimmen. Stichwort: Gremien, demokratische/ parlamentarische Prozesse.
Erzählen Sie mir mehr über das Arbeitsrecht von Kindergartenkindern
Ja…
Wie wäre es also, wenn … sagen wir Kleinkinder im Kindergarten an das Thema Mitbestimmung herangeführt werden, bei Themen, welche in den Ermessensbereich dieser Kinder fällt?
So wie im Artikel beschrieben? Beispielsweise
Mich durch Abstimmung an demokratischen Prozessen beteiligen kann und sollte ich nur, wenn ich das zur Abstimmung stehende Problem verstehe. Gehen Sie ernsthaft davon aus, dass das bei Ein-, Zwei- und Dreijährigen der Fall ist?
Altersgemäß, natürlich, lässt sich Entscheiden trainieren – so wie Sprechen und Laufen auch. Man fängt ja auch nicht damit an, mit Kindern zu sprechen, wenn ihre Sprachentwicklung abgeschlossen ist – gäbe sonst nämlich keine. Gerne hier nachlesen: https://www.t-online.de/leben/familie/teens/id_48256860/erziehung-ab-wann-kinder-mitentscheiden-duerfen.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich gehe davon aus, dass Sie den verlinkten Artikel gelesen haben, bevor Sie ihn verlinkten. Ziemlich weit oben steht:
„ Wann Kinder bewusst und reflektiert entscheiden können, hängt von ihrem Alter und ihrer kognitiven Entwicklung ab. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je älter das Kind ist, desto weiterreichende und komplexere Entscheidungen kann es treffen.“
Das entspricht genau dem, was ich im Post, auf den Sie reagierten, geschrieben habe…
Genau darum geht es hier – mit dem entscheidenden Punkt, dass im Kleinen damit eben früh angefangen werden sollte. Wenn Sie das meinen, dann sind wir ja einer Meinung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich weiß nicht, was Sie unter „früh anfangen“ verstehen, daher kann ich nicht beurteilen, ob wir einer Meinung sind. Es geht ja ums Kita-Parlament, also um Entscheidungen, welche alle Kinder der Kita betreffen.
Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass Ein-, Zwei- und Dreijährige i.d.R. die Konsequenzen von Entscheidungen verstehen, die auch die älteren Kinder der Kita betreffen. Das ist entwicklungspsychologisch halt nahezu ausgeschlossen. Fragen wie „wollen wir am Freitag im Abschiedskreis singen oder stille Post spielen“ fallen da eher nicht drunter, da dies kaum im Kita-Parlament, sondern in der jeweiligen Gruppe beschlossen werden dürfte. Wenn Sie auf derartiges abzielen: ja, dann sind wir einer Meinung. Sollte es um Fragen gehen, ob es generell keine Mittagsruhe mehr geben sollte oder welche Lernmaterialien angeschafft werden sollten, oder ob es für jedes Kind am Tag eine Tüte Süßigkeiten geben sollte: dann halte ich Kinder vor dem vierten Geburtstag für nicht abstimmungsfähig.
“Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass Ein-, Zwei- und Dreijährige i.d.R. die Konsequenzen von Entscheidungen verstehen”
Darum sollen sie es in der Kita lernen.
“Das ist entwicklungspsychologisch halt nahezu ausgeschlossen.”
Quellen dazu?
“Fragen wie „wollen wir am Freitag im Abschiedskreis singen oder stille Post spielen“ fallen da eher nicht drunter”
Warum nicht? Scheint die Kinder ziemlich direkt zu betreffen.
“Sollte es um Fragen gehen, ob es generell keine Mittagsruhe mehr geben sollte oder welche Lernmaterialien angeschafft werden sollten, oder ob es für jedes Kind am Tag eine Tüte Süßigkeiten geben sollte”
Was ließ Sie glauben, dies würde ermöglicht? Hatten Sie kein ernsthaftes Gegenargument, dass Sie in Ihrer Phantasie welche erfinden mussten??
Aber Kinder KÖNNTEN dies tatsächlich einbringen und LERNEN, was möglich ist und was nicht. Warum Sie das noch lernen müssen, spricht Bände
Wozu brauchen Sie da Quellen? War Entwicklungspsychologie kein Bestandteil Ihres Sonderpädagogik-Studiums?
Dann googeln Sie doch einfach einmal, z. B. Kitafachtexte zur emotional-sozialen Entwicklung? Vielleicht finden Sie ja jemanden, der Ihnen diese Texte (es gibt auch Entwicklungstabellen) vorliest und erklärt.
>kopfklatsch<
Mit ist keine Quelle bekannt, dass Kindergartenkinder zu den Beschreibungen IM ARTIKEL – nicht den Hirngespinsten im Forum – nicht in der Lage wären.
Bitte helfen Sie aus:
“Es geht um die nächste Gruppenaktivität; eine Entscheidung, die ihren Alltag betrifft. Cheerleading oder Waldausflug?”
Inwiefern sollten Kinder nicht zwischen zwei (ihnen bekannten) Aktivitäten (bspw. anhand von Bildkarten) auswählen können?
q.e.d.
Sie haben:
Sie sind halt ein Ultracrepidarian!
Aber trotz all der angeblichen Offensichtlichkeit sind Sie nicht in der Lage auch nur zwei Quellen zu nennen.
Lesen Sie doch erst einmal alle hier im Forum von mir verlinkten Quellen, vollständig und sinnerfassend. 🙂
Meinen Sie dies: “Partizipation darf nicht bedeuten, dass Erwachsene ihre strukturgebende Rolle aufgeben. Kinder werden überfordert, wenn sie Entscheidungen treffen sollen, für die ihnen die kognitive Reife fehlt.”?
Wenn dem so ist, schreibe ich gerne wieder, dass Sie keinen Beleg dafür haben, dass die Kinder im Artikel überfordert werden. Stattdessen ziehen Sie und andere sich im Forum Phantasien aus der Nase, über was abgestimmt werden KÖNNTE.
Im tatsächlichen Bezug auf den Artikel also gerne wieder: Inwiefern sollten Kinder nicht zwischen zwei (ihnen bekannten) Aktivitäten (bspw. anhand von Bildkarten) auswählen können?
Welche meiner Quellen zitieren Sie da gerade? Ich würde da gern den Kontext noch einmal nachlesen. Aus Erfahrung weiß ich ja, dass Sie gern einzelne Sätze herausgreifen, ohne den Kontext verstanden zu haben. 🙂
Ihre verlinkte Quelle, auf die Sie selbst verwiesen??
Weiter unten über die Sorgen einer Fachfrau bezüglich offener Konzepte am Kindergarten.
Zum Artikel hier haben Sie diese Sorgen jedoch nur völlig ohne Beleg als Mangel unterstellt. Oder haben Sie inzwischen konkrete Informationen gefunden, die zum Artikel passen?
Quellen, die Sie zitieren, sollten Sie immer konkret angeben. DAS lernte ich schon im Abitur.
Ich dachte, Sie wüssten über die Quelle bescheid, die SIE mir nannten 😀
Wenn die so unübersichtlich seien sollten, dass Sie sich selbst nicht mehr zurechtfinden, verlinken Sie mir doch sicherheitshalber nochmal IHRE Quelle, auf die SIE sich bezogen – so wie Sie es vor langer Zeit gelernt haben wollen 🙂
Ich verlinkte hier im thread mehrere Quellen! Also, welche genau zitierten Sie?
Haben Sie? Ich nahm an, Sie hätten zum Abitur auch gelernt, dass Blogs oder die Frage-des-Tages keine seriösen Quellen sind 😉
Ich bezog mich auf den Artikel, den Sie verlinkten: https://www.news4teachers.de/2026/04/wenn-schon-einjaehrige-mit-abstimmen-frueh-uebt-sich-warum-demokratiebildung-schon-in-der-kita-beginnen-sollte/#comment-800931
Frage mich vor allem, ob man hören will, was Einjährige dazu sagen, mit 12 Monaten den ganzen Tag fremdbetreut zu werden…
Nö. Will man nicht. Bringt man dieses Argument vor, erntet man dröhnendes Schweigen.
Nicht wirklich.
Wenn Kinder partizipieren können, VERBESSERT dies tatsächlich die Alltagserfahrung dieser Kinder, meinen Sie nicht? 🙂
Wenn Sie persönlich nichts mit Kindergärten anfangen können, ist das Ihr gutes Recht. Aber bitte beschweren Sie sich nicht, wenn andere Kinder dann weniger Kontakt zu bildungsnahen Kindern hatten
Ganz genau. Das möchte ich auch wissen.
Es geht um altersgerecht mitbestimmen! Im Alter von 1 Jahr können die Kleinen doch noch nicht verstehen, dass Mama und Papa gebraucht werden, um das Bruttosozialprodukt zu steigern! 🙂
Bing-Video
Nicht????
Neuerdings wird doch immer vorgebracht: “Wir müssen es nur besser erklären….” 🙂
Wenn Sie da Schlechtes vermuten, wäre das ein Argument FÜR das Einbeziehen der Kinder
Und was glauben sie wohl, würden Einjährige antworten auf die Frage, ob sie lieber bei Mama und Papa sein wollen als in der Kita mit häufig wechselnden Bezugspersonen?
Und glauben Sie, dass die Antwort jemand hören will?
Klingt so, als würden Sie (hoffentlich absichtlich?) den Kern der Sache missverstehen und mit Hirngespinsten ausfüllen.
Oh, ich hab auch einen: Was, wenn die Kinder Drogen nehmen wollen? Müssen die Erzieher*innen dann Drogen beschaffen?
Rufen Sie die Polizei! 😀
Ob man im Abschlusskreis stille Post spielt oder ein Lied hört, ist eine Entscheidung, die ich Kindern ab drei Jahren zutrauen würde.
Ich gehe mal davon aus, dass solche Befragungen auch heute schon Praxis sind. Wenn damit den Ideen der Mitbestimmungsverfechter schon entsprochen ist, dann ist ja gut.
Letztlich geht es wohl um die Frage, an welchen Stellen ganz konkret eine Mitsprache oder Mitbestimmung sinnvoll ist. Mein Eindruck ist, dass da die Meinungen auseinandergehen.
Ausgehen kann man von Vielem. Meine Erfahrung ist, dass viele “Fachkräfte” Kindern oder Jugendlichen nicht einmal diesen Brotkrumen oder diese Illusion, letztlich muss man das wohl so nennen, von Mitbestimmung ermöglichen.
Sie hatten das Beispiel gebracht, deshalb nahm ich an, es entstammt Ihren Erfahrungswerten.
Welche Erfahrungen haben Sie denn mit der Arbeit in einem Kindergarten? Wie viele Tage haben Sie da gearbeitet oder wenigstens hospitiert (und in welchen Altersgruppen)? Oder beurteilen Sie die Arbeit der Fachkräfte nach den “Erzählungen” Ihres eigenen Sprösslings?
Info an einer Kita:
“Liebe Eltern,
wenn Sie uns versprechen, nicht alles zu glauben, was Ihr Kind über uns erzählt, dann versprechen wir Ihnen, auch nicht alles zu glauben, was uns Ihr Kind über seine Eltern erzählt.”
Ich war vor Jahrzehnten einmal in einer Kita tätig und beurteile das aus eigener Anschauung.
Ebenso bin ich auch aktuell in einer Bildungseinrichtung, wie die letzten 25 Jahre immer wieder, tätig und habe keine groß abweichenden Beobachtungen dazu.
Die einzige Abstimmung, die viele Klassenzimmer erreicht, ist die Wahl des Klassensprechers.
Hmm, Erfahrungen/ Erlebnisse sind halt unterschiedlich. Vielleicht einigen wir uns darauf, in Ihrer Aussage weiter oben, statt “viele“, lieber “einige” zu schreiben?:
“Meine Erfahrung ist, dass viele “Fachkräfte” Kindern oder Jugendlichen nicht einmal diesen Brotkrumen oder diese Illusion, letztlich muss man das wohl so nennen, von Mitbestimmung ermöglichen.”
Denn ich z. B. habe es auch (ziemlich oft sogar) anders erlebt.
Das haben Erzieherinnen vermutlich schon vor Jahrzehnten Kindern zugestanden. Ein Argument dafür, dass wir nicht so viele “Experten und Expertinnen” brauchen, die die Arbeit selbst im Kindergarten nicht verrichten wollen, aber uns das eigenständige Denken und Planen abnehmen wollen. – Nein danke!
“Das haben Erzieherinnen vermutlich schon vor Jahrzehnten Kindern zugestanden.”
Nee, haben sie nicht.
Wie viele Erzieher aus dieser Zeit kennen Sie persönlich und haben deren tägliche Arbeit mit Kindern miterlebt?
Dass Erzieher*innen ihre Arbeit nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten bzw. dass die Wissenschaft den Erfolg der gängigen Praxis bestätigt, bedeutet in Ihrer Welt die Überflüssigkeit von Wissenschaft??
Wenn es altergemäß ist, JA – siehe Artikel.
Welche Abstimmungen hatten Sie für Ein-, Zwei, und Dreijährige im Sinn, dass SIE sich mit der Abstimmungsfähigkeit vergleichen? 😀
Ich weiß nicht, welchen Kindern Sie so begegnen.
Die Kinder, die mir begegnen, haben einen unbändigen Drang zur Selbständigkeit, zur Weiterentwicklung und zur Selbstwirksamkeit – bis man es ihnen abtrainiert und aberzieht.
Ich lasse meine Grundschulkinder auch ziemlich viel abstimmen, da wo es möglich und geeignet ist…immer gerne mit dem Hinweis, dass sich nicht der/die lauteste durchsetzt sondern in einem geordneten Verfahren (Vorschläge sammeln, abstimmen) die Mehrheit…Disziplin, Ordnung, Impulskontrolle und so. Und selbstverständlich gibt es dabei auch immer “Verlierer”, die das dann aushalten müssen:
#Frustrationstoleranz.
Und auch bei uns gibt es die entsprechenden Gremien, in denen sich Kinder einbringen können und nein, deswegen gibt es nicht jeden Tag Milchreis mit Zimt und Zucker in der Mensa, Hausaufgaben wurden auch nicht abgeschafft und der Unterricht besteht nicht nur aus Sport, Musik und Kunst.
“Ich weiß nicht, welchen Kindern Sie so begegnen.
Die Kinder, die mir begegnen, haben einen unbändigen Drang zur Selbständigkeit, zur Weiterentwicklung und zur Selbstwirksamkeit – bis man es ihnen abtrainiert und aberzieht.”
Auch zu oft “Alphabet – Liebe oder …” geschaut, was?
“Auch zu oft “Alphabet – Liebe oder …” geschaut, was?”
Erstens weiß ich nicht, was das ist und zweitens…wenn Sie kein Argument haben, dann halten Sie sich doch einfach geschlossen.
Ich erinnere mich mit Schrecken an meine Mittelstufenzeit: Alle halbe Jahre wurde ganz wunderbar basisdemokratisch darüber abgestimmt, was am Wandertag unternommen werden sollte. Und alle halbe Jahre wurde mit ein, zwei Stimmen Mehrheit beschlossen, in irgendeine Stadt zu fahren und shoppen zu gehen.
Nach dem ersten Mal bin ich nie mehr mitgefahren. Und mein Vertrauen in den Sinn von “demokratischer Selbstbestimmung” (ja, die Anführungszeichen sind absichtlich gesetzt) hat es in keinster Weise gestärkt, im Gegenteil.
Für die Stärkung der Klassengemeinschaft, wie auch für die Entwicklung der einzelnen Schüler war die imner wiederkehrende Entscheidung auch mitnichten ein Gewinn.
Das lag dann wohl an ihrem “Pädagogen”.
Man kann auch darüber abstimmen, ob man Unterricht macht oder in die Eisdiele geht.
Und? Kindergarten in der Villa Borsig hatten wir doch auch schon. Und der Friedrich-Stadtpalast ist doch auch eine Mega-Kita mit Außengelände und Heli-Landeplatz.
Danke für die klaren Worte! Eine Entscheidung auf demokratische Weise ist natürlich so oft wie möglich zu begrüßen, auch im Kindesalter, aber die Voraussetzung dafür ist zumindest Einsicht in den Sachverhalt und Verständnis von Wirkungen und Folgen einer Entscheidung. Wenn ein ein- oder zweijähriges Kind etwas entscheiden soll, ohne irgendeine Ahnung oder Sachkenntnis zu haben, dann kann man das nicht als Demokratieerziehung bezeichnen, sondern nur als (bewusste?) Parodie davon, die jedes ernsthaft gemeinte Ziel in dieser Hinsicht lächerlich und unglaubwürdig macht.
Abschreckende Beispiele dieser Art gibt’s aber leider sogar in der großen Politik bei – zumindest dem Alter nach – Erwachsenen: Abstimmungen ohne Sachkenntnis haben wir dort auch schon erlebt, wenn gewisse Politiker/innen sich um 360° drehen, in hunderttausende Kilometer entfernte Städte fahren und elektrischen Strom im Netz speichern.
Das können Kleinkinder kaum noch toppen….
“Und wenn man im Kinderrat schon gelernt hat, wie man demokratisch Beschlüsse fasst, dann ist der erste natürlich klar:
Ich trage Windel bis ich 6 bin.”
Nicht von sich auf andere schließen. Aber wie in einer echten Demokratie, steht nicht alles zur Abstimmung, sondern es wird MITbestimmung erlaubt.
Haben Sie sonst noch ernsthafte Sorgen? 🙂
Alle die, die schon wieder gleich die Backen aufblasen und widersprechen wollen, sollten die die Zeit nutzen und z. B. mal in den verlinkten Materialien lesen.
Davon abgesehen ist Demokratie mehr als alles per Mehrheitsbeschluss der Basis zu entscheiden! Demokratische Strukturen, Gremien, Verantwortlichkeiten und Mandate wären dazu passende Stichworte. So mancher Diskutierender sollte sich darin einmal fortbilden!
Ich finde, Gremien und Mandate sind schon etwas überkandidelt für Kinder im Kita-Alter.
Nach dem ersten Absatz drängt sich mir eine einzige Frage auf: Was passiert mit dem Kind, das sagt: “macht ihr ruhig, ich möchte aber nicht mitmachen”.
Es klingt so utopisch, dass ich irgendwie den Verdacht nicht loswerde, dass es nicht darum geht Demokratie zu lernen, sondern um nicht abzuweichen.
Aber das “offene Konzept” fördert und fordert doch genau das! > Kinder die zu nichts zu motivieren sind brauchen nichts ernsthaft tun!
In den GS werden hinreichend Kinder eingeschult, die genau deshalb weder mit einer Schere umgehen, keinen Stift halten, geschweige denn Schuhe binden oder Knöpfe öffnen/ schließen können!
…
Deshalb legt auch ein Lehrer/Erzieher oft fest was gemacht wird, damit eben keine Lücken bleiben. Aber das ist keine Demokratie, das ist ein “ich sage was du zu tun hast”, wenn auch (hoffentlich) in einer freundlichen, respektvollen Art.
Warum soll man diesen Anweisungen noch zusätzliche Anweisungen durch eine Mehrheitsmeinung hinzufügen?
Hannah Arendt hat in einem Vortrag 1958 dazu gesagt:
“Man hat also die Kinder, als man sie von der Autorität der Erwachsenen emanzipierte, nicht befreit, sondern einer viel schrecklicheren und wirklich tyrannischen Autorität unterstellt, der Tyrannei durch die Majorität. […] Die Reaktion der Kinder auf einen solchen Druck ist Konformismus auf der einen und Haltlosigkeit auf der anderen Seite. Eine andere Reaktion kann es auch gar nicht geben. […] Denn die Autorität einer Gruppe, auch einer Kindergruppe, ist stets erheblich stärker und tyrannischer, als die strengste Autorität einer einzelnen Person je sein kann. Sieht man es aus dem Gesichtspunkt eines einzelnen Kindes, so sind seine Chancen, zu rebellieren oder etwas auf eigene Faust zu tun, nahezu gleich Null.”
Sie bezeichnet die Idee moderner Erziehung, Kinder bildeten eine eigene Gesellschaft, die sich selbst verwalten könne/müsse/solle, etc. als eine von drei irrtümlichen Grundüberzeugungen, die in den USA damals in eine Krise der Erziehung geführt hätten.
Ich kann die Lektüre jedem Erzieher/Lehrer/Eltern nur empfehlen. Der Vortrag “Über die Krise in der Erziehung” befindet sich als Text in diversen Sammelbänden ihrer Schriften.
Ich bin ja dafür, daß Kinder so früh wie möglich altersentsprechend mitentscheiden dürfen. Aber was hilft es, wenn sie es Zuhause, in der Kita und vielleicht noch in der Grundschule (z.B. durch selbstständiges Abarbeiten von Wochenplänen) erfahren und dann in der weiterführenden Schule wieder null Teilhabe oder Entscheidungsfreiheit haben. Das führt zu Frustration und am Ende zu Demotivation oder innerer Kündigung. Entweder durchgängig oder garnicht. So führt das nur zu Chaos.
Die Baustelle liegt dann bei den Schulen, kann aber kein Argument dagegen sein, in der Kita das Richtige anzubieten, meine ich :/
Grundsätzlich stimme ich ja zu, aber ich sehe auch, was das mit Kindern macht, die gewohnt sind, in Teilen mitentscheiden zu dürfen und dann auf einmal nur noch das machen sollen, was man ihnen sagt. Kommt dann noch die Pubertät dazu, kann das nicht funktionieren. Warum wohl haben die LuL so viele Probleme mit den SuS? Sie Revolutionen gegen ein System, dass sie aus ihrer Sicht nur gängelt, ohne, dass sie was dagegen tun können (Schulpflicht). Ich würde da wahrscheinlich auch bockig werden und mich fragen, was das soll. Wieso hatte man als kleineres Kind mehr Freiheiten als später. Das klingt doch auch sinnfrei oder nicht?
“Warum wohl haben die LuL so viele Probleme mit den SuS?”
Sie überschätzen den Umfang solcher Programme massiv! Was meinen Sie ernsthaft, wie viele SuS bei Ihnen im Kindergartenparlament o.ä. waren?
Vielmehr würde ich hier gegenhalten: Hier werden Grenzen der eigenen Bedürfnisse im Bezug auf die Mehrheit und die Institution aufgezeigt.
Verwöhnte Platzhirsche würden – meiner Meinung nach – also MEHR auf die Schulgemeinschaft vorbereitet
Ich glaube, wir schreiben aneinander vorbei. Ich bin grundsätzlich für mehr Wahlfreiheit für Kinder, aber bitte nicht in den weiterführenden Schulen damit aufhören. Ich rede da nicht von Schülerparlamentwn, sondern z.B. wählen zwischen 3 Lektüren, wählen von Hausaufgabenformen, wählen von Lernorten (stilkes Lernatelier), weniger Unterricht und mehr “Wochenplanstunden, in denen die SuS selbst entscheiden, ob sie bspw. am Die. nur Mathe und Bio. bearbeiten und Mi. nur Deutsch und Englisch.
Es gäbe Vieles, was man zur Wahl stellen könnte (ob im kleinen – mit Lektürewahl – oder großen – mit SOL – Stil), aber man tut es nicht und das führt zu Frustration.
Also eigentlich, sind wir einer Meinung – ich will, dass die Wahlfreiheit später auch normal wird.
“Ich bin grundsätzlich für mehr Wahlfreiheit für Kinder, aber bitte nicht in den weiterführenden Schulen damit aufhören.”
Da missverstand ich Sie. Entschuldigung
So so.
Kinder lernen in der Kita, dass jede Stimme zählt und sie aktiv ihre Umwelt gestalten können.
Viele Erwachsene erleben im Berufsleben und in politischen Strukturen das genaue Gegenteil. In einer hochgradig durchökonomisierten Arbeitswelt sind Entscheidungsprozesse meist top-down organisiert.
Die Kita erzieht zum Subjekt (jemand, der gestaltet), während die spätere Arbeitswelt oft das Objekt (jemand, der funktioniert) verlangt. Die „Wirkmacht“ der Kita entpuppt sich im Erwachsenenalter oft als Illusion.
Kritiker sehen in diesen Kita-Prozessen eine Form der „Pseudo-Partizipation“. Wenn Kinder zwischen „Wald“ und „Cheerleading“ wählen dürfen, entscheiden sie über Freizeitgestaltung, nicht über strukturelle Machtverhältnisse.
Dies spiegelt die politische Marginalisierung Erwachsener wider: Man darf über Detailfragen abstimmen (symbolische Politik), während die großen ökonomischen und strukturellen Weichenstellungen außerhalb der demokratischen Reichweite der breiten Masse liegen.
Kinder sollen lernen, ihre Bedürfnisse zu äußern.
In einer Gesellschaft, die strukturell ausschließt, dient das „Äußern von Bedürfnissen“ oft nur noch der psychischen Entlastung (Ventilfunktion), um im System weiter zu funktionieren.
Die erwähnte „Demokratiebildung“ könnte unbeabsichtigt dazu dienen, die Kinder frühzeitig an ein System zu gewöhnen, in dem Teilhabe zwar proklamiert, aber faktisch begrenzt ist. Es wirkt wie ein Training für „akzeptiertes Mitmachen“ innerhalb vorgegebener Leitplanken.
„Alle Kinder haben die gleichen Rechte“ und gleiche Teilhabechancen.
Politische Teilhabe ist in Deutschland stark an den sozialen Status gekoppelt. Kinder aus prekären Verhältnissen erleben oft schon zu Hause, dass ihre Eltern strukturell machtlos gegenüber Behörden oder Arbeitgebern sind.
Der Beitrag suggeriert eine universelle Demokratisierung. Die Realität ist jedoch, dass die Fähigkeit, das System zu navigieren (kulturelles Kapital), ungleich verteilt ist. Die Kita-Demokratie kann diese strukturelle Benachteiligung oft nur kaschieren, nicht aufheben.
Im Text wird offen zugegeben, dass Demokratiebildung dazu dient, die „Regierungsform zu verteidigen“. Das mag völlig legitim sein. Aber es zeigt etwas anderes, was zu hinterfragen wäre:
Hier wird das Kind zum Mittel zum Zweck für den Staat. Während das Kind glaubt, es ginge um seinen Waldausflug, geht es dem IFP um die Systemstabilität. Das ist ein instrumentelles Verständnis von Menschsein, das der „Lebensfreude“ und der individuellen Freiheit eigentlich entgegensteht.
Natürlich ist die Regierungsform- die freiheitlich- demokratische Grundordnung- zu verteidigen! Sie heißt Demokratie!!!
Das steht im Grundgesetz und ist damit fix.
Und im Schulgesetz und dem Dienstrecht ist der daraus resultierende Imperativ klar abgeleitet.
Lassen Sie die Unkerei also stecken und setzen Sie den Verschwörer-Aluhut ab!
@Redaktion
Eigene Ideen? Die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie zu brücksichtigen halte ich für eine gute Idee!
Kinder müssen in sehr jungen Jahren lernen, dass sie ihren Willen nicht immer erfüllt bekommen können, damit sie insbesondere als Jugendliche und Erwachsene wissen, dass gewisse Anweisungen von weisungsbefugten Menschen wie zum Beispiel ihre Lehrer und Vorgesetzten umzusetzen haben. Außerdem gibt es noch so Kleinigkeiten wie Verkehrsregeln und diverse Gesetze, über die auch nicht zu diskutieren ist.
Aus dem Handbuch des Autokraten? Herzliche Grüße Die Redaktion
Gesetze und Verkehrsregeln sind jetzt schon auto-kratisch? Und wenn man die für Radfahrer beachtet?
Ich kann Sie beruhigen: Entgegen Ihrer definitiv echten Sorgen stimmen Kindergartenkinder nicht über Gesetze ufb die Straßenverkehrsordnung ab. 🙂
Bitte gehen Sie bezeiten raus und berühren Gras
Weil es aktuell nicht läuft, wäre es wohl manchmal richtig. Weil in den Schulen kaum noch jemand Grenzen setzen kann und nur noch Unruhe und Lärm herrscht und jeder lernen soll, was wr will (u.U. also nichts). Weil in sämtlichen Sportkursen immer jemand nicht mitmachen will, was an sich okay ist, solange man damit nicht den Kurs torpediert und die anderen nervt. Weil ich im Job auch nicht nur machen kann, wozu ich Lust habe. Weil es im Straßenverkehr mittlerweile auch anscheinend die Regel gibt, ich habe immer Vorfahrt und mein SUV braucht mehr Platz, also lass mich durch. Ständig hat man nur noch das Gefühl, Respekt und Rücksicht und die Einhaltung von gewissen Regeln wären nicht mehr notwendig.
Wie lernen Kinder denn, Regeln einzuhalten? “Kinder lernen Regeln und Normen buchstäblich im Spiel. So können sie unbedarft soziale Fertigkeiten üben. Dafür bietet der Kindergarten beste Gelegenheiten. Im Austausch mit Gleichaltrigen können Kinder eigene Spielregeln aushandeln und im Rollenspiel auch das ‘erwachsene’ Verhalten einüben, z.B. das Einkaufen im Kaufladen.” (Und eben nicht autoritär par ordre du mufti.) Quelle: https://www.kinderstudien.at/fileadmin/user_upload/p_entw_psy/Elterninformation/KinderfreundeArtikel/Teil_15_Regeln.pdf
Genau daraum geht es im Beitrag oben – soziales Lernen, bewusst angeleitet durch Erwachsene.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also ich kenne auch Kinder, die lernen im Spiel zu pfuschen, Regeln zu missachten, die Unaufmerksamkeit anderer auszunutzen – eigentlich alles, was später auch im Berufsleben und in der Politik eine Rolle spielt.
Wie lernen Kinder denn, Regeln einzuhalten? “Kinder lernen Regeln und Normen buchstäblich im Spiel. So können sie unbedarft soziale Fertigkeiten üben.
Kinder lernen durch sinnvolle Konsequenzen, dass man gewisse Regeln und Absprachen einhält. Das wusste schon Maria Montessori, gerne mal nachlesen.
Wenn wir bspw. abgesprochen haben, morgens um 9 Uhr in den Zoo zu fahren und der Sohn sich die ganze Zeit nicht fertig macht, dann bleibt er eben zu Hause (nicht alleine) oder der Zoo-Besuch wird abgesagt.
Wenn er seine Fußballschuhe in seinem Chaos nicht wiederfindet, dann muss er eben sehen, was er macht und kann ggf. kein Fußball spielen.
Und wenn die pubertierende Tochter mal wieder keine Kleidung zum Waschen hatte, muss sie sich nicht wundern, wenn das Lieblings-Shirt eben nicht gewaschen wurde und sie jetzt mal etwas anderes anziehen muss…
Die Welt ist nicht schwarz-weiß. Kinder können lernen geordnet mitzubestimmen und sich an Regeln zu halten.
Das “müssen” Kinder nicht lernen, das lernen sie über das ganz normale Leben sowieso. Es bietet sich an. mit ihnen darüber zu sprechen, dass niemand immer Erfolg haben kann und die Hoffnung vermitteln, dass sich möglichst das, was dem Gemeinwohl und nicht nur persönlicher Bereicherungsabsicht dient, durchsetzen kann. Dass sich Anstrengungen und Arbeit lohnen und man gemeinsam manches schaffen kann…
“… das lernen sie über das ganz normale Leben sowieso.…”
Mir drängt sich da, leider, die Frage auf: Wie normal ist das Leben heute für Kinder? Wer legt fest, was “normal” ist?
“Außerdem gibt es noch so Kleinigkeiten wie Verkehrsregeln und diverse Gesetze, über die auch nicht zu diskutieren ist.”
Scheint so, als würden SIE langsam lernen, dass es unverhandelbare Regeln gibt und verhandelbare Inhalte, Abläufe und Regeln.
Ich nehme an, Sie haben KEIN Gegenargument und phantasieren stattdessen davon, dass Kindergartenkinder die Straßenverkehrsordnung aufheben. Keine Sorge, Sie spinnen sich da nur etwas zusammen 😉
Das wird tatsächlich immer mehr in Kitas und schon Krippen gelebt: ich habe selbst erlebt, dass den Eltern erklärt wurde, “das Kind wird gefragt, ob es gewickelt werden will. Wir wickeln nur, wenn das Kind zustimmt. Ist bei uns im Konzept verankert.”
Kinder waren komplett wund und mussten erst mal zu Hause bleiben.
Tja, das nennt sich dann ” Recht auf Verwahrlosung”. Das wurde Bekannten von uns einmal gesagt, die wie wir auch ein schwerbehindertes Kind mit hohem Unterstützungsbedarf haben.
In Wirklichkeit ist es aber unterlassene Hilfeleistung, wenn jemand kognitiv nicht in der Lage ist, für sich selbst zu entscheiden.
Wenn das in dem “Konzept verankert” ist, kann da jemand zwischen diesen Rechten nicht unterscheiden. Leider nimmt diese Haltung immer mehr zu.
Wenn man natürlich überfordert ist in der Kita mit vielen Wickelkindern, fehlt die Zeit zur Beziehungsarbeit mit den Kindern, und umso eher wehren sich die Kleinen, wenn alles schnell, schnell gehen soll. Hauptsache, das Kind funktioniert. Wenn es sich dann wehrt, ist es dann der ” freie Wille”des Kindes und die Eltern dürfen es ausbaden.
Kenne ich aus meiner beruflichen Erfahrung so nicht.
Wenn die Windel voll ist, wird sie gewechselt. Alles andere ist doch verantwortungslos. Sowohl dem betroffenen Kind, als auch allen anderen Anwesenden gegenüber. Eine voll gekackte Windel stinkt zum Himmel. Das hält doch kein Mensch aus
Das Kind darf aber durchaus äußern, welche der anwesenden Erzieherinnen es zum Wickeln bevorzugt, und das wird dann auch berücksichtigt.
Also etwa so: “Du brauchst eine frische Windel. Soll ich dich wickeln, oder lieber die ….?”
Dann gibt es auch bestimmte Abläufe, wo das vielleicht nicht immer möglich ist, z.B. während der Mittagszeit, vor oder nach dem Schlafen. Da kann es sein, dass eben die Erzieherin wickelt, die gerade im Raum ist, während die andere noch mit Tisch abräumen im Gruppenraum beschäftigt ist, oder mit den bereits aufgestandenen Kindern schon wieder im Gruppenraum ist.
Da wird dann halt gewickelt, bei wem es gerade nötig ist, ohne jedesmal zu fragen. Würde ein Kind tatsächlich spürbares Unbehagen zeigen, kann man sich immernoch mit der Kollegin kurzschließen und tauschen, so dass sie sich um das Wickeln des betreffendrn Kindes kümmern kann. Kommt aber nach meiner Erfahrung eher selten vor.
Gibt es tatsächlich Kindergärten und Krippen in denen Kinder länger in nasser, bzw. vollgekoteter Windel gelassen werden, weil sie dem Windelwechseln nicht zugestimmt haben?
Es kommt ja immer wieder mal vor, dass Kinder es ablehnen, gewickelt zu werden – meistens dann, wenn sie gerade intensiv mit einer Sache beschäftigt sind.
Dann warte ich eben noch ein paar Minuten, um ihm Zeit zu geben, seine Tätigkeit zu beenden. Aber dann gehe ich schon hin mit den Worten: “So, du brauchst jetzt eine frische Windel, aber danach darfst du gleich weiterspielen. Die … paßt auf, dass niemand dein Gebautes/Puzzle/Spiel wegnimmt/kaputtmacht….”
Ich begreife wirklich nicht, wie man einfache Dinge so furchtbar kompliziert machen kann.
In meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit in unterschiedlichen Einrichtungen, ist mir ein derartiges Vorgehen noch nie untergekommen.
Wenn das Kind äußern darf, von wem es gewickelt werden möchte, ist das ja schon eine Bewegung in die richtige Richtung. Ich glaube sogar, dass das schon immer von einfühlsamen Bezugspersonen so oder ähnlich gemacht wurde, dass man unkompliziert das Baby/ Kleinkind in das Geschehen einbezieht, sofern es die Umstände erlauben.
Eine Art unkomplizierte und in den Alltag integrierte Demokratiebildung, im Gegensatz zu künstlich hergestellten Prozessen.
Dann ist das Kleinkind eben selbst schuld und sollte lernen mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen zu leben. Gutes Konzept, denn nur so lernt man Demokratie und Mitbestimmung! Denn wie wir alle wissen, sind “Kinder Experten ihres Lebens”:
https://www.news4teachers.de/2024/07/kinder-sind-experten-ihres-lebens-bildungsminister-plaediert-fuer-mehr-selbstbestimmung/
Im Ernst, es ist wie die Katze oben schrieb: dieser ganze Bumms ist zur Selbstparodie verkommen. Die schlechten Ergebnisse hinsichtlich des Sozialverhaltens sowie der kognitiven, emotionalen und auch motorischen Fähigkeiten, die diese Pädagogik in den Kindergärten produziert, sehen wir täglich. Schlussfolgerung: es braucht mehr von dieser Medizin! Ich bin heilfroh, dass meine Kinder da durch sind und sie noch die letzten Reste gymnasialer Bildung in Sachsen genießen dürfen, bevor die auch noch geschleift werden. Nach uns die Sintflut. Meine künftigen Enkel werden dann sicher keinen Verwahrlosungskindergarten (aka offenes Konzept) und keine staatlichen Schulen mehr besuchen.
Roland Reichenbach: Die Pädagogik der Privilegierten.
Super, die bisherige politische Bildung in Sachsen – mit eindrucksvollen Ergebnissen: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/neonazis-jugend-radikalisierung-gewalt-100.html
Spaß.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Tja, wer keine Probleme hat, lässt Kinder alles selbst entscheiden,
Nicht ganz korrekt: Wer keine Probleme will (!), lässt Kinder jeden Alters alles selbst entscheiden!
Sonst müsste man das Kind am Ende doch noch “erziehen”…
Sind Kinder, die von klein auf immer alles selbst entscheiden durften, diejenigen, die später keine Probleme machen?
Warum versuchen Sie, die Diskussion zu polemisieren – es geht nicht darum, dass “Kinder von klein auf immer alles selbst entscheiden”. Wie kommen Sie auf solchen Blödsinn?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich antwortete auf die beiden vorhergehenden Kommentare. Aber die Frage ist doch legitim, denn wo zieht, wer die Grenzen, was die Kinder wann selbst entscheiden dürfen?
Erwachsene ziehen selbstverständlich die Grenzen. Aber eben im Bewusstsein, Kindern Entscheidungskompetenz schrittweise und altersgerecht vermitteln zu müssen – weil sie die nur so lernen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das sind dann auch die Erwachsenen, die vorher aus 10 möglichen Projekten die 2 ausgesucht haben, über die die Kinder dann abstimmen dürfen. Da entscheiden die Erzieher sicher ganz objektiv und nicht nach eigenen Vorlieben oder Abneigungen. 🙂
“Da entscheiden die Erzieher sicher ganz objektiv und nicht nach eigenen Vorlieben oder Abneigungen”
Was soll die Alternative sein zh pädagogischen Angeboten?? Wurden Sie in ihrer Kindergartenzeit vernachlässigt oder woher haben Sie diese absolut falsche Vorstellung? Heuchelten Sie nicht zuvor noch die aufrichtige Sorge, Kinder könnten überfordert sein oder schlechte/ schädliche Entscheidungen treffen? 😀
Und die wesentliche Voraussetzung für eine kompetente Entscheidung ist Sachkenntnis. Daran arbeiten wir täglich.
Das reicht eben nicht – Verantwortlichkeit lernt man nicht durch “Sachkenntnis”.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber ohne auch nicht, denn wer verantwortlich handeln möchte, weiß, dass er Sachkenntnis bzw. entsprechende Kompetenzen benötigt.
Das bestreitet doch gar keiner. Sachkenntnis ist bei der Mitwirkung von Kindern in der Kita, um die es hier geht, aber eher nicht vonnöten. Herzliche Grüße Die Redaktion
In dem Beispiel im Text „Cheerleading oder Waldausflug“ müssten die Kinder z.B. schon wissen, wie lange das Programm dauert oder wie weit der Weg ist. Sie müssten ggf. von der Allergie von Lutz oder der Blase am Fuß von Lisa wissen und auch begreifen, was das bedeutet. Und außerdem geht der Waldausflug nur, wenn die Betreuungskraft wieder gesund ist.
Wenn das alles mit den Kindern besprochen wurde, dann können sie für etwas stimmen, wissend um die Konsequenzen. Dann besteht die Chance, dass sie die Verantwortung der Entscheidung fühlen. In diesem Falle bin ich dabei.
Nur Abstimmen um der Abstimmung Willen, um den Kleinen „Mitbestimmung“ zu ermöglichen, halte ich für zu dünn, ggfs.. für kontraproduktiv. Nach meinem Eindruck klingt der Artikel (und andere Beiträge zum Thema) aber leider so, als wäre allein die Abstimmung und Mitbestimmung schon ausreichend.
“In dem Beispiel im Text „Cheerleading oder Waldausflug“ müssten die Kinder z.B. schon wissen, wie lange das Programm dauert oder wie weit der Weg ist.”
Ne, die lernen das – es sind KINDERGARTENKINDER XD
Aber hey, erinnern die sich vielleicht beim nächsten Mal daran, was hinter ihrer Entscheidung steht? Oh, shit! Das könnt in Richtung Demokratiebildung gehen! 😀
? Hauptsache, die Kinder lernen frühzeitig ihr Kreuz zu machen, worum es eigentlich geht, ist egal?
Das sieht man ja auch schon bei vielen AfD- Wahlern. Das Wahlprogramm muss man nicht lesen/ verstehen. Hauptsache dafür und gegen die anderen.
Das meinen Sie doch hoffentlich nicht im Ernst, liebe Redaktion!
Nein, meinen wir nicht. Meint tatsächlich niemand. Wir fragen uns allerdings schon, wie man auf eine solch groteske Idee kommen kann – glauben Sie ernsthaft, in Kitas sind Idiotinnen beschäftigt, die Einjährige über Formulierungen der Gruppenordnung abstimmen lassen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion
Ihr obiger Artikel und besonders die Überschrift laden leider zu verschiedenen “Spekulationen” ein und spielen damit mMn. den Rechten in die Hände! Deshalb meine “provozierenden” Fragen und Anmerkungen/Bedenken dazu!
Ich wünschte mir mehr sachliche konkrete Beispiele bei diesem sensiblen Thema (z. B. solche, wie die Kommentare von @Marion). Da versteht dann jeder, was genau gemeint ist und wie man das in der Praxis umsetzen kann. Gut ausgebildete und erfahrene Erzieher, wie Marion, machen das sicher schon immer so. Aber leider haben wir auch in den Kitas zunehmenden Fachkräfte-Mangel. Viele junge, unerfahrene Erzieher und Quer- und Seiteneinsteiger könnten das ganze “falsch verstehen”. Dann verkommt das mit der Mitbestimmung der Kleinsten zu einer Farce (Hauptsache mitbestimmen), ohne Sachkenntnis und Überblick).
P.S.: Großer Dank an Marion!
Unterstellen Sie das Lehrkräften auch mal eben – das ganze “falsch zu verstehen”? Sie können fast jeden Beitrag auf News4teachers verballhornen, wenn Sie den Praktikerinnen und Praktikern Idiotie unterstellen (was tatsächlich in der Gesellschaft passiert).
Leider stellen wir fest, dass dieses Spiel – nach unten treten – gerne im Bildungswesen gespielt wird. Hochschulen und Ausbildungsbetriebe schimpfen auf die weiterführenden Schulen, die auf die Grundschulen, die auf die Kitas. Und denen bleiben dann nur noch die Eltern.
Wir schlagen stattdessen vor, mal über tatsächliche (statt konstruierte) Probleme zu sprechen, die für Missstände ursächlich sind: in erster Linie die Personalnot der Einrichtungen, die wichtige Förderung – wie hier: zum sozialen Lernen – allzu oft unmöglich macht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Demokratiebildung hat doch hoffentlich nicht etwas mit Antifaschismus zu tun?
Am Ende nicken die nicht stumpf das Bombadieren von Zivilist*innen ab, nur weil man vor einem halben Jahrhundert eingetrichtert bekam, Moskau habe immer Recht…
Vielleicht möchten Sie bezüglich der Demokratie anderen den Vortritt lassen…
Die Menschen in Deutschland haben heute ja eine Wahl, zu Ihrer Zeit standen die “Gewinner” ja fest. 😉
Die Frage, wo Grenzen liegen ist legitim, Ihre Annahme, es gäbe keine, ist bezeichnend.
Und trotzdem (!) – ich finde es schon fast lustig – auf so erheblich solideren Fundament als die beknackte DDR-Diktatur. Ich meine, Sie glauben allen ernstes, Kindergartenkinder dürften alles mitbestimmen (auch wenn das nirgendwo steht) und Sie haben dort studiert!
Also keine Sorge, trotz Krisen, Rückschlägen und schlechter Politik, es wird niemals so schlecht wie zu Ihrer Zeit 🙂
Muss die Treuhand schuld sein XD
Das sind die Kinder, die fragen: ” Lernen wir heute etwas oder müssen wir wieder tun, was wir wollen? ” 😉
Dann ändern Sie etwas. Oder haben Sie die Zitate frisch aus Bellytown? 🙂
Lt. Artikel beteiligen sich in der Krefelder Kita auch schon die Einjährigen an der Freitagsabstimmung, wo es u.a. um die nächste Gruppenaktivität geht, z.B. Cheerleading oder Waldausflug.
Wie darf ich mir das konkret vorstellen?
Sitzen da alle Altersgruppen, also alle Ein- bis Sechsjährigen im Kreis und stimmen darüber ab, ob heute Cheerleading oder Waldausflug, Bücherei oder Spielen im Garten, Turnstunde oder Spaziergang etc. stattfinden soll?
Und wie genau werden sie dabei von den Erzieherinnen unterstützt.
Ich bezweifle stark, dass Einjährige in so einem Setting überhaupt begreifen, was da konkret vor sich geht, worüber geredet wird und was genau das jetzt mit ihnen zu tun hat.
Am gekippten Fenster bewegt sich gerade der Vorhang leicht im Wind – fasziniert beobachtet die kleine Hanna das Schauspiel, während um sie herum viele Kinder sitzen, die ziemlich viel quasseln, was sie im Moment aber gar nicht interessiert.
Der kleine Noah drückt gerade sein Gesicht in das Fell seines Lieblingsteddies – ihn verunsichern die vielen Leute, Gott sei Dank sitzt er auf dem Schoß seiner Lieblingserzieherin, da kommt er besser mit der Unübersichtlichkeit klar.
Eine Ameise krabbelt über den Boden. Neugierig folgt ihr der Blick des kleinen Jonas, der versucht sie mit seinem Händchen einzufangen indem er ihr hinterherpatscht.
Ich schätze mal zumindest diesen Dreien geht in dem Moment, sowohl Cheerleading als auch Waldausflug und jegliche weitere sich im Gespräch befindliche Option an Gruppenaktivitäten für diesen Tag, an der, mit Verlaub, möglicherweise vollgeschissenen Windel vorbei.
Also “Cheerleading” gilt inzwischen als Teil der Bildung? Steht das auch schon in den Bildungsplänen für die Grundschule? Ist mir bisher entgangen.
Ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Steht als Option für eine wählbare Gruppenaktivität so oben im Artikel über den Krefelder Kindergarten.
Vielleicht kennt ein Kind das von der älteren Schwester und hat sich das als Aktion für den Kindergarten gewünscht. Sowas kann schon mal vorkommen.
Muss ja nicht immer alles, was man tut, im Bildungsplan stehen.
Manchmal macht man mit Kindern Sachen, einfach nur, weil sie Spaß machen.
Wird landläufig auch als “Spielen” bezeichnet. Kleine spielen nach, was sie bei Großen gesehen haben. Und häufig lernen sie sogar etwas dabei.
Ja, was für ein Irrsinn…..und so schön beschrieben!
Wie kann man bei diesen Abstimmungen, mit vielen Kindern, sicherstellen, dass die älteren/ wortgewandteren/ extrovertierteren … Kinder nicht die jüngeren/ neuen/ schüchternen… überstimmen/ bequatschen oder gar manipulieren.
https://www.betzold.de/blog/gruppen-und-gruppendynamik/
Hier 2 interessante Zitate aus meinem link zur Gruppendynamik:
“In Kitas gibt es niemals einen gemeinsamen Start und auch keine vollständige Auflösung der Gesamtgruppe oder einzelner Gruppen der Einrichtung (beim Gruppenkonzept). In Kitas gibt es, parallel, drei unterschiedliche Gruppen: die der neuen Kinder, die derjenigen, die bereits im zweiten Jahr die Einrichtung besuchen und diejenigen Kinder, die im Sommer die Einrichtung verlassen werden.”
“Durch die Möglichkeit und Notwendigkeit zur direkten Kommunikation begrenzt sich die Größe von Gruppen; die ideale Gruppengröße ist dadurch definiert (vgl. Geramanis, 2020, S. 48). In Gruppen mit ca. 15 Personen, in Abhängigkeit vom Alter, kann Kommunikation noch zwischen allen Mitgliedern stattfinden. Je jünger die Gruppenmitglieder sind, desto kleiner sollte die ideale Gruppengröße sein. In Kitas und (Grund-)schulen kann eine Anzahl von ca. 5 – 7 Personen als ideale Gruppengröße angenommen werden.”
Man macht Morgenkreis. Bei uns waren das immer so um die 15 Kinder pro Morgenkreis – bei uns gab es drei davon.
Dann dürfen Kinder Ideen, Wünsche, Vorschläge äußern,
Wer etwas sagen möchte, muss sich melden. Schüchterne Kinder spricht man auch mal direkt an, ob sie vielleicht auch etwas sagen möchten.
Nicht jede Idee eignet sich für ein Kindergartenprojekt oder eine Aktion. Das muss man dann erklären, warum das so ist. Die machbaren Ideen werden auf ein Plakat geschrieben und mit, für die Kinder verständlichen, Symbolen gekennzeichnet.
Dann darf nacheinander jedes Kind zum Plakat gehen und einen Strich bei dem Symbol machen, das für das von ihm gewünschte Angebot steht.
Was die meisten Striche bekommem hat, das wird dann gemacht. Oder, bei sehr knappen Entscheidungen oder Gleichstand, nimmt man die zwei oder drei beliebtesten Themen und stimmt nochmal zwischen diesen ab.
Klappt in der Regel ganz gut, bei den Mittleren und den Vorschulkindern. An den jüngeren, im Kindergarten sind das die Dreijährigen, geht das oft einfach vorbei oder sie haben weniger Bezug zu der Sache, weil sie einfach noch viel mehr im Moment leben. Die machen ihr Strichlein dann halt auch irgendwo hin, weil die anderen das vormachen und haben in der Regel bei Beginn des Projektes schon wieder vergessen, dass das etwas mit dem Plakat, den Bildern und den Strichen zu tun hatte.
Aber zumindest haben sie das Prozedere schon mal mitgemacht und kennen es, wenn sie dann älter und reifer sind, schon. Ist ja auch kein Schaden.
Für Bequatschen und Manipulieren ist da eigentlich kaum Gelegenheit.
So lief das in dem Kindergarten mit offenem Konzept, in dem ich bis vor zwei Jahren gearbeitet habe.
Wo anders wird es wieder anders laufen.
Ich finde, dass es nicht schadet, die Kinder da immer mal wieder mitentscheiden zu lassen.
Ich finde aber auch nichts dabei, von Erziehern entwickelte Ideen mit den Kindern umzusetzen, weil es manchmal halt auch notwendig sein kann, ein wichtiges Thema, ein besonderes Anliegen, den Kindern nahezubringen, auf das die Kinder nicht von alleine kommen würden, wovon ich als Erwachsene aber erkenne, dass das für die Förderung und Entwicklung der Kinder oder für bestimmte Gruppenprozesse gerade enorm wichtig ist.
Und es liegt immernoch in der Verantwortung von uns Erwachsenen, zu sehen, wo es vielleicht noch hakt, wo noch ein wenig Input nötig ist, wo es noch besonderer Förderung bedarf – und dann muss ich auch mal entscheiden, dass heute ganz genau dieses oder jenes gemacht wird.
Es braucht halt, wie überall, eine gewisse Ausgewogenheit.
Danke! So macht es auch Sinn:
Ein Problem habe ich mit den u3jährigen, die dann irgendwo einen Strich machen und nicht wissen, worum es überhaupt geht und/oder schnell vergessen, weil sie nicht länger vorausplanen können. Ist das nicht schon eine Art “Mitläufertum” (ich mache, was die anderen mir vormachen, egal, worum es geht)?
Wenn, wie im Beispiel aus dem Artikel, ca. 90 Kinder von 1-6 Jahren an der Freitagsabstimmung teilnehmen (müssen?) – dann frage ich mich schon, was de u3-Kinder da lernen. Im besten Fall lernen sie still zu sitzen und nicht zu stören, wenn die “Großen” eine “Versammlung” machen. Evtl. lernen sie aber auch “abzuschalten”, sich mit anderen Dingen während solcher Veranstaltungen zu beschäftigen (Ihr Beispiel “Vorhang und Ameise”).
Dieses “Abschalten” kann auch eine hilfreiche “Kompetenz” für die Zukunft sein (man denke an manche “Meetings” 🙂 ), aber möchte man diese “Kompetenz” wirklich den Kindern antrainieren?
Naja, die Dreijährigen sehen in dem Moment “ich darf mir etwas aussuchen, das ich mag”.
Als Erzieher erklärt man dem Kleinen, der gerade dran ist mit abstimmen, noch mal, wofür die Symbole stehen. Man fragt “Magst du gerne Piraten, oder lieber Dinosaurier oder findest du Polizei toll……”, je nachdem, welche Themen vorgeschlagen wurden. Dann können Dreijährige für den Moment schon entscheiden: “Das find’ ich gut.” Ich denke aber nicht, dass jedem von ihnen klar ist, dass sie darüber entscheiden, was in der/n nächsten Woche/n das beherrschende Thema im Kindergarten sein wird. Dass sie über etwas entscheiden, dass längerfristig wirkt als: “jetzt gerade mag ich das”.
Aber was wäre die Alternative? Die Dreijährigen komplett von der Abstimmung ausschließen?
Zumindest hat man so doch auch vom Dreijährigen eine Momentaufnahme, was ihm gerade gefällt. Und auch, wenn er das danach relativ schnell wieder vergessen hat, oder die Zusammenhänge noch nicht so ganz versteht – er war dabei, die Großen durften Striche neben ihr Lieblingssymbol malen und er durfte das auch. Das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl, es fördert das Selbstvertrauen – “ich darf auch mitmachen” – und die Großen lernen, dass auch die Kleinen ernstgenommen und gefragt werden müssen.
Und ehrlich gesagt geht es mir bei dem Ganzen auch nicht darum, ob wir mit diesem Vorgehen lauter kleine, brave, zukünftige Demokraten heranziehen, die später mal bloß nicht die falsche Partei wählen.
Mir geht es darum, dass Kinder sich ernstgenommen und gesehen fühlen, dass sie erfahren, wir dürfen mitentscheiden und dass sie lernen eigene Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Kurz: Förderung von Kreativität und eigenständigem Denken.
@potschemutschka
Sorry, habe übersehen, dass Sie von U3-Kindern schrieben.
Ich dachte Sie beziehen sich auf mein Beispiel mit den Dreijährigen.
Alles gut! Kein Problem. Ich habe Ihre Kommentare schon richtig eingeordnet und stimme Ihnen zu, für die Kinder ab 3.
Nachtrag:
Aber ich stimme Ihnen zu, was das Beispiel aus dem Artikel betrifft. Das klingt so, als säßen da alle Kinder aus der Einrichtung, aus allen Gruppen einschl. Krippe mit den Einjährigen, und da wird dann darüber abgestimmt, was gemacht wird. Wenn das so stattfindet, ist es Quatsch.
Da sind selbst Dreijährige noch komplett überfordert.
In dem von mir beschriebenen Setting, kann man als Erzieher aber sehr gut auf das einzelne Kind eingehen und es unterstützen.
Für Einjährige wäre es aber nichtmal in diesem Setting etwas.
Ich gehe bei meiner Beschreibung ausschließlich von Kindergartenkindern aus, also der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen.
Und ich würde es auch nicht ständig so machen.
Ich sprach ja weiter oben von einer Ausgewogenheit zwischen Mitbestimmung und dann auch wieder von Erziehern iniziierten Beschäftigungen.
Danke, Marion! Wieder sehr gut erklärt, wie es sein sollte und sein kann.
Nur leider habe ich so manchmal Zweifel, dass es immer so gemacht wird. (Zeit- und Personalmangel, Hilfskräfte, die wenig Erfahrung/Wissen haben …)
Psychologie und Gruppendynamiken haben mich schon immer sehr interessiert – Gruppendruck (oft auch unbeabsichtigt = Konformitätsdruck) kann positiv, aber auch negativ wirken. Besonders in sehr heterogenen (großer Alters- und/oder Entwicklungsunterschied) und in sehr großen Gruppen kann es problematisch werden:
https://frage-des-tages.de/gesellschaft/gruppenzwang/
Das alles solten Erzieher und Lehrer bei solchen Abstimmungen mit bedenken. Und die Erwachsenen sollten sich auch selbst immer wieder hinterfragen, inwieweit sie ihre eigenen Wünsche/ Ideen … den Kindern suggerieren, wenn sie die “Wahlmöglichkeiten” vorstellen. Kinder spüren oft, was die “Großen” erwarten und passen sich dann manchmal einfach an.
Konformitätsdruck – Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik
Vielleicht sollte man zunächst einmal damit beginnen, Kinder nicht abstimmen zu lassen, sondern ihnen eine „Stimme“ zu geben. Nicht Mama, Papa, sonstige Erwachsene beantworten ausschweifend eine an das Kind gerichtete Frage in der Art: Ja dann erzähl doch mal blablablabablababa… . Es beginnt mit der Möglichkeit der Meinungsäußerung
Liebe Redaktion,
ich bin ein Fan dieser Seite, und ich finde Demokratiebildung gut und wichtig.
Aber bitte: Altersgemäß und mit Augenmaß. Und: Beteiligung heißt nicht freie Entscheidung über alles – ein schweres Missverständnis des Freiheitsbegriffs, der auch viele Erwachsene betrifft.
Ich hätte mir in diesem Artikel weit mehr ein Pro und Kontra gewünscht, eine kritische Betrachtung der Auswüchse wie “der 2-jährige entscheidet selbst, ob er die WIndel gewechselt bekommt”. In der Praxis ist es nämlich leider so, dass Kinder oft über Dinge abstimmen oder selbst entscheiden dürfen – nein, müssen -, deren Folgen sie nicht absehen können. Erst wenn wir auch die Kehrseiten der Medaille betrachten, können wir uns für die Anteile entscheiden, die gut und wichtig sind. Das gilt für diesen Artikel genau so wie für die Demokratiebildung. Und vielleicht gehören ja “Cheerleading oder Waldausflug” in der Kita dazu – aber auch noch nicht bei Einjährigen. Einjährige können entscheiden, ob sie heute das gelbe oder das rote (gleich warme) T-Shirt anziehen wollen.
Das Konzept der Partizipation wird in so vielen Einrichtungen grundlegend missverstanden, dass die Grundschulen Horden an Kindern bekommen, die immer alles für sich selbt entscheiden wollen. Die nicht zuhören können. Die nicht an gemeinschaftlichen Gesprächen teilnehmen. Die überhaupt nicht gewöhnt daran sind, sich auch mal anzustrengen, auch mal etwas tun zu müssen, auch wenn es keinen Spaß macht.
Landauf, landab wird über schlechte Ergebnsise in Bildunsgvergleichen gejammert, und dass die Grundschule es richten soll. Eine falsch verstandene Partizipation in der Kita torpediert jede Anstrengungsbereitschaft und viele Lernergebnisse in den Grundschulen und hat weitreichende Folgen für die gesamte Bildungslaufbahn.
Dieser unkritische Artikel hier leistet all den Bemühungen um einen gesellschaftsdienlich verstandenen Freiheitsbegriff und allen Bemühungen von Grundschulkräften, mit Kindern zu lernen, einen Bärendienst. Er verzerrt auch den Begriff “Demokratiebildung”, und das ist gefährlich, gerade in den heutigen Zeiten, wo viele die Demokratie lieber heute als morgen abgeschafft sehen wollen.
Liebe(r) Alex B.,
das sehen wir naturgemäß anders. “Dass die Grundschulen Horden an Kindern bekommen, die immer alles für sich selbt entscheiden wollen” – liegt unseres Erachtens nicht daran, dass Kitas Kinder zu früh mitentscheiden lassen. Sondern dass Kinder nicht gelernt haben, sozial zu agieren (aus welchen Gründen auch immer).
Soziales Lernen setzt nicht erst dann an, wenn ein Kind schon sozial denkt – sonst wäre es ja nicht nötig. “Kindertageseinrichtungen bieten ein ideales Erfahrungs- und Übungsfeld, um Teilhabe und Mitbestimmung zu erproben, zu erfahren und zu leben. Die Fachkräfte können tagtäglich verschiedene Möglichkeiten der Demokratiebildung einfließen lassen, gemeinsam mit den Kindern erproben und etablieren. Im geschützten Setting der Kita lernen sich alle Kinder nach ihren Fähigkeiten mitzuteilen, zuzuhören und auch Kompromisse einzugehen. Das Recht auf Beteiligung ist dabei keine Frage des (Entwicklungs-)Alters. Alle Kinder können ihre Interessen mitteilen und sollten altersangemessen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden”, so heißt es beispielsweise beim Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz. Betonung auf: nach ihren Fähigkeiten, altersangemessen.
Quelle: https://www.ifp.bayern/de/themen/demokratiebildung-in-der-kita/
Wie das in der Kita-Praxis umgesetzt wird, illustriert unser Beitrag.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Na, dann sind wir uns zumindest an dieser Stelle einig:
“Betonung auf: nach ihren Fähigkeiten, altersangemessen.” 😉
Auch gibt es natürlich viele Faktoren für die Probleme der Kinder
Ich bleibe aufgrund vieler gemachter Erfahrungen aber dabei:
Die “Partizipation” wird viel zu häufig unkritisch und nicht altersangemessen umgesetzt. Und *das* führt definitiv zu großen Problemen in den Grundschulen.
Mir scheint ja, dass es da zwei grundlegende Missverständnisse gibt.
Zum einen der Glaube, wenn Kinder schon von kleinstauf möglichst viel selbst entscheiden dürfen, dann ist das “Demokratiebildung”.
Zum anderen die Vorstellung, wenn Kinder in Kindergärten bei bestimmten Entscheidungsprozessen mit einbezogen werden, dann dürfen sie über ALLES selbst bestimmen, müssen nur machen, worauf sie Lust haben und kommen als total verzogene Rotzlöffel in der Schule an.
Wenn Kinder z.B. bei der Themenauswahl für ein Projekt eigene Vorschläge machen dürfen, worüber dann abgestimmt wird, dann heißt das, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kinder, der für etwas anderes gestimmt hat, lernen muss, sich mit diesem Ergebnis abzufinden.
Sie müssen lernen trotzdem die Motivation für entsprechende Aktionen aufzubringen, obwohl sie sich eigentlich ein anderes Thema gewünscht hätten.
Und seltsamerweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Kinder, allein dadurch, dass sie die Möglichkeit hatten ihre Wünsche zu äußern und den Prozess der Entscheidungsfindung selbst mitzuerleben, danach mit genausoviel Freude und Motivation bei der Sache waren, wie diejenigen, deren Vorschlag tatsächlich auch gewählt wurde.
Dann kann man so ein Thema ja von vielen Seiten her behandeln.
Zunächst auf Sachlich/informativ/inhaltlicher Ebene, um erst einmal Wissen über die Thematik zu sammeln.
Dann auf gestalterischer Ebene:
Wir malen, basteln, erstellen Collagen….etc.
Wir beziehen das Thema in eine Turnstunde mit ein, in Form einer Bewegungsgeschichte, eines Parcours…etc.
Wir lesen Geschichten, schauen uns Bilderbücher dazu an.
Wir lernen passende Lieder, begleiten mit Instrumenten, machen Finger- und Kreisspiele.
Und die Vorschulkinder, die gerade z.B. am Zahlen- und Mengenverständnis arbeiten, üben das anhand des Projektthemas.
Dann wird eben ein Arbeitsblatt bearbeitet, wo man Dinosaurier zählen/zuordnen muss, wenn das Thema z.B. “Dinosaurier” lautet.
Die Kinder üben und lernen damit alles, was sie geübt und gelernt hätten, wenn das Thema von den Erwachsenen vorgegeben gewesen wäre.
Zumindest ich hab das immer so gemacht und viele meiner Kolleginnen auch.
Also keine Panik. Mitbestimmung im Kindergarten heißt nicht zwangsläufig, jeder macht was er will, und am Ende kommen lauter verzogene kleine Tyrannen in die Schule, die auf nix Bock haben.
Ich kann hier aber nur von meinen Erfahrungen sprechen und von dem was ich erlebt habe.
Wie das in anderen Kindergärten läuft, darüber erlaube ich mir, mangels Einblick, kein Urteil.
Danke, sehr anschaulich. Einen Punkt möchten wir allerdings klarstellen: “Der Glaube, wenn Kinder schon von kleinstauf möglichst viel selbst entscheiden dürfen, dann ist das ‘Demokratiebildung'” – wird von niemandem hier oder im Beitrag ernsthaft vertreten. Es wird lediglich von manchen Foristen unterstellt, dass Kitas so handeln würden (oder es im Beitrag darum ginge).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Vielleicht liegt es daran, dass nirgendwo in dem Artikel, auch nicht in dem Zeitungsartikel, auf den verlinkt wird, mal konkret erklärt wird, WIE die Einjährigen in einer Versammlung von über 90 Kita-Kindern von den Erzieherinnen dabei “unterstützt” werden, an einer Abstimmung über mögliche Tagesaktivitäten teilzunehmen.
Das bleibt auch mir ein Rätsel.
Ich habe das ja bereits dargestellt:
https://www.news4teachers.de/2026/wenn-schon-einjaehrige-mit-abstimmen-frueh-uebt-sich-warum-demokratiebildung-schon-in-der-kita-beginnen-sollte/#comment-800615
Es geht, wie beschrieben, um eine Versammlung “mit Unterstützung” für die Kleinsten – praktisch zunächst ein Ritual.
“Selbstkompetenz, diese Fähigkeit, sich selbst zu verstehen, Emotionen zu regulieren und gesunde zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln, wird nicht in isolierten Momenten geformt. Sie ist das Ergebnis von liebevoller Aufmerksamkeit, behutsamer Anleitung und den Ritualen, die das Herzstück jeder Kita bilden. Indem Kinder begleitet werden, aktiv an Ritualen teilzunehmen, entstehen nicht nur unvergessliche Erinnerungen, sondern auch ein Fundament, auf dem sie Selbstvertrauen aufbauen, Empathie entwickeln und ihre Einzigartigkeit schätzen lernen können.
In einer schnelllebigen Welt sind diese Rituale wie Leuchttürme, die Kinder sicher durch unruhige Gewässer des Alltags führen können. Sie lehren nicht nur praktische Fähigkeiten, sondern auch Lebensweisheiten: das Teilen in der Gemeinschaft, das Verständnis für andere und vor allem die Kunst, sich selbst zu mögen. Indem die Bedeutung dieser Rituale klar ist und sie bewusst in die pädagogische Arbeit integriert werden, gestalten sie nicht nur den Alltag der Kinder, sondern unterstützen auch die Entwicklung ins gesunde Großwerden.” Gerne hier nachlesen: https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/beschaeftigungen-methoden/zwischen-morgenkreis-und-abschiedslied-wie-kinder-durch-rituale-im-kita-alltag-selbstkompetenz-entwickeln/
Ist unseres Erachtens eigentlich nicht so schwer zu verstehen – wir haben aber den Eindruck, dass manche hier das Thema bewusst missverstehen wollen, weil ihnen die Richtung nicht passt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Alles schön und gut, was sie da beschreiben.
Und jetzt konkret zu Ihrem Artikel und zu den Aussagen der Stadt Krefeld, auf die Sie am Anfang des Artikels verlinken, wobei ich manche Passagen in Großbuchstaben hervorhebe, um zu verdeutlichen, worauf ich mich beziehe:
news4teachers:
“So beteiligen sich auch die Einjährigen an DEN FREITAGSABSTIMMUNGEN, natürlich mit besonderer Unterstützung der Erzieherinnen.”
Kein Wort darüber, wie diese Unterstützung konkret aussieht.
Beim Versuch, Genaueres darüber zu erfahren, tippe ich auf den blauen Halbsatz “wie die Stadt berichtet” und gelange auf folgenden Link:
https://www.krefeld.de/mitbestimmung-von-klein-auf
Dort lese ich Folgendes:
“Normalerweise dürfen ALLE 94 KINDER der Elfrather Kita beim großen Entscheid mitmachen.
Die Jüngsten, die hier GERADE MAL EIN JAHR ALT SIND, erhalten dann die besondere Unterstützung der Erzieherinnen.
An jenem Freitag, der über Chearleading oder Waldprojekt bestimmt, nahmen mit den ‘Maxis’ AUSNAHMSWEISE einzig die älteren Kinder teil, weil nur sie vorab Vorschläge in den Wünschekasten geworfen hatten.”
Auch hier nichts darüber, WIE Einjährige in einer Versammlung von, lt. Text, 94 Kinden, dabei unterstützt werden, Entscheidungen über mögliche Tagesaktivitäten oder andete Fragen des Kitaalltags zu treffen.
Vielleicht verstehen Sie jetzt besser, warum einige hier Verständnisschwierigkeiten haben.
Man kann sich natürlich an Details festbeißen (kann man in der Pädagogik immer) – es geht in dem Beitrag aber vor allem ums Prinzip: Einbeziehung von Anfang an.
Mit ein bisschen Wohlwollen ließe sich leicht annehmen, dass die Fachkräfte in der Elfrather Kita durchaus wissen, was sie tun (und wie genau – was sich von Tag zu Tag entsprechend dem, wie die Kinder sich fühlen, durchaus ändern kann). Dieses Wohlwollen sehen wir in diesem Forum leider kaum, wenn einer der ersten Kommentare hier – von vielen beklatscht – zynisch behauptet, dass Kinder sofort wohl mal Windeln bis sechs beschließen würden, wenn man sie mitentscheiden lassen würde. Hähä – klar, Kinder sind bescheuert und müssen autoritär gesagt bekommen, wo’s langgeht.
Darum geht es unseres Erachtens hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dieses Prinzip, Einbeziehung von Anfang an, ist m.W. in der Kinderfrühbetreuung längst gelebter Alltag. Es wird halt auf unterschiedliche Weise umgesetzt.
Wenn mir die Darstellung der Arbeitsweise in einer Kita unverständlich ist, wenn ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie die Kolleginnen das Beschriebene konkret umsetzen, dann darf ich durchaus zunächst mit Zweifeln reagieren und mal nachfragen, wie das denn konkret funktioniert.
Ein bißchen Wohlwollen und die Annahme, dass die schon wissen, was sie tun, reicht mir persönlich da leider nicht.
Vermutlich wissen das die Kolleginnen oder glauben zumindest, es zu wissen.
Es kann trotzdem falsch sein, oder strittig, oder richtig.
Darüber könnte ich Erkenntnis erlangen, wenn das Vorgehen mal an konkreten Beispielen näher erklärt würde.
Wird es das nicht, bleiben eben Zweifel.
Also es wird bereits umgesetzt, aber Sie kennen es nicht und reagieren mit Zweifel.
“Ein bißchen Wohlwollen und die Annahme, dass die schon wissen, was sie tun, reicht mir persönlich da leider nicht.”
Sie könnten auch neugierig sein, bestärkt durch bspw. die wissenschaftliche Begleitung des Konzepts, DAS SIE BEREITS KENNEN (“Dieses Prinzip, Einbeziehung von Anfang an, ist m.W. in der Kinderfrühbetreuung längst gelebter Alltag.”)
Wohl nur am Untergraben, hm?
Also Ihnen reicht die Aussage, dass etwas umgesetzt wird und obwohl Sie nicht verstehen, wie es umgesetzt wird, sind Sie so wohlwollend, dass die (also die das Konzept offenbar durchführen) schon wissen wie das geht……aha……(Augenroll)
Und anstatt einfach die Klappe zu halten, behauptet man (also Sie) einfach, dass man (also Marion) das Konzept untergraben möchte…..
Sind Sie so einfach gestrickt, dass Sie oberflächlich etwas gut finden und dann stellen Sie keine Fragen mehr? Denn Fragen zu Details (hier ein Detail, welches sogar in der Überschrift des Artikels steht) sind bah und bedeuten Kritik und Kritik an guten Sachen sind böse?
Ne, wenn Sie weiterlesen, bemerken Sie, dass ich Marion missverstand und um Entschuldigung bat.
“Sind Sie so einfach gestrickt, dass Sie oberflächlich etwas gut finden und dann stellen Sie keine Fragen mehr?”
Nö, in der Regel frage ich nach wissenschaftlicher Evidenz, anstatt mich in der persönlichen Erfahrung und Strohmännern zu verstricken, dass Kindergartenkinder Feuerwaffen fordern oder sonst was ^^
Aber garantiert haben Sie recht und am Ende ist wieder die Treuhand schuld oder whatever
Ja. Sie baten um Entschuldigung, weil Sie mich “missverstanden” und es diesmal, warum auch immer, zufällig mal gemerkt haben.
“Missverstehen” scheint eins Ihrer großen Talente zu sein.
Sie “missverstehen” ständig etwas.
Und deshalb geht mir Ihre Entschuldigung auch ziemlich hintenrum vorbei, weil Sie schon beim nächstenmal wieder “missverstehen”, es nicht merken und genauso dämlich, undifferenziert und unüberlegt antworten werden, wie Sie es schon immer getan haben und auch weiterhin tun werden.
Weil Sie gar nicht anders können, Sie komplett verstrahlter, verbohrter, fanatisierter, durchideologisierter Blindgänger.
Danke Frl. Rottenmeier, für Ihre klaren und deutlichen Worte.
Liebe Marion,
ich mag (und like) viele Ihrer Beiträge. Aber diesen hier ganz besonders.
““Missverstehen” scheint eins Ihrer großen Talente zu sein.”
Danke 🙂
Das haben Sie gemein mit Frau Reiche, der Miss-Wirtschaft.
Fand meinen besser
Ich finde Ihre Moves immer sehr befremdlich. Sie überfliegen Ausführungen von Foristen und kommentieren diese ganz oft despektierlich gespickt mit kruden Unterstellungen.
Hier auch schon wieder (was hat die Treuhand mit meinen Ausführungen zutun?)……was soll das?
Anstatt anderen Foristen permanent etwas (bösartiges) zu unterstellen, wäre es zielführender mit der eigenen Meinung dagegenzuhalten oder einfach die Finger still zu halten….!
“… mit der eigenen Meinung dagegenzuhalten oder einfach die Finger still zu halten….!”
Als Lehrer sollten Sie wissen, dass man nichts Unmögliches von anderen verlangen darf! 🙂
Vielleicht sollten wir Rainer mit mehr Wohlwollen und Verständnis im Forum inkludieren. Er ist halt wie er ist. Allerdings scheint mir, waren meine Fö-Schüler oft lernwilliger und nahmen, ihnen angebotene Hilfen, meist an (Ausnahmen waren die mit besonderen Formen von ESE)
“Vielleicht sollten wir Rainer mit mehr Wohlwollen und Verständnis im Forum inkludieren.”
Volle Zustimmung 🙂
Sie können damit anfangen, Quellen zu bringen, wo die Partizipation im Artikel die Reife der Kinder übersteigt, anstatt unprofessionielle Phantasiedzenarien rauszuhauen
Bitte definieren Sie “Partizipation” von Einjährigen in einer Gruppe von mehr als 90 Kindern, die demokratisch über etwas abstimmen sollen.
🙂
… siehe Artikel??
Sie wissen schon, da, wo die Kinder offenbar nicht überfordert werden, wie Sie fabulierten, und keine essenzielle Strukturen abschafften, wie andere im Forum phantasierten?
Nur weil Sie dies nicht wahrhaben wollen – OHNE etwas konkret gegen das Konzept im Artikel anführen zu können, heißt das nicht, dass der Artikel vergessen wird XD
Sie glauben, es funktioniert nicht, während die Menschen und Expert*innen vor Ort über den Erfolg des Konzepts sprechen.
Vielleicht können Sie einfach etwas dazulernen 😉
“Sie überfliegen Ausführungen von Foristen und kommentieren diese ganz oft despektierlich gespickt mit kruden Unterstellungen.”
Ich verlas mich, irrte mich, entschuldigte mich, ließ mich dafür kritisieren, erklärte mich, wurde dafür noch weiter kritisiert und sah dann keinen Sinn mehr darin, den Austausch fortzusetzen.
“Sie “missverstehen” ständig etwas.
Und deshalb geht mir Ihre Entschuldigung auch ziemlich hintenrum vorbei, weil Sie schon beim nächstenmal wieder “missverstehen”, es nicht merken und genauso dämlich, undifferenziert und unüberlegt antworten werden, wie Sie es schon immer getan haben und auch weiterhin tun werden.”
Wenn Sie bei so einem Austausch in drittem Anlauf mit Engelsgeduld reagieren, ehrt Sie das, aber ich sehe es schon leicht amüsiert, wenn sich jemand über mein Eingeständis eines Missverständnisses aufregt, während Potschemuschka, Vehrenkamp und sonst wer von den tollsten Ausgeburten der Partizipation phantasieren ^^
Aber hey, DASS die Kinder dann angeblich nur noch Fortnite spielen, chillen und Mathematik für immer abwählen können ist kein annährend so großes Missverständnis, wie es mit unterlief
“Zum einen der Glaube, wenn Kinder schon von kleinstauf möglichst viel selbst entscheiden dürfen, dann ist das “Demokratiebildung”.”
Keine Sau fordert das. Es geht um MITbestimmung, dazu gehören Kompromisse, Mehrheitsentscheide und zwangsläufig Grenzen. Das sollen die Kinder LERNEN
Hatten SIE Demokratiebildung? Sie scheinen zu glauben, sämtliche Ideen würden immer abgenickt und umgesetzt 😀
Und wieder nur übers Forum geflogen, mal hie und da ‘nen Fetzen aufgeschnappt, sich draufgestürzt und völlig sinnbefreit drauf rumgehackt.
Vollkommen belanglos und keiner weiteren Auseinandersetzung würdig.
Wie immer halt.
Ich habe Sie offenbar missverstanden.
“Mir scheint ja, dass es da zwei grundlegende Missverständnisse gibt.
Zum einen der Glaube, wenn Kinder schon von kleinstauf möglichst viel selbst entscheiden dürfen, dann ist das “Demokratiebildung”.”
Sie prangern dies also nicht bei Kitas an, sondern kritisieren es bei Forist*innen, Danke für die Klarstellung, da habe ich Sie missverstanden.
Ihr ständiges Missverstehen scheint bei Ihnen Methode zu haben…..ein sehr unangenehmer und oft bösartiger Wesenszug!
Missverstehen im vorliegenden Fall ist mir zu euphemistisch. Ich würde es als Nicht-verstehen-können bezeichnen und nicht als Nicht-verstehen-wollen.
Wenn ich davon ausgehen würde, dass es sich um ein Nicht-verstehen-können handelte, würde ich ihn ja von jeder Verantwortung für seine Unterstellungen und Bösartigkeiten entheben.
Ich gehe sehr davon aus, dass sich um Vorsatz handelt genau wie bei die ganzen Tanyas, Petras und wie die Knalltüten alle heißen, die auf andere Art hier ihren Müll absondern…..
Ne, ich ziehe es nur vor, mich zu entschuldigen, anstatt andere zu beleidigen
Ja,genau! Ihre ganzen Unterstellungen sind natürlich keine Beleidigungen……oh weh! Man (also wir) sollten Sie einfach ignorieren…..das ist der Weg!
Zugegeben, Sie müssen mich nicht lesen.
Wenn Sie meine Kritik als zu harsch bemessen, kann ich daran arbeiten, (es war so viel unbelegter Schwachsinn im Forum über vermeindliche Risiken der Mitbestimmung verbreitet, dass sich da meinen Ton Ihnen gegenüber unverhältnismäßig und falsch bemaß), aber meine Kritik selbst ist nicht als Beleidigung gemeint.
Aber wenn Sie mich nicht mehr lesen werden: Ich wünsche Ihnen aufrichtig und ehrlich alles Gute und Kraft
Ab und zu lese ich ältere n4t-Artikel( und die Kommentare dazu) noch einmal, wenn sie zum aktuellen Thema passen. Dabei stieß ich auf folgenden Artikel:l
“Stress und Bindungsirritationen”: Warum die aktuelle Kita-Pädagogik Risiken für Kinder birgt – Bildungsforscherin legt nach – News4teachers
Übrigens einer der wenigen n4t-Artikel der letzten Jahre, der fast nur zustimmende Kommentare erhielt.
Und wo meinen Sie, erfüllt der Artikel oben die Sorgen des von Ihnen verlinkten Artikels?
Sie haben doch uneingeschränkt kein einziges Beispiel, wo die Kinder überfordert wurden
“Alle Kinder nehmen am Freitagsentscheid teilNormalerweise dürfen alle 94 Kinder der Elfrather Kita beim großen Entscheid mitmachen. Die Jüngsten, die hier gerade mal ein Jahr alt sind, erhalten dann besondere Unterstützung der Erzieherinnen.”
Das Wichtigste habe ich unterstrichen, extra für Sie!
So und nun lesen Sie bitte meine links zu Gruppendynamiken /Konformitätsdruck (ideale Gruppengrößen) und Entwicklungspsychologie gründlich durch und vergleichen das mit dem Zitierten. Danke!
Ich fand nur diesen Link von Ihnen: https://www.news4teachers.de/2025/11/stress-und-bindungsirritationen-warum-die-aktuelle-kita-paedagogik-risiken-fuer-kinder-birgt-bildungsforscherin-legt-nach/
Welchen meinen Sie?
Dann suchen Sie mal weiter! Hier im thread sind noch mehr, die Ihren Horizont erweitern könnten
Den Blog? Die Frage des Tages? Die Definition eines Wörterbuchs aus dem Sie fälschlicherweise schließen, dass es auf den Artikel oben zutreffen würde?
Ne Danke 😛
Und jetzt heulen alle herum, die sich vorher über die desinteressierte Jugend und die auffällige Jugend aufregen – nicht, dass wir das Problem am Ende noch angehen wollen XD