Beamtenbund fordert als Konsequenz aus Corona: Alle Lehrer verbeamten

132

BERLIN. Der Beamtenbund dbb fordert als Konsequenz aus der Corona-Pandemie die Verbeamtung aller Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland. «Für die Kolleginnen und Kollegen im Lehramt wird die Pandemie noch lange nicht vorbei sein», sagte der Vorsitzende Ulrich Silberbach. Deshalb sei es an der Zeit für echte Anerkennung der tagtäglich erbrachten Leistungen.

Wer Beamter werden will, muss einen Amtseid leisten. Foto: Shutterstock

Viele Lehrkräfte seien «größten Belastungen» ausgesetzt, sagte Silberbach und nannte die Umstellung auf digitalen Fernunterricht bei oft unzureichender Netzanbindung und technischer Ausstattung der Schulen, «das Hin und Her» zwischen Öffnungen, Schließungen und Wechselunterricht, Corona-Tests an den Schulen und die Gefährdung der eigenen Gesundheit.

Zudem gebe es nun die «schwierige Perspektive», Lerndefizite bei Schülern trotz Personalmangels und ohne ausreichende Unterstützung durch multiprofessionelle Teams aufzuholen.

Die Krise habe die Bedeutung des Beamtenstatus von Lehrkräften zur Aufrechterhaltung der Schulpflicht und der Sicherstellung eines Unterrichtsbetriebs unter Pandemiebedingungen offengelegt, so der dbb-Vorsitzende. «Applaudieren oder warme Worte aus der Politik, die hier ein Stück weit versagt hat, reichen längst nicht mehr aus.»

In Deutschland gibt es rund 800.000 Lehrerinnen und Lehrer. Nach dbb-Angaben sind rund 200.000 davon angestellte Lehrkräfte.

Alle Bundesländer müssten ihren Lehrerinnen und Lehrern, die die Eignung dafür mitbringen, die Verbeamtung anbieten, forderte Silberbach. Zudem müssten sachgrundlose Befristungen der Vergangenheit angehören. «Drittens braucht es Anreize, damit genug qualifizierte junge Leute den Weg ins Lehramt wählen, denn nur so wird sich der eklatante Personalmangel an den Schulen perspektivisch beheben lassen. Viertens müssen die bürokratischen Hürden, die gezielte Investitionen in unsere Schulinfrastruktur bremsen, beseitigt werden.» News4teachers / mit Material der dpa

Gegen den Lehrermangel: Experten fordern neue Lehrerausbildung – samt Verbeamtung schon von Lehramts-Studierenden

 

Anzeige


132 KOMMENTARE

  1. Die Verbeamtung der Lehrkräfte ist sicherlich wichtig, da sie eine hoheitliche Aufgabe erfüllen, aber de facto können bereits in allen Bundesländern Lehrkräfte unter der Reglaltersgrenze verbeamtet werden. Da gilt es für Berlin nachzuziehen, damit die Qualität der Bildung durch 70% und mehr nicht grundständig ausgebildete Lehrkräfte nicht weiter sinkt.
    Ebenso muss dringend in allen Bundesländern A13 umgesetzt werden. Es ist nicht hinnehmbar und verfassungswidrig, dass Lehrkräfte an Grundschulen oder Schulen der Sek I bspw. in NRW, Niedersachsen oder dem Saarland trotz gleichwertiger akademischer Qualifikation nach A12 besoldet werden.

    • In NRW gibt es seit 12 Jahren labg2009 und somit Master an den Grundschulen. Seit 12 Jahren!!!
      Die ersten Absolventen sind seit 2016 ca. im Dienst mit A12 und haben im 5 Jahren etwa 30.000 Euro verloren.
      Seit 12 Jahren tut die Regierung garnichts!!!
      Weder Rot/Grün hat was getan, noch schwarz/gelb wird etwas tun.
      Ich bin einer dieser Leute und bin täglich wütend, wieso ich Monat für Monat mit A12 abgespeist werde. Ich habe 7 Jahre Ausbildung hinter mir!
      Ich habe mit meinem besten Kumpel zusammen studiert. Er Sopä, ich GS. Beide saßen in den gleichen Kursen. Wir haben beide 300 Credits studiert, beide Master, beide Ref, beide arbeiten an einer Grundschule. Er 13, ich A12. Wie kann das sein?
      Dazu ist bei uns eine Abgeordnete Lehrkraft vom Gymnasium. Von uns angelernt. Auch A13.
      A13 für alle an der GS, nur nicht die GS-Lehrer selbst…. Realsatire.
      Und das seit jetzt 12 Jahren.
      Letzte Anfrage von mir an die FDP NRW ergab folgendes:
      „Wegen der Corona Pandemie wurde ein 25 Millarden Rettungsschirm aufgemacht. Aktuell können wir A13 nicht terminieren oder versprechen. Der Rettungsschirm kostet uns alle 50 Jahre lang 500 Mio Euro.“

      Also lebenslang A12 mit Master und Staatsexamen, dass meine Mutter übrigens für 6 Semester an der FH bei der Stadt auch verdient. Ohne Ref. Ohne Master.
      Danke für nichts. Wer in NRW GS Lehramt studiert, sollte dringend wenn er kann huer weg

      • Gleiches gilt auch für Kolleg/innen, die viel früher ihr Examen SI+SII gemacht haben und zwei Jahre Ref./Vorbereitungsdienst.
        Jahrelang wurden die gerade fertigen Lehrer gerne als SI-Kräfte an HS und RS eingestellt, teilweise auch in der SI der GS und GY mit dem für den Staat günstigeren A12-Tarif.
        Auch da wird konsequent weiter mit A12 bezahlt. In fast 30 Jahren Dienstzeit wäre das dann… ne Menge Geld…

        • Das ist so nicht ganz richtig.
          In NRW wird jeder an einer SI-Schule mit A12 als Einstiegssold besoldet.
          Das hat hier nichts mit altem oder neuen Lehramt zu tun.
          Es ist also vollkommen egal, ob Sie Lehrer an einer Grund- Haupt oder Realschule sind oder sogar GHR oder SI Lehrer an einer Gesamtschule. Alle A12 in NRW.
          Einzige Ausnahme sind die Sonderpädagogen an diesen Schulen, die starten mit A13!

          Ich bekomme selbst auch nur A12, wobei ich bereits daran arbeite, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird.

          Ungerecht ist es ja, aber ich wusste als Student vorher ganz genau, dass es so ist, und so kommen wird! Ich wusste also, auf was ich mich einlasse, und hätte durchaus auch für Gymnasium studieren können, wobei mir an meiner Schulform die Kollegen bedeutend lieber sind, und in der Regel auch die Eltern der Kinder, die belügen mich zwar permanent plump und denken, dass ich dumm genug sei, dies zu merken, die sind aber immerhin meist keine Anwälte oder Manager.

          • Doch, doch das ist schon richtig so!
            Es wurden SII-Kollegen an SI-Schulen oder GE, GY eingestellt, die sehr wohl die Qualifikation für und den Willen zum Unterrichten in der Oberstufe hatten… DAS ist nicht korrekt.
            Entweder zählt die Ausbildung, oder die Schuhgröße der Kinder. Nicht mal so, mal so, wie es gerade in den Finanzplan passt…
            Ich hatte mich für das lange SI/SII-Studium entschieden, nur das Pech, eben keine adäquate Stelle zu bekommen. Das habe ich mir nicht vorher ausgesucht. Entweder A 12 oder arbeitslos hieß es damals – und das ist dann für alle Zeiten festgeschrieben.
            Klar, es gibt theoretisch Laufbahnwechsel – aber eben nur theoretisch und sporadisch…

      • Die Schilderung zeigt es eindrücklich: Es ist ein Trauerspiel. Außer bei Medizinern und Juristen ist für keinen anderen Beruf eine so lang andauernde und somit tiefgreifende und umfassende Ausbildung notwendig. Und dann wundern sich diese Bundesländer noch, dass gerade in den Grenzregionen zu anderen Bundesländern der Lehrermangel eklatante Ausmaße annimmt.

        • Gabs nicht mal ne Klage 2019? Was ist daraus geworden? Auf normalen Weg ändert sich doch nichts mehr. Dank Corona hat man eine gute Begründung wieso kein Geld mehr da ist für Lohnerhöhungen. Zumal Gebauer seit 2017 im Amt ist und nicht erst seit 1.5 Jahren…

        • @Lehrer002:
          Wenn Sie schon den Vergleich zu Juristen ansprechen… Was glauben Sie verdient ein Jurist? Wenn er nicht gerade das Glück hat und im 1. Zehntel beim zweiten Staatsexamen landet und somit die Staatsnote bekommt? Googlen Sie mal… und dann vergleichen Sie mit A12. Im Jurastudium haben ebenso alle die gleiche Ausbildung – aber nur sehr wenige haben die Möglichkeit in den Staatsdienst zu gehen.

          • Vergleiche zwischen anderen Berufsgruppen oder freier Wirtschaft mit öffentlicher Dienst sind nicht zielführend. Vergleiche innerhalb eines Berufsfeldes schon eher. Und dann schaue ich mal sogar in nur eine Schulform wie die Grundschule:

            Abgeordnete Gymnasiallehrer (10 Semster): A13
            Sonderpädagogen (10 Semester): A13
            Grundschullehrer (10 Semester): A12.

            Das ist Realsatire. Da braucht Gebauer mir nix von Lehrermangel erzählen. Wenn ich 10 Semester studieren muss und an die Grundschule will, empfwhle ich jedem das Gymnasiallehramt….

          • @Marc:
            Das ist schon klar. Allerdings kam der Vergleich zum Medizin- und Jurastudium nicht von mir… 😉
            Einstiegsgehälter in der Beamtenlaufbahn sollten grundsätzlich bei gleicher Qualifikation gleich sein – das sehe ich auch so. Dass man sich dann nach entsprechenden Weiterbildungen oder Bewerbungen auf höherwertige Posten (die – so ist es bei uns – derjenige mit der besten Beurteilung bekommt) aufsteigen kann, ist doch Teil des Leistungsprinzips und für jedermann bei entsprechendem Aufwand erreichbar.

      • lehrer002 schreibt: „Die Verbeamtung der Lehrkräfte ist sicherlich wichtig, da sie eine hoheitliche Aufgabe erfüllen…“.
        Mir ist überhaupt nicht klar, warum Lehrer eine hoheitliche Aufgabe erfüllen. An einem Lehrplan ist nichts hoheitliches. Weder an dem einer staatlichen Schule noch an dem einer Privatschule.
        Es handelt sich bei der Verbeamtung von Lehrern aus meiner Sicht lediglich um ein Mittel zur Kontrolle der Lehrkräfte. Ich denke, die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, dass das Beamtentum die Entwicklung und Flexibiltät im Schulwesen deutlich einschränkt. Ein Blick in die USA nach New York zeigt, dass die dortigen Lehrer den Bundesstaat gezwungen haben, wirksame Hygienemaßnahmen in Klassenräumen einzuführen, weil sie andernfalls mit Streik gedroht haben. In Deutschland undenkbar!
        Die Corona-Pandemie hat m.E. deutlich gezeigt, dass Deutschlands Zenit schon lange überschritten ist. Wir sind mittlerweile reformunfähig geworden und zementiert in verkrusteten Strukturen und erstickt von Formularen. Das Beamtentum spielt dabei eine herausragende Rolle. Die Schweiz hat in den 1990er Jahren das Beamtentum weitgehend abgeschafft. Ausnahmen sind die üblichen Verdächtigen wie Richter, Staatsanwälte, Polizei etc.. Aber nicht Lehrer. Warum auch?

        • „Mir ist überhaupt nicht klar, warum Lehrer eine hoheitliche Aufgabe erfüllen.“

          – Fangen wir an mit der Erstellung von Bescheiden und gehen weiter über das Durchsetzen von Maßnahmen gegen die Schüler, die teilweise massive Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen hat (z.B. Zeugnisse, Erziehungs- u. Ordnungsmaßnahmen, Laufbahnentscheidungen, Einziehen von Gegenständen, Nachsitzen, Prüfungsbeaufsichtigung und -abnahme).

          – Artikel 7 Grundgesetz

          „Ein Blick in die USA nach New York zeigt, dass die dortigen Lehrer den Bundesstaat gezwungen haben, wirksame Hygienemaßnahmen in Klassenräumen einzuführen, weil sie andernfalls mit Streik gedroht haben.“

          Ein Blick in die USA zeigt, dass 45% der Lehrer in den ersten fünf Jahren kündigen (1)

          Ein Blick in die USA zeigt auch, dass sich die Schulen untereinander die Lehrer abjagen (2)

          Ein weiterer Blick in die USA zeigt auch, dass dort nur 307.000 Lehrer fehlen (3)

          Sagen Sie mal, warum hat Berlin eigentlich den größten Lehrermangel und das, nennen wir es mal so, speziellste Bildungssystem in Deutschland, wo sie doch am Ehesten das amerikanische Modell so anwenden?

          „Wir sind mittlerweile reformunfähig geworden und zementiert in verkrusteten Strukturen und erstickt von Formularen. Das Beamtentum spielt dabei eine herausragende Rolle.“

          Gut, ParteifürnachhaltigePolitik, dann erklären Sie doch einmal warum ausgerechnet die Abschaffung der Verbeamtung der Lehrer für eine bessere Bildung und gegen den Lehrermangel wirken soll! Erklären Sie mir bitte worin die Motivation bei ausreichend(!) jungen Menschen liegen soll, länger als alle anderen in der Ausbildung zu sein und in der Zeit nichts oder weniger zu verdienen, um anschließend dann auch noch schlechter bezahlt zu werden! Wie dumm müsste man da sein?

          1 https://www.deutschlandfunk.de/gegen-lehrermangel-in-den-usa-weniger-standardtests-als.680.de.html?dram:article_id=340224

          2 https://www.zeit.de/2001/02/200102_us-lehrer.xml

          3 https://www.tz.de/leben/karriere/gehalt-lehrer-usa-neunjaehriger-schenkte-seiner-lehrerin-geld-weil-wenig-verdient-zr-13201479.html

          • Ich habe immer noch nicht verstanden, warum eine Verbeamtung zwingend für die Ausübung des Lehrerberufes sein soll. Falls das so wäre, warum gibt es dann angestellte Lehrer?

            In jedem privatrechtlichen Unternehmen gibt es Mitarbeiter, die Willensentscheidungen für das Unternehmen tätigen ohne Mitglied der Geschäftsführung zu sein oder Prokura zu haben. Diese unterschreiben „im Auftrag“. Das wäre problemlos auch im Lehrerberuf möglich.

            “ Fangen wir an mit der Erstellung von Bescheiden und gehen weiter über das Durchsetzen von Maßnahmen gegen die Schüler, die teilweise massive Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen hat (z.B. Zeugnisse, Erziehungs- u. Ordnungsmaßnahmen, Laufbahnentscheidungen, Einziehen von Gegenständen, Nachsitzen, Prüfungsbeaufsichtigung und -abnahme).“

            Zeugnisse werden tagtäglich in der freien Wirtschaft ausgestellt, es ergehen Ordnungsmaßnahmen, es werde Laufbahnentscheidungen getroffen, Prüfungsbeaufsichtigung und -abnahme sowie Einziehen von Gegenständen (schon mal eine private Weiterbildung mit Prüfung gemacht?), Nachsitzen (Arbeitsergebnisse nicht ausreichend), …

            Was ist daran nun besonders, dass man dafür Beamte benötigt? Nichts! Das einzige mir bekannte Argument für Verbeamtung von Lehrern ist die Durchgriffsmöglichkeit und Gleichschaltung seitens des Staates auf die Lehrerschaft wie man es eindrucksvoll in der Corona-Pandemie sehen konnte. Da wird definiert, dass Kinder nicht ansteckend sind und schon ist alles gut – ungeachtet der Fürsorgepflicht durch den Dienstherrn.

            Wie schon gesagt, die Schweiz (und andere) haben das Beamtentum – nein, dieses ist keine deutsche Erfindung sondern gab es schon im alten Ägypten (https://de.wikipedia.org/wiki/Beamtentum) – abgeschafft und trotzdem Lehrer für ihre Kinder. In Finnland werden Lehrer auch nicht verbeamtet und der schulische Erfolg der Schüler scheint darunter nicht gerade zu leiden. Warum ist Deutschland nicht besser als Finnland?

            Eine Abschaffung der Verbeamtung der Lehrerschaft würde den Staat dazu zwingen, entweder marktkonforme Gehälter zu bezahlen oder mit dem Mangel zu leben (typische Herausforderung für jedes private Unternehmen) und würde nicht mehr diejenigen anziehen, denen die soziale Absicherung wichtig ist und deshalb den Lehrerberuf wählen.

            Ich denke aber, dass das Thema der Verbeamtung an sich bald anders behandelt werden wird, denn die Finanzierungslücke der Beamtenpensionen ist schon seit Jahren diskutiert, da nicht nachhaltig finanziert und wird nun akut (https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/interview-mit-bernd-raffelhueschen-rentenexperte-warnt-alte-bundeslaender-werden-bald-in-pensionslasten-ertrinken_id_7377138.html und https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/pensionslasten-steigen-rasant-647-milliarden-euro-so-teuer-kommen-deutschlands-beamte-die-steuerzahler_id_7356813.html).

            Wenn ich mal Norbert Blüm analog zu seinem Rentenzitat zitieren darf: die Pension ist sicher. Als Beamter würde ich mich nicht darauf verlassen, das die Pensionen in versprochener Höhe fließen werden, denn wenn das Geld schlicht nicht da ist, kann es nicht ausbezahlt werden.

          • @ParteifuernachhaltigePolitik
            „Falls das so wäre, warum gibt es dann angestellte Lehrer?“

            Eine berechtigte Frage.
            1. Weil wiederum Gesetze sagen, dass die Betroffenen z.B. zu alt sind, um verbeamtet zu werden (betrifft oft übernommene Lehrer aus DDR-Zeiten – wenn Sie allerdings die Zahlen betrachten für Regionen, die nicht zur DDR gehörten oder junge Lehrer, dann werden Sie feststellen, dass die Nichtverbeamtung absolute Ausnahmen sind)

            2. Betrifft das nicht nur Lehrer, sondern noch viel stärker Behördenmitarbeiter, die früher tatsächlich alle verbeamtet wurden, heute allerdings nicht mehr. Wie das da rechtlich mit der Durchführung hoheitlicher Akte geregelt ist, kann ich nicht abschließend beurteilen, allerdings ist das ein Trend, der ab den Anfang der 2000er Jahre zu beginnen schien. Sie können einmal nachprüfen, wenn es sie so interessiert, ob es da ein höchstinstanzliches Urteil gab.
            Vielleicht können Sie dann auch in ihre Antwort einfließen lassen warum Polizisten und Feuerwehrleute unbedingt NICHT verbeamtet werden sollten.

            Den dann folgenden Unsinn zitiere ich nicht einzeln, aber es hat seinen Grund warum Zeugnisse ein Landeswappen und Dienstsiegel besitzen (zeigen Sie mir bitte das Unternehmen, dass das darf); Gegenstände dürfen Sie von ihren Mitarbeitern, gegen deren Willen, einziehen? Und wenn ihr Mitarbeiter keinen Bock mehr hat zu kommen, dann können Sie ihn auch von der Polizei bringen lassen? Wow, na da hätte ich ja gerne einmal die gesetzliche Grundlage; und wenn Sie etwas von Laufbahnentscheidungen faseln, dann ist das genauso aus den Fingern gesogen: wenn einem Mitarbeiter o. Arbeitgeber nicht passt, dann kann der AN einfach zur Konkurrenz wechseln, wenn die ‚Behörde‘ Schule dem Schüler aber das Abi verweigert, dann hat sich das Studium erledigt, jedes Studium.
            Ich könnte jetzt die ganze Zeit so weitermachen und ihr Argumentskonstrukt auseinandernehmen.

            „nein, dieses ist keine deutsche Erfindung sondern gab es schon im alten Ägypten“

            Zitat ich: „weil das Beamtentum (so wie wir das kennen) eine urdeutsche Erfindung ist…(und ja, so etwas ähnliches gab es auch schon bei den alten Chinesen… langweilig)“

            Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

            „Eine Abschaffung der Verbeamtung der Lehrerschaft würde den Staat dazu zwingen, entweder marktkonforme Gehälter zu bezahlen oder mit dem Mangel zu leben (typische Herausforderung für jedes private Unternehmen) und würde nicht mehr diejenigen anziehen, denen die soziale Absicherung wichtig ist und deshalb den Lehrerberuf wählen.

            Ich denke aber, dass das Thema der Verbeamtung an sich bald anders behandelt werden wird, denn die Finanzierungslücke der Beamtenpensionen ist schon seit Jahren diskutiert, da nicht nachhaltig finanziert und wird nun akut“

            Ich musste jetzt einmal das ganze Stück von Ihnen zitieren, um die Gedanken hinter Ihren Gedanken offenzulegen.

            Halten wir fest: im ersten Abschnitt suggerieren Sie, dass ja dann endlich „marktkonforme Gehälter“ gezahlt würden. Heißt das, dass die Gehälter der Lehrer weiter steigen sollen, denn, vielleicht verrate ich Ihnen gerade eine Neuigkeit, es herrscht Lehrermangel (sie wissen schon: Angebot und Nachfrage) und wir MINT-Lehrer hier im Landkreis kennen uns eigentlich alle persönlich, weil wir auch mal untereinander, wegen der Berechtigung Prüfungen in bestimmten Fächern abnehmen zu dürfen, an die unterschiedlichsten Schulen ausgeliehen werden, weil es da keine Fachlehrer (mehr) gibt (könnte ich mich damit nicht sogar selbstständig machen als freier MINT-Lehrer oder die Erpress…Streikmöglichkeiten vor den Abschlussprüfungen – bestimmt ist da noch die ein oder andere finanzielle Ausbaumöglichkeit drin; jetzt kann ich es Ihnen ja verraten: ich war schon immer scharf auf einen 911er)

            Ach Mensch, Sie meinen das ja ganz anders, denn eigentlich haben Sie doch keine Lust auf die „marktkonformen Gehälter“, denn im zweiten Teil schreiben Sie ja davon, worum es Ihnen wirklich geht: „denn die Finanzierungslücke der Beamtenpensionen ist schon seit Jahren diskutiert“, also darum die Gehälter der Lehrer zu senken. Das finde ich jetzt aber mal so gar nicht „marktkonform“.

            Das ist es doch, worum es Ihnen eigentlich geht: ‚die Lehrer verdienen zu viel‘ und das nennt man schlicht Neid.

            Aber tun wir mal weiter so als sei Ihre Argumentation nicht von niederen Motiven angetrieben und diskutieren wir weiter. Es stellen sich dabei nämlich folgende Fragen:

            Wenn Sie der Meinung sind, dass die Lehrer jetzt zu schlecht und zu wenig sind, wie wollen Sie (und das war ihr klar formuliertes Ziel) mehr und bessere Lehrer finden, wenn die zukünftigen Lehrer schlechter entlohnt werden?
            Ich glaube, diese Frage stelle ich jetzt bereits zum dritten Mal und hoffentlich bekomme ich jetzt endlich einmal eine Antwort.

            Glauben Sie, dass es für den Finanzhaushalt eines Landes weniger belastend ist, wenn die Nettogehälter (dann) nicht mehr verbeamteter Lehrer auf das Nettogehalt eines verbeamteten Lehrers angehoben wird und das Land die Arbeitgeberanteile (für Kranken- und Sozialversicherung) und die Rentenanteile zusätzlich zahlen muss?

            Glauben Sie, dass es für den Finanzhaushalt eines Landes weniger belastend ist, wenn die Beamten in das Angestelltenverhältnis überführt werden und das Land die Rentenversicherung an die Rentenkassen nachzahlen muss (wo natürlich nicht das geringere Beamtenbrutto als Grundlage genommen wird)?

            Ich könnte jetzt noch ewig so weiterschreiben, aber seien wir ehrlich: eigentlich wollen Sie sagen ‚Geiz ist geil‘, allerdings gebe ich Ihnen zu bedenken: ‚Wer billig kauft, kauft zweimal‘.

      • Sie werden bildungsgerecht bezahlt. Das ist das Problem. Bei einer leistungsgerechten Bezahlung müssten Sie sich von A1 bis A12 hochdienen. In 40 Dienstjahren. Wäre nur gerecht. Und ein Mangel an Rektoren gäbe es dann auch nicht.

        • @Fritzchen
          …ist klar… weil jeder Lehrer, der als Lehrer anfängt oder Richter oder Staatsanwalt oder Beamter im höheren Dienst nicht erst studieren (A0 bis A-7) und Vorbereitungsdienst (A<1) absolvieren müsste..

          Und was geistreiche Leute wie Sie für gerecht halten, ist zum Glück vollkommen egal, denn sonst wäre dieses Land eh schon auf dem wirtschaftlichen und sozialen Stand Äthiopiens herabgesunken (und damit tue ich Äthiopien bestimmt auch noch unrecht).

          Mich würde aber mal interessieren was diese ganzen Trolle hier arbeiten (wenn sie arbeiten) und ob sie ihr Gehalt gerecht finden.

  2. Der Beamten und sollte fordern, dass Lehrkräfte in die gesetzlichen Sozialversicherungen wechseln.

    Dann spricht nichts gegen eine Verbeamtung.

    • Würde ich gerne machen, wenn ich dann nicht das Doppelte der regulären Beiträge bezahlen zahlen müsste. Mich persönlich nervt die private Krankenversicherung…
      Ich weiß aber auch, dass das lange nicht alle Kolleginnen so sehen.

    • Dann spricht allerdings auch nichts mehr FÜR eine Verbeamtung. Warum sollte man lauter zusätzliche Verpflichtungen und Einschränkungen in Kauf nehmen, ohne einen Vorteil dadurch zu haben? Der Kündigungsschutz ist auch als Angestellter quasi zu 90% genauso vorhanden, wie als Beamter

      • Natürlich spricht viel für die Beamtung.
        Es ist ein Vorrecht für den Staat arbeiten zu dürfen.
        Dazu gehört, dass man sich dem Staat und der Gesellschaft verpflichtet.

        Meiner Meinung nach gehört gerade deshalb auch ein Streikrecht dazu.
        Und nicht Privilegien wie PKV und Pension.

    • Allein schon aus Solidarität würde ich in die gesetzliche Krankenversicherung und Rentenversicherung gehen.

      Und mich niemals in einer privaten Krankenversicherung versichern.

      Die Unterscheidung von Beamten und Arbeitnehmern ist sowas von 19. Jahrhundert.

      Ein Wunder dass Beamte wählen dürfen.
      Vermutlich hat irgendwann mal jemand die Stimmen gebraucht.

  3. Andererseits sollte man mal überlegen, für wen eine Verbeamtung Vorteile hat.
    Im Grunde ist man von jeglicher Fürsorge ausgeschlossen. Keine ernstzunehmende Überstundenregelung, kein Arbeitsschutz, Nachteile bei der Krankenversicherung (Privatversicherungspflicht), vollkommen sinnfreie Anordnungen (obwohl die ja auch nicht verbeamtete ausführen müssen).
    Klar, für den Staat/das Land ist das ein irrer Vorteil. Keine Streiks, man wöchentlich eine neue Sau durchs Dorf treiben und keiner wagt aufzumucken.

    Würde ein Witschaftsunternehmen seine Mitarbeiter so behandeln und so arbeiten, könnten es sich vor Klagen nicht mehr retten, die Frage ist nur, was schneller zum Ruin führt, die klagen oder die Unfähigkeit zu bestehen.

    Wenn ich mir die aktuelle Situation der LuL ansehe, denke ich: jedem anderen würde ich dringend raten, den Arbeitgeber zu wechseln.
    Geht hier aber leider nicht, das wäre dann schon ein kompletter Jobwechsel.

    Lasst euch nicht alles gefallen und denkt mal darüber nach, ob man als Gesamtheit der Lehrenden nicht evtl. doch eine gewisse Macht hat.

    • Dem kann ich nur zustimmen. Leider reicht die Courage oftmals nicht einmal dazu aus, an der eigenen Schule Kritik zu üben, geschweige denn sich mal wirklich (!) zu organisieren und nicht nur brav einen Mitgliedsbeitrag an eine Schoßhündchen-Gewerkschaft abzudrücken.

  4. Und alle Schulleitungen bitte auch gleich und gerecht besolden!!!
    Da gibt es Unterschiede von A12- A16 ,
    Kommissarische Leitung erhält nicht mal eine Zulage und Konrektor*innen an Grundschulen werden völlig benachteiligt.

    • @SuMa: Mir ist bewusst, dass die Leitungsfunktionen in Grundschulen miserabel vergütet werden, aber wenn Sie schreiben: „Und alle Schulleitungen bitte auch gleich und gerecht besolden!!!“ – meinen Sie dann wirklich, dass die Schulleitung an jeder Grundschule dieselben Bezüge erhalten soll wie die Schulleitung an einem viel größeren Gymnasium mit Verantwortung für ca. 1300 Schüler und ca. 100 Lehrkräfte? Wenn sich das durchsetzt, werden sich die Grundschulen vor Bewerbern um die Schulleitungsposten kaum retten können – die Gymnasien dagegen…

      • Naja ich denke wichtige als die gleiche Besoldung wäre der gleiche Anstieg der Besoldung. Also zu sagen, dass halt die niedrige Funktionsstelle überall +1 Besoldungsstufe ist, die nächste +1 und so weiter.

      • Naja was ist mit Verantwortung einer ganz normalen Grundschule…. ein kleiner Auszug:
        – AOSF ????? Schon mal eins gestellt?
        – GL
        – Übergänge Sek1 vorbereiten
        – Sekretärin nur 2 mal pro Woche
        – Alle Statistiken selber machen
        – 25 Lehrer*innen, 25 sonniges Personal
        – Notbetreuung täglich anpassen
        – Stundenpläne die nur max 4 Wochen halten neu machen
        – selber in der Aufsicht im Regen stehen
        – mit dem Schulträger streiten
        – Klassen putzen
        – 24h Stunden Elternhotline
        – Gespräche mit Therapeuten und Ärzten
        – diagnostische Praktika für Schüler*innen organisieren
        – Kooperation mit LKH und Schule für Kranke
        – keine Personal für besondere Funktionen
        – Homepage basteln
        – Zusammenarbeit unteren Schulaufsicht
        – Regionalkonferenzen
        – Kompetenzzeugnisse
        – Entwicklungsbögen

        und das ist nur so das Alltägliche

        • Mir scheint eher, da haben Sie herausgesucht, was alles an Arbeit und Erschwernis möglich WÄRE. Sozusagen statt des berüchtigten „Eckrentners“ hier die „Eckschule“. Trifft das nachweislich irgendwo alles auf einmal zu???

          24-h-Hotline? Ich kenne fast nur Kollegen, die nach Feierabend für keine Eltern und oftmals auch für keine Kollegen mehr erreichbar sind.

          Bei uns bleiben die Schüler bei Regen drinnen. (Ausnahme Nieselregen) Wo bitte müssen sie raus und die Lehrer dann auch? Nachweis?!

          Homepage basteln? Das macht bei uns genau 1 Kollege. Von wegen „das Alltägliche“. Es betrifft 1 Person! Und die macht da ab und zu mal was dran, eher alle 2-3 Wochen mal was.

          Arbeiten Sie wirklich im Schuldienst, SuMa? Das ist wohl alles nur vom Hörensagen?!?

          • Tja ich leite meine Schule nicht nebenbei sondern gebe alles für meine Schüler*innen und danke meinem Team, welches soeben noch den Eltern beim registrieren der positiven Lollitests hilft.
            Wo sie her kommen herrscht wohl nur Dienst nach Vorschrift statt Engagement

          • Willkommen im Leben,
            an den viel kleineren Grundschulen fällt eine Menge Arbeit an, die auf die wenigen KollegInnen aufgeteilt wird. Dazu gehört auch die SL, die auch einiges an Unterrichtsverpflichtung hat und damit für die eigene Klassenleitung auch die sonderpädagogischen Aufgaben zusätzlich zu denen, die als SL anstehen.

            Auch ich kenne Schulen, in denen die SL die Arbeit an der Homepage übernimmt, die SekretärIn nur ein paar Stunden in der Woche hat, keine zusätzlichen Entlastungen verteilt werden können und die Aufgaben irgendwie gemeinsam gestemmt werden – weitgehend ohne „sonniges“ Personal (vermutlich „sonstiges“, aber mir gefällt „sonnig“).

          • Also da kann ich als Elternteil zumindest bei der 24h-Hotline und Pausenaufsicht auch bei Regen SuMa beipflichten! Auch unsere Schulleitung (Grundschule) steht als Pausenaufsicht regelmäßig mit Außen – weil es momentan nicht anders geht. Und das bei jedem Wetter.
            Und ich kann es gar nicht mehr zählen, wie oft gerade an den Wochenenden eine Mail der Schulleitung an alle Eltern kam, die mit den Worten begann: „Weil so viele Anfragen an uns herangetragen wurden,…“

  5. Den derzeit tarifbeschäftigten Lehrkräften würde eine solche Regelung (nachträgliche Verbeamtung) in der überwiegenden Zahl der Fälle aber nichts nützen, da sie ja entsprechende beitragszeiten in der GRV haben.

    • Man hat eine bessere Absicherung, wenn man mehr als 6 Wochen ausfällt. Ein Kollege bei uns ist seit Dezember wg. Corona im KKH. Als Angestellter hat man ordentliche Einbußen, weniger Rente, kein Eheparternzuschlag, etc.

      Man kann nicht alles an deer privat KV festmachen. Es sind bei mir mind. 500 EUR Unterschied im Monat zu den verbeamteten Kollegen.

      Und oben steht auch was von Angebot zur Verbeamtung – nicht Zwang. So kann jeder selbst entscheiden. Ich bin immer 1 Jahr hinter der Altersgrenze hinhergekrautet. Das frustriert schon.

    • Die Beitragszeiten können durchaus angerechnet werden. Wenn dann Rente und Pension gleichzeitig fällig werden, dann wird üblicherweise die Pension gekürzt, um eine Überversorgung zu vermeiden.
      Der entscheidende Punkt ist: Ein Beamter ist viel mehr an den Staat gebunden als ein Angestellter. Der Angestellte hat keine Nachteile bei einem Wechsel in die Privatwirtschaft, die Rentenansprüche bleiben erhalten. Ein Beamter dagegen kann seine Pensionsansprüche nicht mitnehmen, wenn er vorzeitig ausscheidet. Und wenn jemand wechselt, dann sind es kaum die Luschen, sondern gerade die besten. Daher ist eine Verbeamtung geeignet, die Leute „einzufangen“

  6. Verbeamtung als „Anerkennung für erbrachte Leistungen“ – ich schmeiß mich weg!

    Da hat wohl eher jemand in den Regierungspositionen die Hosen voll, dass man die Angestellten möglicherweise nicht so zu bedingungslosem Gehorsam verdonnern kann, dass da künftig auch mal gestreikt werden könnte und dass vielleicht jemand den Arbeitsschutz einfordern könnte, der für verbeamtete Lehrer offensichtlich nicht gilt.

  7. Wieso stellt Silberbach „verbeamtet als Lehrer“ dar, als ob es eine heilsame Verkündung wäre?

    Wieso unterstellt Silberbach, dass das alle Lehrer wollen würden?????

    Was an unseren für angestellte wie verbeamtete Lehrer und Schüler an Normal- und Brennpunktschulen schlechten Arbeitsbedingungen ändert sich, wenn die Angestellten verbeamtet werden?
    Was an den zeitlich völlig überzogenen und immer noch weiter ausufernden Erwartungen an die arbeitenden Menschen im System Schule?

    (Schade, dass das nur als Meldung hier ist und die Redaktion das nicht kritisch hinterfragt/einordnet.)

  8. 200.000 angestellte Lehrkräfte bekommen seit Jahren zu spüren, wie Ungleichbehandlung aussieht, sei es beim Dienstrecht, bei Versicherungen, Beihilfe etc. , aber vor allem beim Unterschied Pensionen / Renten. Weniger Geld für gleiche Arbeit, das ist die Realität. Kein Wunder, dass der Mangel an qualifizierten Lehrkräften immer größer wird, da helfen auch alle schönen Sonderprogramme nicht. Und man komme mir jetzt bitte nicht wieder mit dem totgelutschten Argument, dass angestellte Lehrer ja streiken dürfen. Für eine bessere Alterssicherung verzichte ich darauf gerne.

    • Meine totale Zustimmung!
      Und die Gründe der Nichtverbeamtung! Bei mir eine Vorerkrankung. Diese Ungleichbehandlung demotiviert mich seit Jahren. Die Schüler lasse ich das nicht merken, aber bei der Verteilung von Extraaufgaben im Kollegium lasse ich inzwischen denen den Vortritt, die dementsprechend entlohnt werden.
      Grundsätzlich halte ich den Beamtenstatus für LuL aber für komplett unnötig und extrem ungerecht gegenüber der Restbevölkerung. Die Beamten müssen sich endlich an der Sozialversicherung beteiligen (Arbeitslosenversicherung kann man ja weglassen… Huch, schon wieder ein Privileg). Die Privatversicherungen gehören sowieso abgeschafft. Dieses komplett unsoziale System gehört endlich mal rigoros reformiert!
      Da aber alle Entscheidungsträger Beamte sind, wird sich daran aber garantiert so schnell nichts ändern.
      Und um den Gegenreaktionen zuvor zu kommen… Ja, ich bin neidisch! Ich sehe nämlich nicht ein, warum ich trotz gleicher Ausbildung jetzt so viel schlechter gestellt bin als meine Kollegen. Wie kann der Staat so ungerecht sein und mich für meine Krankheit nocheinmal bezahlen lassen? Diese Krankheit ist übrigens für ca. zwei Krankheitswochen in den letzten achtzehn Jahren verantwortlich.

      • Ich habe als angestellte Lehrerin zwei Hauptfächer und bin bei jeder Prüfungsparty in der Schule dabei, von Vorklausur bis Nachprüfung, inkl. Klassenleitung und Sonderaufgaben. Meine frisch pensionierte Freundin bekommt soviel Pension wie ich Netto. Nach vielen Jahren in der Schule kann ich nur sagen, die Motivation liegt jetzt, unter den Eindrücken des fürsorglichen Arbeitsgebers in der Pandemie, irgendwo zwischen Null bis Minus Null. Vielleicht sollte die Gesellschaft beim beliebten Spiel „findet den faulsten Lehrer“ mal über die Ursachen für die Misere nachdenken. Wie gesagt, 200.000 Menschen sind nicht wenige.

      • Neid ist natürlich viel billiger und erfordert weniger Mut als Konsequenzen zu ziehen.. Schieben Sie schon 18 Jahre diesen Frust? Hätten Sie da nicht besser rechtzeitig zu einem anderen Arbeitgeber wechseln sollen, wo Sie sich nicht jeden Tag hinschleppen müssen? Scheinbar hat ihr Arbeitgeber ja alles richtig und einen guten Deal gemacht.

        Ich sage es ihnen ganz ehrlich, dass ich ohne die zugesicherte Verbeamtung nicht einen Fuß in eine Schule in meinem BL gesetzt hätte und wenn es in keinem Bundesland gegangen wäre, dann hätte ich überhaupt nicht in diesem Beruf gearbeitet, denn es gibt viele Mütter mit hübschen Töchtern.

    • Auch ich gehöre zu den 200.000 Fußabtretern, ebenfalls ein Hauptfach und nicht verbeamtet wegen einer Vorerkrankung. Wie Max Kleine so nett anmerkt, möchte ich mir das nicht gefallen lassen. Wir 200.000 sollten uns endlich organisieren und mal richtig Dampf machen – wir dürfen streiken. Bei dem Lehrermangel würde unser fehlen richtig weh tun und das muss man dem Staat mal zeigen!
      Und Max Kleine: mein Weg wird aus der Schule führen, wenn meine Klage auf Verbeamtung scheitert…allerdings ist das leider gar nicht so leicht aus der Schule rauszukommen, wenn man nicht die richtigen Fächer hat- habe ich leider nicht.

      • Generalstreik der angestellten Lehrer bringt nichts, weil deren Ausfallstunden von den vielen Beamten kompensiert werden können.

        Statt A13 für alle wäre ein gleiches netto der Angestellten und verbeamteten Lehrer bei der jetzigen Aufteilung viel fairer. Dafür müsste das Angestelltenbrutto allerdings um mindestens 25% angehoben werden. Bei gleicher Rente bzw. Pension müsste man um mindestens 40-50% anheben.

  9. … und danach kann man sich so schön über diejenigen wenigen aufregen, die schlechte Lehrer sind und dennoch unkündbar verbeamtet.

  10. Fünftens sollten alle in Schule arbeitenden in ihrer Profession anerkannt und entsprechend entlohnt werden, das bezieht nicht allein Lehrkräfte ein. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, um Aufbewahrung gewährleisten zu können, sind unwürdig.

    Sechstens gestaltet sich Wertschätzung auch in weiteren Arbeitsbedingungen, die nicht vom Sparen diktiert sein sollten. Auch das hat die Pandemie gezeigt: Warum gelten allgemein gültige Arbeitsschutzbestimmungen in Schulen nicht?

    Siebtens sollte man die Aufgaben der Arbeitszeit anpassen oder entsprechend der vielfältigen und unzähligen Aufgaben Personal einstellen, damit alles das, was Politik und Gesellschaft in den Schulen abgeladen haben, aufgegriffen werden könnte. Auf dem Weg dahin benötigt es vielleicht eine konsequente Arbeitszeiterfassung, es würde aber auch ausreichen, die bereits vorhandenen Studien dazu zum Anlass zu nehmen, dringend Abhilfe zu schaffen.

  11. Wenn mit dieser Argumentation alle LuL verbeamtet werden sollen, dann muss das auch bei allem Pflegepersonal, allem medizinischen Personal, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einzelhandel, der Müllabfuhr, in der Lebensmittelindustrie, der medizinischen Industrie (Impfstoffproduktion), Kindergarten,… der Fall sein. Allerdings müssen dann auf der anderen Seite jede Menge Beamtenjobs gerade in der Verwaltung wegfallen, die sich in der Pandemie als totale Blockade jeglichen Fortschritts und jeglicher positiver Veränderung bewiesen haben.

    Diese Argumentation ist in keinem Fall schlüssig, sinnvoll und nachvollziehbar. Und wenn man einmal schaut, in den Ländern, in denen die Schule viel innovativer und schon 10-15 Jahre weiter ist als in Deutschland – in keinem dieser Länder sind LuL verbeamtet. Weder in den Niederlanden, noch in Dänemark, Schweden,… überall da, wo das Schulsystem unserem um 10-15 Jahre voraus ist, sind LuL nicht verbeamtet. Und das ganz bewusst (Beamtenstatus wurde explizit abgeschafft) – weil man nämlich festgestellt hat, dass das Beamtentum in sehr großen Teilen einen bestimmten Typus Mensch anzieht, wurde es dort bei LuL ganz gezielt abgeschafft. Nämlich den Typus Mensch, der für totale Stabilität steht (man könnte auch sagen – bloß keine Entwicklung). Das mag gut sein, wenn man 50 Jahre lang immer das gleiche Formular ausfüllen muss, aber sehr schlecht, wenn man kontinuierliche Weiterentwicklung und Veränderung vermitteln soll, an junge Menschen.

    Dann ist das Beamten-Mindset so ziemlich das 100% diametral entgegengesetzte Mindset von dem, was in der Schule vermittelt werde muss, insbesondere in dieser extrem dynamischen Epoche.

    Also warum in Deutschland alle verbeamten? Weil das zu einem so gut entwickelten und innovativen System geführt hat, in dem alle LuL ganz weit vorne sind?

    Da gibt es aber gaaaaanz andere Bereiche, wo ein Beamtenstatus wirklich Sinn macht, aber ganz bestimmt nicht bei LuL…

    • Doch sehr wohl. Lehrerinnen und Lehrer vergeben Abschlüsse und entscheiden über die Zukunft der Kinder. Dabei sind sie vermutlich mehr Druck von oben (alle sollen gute Noten haben), von der Seite (Eltern, die ihre Kinder durchklagen) und von unten (Schüler, die alles bisher in den Arsch geschoben bekommen haben) ausgesetzt als die meisten anderen Beamten in Deutschland.

      Die Länder sollten sich halt entscheiden, ob die Ausbildung von Schülern und die Vergabe von Abschlüssen (die über das ganze Leben entscheiden können), eine hoheitliche Aufgabe ist oder nicht. Wenn nicht, reicht es aber auch sich Privatschulen anzusehen, wo Kinder, deren Eltern am meisten Kohle spenden, komischerweise niemals sitzen bleiben würden.

      An der Stelle ist es auch falsch, die hoheitlichen Aufgaben, die ein Lehrer haben soll immer nur mit Polizisten oder Feuerwehrleuten zu vergleichen, diese machen nur einen geringen Bruchteil der Beamten aus. Die meisten sind in irgendeinem Amt und beantragen Dinge wie Ausweiße und Siegeln Kennzeichen oder schauen meine Steuererklärung durch. Wieso das jetzt hoheitlicher als die Vergabe eines Abschlusses sein soll, darf dann gerne mal hier erklärt werden!

      • @Heinz: Wenn Bildung eine hoheitliche Aufgabe ist, dann frage ich mich, warum sich so viele LuL dieser Aufgabe entziehen. Ist das Verweigerrungsrecht auch „hoheitlich“ verankert? Gute Bildung zu vermitteln ist eine Dienstleistung. An dieser Stelle wäre es daher mehr als angebracht, von den Kindern aus zu denken, und nicht aus einer „Amtsträgersicht“ heraus. Ich sagte ja, all die Länder die weit über uns stehen im Bildungssystem ist das Beamtentum abgeschafft worden, aus besagten Gründen. Wir können ja auch anfangen die Briefträger wieder zu verbeamten, und das Bahnpersonal… Ist Gesundheit der Bevölkerung keine hoheitliche Aufgabe? Ist Versorgung mit Nahrung keine hoheitliche Aufgabe? Entscheidet das nicht über Leben? Ich wüsste nicht warum Bildung eine hoheitliche Aufgabe sein soll. Wie der Name schon sagt „hoheitlich“ – Denken wie vor 100 Jahren. Die Hoheit bestimmt und das Volk muss folgen. Wie attestierte doch gerade erst ein Bericht des Wirtschaftsministeriums den deutschen Behörden- & Beamtenstrukturen? „Teilweise herrschen archaische Zustände“.

        Und so leid mir das tut – die herrschen auch an vielen Schulen, selbst nach über einem Jahr Pandemie. Jeder kann machen was er/sie will, Kooperation ist eine Ausnahmeerscheinung und systematisches Denken vom Kinde und der Familien aus hat etwas von Zufall.

        Rühmliche Ausnahmen gibt es natürlich überall. Aber das sind leider noch immer Ausnahmen. Und was bringt es den Kindern, wenn LuL verbeamtet sind – und selbst wenn sie wirklich grottenschlecht sind keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben? Kinder haben überhaupt nichts davon. Kinder hätten etwas davon, wenn es endlich zeitgemäße Lernkonzepte an Schulen gäbe. Wer hält die Schulen davon ab, diese zu entwickeln? Manche schaffen es ja, nur eben eine Minderheit. Und komischerweise schaffen dieses gerade die Schulen, an denen LuL eben ehr selten Beamte sind.

        Ich würde mir wünschen wenn mal aufgehört wird vom „was ist für mich am besten“ aus zu denken. Die Kinder müssen im Zentrum stehen und ihre Bildung. Und Bildung wird nicht besser wenn LuL verbeamtet sind. Genau das Gegenteil ist der Fall, wie international zu sehen ist. Das schafft für viele nur noch mehr Möglichkeiten sich gegen jegliche Veränderung zu wehren. Unsere Kinder bekommen heute noch über eine digitale Plattform Arbeitsblätter die meine Frau und ich schon vor 35 Jahren in der Schule hatten. Zwar jetzt digital zugestellt, aber inhaltlich und methodisch immer noch ein Desaster. Und das ist keine Ausnahme – das ist die überwiegende Mehrzahl.

        • „Unsere Kinder bekommen heute noch über eine digitale Plattform Arbeitsblätter die meine Frau und ich schon vor 35 Jahren in der Schule hatten“

          Lassen Sie mich raten: im Informatikunterricht.

          Gelten die Coronabeschränkungen eigentlich nicht auch für den Paulanergarten?

          • Informatikunterricht gibt es nicht. Wir haben keinen Informatiklehrer an der weiterführenden Schule…

          • Jürgen, nicht verzweifeln: das wird schon, wenn Sie die Lehrergehälter weit genug gesenkt haben.

        • „Wenn Bildung eine hoheitliche Aufgabe ist, dann frage ich mich, warum sich so viele LuL dieser Aufgabe entziehen.“

          Den Satz verstehe ich leider nicht, können Sie den bitte weiter erläutern? Inwiefern entziehen sich viele LuL der Aufgabe der Bildung? Sie meinen, die kommen einfach nicht zur Schule oder stehen in der Klasse und starren aus dem Fenster oder was? Interessant, dass Sie „viele“ solcher Lehrer kennen. Ich habe noch nie so einen getroffen.

      • Also, mit zwei Hauptfächern in der Sek.II mit dürfen Sie auch als angestellte Lehrkraft jede Menge Klausuren, Prüfungen, Nachprüfungen, Gutachten für ReferendarInnen etc. machen. Habe noch nie gemerkt, dass ich weniger machen „durfte“ als meine verbeamteten KollegInnen. Aber beim Geld, da gibt es sehr wohl einen Unterschied. Und nach vielen Jahren eben auch bei der Motivation, vor allem beim Vergleich der Alterssicherung.

    • Bitte schauen Sie doch auch einmal genau nach, wieviel Geld die tollen anderen Länder pro Kopf für Bildung ausgeben. Und dann vergleichen Sie die Ergebnisse mit unseren Ausgaben, schauen Sie bitte auch auf die Verteilung in den einzelnen Bundesländern. Solange unsere Gesellschaft nicht bereit ist, erheblich mehr Geld für Bildung zu bezahlen, wird sich nix ändern. Ich begreife eh nicht, wieso die Elternschaft sich so lange versiffte Toiletten, schimmelnde Klassenräume und kaputte Möbel bieten lässt. Warum schaffen wir nicht einen neuen „Soli“ für Bildung? Wenn das Thema soo wichtig ist, werden bestimmt alle begeistert mitzahlen. Auf verbeamtete LehrerInnen einzudreschen, ist billig. Die meisten machen einen sehr guten Job und setzen sich für SchülerInnen sehr ein. Auf jeden schlechten Lehrer kommt mindestens eine Niete in der sogenannten freien Wirtschaft. Ach, und bevor Sie sich aufregen, ich bin keine Beamtin und HABE vorher lange in der Wirtschaft gearbeitet.

      • Ich dresche nicht auf LuL ein, aber es macht keinen Sinn die Lösung der Probleme im Bildungssystem auch nur im Ansatz mit der Verbeamtung in LuL in Verbindung zu bringen. Das ist so als würde ich sagen dass wenn es Montags Nudeln gibt, ist Mittwochs gutes Wetter. Auch wenn viele das denken mögen – Essen hängt nicht mit dem Wetter zusammen, genausowenig wie Erfolg in der Schulbildung mit dem Beamtentum zusammenhängt. Wer diesen Zusammenhang herstellt, ignoriert die weltweiten Erfahrungen.

        Und generell – Beamtentum ist in Deutschland für (positiv ausgedrückt) für totale Stabilität und möglichst wenig Veränderung ausgelegt. Das ist aber genau das Gegenteil von dem, was wir endlich einmal im Bereich Bildung brauchen. Hier ist sehr dringend Veränderung notwendig. Und die Worte dass in vielen Behörden Archaische Zustände herrschen, kommt nicht von mir. Die kommt vom wissenschaftlichen Beirat unserer Regierung, ganz offiziell, die sich die Strukturen einmal sehr genau angeschaut haben. Aber – alles bleibt bestens – hat die letzten 200 Jahre schon so funktioniert…

        • @Jürgen:
          Kleiner Ausflug ins Beamtenrecht:
          Es gibt die Dienstpflicht: „Volle Hingabe an den Beruf“.
          Bedeutet: ‚Dienst nach Vorschrift‘ ist eine Dienstpflichtverletzung, die geahndet werden kann! Ich gebe Ihnen Recht, dass es vermutlich wenige gibt, bei denen dies auch zur Anwendung kommt – aber man kann nicht pauschal behaupten, dass Beamte sich im Gegensatz zur freien Wirtschaft nicht anstrengen oder weiterentwickeln müssen. Im Gegenteil, sie sind dazu verpflichtet „mit voller Hingabe“. Also diese ihre Aussage ist falsch. An der Umsetzung und entsprechenden Ahndung scheitert es möglicherweise – aber nicht am Beamtentum selbst.

          • Was bringt das Papier auf dem es steht dass man es machen muss, wenn es keinen interessiert? Wobei das typisches Behördendenken ist – Weil es ein Stück Papier gibt auf dem es geschrieben steht, ist es auch Realität. Deswegen scheitern wird auch bei der Modernisierung unseres Staatsapparates – wir machen immer alles nur auf Papier.

          • @Jürgen:
            Und deswegen wollen Sie gleich das ganze Beamtentum abschaffen, anstatt zu fordern, dass die im Beamtentum festgeschriebenen Sanktionen bei „unwilligen“ Beamten vollständig ausgeschöpft werden?

    • „Weder in den Niederlanden, noch in Dänemark, Schweden,… überall da, wo das Schulsystem unserem um 10-15 Jahre voraus ist, sind LuL nicht verbeamtet. Und das ganz bewusst (Beamtenstatus wurde explizit abgeschafft) – weil man nämlich festgestellt hat, dass das Beamtentum in sehr großen Teilen einen bestimmten Typus Mensch anzieht, wurde es dort bei LuL ganz gezielt abgeschafft.“

      Ganz schön clever, diese Holländer, Dänen und Schweden, etwas abzuschaffen, was es nie dort gab, weil das Beamtentum (so wie wir das kennen) eine urdeutsche Erfindung ist…(und ja, so etwas ähnliches gab es auch schon bei den alten Chinesen… langweilig).

      Vergleichen Sie das am Ehesten mit Österreich, wo das Beamtentum für Lehrer tatsächlich abgeschafft wurde und nun? Laufen da die top MINT-Lehrer denen die Bude ein?

      „Und das ganz bewusst (Beamtenstatus wurde explizit abgeschafft) – weil man nämlich festgestellt hat, dass das Beamtentum in sehr großen Teilen einen bestimmten Typus Mensch anzieht, wurde es dort bei LuL ganz gezielt abgeschafft. Nämlich den Typus Mensch, der für totale Stabilität steht (man könnte auch sagen – bloß keine Entwicklung).“

      Nehmen wir einmal, rein theoretisch an, die von ihnen genannten Länder hätten tatsächlich vorher Lehrer verbeamtet und diesen Beamtentum abgeschafft und Deutschland würde sich ein Beispiel daran nehmen und es ihnen gleich tun.

      Warum, warum, warum sollte jemand, der ein wenig Kopfrechnen kann dann als Lehrer, am Besten noch als Mathematiklehrer (oder generell MINT-Lehrer) anfangen, wenn er schlechter abgesichert ist und weniger verdient?
      Erklären Sie mir die Logik und warum Borussia Dortmund sich nicht daran hält und konsequent die Gehälter der Spieler zusammenstreicht, um endlich mal mit den besten Spielern der Welt (die dem BVB dann sicherlich die Türen einrennen werden) die Meisterschaft gegen Bayern München zu holen! Hätte Schalke so den Abstieg verhindert, wenn sie sich geweigert hätten Spielergehälter über Drittligeniveau zu zahlen?

        • Um einen richtigen Vergleich zu ziehen, müssen Sie auch die Unterrichtsverpflichtung anschauen und die Zusatzaufgaben, da spielen Lehrer ebenfalls in der obersten Liga mit, dann wird auch wieder ein Schuh draus.
          In Frankreich hat man z.B. bei Vollzeit ca. 15 Unterrichtsstunden (die allerdings 55 min sind, nicht 45). Hier 24 (Gymnasium) und mehr (29 Grundschule) – je nach Bundesland.

          • Ok, und die ganzen im Pflegebereich, in den Kindergärten,… die einen Bruchteil von LuL verdienen und nicht verbeamtet sind, aber genau so viel arbeiten weil sie genau so wichtige Aufgaben erfüllen… Generell haben LuL ein Spitzengehalt, Platz 10 in Deutschland, Platz 2 international. Und ja, dafür kann man auch einiges an investierter Zeit erwarten. Insbesondere wenn ich den Entwicklungsstand nicht weniger LuL sehe. Heute vielfach noch die gleichen Arbeitsblätter wie vor 30 Jahren. Da geht es LuL überhaupt nicht schlecht. Und wenn jetzt kommt dass im Schnitt 45 Stunden/Woche gearbeitet wird, dann bitte mal in anderen Berufsgruppen schauen die viel weniger verdienen, eine genau so wichtige Arbeit machen, und nicht unkündbar sind, selbst wenn sie sich ihrer Arbeit verweigern.

            Immer schön auf dem Boden bleiben und mal mit dem Rest der Bevölkerung vergleichen.

        • „Krass: https://www.news4teachers.de/2018/09/internationaler-vergleich-deutschlands-lehrer-verdienen-mit-am-besten/

          Sie haben vollkommen recht: senkt die Gehälter der Lehrer in Deutschland! Da sie, ganz bestimmt, wissen wie schüchtern die Lehrer sind, fangen wir am Besten mit anderen Berufen und Ihrem (ganz persönlichen) Gehalt an (gehen Sie als Vorbild voran!) und senken das auf das (sie müssen ja davon begeistert sein, denn sonst würden sie ja nicht mit so einem OECD-Vergleich argumentieren) Niveau von… ja, was steht da so im Vergleich… Polen, Lettland oder Türkei. Ach was, warum so gierig? Jürgen, in Rumänien (Durchschnitt pro Monat: 939 €) und Äthiopien (Durchschnitt pro Monat: 63 €)(1) würden Sie sogar noch weniger verdienen. Machen wir es so: Jürgen, wenn Sie die nächsten 35 Jahre gut von einem äthiopischen Gehalt in Deutschland leben können und das für gerecht halten, dann passen wir Lehrer uns auch an… Das ist doch ein netter Kompromiss, oder?

          „Und ach ja, in Deutschland stehen LuL auf Platz 10 der Spitzenverdiener…“

          Da Sie ja dazu keine Quelle angegeben haben, habe ich mir mal selber etwas gesucht (2) und da schauen wir dann einmal rein:

          1. Piloten
          2. Geschäftsführer
          3. Abgeordneter
          4. Rechtsanwälte
          5. Unternehmensberater
          6. Maschinenbauingenieur
          7. Physiker
          8. Mathematiker
          9. Elektroingenieure
          10. Amtsleiter
          11. Leitende Verwaltungsfachleute
          12. Richter
          13. Staatsanwälte
          14. Lehrer
          15. Informatiker
          16. Metereologen
          17. Bauingenieure
          18. Pfarrer

          Physiker, Mathematiker, Ingenieure, Informatiker haben kürzere Ausbildungen (bestandenes 5jähriges Studium reicht als „Arbeitserlaubnis“) als Lehrer und verdienen teilweise mehr (und nein, deren Ausbildung war nicht schwerer, denn als jemand, der genau mit diesen Leuten in den gleichen Modulen die gleichen Prüfungen geschrieben habe, kann ich das beurteilen), denn Lehrer müssen nicht nur ein Studium erfolgreich bestehen, sondern auch noch das 2jährigen Vorbereitungsdienst – genau wie Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte, aber auch Pfarrer und Leitende Verwaltungsfachleute (=höherer Dienst). Dämmert es Ihnen so allmählich warum sich Lehrer mit in dieser Gruppe befindet oder muss ich noch deutlicher werden?

          „Wenn Geld und Sicherheit im Job (unkündbar egal was man macht/oder auch nicht) die einzige Motivation ist, dann tun mir die Menschen in diesen Jobs extrem Leid. Aber manche kriegen den Hals einfach nicht voll…“

          Sie gehen sich wegen der Luft und der Liebe jeden Tag zur Arbeit… Wie ich ja bereits ausführte, können Sie ihren Worten Taten folgen lassen und sich mit dem Gehalt eines Äthiopers in Deutschland durchschlagen*.

          1 https://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php

          2 https://www.stern.de/resource/blob/3015072/5fa69d3de4bd77f6e21e2f57ad66ddc2/gehaltsliste-01-pdf–664225b22d1c8b55–data.pdf

          * Wers nicht von alleine mitbekommen hat: dieser Kommentar enthält starke Anteile von Ironie, Sarkasmus und ein Quäntchen Zynismus.

          • Sie müssen bei dem Vergleich der Bezüge zwischen Lehrer und anderen Berufsgruppen das Gesamtpaket vergleichen. Im obigen Text vergessen Sie einige Gehaltsbestandteile, die erheblich sind wie z.B.:
            – Die Beihilfe zur PKV
            – Lebenslange Arbeitslosenversicherung
            – Lebenslange Berufsunfähigkeitsversicherung
            – Enorme Altersvorsorge
            Machen Sie sich doch mal den Spaß und nehmen ein Nettogehalt eines Lehrers, definieren das als das Nettogehalt eines Arbeitnehmers und transformieren das in das Bruttogehalt eines Arbeitnehmers unter Berücksichtigung der oben genannten Nebenleistungen, dass also der Arbeitnehmer diese Dinge selber bezahlen muss. Eine lebenslange Arbeitslosenversicherung werden Sie am freien Markt nicht finden und für die relevante Höhe ohnehin nur zu astronomischen Preisen. Die Differenz zwischen gesetzlicher Rente und Beamtenpension muss man selber finanzieren. Die private Krankenversicherung ist für Arbeitnehmer deutlich teuerer, weil es Beamtentarife gibt und die PKV Beamte als „günstige“ Risiken einstuft. Gleiches gilt für andere Versicherungen auch.
            In Summe werden Sie auf ein deutlich sechsstelliges Bruttogehalt eines Arbeitnehmers kommen.
            Deshalb finde ich es schäbig, auf andere Berufe zu zeigen und zu behaupten, als Lehrer würde man schlecht verdienen.

          • @ParteifürnachhaltigePolitik
            „Im obigen Text vergessen Sie einige Gehaltsbestandteile, die erheblich sind wie z.B.:
            – Die Beihilfe zur PKV
            – Lebenslange Arbeitslosenversicherung
            – Lebenslange Berufsunfähigkeitsversicherung
            – Enorme Altersvorsorge“

            – Es gibt also in der „Privatwirtschaft“ keinen Arbeitgeberanteil?
            – Berufsunfähigkeitsversicherung?! Klar, bezahlt der Beamte selber
            – Klar, wenn sie das nicht haben, dann überlegen sie ihren Beitrag daran z.B. Wahlverhalten

            „Machen Sie sich doch mal den Spaß und nehmen ein Nettogehalt eines Lehrers, definieren das als das Nettogehalt eines Arbeitnehmers und transformieren das in das Bruttogehalt eines Arbeitnehmers unter Berücksichtigung der oben genannten Nebenleistungen, dass also der Arbeitnehmer diese Dinge selber bezahlen muss.“

            Machen Sie sich doch einmal den Spaß und berechnen Sie das Nettogehalt eines Lehrers, wenn aus dem momentanen Bruttogehalt die „Beamtenvorteile“ wegfallen würden. Glauben Sie, dass Sie dann noch genügend Lehrer finden werden?

            Machen Sie noch eine Berechnung und berechnen Sie das Brutto (ohne beamtenrechtliche Einsparungen) eines Landes, wenn die Nettobezüge der Lehrer entsprechend auf das vorherige Netto angepasst werden. Glauben Sie, dass der Steuerzahler wirklich weniger Steuern für die Lehrer zahlen muss?

            „Deshalb finde ich es schäbig, auf andere Berufe zu zeigen“

            Na dann schauen wir mal:
            – Richter
            alles genau wie beim Lehrer
            – Amtsleiter
            alles genau wie beim Lehrer
            – Leitende Verwaltungsfachleute
            alles genau wie beim Lehrer
            – Staatsanwälte
            alles genau wie beim Lehrer

            Das bedeutet also auch, dass alles was Sie an der Entlohnung der Lehrer stört, ebenso an diesen Berufen stören muss. Dazu siehe dann auch die Matheaufgaben oben.

            “ und zu behaupten, als Lehrer würde man schlecht verdienen.“

            In welchem Kommentar soll das gewesen sein?

          • @ParteifürnachhaltigePolitik
            Und noch eine Frage, die ich ganz vergessen habe. Dürfte ich dann eigentlich als „privatwirtschaftlicher“ Lehrer mit mehreren Mangelfächern mein Gehalt selber aushandeln (ich würde die Gehaltserhöhung auch nur einmal im Jahr aushandeln, kurz vor den Abschlussprüfungen (das Streikrecht muss ja für etwas gut sein) ) und einfach mal zu dem Arbeitgeber/Schule wechseln, die das beste Angebot macht (niemals mehr Abordnungen in Krisengebiete)?

            Kommen Sie schon, wenn privatwirtschaftlich, dann aber auch richtig.

            Ehrlich gesagt… so allmählich bin ich geneigt auch zu fordern, dass Lehrer wie normale „privatwirtschaftliche“ Arbeitnehmer behandelt werden.

        • @Max Kleine: Ihre Gehaltsliste ist aus dem Jahr 2007. Ich muss aber zugeben, dass ich die Referenz für die Liste nicht mehr habe. Vor 2 Wochen gab es darüber einen Artikel in der Welt, der nicht mehr öffentlich sondern nur mit Abo zugänglich ist. In diesem war auch die Gehaltsliste veröffentlicht und auf der Standen Lehrer im Jahr 2020 auf Platz 10, sind also 4 Plätze weiter nach oben gerutscht.

          Es geht nicht darum die Gehälter der LuL zu senken, das hat niemand je gesagt, es geht darum dass bei einer eh schon exzellenten Position immer noch mehr gefordert wird und dass das Beamtentum als Belohnung für besondere Leistungen gefordert wird, die in der Pandemie erbracht wurden.

          Was soll ich sagen – manche kriegen den Hals nicht voll und wollen einfach immer mehr und mehr. Vielleicht mal da anfangen wo Familien trotz 60-Stunden Job, gesellschaftlich sehr wertvoll, nicht davon leben können. Und immer befürchten müssen, gekündigt zu werden bei der kleinsten Verfehlung.

          Aber manche Berufsgruppen bzw. deren Lobbyvertretungen haben offensichtlich jeglichen Bezug zur Wirklichkeit verloren.

          Also – immer weiter so – das hilft unseren Kindern bessere Bildung zu erhalten.

          • „Ihre Gehaltsliste ist aus dem Jahr 2007. Ich muss aber zugeben, dass ich die Referenz für die Liste nicht mehr habe. Vor 2 Wochen gab es darüber einen Artikel in der Welt, der nicht mehr öffentlich sondern nur mit Abo zugänglich ist. In diesem war auch die Gehaltsliste veröffentlicht und auf der Standen Lehrer im Jahr 2020 auf Platz 10, sind also 4 Plätze weiter nach oben gerutscht.“

            Weil die Gehälter der Beamten, egal ob Zoll, Gericht, Polizei, Schule, Behörde jeder für sich aushandelt oder was wollen Sie sagen? Ich kann Ihnen sagen, dass die Beamten der einzelnen Behörden ihre Gehälter nicht einzeln aushandeln. Wie soll also da der Staatsanwalt und der Behördenmitarbeiter plötzlich, wie Sie suggerieren, absinken und das Lehrergehalt durchstarten?

            Wo Sie als Quelle aber gerade die Welt angeben…

            Welt:“Positionen mit Personalverantwortung seien noch deutlich lukrativer. „IT-Führungskräfte verdienen fast durchgehend sechsstellig.“ Im Durchschnitt liege ihr jährliches Bruttoeinkommen bei rund 135.000 Euro.“ (1)

            Kommt mit meinen zusätzlichen Aufgaben voll hin und mein 911er wartet eh immer noch beim Händler…

            So, aber jetzt mal Spaß beiseite. Sie wollten eine aktuelle Gehaltsübersicht, Sie bekommen eine aktuellere Gehaltsübersicht…

            https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsentgelt/durchschnittsgehalt

            und hier gleich noch eine Übersicht

            https://karriere.unicum.de/erfolg-im-job/gehalt-finanzen/bestbezahlte-berufe

            „Vielleicht mal da anfangen wo Familien trotz 60-Stunden Job, gesellschaftlich sehr wertvoll, nicht davon leben können. Und immer befürchten müssen, gekündigt zu werden bei der kleinsten Verfehlung.“

            – Wie viele Familien arbeiten denn wirklich 60 Stunden?
            – Und warum sollten Lehrer nicht auch 60 Stunden arbeiten?
            – Warum arbeitet jemand 60 Stunden und kann davon nicht leben? Liegt das an der (fehlenden) Ausbildung? Werfen Sie Ärzten, Richtern, Rechtsanwälten, Unternehmern, Beamten in Behörden auch vor von ihrer Arbeit leben zu können?
            – Was sind diese kleinste Verfehlungen? Gelten die Arbeitsschutzgesetze nur für Beamte?

            Einfach mal einen raushauen?

            „Aber manche Berufsgruppen bzw. deren Lobbyvertretungen haben offensichtlich jeglichen Bezug zur Wirklichkeit verloren.“

            Oder die, die einfach bestimmte Berufsgruppen schlechtreden wollen.

            1 https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article205372397/IT-Gehalt-Fuehrungskraefte-verdienen-fast-durchgehend-6stellig.html

          • @Max Kleine: Wenn Sie schon einen Gehaltsvergleich anstellen dann bitte wirklich Netto/Netto vergleichen. Die tatsächlichen Gehälter sehen dann ganz anders aus. Was bei verbeamteten LuL überbleibt ist hier nachzulesen: https://karriere.unicum.de/berufsorientierung/berufsbilder/lehrer-gehalt-nrw

            Wenn man das einmal in einen Netto-Rechner eingibt wie viel man verdienen muss in der freien Wirtschaft, dann kommen da, je nach Zulagen im öffentlichen Dienst, zwischen 13% und 15% obendrauf. (ja PKV mit Beihilfe bereits abgezogen).

            Offensichtlich sprechen Sie aus der sehr komfortablen Situation eines verbeamteten Lehrers der nie gekündigt werden kann, dessen Pension gesichert ist wenn Sie sagen „gelten die Arbeitsschutzgesetzte“ nur für Beamte… Vielleicht mal geschaut wie viele Menschen in dieser Krise ihren Job verloren haben, wie viele Menschen in Kurzarbeit sind, und wie viele Menschen wegen Bagatellen ihren Job verlieren oder einfach rausgemobbt werden wenn sie dem AG nicht mehr passen? Wie viele Menschen 3 Abmahnungen hintereinander ohne Grund bekommen wenn der AG sie nicht mehr möchte und sich dann zurückklagen dürfen/müssen? Wie viele Menschen einfach entlassen werden weil sie für ihre Rechte am Arbeitsplatz eintreten?

            Und wie viele Menschen mit einer hervorragenden Ausbildung/Studium verdienen grottenschlecht?

            Sie führen den Informatiker mit einem Spitzenverdienst an. Wenn Sie wüssten was Informatik bedeutet, hätten Sie dieses sicherlich nicht getan, insbesondere da Sie die Ausbildung ansprechen. Insbesondere für Informatiker gilt nämlich, dass ihr Wissen eine Halbwertszeit von <2 Jahren hat. Was das an Aufwand an kontinuierlicher Weiterbildung bedeutet, der selbstverständlich in der Freizeit erbracht werden darf, da die AG für diese Gehälter extrem hohe Produktivität erwarten, brauche ich Ihnen sicherlich nicht zu erklären.

            Und wenn ich sehe dass an der Schule unserer Kinder mit durchschnittlich 7-10 Jahre alten Schulbüchern gearbeitet wird, und teilweise 30 Jahre alten Arbeitsblättern dann frage ich mich – wo ist dort die Weiterentwicklung. Letztens gab es ein Blatt zu Medienerziehung da war die Sprache von MP3-Playern, und ein Handy hatte tatsächlich Tasten. In Physik gab es ein Arbeitsblatt zum Stromkreis mit einer kleinen Glühbirne und einer Flachbatterie, die Dinger mit den 2 großen Laschen obendrauf bei der mein Sohn nicht wusste, was das sein soll (genauso wie beim MP3-Player). Übrigens – Gesamtschule, 2 Kinder, Klasse 5 und 7.

            Es gibt auch Ausnahmen an der Schule, aber wirklich nur Ausnahmen. Und da stelle ich mir die Frage – einmal ausgebildet und nie mehr weiterentwickelt? Und dann vergleichen mit einem Informatiker, der seinen Job schneller los ist als er gucken kann, wenn er nicht permanent einen riesen Aufwand in die Weiterentwicklung steckt – in der Freizeit.

            Dann macht natürlich die Forderung Sinn, alles Verbeamten was geht. Dann muss man sich nämlich um nix mehr kümmern, verdient eine Menge Geld und Sorgen um seinen Job muss man sich auch nie mehr machen. Befördert wird man auch automatisch, ist schon klasse.

            Ich sag ja – manche kriegen den Hals nie voll. Und wenn der Porsche das Ziel als Lehrer ist, dann viel Glück mit dieser Einstellung. Jetzt wundert es mich nicht, dass wir in Deutschland mit unserem Bildungssystem da stehen wo wir stehen und so wenig Interesse für den wirklichen Sinn des Jobs existiert – nämlich unseren Kindern Bildung zu vermitteln. Aber das wird sicherlich viel besser, wenn wir alle verbeamten und die Gehälter noch weiter anheben, noch weiter hoch in der Liste der Top-Verdiener, damit all die Menschen die extrem zu kämpfen haben um zu überleben noch mehr Abgaben zahlen dürfen.

            Wird schon… Viel Glück bei all den Forderungen.

          • @Jürgen
            Beantworten Sie endlich meine Fragen (mich nervt es langsam mich laufend wiederholen zu müssen)(unten finden Sie die Zusammenfassung) und ich gehe dann auch gerne wieder auf Sie ein!

            1. Wollen Sie, dass Lehrer dann ihre Gehälter, wie in der freien Marktwirtschaft, selber aushandeln dürfen?
            Wenn ja:
            1.a. Glauben Sie, dass das für den Steuerzahler günstiger kommt?
            Wenn nein:
            1.a. Warum stört Sie da plötzlich die freie Marktwirtschaft?

            2. Sind Ihnen die Lehrergehälter zu hoch?
            Wenn ja:
            2.a. Wie hoch wäre, nach ihrer Meinung, ein faires Lehrergehalt?
            2.a.a. (da dies voraussichtlich niedriger als das aktuelle Gehalt ausfallen würde) Glauben Sie, dass Sie die Qualitätsstandards (5Jahre Studium+2 Jahre Vorbereitungsdienst+3 Jahre Probezeit) weiter erfüllen werden können?
            2.a.b. Wie wollen Sie für ausreichend qualifizierten Nachwuchs sorgen und die ausreichende Unterrichtsversorgung sicherstellen, unter solchen Bedingungen?
            2.a.c. Fordern Sie die gleichen (Gehalts-)Bedingungen auch für andere Beamte und Richter des Öffentlichen Dienstes?
            2.a.d. Wenn Ja: Warum ist deren Gehaltshöhe mehr berechtigt, trotz gleicher Ausbildungsanforderungen, als bei Lehrern?

          • @Max Kleine:

            Öh, die Fragen haben Sie gerade das erste mal gestellt. Aber gerne beantworte ich die Fragen:

            1. Wollen Sie, dass Lehrer dann ihre Gehälter, wie in der freien Marktwirtschaft, selber aushandeln dürfen? ==> Wenn Sie ein wenig Ahnung von der freien Wirtschaft hätten wüssten Sie, dass Gehälter dort nicht ausgehandelt werden. Ein Großteil der Unternehmen unterliegt tariflicher Bindung. In den mit Abstand meisten Unternehmen gibt es davon abgesehen ganz klare bindende Gehaltsstrukturen. Da wird nix ausgehandelt. Das gilt nur für AT oder Führungskräfte, in der Regel ab M3-M4. Und nein, in diese Kategorie fallen LuL sicherlich nicht.
            Wenn ja:

            1.a. Glauben Sie, dass das für den Steuerzahler günstiger kommt? ==> Ja, tut es. Es mag sein dass die Kurzfristrechnung bei Beamten günstiger ausfällt, weil keine Sozialabgaben fällig werden. Jedoch werden die Kosten nur in die Zukunft verschoben, da die Pensionsversorgung der Beamten signifikant besser ist als bei Rentnern und voll auf die Steuerzahler umgelegt wird. Der Rentenanspruch liegt bei 70% (bei nur 40 Dienstjahren), und das – wohlgemerkt – vom letzten Gehalt!

            2. Sind Ihnen die Lehrergehälter zu hoch? ==> Nein, sind sie nicht. Jedoch gibt es keinen Grund LuL zu verbeamten. LuL erbringen wie viele andere Berufsgruppen eine Dienstleistung am Menschen, in diesem Fall an unseren Kindern. Warum sollten LuL bessergestellt sein als all die anderen Gruppen in diesem Umfeld? Ihre Aufgabe ist kein bisschen „hoheitlicher“ als die von Erziehern und Erzieherinnen, von Menschen im Gesundheitswesen und vielen anderen Bereichen. LuL sollten den gleichen „Motivationsdrücken“ ausgesetzt sein sich weiterzuentwickeln und ihre Aufgaben wahrzunehmen wie alle anderen Berufsgruppen auch. Insbesondere bei dem Gehalt und der Grundausbildung ist das nur gerechtfertigt.

            Den Rest der Fragen habe ich nicht beantwortet, da hinfällig, entsprechend Ihrer Entscheidungsstruktur.

          • @Max Kleine: Da ist bei der Rente bei meinem Beitrag wohl was verloren gegangen. Bei der Rente liegt der Anspruch 70% bei nur 40 Dienstjahren.

          • @Max Kleine: Spannend, das Kommentarsystem erkennt wohl die Sonderzeichen als eingebetteten Code und löscht sie deswegen raus. Also was ich eigentlich sagen wollte, jetzt ohne Sonderzeichen sondern ausformuliert:

            Bei Pensionen liegt der Anspruch bei größer 70 Prozent nach nur 40 Dienstjahren. Bei der Rente liegt der Anspruch unter 50 Prozent bei 45 Arbeitsjahren.

          • Zu 1.
            „Wenn Sie ein wenig Ahnung von der freien Wirtschaft hätten wüssten Sie, dass Gehälter dort nicht ausgehandelt werden. Ein Großteil der Unternehmen unterliegt tariflicher Bindung. In den mit Abstand meisten Unternehmen gibt es davon abgesehen ganz klare bindende Gehaltsstrukturen. Da wird nix ausgehandelt.“

            Unsinn, natürlich sind auch bei Tarifbindung Gehaltsverhandlungen möglich.

            Zu 1.a
            „Ja, tut es. Es mag sein dass die Kurzfristrechnung bei Beamten günstiger ausfällt, weil keine Sozialabgaben fällig werden. Jedoch werden die Kosten nur in die Zukunft verschoben, da die Pensionsversorgung der Beamten signifikant besser ist als bei Rentnern und voll auf die Steuerzahler umgelegt wird.“

            Kurzfristrechnung bei 40 Dienstjahren? Sie widersprechen sich doch selbst.
            Richtig ist, dass der Staat/das Land keine Sozialabgaben (vulgo Pensionsrücklagen) abführt – dazu wären sie (Länder/Bund) aber eigentlich verpflichtet.
            Es ist somit dem Land/Bund negativ anzurechnen, nicht dem Beamten, wenn am Ende Probleme auftreten. Genauso könnten Sie die Abschaffung der Renten und Krankenversicherungen fordern, weil der Staat die Renten- und Versicherungskassen plündert.

            Aber nicht nur, dass die Länder/der Bund dann wirklich in die Rentenkasse einzahlen müssten, so kämen noch weitere monatliche Kosten hinzu z.B. der Krankenkassenanteil, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, die der Steuerzahler sonst nicht hätte.

            „Der Rentenanspruch liegt bei 70% (bei nur 40 Dienstjahren), und das – wohlgemerkt – vom letzten Gehalt!“

            Da vergessen Sie aber auch geflissentlich die Betriebsrenten (gerade da wo Tarifverträge geschlossen wurden, erfolgt auch die zusätzliche Ansparung von Betriebsrenten – insbesondere weil ja seit 2019 die Arbeitnehmer darauf ohnehin ein rechtlicher Anspruch besteht) und dass die meisten Beamten (genau wie Arbeitnehmer) nicht einmal diese 40 Dienstjahre erreichen.

            „bei nur 40 Dienstjahren“

            Weil Sie nicht selbst darauf kommen: als Lehrer braucht man Abitur, um studieren zu dürfen (+2 Jahre), dazu noch ein Studium von 5 Jahren.
            Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob ein Schulabschluss, wie das Abitur, in dieser Berechnung aufgeführt werden sollte, allerdings ist dies zwingende Voraussetzung um die Ausbildung eines Lehrers machen zu können.

            Und die 5 Jahre Studium werden nicht für die Pension berücksichtigt (deshalb „nur“ 40 Jahre), während dies bei einer Ausbildung direkt von Anfang an der Fall ist. Berücksichtigen Sie das und Sie kommen auch bei Lehrern dann auf INSGESAMT 45 Jahre Arbeitszeit.

            Bei Rentnern werden die 5 Jahre Studium dagegen auf die Rente angerechnet, obwohl diese (wie die späteren Beamten) ebenfalls keine Sozialbeiträge während ihres Studiums abführten, weshalb diese aber dann auch auf die 45 Jahre kommen.

            Zu 2.
            „Sind Ihnen die Lehrergehälter zu hoch? ==> Nein, sind sie nicht. Jedoch gibt es keinen Grund LuL zu verbeamten. LuL erbringen wie viele andere Berufsgruppen eine Dienstleistung am Menschen“

            Das bedeutet, dass Polizisten, Feuerwehrleute, Richter, Soldaten, Finanbeamte, Zöllner usw. auch nicht verbeamtet werden sollten, da diese ja auch Dienstleistungen am Menschen erbringen?

            „Warum sollten LuL bessergestellt sein als all die anderen Gruppen in diesem Umfeld?“

            Warum sollten sie schlechtergestellt werden?

            „Sind Ihnen die Lehrergehälter zu hoch? ==> Nein, sind sie nicht.“

            Das heißt, dass das Bruttogehalt der angestellten Lehrer noch einmal ordentlich steigen müsste. Sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie da immer noch auf der Haben-Seite sind?

            „Ihre Aufgabe ist kein bisschen „hoheitlicher“ als die von Erziehern und Erzieherinnen, von Menschen im Gesundheitswesen und vielen anderen Bereichen.“

            Erzieherinnen erstellen also amtliche Urkunden, die über das „Wohl und Wehe“ ihrer Schützlinge entscheiden?

            „LuL sollten den gleichen „Motivationsdrücken“ ausgesetzt sein sich weiterzuentwickeln und ihre Aufgaben wahrzunehmen wie alle anderen Berufsgruppen auch. Insbesondere bei dem Gehalt und der Grundausbildung ist das nur gerechtfertigt.“

            Das zeigt eigentlich nur, dass Sie absolut gar keine Ahnung vom Lehreralltag haben, aber lassen wir das. Immerhin führt uns das zur Frage, die Sie bisher unbeantwortet ließen, ob Sie davon überzeugt davon sind, dass Sie unter „ihren“ Bedingungen genügend qualifizierte neue Lehrer finden werden? Ich erwarte da wirklich eine Begründung, denn in Berlin scheint das ja nicht zu funktionieren.

          • @Max Kleine: Soviel zum Thema Studium und Ausbildungszeit wird nicht für die Pension berücksichtigt: https://www.versicherungsvergleich-beamte.de/blog/2016/01/15/anrechnungsfaehige-dienstjahre-zur-berechnung-der-pension-und-dienstunfaehigkeitsluecke/ Das liest sich aber hier ganz anders.

            Weiterhin habe ja nicht ich behauptet, dass Beamte den Steuerzahler günstiger kommen, sondern Sie. Von daher widerspreche ich mir nicht selber, sondern widerlege nur Ihre These.

            Weiterhin behaupten Sie, dass in der freien Wirtschaft das Gehalt individuell ausgehandelt wird und machen das an den Tarifverhandlungen fest. Was ist an dieser Stelle bitteschön der Unterschied zur Besoldungsrunde die ausgehandelt wird für die Beamte? Der Prozess ist absolut vergleichbar.

            Ich meine es ist ja ganz einfach – überall da auf der Welt wo das Bildungssystem signifikant besser ist als in DE sind LuL nicht verbeamtet.

            Es ist wirklich interessant zu sehen, wie Menschen die weit über dem Durchschnitt verdienen, unkündbar sind und durchaus eine absolut vertretbare Arbeitszeit haben rumheulen.

            Wenn alles so schlimm ist – einfach kündigen und in der freie n Wirtschaft anfangen. Und dann jeden Tag unter Beweis stellen, dass man noch auf der Höhe der Zeit ist damit man nicht gekündigt wird. Viel Spaß!

    • „Wenn mit dieser Argumentation alle LuL verbeamtet werden sollen, dann muss das auch bei allem Pflegepersonal, allem medizinischen Personal, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einzelhandel, der Müllabfuhr, in der Lebensmittelindustrie, der medizinischen Industrie (Impfstoffproduktion), Kindergarten,… der Fall sein.“

      Das Argument verstehe ich leider nicht. Welche hoheitlichen Aufgaben erfüllen sie? Danke für die Aufklärung.

      • Welche hoheitliche Aufgabe ist Bildung vermitteln? Warum ist das hoheitlicher als Leben Retten, für Nahrung zu sorgen, dafür zu sorgen, dass unsere Städte nicht von Müll überquellen, Kinder im Kindergarten gebildet und erzogen werden?

        Was ist an diesen Aufgaben weniger wichtig für unsere Gesellschaft? Nehmen sich LuL wirklich für so wichtig, dass sie über allem stehen?

        Das ist wirklich hoheitliches Denken – und das Volk muss gehorchen…

        • Hoheitliche Aufgaben definieren sich z.B. folgendermaßen:
          Staatlicher Erziehungsauftrag; Erteilen von Noten; Versetzungen; Vergabe von Schulabschlüssen und Berechtigungen; Ordnungsmaßnahmen.

          Keiner hat behauptet, dass die Müllabfuhr unwichtig ist, aber darum ging es hier überhaupt nicht.

          • Genauso ist es Aufgabe des Staates (hoheitliche Aufgabe), in unserer Verfassung verankert, die körperliche und geistige Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Damit wäre das gesamte medizinische Personal ebenfalls zu verbeamten. Sie sprechen auch vom Erziehungsauftrag: alle Erzieherinnen und Erzieher verbeamten,… die Liste könnte man annähernd unendlich fortsetzen.

    • Dankeschön, wieder jemand mit einer Meinung ohne Ahnung!!! Es geht hier einfach und alleine um den Gedanken der Gleichbehandlung. Als Frau sollten Sie das nachvollziehen können!

      • @Mary: Dann einfach entbeamten – dann sind alle gleich behandelt. Dann wird es vielleicht auch mal was mit der Weiterentwicklung und Veränderung, so wie in den anderen Ländern, die in der Bildung weit über uns stehen – in denen es keine verbeamteten LuL gibt – ganz bewusst 😉

        • @Jürgen: Oder einfach entmannen – dann sind auch alle gleich behandelt.
          Unsachliche Äußerungen am Thema vorbei kann dann auch endlich jede(r). 😉

          • Wenn es wirklich um Gleichbehandlung geht, dann funktioniert das immer in beide Richtungen. Interessanterweise wurde die Verbeamtung in all den Ländern abgeschafft, die im Bildungssystem weit über Deutschland stehen. Hm, gibt es da vielleicht einen kausalen Zusammenhang 🙂

  12. Lehrer alleine wegen der Corona-Krise zu verbeamten, finde ich eine seltsame Argumentation, aber in der Corona-Krise haben ja viele ihre Forderungen, die sie immer schon hatten, plötzlich mit Corona „unterfüttert“. Eigentlich spricht die Corona-Krise eher dagegen. Man denke an all die Aufrufe hier, sich vorgeblich krankschreiben zu lassen bzw. krankzumelden, weil/wenn die Schulen nicht schließen. Das können sich ja nur Beamte leisten, die nicht nur 6 Wochen, sondern unbegrenzt 100 Gehaltszahlung im Krankheitsfalle erhalten.

    • Was bei Erkrankung durch COVID im Klassenraum, in den man gezwungener Massen sein muss, durchaus Sinn macht. Diese Erkrankung kann sich monatelang hinziehen, wie bei einem Kollegen.

    • Ich finde die Argumentation auch doof. Wieso werden dann nur die Angestellten LuL für Ihre gute Arbeit vermeintlich belohnt, verbeamtete LuL aber nicht? Typisch.

  13. Ich bin sprachlos! Der Bildungsaufrtrag wird ohne Rücksicht auf sozioökonomische Stati der Kinder auf die Eltern abgewälzt und nun will man auf Baiss herausragendem Engagemant der abwesenden Lehrer diese mit einer Verbeamtung „belohnen“???? Ernsthaft? Manche Forderungen dieses Berufstandes sollten dermaßen im Keim erstickt werden! Der Bildungsstand meines Kindes ist nicht annähert an dem bundeseinheitlichen Lehrplan zu messen. Nicht nur die Lernmethode „Lesen und Schreiben lernen nach Gehör“, welche bereits wieder abgeschafft wurde, habe ich als Mutter im Nachgang heute noch auffangen, nein, jetzt finde ich mich neben Berufstätigkeit und genereller Erziehung auch noch als Lehrbeauftragte, zumindest im unterstützenden Bereich für den wunderbar organiseirten Distanzunterricht wieder. Geht es noch? Dieser Berufstand glänzt in Gänze durch kaum vorhandene EDV Kenntnisse, als auch noch durch erhöhtes, Pandemie angepasstes „Abwelzen“ von Verantwortlichkeiten ins Nirvana. Mit Sicherheit ist meine Auffassung nicht auf jeden einzelnen projezierbar, jedoch ist der „Verband“ das Sprachrohr und ich würde mich an Ihrer Stelle SCHÄMEN, eine Auszeichung bzw. Anerkennung durch „Verbeamtung“ für genrelle an die gegenwärtige Situation angepasste Modifizierung, der alle Branchen unterliegen, zu fordern. Schrecklich zu lesen und es bleibt mir nur zu beten, das dieser Forderung niemals entsprochen wird!!!!!!!!!!!!! SCHÄMT EUCH!

    • „Dieser Berufstand glänzt in Gänze durch kaum vorhandene EDV Kenntnisse, als auch noch durch erhöhtes, Pandemie angepasstes „Abwelzen“ von Verantwortlichkeiten ins Nirvana.“

      Es heißt übrigens „Abwälzen“.

      Wieso stellen sie hier einfach unhaltbare Behauptungen auf? Woher wollen sie das außerdem wissen? Sie quatschen lediglich Bild-Niveau-Schlagzeilen nach, weil der für alle komplett neue Distanzunterricht zu Beginn der Pandemie nicht gleich reibungslos geklappt hat! Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun!
      Außerdem: Wann begreifen die Leute endlich mal, dass solche „Lehrmethoden“ wie Schreiben nach Gehör NICHT VON DEN LEHRERN KOMMEN! Lehrer sind nur Exekutive und müssen die Vorgaben der KM so erfüllen, wie es ihnen vorgelegt wird. Schämen Sie sich, dass Sie sich so schlecht informiert haben, bevor sie hier polemische Beiträge posten!

    • Ich bin ebenfalls sprachlos!
      Allein Ihren Ausführungen hier entnimmt man, dass Lehrer durchaus ihre Berechtigung haben! Sie lassen sich hier unter anderem über eine Form des Schriftspracherwerbs aus, die zwar tatsächlich in weiten Teilen wieder abgeschafft wurde, deren Grundgedanke aber durchaus berechtigt ist und die auch teilweise gute Ergebnisse erzielt hat. Sie sind keine Lehrkraft und können solche Themen deshalb fachlich nicht beurteilen. Lassen Sie es deshalb bitte auch!
      Über Ihre Verallgemeinerungen kann ich tatsächlich nur lachen. Alles andere wäre zu traurig… Haben Sie sich mal überlegt, dass hier tatsächlich sehr engagierte Lehrer mitlesen? Auch diesen unterstellen Sie hier – grob zusammengefasst – Faulheit, Unfähigkeit und fehlende Empathie. Ich muss gestehen, ich habe mehr und mehr Lust, die Vorurteile mancher Eltern hier mal zu bestätigen. Die würden sich schön umschauen, wenn ich tatsächlich mal so arbeiten würde, wir hier immer unterstellt wird!
      Ach ja, nur so als Nachsatz: Der Beamtenbund fordert das, nicht die Lehrerschaft an sich. Und dass ein Verband, der sich aus Beamten zusammensetzt, für die Verbeamtung stark macht, sollte hier niemanden überraschen. Das ist, als würden sich alle aufregen, dass der DFB Sonderrechte für Fußballer fordert. Ach, das ist passiert? Ja wow… Wo bleibt denn da bloß der Aufschrei? Einmal mit dem Kopf geschüttelt, gut war’s.
      Ich weigere mich, mich für etwas zu schämen, was ich nie getan oder unterstützt habe. Aber Sie sollten vielleicht mal anfangen!

      • Tja, ich schäme mich auch nicht so recht. Wenn ich in der Schule von der Damentoilette aus den Fünfzigern komme und in die Lehrerküche aus den Achtzigern gehe (froschgrün) hole ich erstmal meine 200 Jahre alten Lektüren raus (Goethe und so anderes Zeug) und geh gucken, wo das WLAN stabil ist (großen Schritt über den Wasserschaden im 1. Stock machen, den gibt es auch jedes Jahr wieder), um den lieben SuS den Morgen zu versüßen. Also denen, die überhaupt im Distanzunterricht aus dem Bett gekommen sind. Ich frage mich, ob mir das auch nicht aufgefallen wäre, wenn meine Kinder wochenlang nicht zur Schule gegangen wären…..

    • „Dieser Berufstand glänzt in Gänze durch kaum vorhandene EDV Kenntnisse, als auch noch durch erhöhtes, Pandemie angepasstes „Abwelzen“ von Verantwortlichkeiten ins Nirvana.“

      Super, dass Sie alle Lehrkräften in Deutschland kennen. Und auch noch wissen, wie deren Kenntnisstand ist. Respekt vor soviel Urteilsvermögen.

  14. @Jürgen:
    „Immer schön auf dem Boden bleiben und mal mit dem Rest der Bevölkerung vergleichen.“

    Es ist wenig zielführend, wenn Sie Berufsgruppen vergleichen, die eine ganz andere Schulbildung, Ausbildung und Ausbildungsdauer voraussetzen. Der Erzieher- und Pfleger-Beruf sind Ausbildungsberufe, ein Abitur ist nicht nötig. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen…

    Außerdem verstehe ich diese Aufregung und Neiddebatte über den Lehrerberuf immer nicht: Jeder, der möchte, der den Beruf des Lehrers für so luxuriös vergütet hält, hätte doch Abitur, ein Studium mit zwei Staatsexamina bzw. Bachelor/Master und ein 1,5-2jähriges Referendariat mit anschließender 2-3jähriger Probezeit, sofern man (je nach Schulart/Bundesland) gleich eine Stelle bekommt, machen können? Klingt nach ganz schön viel, gell?

    • @Katinka: Sie müssen schon richtig lesen, in diesem Kontext geht es um die Verbeamtung, nicht um das Gehalt. Warum also sollten LuL verbeamtet sein, und diese Berufsgruppen nicht? Mit welchem Recht stellt man solche Forderungen auf? Was macht LuL so besonders?

      • @Jürgen: „Was macht LuL so besonders?“ – Ich versuche mich mal an einer ehrlichen, ernst gemeinen Antwort: Fast jeder hält uns für faule Säcke? Jeder hasst uns?

        Damit wir trotzdem diesen Beruf wählen und hinterher nicht gleich schreiend wieder weglaufen, werden wir verbeamtet. So ist das halt.

        Wenn die Gesellschaft den Lehrkräften generell mit etwas mehr Respekt und Achtung begegnen würde, gäbe es sicher eine größere Chance, generell ohne Verbeamtung der Lehrkräfte auszukommen. So aber…

  15. @Jürgen

    Ob der Beamtenstatus gerechtfertigt ist (egal welchen Beruf man ausübt), ist manchmal sekundär. Es wird aber bestimmt einen Sinn gehabt haben, warum Lehrer/innen mal verbeamtet wurden.

    Fakt ist: Berlin ist das einzige Bundesland das nicht verbeamtet.
    Fakt ist: die Bundesländer die mit Berlin zusammen die Verbeamtung für Lehrer abgeschafft haben, haben die Entscheidung revidiert.
    Fakt ist: für viele (wie für Sie) ist eine Verbeamtung eine schöne Sache und
    Fakt ist auch, dass Berlin etwas gegen den eklatanten Lehrermangel tun muss.

    Für mich leider zu spät, ich bin dann mal weg.

    • @ Fr. G.: Mit dieser Argumentation sollten wir alle Berufe mit der Verbeamtung ausstatten, bei denen wir einen Mangel haben und die wir dringend brauchen. Das wären die HandwerkerInnen, die ErzieherInnen, die PflegerInnen, die InformatikerInnen,… Die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Wenn man einen Beruf dadurch attraktiv machen will indem man mit der Verbeamtung lockt, dann weiß man schon, welche BewerberInnen man bekommen wird.

      Bestimmt genau die, die unseren Kindern die so dringend notwendige hochwertige und zukunftsgerichtete Bildung mit großer Begeisterung vermitteln werden.

      Und davon mal abgesehen ist das Volkswirtschaftlich total sinnfrei, so viele Menschen im Beamtenverhältnis zu haben, die nichts mit der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben zu tun haben. Das produziert eine riesen Schuldenlast für die zukünftige Generationen.

      Und nein – Bildung zu vermitteln ist keine hoheitliche Aufgabe. Das ist eine Dienstleistung am Menschen, wie gaaaaanz viele andere Berufe auch, die nicht verbeamtet sind und auch noch wesentlich schlechter verdienen.

  16. @Jürgen: „Und nein – Bildung zu vermitteln ist keine hoheitliche Aufgabe. Das ist eine Dienstleistung am Menschen, wie gaaaaanz viele andere Berufe auch, die nicht verbeamtet sind und auch noch wesentlich schlechter verdienen.“ – In Ordnung, lassen Sie uns das ausprobieren: Wir schaffen den Beamtenstatus für alle neu einzustellenden Lehrkräfte ab, senken die Entlohnung massiv ab und warten, was passieren wird. Liebe Kinder und Eltern: Viel Glück und gute Nerven – denn beides werdet Ihr aufgrund des unvermeidlichen Lehrermangels dann ganz schnell brauchen…

    Persönlich hatte ich ja nicht erwartet, dass jemand so schnell die neue dezentrale Bildungssstruktur aus der Coronakrise – Eltern statt Lehrkräfte unterrichten zu lassen – dermaßen schnell als Sparmodell entdeckt hätte (Lehrer müssen schließlich bezahlt werden, Eltern nicht). Oder dass jemand so zügig darauf hinarbeiten würde, dieses Modell als Bildungsinnovation zu verkaufen und zu verstetigen, aber da habe ich wohl mal wieder die Innovationskraft der freien Wirtschaft unterschätzt!

    • @Ich_bin_neu_hier: Wer sagt dass die Entlohnung massiv abgesenkt werden soll? Ich zumindest nicht! Hier geht es um die Sinnhaftigkeit der Verbeamtung der LuL. Bitte lesen, worum es geht, und nicht einfach irgend etwas hineindeuten.

  17. @Jürgen:
    „Wenn man einen Beruf dadurch attraktiv machen will indem man mit der Verbeamtung lockt, dann weiß man schon, welche BewerberInnen man bekommen wird.

    Bestimmt genau die, die unseren Kindern die so dringend notwendige hochwertige und zukunftsgerichtete Bildung mit großer Begeisterung vermitteln werden.“

    Und Sie meinen, die bekommt man dann, wenn man das Beamtentum unter Lehrern abschafft??
    Man wird dann vorallem weniger Menschen dafür begeistern können! Und ob die wenigen dann „besser“ wären, bezweifle ich. Es gibt immer motivierte Lehrer und weniger motivierte. Das wird auch so sein, wenn es keine verbeamteten Lehrer mehr gibt – Motivation gleichbleibend plus größerer Lehrermangel!
    Mich würde echt interessieren, wie Sie es schaffen wollen, durch Wegnahme des Beamtenstatus diese Personen, „die unseren Kindern die so dringend notwendige hochwertige und zukunftsgerichtete Bildung mit großer Begeisterung vermitteln werden“ anwerben und vorallem halten wollen? Durch Druck? Durch Anreize – bei denen die Enttäuschung wieder mal vorprogrammiert ist? Wohl kaum. Ich gehe noch weiter… Momentan tendieren wohl eher die verbeamteten Lehrer dazu, das Ganze noch mitzumachen – nicht zuletzt auch, weil sie durch den Beamtenstatus Vorteile haben.
    Würde das Beamtentum abgeschafft werden, wird es einen viel größeren Lehremangel geben. Diejenigen, die noch verbleiben, würden die ganze Suppe auslöffeln müssen und schlussendlich auch kapitulieren. Und das soll besser für unsere Kinder sein?
    Und abgesehen davon haben Sie anscheinend tatsächlich nicht verstanden, was hoheitliche Aufgaben sind, wenn Sie immer wieder den Vergleich zu Gesundheitspersonal und anderen systemrelevanten Bereichen ansprechen. Das sind ganz unterschiedliche Bereiche! Und Lehrer üben jeden Tag hoheitliche Aufgaben aus – zudem noch systemrelevante!

    • @Lila
      Ich hatte oben an anderer Stelle schon einmal gefragt und keine Antworten erhalten. Darum versuche ich es nun bei Ihnen:
      1. Für welche hoheitlichen Tätigkeiten benötigt man *zwingend* verbeamtete Lehrer und warum gibt es dann angestellte Lehrer, die dann per definitionem diese Tätigkeiten dann nicht durchführen können? Diese Frage zielt darauf ab, dass in privaten Unternehmen ständig von normalen Angestellten – also nicht Mitglied der Geschäftsführung, ohne Prokura etc. – bezüglich des Unternehmens hoheitliche Tätigkeiten „im Auftrag“ durchgeführt werden. Somit könnten Lehrer im Auftrag der Schulleitung oder des Kultusministeriums handeln und daher einfach Angestellte sein.
      2. Warum ist z.B. das finnische Schulsystem gemessen am Schulerfolg der Schüler so viel besser als das deutsche obwohl dort die Lehrer nicht verbeamtet werden?

      • @ParteifürnachhaltigePolitik:
        zu den hoheitlichen Aufgaben wurde oben bereits etwas gesagt:
        „Hoheitliche Aufgaben definieren sich z.B. folgendermaßen:
        Staatlicher Erziehungsauftrag; Erteilen von Noten; Versetzungen; Vergabe von Schulabschlüssen und Berechtigungen; Ordnungsmaßnahmen.“
        Wenn man es plump formulieren will wird über die Zukunft von Menschen entschieden. Es werden Anordnungen ihnen gegenüber getroffen, die eingehalten werden müssen, ansonsten gibt es Konsequenzen. Sie müssen unliebsame Maßnahmen durchsetzen und auch dafür brauchen sie Rückhalt vom Staat, den sie ohne den Beamtenstatus so nicht in Gänze hätten. Da ich selbst kein Lehrer bin, weiß ich nicht, warum es auch angestellte Lehrer gibt… es wundert mich ehrlich gesagt, dass es sie gibt! Und zum Schulsystem in Skandinavien kann ich nichts sagen. Ich vermute mal, dass dort schon seit Jahren andere Schwerpunkte gesetzt wurden. Sowas kann man hier nicht eins zu eins nur mit der Abschaffung des Beamtentums erreichen. Da müsste es zusätzliche und vorallem grundsätzliche Reformen (auch inhaltliche) geben. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Sollte das Beamtentum bei Lehrern abgeschafft werden, müssen die Lehrer deutlich, wirklich deutlich besser bezahlt werden (Wissen Sie wieviel Lehrer in Skandinavien verdienen? Ich nicht.). Soviel Steine wie den Lehrern bei uns in den Weg gelegt werden, machen das die Mehrzahl der guten Lehrer doch nur mit, weil sie eine gute Absicherung haben. Hätten sie die nicht, wären sie längst woanders, wo sie mehr verdienen oder es angenehmer haben. Allen Lehrern den Beamtenstatus zu entreißen und sie deutlich besser zu bezahlen, um sie halten zu können, kann sich der Staat nicht leisten (oder will er nicht?).

        • @Lila: nochmal die Frage: was ist am Noten vergeben hoheitlicher als am Menschenleben retten (Ärzte und Pfleger) und an der Kindererziehung- und Bildung im Kindergarten? Sind Sie dafür auch all solche Berufe zu verbeamten? Und wenn nicht – was macht LuL so besonders? Und warum ist in vielen Ländern in denen LuL nicht verbeamtet sind, das Bildungssystem so viel besser als in DE? Wie kommen Sie darauf, dass LuL verbeamtet sein müssen, damit Bildung gut ist? Wo ist hier der Zusammenhang?

    • @Lila: Aha, also ist Gesundheitsversorgung nicht systemrelevant? Ist Lebensmittelversorgung nicht systemrelevant? Ist Erziehung im Kindergarten nicht systemrelevant?

      Echt krass: Also bis jetzt gerade wurden all diese Tätigkeiten als super systemrelevant durch unsere politische Führung eingestuft. Ich will mal sehen was Sie machen, wenn Sie nicht mehr zum Arzt gehen können (nicht systemrelevant) oder wenn Sie keine Lebensmittel mehr kaufen können weil es keine Menschen mehr an der Kasse gibt (nicht systemrelevant) oder wenn Sie nicht mehr zur Arbeit gehen können weil Sie Ihre Kinder nicht mehr in den KiGa bringen können (nicht systemrelevant)… Unglaublich für wie besonders sich doch manche LuL halten.

      • @Jürgen:

        Lesen Sie doch bitte genau! Ich habe geschrieben:
        „…wenn Sie immer wieder den Vergleich zu Gesundheitspersonal und anderen systemrelevanten Bereichen ansprechen.“
        Wo schreibe ich hier, dass diese Bereiche nicht systemrelevant sind? Ich bezeichne sie explizit als solche. Der Lehrerberuf hat neben der Systemrelevanz zudem noch hoheitliche Aufgaben.
        Und nochmal: Vergabe von Noten, Abschlüssen, Maßregelungen usw. (siehe oben!) sind hoheitliche Aufgaben! Erzieher, Gesundheitspersonal usw. vergeben solch eventuell in das Leben einer Person einschneidende Maßnahmen nicht! Es ist immer noch freiwillig, ob das Kind in die Kita geht, ob ich ins Krankenhaus gehe oder lieber nicht von dem Arzt behandelt werden möchte. Auch Weiterbildungskurse im Rahmen der Erwachsenenbildung sind FREIWILLIG! Aber in Deutschland gibt es die Schulpflicht! Das heißt, jeder MUSS in die Schule gehen und sich demnach bestimmten Maßnahmen, die maßgeblich für das eigene Fortkommen sind, aussetzen und diese hinnehmen. Und Maßnahmen (Noten, Vergabe von Abschlüssen, Maßregelungen,…), die gegen Personen gerichtet werden und denen die Personen sich (hier durch die Schulpflicht) nicht entziehen können sind hoheitliche Aufgaben. Analog der Maßnahmen, die Polizisten durchsetzen müssen! Da kann sich der von der Maßnahme Betroffene auch nicht entziehen. Eine Erzieherin macht das nicht, auch kein Einkaufspersonal oder Arzt! Diese Berufe sind systemrelevant, wie ich es oben schon geschrieben habe, üben aber keine hoheitlichen Aufgaben aus.

        Ich weiß nicht, wie ich Ihnen das noch näher erläutern soll. Ich belasse es hiermit auch dabei.
        Ich weiß nicht, warum Bildungssysteme in anderen Ländern besser sind. Ich kenne sie in Gänze nicht! Kennen Sie diese? Liegt es dort evtl. an anderen Dingen? Wie z.b. bessere Grundbedingungen für Lehrer (Zufriedenheit im Beruf steigert bekanntermaßen auch die Leistung, oder nicht?), komplett andere inhaltliche Schwerpunkte? Wie gesagt, ich weiß es nicht. Wenn Sie belegen können, dass das ausschließlich daran liegt, dass die Lehrer nicht verbeamtet sind, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Hierzu müssten Sie aber die Schulsysteme in den betreffenden Ländern ganz genau (!) kennen.

        Und Ihren Passus: „Unglaublich für wie besonders sich doch manche LuL halten.“ kommentiere ich nicht! Ich bin selbst kein Lehrer, kenne mich aber im Beamtenrecht aus und kann hierzu nur den Kopf schütteln!

        • @Jürgen:
          Kleiner Zusatz noch:

          „Wie kommen Sie darauf, dass LuL verbeamtet sein müssen, damit Bildung gut ist?“

          Auch diese Aussage habe ich nicht getroffen! Sie wollen den Beamtenstatus für Lehrer abschaffen mit der Begründung, dass die Bildung der Schüler davon profitieren würde! Ich habe lediglich gesagt, dass ich diese Ihre Aussage bezweifle. Und zwar mit der Begründung, dass die Abschaffung zur Folge hätte, dass vorallem gute Lehrer aufgrund der gegenwärtigen Bedingungen im gesamten Schulsystem abwandern würden, wenn sie nicht mehr die Vorteile des Beamtentums hätten. Es müssten grundsätzliche Veränderungen her, wenn man das Beamtentum abschaffen wollen würde. Nämlich: bessere Arbeitsbedingungen (moderne Schulgebäude, kleinere Klassen, mehr Lehrer), höhere Bezahlung, bessere rechtliche Absicherungen für die Lehrer und vieles mehr. All das ist nicht leistbar und somit werden viele Lehrer dort hingehen, wo sie bessere Arbeitsbedingungen haben und mehr Geld bekommen. Und das wiederum führt zu einer schlechteren Bildung der Kinder.

          • @Jürgen:

            Außerdem würde mich immer noch Ihr Vorschlag zu folgendem Problem interessieren:

            „Wie wollen Sie es schaffen, durch Wegnahme des Beamtenstatus diese Personen, „die unseren Kindern die so dringend notwendige hochwertige und zukunftsgerichtete Bildung mit großer Begeisterung vermitteln werden“ anwerben und vorallem halten wollen? “

            Einfach nur zu sagen, dass in anderen Ländern die Lehrer nicht verbeamtet sind und daraus den Schluss ziehen, dass es damit bei uns dann auch getan ist, ist schon recht einfach.

        • @Lila: Das Einzige was ich je gesagt habe ist, dass die Verbeamtung bei Lehrern aus meiner Sicht überhaupt keinen Sinn ergibt weil diese nachweislich nichts mit der Qualität von Bildung zu tun hat. Und das sehen wir in der Pandemie überdeutlich.

          Denn was der Beamtenbund fordert ist eine Belohnung für die super Arbeit in der Pandemie alle LuL zu verbeamten. Was soll ich sagen – hätte sich jetzt das Bildungssystem als die Speerspitze der Innovation, Flexibilität und Krisenbewältigung in der Pandemie bewiesen würde ich ja nichts sagen. Aber leider bleibt festzuhalten, dass genau das nicht der Fall ist. Wir stehen noch immer annähernd da nach 13 Monaten Pandemie, wo wir schon vor 20 Jahren standen, auch nach der Pandemie.

          Jetzt könnte man natürlich dafür belohnen, so konsequent den Status Quo beibehalten zu haben. Ich weiß aber nicht, ob das Sinn ergeben würde.

          Denn wie sagte doch letztens erst der Rat der Weisen der Bundesregierung – in den behördlichen Strukturen und auch den Schulen herrschen teilweise Archaische Zustände.

          Ich bin mir nicht sicher, ob das durch mehr Beamte belohnt werden sollte. Verbeamtung ist nicht die Lösung des Problems. Und wer das fordert, der hat den Knall nicht gehört.

        • @Lila: Noch mal zum Thema hoheitlich: Ich frage mich warum in den allermeisten Ländern der Welt, in denen auch das Schulsystem auch noch besser ist als in DE, Nicht-Beamte Zeugnisse ausstellen können. Und warum auch in DE ganz viele Nicht-Verbeamtete LuL Noten vergeben und Zeugnisse ausstellen. Wird damit in DE gegen Gesetze verstoßen, weil das ja angeblich hoheitliche Aufgaben sind die nur von Beamten wahrgenommen werden können? Dann sollten Sie mal den Gesetzgeber anklagen, dass hier systematisch gegen geltendes Recht verstoßen wird.

          Und glauben Sie wirklich, dass Beamte bessere Menschen sind und deswegen die Einzigen sind, die z.B. Urkunden ausstellen können weil sie moralisch so integer sind und nie gegen Gesetze verstoßen? Also sorry – Beamte sind ganz normale Menschen und kein bisschen besser als alle anderen Menschen in diesem Land. Und wer andere behauptet der muss sich nur mal anschauen, wie viele Beamte in Skandale verwickelt sind… Und was auf dem Papier steht wie Beamte sich verhalten sollen, hat nichts mit der Realität zu tun, wie sie sich dann wirklich verhalten.

          Also – LuL haben überhaupt keine Sonderrolle als dass sie verbeamtet sein müssten. Die Welt beweist das Gegenteil. Und nein – Deutschland ist kein besonderes Land – wir haben mittlerweile in vielen extrem wichtigen Bereichen den Anschluss an die Weltgemeinschaft verloren, gerade im Bereich der öffentlichen Hand, die dominiert ist von Beamten. Und wir haben mit die größten Wirtschaftsskandale in der jüngsten Geschichte, bei denen Beamte immer wieder wissentlich weggeschaut haben, zum Schaden der Gesellschaft. Und auch bei den ganzen Skandalen mit Kindern haben Beamte immer wieder wissentlich weggeschaut und sind ihrer Pflicht nicht nachgekommen.

          Nein – Beamte sind keine besonderen Menschen und LuL müssen keine Beamten sein. Durch Beamtentum wird nichts besser, schon garnicht besser als im Durchschnitt der normalen Wirtschaft.

          • In der Süddeutschen habe ich einmal folgendes Zitat von Prof. Henzler gelesen:
            „Das Schlimmste für einen Deutschen ist, vor einem Schalter zu stehen und das Schönste für einen Deutschen ist, hinter einem Schalter zu sitzen.“
            Ich habe schon öfter über diesen Satz nachgedacht und er ist sehr facettenreich.

          • @Parteifürnachhaltige Politik:
            Mit diesem Satz, der zugegebenermaßen in vielen Teilen zutreffend ist, wollen Sie also zum Ausdruck bringen, dass Sie das Beamtentum in weiten Teilen abschaffen wollen, weil Sie sich dadurch schnellere Abläufe, qualitativere Arbeit etc. erhoffen!? Na dann viel Spaß! Ich gebe Ihnen in Teilbereichen recht. In vielen Bereichen behindern wir uns mit unserer Bürokratie – aber Bürokratie ist nicht gleich Beamtentum! OK, schaffen wir in Behörden Beamte ab – meinen Sie, dass die Abläufe dann schneller werden? Da liegt es doch vorallem an anderen Dingen, die man auch reformieren kann, ohne den Beamtenstatus abzuschaffen!
            Und nun nochmal zur Schule: Gut, schaffen wir auch da die Verbeamtung ab! Wie wollen Sie gewährleisten, dass der Bildungsauftrag, den der Staat nun mal hat, vollständig umgesetzt werden kann? Dass nicht die Schüler von Schule X ständig darunter leiden, wenn dort Lehrer eher bereit sind, zu streiken und der Unterricht deswegen dort öfter ausfällt, als an Schule Y? Wie wollen Sie gewährleisten, dass an Brennpunktschulen genauso viel gute Lehrer unterrichten, wie an noblen Vorortschulen? Das alles geht momentan vorallem deswegen, weil man Beamte eben zu derartigen Dingen zwingen kann – anders als Angestellte. Wie gesagt, wenn sich die Gesellschaft darauf einigt, dass der Staat den Bildungsauftrag nicht mehr wahrnehmen soll und jeder selbst schauen muss, wo er die beste Beschulung für seinen Sprössling bekommt (mit allen damit verbundenen Auswirkungen), ist das eine völlig andere Sache.
            Und mir hat immer noch keiner von Ihnen erklärt (wenn Sie es schon immer wieder ansprechen), wie es andere Länder schaffen, nicht verbeamtete Lehrer zu halten? Mit den momentanen Bedingungen für Lehrer hier in Deutschland undenkbar! Da müssten andere extrem vielschichtige Reformen her, die mit unwahrscheinlich viel Geld verbunden sind. Allein deshalb wird derartiges scheitern und der Lehrermangel wird sich um ein Vielfaches erhöhen. Man kann die Schulsysteme nicht vergleichen, wenn man sie nicht vollständig kennt. Nur einen Aspekt herauszuziehen und den Erfolg daran festzumachen, ist sehr einfach gedacht.

  18. @Lila:
    Zum Verdienst von Lehrern gibt es eine hauseigene Meldung dazu: https://www.news4teachers.de/2018/09/internationaler-vergleich-deutschlands-lehrer-verdienen-mit-am-besten/ , woraus hervorgeht, dass finnische Lehrer OECD-durchschnittlich verdienen. Danach scheint der Verdienst nicht entscheidend für die Qualität des Unterrichts, denn die deutschen Lehrer verdienen laut diesem Artikel nach den Luxemburgern am zweitmeisten.
    Zu dem mir eigentlich wichtigen Punkt der hoheitlichen Aufgaben hatte ich gehofft, dass Sie wenigstens ein Argument nennen können, was ein Beamtentum zwingend macht. Aber leider nennen Sie nur Beispiele, die es analog in der freien Wirtschaft auch gibt.
    – Zeugnisse werden in der freien Wirtschaft ebenfalls vergeben – sei es vom Arbeitgeber oder von Weiterbildungseinrichtungen oder anderen Entitäten wo auch Noten enthalten sein können, die dann über die Zukunft von Menschen entscheiden können.
    – Ordnungsmaßnahmen werden ebenfalls getroffen im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses. Diese Maßnahmen können durchaus unliebsam sein.
    Das sind also alles keine Argumente für die Verbeamtung von Lehrern. Das einzige, das ich kenne, ist ihre Steuerungsfunktion gegenüber Lehrern seitens des Staates. Und deren Wirkung hat man in der Corona-Pandemie gesehen, denn die Lehrer mussten sich angesichts der willkürlichen Definition, Kinder seien nicht ansteckend und würden das Virus nicht weitertragen, einiges gefallen lassen.
    Dabei konnte der Staat sich das Beamtentum noch nie leisten, denn er hat noch nie vorgesorgt im Sinne einer ausfinanzierten Pensionsrückstellung – im Gegensatz zu Unternehmen, die Rückstellungen für Altersvorsorge bilanzieren müssen. Es gibt diverse Studien dazu (z.B. https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article202432484/Der-Fall-Berlin-offenbart-die-teure-Buerde-der-Lehrer-Verbeamtung.html) und das Problem betrifft vor allem die alten Bundesländer.
    Die eigentlich spannende Frage ist, ob der Staat seiner Verpflichtung zur Zahlung der Pensionen in versprochener Höhe nachkommen können wird. Denn wenn bis 2050 die im Artikel kolportierten 1,5 Billionen Euro für die Versorgung der Beamten zu zahlen sind, dann muss das ja, dank fehlender Rückstellungen, erst noch erwirtschaftet werden durch Rückführung von Schulden in dieser Höhe zuzüglich Zinsen. Und es stellt sich die Frage, was genau der Staat sich angesichts dieser Herausforderungen nicht leisten kann: die Zahlung marktkonformer Gehälter und keine Beamtenpension oder die gemäß OECD zweithöchste Lehrervergütung zuzüglich schuldenfinanzierter Beamtenpensionen (keine Rückstellung = zukünftige Schulden).
    Das letzteres nicht nachhaltig und somit nicht belastbar ist, liegt auf der Hand. Deshalb würde ich Beamten nicht empfehlen, sich auf die Höhe ihrer Pension zu verlassen sondern zusätzlich privat vorzusorgen. Denn Geld, dass nicht da ist, kann der Staat nicht ausgeben. Und angesichts der verschlafenen Digitalisierung und der nicht angenommenen Herausforderungen durch den Klimawandel erscheint es mir durchaus fragwürdig, ob der Staat diesen Schuldendienst wird leisten können.
    Das eigentliche Problem ist hier also mal wieder die Tatsache, dass die Politik keine nachhaltigen Entscheidungen trifft und alles wesentliche zukünftigen Generationen überlässt. Im Grunde benötigen wir hier wiederum ein Machtwort des Bundesverfassungsgerichtes.

    • Zu den hoheitlichen Aufgaben siehe Antwort an Jürgen oben. Der Unterschied zum Erteilen von Ordnungsmaßnahmen, Beurteilungen etc. z.B. in Unternehmen liegt in der Freiwilligkeit. Wenn mir diese Maßnahmen in dem Unternehmen nicht gefällt, kündige ich eben – wenn auch mit extremen Einschnitten verbunden. Das kann ein Schüler wegen der Schulpflicht nicht! Er MUSS sich „beugen“. Es ist letztendlich eine „staatliche Maßnahme“, die der Lehrer trifft. Das macht der Unternehmensboss nicht! Würde man in Deutschland die Schulpflicht abschaffen, würde die Sache ganz anders aussehen. Dann wäre der Beamtenstatus durchaus zu hinterfragen.
      Ihren anderen Ausführungen kann ich zustimmen. Ich bin mir sicher, dass Beamte in der heutigen Zeit sich nicht auf ihre Pension verlassen und zudem privat vorsorgen. Ich kenne zumindest keinen, der sich ausschließlich darauf verlässt.

      • Aus der Schulpflicht und der Tatsache, dass der Staat den Lehrplan vorgibt, folgt nicht automatisch eine hoheitliche Handlung derjenigen, die das ausüben und mit Leben erwecken. Es gibt z.B. auch Versicherungspflicht für Kfz (Haftpflicht) oder Krankenversicherungspflicht und die Riesterrente, wo Produkteigenschaften vorgegeben werden. Die Versicherungen selbst sind aber keine staatlichen Institutionen.

        Aus der Schulpflicht folgt nicht, dass ein Schüler nur in eine bestimmte Schule gehen kann. Er darf auch wechseln – so wie der Angestellte auch das Unternehmen wechseln kann. Und muss man sich ständig irgendwelchen Randbedingungen unterwerfen: man darf nur angeschnallt Autofahren, nur wenn man gegen COVID19 geimpft ist, werden gewisse Einschränkungen aufgehoben oder erleichtert etc.

        Es verbleibt immer noch die Frage, warum es angestellte Lehrer gibt, die die selben Tätigkeiten ausüben wie die verbeamteten Kollegen. Da sie keine Amtspersonen sind, sind sie zur Ausübung hoheitlicher Handlungen nicht befugt – es sei denn, sie handeln im Auftrag.
        „Wer unbefugt sich mit der Ausübung eines öffentlichen Amtes befaßt oder eine Handlung vornimmt, welche nur kraft eines öffentlichen Amtes vorgenommen werden darf, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ § 132 StGB, Zitat aus https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__132.html

        Da bekanntlich angestellte Lehrer nicht reihenweise Geldstrafen zahlen oder Freiheitsstrafen verbüßen müssen, werden sie Fug und Recht ihres Handelns aus einem Auftrag ableiten können. Damit ist das analog zu privaten Unternehmen, wo Angestellte im Auftrag handeln und Briefe für das Unternehmen unterzeichnen – denken Sie mal an Verwaltungsangestellte, die Mahnungen herausschicken. Die Mahnung geschieht im Auftrag – ansonsten könnte das als Nötigung interpretiert werden.

        Ich sehe nicht, wie aus Ihren Argumenten ein Schuh werden kann. Sieht die GEW offenbar auch so: https://www.news4teachers.de/2018/01/gew-chefin-tepe-lehrer-haben-keine-hoheitlichen-aufgaben-und-sollten-deshalb-streiken-duerfen/

        Mein eigentliches Problem ist, dass man in Deutschland nicht versucht, Dinge zu verbessern sobald man erkennt, dass etwas verbesserungswürdig ist. Nein, man versucht, möglichst lange daran festzuhalten. Ich fürchte, dass wir eine strukturelle Reformunfähigkeit in diesem Lande haben, die uns angesichts der ganzen Probleme noch eine gewaltige Schippe oben drauf packt. Ich bin mir nicht sicher, ob das gut ausgehen wird.

        • „Es gibt z.B. auch Versicherungspflicht für Kfz (Haftpflicht) oder Krankenversicherungspflicht und die Riesterrente, wo Produkteigenschaften vorgegeben werden. Die Versicherungen selbst sind aber keine staatlichen Institutionen.“

          Erteilen diese Institutionen auch Maßnahmen gegen Menschen?

          Ich sehe, es ist müßig und belasse es hiermit dabei.

          • Ja klar. Entweder sie haben eine Haftpflichtversicherung fürs Auto oder sie fahren nicht Auto. Das entscheided der Angestellte in der Zulassungsbehörde, wenn er nämlich prüft, ob sie die erforderlichen Unterlagen für die Zulassung des Fahrzeuges vorlegen können. Das ist kein Beamter.

          • @Parteifürnachhaltige Politik:
            Ich glaube, Sie verstehen nicht, was eine „Maßnahme gegen eine Person“ ist!? Eine Nichterteilung einer Erlaubnis bei Nichtbezahlung ist das nicht!!

        • „Und muss man sich ständig irgendwelchen Randbedingungen unterwerfen: man darf nur angeschnallt Autofahren, nur wenn man gegen COVID19 geimpft ist, werden gewisse Einschränkungen aufgehoben oder erleichtert etc.“

          Und von wem werden Verstöße dagegen geahndet? Richtig, von PolizeiBEAMTEN oder Beamten anderer Behörden.

          • Wer was ahndet hängt stark vom Kontext ab. Wenn sie z.B. in einer privaten Weiterbildungseinrichtung einen Unterschleif begehen, entscheidet der Hausherr und nicht die Polizei, Lehrer oder sonstige Beamte. Und z.B. an privaten Schulen werden es keine Beamten sein. Wie steht es eigentlich mit privaten Kitas. Da sind doch auch keine Beamten tätig und trotzdem entscheiden sie über die zu betreuenden Kinder. Analog für den Malkurs, Töpferkurs, Sportverein etc.
            Und an staatlichen Schulen haben wir eine Parallelwelt von Lehrern, die was dürfen, was andere nicht dürfen unter der Nebenbedingung, dass die Privilegien der ersteren zwingend sein sollen für die Ausübung der Tätigkeit? Einen offensichtlicheren Widerspruch kann man kaum konstruieren

          • @Parteifürnachhaltige Politik:
            Nochmal: Weiterbildungseinrichtung, Töpferkurs und alles von Ihnen angesprochenen, auch private oder staatliche Kita usw. ist freiwillig! Klar kann man auch die Schule wechseln, wenn einem bspw. nicht passt, wie der Lehrer einen beurteilt hat – aber die Note und somit die Auswirkungen auf das eigene Fortkommen bleiben doch bestehen. Man kann sich der „Maßnahme“ nicht entziehen. Wenn sich die Gesellschaft darauf einigt, dass Bildung keine staatliche Aufgabe mehr sein soll (mit allen damit einhergehenden Konsequenzen!), dann spricht nichts gegen eine Abschaffung des Beamtentums! Aber auch nur dann. Dann werden Sie sich freuen, wenn Abiturprüfungen anstehen und zur gleichen Zeit den Lehrern einfällt zu streiken! Niemand könnte bei Bedarf in Brennpunktschulen abgeordnet werden. Das will jetzt schon keiner – was glauben Sie wie das sein wird, wenn man die Lehrer nicht mehr dazu zwingen kann? Mit Beamten kann man das machen! Ich könnte noch unzählige weitere Beispiele nennen.

            Wenn Sie die Schulsysteme in anderen Ländern so gut in Gänze kennen, um beurteilen zu können, dass es dort ausschließlich deshalb besser ist, weil das Beamtentum abgeschafft wurde, dann lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Dazu müssten Sie sowohl unseres, als auch das andere ganz genau kennen.

        • Und zu allen anderen Ausführungen würde ich gerne wissen, wie die bei Abschaffung des Beamtentums zu erwartende Lehrerabwanderung aufgefangen werden soll!

          • An eine Lehrerabwanderung glaube ich nicht. Die gab es in den anderen Ländern, die das Beamtentum abgeschafft haben, auch nicht – z.B. die Schweiz in den 1990er Jahren.
            Ich wiederhole noch einmal meine Frage von oben: Warum funktionieren in Finnland die Schulen dann so viel besser als in Deutschland? Impliziert natürlich: Warum können wir das hier nicht auch? An der Verbeamtung liegt es offenbar nicht. Irgendeine Idee? Mein Tipp ist, dass die Verbeamtung verstärkt Menschen anzieht, denen der Status und seine Vorteile wichtig ist und nicht der Beruf. Das gibt Meidinger in dem Link auf welt.de oben auch an. Traurig, oder?

          • „Irgendeine Idee? Mein Tipp ist, dass die Verbeamtung verstärkt Menschen anzieht, denen der Status und seine Vorteile wichtig ist und nicht der Beruf.“

            Das will ich nicht abstreiten!

            Gegenfrage: Zieht man ohne diese Vorteile Menschen an, denen der Beruf wichtiger ist? Die müssten doch jetzt auch schon da sein, oder? Weil sie doch den Beruf lieben. Werden die dann mehr, wenn man die Vorteile des Beamtentums auch noch streicht? Wie wollen Sie diese „guten Lehrer“, die jetzt noch nicht an Schulen unterrichten, für den Beruf begeistern? Die, die wirklich nur des Berufes wegen den Lehrerberuf einschlagen, machen das jetzt auch schon. Also wie kommen Sie darauf, dass es nach Abschaffung des Beamtentums kein nennenswerteres Personalfehl geben wird? Weil es in der Schweiz auch so war? Kennen Sie die Bedingungen für Lehrer in der Schweiz? Wenn ja, meinen Sie, dass Deutschland diese Bedingungen für „seine“ Lehrer auch so umsetzten kann?

          • „An eine Lehrerabwanderung glaube ich nicht. Die gab es in den anderen Ländern, die das Beamtentum abgeschafft haben, auch nicht – z.B. die Schweiz in den 1990er Jahren.“

            „Chronischer Lehrermangel – Pensionierungswelle sorgt für leere Klassenzimmer“

            https://www.blick.ch/schweiz/chronischer-lehrermangel-pensionierungswelle-sorgt-fuer-leere-klassenzimmer-id16510798.html

            Die verbeamteteten Lehrer in der Schweiz gehen (in Pension) und die unverbeamteten Lehrer kommen nicht…

            Und das Beste: wenn sie keinen Bock mehr haben, dann kündigen unverbeamtete Lehrer einfach.

            „Wieso den Schulen immer mehr Lehrer davonlaufen […]
            Die Schulen von Wigoltingen, Buttikon und Luberzen mit ihren «Massenkündigungen» dürften da nur die Spitze des Eisberges sein.“

            https://www.tagblatt.ch/leben/kolumnen/lehrermangel-wieso-den-schulen-immer-mehr-lehrer-davonlaufen-ld.1133068

            „Dem Tessin gehen die Lehrpersonen für Deutsch aus
            Im Südkanton gibt es nicht genug Deutschlehrer. Wegen der tiefen Löhne dürfte sich daran so bald auch nichts ändern.“

            https://www.srf.ch/news/schweiz/lehrermangel-dem-tessin-gehen-die-lehrpersonen-fuer-deutsch-aus

            „Prinzip Hoffnung: Wie Lehrermangel entsteht und wieso die Corona-Krise dagegen helfen könnte

            Weil sich der Lehrermangel zuspitzt, vergeben die Kantone immer früher Stellen an nichtqualifizierte Lehrpersonen. Doch gerade die Corona-Krise könnte die Situation für dieses Jahr entschärfen.
            […]
            Vergangenes Jahr wurden im Kanton Schaffhausen 46 Lehrerinnen und Lehrer ohne Diplom angestellt, 21 von ihnen hatten gar keinen pädagogischen Hintergrund.
            […]
            Schaffhausen ist einer der Kantone, die besonders stark vom Lehrermangel betroffen sind. Das Fehlen eines Schulleitungssystems und die Nähe zum gut zahlenden Kanton Zürich machen den Standort gleich doppelt unattraktiv. Laut dem «Bildungsbericht Schweiz 2018» wandert jährlich die Hälfte der in Schaffhausen ausgebildeten Lehrkräfte nach dem Abschluss in einen anderen Kanton ab.
            […]
            Die Lage wird sich verschlimmern
            Auch wenn Zürich Lehrpersonen aus anderen Kantonen anlockt, besteht dort ebenfalls eine Lücke: 473 Stellen sind unbesetzt. Ähnlich schlecht sieht es in Bern (298 offene Stellen) oder im Aargau (331) aus. Der neue Bildungsbericht zeigt, dass nur die Hälfte des prognostizierten jährlichen Bedarfs durch neu diplomierte Lehrpersonen gedeckt werden kann. Und die Lage wird sich noch verschlimmern: Das Bundesamt für Statistik prognostizierte bis 2025 rund 100 000 mehr schulpflichtige Kinder als 2015, gleichzeitig gehen bald zahlreiche Lehrer in Pension.
            […]
            Ausgerechnet die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg könnte dieses Problem in der Schweiz entschärfen. Stefan Wolter, Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern, schätzt, dass wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr weniger Personen den Lehrberuf verlassen werden. Dies, weil die Situation auf dem privaten Arbeitsmarkt zunehmend schwieriger wird.“

            https://www.nzz.ch/schweiz/prinzip-hoffnung-wie-lehrermangel-entsteht-und-wieso-die-corona-krise-dagegen-helfen-koennte-ld.1555433

            Also, ParteifürnachhaltigePolitik, Sie haben vollkommen recht: die Abschaffung der Lehrerverbeamtung in der Schweiz ist ein absolutes Erfolgsrezept…und dass die besser zahlenden Kantone den Pleitekandidaten die Lehrer abwerben, ist sogar noch total marktwirtschaftlich.. einfach toll und Daumen hoch.

          • @Max Kleine:

            Vielen Dank!!!! 🙂
            Ich schreibe mir hier den Finger wund, obwohl ich selbst kein Lehrer bin und mich eigentlich raushalten könnte… Aber bei solchen Äußerungen kann ich mich schwer zurück halten, denn ich sehe es als äußerst kontraproduktiv an, die Verbeamtung bei Lehrern zu streichen. Ich weiß es nicht genau… aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass angestellte Lehrer sich viel mehr rechtlich absichern müssten (Rechtschutz!)… bei dem Klageverhalten was da manche Eltern an den Tag legen! Und das nimmt ja stetig zu! Ich glaube nicht, dass Angestellte dagegen gut geschützt sind vom Staat!? Auch das ist ein Problem und würde den Beruf immer unattraktiver machen für „die Guten“.

          • @Lila, @Max Kleine:
            Wenn in der Schweiz Lehrer fehlen, dann machen die natürlich etwas nicht richtig und müssen nachjustieren – wie jedes private Unternehmen auch. Aber darum geht es doch nicht. Es geht grundsätzlich darum, ob das bisherige System der Verbeamtung von Lehrern sich bewährt hat oder ob man etwas verbessern kann. Und ich denke, dass man vieles verbessern kann – und muss.

            Was machen z.B. die Finnen so viel besser machen als wir und warum können wir das nicht auch?

            1. Wir sehen in Deutschland, dass massiv Lehrer fehlen, weil ständig Unterricht ausfällt (meine Kinder gehen auf zwei verschiedene Gymnasien in Bayern und es läuft analog). Verbeamtung hilft hier anscheinend nicht. Neben fehlenden Lehrern ist die Tatsache, dass man in Deutschland die Anschaffung eines digitalen Faxgerätes als Zielerreichung der Digitalisierung des Unterrichtes begreift, ein Riesenproblem (nein, ich bin nicht für „iPad-Klassen“). Ich nenne das Zukunftsverweigerung. Schauen Sie mal nach Finnland, denn dort werden digitale Hilfmittel auf ganz anderem Niveau eingesetzt. Darüber denken wir hier noch nicht einmal nach. Digitalisierung ist ein wichtiges Hilfmittel zur Bekämpfung des Unterrichtsausfalles und nicht die Einstellung von noch mehr Beamten. Googeln Sie mal nach „Wilma Finnland“.

            2. Der Staat kann nicht mit dem Beamtentum umgehen, denn er bilanziert die Pensionsverpflichtungen (und dazu gehört auch die Beihilfe) nicht. Das ist ein Nachhaltigkeitsproblem mit einer zeitlichen Reichweite ähnlich der des Klimawandels. Es ist auch von der Art her wie der Klimawandel. Man sieht es kommen, jeder weiß Bescheid, man kann es nicht wegdiskutieren (oder twittern) und keiner fühlt sich zuständig, etwas dagegen zu unternehmen. Wäre Deutschland eine AG – so hat Prof. Raffelhüschen (Uni Freiburg) einmal berechnet – würde die Staatsverschuldung um 60 Prozentpunkte ansteigen und wir wären bei 140% BIP (vor Corona).

            Und wir haben in der Finanzkrise auf Griechenland gezeigt. Wie eingebildet sind wir Deutschen eigentlich? Seit den ersten PISA-Tests sollten wir etwas demütiger sein.

            Kurzer Nachtrag (@Max Kleine 13. Mai um 20:21): Beihilfe entspricht nicht der Beteiligung der Arbeitgeber an den Beiträgen der PKV der Angestellten. Letztere bezieht sich auf die Übernahme der Beiträge bis zu der Obergrenze „halber Maximalbeitrag GKV“ während die Beihilfe für Beamte 50% bis 70% der tatsächlichen Behandlungskosten übernimmt und der Beamte für die restlichen Kosten eine Versicherung suchen muss.

            3. Ohne Beamtentum können Lehrer streiken. Lokführer tun das auch. Willkommen in der Realität. Während der Corona-Pandemie sind an den Schulen unserer Kinder plötzlich viele Lehrer erkrankt und es gab tageweise keinen Unterricht oder nur zwei Stunden pro Tag. Diese Lehrer waren aber nicht von Covid19 betroffen sondern einfach so krank. Auffällig war die Häufung – Ursache mir unbekannt. Man könnte aber nachvollziehen, dass man als Lehrer nicht gezwungen werden möchte, sich in einem Klassenzimmer mit Kindern anzustecken, die damals nicht getestet wurden. So viel zum Thema Streikrecht.

            4. Schulpflicht bedeutet nicht, dass die Ausübung des Lehrerberufes eine hoheitliche Tätigkeit darstellt. In Finnland gibt es eine Schulpflicht aber keine verbeamteten Lehrer (https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungssystem_in_Finnland#Vorschulische_Erziehung_und_Schulpflicht). Scheint also nicht zwingend zu sein. Und nebenbei haben sie kein Problem mit der ausufernden Staatsverschuldung. Ferner würden angestellte Lehrer in Deutschland sich laufend gemäß § 132 StGB der Amtsanmaßung schuldig machen, was im realen Leben offenbar nie vorkommt. Weil das nie vorkommt, können die Tätigkeiten eben auch nicht hoheitlich sein. Da es also keine hoheitlichen Tätigkeiten im Lehrerberuf gibt, wird das Beamtentum nicht zwingend benötigt. Hier Nachfrage an @Lila (17. Mai 2021 um 09:29 an @Jürgen): Sie haben geschrieben, dass Sie sich mit dem Beamtenrecht auskennen würden. Können Sie dieses Argument widerlegen oder reicht ihr Wissen soweit nicht?

            5. Das Beamtentum bei Lehrern führt auch zu Auswüchsen der Art, dass angestellte Lehrer mit Beginn der Sommerferien entlassen und mit Beginn des Schuljahres wieder eingestellt werden. Das erging es einer Freundin von mir vor einigen Jahren. Da spart sich der bayerische Staat 1,5 Monatsgehälter, sie muss zum Arbeitsamt und liegt dem Sozialsystem auf der Tasche, hat keine durchgehende Erwerbsbiografie was sich auf ihre Rentenhöhe negativ auswirkt – und das alles nur deshalb, weil der Staat bei den angestellten Lehrern Kosten sparen möchte, die er um ein Vielfaches bei den verbeamteten Kollegen ausgeben muss. Ich bin übrigens kein Lehrer oder Beamter sondern in der freien Wirtschaft tätig.

            Deshalb ist es meine Überzeugung, dass man die alten Grenzen von Verbeamtung und die Definition, dass ausschließlicher Präsenzunterricht (wurde in der Corona-Pandemie als Rechtfertigung für das Offenhalten der Schulen verwendet, zusammen mit der Definition, dass Kinder nicht ansteckend seien, siehe auch https://www.news4teachers.de/2021/05/nach-corona-mit-diesen-kultusministern-ist-kein-staat-mehr-zu-machen/) die alleinig seligmachende Unterrichtsform ist, über Bord wirft und sich neu aufstellt. Andere Länder machen das schon (z.B. Finnland) und wir werden von der Zukunft abgehängt.

            Wenn es um die mögliche Abschaffung des Beamtentums für Lehrer geht, reagieren viele reflexartig, indem Sie Argumente der Art „haben wir schon immer so gemacht“ anbringen. Solche Denkblockaden finden wir derzeit in Deutschland immer häufiger bei wichtigen Themen. Dadurch, dass Beamte in den Parlamenten deutlich überrepräsentiert (gemäß destatis im Bundestag aktuell über 24%) sind, ist meine Hoffnung auf Abschaffung des Beamtentums bei Berufen, wo es nicht zwingend ist, klein.

            Mir fehlt in Deutschland der Wille, Dinge verbessern zu wollen und dazu gehört, Althergebrachtes zu überdenken. Stattdessen wird an Traditionen festgehalten und die Zukunft ausgebremst. Das gibt gemäß dieser Untersuchung (https://www.sueddeutsche.de/wissen/iq-und-politische-einstellung-konservative-sind-weniger-intelligent-1.13440) offenbar denjenigen Sicherheit, die überfordert sind. Aber schaden tut es allen gleichermaßen.

          • @ParteifürnachhaltigePolitik:
            „Wenn in der Schweiz Lehrer fehlen, dann machen die natürlich etwas nicht richtig und müssen nachjustieren – wie jedes private Unternehmen auch. Aber darum geht es doch nicht.“

            Moooment, die Schweiz war doch ihr Königsargument und nun heißt es nur noch ‚tja, dumm gelaufen‘?!

            Nein, so einfach mache ich es Ihnen nicht. Ihr eigenes Beispiel widerlegt Sie, so schaut es doch aus:
            – Das Bildungssystem wird von den verbeamteten Lehrern am Leben gehalten
            – doch nun droht die Säule wegzubrechen, da die verbeamteten Lehrer sich in den Ruhestand verabschieden
            – denn es kommen, obwohl Sie und Jürgen das Gegenteil propagierten, nicht einmal die Hälfte der erforderlichen Lehrer neu nach
            – und dann stehen die Kantone auch noch in Konkurrenz zueinander und die reichen Kantone schnappen, ganz marktwirtschaftlich, den Ärmeren auch noch die vorhandenen Lehrer weg

            Mission accomplished

            „Es geht grundsätzlich darum, ob das bisherige System der Verbeamtung von Lehrern sich bewährt hat oder ob man etwas verbessern kann. Und ich denke, dass man vieles verbessern kann – und muss.“

            Scheinbar hat sich die Verbeamtung von Lehrern bewährt, denn die Beamtung wurde ja in allen Bundesländern, bis auf Berlin, wieder eingeführt und ausgerechnet Berlin ist das Bundesland mit dem größten Lehrermangel.

            „Was machen z.B. die Finnen so viel besser machen als wir und warum können wir das nicht auch?“

            Ich bin schon lange dafür die Arbeitszeitbelastung der deutschen Lehrer (735 Std/Jahr) auf das finnische Niveau zu senken (555 Std/Jahr) (vgl. Hinrichs u. a., 2004b, S.61-70), aber das war bestimmt nicht gemeint, oder?

            Ich gebe Ihnen noch einen Tipp (ohne zu direkt werden zu wollen), aber schauen Sie sich einfach einmal Fotos von finnischen Schülern an und dann vergleichen Sie sie mit Fotos aus deutschen Schulen!

            Und dann noch etwas: die Finnen verlieren immer mehr in den Pisa-Studien und zwar als sie ihre Schulen vom autoritären in den partizipativ Unterrichts- und Lernstil umgestellt haben. Das passierte in Deutschland aber schon viel früher. Das hat mehr mit Politik zu als mit Verbeamtung.

            „1. Wir sehen in Deutschland, dass massiv Lehrer fehlen, weil ständig Unterricht ausfällt (meine Kinder gehen auf zwei verschiedene Gymnasien in Bayern und es läuft analog). Verbeamtung hilft hier anscheinend nicht. Neben fehlenden Lehrern ist die Tatsache, dass man in Deutschland die Anschaffung eines digitalen Faxgerätes als Zielerreichung der Digitalisierung des Unterrichtes begreift, ein Riesenproblem (nein, ich bin nicht für „iPad-Klassen“). Ich nenne das Zukunftsverweigerung. Schauen Sie mal nach Finnland, denn dort werden digitale Hilfmittel auf ganz anderem Niveau eingesetzt. Darüber denken wir hier noch nicht einmal nach. Digitalisierung ist ein wichtiges Hilfmittel zur Bekämpfung des Unterrichtsausfalles und nicht die Einstellung von noch mehr Beamten. Googeln Sie mal nach „Wilma Finnland“.“

            Und was hat das mit der Verbeamtung von Lehrern zu tun?
            – Inwiefern wird die Digitalisierung an Schulen von verbeamteten Lehrern behindert und von nichtverbeamteten Lehrern gefördert?
            – Inwiefern ist es überhaupt die Aufgabe eines Lehrers die Digitalisierung in der Schule zu realisieren und müssen die deutschen Lehrer zukünftig auch die Sanitäranlagen erneuern können (so wie ihre finnischen Kollegen, die man auch schon bei der ein oder anderen Herz-OP beobachtet hat, während sie eine Pause von der Wilma-Programmierung machten)?
            – Glauben Sie wirklich, dass die finnischen Lehrer die Bagger selber gefahren sind und die Glasfaserleitungen verlegt haben?
            – Könnten vielleicht sogar, Gott bewahre, ganz andere Stellen die Entscheidungsträger als die Lehrer sein?

            „2. Der Staat kann nicht mit dem Beamtentum umgehen, denn er bilanziert die Pensionsverpflichtungen (und dazu gehört auch die Beihilfe) nicht. Das ist ein Nachhaltigkeitsproblem mit einer zeitlichen Reichweite ähnlich der des Klimawandels. Es ist auch von der Art her wie der Klimawandel. Man sieht es kommen, jeder weiß Bescheid, man kann es nicht wegdiskutieren (oder twittern) und keiner fühlt sich zuständig, etwas dagegen zu unternehmen. Wäre Deutschland eine AG – so hat Prof. Raffelhüschen (Uni Freiburg) einmal berechnet – würde die Staatsverschuldung um 60 Prozentpunkte ansteigen und wir wären bei 140% BIP (vor Corona).“

            Der Staat hat schon bilanziert, aber seine eigene Verpflichtung gebrochen. Noch einmal: das Land hat jeden Monat Rücklagen für die Pension der Beamten zu bilden. Nicht das Beamtentum ist das Nachhaltigkeitsproblem, sondern dass diese Rücklagen nicht gebildet werden. Und dieses Problem besteht auch bei den Rentenkassen, die regelmäßig zweckentfremdet und geplündert werden.

            „Und wir haben in der Finanzkrise auf Griechenland gezeigt. Wie eingebildet sind wir Deutschen eigentlich? Seit den ersten PISA-Tests sollten wir etwas demütiger sein.“

            Und wie immer hat auch das nichts mit dem Beamtentum zu tun – und bevor sie damit anfangen: nur, weil die deutschen Medien von „Beamten“ schreiben und dabei doch nur Angestellte im Öffentlichen Dienst meinen, heißt das noch lange nicht, dass es in Griechenland ein Beamtentum wie in Deutschland gibt.

            „Kurzer Nachtrag (@Max Kleine 13. Mai um 20:21): Beihilfe entspricht nicht der Beteiligung der Arbeitgeber an den Beiträgen der PKV der Angestellten. Letztere bezieht sich auf die Übernahme der Beiträge bis zu der Obergrenze „halber Maximalbeitrag GKV“ während die Beihilfe für Beamte 50% bis 70% der tatsächlichen Behandlungskosten übernimmt und der Beamte für die restlichen Kosten eine Versicherung suchen muss.“

            Darum geht es doch überhaupt nicht, sondern darum, dass die Beihilfe erst im Falle des Eintretens eines Krankheitsfalles gezahlt wird, aber, wenn das Beamtenverhältnis in ein Angestelltenverhältnis umgewandelt würde, dann regelmäßige monatliche Zahlungen vom AG an die GKV anfallen würden.
            Und ob es günstiger kommt als die Beitragsentwicklung der GKV für eine immer überalterndere Gesellschaft und immer mehr Entnahmen für Menschen, die keinen Beitrag zur Finanzierung leisten, während ein Beamter vor der Verbeamtung durch einen eigenen Amtsarzt und dann noch drei weitere Jahre überprüft wird, darf bezweifelt werden.

            „3. Ohne Beamtentum können Lehrer streiken. Lokführer tun das auch. Willkommen in der Realität. Während der Corona-Pandemie sind an den Schulen unserer Kinder plötzlich viele Lehrer erkrankt und es gab tageweise keinen Unterricht oder nur zwei Stunden pro Tag. Diese Lehrer waren aber nicht von Covid19 betroffen sondern einfach so krank. Auffällig war die Häufung – Ursache mir unbekannt. Man könnte aber nachvollziehen, dass man als Lehrer nicht gezwungen werden möchte, sich in einem Klassenzimmer mit Kindern anzustecken, die damals nicht getestet wurden. So viel zum Thema Streikrecht.“

            Willkommen im Paulanergarten…

            „4. Schulpflicht bedeutet nicht, dass die Ausübung des Lehrerberufes eine hoheitliche Tätigkeit darstellt. In Finnland gibt es eine Schulpflicht aber keine verbeamteten Lehrer (https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungssystem_in_Finnland#Vorschulische_Erziehung_und_Schulpflicht). Scheint also nicht zwingend zu sein. Und nebenbei haben sie kein Problem mit der ausufernden Staatsverschuldung. Ferner würden angestellte Lehrer in Deutschland sich laufend gemäß § 132 StGB der Amtsanmaßung schuldig machen, was im realen Leben offenbar nie vorkommt. Weil das nie vorkommt, können die Tätigkeiten eben auch nicht hoheitlich sein. Da es also keine hoheitlichen Tätigkeiten im Lehrerberuf gibt, wird das Beamtentum nicht zwingend benötigt. Hier Nachfrage an @Lila (17. Mai 2021 um 09:29 an @Jürgen): Sie haben geschrieben, dass Sie sich mit dem Beamtenrecht auskennen würden. Können Sie dieses Argument widerlegen oder reicht ihr Wissen soweit nicht?“

            Es nervt, wenn man Ihnen ständig erklären muss, dass das Beamtentum, wie es in Deutschland gibt, in Ländern in Finnland überhaupt nicht gibt und auch nicht in den USA und was für Länder Sie noch bringen möchten, so dass Sie mit der selben Begründung auch die Abschaffung der Verbeamtung der Polizei fordern könnten. Und ohnehin ist das Thema Finnland müßig, da sich dazu kaum guten Quellen finden lassen, die irgendetwas bestätigen oder widerlegen lassen.

            „5. Das Beamtentum bei Lehrern führt auch zu Auswüchsen der Art, dass angestellte Lehrer mit Beginn der Sommerferien entlassen und mit Beginn des Schuljahres wieder eingestellt werden. Das erging es einer Freundin von mir vor einigen Jahren. Da spart sich der bayerische Staat 1,5 Monatsgehälter, sie muss zum Arbeitsamt und liegt dem Sozialsystem auf der Tasche, hat keine durchgehende Erwerbsbiografie was sich auf ihre Rentenhöhe negativ auswirkt – und das alles nur deshalb, weil der Staat bei den angestellten Lehrern Kosten sparen möchte, die er um ein Vielfaches bei den verbeamteten Kollegen ausgeben muss. Ich bin übrigens kein Lehrer oder Beamter sondern in der freien Wirtschaft tätig.“

            Was hat das Beamtentum mit der Entlassung von Lehrern in den Sommerferien zu tun? Es ist schlicht Unsinn.

            „Deshalb ist es meine Überzeugung, dass man die alten Grenzen von Verbeamtung und die Definition, dass ausschließlicher Präsenzunterricht (wurde in der Corona-Pandemie als Rechtfertigung für das Offenhalten der Schulen verwendet, zusammen mit der Definition, dass Kinder nicht ansteckend seien, siehe auch https://www.news4teachers.de/2021/05/nach-corona-mit-diesen-kultusministern-ist-kein-staat-mehr-zu-machen/) die alleinig seligmachende Unterrichtsform ist, über Bord wirft und sich neu aufstellt. Andere Länder machen das schon (z.B. Finnland) und wir werden von der Zukunft abgehängt.“

            Ein Land, das keine Verbeamtung kennt, hat keine Verbeamtung. Das ist ja mal total innovativ.
            Und bestimmte Unterrichtsformen sind abhängig vom Anstellungsstatus des Lehrende… äh, nein.

            „Wenn es um die mögliche Abschaffung des Beamtentums für Lehrer geht, reagieren viele reflexartig, indem Sie Argumente der Art „haben wir schon immer so gemacht“ anbringen. Solche Denkblockaden finden wir derzeit in Deutschland immer häufiger bei wichtigen Themen. Dadurch, dass Beamte in den Parlamenten deutlich überrepräsentiert (gemäß destatis im Bundestag aktuell über 24%) sind, ist meine Hoffnung auf Abschaffung des Beamtentums bei Berufen, wo es nicht zwingend ist, klein.“

            Lassen Sie sich doch nicht entmutigen:
            Die Privatisierung des Medizinwesens in Deutschland war doch total erfolgreich.. ich freue mich total für die Schwestern und Ärzte, dass sie jetzt keine Langeweile mehr bei ihren Schichten haben.

            Unvergessen auch die immer weitergehenden Privatisierungen hoheitlicher Aufgaben: Kommentare werden jetzt von der Bertelsmannstiftung zur Zensur geprüft und nicht mehr von Richtern (Verbeamtung abschaffen!).
            Die Angestellten des Ordnungsamtes und die Ehrenamtlichen der „Sicherheitswacht“ in Sachsen übernehmen immer mehr die Aufgaben der Polizisten (Verbeamtung abschaffen!).
            Die Bundeswehr läßt sich von Privatfliegern im Einsatz retten („Verbeamtung“ abschaffen).
            Und neulich habe ich etwas total Verrücktes gelesen: Freiwillige Feuerwehr – besteht nur aus Ehrenamtlichen – also klarer Fall: keine Verbeamtung mehr für Feuerwehrleute (und was soll an Feuer löschen (machen Unternehmen an der Raucherstelle jeden Tag) und Katzen aus Bäumen retten hoheitlich sein?)

            Sie sehen, es geht voran. Alle wird sich ändern, nur nicht besser.

            „Mir fehlt in Deutschland der Wille, Dinge verbessern zu wollen und dazu gehört, Althergebrachtes zu überdenken. Stattdessen wird an Traditionen festgehalten und die Zukunft ausgebremst. Das gibt gemäß dieser Untersuchung (https://www.sueddeutsche.de/wissen/iq-und-politische-einstellung-konservative-sind-weniger-intelligent-1.13440) offenbar denjenigen Sicherheit, die überfordert sind. Aber schaden tut es allen gleichermaßen.“

            Das ist ja lustig, wo das Lehrerkollegium doch, glaubt man den Gerüchten, größtenteil doch aus eher linken Menschen bestehen soll.. und überhaupt, warum wir die Süddeutsche eigentlich auch „Alpenprawda“ genannt? Das sind alles Fragen über Fragen und haben doch nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.

  19. Und noch was zum Abschluss, wenn Sie schon den o.g. Beitrag verlinken:

    https://www.news4teachers.de/2018/01/streikrecht-fuer-lehrer-meidinger-gew-versucht-lehrerschaft-und-oeffentlichkeit-zu-taeuschen/

    Darin heißt es u.a.:
    „Davon abgesehen, gebe es nach wie vor folgende gewichtigen Argumente für eine Verbeamtung von Lehrkräften:

    – die Sicherung der staatlichen Aufsichtspflicht des Staates gemäß Art 7 GG über den Schulbereich

    – die Gewährleistung der Verlässlichkeit von Schule durch das Streikverbot

    – die Eingriffstiefe der Bedeutung von Schulabschlüssen für die Lebensgestaltung von jungen Menschen

    – der Schutz der pädagogischen Unabhängigkeit und Freiheit von Lehrkräften gegenüber Schüler, Eltern und Arbeitgeber bzw. Dienstherrn

    – die Sicherung eines qualifizierten Lehrernachwuchses durch attraktive Rahmen­bedingungen.

    „Wer die Schulpflicht gesetzlich verankert, muss auch dafür sorgen, dass Unterricht stattfindet“, so meinte auch VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. Er stellte im Vorfeld der mündlichen Anhörung in Karlsruhe klar: „Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass Lehrkräfte im juristischen Sinne einer grundrechtswesentlichen Tätigkeit nachgehen und damit hoheitsrechtliche Befugnisse ausüben und deshalb grundsätzlich zu verbeamten sind. Der Beamtenstatus für Lehrkräfte ist daher unabdingbar. Das Beamtenverhältnis geht jedoch mit Rechten und Pflichten einher. Ein Streikrecht für Beamte ist hiermit nicht vereinbar.“

    Beckmann betonte: „Wer das Streikrecht für Beamte fordert, will im Grunde durch die Hintertür erreichen, dass Lehrkräfte grundsätzlich tarifbeschäftigt werden. Genauso wie die Bürgerinnen und Bürger sich darauf verlassen können müssen, dass die Polizei nicht streikt und damit den Rechtsstaat lahmlegt, muss das auch für den Bildungsbereich gelten. Auf der anderen Seite ist der Staat in der Pflicht, seine Beamten angemessen zu alimentieren und aufgabengerechte Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen.“ News4teachers“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here