Nach Tuberkulose-Ausbruch in Schule rechnet Behörde mit mehr Erkrankten

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BAD SCHÖNBORN. Mehr als 100 Infizierte und 4 Erkrankte – Tuberkulose-Fälle in einer baden-württembergischen Schule sorgen für Aufregung. Es könnten noch mehr erkranken, sagt das Gesundheitsamt. Die Situation sei aber im Griff.

Mikroskopische Ansicht von Tuberkulose-Bakterien
Noch immer gefürchtet: Tuberkulose-Bakterien. Foto: Centers for Disease Control and Prevention / Wikimedia Commons

Nach der hohen Zahl der mit Tuberkulose Infizierten an einer Schule in Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe) rechnet das Landratsamt Karlsruhe mit mehr Erkrankungen. «Wir gehen davon aus, dass wir weitere Erkrankungsfälle bekommen können», sagte Gesundheitsdezernent Knut Bühler am Donnerstag. Derzeit verzeichnet die Behörde vier erkrankte Schüler und 109 infizierte Schüler, Lehrer und Beschäftigte der Gemeinschaftsschule. Der Schulbetrieb werde nach den Ferien aber ganz normal weitergehen. «Wir haben die Situation im Griff», betonte Bühler.

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Erster Fall in der Gemeinschaftsschule: ein Achtklässler

Die erste Erkrankung war den «Badischen Neuesten Nachrichten» (BNN) zufolge vor den Pfingstferien bei einem Achtklässler der Gemeinschaftsschule festgestellt worden, die zweite Erkrankung bei seinem Bruder, der auf eine andere Schule geht. Bei den folgenden Untersuchungen wurde nach Angaben der Behörde «eine hohe Zahl von Ansteckungen» festgestellt – und auch zwei weitere Erkrankungen von Schülern. Alle vier Erkrankten seien auf dem Weg der Besserung. Sie seien gezielt mit einer Antibiotika-Therapie behandelt worden.

Die Behörde betont: Nicht jeder Infizierte werde auch krank. «Die Tuberkulose ist heute in der Regel eine behandelbare und heilbare Erkrankung», heißt es auch auf ihrer Webseite. Zwar seien so viele Ansteckungen über alle Klassenstufen hinweg «ungewöhnlich», meinte Bühler. Tuberkulosefälle seien aber normal. Jährlich würden 50 bis 60 Fälle im Landratsamtsbereich verzeichnet.

Enge Raumsituation an der Schule sorgt für viele Kontakte

Die hohe Zahl sei durch die Kontakte des Jungen, der «hochansteckend» gewesen sei, und durch die Raumsituation in der Schule erklärbar. So habe es auf einem Flur etwa gemeinsame Wartezeiten der Mitschüler gegeben, erläuterte Bühler. Um auszuschließen, dass unter den Infizierten noch mehr Erkrankte sind, gibt es in den nächsten Wochen weitere Untersuchungen, unter anderem mit Röntgenaufnahmen.

Eine Übertragung der durch Bakterien ausgelösten Krankheit Tuberkulose findet nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) über Tröpfchen in der Luft statt. Erkrankte leiden unter Kraftlosigkeit, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme oder anhaltendem Husten. dpa

Hier geht es zu einer Informationsseite des Robert-Koch-Instituts zum Thema Tuberkulose.

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