Start Tagesthemen Elternrat: Weniger Prüfungsdruck, schlankere Lehrpläne und verlässlichen Unterricht

Elternrat: Weniger Prüfungsdruck, schlankere Lehrpläne und verlässlichen Unterricht

45
Anzeige

BERLIN. Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall treffen nach Einschätzung von Elternvertretern auf ein strukturelles Problem: überladene Lehrpläne und einen Schulalltag, der zu stark von Prüfungen bestimmt werde. Die Fachausschüsse für Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien im Bundeselternrat verlangen deshalb eine grundlegende Überprüfung von Lerninhalten und Prüfungsanforderungen. Entscheidend sei nicht die Menge des Stoffes, sondern ob Schülerinnen und Schüler Wissen verstehen, anwenden und für Alltag, Beruf, Studium und gesellschaftliche Teilhabe nutzen können.

Schulumbau. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Der Bundeselternrat fordert eine grundlegende Überprüfung der Lehrpläne und Prüfungsanforderungen an weiterführenden Schulen. Nach Auffassung seiner Fachausschüsse für Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien erleben Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte den Schulalltag zunehmend als überfrachtet und stark auf Prüfungen ausgerichtet. Zugleich würden junge Menschen nicht ausreichend auf die unterschiedlichen Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereitet.

Die Kritik verbindet damit mehrere Probleme, die im Schulalltag häufig getrennt diskutiert werden: die Menge des Lernstoffs, den Prüfungsdruck und den Ausfall regulären Unterrichts. In einem gemeinsamen Appell erklären die Elternvertreter: „Ein Bildungssystem, das von Lehrermangel, Unterrichtsausfall, überladenen Lehrplänen und wachsendem Prüfungsdruck geprägt ist, verfehlt seinen eigentlichen Auftrag. Schule darf junge Menschen nicht verwalten und überfordern, sondern muss ihnen Bildung, Orientierung, Chancengerechtigkeit und die Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben vermitteln.“

Aus Sicht der Fachausschüsse muss deshalb zunächst geklärt werden, welche Unterrichtsinhalte tatsächlich unverzichtbar sind. Lehrpläne sollten konsequent danach überprüft werden, welche Kenntnisse und Kompetenzen für Alltag, Beruf, Studium und gesellschaftliche Teilhabe relevant seien. Bildungsqualität bemesse sich nicht an der möglichst großen Stoffmenge, sondern daran, ob Schülerinnen und Schüler Inhalte nachhaltig verstehen und anwenden könnten.

„Schule muss Wissen vermitteln, Orientierung geben und junge Menschen stärken – nicht sie dauerhaft unter Prüfungsdruck setzen“

Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Fachausschusses Real- und Hauptschulen, formuliert den Anspruch so: „Schule muss Wissen vermitteln, Orientierung geben und junge Menschen stärken – nicht sie dauerhaft unter Prüfungsdruck setzen.“

Mit einer Reduzierung oder Neuordnung des Lernstoffs allein wäre es aus Sicht der Elternvertreter allerdings nicht getan. Sie kritisieren zugleich die Bedingungen, unter denen Schülerinnen und Schüler auf Prüfungen vorbereitet würden. Weil im Unterricht Zeit fehle, müssten sich viele wesentliche Lerninhalte selbstständig aneignen. Die Fachausschüsse verlangen deshalb verbindliche Vorbereitungskonzepte, transparente Anforderungen und ausreichende Übungsphasen.

Besonders deutlich wird der Reformanspruch am Mathematikunterricht. Hier soll nach Vorstellung der Elternvertretungen stärker differenziert werden, damit leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gezielter gefördert werden können, ohne andere zu überfordern. Die Lerninhalte sollten sich stärker am jeweiligen Bildungsabschluss orientieren und gezielt auf die Abschlussprüfungen vorbereiten.

Gleichzeitig wenden sich die Fachausschüsse gegen eine Verengung schulischer Bildung auf klassische Prüfungsfächer. Kreative, technische und naturwissenschaftliche Fächer sollten stärker gewichtet werden. Sie begründen dies mit deren Bedeutung für Kreativität, Problemlösefähigkeit und Innovationsfähigkeit. In der Sekundarstufe I sollen zudem grundlegende Kompetenzen in Physik, Chemie und Biologie gleichermaßen vermittelt werden.

Auch gesellschaftspolitische Bildungsaufgaben nehmen die Elternvertreter ausdrücklich in den Blick. Der Geschichtsunterricht solle stärker auf Demokratiebildung, gesellschaftliche Verantwortung und die Einordnung aktueller Entwicklungen ausgerichtet werden. Für den Religionsunterricht wünschen sie sich eine stärkere Konzentration auf Ethik, Wertebildung und gesellschaftliches Zusammenleben.

Dahinter steht ein weiter gefasstes Verständnis von schulischer Bildung. Demokratieverständnis, Selbstbestimmung, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit und Zusammenarbeit müssten im Schulalltag einen deutlich höheren Stellenwert erhalten, heißt es in der Stellungnahme. Schule solle junge Menschen nicht allein auf Prüfungen und Abschlüsse, sondern auch auf gesellschaftliche Teilhabe vorbereiten.

Ob solche Ziele im Unterricht tatsächlich erreicht werden können, hängt für die Fachausschüsse allerdings wesentlich von einer Voraussetzung ab: Unterricht muss überhaupt stattfinden. Mit besonderer Sorge verweisen die Elternvertreter auf Unterrichtsausfall infolge von Lehrkräftemangel und krankheitsbedingten Ausfällen. Vor allem in der Sekundarstufe II falle Unterricht vielerorts ersatzlos aus. Unbegleitetes Selbstlernen könne qualifizierten Unterricht auf Dauer nicht ersetzen.

„Wir brauchen eine Schule, die junge Menschen auf das Leben vorbereitet – mit Wissen, Orientierung, Verantwortung, demokratischem Handeln und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit“

Schaffrath und Michael Gehrhardt erklären dazu gemeinsam: „Schülerinnen und Schüler haben Anspruch auf verlässlichen Unterricht. Die Bundesländer müssen endlich wirksame Konzepte gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall entwickeln und umsetzen.“

Auch bei der Entwicklung künftiger Reformen verlangen die Elternvertreter Veränderungen. Bildungspolitische Entscheidungen dürften nicht allein aus Verwaltungsperspektive getroffen werden. Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte müssten stärker beteiligt werden, weil sie diejenigen seien, die die Folgen von Lehrplänen, Prüfungsanforderungen und Unterrichtsausfall täglich erlebten.

Die Fachausschüsse bündeln ihre Forderungen schließlich in einem grundsätzlichen Anspruch an Schule: „Wir brauchen eine Schule, die junge Menschen auf das Leben vorbereitet – mit Wissen, Orientierung, Verantwortung, demokratischem Handeln und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit. Dafür müssen Lehrpläne, Prüfungsanforderungen und die Unterrichtsversorgung jetzt gemeinsam neu gedacht werden.“ News4teachers 

Bundeselternrat fordert – „endlich“ – gezielte Investitionen für mehr Chancengerechtigkeit

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
45 Kommentare
Lera
1 Tag zuvor

Alle Jahre wieder
Phrasen aufgewärmt
kommt ein Ratschlag nieder
wo die Lehrer sind.

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Wäre es Ihnen lieber, der Elternrat beführworte die derzeitige Bildungspolitik?

Biene
23 Stunden zuvor

Die (V-)Erziehungsberechtigten haben die PFLICHT ihren Nachwuchs zu erziehen, leider ist festzustellen, dass es seit Jahren immer mehr zu einem verziehen wird. Die Kinder sind zum Teil nicht in der Lage einfachste Dinge, die ihre (V-)erziehungsberechtigten in ihrer Kindheit (hoffentlich) konnten, nicht können: Schleife binden, Toilettenetikette, Höflichkeit (Guten X, Bitte! Danke!), Respekt und Empathie, Resilienz, Geduld, Leistungsbereitschaft … (Liste bitte nach eigenem Ermessen fortsetzen). Sie sind zu Miniköniginnen und Minikaisern geworden, die der Meinung sind, die Welt drehe sich nur um sie und ihre Bedürfnisse haben sofort gestillt zu werden. Und im Kindergarten oder der KITA kommt dann der Kulturschock, dass es auch noch andere gibt!
Es ist bedauerlich, dass auf der anderen Seite die Kinder mit immer verschlankten Wissen unterwegs sind. Somit ist es auch kein Wunder, dass die Betriebe und Universitäten den zum Teil unfähigen und unselbstständigen Azubis und Studenten grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten beibringen müssen, weil es schon im Haushalt der (V-)Erziehenden nicht geschehen ist und die Schulen jedem originell-speziellen Kindelein mit Müh und Not zum Abschluss zu bringen hat, weil der vergoldete Elfenbeinturm mal wieder unnötige vermeintlich schmutzig, dumme Borstentiere durch gering bewohnte Ortschaften jagt.
Ohne böse klingen zu wollen, 8-Klässer vor 70 Jahren konnten mehr als die 8-Klässler von heute.

Klabautermann
22 Stunden zuvor
Antwortet  Biene

Die Schule hat auch einen Erziehungsauftrag!

Jerunda
20 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Genau! Erziehungsaufgaben der Schule:
“ …Schleife binden, Toilettenetikette, Höflichkeit (Guten X, Bitte! Danke!), Respekt und Empathie, Resilienz, Geduld, Leistungsbereitschaft …“
Ich ergänze zu Bienes Ausführungen noch: Tischmanieren, eigenen Müll und Dreck wegräumen … ach nee, letzteres muss nicht anerzogen werden, das macht der Lehrer für die lieben Kleinen, …
witterungsgerechte Kleidung und Schuhwerk morgens telefonisch den Eltern durchsagen, sollte doch auch noch möglich sein, am besten auch gleich die lieben Kleinen morgens sanft(telefonisch, per Video?) wecken, um den Eltern den Stress zu ersparen und abends per Videokonferenz eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, ach und ganz wichtig morgens noch einmal mit jedem Schüler, vor verlassen der Wohnung, kontrollieren, ob alles notwendige in der Schulmappe ist…
Da geht sicher noch mehr, was die Lehrer tun können! 🙂

Klabautermann
9 Stunden zuvor
Antwortet  Jerunda

Es ist die immer gleiche Diskussion: Wenn Eltern, und das ist gar nichts Neues, ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen, bleibt nichts anderes übrig, als dass die Schule es übernimmt bzw. alleine macht. Das dürfen wir, das sollen wir, das müssen wir!

Oder wollen Sie diese Kinder sich selbst überlassen? Sie können ja jammern und wehklagen, das ist in Ordnung, lassen Sie mal ordentlich Dampf ab, aber dann nehmen Sie bitte Ihren Erziehungsauftrag wahr. Das ist Ihre Arbeit. Dafür werden Sie bezahlt.

Und natürlich, die genannten Dinge sind zumeist eher Themen des Kindergartens und der Grundschule. Wenn die das gemacht haben, weil die Eltern es nicht machen, können Sie sich an den weiterführenden Schulen um die „großen Themen“ kümmern: Toleranz, Gewaltlosigkeit, Demokratie, aber auch immer noch „Höflichkeit (Guten X, Bitte! Danke!), Respekt und Empathie, Resilienz, Geduld, Leistungsbereitschaft“.

Jerunda
4 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Dann muss der Staat die Schulen entsprechend ausstatten, mit Logopäden, Ergo- und Psychotherapeuten, Schulpsychologen, Schulkrankenschwestern, Sozialpädagogen, (Integrations)Erziehern…. und die Lehrer mit den entsprechenden Rechten und der Zeit ausstatten, um diese Forderungen, neben dem Unterricht, noch vollumfänglich umsetzen zu können.

mama51
4 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Und natürlich, die genannten Dinge sind zumeist eher Themen des Kindergartens und der Grundschule.

  • Diese hier?

„…Schleife binden, Toilettenetikette,…Tischmanieren, eigenen Müll und Dreck wegräumen …, witterungsgerechte Kleidung und Schuhwerk,…

Lieber Klabautermann,
DAS ist hoffentlich nicht Ihr Ernst!???! 🙁

Hansjoachim
2 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

„… ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen, bleibt nichts anderes übrig, als dass die Schule es übernimmt bzw. alleine macht.“

Gilt das bei allen anderen Pflichten der Bürger? Wenn sie einfach etwas nicht machen, wozu sie eigentlich verpflichtet sind, springt irgendeine staatliche Fürsorgestelle ein. Die Vollkaskomentalität …
Alternativ könnte es ja eine staatliche Stelle geben, deren Mitarbeiter die Eltern besuchen und sie mal „sanft“ an ihre Pflichten erinnern.

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor
Antwortet  Jerunda

Werfen Sie mal wieder alle Kinder in eine Tonne? 😉

Mika BB
20 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Hat sie, ganz klar. Allerdings ist die Erziehung der Kinder die „zuvörderst ihnen (den Eltern) obliegende Pflicht“. Wenn ich’s richtig erinnere: Artikel 6 GG.

Mitleser
20 Stunden zuvor
Antwortet  Biene

Und was passiert, wenn die Kinder all jene Eigenschaften („Schleife binden, Toilettenetikette, Höflichkeit [Guten X, Bitte! Danke!], Respekt und Empathie, Resilienz, Geduld, Leistungsbereitschaft“) mit sich bringen, die Schule aber ihren Teil der Förderung laut Schulgesetz nicht erbringen kann (oder will)? 

Wenn die Krankenkasse beispielsweise bei Teilleistungsstörungen sagt, das ist die Aufgabe der Schulen? Das Jugendamt ebenso betont, dass die Behebung von Lernstörungen primär Aufgabe des staatlichen Schulsystems ist? Sind dann die Eltern (nein, primär die Kinder!) nicht Spielball von ‚Königinnen und Kaisern‘? Was sind die Kinder (und mit ihnen die Erziehungsberechtigten) in Ihren Augen, die Hilfe suchen, aber keine bekommen? Leidtragende eines nicht durchdachten Schulsystems? Wo bleibt die Pflicht für Schulen, die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen?

Mika BB
20 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Wo bleiben die von den zuständigen Behörden bereitgestellten Ressourcen, um gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen zu können? Ohne ausreichend Personal schließen Kliniken Betten, Busunternehmen stellen Linien ein, Geschäfte reduzieren die Öffnungszeiten. Schulen müssen die Kinder weiterhin aufnehmen… Das KANN nicht funktionieren.

Biene
10 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Mir ging es in erster Linie um Dinge, die schon aus dem Elternhaus kommen sollten. Dass die Schule einen Erziehungsauftrag hat, der mit ansteigendem Schuljahr abnimmt, habe ich nie in Abrede gestellt.

Rainer Zufall
3 Stunden zuvor
Antwortet  Biene

Stimme Ihnen uneingeschränkt zu, dass diese erfolgen sollten (und in den meisten Fällen erfolgen).
Was nun bei solchen Fällen, wo die Familien nicht können (oder wollen)?

Wollen Sie danebensitzen oder wünschen Sie sich konkrete Unterstützung, um bei diesen Fällen etwas ändern zu können – trotz der ungenügenden Voraussetzungen?

Klabautermann
9 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Leider ist es so, Lehrer wollen am liebsten nur ihren Unterricht machen. Mehr nicht. Erziehungsprobleme sind nervig. Lehrer wollen nicht mit Schülern und Eltern diskutieren und streiten. Die Eltern sollen das bitteschön machen. „Wenn keiner guckt und mithört“, sagen Lehrer bei Streitereien unter Schülern am liebsten: Klärt das unter euch.

Lehrer haben aber das Recht und die Pflicht, Schüler zu erziehen. Nicht anstelle der Eltern, sondern ergänzend und vor allem dann, wenn die Eltern dem nicht nachkommen.

mama51
4 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

🙁

Rainer Zufall
3 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Stimme Ihnen da voll zu, für die heutigen Herausforderungen bedarf es aber deutlich mehr Unterstützungsstrukturen, während das angepeilte Ziel (eines Tages) nach dem Lehrkräftemangel eher das bloße Unterrichten und Funktionieren anzustreben scheint.

Was die blutarme Aufregung über Kinder und Familie betrifft, welche die Forderung nach Untzerstützung auslässt… Sie können sich wahrscheinlich denken, was für Menschen die Forist*innen da vor dem inneren Auge haben 🙁

DerechteNorden
9 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Eigentlich müsste es heißen, dass es Pflicht des Staates ist, Kindern bei Teilleistungsstörungen, Lernstörungen usw. kurzum mit Problemen zu helfen.
Warum sollten die Schulen dafür verantwortlich sein?
Natürlich kann das alles in Schulen stattfinden, aber eine „popelige“ Lehrkraft muss das nicht können. Ich bin z.B. keine Psychologin oder Ergotherapeutin, soll aber Ihrer Ansicht nach als eine solche tätig sein?
Ein Staat, der festschreibt, dass Schulen alles mögliche tun sollen, muss dann auch dafür sorgen, dass es an Schulen auch alles das gibt, das benötigt wird, um Kindern zu helfen. Es muss Therapeut*innen, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, medizinisches Personal usw. geben. Am besten an jeder einzelnen Schule.
Ihrer Meinung nach müssen also Mathelehrkräfte gut Mathe unterrichten, aber auch psychische Störungen genauso wie Lernstörungen beheben und Kindern das Schnürsenkelbinden sowie Höflichkeit und Hilfsbereitschaft vermitteln und und und …
Schon jetzt tun das ja viele oder versuchen es. Aber mal im Ernst, jeder normal tickende Mensch muss doch erkennen, dass das so nicht funktionieren kann.
Welche Tätigkeit üben Sie denn aus, dass Sie meinen, solche Forderung an Schule stellen zu können?

Rainer Zufall
3 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Warum sollten die Schulen dafür verantwortlich sein?“
Weil es im Bildungs- und Erhiehungsauftrag der Schulen steht?

„Ich bin z.B. keine Psychologin oder Ergotherapeutin“
Ach, und darum fordern Sie die Einstellung solcher Kräfte zur Unterstützung und ergeben sich nicht in Resignation, um am Ende Kinder dem Schicksal zu überlassen! Gehe ich voll mit 🙂

DerechteNorden
2 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Weil es im Bildungs- und Erhiehungsauftrag der Schulen steht?“

Da bin ich mir nicht sicher. Gehört es zu den Pflichten der Schulen Probleme zu beheben? Ich denke nicht.
Wo wäre da denn der Erziehungsauftrag genau?
Das, was Schule leisten kann, ist die einzelnen Probleme berücksichtigen.

Und was das Fordern angeht, ja, natürlich fordere ich das. Ich bin u.a. deshalb auch GEW-Mitglied.
Aber Tatsache ist nun einmal, dass Fordern offensichtlich nicht hilft. Oder haben Sie den Eindruck, dass die Politik trotz der Forderungen irgendwie wirklich aktiv geworden wäre?
Tatsächlich kenne ich eine Ausnahme: Das BiMi in Kiel sieht ab nächstem Schuljahr zwei zusätzliche Stunden WiPo in der Sek I vor, um Demokratie-Bildung voranzubringen.
Allerdings befürchte ich, dass dafür wieder woanders gestrichen werden muss. Das warte jetzt erstmal ab.

Ansonsten wäre da noch meine Frage an Sie, wie Sie sich denn konkret in der Schule neben Ihrem Unterricht einbringen, damit all die belasteten Kinder nicht ihrem Schicksal überlassen bleiben? Das meine ich nicht polemisch.

Biene
5 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Werter Mitleser, ich stelle den gesetzlichen Auftrag der Schule nicht in Abrede. Was ich zwischen den Zeilen kritisiere ist, dass alle Kräfte in den KITAs und Kindergärten sowie alle Lehrkräfte jedweder Schulform die zum Teil Unfähigkeit der (V-)Erziehenden auszubügeln hat.
Dass es auch weitere systemische Fehler gibt, stelle ich ebenfalls nicht in Abrede. Mir geht es hier rein um die Seite von Schule/KITA und Kindergarten.
Aufgaben, die, leider, wie man sagen muss, auch in andere Bereiche des Systems eingreifen und deren Zuständigkeit nicht eindeutig definiert wird, werden hin- und hergeschoben zum Leidwesen der Betroffenen. In manchen solcher Fälle hege ich jedoch den Verdacht, dass es auch die (Un-)Wissenheit oder das (Un-)Vermögen des jeweiligen Sachbearbeiters der jeweiligen Stelle ist. Denn mir sind auch entsprechende Lehrkräfte bekannt, die versuchen alles mögliche Möglich zu machen, das Problem sitzt jedoch an einer anderen Stelle (gerne die von Ihnen genannten Institutionen einführen, in beliebiger Reihung) mit dem Gefühl des Passierscheines A38 (zum Wahnsinn führend inklusive).
Allerdings gilt wie überall: Ich kann das Pferd zur Tränke führen, trinken muss es selbst.

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor
Antwortet  Biene

„Und im Kindergarten oder der KITA kommt dann der Kulturschock, dass es auch noch andere gibt!“
Da muss ich Sie warnen aufzupassen, für solche Vergleiche wurde ich angegangen, nicht alle Kinder in einen Topf werfen zu dürfen.

„Ohne böse klingen zu wollen“
Zu spät, wenn Sie lieber auf den Elternrat abschimpfen wollen, wenn die Maßnahmen/ Emtlastungen gegen den Lehrkräftemangel fordern, und irgendwas von „dem Elfenbeinturm“ phantasieren. Welche Wissenschaftler fordern Ihrer Meinung nach, dass Eltern ihre Kinder nicht erziehen sollen? 😉

Klabautermann
22 Stunden zuvor
  • Weniger Prüfungsdruck
  • schlankere Lehrpläne und
  • verlässlichen Unterricht

Klingt gut! Dranbleiben!

Lera
21 Stunden zuvor
Antwortet  Klabautermann

Sichi, und was halten Sie von

  • mehr Lametta
  • Kriminalität verbieten und
  • drei Kugeln Eis für alle?

Klingt auch gut! Ich bleibe dran!

unfassbar
20 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Da fehlt noch:

Der Strom kommt aus der Steckdose und das Essen wächst im Supermarkt.

mama51
3 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Ach, liebe Redaktion,
das ist vermutlich der pure Galgenhumor, die nackte Verzweiflung…
Seien Sie nicht so streng! 🙂

Mitleser
20 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Provokativ! Ein Anfang: Schulgesetze und entsprechende Verwaltungsvorschriften umsetzen. Wenn das aus personaltechnischen Gründen nicht geht, gilt es, den Gesetzgeber anzukeifen – nicht einen Mitforisten.

Lera
14 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Sobald der Gesetzgeber hier im Forum kommentiert, kriegt er hier von mir ne fette Ansage, versprochen.
Oder, wenn Sie den Gesetzgeber mal treffen, sagen Sie ihm, ich muss dringend mit ihm sprechen.

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

Sie verlangen von Leibeigenen des Status Quo den Gesetzgeber zu kritisieren? Gewagt 😀

Jerunda
6 Stunden zuvor
Antwortet  Mitleser

… und man sollte auch nicht die Lehrer dafür ankeifen. Die meisten tun schon alles, was irgendwie noch möglich ist

Rainer Zufall
3 Stunden zuvor
Antwortet  Jerunda

Muss ich überlesen haben. Welche konkreten Vorschläge habe ich übersehen, welche von der (ausdauernden) Kritik des Elternrats an den aktuellen Rahmenbedingungen abweichen?

(Hoffentlich werden die Eltern nicht pauschal angekeift – ich weiß ja, wie sehr Sie das einen Kommentar lang störte 😉 )

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Lassen Sie mich raten, Ihnen schweben da eher konkrete Inhaltw vor wie: „die Ausländer sind schuld“ und Grundrechte brechen?

Als Nächstes müssen Sie das nun in wage Äußerungen über „Eigenverantwortung“ und Konsequenzen gießen, die Ihnen selbst zu peinlich sind, sie auszuschreiben 😛

Lera
2 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sie dürfen sich gerne weiter mit sich selbst unterhalten.

Könnten Sie das aber nächstes Mal bitte woanders hinschreiben? Ich will damit wirklich nichts zu tun haben.

Herr Hallmackenreuther
21 Stunden zuvor

Puh, schon wieder schlankere Lehrpläne. Was bleibt dann noch? Wenn ich heutige Lehrpläne in meinen Fächern Mathe und Physik vergleiche mit älteren, frage ich mich wirklich, wieweit der Niveailimbo noch weitergetanzt werden soll. Das Fach Mathematik verdient diesen Namen schon lange nicht mehr, man sollte es wieder Rechnen nennen, obwohl …
Mandalas, das könnte die Lösung sein, wir malen nur noch Mandalas aus, für den Realschulabschluß zweifarbig, Abitur vierfarbig. Gefällt mir irgendwie, die Idee

Mika BB
20 Stunden zuvor

Naja, ganz ehrlich, mit vier Stunden Mathe pro Woche schaffe ich es schon seit Jahren nicht mehr, den gesamten Unterrichtsstoff des Rahmenlehrplans anwendungssicher in die Hirne meiner SuS zu bekommen. Viele sind so dermaßen leistungsschwach, dass selbst eine Reduzierung der Inhalte auf 2/3 nicht genügend Zeit für ausreichend Festigung ließe…

unfassbar
19 Stunden zuvor

Rechnen aber nur mit dem Taschenrechner, in der Oberstufe auch mit CAS.

447
17 Stunden zuvor

Das passiert dann, wenn systemweit die letzten Reserven verfrühstückt sind – das kann noch Jahrzehnte dauern.

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor

„Puh, schon wieder schlankere Lehrpläne.“
Wann wurden die zuletzt bei Ihnen gekürzt?

blau
8 Stunden zuvor

Ja da ist etwas wahres dran. Kein Vergleich zu dem, was ich an derselben Schule als Schülerin gelernt habe. Ich habe noch meine Hefte aus der Schulzeit und meine Schüler staunen Bauklötze, wenn die das sehen.
Ich bin für mehr Methoden von Lemov. Damit verbessern sich nachweislich die Prüfungsergebnisse ohne die Anforderungen senken zu müssen

Grobmotoriker
6 Stunden zuvor

Aber bitte nur Mandalas, deren Vorlagen reliefartige Umrandungen haben, damit auch Schüler mit Problemen in der Feinmotorik Erfolgserlebnisse haben und nicht ständig über den Rand malen. 🙂

Rainer Zufall
9 Stunden zuvor

„Der Bundeselternrat fordert eine grundlegende Überprüfung der Lehrpläne und Prüfungsanforderungen an weiterführenden Schulen.“
Eine unabhängige, wissenschaftlich fundierte würde da wohl mehr helfen. Habe so eine Idee, was Verantwortliche und Lehrkäfte dazu sagen werden …

„Schülerinnen und Schüler haben Anspruch auf verlässlichen Unterricht. Die Bundesländer müssen endlich wirksame Konzepte gegen Lehrermangel und Unterrichtsausfall entwickeln und umsetzen.“
Volle Zustimmung, ich wünschte mir so eine Antwort für jede Bekundung der Bildungspolitik, dass Problem wäre in ein paar Jahren demografisch (also durch politisches Nichtstun) gelöst

Tanya
2 Stunden zuvor

und mehr Homeschooling!! 🙂