Nach Prüfbericht der Vereinten Nationen – Grünen-Sprecherin: Förderschulen abschaffen!

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BERLIN. Corinna Rüffer, behindertenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Ländern einen zeitlichen Rahmen für die Abschaffung des Sonderschulsystems vorzugeben. Anlass ist der Prüfungsbericht des UN-Fachausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, der Deutschland aufgrund fehlender Fortschritte bei der Inklusion gerügt hatte.

„Förderschulen bedeuten soziale Exklusion“: Corinna Rüffer, behindertenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Foto: Yaph Trier

„Deutschland versagt bei der Inklusion. Das ist das bittere Fazit der Vereinten Nationen nach der turnusgemäßen Überprüfung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, sagt Rüffer. Besonders deutlich werde dieses Versagen im Bereich der inklusiven Bildung, wie die „Abschließenden Bemerkungen“ des UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen belegten (News4teachers berichtete).

Die Grünen-Politikerin betont: „Auch 14 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention sind wir weit von einer inklusiven Gesellschaft entfernt – und laufen teilweise sogar in die falsche Richtung: Das System der Förderschulen ist fest verankert und in einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg, steigt der Anteil von Kindern in Förderschulen sogar.“ Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) sei sogar zu dem Schluss gekommen, dass in Rheinland-Pfalz Inklusion faktisch nicht stattfinde. Grund dafür sei  insbesondere der rheinland-pfälzische Sonderweg, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf fast ausschließlich auf Schwerpunktschulen zu unterrichten (News4teachers berichtete auch darüber).

„Allein die Existenz von Förderschulen widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention“

„Förderschulen bedeuten soziale Exklusion und rauben Kindern systematisch ihre Zukunft: Ein großer Teil der dort Lernenden sind Kinder mit Lernbeeinträchtigung aus Familien mit geringem Einkommen. Etwa 50 Prozent aller Jugendlichen, die ohne Schulabschluss dastehen, kommen von Förderschulen. Sie haben kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder anständig bezahlte Arbeit“, sagt Rüffer.

Sie betont: „Diese Staatenprüfung hat noch einmal gezeigt, wie dringend der Handlungsbedarf ist. Der Bund darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Denn allein die Existenz von Förderschulen widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention. Nötig ist ein konkreter Zeitrahmen, ausreichend Personal und Geld sowie eine entsprechende Überwachung, um den Übergang vom Sonderschulmodell zur inklusiven Bildung zu beschleunigen. Dabei muss der Bund die Länder unterstützen.“ News4teachers

Vereinte Nationen rügen Deutschland wegen Stillstand bei der Inklusion – Land NRW streicht Mittel für Inklusion

 

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Leo Lausemaus
10 Monate zuvor

Ich arbeite mit einem Inklusionskind in der Klasse. Ich finde es kaum zumutbar. Es macht ständig Geräusche und haut die anderen Kinder, deren Geduld zunehmend schwindet. Wir wissen alle, dieses Kind kann nichts dafür. Ich zwinge mich zur Geduld und bitte die Kinder darum. Jeden Tag! Die „Lernhelfer“ daneben wirken auf mich hilflos. Sie versuchen zu beruhigen, aber es wirkt ja nicht. Was machen wir? Wir sind alle genervt. Am Ende hat niemand eine schöne, sinnvolle Stunde gehabt, alle sind genervt, schlimmstenfalls hat keiner was gelernt. Keiner!

Wie soll es weitergehen? Lärmbelastung gehört zu den Hauptfaktoren für einen Burnout. Ich habe jede Stunde mit diesem Kind eine massive Lärmbelastung.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Ist die Frage, ob Geduld und Nachsicht bei Schlägen angebracht sind…
Es müssten ggf. ja auch ganz klare Grenzen gezogen und konsequent eingehalten werden.
Was hat die Sonderpädagog*in dazu gesagt?

Welche Geräusche macht das Kind?

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Gewalt geht überhaupt nicht! Es gibt keine guten und keine bösen Schläger. Man sollte das Sanktionsprogramm wie bei JEDEM anderen Schüler abspulen. Und ab 14 gilt das Jugendstrafrecht. Die Schuldunfähigkeit stellt das Gericht fest, und zwar nur das Gericht. Niemand darf Gewalt hinnehmen, auch nicht wenn der I-Schüler der Auslöser ist!

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Wenn man geistig oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, eigenes Fehlverhalten zu erkennen, bringt eine Strafe genau was?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

@Mika
Aber welche Wirkung hat das auf die anderen Kinder? Fördert das Toleranz gegenüber Menschen, die „anders“ sind?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

@Mika
In einem anderen Forum machte Indra Rupp den Vorschlag, man könnte ja ständig die Sitznachbarn bei störenden, hauenden Kindern wechseln. Man müsste dann m. M. n. nur noch mit den Schülern besprechen, nach wie vielen erhaltenen Schlägen man seinen Platz wechseln darf. Wäre doch eine „gute“ Lösung, oder?

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Was ist das denn bitte für ein aus dem Kontext gerissener Unsinn? Es ging um Schüler ohne Förderbedarf, also Regelschüler, neben denen jmd angeblich 2 Jahre lang saß. Ich habe lediglich einem anderen Foristen zugestimmt, dass bei uns regelmäßig die Sitznachbaren wechseln und kritisiert, dass dieses Beispiel Förderschüler schlecht machen soll, obwohl es sich, wie so oft, gar nicht um diese handelt.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@potschemutschka
Mit dieser reißerischen Bildzeitungsverdrehung sind Sie bei mir unten durch und brauchen es nicht noch einmal auf die heuchlerisch pseudoempathische Tour versuchen.
Im nächsten Kommentar outen Sie sich dann eh wieder.
Echt Schade, oder? Wenn keiner mehr exkludiert würde, kann man sich als Sonderpädagoge gar nicht mehr so offensichtlich als Exkludiertensamariter definieren.
Das stört das Selbstbild und ist wohl der Hauptgrund für den Wunsch nach Beibehaltung.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das ist doch Blödsinn. Ich weiß nicht, wie man mit der aktuellen Personalausstattung solche Situationen lösen soll. Ich finde es derzeit hochproblematisch, solche Kinder in Regelklassen zu beschulen, weil man mit den derzeit real existierenden Bedingungen vor Ort niemandem mehr gerecht wird.
Meine Ansicht, dass Strafe nur Sinn macht, wenn der „Täter“ in der Lage ist, sein Fehlverhalten zu erkennen und es zu ändern, bedeutet nicht, das Kind gewähren zu lassen. Bei entsprechender personeller Ausstattung könnte jemand mit ihm in Einzelarbeit gehen, um den anderen Kinder den nötigen Schutzraum zu geben. Bei 1 Lehrkraft, 25+x Kinder, also im Regelfall, habe ich keine Lösung.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

@Mika
Genau diese Probleme sehe ich eben auch und egal, ob das Kind einen Fö-Status hat oder nicht, es ist ein großes Problem für die Schüler und die Lehrer und andere Kinder irgendwie als „Puffer“ zu missbrauchen ist auf jeden Fall keine gute Lösung und ja es muss auch für behinderte Kinder „Konsequenzen“ geben. Cornelia (weiter unten) hat da ein paar gute Ideen, aber leider sind die auch nicht immer machbar (Räume, Personal).

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Welche Alternativvorschläge haben Sie?

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Siehe meine Antwort an potschemutschka.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Sind Sie Richter?

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Nö, Lehrer. Ich denke jedoch, dass Strafe nur Sinn macht, wenn der Bestrafte versteht, warum er bestraft wird.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Die Beurteilung obliegt nicht Ihnen. Der Sachverhalt beinhaltet eine Körperverletzung.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Mal überlegen, wo genau habe ich ver- oder geurteilt? Irgendwie find ich nix außer einer Frage und der Äußerung meiner Meinung.
Kleiner Angstbeißer, was? Macht Sie nicht grad sympathisch.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ihr letzter Satz beruht auf Gegenseitigkeit. Mit Ihrer Einschätzung kann ich leben. Sie verschafft mir keine schlaflosen Nächte.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

126a StPO

Bla
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Dann kann es eben nicht beschult werden. Dann hat es allerdings auch so massiv andere Probleme, dass das sein „dürfen“ sollte.

Was wäre denn die Alternative?

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Bla

Wenn jemand, ob Kind oder Erwachsener, nicht in der Lage ist, ein andere nicht über das normale Maß hinaus beeinträchtigendes Sozialverhalten zu zeigen und auch unterstützende Maßnahmen nicht dazu führen, muss aus meiner Sicht der Schutzanspruch der restlichen Gruppe in den Vordergrund vor dem Anspruch des „Störenden“ auf Teilhabe rücken, unabhängig davon, ob eine Beeinträchtigung desjenigen vorliegt oder nicht. Das kann im schlimmsten Fall auch die Beendigung der gemeinsamen Beschulung bedeuten, bis derjenige sich in der Gruppe sozial angemessen bewegen kann. Ich bin da also ganz bei Ihnen.

Bla
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Also mein „sein dürfen sollte“ bezieht sich natürlich auf die Nicht-Beschulbarkeit. Nicht auf das Dulden …

Angelika Mauel
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Danke für diese Frage.

Der Mao Tse-Tung zugeschriebene Ausspruch passt selstverständlich nicht ganz. „Bestrafe einen, erziehe hundert“. Aber zu bedenken ist wirklich, was das von Nicks vorgeschlagene Vorgehen bei Schülern anrichten könnte. Kinder haben ein Gerechtigkeitsgefühl und wenn sie spüren, dass ein Kind für etwas, wofür es nichts kann, wie ein Übeltäter behandelt wird, schlussfolgern sie vielleicht, dass es sich um lebensunwertes Leben handeln könnte. Dass Abtreibungen besser wären, als ein behindertes Kind auszutragen und es zu lieben, so wie es nun einmal ist.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das ist eine sehr eigene Auslegung. Vergessen werden sollte nicht, dass auch die Opfer von Schlägern ein Recht auf körperliche Unversehrtheit besitzen.

Lanayah
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Letzteres ist leider ein Faktor, der gerne übersehen wird. Generell scheint es salonfähig zu sein, sozial kompetente Kinder als Puffer zu missbrauchen, und das nicht nur in bezug auf Inklusion. Würde ich als Erwachsene bei meiner Arbeit geschlagen odef auch permanent gestört, müsste ich dies nicht dulden. Ich frage mich schon lange, wieso das von Kindern offensichtlich ganz selbstverständlich erwartet wird.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Sehe ich genauso.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Zwischen Erwachsenen, die sich „schlagen“ und Kindern, die sich „hauen“ gibt es allerdings auch Unterschiede. Sollte diesen Kindern alle gekündigt werden, also auch den Schubsern, Haare ziehern, ect, dann müssten 98% die Schule verlassen.
Das Downkind darf bleiben 😉

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

98% ALLER Kinder! Zu den wenig verbliebenen gehört dann ein großer Teil behinderter Kinder, denn die sind im Durchschnitt weit weniger gewalttätig.

Lanayah
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Dass Menschen mit Downsyndrom im Allgemeinen unglaublich freundliche und empathische Menschen sind ist mir bekannt. Es gibt aber nicht nur zu integrierende Kinder mit Downsyndrom oder Förderbedarf Lernen oder einer Körperbehinderung. Dir größte Herausforderung stellen die Kinder mit Förderbedarf ESE dar, oder Kinder, die diesen Förderbedarf nicht mehr bekommen, weil sich der Aufwand dafür nicht lohnt. Es geht auch nicht um Schubsen und Hauen, es geht um Kopf gegen die Wand schlagen, gezielt mit Steinen werfen, Möbel durch den Klassenraum werfen, Kinder die Treppe runterschutzen, in sensible Bereiche treten…… .

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Behindert erklärt? Korrigieren Sie mich gern, aber die Beschulbarkeit bzw. Die Geeignetheit für eine Regelschule stellt der Schularzt fest, ggf. unter Hinzuziehung weiterer Spezialisten (Psychologen, Fachärzte,…). Wenn der ärztliche Befund im Ergebnis „NEIN‘ lautet, dann ist das so. Hier wird niemand mit Handauflegen zu irgendetwas erklärt.

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun ja, ich würde es als: „Hier macht ein Fachanwalt Werbung für seine Kanzlei“ bezeichnen.
Wie bereits mehrfach geschrieben: Wenn die Redaktion oder irgendjemand vermutet, dass in größerem Stil bewusst Fehldiagnosen gestellt und daraus folgend unnütze oder im schlimmsten Fall sogar schädliche Therapien angewandt werden, aus welcher Motivation heraus auch immer, sollte der/diejenige(n) dies zur Anzeige bringen, da dies strafrechtlich relevant sein dürfte.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ein Fachanwalt ist hier eine Enzelmeinung. Ein Anwalt arbeitet im Interesse seines Kunden, dass kann auch gern mal von einer anderen Perspektive geschehen.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei den Feststellungen zur Inklusion, an denen Ärzte beteiligt gewesen sind, bin ich vorsichtig in der Beurteilung. Ich besitze nicht die Kompetenz, Diagnosen von Ärzten begründet in Zweifel zu ziehen. Bei der @Redaktion gibt’s vermutlich keine Mediziner und bei Anwälten und Gegen-Anwälten und Gegen-Gegen-Anwälten wird vermutlich auch keine Expertise vorhanden sein (Jura ist nicht Medizin). Anwälte sind selten selbstlos. Sie haben in der Regel einen Brötchen-/Geldgeber, welchen sie vertreten. Orientieren kann man sich eher an dem „Richterspruch“ (Verwaltungsgericht?). Jedes Urteil ist eine Einzelentscheidung.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und auch der Sozialstatus der Eltern und wie überfordert diese wirken, hat Einfluss auf die Entscheidungen von Ärzten und Lehrern. Das ist mitunter menschlich aber teilweise auch stigmatisierend, sowie respektlos. An anderer Stelle erhofft man dadurch Hilfe für sich (Lehrer) oder die Eltern, denen man mitunter die Erziehung nicht zutraut. Ärzte sind da außen vor und denen geht es wohl eher um berufliche Erfolge und Geld. Ein sehr großer Teil aller ADHS-Diagnosen soll falsch sein, „Symptome“ verschwinden nach der Kindheit. Und Ritalin ist ein Türendreher , aufgrund der Nebenwirkungen, damit schafft man sich selbst die Patienten.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nach meiner Auffassung ist die Schulzuweisungen ein Verwaltungsakt zur Durchsetzung der Schulpflicht. Und gegen den Verwaltungsakt besteht die Möglichkeit, frist- und formgerecht Rechtsmittel einzulegen.

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn ein Kind Entwicklungsverzögerungen oder deutliche Verhaltensauffälligkeiten zeigt, fände ich es eher problematisch, dieses Kind für normgerecht entwickelt zu erklären und ihm damit eine gezielt auf seine Bedürfnisse ausgerichtete Unterstützung zu verweigern. Den Begriff „Behinderung“ finde ich stigmatisierend, denn behindert werden Beeinträchtigte im Regelfall durch eine Umgebung, die nicht auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist.
Um auf Ihre Frage einzugehen: Letzteres, und die Frage ist: wie gehen wir vor Ort konkret mit der Situation um, bis die Unterstützungssysteme installiert sind?

Lanayah
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Förderbedatf ESE bedeutet nicht, dass eine Behinderung vorliegt. Es bedeutet, dass ein Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung besteht. Kinder, die in diesem Bereich Entwicklungsstörungen haben, haben da doch logischerweise einen Förderbedarf.
Es ging in meinem Beitrag auch nicht um die Frage, ob diese Kinder nun an Förderschulen verbracht werden sollen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es nicht um Gerangel an der Bushaltestelle geht, sondern von manchen Kindern eine erhebliche Gefährdung für andere Kinder ausgeht. Das sollte auch nicht verniedlicht werden. Hier ist dann auch völlig egal, ob diese Kinder nun einen Förderstatus haben oder nicht.
Die einzige „Hilfe“, die ich zum Umgang mit einem massiv prügelnden Kind auf einer Inklusionsfortbildung erhalten habe, war der Vorschlag des Fortbilders es alleine während des Unterrichts nach draußen zu schicken…es also quasi im Rahmen der Inklusion unbeaufsichtigt zu exkludieren.
Ich bin da aber durchaus offen für bessere Vorschläge.

OMG
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Neben Herrn Wocken gibt es tatsächlich auch andere Autoren.
Der FB ESE darf sehr wohl kritisch hinterfragt werden, aber ihn pauischal so „billig“ abzutun, das nervt mittlerweile schon gewaltig.
Es gibt derzeit kein einziges nachweisliches Training für Kinder, die ausgeprägt ESE sind. Die Schulen sind jetzt schon allein auf weiter Flur. Die Redaktion kann aber gerne mal auf den Forschungsstand eingehen. Da tummelt es von „Trainings“, die nur bei den eigenen Autoren toll sind.

Julia
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also nicht diagnostizieren, um ja nicht zu pathologisieren?
Das bedeutet, alle Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen sich mehr oder weniger selbst zu überlassen, so als hätten sie keine Behinderung und damit auch keinen besonderen Förderbedarf.
Und wer auf dem Papier nicht als förderbedürftig gilt, braucht logischer Weise auch keine besonderen Hilfen, die viel Geld und Personal kosten.

So langsam lerne ich zu verstehen, wenngleich nicht gutzuheißen, warum Regelschulen statt Förderschulen als einzig wahre und menschenwürdige Lösung für Kinder mit Behinderungen gelten und die UN-Konvention in diesem Sinne ausgelegt wird.
Lieber keinen Förderbedarf feststellen und zubilligen als einen Stempel aufdrücken. Lieber sich selbst überlassen als pathologisieren.

Mo3
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Abgesehen davon, dass Bildung in Deutschland ausgewiesenermaßen keine Priorität hat, wenn man sich die Bildungsausgaben ansieht, fehlen auf der anderen Seite in der heutigen Realität die Lehrer, die nicht einfach vom Himmel fallen werden. Bedarfsgerechte Einstellungen wären dann auch schulspezifisch und individuell und der Lehrerbedarf dürfte nicht anhand von Schülerzahlenprognosen pauschal ermittelt werden.
Sicher brauchen wir ein Endziel, wo wir hinwollen, aber dass wird nicht über Nacht erreicht werden, sondern wir können uns nur Schritt für Schritt verbessern. Die Hinweise und Problembeschreibungen zielen doch darauf, dass diese Schritte, auch wenn man im Kern zustimmt, im Moment vielleicht etwas zu optimistisch sind, wenn die Situation für viele Kinder (I-Kinder und Regelschulkinder) sich dadurch teilweise eher verschlechtert und wir uns von bedarfsgerechter Unterstützung für alle – wie gefordert – eher entfernen. Sicher gibt es auch positive Beispiele und hoffentlich werden es immer mehr.

Soso
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Mit Sprachkosmetik und falschen Umkehrschlüssen kommen wir auch nicht weiter. Jedes Kind auf Regelschulen mit annähernd 30 Kindern „bedarfsgerecht“ zu unterstützen bzw. zu fördern ist unmöglich, hört sich aber gut an.
Was soll „bedarfsgerecht“ überhaupt sein, wenn einige Bedarfe auf der Verbotliste von Denken und Sagen stehen, weil sie angeblich nur pathologisieren und stigmatisieren?

Das Zauberkunststück, alle Kinder bedarfsgerecht zu unterstützen, muss mir erst einmal jemand vormachen und nicht nur verbal fordern.
Und das auch noch unter der Vorgabe, dass die Feststellung einiger Bedarfe und ihrer Ursachen ein Tabu sind, weil sie stigmatisieren.
Da hört sich „bedarfsgerecht“ doch reichlich unpassend an.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Opfer von körperlicher Gewalt haben Rechte, z.B das der körperlichen Unversehrtheit. Da wiederhole ich mich gern. Und wie @Lanayah anmerkte, es geht um Kinder, von denen eine erhebliche Gefahr für andere Kinder ausgeht.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es wird doch niemand weggesperrt.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Schauen Sie sich die vielen Kommentare hier und zu anderen Artikeln an. Da unterhalten sich u a Adele Horn und TaMu und andere über die „gewalttätigen Behinderten“ und ob man sich gegen die wehren darf usw.
Bei allen Beispielen stellt sich heraus, dass es um Nicht-behinderte Kinder geht, die, wenn überhaupt, ESE (keine Behinderung) haben oder diesbezüglich nicht einmal attestierten Förderbedarf.
Der Eindruck, der jedoch entsteht, ist, dass es die behinderten Kinder (GE, Down-Syndrom, ect) sind, die dies verursachen. Zumal ja auch hinterfragt wird, ob so ein Schläger kognitiv versteht, was man möchte. Garniert wird es dann noch von anderen, die hinzufügen, dass so ein Kind den Unterricht doch eh nicht versteht,ect.
Es wird also massivst suggeriert, dass die behinderten Kinder das untragbare Problem in der Schule seien und somit nicht machbar zu inkludieren.
Am Ende geht das Down-Syndrom Kind für etwas, das es gar nicht getan hat.
Und selbst, wenn dann doch allen klar wird, dass es andere Kinder sind, die die „Systemsprenger“ (auch so ein Wort in Bezug auf angeblich „behinderte“) sind, wird entschieden, dass diese aber „wichtiger“ sind und damit man die tragen und aushalten kann, soll wenigstens das I-Kind verschwinden.
Und wenn das jemandem doch zu gemein klingt, wird der Spieß umgedreht und die behinderten Kinder zu Opfern dieser ESE’s erklärt und man möchte sie durch aussondern doch nur schützen.
Wie offensichtlich soll es denn noch werden, dass es hier nicht um die behinderten-oder überhaupt um die Kinder geht, sondern um Arbeitserleichterung und wie man diese am realistischten und schnellsten umsetzen kann? Klasse anstrengend und welches Kind wird man am einfachsten los? Na, das behinderte! Man redet sich ein, wie sinnvoll und toll Förderschulen sind und meint, die Regelschule „gehöre“ den Regelschülern, weshalb diese Regelkinder halt Priorität haben müssten.
Das man die Menschenrechte nicht versteht, ist dabei offensichtlich,sonst wäre man nicht so erpicht darauf, denjenigen als erstes die Rechte zu nehmen, wo es am einfachsten geht.

OMG
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„ESE (keine Behinderung) haben oder diesbezüglich nicht einmal attestierten Förderbedarf“
ESE ist eine Beeinträchtigung. Diese ist wie chronische Erkrankungen unter dem Begriff der Behinderung der Konvention erfasst. DIese wurde , Frau Degener hat maßgeblich auch dafür zum Glück gesorgt, bewusst weit gefasst. Grob gesagt kann man sagen: Die in vielen rechtlichen Regelungen in Deutschland gefasste Begifflichkeiten „Behinderungen und Beeinträchtigungen“ ist fast identisch mit dem Begriff Behinderung der UN BRK. Deswegen haben ESE – Kinder explizit ein subjektives Recht auf individuelle Hilfen

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Und wenn Sie oder andere jetzt meine „Von wegen, mit dem Rechtsanspruch wird man die ja gar nicht los“ : Genau das ist der Grund, warum viele sich dieses Türchen offen halten wollen! Da werden seltenstde Einzel Beispiele von Komapatienten diskutiert und ob deren Regelbeschulung sinnvoll ist. Wenn aber aus diesem Grund eine Gesetzeslücke entsteht, dass es das Inklusionsrecht doch nicht zu 100 % gibt, dann wird genau diese Lücke genutzt, besser gesagt missbraucht, um gaaanz vielen das Recht zu verwehren!!!
Auch das könnte man später per Studie herausfinden. Im Gesetz wird verankert, dass in besonderen Fällen die Regelbeschulung nicht gestattet werden muss (gestattet heißt dauerhaft und weil die Familie das wünscht) und auf einmal tauchen an etlichen Schulen gehäuft „besondere Fälle“ auf!

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

…. (gestattet heißt, dass das Kind dauerhaft inkludiert wird und die Familie dies auch wünscht) und auf einmal tauchen an etlichen Schulen (gegen den Wunsch der Eltern oder Mithilfe deren Manipulation) gehäuft „besondere Fälle“ auf!

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

.. (…. Mithilfe von Manipulation ggü den betroffenen Eltern)

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Und noch so eine Masche: Wenn man es Unrecht findet, dass bestimmte Kinder für etwas büßen sollen, was sie gar nicht getan haben, dann wird das auch noch als unsolidarisch und nur das eigene Kind bevorteilend verdreht.
Wer ein behindertes Kind hat, soll sich also mit jedem unangepassten, nervigen oder anstrengenden Kind, dass man nicht wie Einheitsbrei unterrichten kann (also auch Streber und Hochbegabte) solidarisieren bzw in Sippenhaft nehmen lassen – denn man profitiert ja von der Inklusion, die eben auch solche Kinder mit in den Unterricht bringt, an denen ist man also Schuld und man könnte mithelfen, dass die verschwinden, wenn man selber auch gegen Inklusion wäre, was man durch die eigene Exklusion demonstrieren könnte – und für deren Erziehungsfehler den Kopf herhalten, sogar die Schule verlassen, damit diese wichtigeren Menschen händelbar bleiben und sonst ist man ein Egoist?

Wie wäre es denn, wenn alle dunkelblonden mit IQ 98-102 sich exkludieren, auch dann fallen bestimmte Aufgaben weg, bestimmte Arbeitsblätter und Unterrichtseinheiten. Wir haben ja auch noch die Brünetten mit IQ 98-102 und die melden sich auch und müssen zum Zuge kommen. Wie können die Dunkelblonden nur so egoistisch sein, deren Eltern könnten mal im Sinne aller und der vollen Klassen denken. Aber so kann man die gar nicht mehr ernst nehmen, bei allem Verständnis, daß Eltern natürlich immer nur ihr eigenes Kind sehen und nicht wie Lehrer, das Ganze ^^

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Der letzte Satz von Ihnen…So etwas gibt es in der Welt von Indra Rupp nicht

Hysterican
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Hmmm, war das nicht so, dass Schulen sichere Orte sind und körperliche Unversehrtheit damit automatisch in diesem System impliziert ist?
Muss ich nochmal „gerne hier nachlesen“.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Kommt mir ein bisschen neurotisch vor, wenn wir das auf jedes „vorm Bus gedrängel“ ausweiten. Kinder sind lebhafter und wilder als Erwachsene. Wenn Erwachsene wild sind, ist das bedenklicher. Also, immer realistisch bleiben.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Ich glaube nicht, dass Kinder in solchen Fällen über unwertes Leben und Abtreibung nachdenken. Sie wollen sich nur nicht schlagen lassen, egal von wem nicht. Da sie nicht ausweichen können, werden sie eher frustriert sein und so schnell wie möglich aus der Situation verschwinden wollen. Sie werden vermutlich keine besonderen Sympathien für das schlagende, behinderte Kind entwickeln. Sie halten dessen Art, sich einzubringen, aus, mehr nicht. Wem das wie auf Dauer dienen soll, erschließt sich mir nicht.

Nick
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Mein Nachbar fährt seine beiden Söhne seit Jahren zum Kampfsport, bis zu 3x in der Woche. Er hat ihnen mit auf den Weg gegeben, dass sie jederzeit und allerorts ein uneingeschränktes Recht auf körperliche Unversehrtheit besitzen und ihnen auch verinnerlicht, was bei entsprechender Situation eine Notwehr ist. Die Jungs gehen selbstbewusst durch den Alltag.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Das glaube ich gerne. Nur haben normale Kinder Hemmungen, behinderte Kinder zurück zu schlagen. Sie schlagen auch zweijährige Kinder nicht, die eventuell mal beißen, was richtig weh tut.
Die Jungs sind aber möglicherweise in der Lage, einen schlagenden Behinderten so festzuhalten, dass ihm/ ihr nichts passiert und allen anderen auch nicht, bis Beruhigung eintritt.
Aber darf ein Mitglied der Klasse ein behindertes Kind festhalten?

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Also, die Kinder mit ESE, die ich kenne, wissen was sie tun und gegen die darf man sich wehren. Ein cholerischer Ehepartner, der einen anschreit oder schlägt ist vielleicht auch nicht ganz Herr der Lage, versteht aber kognitiv trotzdem, was er macht und dagegen dürfte man sich selbstverständlich auch wehren. Diejenigen, die man wie ein sehr kleines Kind betrachten muss, sind meiner Erfahrung nach auch idR nicht gewalttätig.

Apropos : Ein unausstehlicher Fünftklässler, der allen auf dem Schulhof sagt, wo’s lang geht, die Zehntklässler herumkommandiert, immer das letzte Wort haben muss, provoziert, ect..
.. Wurde letztens von einem 10.Klässler in die Mülltonne gesteckt!
Tja.
Keine Sorge, tat nicht weh, Mülltonne war fast voll, er nur bis zu den Knien drin, Deckel nicht zu, kam leicht wieder raus.

Offiziell…. also offiziell meine ich…. so richtig offiziell…. fanden die Lehrer das nicht gut!

Kinder brauchen einander auch um sich zu erziehen.

Wie sollte ich das von Pädagogen erfahren, wie ich ankomme, wie ich wirke, was das mit anderen macht, wenn die doch immer nur pädagogisch wertvoll reagieren dürfen?

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

I- Schüler, ehemals in der Grundschule, hoch aggressiv und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Lehrern vom ersten Tag an, Zerstörungswut gegenüber allen Sachen und Gegenstände im Klassenraum, häufige plötzliche Flucht aus dem Klassenraum, Messer wurde im Ranzen mitgebracht… Er wurde Ärzten vorgestellt. Nach erteiltem Befund wurde er dann von der Grundschule herausgenommen und in einer Förderschule weiter beschult. Der Grund war (wohl), dass der betreffende Schüler mit 20+x Mitschülern im Klassenraum überhaupt nicht klar gekommen war. So etwas gibt es wirklich.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Und woher wissen Sie als fremder Elternteil alles darüber? Welcher bzw ob Förderstatus und wie es jetzt ist? Leiden die schwächeren Kinder in der FS weniger unter dem Kind? Oder nehmen Sie das an und ist jetzt aus den Augen, aus dem Sinn?

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Ihre Tochter vor Ort in einer Förderschule unter bestimmten Kindern gelitten. Jetzt, in der Dorfschule, da ist die Welt in Ordnung. Mit der kommenden möglichen Auflösung der Förderschulen werden die für Sie problematischen Schüler in Regelschulen beschult, vielleicht auch in der neuen Klasse Ihrer Tochter. Und nun?… Sie leben in ihrer eigenen kleinen Welt, dort die Tochter mit ihren drei (?) Freundinnen mit den kognitiven Fähigkeiten der gymnasialen Oberstufe.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

In der FS tragen die Schwächsten der Gesellschaft die geballten (!) sozialen Probleme der Gesellschaft, weil dorthin alke, die Zeit und /oder Nerven rauben dort landen.
In der Gesamtgesellschaft machen Förderschüler nur 7 % aus, dass wären dann etwa zwei pro Klasse.
Jetzt verstanden?

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das ist Ihre einseitige Betrachtung… Schauen Sie sich gern die Anzahl der Schüler in einer Förderschulklasse (durchaus 8) und die Anzahl von Schülern in einer Regelschulklasse (durchaus 25+x), dazu die fachlichen Qualifikationen des Schulpersonals an… Und mal Hand aufs Herz, wer soll die schweren Fälle in den Regelschulklasse im Alltag „mitnehmen“, z.B. deeskalieren oder auch mal windeln (so etwas gibt es wirklich). Sollen das die Schüler mit Gymnasialmöglichkeiten leisten? Auch diese Schüler haben (eigene) Ansprüche und Rechte…. Jetzt verstanden?

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Ja, ein Kind mit geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung soll einfach Pech gehabt und sich in der FS treten, schlagen lassen und Ihre Gym Kinder sollen aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten einfach Glück und vor denen Ruhe haben.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was heißt denn hier Glück und Pech?
Ein Kind sollte eine Schulform besuchen, auf der es überhaupt die Chance hat, den dortigen Mindestabschluss zu erreichen. Alles andere ist keine Teilhabe, sondern Anwesenheit.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Ach so, den Schläger mit IQ 118 nehmen Sie also wiederum gerne? Hätte ich jetzt nicht gedacht. ^^

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wo habe ich das geäußert?

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Den sollen also auch die beeinträchtigten Kinder in der FS tragen?

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Den MÜSSEN wir bei entsprechenden Noten sogar nehmen.

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ok, Sie erklären dem aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten fürs Gymnasium geeigneten Kind, warum es nicht zum Gymnasium gehen kann (die Plätze sind nämlich begrenzt), während ein aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten fürs Gymnasium ungeeignete Kind dort aufgenommen wird, weil Sie als Mutter das so wollen.
Deal?
Wenn Ihre Sorge die an Ihrer Förderschule vorherrschenden Verhaltensprobleme sind: wäre es nicht sinnvoller, diese anzugehen, solange aufgrund der real an Schule existierenden Zustände echte Inklusion nicht möglich ist?
Klar wäre es besser, wir hätten eine Schule für alle mit der Möglichkeit individueller Förderung für alle Kinder, mit guter personeller und sächlicher Ausstattung. Will ich auch. Hab ich aber nicht. Ich habe 30 SuS in Räumen, die für 26 zugelassen sind. Sondergenehmigung, weil so viel Schüler nachrücken. Da kann sich z.B. ein Rolli garnicht mehr bewegen, weil es viel zu eng ist. Wir haben 36 – 38 Grad im Raum während der Sommerzeit – ein Traum für alle! Die Aggression steigt schon aufgrund von Temperatur und Enge. Ich wüsste echt nicht, wo ich einen Betreuer noch unterbringen sollte.
Wenn Sie das für Ihr Kind wollen: nur zu!

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie müssen die Anzahl der Förderschüler auf die Gesamtzahl der SCHÜLER beziehen, wenn Sie die Anzahl der Förderschüler pro Klasse ermitteln wollen. Es sitzt ja nicht die Gesamtbevölkerung in den Klassen, sondern lediglich die Schüler.

Unverzagte
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Wenn es darum geht, eine Gefahr abzuwenden, darf entsprechendes Kind gehindert werden unabhängig davon, ob es selbst eingeschränkt ist oder nicht.

Nick
9 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Euthanasie, ja? Sie schlagen Euthanasie im Mutterleib vor? Lebensunwertes Leben? Sind wir wieder im Dritten Reich angelangt? Jede Frau soll selbst entscheiden, ob sie ein Kind austrägt oder nicht, und es sollte IMMER ihre Entscheidung sein, egal, ob das Baby krank sein wird oder nicht. Ich habe sehr viel mit Behinderten und nicht Behinderten (um mal diesen Begriff, den ich eigentlich ablehne, zu verwenden), habe so manche schwierige Situation mit beeinträchtigten Kindern in der Regelschule oder in Freizeitgruppen zu meistern gehabt. Solche von Ihnen vermutete „Schlussfolgerungen“, dass Kinder oder Jugendliche anderen das Recht auf Leben absprechen, weil diese eine Behinderung haben, habe ich NOCH NIE gehört.

@Redaktion
Hier vermisse ich schon sehr Ihren Kommentar!

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Wenn Kinder merken, dass sie vor den Schlägen durch ein behindertes Kind nicht geschützt werden, tritt das Gerechtigkeitsgefühl aber ebenfalls in Aktion. Mindestens auf den Schutz haben sie ein Anrecht, egal ob das schlagende Kind nun bestraft oder nur aus ihrem Dunstkreis entfernt wird.

Sonderbehandlung für Inklusionsschüler hat enge Grenzen, wenn man auf echte Aufnahme in die Gemeinschaft hofft. Hier im östlichen Ruhrgebiet kenne ich ein Gymnasium, welches vor einigen Jahren für seine Inklusionsschüler alles piekfein gemacht hat: Ein Computerraum mit bester Ausstattung wurde eingerichtet, eine neue Extra-Bibliothek, eine Art Wohnzimmer für die Pausen usw.
Nur: Die Regelschüler durften da überall nicht rein. Denen hat’s in der kalten, zugigen Pausenhalle weiterhin durchs Glasdach aufs Haar geregnet.

Nun raten Sie mal, wie sich diese Diskrepanz auf die Inklusion ausgewirkt hat – und da war nicht mal Gewalt und Schmerz im Spiel.

unverzagte
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Keinerlei Konsequenzen anstelle von unfruchtbarer Strafe wirkt sicher noch weniger.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich habe nicht von „keinerlei Konsequenz“ gesprochen. Ich halte nur nichts davon, jemanden zu bestrafen, der warum auch immer überhaupt nicht versteht, dass er etwas Falsches getan hat.
Würden Sie einen jungen Hund, der nicht in der Lage ist, seine Blase zu kontrollieren, dafür bestrafen, dass er ins Haus gepinkelt hat?

unverzagte
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Bei aller Tierliebe: Welpen, die sich hinsichtlich der angestrebten sog. Stubenreinlichkeit übrigens konditionieren lassen, möchte ich ungern mit unverständigen Zweibeinern vergleichen. An eine Effektivität von Strafen glaube ich weniger, vielmehr an Konsequenzen im Sinne einer statt keiner Reaktion auf das unerwünschte Verhalten.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Kein Problem, ersetzen Sie die Welpen durch 3monatige Babys. Nick schrieb im ursprünglichen Post explizit von Strafe, deshalb mein Kommentar.
Wenn jemand nicht in der Lage ist, sich aufgrund seiner Beeinträchtigung sozial angepasst zu verhalten (permanent Geräusche von sich gibt, Tics auslebt – bei Tourette zum Beispiel, fehlende Impulskontrolle hat), nützt eine Strafe nichts – sie hilft nur dem Strafenden oder dem Geschädigten, sich gerecht behandelt zu fühlen: wenn ich leiden muss, dann Du auch. Die eigentlich gewünschte Verhaltensänderung wird sie jedoch in diesem Fall nicht herbeiführen können. Sie strafen also, derjenige verhält sich weiter so, Sie strafen wieder, und das Ganze bringt nichts. Ansetzen muss man hier aus meiner Sicht so, das sich unangepasst verhaltende Kind aus der Situation zu nehmen und erst mal sozial fit zu machen, soweit das möglich ist. Und aufgrund der unsäglichen Personalsituation ist das momentan nur in den wenigsten Regelschulen möglich. Ich habe keine Lösung für solche Kinder an Regelschulen, jedenfalls nicht für die derzeitige Realität an Regelschulen. Mit tun alle Beteiligten verdammt leid, und ich wünschte, die Politik würde endlich mal ihren Hintern bewegen, der Realität ins Auge schauen und ihren Job machen, anstelle irgendwelche blumigen Reden zu schwingen!

unverzagte
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Sehe ich weitgehend ähnlich. Über den Nutzen von Strafen ließe sich generell diskutieren.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Ihre Verwendung der Zuschreibung: „unverständiger Zweibeiner“ läßt vermuten, dass Sie davon ausgehen, dass das beschriebene Kind genau weiß, dass es falsch handelt und das es weiter so handelt, einfach um alle anderen zu schikanieren. Aus meiner Erfahrung heraus ist das Verlangen nach Schikane Anderer in den seltensten Fällen die Motivation für das Handeln der Kinder . Mitunter ist das ständige Brummen eine Form der Selbstberuhigung, mitunter sind es Zwangsstörungen – sogenannte Tics. Die lassen sich nicht einfach so abstellen – analog zu einem Schluckauf oder Stottern.

unverzagte
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ihre mutige, interessante Interpretation ist in der Tat eine sehr freie Vermutung und fern meiner „Absicht oder gar bewusste Handlung zwecks Schikane“.

Ein unverständiger Zweibeiner versteht schlicht und einfach nicht. Über viele, mögliche Ursachen für dieses Unverständnis schrieb ich aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen kein Wort.

Cornelia
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Sinnvoller sind in diesem Fall, wenn keine Fähigkeit zur Einsicht besteht, Auszeiten. Also aus der Situation herausnehmen. Da stellt sich natürlich die Frage nach Rückzugsmöglichkeiten.
Generell muss natürlich hinterfragt werden, ob das Kind in einer normal großen Klasse überhaupt zurecht kommt. Also eben die Frage nach kleineren Klassen, oft WESENTLICH kleiner als üblich. Und nach der Größe des Klassenraums.
Bei Auszeiten als Konsequenz auf unerwünschtes Verhalten sollte eine Erklärung dazugegeben werden, die klar , kurz und einfach aussagt, welches Verhalten unerwünscht ist, und die keinen Vorwurf enthält. Die Auszeit sollte auch nicht zu lange dauern, denn manche Kinder haben schon nach ein paar Minuten vergessen, warum sie aus der Klasse herausgenommen wurden. Und es kann durchaus sein, dass es lange dauert, bis solche Konsequenzen verstanden werden.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Genau das habe ich vorhin an potschemutschka geschrieben, gern nachlesen.

Cornelia
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ja, stimmt. Ich wollte nur schreiben, dass selbst schwer geistig behinderte Kinder, die oft gar keine Einsicht in ihr Tun haben, eine gewisse soziale Lernfähigkeit besitzen. Allerdings natürlich unter den derzeitigen Bedingungen an Regelschulen kaum oder gar nicht umsetzbar.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ich habe nicht Menschen mit Tieren verglichen, sondern eine Frage gestellt, die ein analoges Vorgehen beschreibt.
Merkwürdigerweise haben manche Menschen kein Problem, ein Kind für ein bestimmtes Verhalten zu bestrafen, auch wenn das Kind nicht in der Lage ist, die Problematik des Verhaltens zu erfassen. Dieselben Menschen würden es aber ablehnen, ihren Hund zu bestrafen, wenn er etwas tut, bei dem ihm nicht klar ist, dass es falsch ist – der arme Hund kann das ja nicht wissen.

Angelika Mauel
10 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Eine bessere Lösung fällt Ihnen nicht ein? Im ersten Beitrag steht „Wir wissen alle, dieses Kind kann nichts dafür.“ Die überlastete Justiz muss nicht wegen Fällen in Anspruch genommen werden, für die man mit gesundem Menschenverstand eine Lösung finden kann.

Manche Kinder, die extrem stark behindert sind, sollten von der Schulpflicht befreit werden. Ihre Eltern verdienen Unterstützung, indem man sie entlastet durch gute Betreuungsangebore speziell für schwerst geistig behinderte Kinder und Erwachsene. Die Familie soll unter dem besonderen Schutz des Staates stehen. Also möge bitte dafür gesorgt werden, dass diese Eltern noch Zeit für eventuell vorhandene andere Kinder haben und dass sie nicht psychisch derart überlastet werden, dass sie einfach nicht mehr können.

Kinder, die nicht anders können, als den Schulunterricht massiv zu stören, brauchen eine andere Umgebung und statt Schulunterricht vielleicht viel mehr Gelegenheiten, ihren Bewegungsdrang auszuleben.

Mo3
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Aber es geht ja gerade anscheinend darum, dass jedes I-Kind in den Regelunterricht inkludiert werden muss und dann stellt man in der Realität fest, dass es Grenzen gibt. Trotzdem hat dieses Kind natürlich ein Recht auf Bildung, Förderung und Teilhabe.

Cornelia
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das ist ja in Sonderschulen oft gegeben. Sehr kleine Klassen, halbwegs große Räumlichkeiten, zusätzliche Betreuer, die Möglichkeit, in einen Nebenraum oder ins Freie zu gehen mit Betreuer, wenn man nicht so lange wie die anderen bei der Sache bleiben kann. Oder auch Rückzugsmöglichkeiten im Klassenzimmer.

Und das sind ja gerade die Forderungen für gelingende Inklusion: kleine Gruppen oder Klassen, 2 Lehrkräfte in I-Klassen, zusätzliche Hilfskräfte, Rückzugsräume. M.E. müsste man auch die Anzahl der Kinder mit Förderstatus pro Klasse auf zwei begrenzen.

Frau R. hat sicher toll Ideen für die rasche Umsetzung….

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Ja, Szenario B – selbst wenn es keine I-Kinder gäbe, wird es bald kaum anders gehen. Immer noch besser als in wichtigere und unwichtigere Kinder zu unterscheiden und den einen Rechte zu verweigern, damit andere priviligiert werden können. Das angenehme Szenario B mit halb so viel, aber dafür guter Schule kann mitunter genauso viel Bildung garantieren, wie schlecht laufender Vollbetrieb und garantiert dazu bessere Arbeitsbedingungen, die wiederum zu mehr Lehramt Studenten führt.
Das mal abgesehen von mehr Geld für Bildung, welches vorhanden ist und vom Volk, auch von Beamten, erzwungen /erpresst werden muss. 23.9. ist schon mal eine Gelegenheit dafür.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Die tolle Idee für die rasche Umsetzung konnte ich dem Text leider nicht entnehmen, obwohl ich immer sehr an guten Ideen zu dem Thema interessiert bin.
Da Lehrkräftemangel und fehlende bauliche Voraussetzungen auf stark steigenden Druck bezüglich der Durchsetzung von Inklusion treffen, müssen vermutlich in den Regelschulen Maßnahmen getroffen werden, die den Hardlinern auch nicht schmecken werden.
Ich fände beispielsweise die Einführung von leise arbeitenden Klassen und von Actionklassen überlegenswert.
Im Forum habe ich auch von einer Schule gelesen, in der zu inkludierende Kinder an einer Regelschule in Inklusionsklassen unterrichtet werden.
Ich glaube aber, dass das Hauptproblem die Unruhe ist und dass man in unruhigen Klassen viel mehr Bewegung braucht und auch mal Lautstärke und anderes Material als in ruhigen Klassen.

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Sorry, aber wer tut sich den eine „Actionklasse“ freiwillig an? Mir reicht schon der alltägliche Actionwahnsinn.

unverzagte
9 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Auch keine Kolleg*innen vom Fach ? Kann ich mir gerade nicht wirklich vorstellen…

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Somit NOCH EINMAL anstrengende Kinder OHNE Förderstatus.

Lanayah
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Die gibt es, und das streitet ja auch niemand ab.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Lanayah

Aber sie werden benutzt um behinderten Kindern den Garaus zu machen

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das sehe ich auch so!

I-Helfer
10 Monate zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Entspricht meiner Erfahrung. So ist niemandem geholfen. Das Kind, dass ich aktuell unterstütze ist mit den Unterrichtsinhalten sowieso überfordert und stört durch Geräuscherzeugung und Tics.

Eigentlich bräuchte es eine Sonderschule in der Regelschule, mit getrennten Räumen, damit man allen Bedürfnissen gerecht werden kann.

Cuibono
10 Monate zuvor
Antwortet  I-Helfer

Sie meinen so ähnlich wie in den skandinavischen Ländern?

Die geben mehr Geld aus.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Leo Lausemaus

Nehmen Sie die anderen Schüler und sämtliche Eltern mit ins Boot, falls nicht schon geschehen. Evtl. auch die Schulleitung.
Berufen Sie eine Krisensitzung ein, mit Bitte um Schilderung der einzelnen Sichtweisen bzw. um einvernehmliche Lösungsvorschläge.

Es geht ja alle an, und vielleicht wissen einige Familien noch gar nichts von diesen Zuständen. (Meine Kids z. B. hatten manchmal Hemmungen, von Schwierigkeiten mit Inklusionskindern zu berichten, aus Angst, dass sie dann als behindertenfeindlich abgestempelt werden.)

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

Kinder in Inklusion erwerben häufiger einen Schulabschluss? Oder wie soll man Frau Rüfer verstehen?
Ich persönlich bin pro Inklusion ungeachtet der Abschlüsse – halte dies für den falschen Beweggrund

Rüdiger Vehrenkamp
10 Monate zuvor

„Förderschulen bedeuten soziale Exklusion und rauben Kindern systematisch ihre Zukunft (…)“ – Entschuldigung, aber geht es mit noch mehr Polemik? Hier negiert die gute Frau alle Förderschulen, die seit Jahren sehr gute Arbeit leisten und individuell auf die Bedürfnisse der Kinder in Kleingruppen eingehen. Ich verweise gerne noch einmal auf die Reportage des Senders Arte, die die Situation in Spanien aufzeigt, wo Eltern FÜR den Erhalt von Förderschulen demonstrieren und GEGEN eine Zwangsinklusion sind:

https://www.youtube.com/watch?v=AB7XYOe2UV8

Ich bin mir nicht sicher, ob eine 100%-Inklusion am Ende nicht mehr Ungerechtigkeiten schafft, als dass diese verhindert werden. Und ich wüsste nicht, wie ein Regelschullehrer verschiedene Förderbedarfe in einer einzigen Klasse mit 25 Schülern oder mehr überhaupt händeln soll. Auf der einen Seite wird immer mehr von individueller Förderung für alle gesprochen, auf der anderen Seite sollen alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig und auf einmal auf verschiedenen Niveaustufen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen unterrichtet werden.

Ernsthafte Frage als Nicht-Lehrer: Wie genau soll das bitte gehen?

ginny92
10 Monate zuvor

Ganz ehrlich gar nicht nach aktuellen Bedingungen. Zu dem blendet die Politik auch vollkommen aus, dass es für jeden Föderstatus zum Beispiel GE (Geistige Behinderung oder Beeinträchtigung) spezielle Studiengänge gibt, weil diese halt nicht „normal“ unterrichtet werden können. Aber hey Lehrkräfte sind Eierlegendewollmilchsäue, die können 5 Professionen auf einmal ausfüllen.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  ginny92

Was mich persönlich am meisten stört ist der fehlende Blick der Politik auf die Regelschüler. Die Befürwortung von Inklusion kommt oft so rüber, als seien diese Schüler hauptsächlich soziale Verfügungsmasse, wo es nicht so schlimm ist, wenn ihre eigenen Rechte noch weiter mit Füßen getreten werden. Es wird anscheinend nicht mal mehr wahrgenommen, _dass_ das so ist.

Ich kann mich noch gut an all die Lerneinheiten erinnern, die ich mit meinem Sohn in der Grundschulzeit selbst durchgegangen bin, weil „Frau … die ganze Zeit nur bei [Inklusionskind 1 oder 2] war“. In einem Gespräch mit jener Lehrerin fiel auch der Hinweis, dass in der Klasse offiziell nur 2 I-Kinder seien, aber mindestens 5 andere im Grunde auch einen Förderstatus bräuchten. Die Frau ging auf dem Zahnfleisch. Die Inklusionshelferin des einen Kindes brachte noch zusätzlich Unruhe rein.

Der verpasste Stoff für den Rest der Klasse war dann immer Hausaufgabe.
Die Lernerfolge wurden aber natürlich der Schule zugeschrieben. Dass da im Prinzip Homeschooling stattfand, darf ja nicht nach außen dringen.
Haha.

Mir ist schon klar, dass der Lehrkraft kaum eine andere Wahl blieb. Der mache ich auch gar keinen Vorwurf. Aber der Politik, weil sie bei diesem Thema grundsätzlich nur Schnellschüsse auf Basis einer gruselig unterkomplexen Analyse der Gesamtsituation abgibt — und die Kinder und ihre Familien es ausbaden müssen. Und zwar alle. Nur weil ein Kind keine Behinderung hat, heißt das noch lange nicht, dass seine Rechte eine untergeordnete Rolle spielen. Leider läuft es aber faktisch genau darauf hinaus. Weil an den Rahmenbedingungen _nichts_, aber auch _gar_nichts_ stimmt oder passt.

Hätte Deutschland Bildungs- statt Präsenzpflicht, wäre in dieser Hinsicht sicherlich vieles anders. Dann könnten alle Familien die für ihr Kind individuell beste Wahl treffen. Dann wäre Fernunterricht während der Schulzeit möglich, statt am Nachmittag, nachdem das Kind schon 6 Stunden nutzlos in der Schule abgesessen hat und endlich Freizeit will.
Das käme garantiert auch vielen Förderkindern zugute.

Bla
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wo keine Belege gesucht und gewollt sind, sind oft keine Belege da oder können durchaus „weggemacht werden“.
Steht mal für sich alleinstehend. Kann man auf viele Sachen anwenden.
Bspw. Auch auf die viel zitierte Hattie Studie im Bezug auf die Falschauslegung der Klassengröße.

Generell gelten Menschenrechte mal für alle. Grundlegend. Daher sollte man bestmöglich auch allen gerecht werden. Oder es zumindest versuchen.
Wo es nicht klappt, muss man schauen, dass es klappt. Hier dann die Inklusion. Den Rahmen stellt der Staat. Dieser „fordert“ es auch nach unten durch die Unterzeichnung der Konvention.
Ich finde es durchaus legitim dies auch anzusprechen. Egal aus welcher Sicht (Lehrer, Elternteil, Kinder, Politiker …). Das ist auch erstmal „nur“ eine Meinung mit dem fehlenden Blick der Politiker auf die Regelschüler. Dem würden viele eohl zustimmen.

Was mich dabei stört ist das „so ist es“ und darauf beharren.
Es KANN „schaden“ – wie jedes Kind potentiell „schaden“ könnte durch bspw. Wutausbrüche. Es muss es allerdings nicht.
Was faktisch jedoch gegeben ist: Die Rahmenbedingungen sind zu schlecht für eine gesamte Inklusion im weiten Rahmen. Dadurch „schadet“ es durchaus oft anderen. LuL, Kinder, I-Kinder, Eltern. Man kann einfach weniger als eh schon „gerecht“ werden. Auch sich selbst und seinem Wunschjob nicht.
Sind das auch nicht Bestandteile vom Menschenrecht? Einer durchgehenden Überforderungssituation entgegenzuwirken?
Der Kritikpunkt und Ansprechpartner ist hierbei die politische Instanz.

Daher irgendwie schade, dass einige immer in „ihr wollt ja nicht“ einteilen (geht nicht an Sie als Redaktion direkt).

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe nie behauptet, dass der Kontakt an sich schadet. Ich sage nur, dass er unter den aktuellen Rahmenbedingungen die Ausübung anderer Rechte verhindert. Bedenken Sie doch bitte, dass auch die Regelschüler einer Pflicht nachkommen. Obendrein gebunden an Präsenz vor Ort und begleitet von regelmäßigen Leistungsüberprüfungen, deren Ergebnisse über die weitere Laufbahn entscheiden. (Man denke vor allem an Bayern und deren „Grundschulabitur“)

Gleichzeitig setzt man sie aber Bedingugen aus, die eben diese Leistung erschweren oder verhindern. Weil die Lehrer überlastet sind, räumliche Ausweichmöglichkeiten fehlen und die Schüler den Lehrstoff in der Schule gar nicht vemittelt bekommen. Man zwingt die Kids zu etwas, das ihnen gleichzeitig genau durch diesen Präsenzzwang unmöglich gemacht oder doch mindestens sehr erschwert wird.

Wenn jemand Durst hat, gebe ich ihm doch auch kein Butterbrot in die Hand und erwarte, dass der Durst dann weg ist.
Der Nutzen durch einen menschlichen Kontakt ist unbestritten, aber doch eben kein Ersatz für die verpasste Bildung. Das ist doch der springende Punkt.

Mo3
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es geht nicht darum, dass man sich gestört fühlt, sondern dass Inklusion auch Unterrichtszeit zulasten der anderen Schüler kosten kann, wenn nicht entsprechend Personal dafür bereit gestellt wird. Konzentriertes Arbeiten wird da schwierig und wenn Eltern das nicht auffangen können, werden Schüler abgehängt.

Mo3
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das habe ich doch so geschrieben. Tatsache ist aber, dass Inklusion in der Realität wie oben beschrieben zu Lasten der anderen Schüler gehen kann und der Schulerfolg dann auch abhängig vom Elternhaus ist, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen.
Und natürlich können auch ganz normale Kinder der Unterricht sprengen …

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Woran scheitert Ihre Wahrnehmung, dass so ziemlich alle Foristen hier genau das längst selbst sagen? Dass nicht der Wunsch nach Teilhabe das Problem ist, sondern die unterirdischen Rahmenbedingungen?
Solange die so sind, wie sie sind, ist Inklusion eben nicht nur Bereicherung, sondern auch Erschwernis. Für alle Beteiligten. Auch das ist den meisten von uns hier offenbar klar, und es zu negieren wird niemandem weiterhelfen, sondern eher spalten.

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich betone in so ziemlich jedem Kommentar, dass es die Rahmenbedingungen sind, die ich anprangere. Nicht die Kinder, das Recht der Eltern usw. Und auch eine ganze Reihe der anderen Kommentare, die sie hier gerade zitieren, beziehen sich in ihrer vollständigen Fassung auf die Rahmenbedingungen, und ja, wenn die nicht passen, werden auch die Regelschüler und deren Bildung in Mitleidenschaft gezogen. Das ist einfach eine Tatsache, die man anerkennen muss. Dahinter steckt keine Wertung des Inklusionsgedankens an sich oder gar der betreffenden Kinder.

Was mich persönlich angeht, ist es aber auch egal. Mich interessiert das Thema längst nicht mehr wegen meiner eigenen Kinder. Meine Tochter studiert mittlerweile und mein Sohn ist nicht mehr weit vom Abi entfernt und obendrein aus dem staatlichen System raus.

Nicht wegen der Inklusion übrigens. Die war nach der Unterstufe sowieso passé. Sondern weil ich Asbestbelastung, tropfende Zimmerdecken, kaputte Fenster, widerliche Sanitäranlagen, dauernde Legionellenalarme, eine lebensgefährliche Sporthalle, mangelnde Digitalisierung und vor allem die 30 – 60% Unterrichtsausfall seit „Ende“ der Pandemie nicht mehr hinnehmen wollte.

Inklusion braucht nicht nur passende Rahmenbedingungen, sondern in erster Linie mal Unterricht, der überhaupt stattfindet. Viel Glück!

¯\_(ツ)_/¯ 

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Mo3

Vor allem sind soziale Kontakte – bei allem Nutzen, den sie mit sich bringen können – eben kein Ersatz für die Bildung, die durch die Rahmenbedingungen den Bach runter geht. Die Kinder haben einerseits ein Recht auf Bildung. Andererseits haben sie die Schulpflicht zu erfüllen und sollen Leistungen erbringen, die für ihre Zukunft entscheidend sind.

Aber dieselben Verantwortlichen, die ihnen das Bildungsrecht zugestehen und die Schulpflicht auferlegen, machen es ihnen gleichzeitig unnötig schwer, sowohl das eine als auch das andere überhaupt umzusetzen. Es macht wütend. Nicht auf die I-Kinder, sonden auf die Politik. Die sozialen Kontakte zu behinderten Kindern machen den Wegfall von Bildungschancen nicht wett. Das eine kann das andere nicht ersetzen oder ausgleichen.

Und ja, als Eltern sucht man jeden nur erdenklichen Ausweg, und die sind in der Tat nicht billig. Bei uns war es die Schülerhilfe, Sofatutor, Hausunterricht in der Freizeit, gezieltes „verstecktes“ Lernen nebenbei und vieles mehr. Nur um dann nach der 4. Klasse beim Abschied die Schulleitung sagen zu hören: „Wie schön! Ihr Sohn hat super abgeschnitten! Sehen Sie mal, wie gut das alles am Ende geklappt hat!“

Da gab’s dann von mir aber auch ein paar Takte zu dem Thema mit auf den Heimweg.

Cornelia
9 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Es gibt eine ganze Menge andere Gründe für Lernprobleme in der Grundschule. Viele wurden hier schon in anderen Artikeln diskutiert. Dass es monokausal an Inklusion liegen soll , erschließt sich mir nicht. Dass das MIT eine Ursache sein kann, okay.
Man muss auch mit bedenken, wie es vor der Inklusion war. Schüler, die zuviel Hilfe brauchten, wurde manchmal vorschnell auf die Förderschule überwiesen. Das waren zum Beispiel häufig Migrantenkinder. Nicht nur mir ist das aufgefallen!
Das hatte zur Folge, dass das Lerntempo angezogen wurde. Das hieß, manchen Kindern reichte die Übungszeit nicht, um den Stoff zu festigen. Und wie ging es dann weiter? Richtig, die Eltern saßen da und lernten und übten täglich mit ihrem Kind! Das ist nichts neues, das gibt es schon seit Jahrzehnten!
Die Ursachen sind multikausal.

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Ja, das stimmt. Auf die Multikausalität hatte auch ich bereits unter einem anderen Artikel vor ein paar Tagen hingewiesen.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Und SCHON WIEDER stellt sich auf einmal heraus, dass das Problem u a fünf Kinder OHNE Förderstatus sind, die aber „einen gebrauchen könnten“.
Vielleicht bringen Sie sich für mehr Elternarbeit, bessere Erziehung, weniger Handy Nutzung, kindgerechtere Kindheit, ect ein als Ihre Energie auf Inklusion zu richten?

Adele Horn
10 Monate zuvor

Die Dame sollte sich dieses Dokument der UN mal gründlich und bis zum Ende durchlesen. Denn die UN befürwortet sogar Förderschulen für bestimmte Umstände:

https://www.un.org/esa/socdev/enable/discom403.htm

Oder glaubt die ernsthaft, dass bei deren Abschaffung dann über Nacht perfekt ausgestattete Regelschulen aus dem Boden schießen? Bzw. die Bundesregierung ausgerechnet bei diesem Thema die Länder in Reih‘ und Glied zwingen kann? Die husten ihr doch was. Auch die Kommunen, die die Ausstattung der ganzen Regelschulen dann jeweils bezahlen müssten. Ich höre die Bürgermeister der Pleitestädte schon lauthals lachen …

ysnp
10 Monate zuvor

„Etwa 50 Prozent aller Jugendlichen, die ohne Schulabschluss dastehen, kommen von Förderschulen. Sie haben kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder anständig bezahlte Arbeit“, sagt Rüffer.“

Diese Aussage halte ich für realitätsfremd. Diese Kinder werden auch durch die Beschulung in der Regelschule keinen Schulabschluss erhalten. In der Regelschule können sie in der augenblicklichen Situation noch weniger gefördert werden als in einer Förderschule, die wegen der Personalsituation und der kleinen Klassengrößen viel individueller arbeiten kann. Förderschulen sind keine Aufbewahrungs- und Abschiebezentren, sondern professionell arbeitende, auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnittene Schulen, die versuchen, sie durch geeignetes und ausgebildetes Personal bestmöglich zu fördern. Die Plätze an Förderschulen sind rar, es bekommt nicht jeder, der will, einen Platz.

Unser Förderzentrum ist sehr bemüht, durch besondere Maßnahmen ihren Schülern, die dazu geeignet sind, einen Hauptschulabschluss zu ermöglichen. Ebenso vermittelt die Förderschule für LE (da weiß ich es) Ausbildungsplätze bzw. Arbeitsplätze für deren Schüler. Manche, die es schaffen in großen Klassen zurecht zu kommen und Lerndefizite ausgeglichen haben, werden wieder in die Regelschulen zurückgeschult.

Insgesamt fehlt der Aussage von Corinna Rüffler, die Bedingungen an Regelschulen personell so aufzustocken, dass Inklusion und passgenaue Förderung überhaupt stattfinden kann. Die Schüler mit ihren besonderen Schwierigkeiten einfach in Klassen reinzustopfen, geht nicht.

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Diese Aussage halte ich für realitätsfremd. Diese Kinder werden auch durch die Beschulung in der Regelschule keinen Schulabschluss erhalten. „

Doch. Förderschüler*innen machen an der Regelschule häufiger einen Abschluss als an der Förderschule.

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Haben Sie einen Beleg für diese Behauptung?

Teach
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Hier wird auf eine Studie verlinkt, die sich auf Bremen bezieht, aber auf dem Server der Stadt Bremen nicht mehr auffindbar ist.

Hier ist das Problem, dass das immer so groß aufgehängt wird. Solange wir nicht wissen, was in der Studie anhand von welchem Datensatz untersucht wurde, sagt das nichts über doe Förderschulen gesamt aus.

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  Teach

Naja, damit ist die Behauptung die Förderschulen fördern besser auch nicht belegt. Es gibt aber gute Argumente warum die Quote an Abschlüssen an der Förderschule so grottig ist: Der Cooling-Out-Effekt, man passt sich halt auch wenn man mehr leisten könnte dem niedrigen Lernniveau auf der Förderschule an. Und Bremen ist halt vorbildlich was Inklusion angeht was höchst peinlich für Deutschland ist weltweit ist die Inklusionsquote von Bremen schlicht normal.

HellaWahnsinn
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

„Der Cooling-Out-Effekt, man passt sich halt auch wenn man mehr leisten könnte dem niedrigen Lernniveau auf der Förderschule an.“

Anpassen nach unten und niedriges Lernniveau? Gilt auch für Regelschulen.
Beweis?
Da genügt die absolut reale Entwicklung der letzten 10 Jahre! Mittlerweile berichten viele Medien täglich darüber.
Daran wird die ganze Gesellschaft noch lange knabbern müssen.

Mo3
10 Monate zuvor
Antwortet  HellaWahnsinn

Das spricht dann aber auch gegen eine Schule für alle (Gemeinschaftsschulen/Gesamtschule) und eher füreinander gegliedertes Schulsystem.

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  ysnp

Wenn 50 % von Förderschulen keinen Abschluss haben, haben eben auch 50 % von Regelschulen keinen Abschluss. Will Frau Rüffer die jetzt auch abschaffen?

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Kann man nicht wenigsten sagen, dass Behinderte an Förderschulen besser abschneiden als an… normalen Schulen?! – Kann man schon! Wär dann halt falsch. An inklusiven Schulen in Bremen schaffen Schüler mit derselben Lernbehinderung doppelt so häufig ihren Abschluss… „Dieser Vergleich zeigt sehr deutlich den durch Inklusion erzielten Bildungserfolg. Über 60% der geförderten Schüler:innen erwarben 2019 mindestens den Abschluss der Berufsbildungsreife; knapp 40% blieben ohne einen allgemeinbildenden Schulabschluss. Vor dem Inklusionsprozess erwarben dagegen lediglich 20% aller geförderten Schüler:innen, die zu überwiegendem Teil in Förderzentren beschult wurden, mindestens die Berufsbildungsreife.“ (S. 14, 15) Expertise Inklusion 2022 vorgelegt von Till-Sebastian Idel, Natascha Korff, Carlotta Mettin, Bremen und Oldenburg, April 2022 https://www.bildung.bremen.de/expertise-inklusion-2-0-vorgestellt-368136

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Der Link führt leider ins Leere.
Zur Aussage selbst habe ich eine Frage: sind denn die Ausgangsbedingungen der beobachteten SuS an Förderschulen und die der inklusiv an Regelschulen Lernenden gleich gewesen? Ansonsten macht ein solcher Vergleich nämlich wenig Sinn…

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Ja nennt man PLU(nerfüllbareErwartungen)V und ist aus der Klimadiskussion schon bekannt. Ich bin mir sicher das ich Metastudien mit Milliarden von Teilnehmern liefern könnte und sie würden immer noch behaupten ihre (übrigens auch völlig unbewiesene) Behauptungen an den Sonderschulen wird mehr gelernt beibehalten.

Mika
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

???
Verlinken Sie doch bitte einfach korrekt die Quelle, auf die Sie sich beziehen.
Vielen Dank, Mika

Angelika Mauel
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Es fällt mir sehr schwer, das zu glauben. Mein persönlicher Eindruck von Förderschulen ist insgesamt wirklich gut. Eine ausgeprägte Neigung zur Beschönigung von Zuständen hat mir noch keiner nachgesagt.

Angeregt durch die Diskussionen hier, habe ich wiederholt mit ehemaligen Förderschülern gesprochen, die heute als Handwerker erfolgreich sind. Die stärker behinderten leben meist im Heimen und daran ist nicht der Besuch einer Förderschule schuld.

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Im Leben geht es aber nicht ums glauben und nicht ums wissen. Nehmen wir doch mal den Fall aus Köln der 10 Jahre lang auf einer Förderschule geistige Entwicklung nichts gelernt hat um danach einen realschulabschluss zu machen. Nennt man Cooling Out, wenn das Lerniveau der Lerngruppe kuschelig niedrig ist (Schonraum) passt man sich halt an und lernt nichts. Man bleibt in der Komfortzone (ist auch für die Lehrer*innen angenehmer, die Kids sind entspannt und der Lernzuwachs den interessiert an der Förderschule keiner) und entwickelt sich kein Stück weiter.

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ist es nicht toll, dass sich solche Irrtümer, die es übrigens auch an Regelschulen aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder gibt, beheben lassen, indem sich die Betroffenen nachträglich qualifizieren können.
Interessant ist, dass Sie hier nur mit einem Beispiel aus Köln aufwarten. Da muss man dann doch eigentlich sagen „Es war aber doch nur einer“.

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nein das ist überhaupt nicht toll einen normalbegabten Schüler 11 Jahre als geistig Behinderten Förderschüler zu beschulen und das 11 Jahre bei den (angeblichen) jährlichen Überprüfungen noch nicht mal zu bemerken. Das ist ein Fiasko. Ein totalversagen der beteidigten Kolleg*innen die dafür übrigens noch nicht mal eine Abman´hnung erhalten haben.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Sie fänden es also besser, wenn man Irrtümer, die leider passieren, gar nicht beheben könnte?

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nein ich fände es besser wenn derart gravierende und haarsträubende Fehler die das Leben eines Menschen gravierend geschädigt haben dienstrechtliche Konsequenzen sowohl für die Lehrer*innen als auch die verantwortliche Schulleitung hat. Sonst muss man wohl davon ausgehen das das als Kavaliersdelikt gilt. Und noch mal: Das war kein einmaliger Fehler sondern ein sich über 11 Jahre hinziehendes Totalversagen.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Aber solches „Totalversagen“ kommt leider überall vor. Es betrifft nicht nur Förderschulen.
Sie haben behauptet, dass man Förderschulen abschaffen müsse, weil sich sonst so ein Fall widerholen könnte. Das ist doch Ihre Argumentationsgrundlage.
Wenn man so argumentiert, dann ignoriert man aber alle anderen Missstände. Wer sagt Ihnen denn, dass dieser Mensch an einer GemS mit über 1000 Kids und chronischem Lehrkräftemangel nicht auch erstmal ohne Abschluss gegangen wäre?
Aus meiner Erfahrung passiert das leider häufig. Und zwar, weil es einfach kein Personal gibt, das jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen/aus schwierigen Verhältnissen usw. so gut unterstützen könnte, dass ihre Schwächen ausgeglichen werden könnten.

Die Theorie, die Sie und Frau Rüffer teilen, lautet, dass es ohne Förderschulen keine Menschen ohne Abschluss mehr gäbe.
Wenn das stimmte, dann dürfte es an Regelschulen ja eigentlich niemanden geben, der/die ohne Abschluss die Schule verlässt.
Lassen Sie mich mal nachdenken … Nein, das ist nicht so.
Es scheint also nicht einfach nur an der Existenz von Förderschulen zu liegen.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja aber ein solches Totalversagen sollte aber zumindest mit einer Abmahnung der beteidigten Kolleg*innen sowie des verantwortlichen Schulleiters enden. Sonst kommt nämlich der Verdacht auf: Ist systemisch bedingt und auch egal. Gebauer hat aus dem Drama auch keine Konsequenzen gezogen es wäre nämlich schon lange fällig die jährliche Überprüfung von externen Gutachtern vornehmen zu lassen. Und Whataboutism ist eine beliebte Ablenkungsstrategie aber und das ist wohl Konsens kein beschissenes Argument sondern überhaupt kein Argument,Ach ja und Strohmänner (keine Menschen ohne Abschluss) noch beschissener. Und das die Förderschulen nicht für alles Elend dieser Welt die verantwortung tragen , da stimme ich zu.

Freiya
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Hm…
Und wo liegt Bremen nochmal im nationalen ranking…

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Was die Inklusion angeht ganz vorne. Wenn sie glauben mit der völlig unbewiesenen Kausalität was das abschneiden bei Leistungstests angeht: Da empfehle ich Ihnen mal zwei Wikipedia Artikel : Korrelation und Kausalität. Einfach mal lesen und bei Nichtverstehen von jemandem erkären lassen.

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Nun ja, ich denke, da besteht durchaus eine Kausalität. Ich unterrichte in SH in einer GemS, die auch viele I-Schüler*innen beschult. Wenn ich mir anschaue, wie ich im fünften und sechsten Schuljahr den Spagat in Englisch hinkriegen soll, der bereits in einer Regelklasse in diesem Fach schwer zu bewältigen ist (ich kenne beides), dann bin ich überzeugt davon, dass Inklusion sehr wohl zu schlechteren Leistungen beiträgt.
Das liegt nicht an der Inklusion als solches, sondern daran, wie Inklusion in Deutschland häufig läuft.
Man kann natürlich immer so tun, als wäre es nicht so, und sogar damit „angeben“, dass man eine hohe Inklusionsquote hat, aber die Gesamtleistungen der Kids werden dadurch nun einmal nicht besser.

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das eine inhomogene Lerngruppe zu schlechteren Lernergebnissen führt ist streng genommen nur eine Behauptung. Ich hatte eine gut durchmischte 10 (wir differenzieren A und B als Binnendifferenzierung) , da waren 2 Ese Schüler, 3 GB Schüler*innen und 2 LB Schüler*innen.
War meine letzte 10, ist schon 4 Jahre her.
5 (!!) haben inzwischen das Abitur an Gesamtschulen gemacht.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Bei uns klappt das auch so gut. Unsere Oberschule gilt in der Bevölkerung symbolisch als „Hauptschule“, die IGS als „Realschule“ und das Gymnasium als Gymnasium. Kurz, zu uns wollen viele erst einmal nicht und wer dort ist, über den wird die Nase gerümpft. Die IGS ist bei uns in der Umgebung selten und deshalb können die Rosinen picken, haben außerdem eine Oberstufe und deshalb wollen dort erstmal alle hin, bei denen es fürs Gym nicht reicht oder die sich das (noch) nicht zutrauen.
Aber trotz dessen, plus deutlich mehr Inklusion (ca 14 %) , plus deutlich mehr Migration (ca 40-60 %) als an IGS und Gym, machen bei uns 52% den Realschulabschluß, etwa 20 % den Erweiterten und gehen dann evtl weiter nach der 10 zur Oberstufe in die IGS oder aufs Gym und wir sind die einzige Schule in der Kleinstadt, die es schafft, Kinder mit Lernbehinderung zum Hauptschulabschluß zu bringen (die FS schafft es nicht) . Es gab auch schon Kinder, die erst eine GE Diagnose hatten und später nur noch LB und dann noch einen Abschluß schafften. Unter den angehenden Oberstufenschüler*innen sind viele Mädchen mit Migrations Hintergrund.
Langsam erkennen das wohl auch welche und es spricht sich herum, dass einem nach der Oberschule auch noch alle Türen offen stehen, so sind vor zwei Jahren doch etwa 30 % unserer dazugehörigen Grundschule gleich da geblieben.
Mit Errungenschaften der Politik hat das natürlich nichts zu tun, sondern mit Engagement vor Ort und ländlicher Atmosphäre. Bei der anderen ländlichen Oberschule sieht es genauso aus. In der Oberschule in der Innenstadt dagegen kippt das Verhältnis. Dort ist die Migration zu hoch und deshalb klappt das deutsch lernen nicht wie bei uns. Dort gibt es am meisten Probleme. Dann geht man 500m weiter zur IGS oder zum Gym und dort sind alle „blond“.
Das heißt, wir sind eigentlich die „echte“ Gesamtschule und in einer Klasse wie der, in die meine Tochter geht und in der es auch zufällig einige Kinder mit Gymnasialeignung gibt, kann man sehen, wie gut es laufen kann, wenn die „starken“ der Gesellschaft mit dabei sind. In dieser Klassengemeinschaft fühlen sich alle wohl, die Klassenlehrerin genießt die Zeit mit diesem Durchgang und es hat sich auch schon auswärts herumgesprochen, dass das so eine schöne Klasse ist, weil das die Kinder und Eltern der Klasse auch so weiter geben.
In der Innenstadt kann man dagegen ein Schulsystem erleben, das durch die Gesellschaft selber „gegliedert“ wurde. Und um so mehr gegliedert wird, um so weniger wollen welche dort zur Oberschule, ein Selbstläufer bzw Teufelskreis. Am Ende kommt aber alles zurück zur Gesellschaft, wenn die Benachteiligten keine Arbeit finden, mehr und mehr Ressourcen binden, nicht zur Gesellschaft gehören und deshalb deren Werte nicht akzeptieren, kriminell werden.
Dann leiden alle mit!
Wie kann man (Politik und Gesellschaft) nur so blöd sein und dies fördern?

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Und ***wie genau*** die dann Abitur „erreicht“ haben, wissen Leute wie ich.

So viele schöne Stellschrauben gibt es da…na ja, was solls.
Ich winke seit diesem Jahr mittlerweile auch alles durch, wenn ich ehrlich bin. Hoffentlich kommt die neue Dienststelle bald in gang…

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Schon klar, wenn Menschen etwas machen was ihrem Weltbild widerspricht wird nicht das Weltbild angepasst sondern die Realität. Armselig und zwar wirklich absolut armselig.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  447

Das brauchen Sie nicht diesen Schülern speziell zu unterstellen, sondern gilt auch für die anderen. Kann auch sein, dass jmd mit einem erweiterten Sek 1 am Ende das bessere Abi macht, als ein Gymnasiast. Klingt ja, als wenn die von den Nicht-Gymnasien das alle geschenkt bekämen.
Ich dachte, Sie sind GS-Lehrer?

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ich schrieb aber von Englisch in der 5. + 6.Klassenstufe.
Es gibt Fächer und Altersstufen, in denen Binnendifferenzierung besser funktioniert.

Cuibono
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

„Schüler mit den gleichen Lernbehinderungen“ zu vergleichen, ist natürlich Blödsinn. Es kommt auf die Ausprägung an.
Nun würde ich meinen, dass stärker ausgeprägte Lernbehinderte wohl eher an den förderschulen verbleiben während eine geringere Ausprägung eher an der Regelschule zu finden ist.

Insofern hinkt der Vergleich, wenn nicht mehr und zusätzliche Daten geliefert werden, die belegen, wie und was genau untersucht und verglichen wurde.

Ein bisschen mehr Skepsis und genaueres Prüfen einer Studie sollte man schon haben resp. aufwenden.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Nein da liegen sie falsch an den Förderschulen konzentrieren sich die verhaltensauffälligen Förderschülerinnen (sowohl GB als auch LB sowie natürlich ESE).

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ich denke, hier liegt ein Missverständnis vor: Nicht 50% aller Schüler ohne Abschluss kommen von Förderschulen, sondern von den Förderschülern haben 50% am Ende keinen Abschluss.

Sepp
10 Monate zuvor

Es klappt laut Artikel schon in Kleingruppen und mit Sonderpädagogen in Förderschulen nicht, den Großteil diese Kinder so weit zu fördern, dass sie später alleine zurecht kommen und selbständig ihren Lebensunterhalt erwirtschaften können.

Daher sollen die Kinder jetzt also in Regelklassen mit 25-28 Kindern kommen, teilweise ohne Sonderpädagogen (davon gibt es leider zu wenig). Und davon soll es besser werden?

Natürlich ist die Idee sinnvoll, dass auch Inklusionskinder in die Gesellschaft aufgenommen werden. Aber das funktioniert unter den derzeitigen Bedingungen einfach kaum.

Und wir haben die Beobachtung gemacht, dass die I-Kinder zwar am Unterricht teilnehmen, aber in den Pausen und in der Freizeit oft alleine bleiben, weil die anderen Kinder wenig Berührungspunkte mit ihnen haben und mit ihrer eigenen Entwicklung/Pubertät beschäftigt sind.

PaPo
10 Monate zuvor

„Förderschulen bedeuten soziale Exklusion und rauben Kindern systematisch ihre Zukunft: Ein großer Teil der dort Lernenden sind Kinder mit Lernbeeinträchtigung aus Familien mit geringem Einkommen. Etwa 50 Prozent aller Jugendlichen, die ohne Schulabschluss dastehen, kommen von Förderschulen. Sie haben kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder anständig bezahlte Arbeit“, sagt Rüffer.

Einer der fundamentalen Denkfehler der Debatte wird auch hier offenbar:

  • 49 % der Schüler ohne Schulabschluss besuchten hierzulande zuletzt eine Förderschule, 20 % eine Gesamtschule und 13 % eine Hauptschule. Es gehört nicht viel dazu zu vermuten, dass die übrigen 18 % im Gros eigtl. auch max. für die Hauptschule geeignet gewesen sein mögen, wenn nicht lediglich für die Förderschule, aber bspw. an einem Gymnasium oder einer Realschule gelandet sind, (infolge systematischer Konstruktionsfehler von Schule) mehrere Versetzungen geschafft haben, dann aber an einem Punkt angelangt sind, wo sie die Versetzung nicht mehr schaffen und ohne Abschluss die Schule verlassen müssen. Ihnen wäre mglw. geholfen gewesen, hätte man sie bereits zu Beginn ihren Leistungen / ihrer Leistungsfähigkeit nach an einer (gut ausgestatteten) Regelschule allokiert, die ihren Fähigkeiten gerecht wird. Mithin verzerrt die Abbrecherquote natürlich bereits der extrem hohe Anteil an Förderschülern.
  • Pro Bundesland sind die Werte für Schulabbrecher ähnlich hoch, von Bayern mit 5,1 % bis Bremen mit 10. Die Unterschiede mögen mglw. in den Unterschieden zwischen den (prävalenten) Sozialstrukturen i.V.m. den Schulsystemen liegen.
  • Die Fluktuationen in den Quoten sind m.E. in den letzten zwei Jahrzehnten relativierbar resp. relativ stabil. Von insg. 9,2 % im Jahr 2002 bis zu den aktuell ca. 6,2 % – und das trotz z.T. massiver Veränderungen im Schulsystem (die mglw. die eigtl. Erklärung für den Unterschied darstellen könnten). Zu bedenken gilt bei den jüngsten Zahlen natürlich auch, dass wir da unter einer Pandemie litten und auch dies natürlich Effekte zeitigte (bei uns bspw. wurde es deutlich einfacher, entsprechende Abschlüsse zu erreichen, auch dank der desaströsen Politik der KMK, fehlender juristischer Rückendeckung u.ä.)

Oder:
Vielleicht machen Schüler, die (auch bei jeder erdenklichen Förderung) bereits vom gegenwärtigen Hauptschulniveau hoffnungslos(!) insb. kognitiv-intellektuell überfordert sind, einen Wesentlichen Teil der Gesamtmenge aus, ist die Schulabbrecherquote bei Beibehaltung des Niveaus gewissermaßen unveränderlich.

… bis jmd. auf die Idee kommt auch hier weiter das Niveau zum Erhalt eines Schulabschlusses zu senken oder diesen gleich komplett bedingungslos zu machen……… brauchbarer werden damit Schulabbrecher, deren Abbruch weniger schmeichelhafte Ursachen hat, für die Wirtschaft damit aber auch nicht. Man würde lediglich (analog zur Abiturientenschwemme) den Markt komplett verwässern und den Druck auf Hauptschüler, die tatsächlich einen Hauptschulabschluss verdienen und es ohnehin bereits schwer am Markt haben, die eigenen Chancen nochmals drastisch reduzieren.

tl:dr
Wie kommt Fr. Rüffer auf den Trichter, Förderschulen „raub[t]en Kindern systematisch ihre Zukunft“ und zieht nicht in Betracht, dass ein evtl. wesentlicher Teil (das Gros) der Schüler dort eine Regelschule am Ende mit einem Schulabsachluss verlassen?!

„[…] und in einigen Bundesländern, wie zum Beispiel Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg, steigt der Anteil von Kindern in Förderschulen sogar.“
Und?

„Denn allein die Existenz von Förderschulen widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention.“
Aaah… Und das bleibt natürlich eine Falschaussage, womit sich Fr. Rüffer auch weiter disqualifiziert. Und ich bemühe ja ungerne ein (invertiertes) Autoritätsargument, aber was qualifiziert Fr. Rüffer gleich bzgl. einer jurisitischen Expertise in diesen Belangen? „Abitur; Studium Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an der Universität Trier (ohne Abschluss)“ und „[m]ehrjährige Erfahrung: Arbeit für behinderte Menschen, im Bereich des Bio-Einzelhandels sowie Mitarbeiterin eines Landtagsabgeordneten“ lässt bereits an der formalen QUalifikation Zwefel entstehen, die tatsächlichen Aussagen runden das Bild dann weiter ab…

Uwe
10 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Oder:
Vielleicht machen Schüler, die (auch bei jeder erdenklichen Förderung) bereits vom gegenwärtigen Hauptschulniveau hoffnungslos(!) insb. kognitiv-intellektuell überfordert sind, einen Wesentlichen Teil der Gesamtmenge aus, ist die Schulabbrecherquote bei Beibehaltung des Niveaus gewissermaßen unveränderlich.“

Das wäre ja (wenn es stimmt, gehe ich nicht von aus) ein gutes Argument für 100% Inklusion da die Inklusionschüler*innen ja eh schicksalhaft nix lernen können.

PaPo
10 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

… nur zu, versuchen Sie es nochmal mit der Textrezeption. 🙂

Toni
10 Monate zuvor

Deutschland hat sich der UN-Behindertenrechtskonvention angeschlossen und damit auch dem Ziel, die inklusive Beschulung zur Regel zu machen. So steht es inzwischen auch in einigen Schulgesetzen. Nur tut die Politik vielerorts nichts oder viel zu wenig dafür, dass das auch gut funktioniert. Insofern ist es doch gut, dass nicht nur im news4teachers-Forum Verbesserungen verlangt werden, sondern auch die Staatenprüfung zum Ergebnis kommt, dass hier deutlich mehr getan werden muss. Es kann doch nicht sein, dass wir uns Inklusion zum Ziel setzen und statt dessen die Förderschulen ausgebaut werden.

ginny92
10 Monate zuvor
Antwortet  Toni

Das stimmt zwar. Allerdings ist es auch keine gute Idee die Förderschulen abzuschaffen sich damit dann auf die Nase zu legen um dann festzustellen, dass es halt grundlegend andere Bedingungen braucht.
Hier ließt man halt nicht ohne Grund zu 90% das bitte erst richtige Inklusion an Regelschulen passieren muss mit allem dazu gehörigen.

Mo3
10 Monate zuvor

Wenn Kinder in der Lage sind, trotz Beeinträchtigung und ggf. mit technischen Hilfsmitteln und Helfern grundsätzlich dem Unterricht zu folgen, sollte nichts gegen die Inklusion dieser Kinder sprechen, denn nur so können Sie einen Abschluss bis hin zum Abitur und Studium nach ihren Fähigkeiten erreichen. Da gibt es wohl auch nirgendwo einen Widerspruch. Die Klassengröße ist hier vielleicht noch ein zusätzliches Kriterium.

Kinder die sich dort wohlfühlen und sich in das Klassengefüge einfügen können, sollten zieldifferenziert in Regelklassen unterrichtet werden können. Ob ein Abschluss erreicht werden kann, hängt von der Entwicklung ab. Diesen Schüler reicht das Fächerangebot an Regelschulen und auch hier ist die Inklusion nicht in Frage zu stellen. Wenn Inklusion aber mit Gewaltausbrüchen und Störungen des Unterrichts für alle einhergeht (siehe Leo Lausemaus), ist das vielleicht nicht die richtige Lösung, da sie zu Lasten der anderen Schüler geht.

Alltagskompetenzen, wie sie an Förderschulen gelehrt werden, kann eine Regelschule in dem Umfang nicht anbieten, oder sie hat einen speziellen Förderzweig, in dem Förderschüler diese Kurse belegen, während die anderen Schüler sich mit dem „normalen“ Lehrplan beschäftigen. Wichtig ist doch, dass alle I-Kinder so gut wie möglich auf ein weitgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Wo individuell möglich und sinnvoll, nehmen die I-Kinder zieldifferenziert am normalen Unterricht teil, z.B. Kunst, Sport, Arbeitsgemeinschaften, Musik, Deutsch … Schule darf für solche Kinder vielleicht auch nicht nur theoretisch im Klassenraum stattfinden, sondern viel öfter praktisch in der Natur oder draußen. Diese Bedürfnisse sind aus meiner Sicht eher schwer mit dem Regelunterricht zu vereinbaren, selbst wenn zieldifferenziert unterrichtet wird. Und Kinder, die im Unterricht überfordert sind oder sich langweilen oder halt völlig andere Lehrmethoden benötigen, haben nichts davon, wenn sie „nur“ zur Regelschule gehen können, die Zeit dort absitzen und ihre Aufgabenblätter bearbeiten, die aber nichts mit dem gegebenen Unterricht zu tun haben, während sie anderweitig viel besser gefördert werden könnten und müssten.

Kinder, die so eingeschränkt sind, dass sie ihre Umgebung gar nicht wahrnehmen, brauchen Therapie und ein positives Umfeld. Was eine Regelschule für diese Kinder bringen kann, erschließt sich mir nicht.

Und dann gibt es da sicher auch noch die Kinder, die irgendwo dazwischen liegen und für die es angepasste Angebote geben muss.

Es gibt ja auch nicht „die eine“ Förderschule, sondern Förderschulen mit verschiedenen Schwerpunkten, an denen teilweise (warum nicht an allen?) auch Regelabschlüsse erworben werden können. Wenn dass eine Regelschule alles zusammen neben dem eigentlichen Lehrauftrag stemmen soll, geht das rein logisch nicht einfach mal so. „Muss aber“, weil Inklusion selbstverständlich ein Menschenrecht ist, wird den individuellen Anforderungen jedes einzelnen nicht gerecht, sondern es braucht praxistaugliche Lösungen, die alle Beteiligten (I-Kinder, Lehrer, Schüler, Eltern, …) nicht überfordern und die auch die vorhandenen Ressourcen an Lehrern und Sonderpädagogen nicht außer Acht lassen. Wenn die nicht da sind, bleibt die Inkusion auch mit noch so viel Geld (was so oder so dringend nötig ist!) eine Utopie. Also bitte auch keine unrealistischen Forderungen stellen, sondern Schritt für Schritt in die Umsetzung gehen und alle mitnehmen.

ginny92
10 Monate zuvor
Antwortet  Mo3

Es scheitert doch oft schon daran das kein Ruheraum an der Schule da ist. Der für alle eigentlich eine Bereicherung wäre. Was ich meine es wird oft nicht mal das Minimum an Rahmenbedingungen geschaffen, was die faire Beschulung von Ziel gleichen Schülern mit Status möglich macht.

Cornelia
10 Monate zuvor
Antwortet  Mo3

Alltagskompetenzen lassen sich halt nicht einfach so in einem Kurs lernen. Manche lernen sie erst über einen jahrelangen Zeitraum “ nebenher“ in den Sonderschulen .
Üblicherweise wird schon in Sonderschulkindergärten Wert gelegt auf Kompetenzen wie selbstständig essen lernen, sich ankleiden, zur Toilette gehen, die Windel abzugewöhnen usw. Nicht bei allen reicht dieser Zeitraum ( ca. 3 Jahre) aber aus.
In der Schule werden diese Kompetenzen dann meistens nur noch unter “ ferner liefen“ geübt, und es dauert eben wie gesagt bei diesen weniger fitten Kindern oft jahrelang, bis ein Vorgang automatisiert ist. Trotzdem macht sich die Mühe häufig bezahlt, und Eltern und Lehrer wissen aus guten Gründen jeden kleinen Fortschritt in der Selbstständigkeit zu schätzen.
Die Behinderten selbst haben auch ein Erfolgserlebnis und sind sehr stolz darauf und so manche „Marotte“ gewöhnen sie sich ab, wenn sie sich zielgerichtet im Alltag einbringen können , z. B. den Anorak selbständig anziehen.

Herr Underberg
10 Monate zuvor

Schwerpunktschulen sind Schulen in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Regelmäßige Doppelbesetzung von Fach- und Förderschullehrer*innen und je nach pädagogischer Einstellung TeamTeaching. Teilweise auch mit Unterstützung von Integrationshelfer*innen.
Damit ist also keine Schule mit Förderschwerpunkt gemeint, an der nur Kinder mit dieser festgestellten Behinderung unterrichtet werden.

Marie
10 Monate zuvor
Antwortet  Herr Underberg

Dummerweise gibt es keine Schwerpunktschulen im Grundschulbereich. Wir müssen jeden aufnehmen, der kommt – OHNE Doppelbesetzung, Teamteaching und I-Helfer. Wir haben nur 1 SoPä, obwohl uns eigentlich 2-3 zustehen würden. Lapidare Auskunft: es gibt keine, ihr müsst ohne weitere SoPä klarkommen. Ganz wunderbare Bedingungen also für die I-Kinder und uns LK…

Herr Underberg
10 Monate zuvor
Antwortet  Marie

In RLP gibt es sehr wohl Schwerpunktschulen im Grundschulbereich. Ich arbeite an einer.

Elma283
10 Monate zuvor
Antwortet  Herr Underberg

Dann hast du großes Glück. In NRW wurden diese aufgelöst.

Karl Heinz
10 Monate zuvor

Aktuell – also so wie unsere Bildungslandschaft gestrickt ist und wie alles mehr schlecht als recht läuft – da sind Förderschulen die einzige Chance, die viele Kinder überhaupt noch haben.

Wenn dieses Land ernshaft Inklusion im Bereich betreiben möchte, dann wird das viel Geld kosten.
Der jämmerliche ersuch der letzten Jahre, ist ja kläglich gescheitert.
Da gehören eben 2, besser 3 verschiedene Lehrkräfte in den Unterricht, die sich dann gezielt auf ihre Kinder konzentrieren können.
Da gehören genügend PMs an die Schulen.
Da gehört eine feste Schulsozialarbeit gewährleistet.
Und dann gehört Bildung auch in die Hoheit des Bundes, weil die Länder ja offensichtlich unfähig sind, etwas einheitliches auf die Beine zu stellen……

Also Förderschulen abzuschaffen, nur damit die offiziell nicht mehr existieren, wäre derzeit das mieseste, was man Kindern antun kann.
Zunächst gilt es mal die Voraussetzungen zu schaffen, dass man flächendeckend inklusiv unterrichten kann.

TaMu
10 Monate zuvor

Aha. Hier wird jetzt offen über die Forderung zur Abschaffung der Förderschulen geschrieben und gesprochen. In den letzten Artikeln dazu wurde das noch vehement verneint.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das stimmt allerdings. Da Regelschulen nicht entsprechend ausgestattet sind, gibt es keine echte Wahlfreiheit. Die für Inklusion nicht ausgestatteten Regelschulen und die dennoch darin zu beschulenden I-Kinder sind auch mein einziger, aber sehr großer Kritikpunkt an der geforderten Inklusion, weil das leider absehbar nicht zu win win wird. Daher auch meine Frustration.

Toni
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

An manchen Punkten verstehe ich die Diskussion nicht. Die UN und hier auch Frau Rüffer fordern doch gerade, dass die Bedingungen in der Inklusion besser werden, damit mehr Kinder mit Behinderung GUT an allgemeinen Schulen lernen können. Da ist doch nichts gegen zu sagen.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Toni

Das können sie auch gerne fordern. Die Forderung hat sogar ihre Berechtigung. Wenn aber bei steigenden Schülerzahlen (auch bei den I-Kindern) und gleichzeitig finanziell klammen Kommunen zu allem Überfluss auch noch immer weniger Leute Lehrer werden/bleiben möchten, dann wird das halt auf absehbare Zeit nix. Man kann ja niemanden zwangsverpflichten, diesen Beruf zu ergreifen.

Obendrein haben wir hier zum Teil auch einen kleinen Teufelskreis: Mit der Inklusion weitgehend alleine und im Stich gelassen, in maroden Gebäuden sitzend und privat immer mehr Zeit, Material und Nerven opfernd, werden sich immer noch mehr Lehrkräfte überlegen, ob und wie lange sie sich das noch antun wollen. Existierende ebenso wie potenziell zukünftige.

Frau Rüffer scheint an die faktische Kraft des Normativen zu glauben, nach dem Motto: Wenn wir die Förderschulen erstmal dicht machen, können deren Lehrer ja an den Regelschulen für bessere Verhältnisse sorgen.
Schaut man sich das Einzugsgebiet einer typischen Förderschule an, wird man aber feststellen, dass nicht mal diese Rechnung aufgehen wird. Da bräuchten wir ca. die dreifache Anzahl an Förderlehrern.

Förderschulen schließen kann man erst, wenn parallel dazu die Regelschulen tatsächlich und real auf den Stand gebracht wurden, den Job nahtlos zu übernehmen. Alles andere nimmt den betroffenen Familien nur eine Wahlmöglichkeit. Und das ist erst recht ein Verstoß gegen die UN-Konvention. (Mal davon abgesehen, wie oben schon dargelegt, dass Frau Rüffer ein kleines Detail im Grundgesetz übersehen hat. Aber das erfährt sie bei Gelegenheit schon noch irgendwann.)

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Hatte ich doch gestern schon gesagt: Gründung von privaten Förderschulen. Art. 7 Absatz 4 Satz 1 GG

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Tut mir leid, aber das Sonderungsverbot bezieht sich explizit und exklusiv auf die wirtschaftlichen Verhältnisse, und sonst auf nichts:

(4) Das Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet. Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen.

Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird.

Die Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.

Wenn das geändert werden soll, muss eine 2/3-Mehrheit her. Alles andere ist Wunschdenken.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Und wo sind die Förderlehrer bei steigendem Förderbedarf, wenn die Förderschulen bleiben? Die gibt es dann genauso wenig.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich denke, dass es dann wieder mehr gäbe. Bei uns in SH können Förderschullehrkräfte gar nicht unterrichten. Das bedauern diese immer sehr, weil sie eigentlich etwas anderes wollten und dem Unterricht an den Förderschulen nachtrauern.
Die haben früher kleine Klassen unterrichtet, jetzt tingeln sie von Lerngruppe zu Lerngruppe und häufig sogar von Schule zu Schule.
Ich habe im Vergleich zu vielen anderen Regelschullehrkräften regelrecht Glück, da mich eine Kollegin in zwei Stunden unterstützt. Sie zieht dann einige Kids heraus, um sie als Kleingruppe zu unterrichten. Aber eigentlich soll man das ja nicht. Es ist aber nicht nur schön für die Kollegin, sondern hilft den I-Kids nachweislich.
Wie gesagt, die meisten anderen Kolleg*innen können nicht so arbeiten und bedauern das sehr.

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei meiner Mutter habe ich Ende der 1980er den Übergang erlebt. Als in unserer Region die ersten Integrationskinder in Regelschulen gingen, musste sie plötzlich den Begleit- bzw. Ergänzungsunterricht halten. Alleine schon die viele Fahrerei hat sie fertig gemacht, und auch sie hat den Unterricht im Klassenverband vermisst. Hinzu kam dann noch ein enormer Verwaltungs-, Koordinations- und Dokumentationsaufwand für jedes einzelne betreute Kind. Zusätzlich zu den Reisekostenabrechungen und dem sowieso bereits üblichen Papierkram, der Unterrichtsvorbereitung (dann natürlich auch für jedes I-Kind einzeln) etc.

Das war nicht mehr der Beruf und der Rahmen, den sie sich ausgesucht hatte, hat sie ganz klar gesagt. Nun war es allerdings bis zur Rente nicht mehr sooo lange hin, daher hat sie weitergemacht, bis sie aus dem Dienst regulär ausscheiden konnte.

Aktuell kommt hinzu: Sonderpädagogik ist an vielen Unis ein NC-Studienfach, und die Anzahl der Studienplätze reicht auch ohne Zugangsbeschränkung hinten und vorne nicht aus, um in absehbarer Zeit auch nur ansatzweise alle Schulen im Bundesgebiet mit auch nur einer einzigen dedizierten Förderlehrkraft auszustatten. Von mehreren ganz zu schweigen. (Es soll ja Schulen geben, die nicht nur zwei oder drei Fächer anbieten und dafür gerne qualifizierte Lehrkräfte haben möchten. Habe ich mal gehört.) Erst recht nicht, wenn man sich die aktuelle Abbrecherrate anschaut. Die ist ja aktuell auch insgesamt bei Lehramtsstudenten sehr hoch.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Da hat Frau Rüffer ohnehin die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn das Grundgesetz gewährt das Recht auf eigene Schulgründung. Auch mit Förderschwerpunkt. Da gibt’s auch längst schon einige.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

PS: Hier mal eine Liste der bereits existierenden privaten Förderschulen alleine nur in NRW: Förderschule in Nordrhein-Westfalen – Privatschulen (privatschulberatung.de)

Wenn die staatlichen geschlossen würden, wäre das ein weiteres gefundenes Fressen für private bzw. kirchliche Investoren.

Freiya
10 Monate zuvor

Ist doch schon passiert, jedenfalls in Rheinland-Pfalz. Nennt sich „Realschule Plus“….

TaMu
10 Monate zuvor

Bestimmt sitzen im Büro von Frau Rüffer täglich für mindestens 6 Stunden zwei schwerst mehrfach behinderte Erwachsene, um dort ihr Recht auf Inklusion wahrzunehmen. Frau Rüffer hilft ihnen während ihrer ganz normalen Arbeit, ihren Telefonaten und ihren Meetings ganz selbstverständlich beim Essen, bei der Körperhygiene und fördert sie motorisch, emotional und kognitiv. Beide fühlen sich in Frau Rüffers Büro zu Hause, verstanden, unterstützt und geliebt. Es tut ihnen auch gut, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Frau Rüffer sich trotz hoher Arbeitsbelastung immer Zeit für sie nehmen, ihre Laute richtig übersetzen und mit ihnen freundschaftlich kommunizieren. Regelmäßig werden kleine Ausflüge vom Büro aus gemacht, mal in die Pizzeria gegenüber oder auch zu Konzerten, wo Frau Rüffer und ihr Team sich in jeder Hinsicht dafür einsetzen, dass beide ebenfalls den vollen Genuss haben. Es begegnen ihnen im Umfeld von Frau Rüffer aufmerksame, reife Menschen, die es alle gerade durch das herzliche Miteinander schaffen, ihre Termine einzuhalten, am Telefon professionell zu sein und sinnvolle Texte zu schreiben, auch wenn durch die Behinderung hervorgerufen Gefahrensituationen zu bewältigen sind wie das Ersticken an der eigenen Spucke, der Sturz aus dem Rollstuhl gegen eine Tischkante trotz Gurt oder ein spastischer Anfall.
So ist es auch selbstverständlich, dass Frau Rüffer erwartet, dass Förderschulen abgeschafft werden.

Cornelia
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Nicht zu vergessen die sinnstiftenden Aufgaben, z. B. mithelfen beim Papier schreddern oder ein Schreiben von A nach B zu bringen, selbstverständlich mit Assistenz, die den Rollstuhl schiebt….

Toni
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Ihr Bild von Menschen mit Behinderung scheint mir nicht so ganz repräsentativ

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Toni

Ich habe von zwei schwerst mehrfach behinderten Personen geschrieben. Diese Menschen müssen beim Wegfall der Förderschulen auch in Regelschulen ihren Platz finden. Mir ist klar, dass man auch mit einer Tumorerkrankung mindestens einen GDB 50 hat. Selbstverständlich kann man sich damit in vielen Berufen wieder eingliedern, wenn das Gröbste überstanden ist. Das sind aber nicht die Fälle, die besondere Förderung brauchen, sie fallen eher häufiger mal aus wegen Untersuchungen oder weiteren Operationen und Rehas, was das Arbeitsleben nicht erleichtert und viel Rücksichtnahme erfordert. An Krebs erkrankte Kinder kommen nicht alleine wegen der Erkrankung auf Förderschulen, brauchen diese aber eventuell, wenn sie durch einen Tumor kognitiv oder körperlich schwer beeinträchtigt werden wie bei eintretender Blindheit oder kognitiven Ausfällen bei Hirntumor. Auch diese Kinder kämen zurück in die Regelschulen. Gerade bei Hirntumoren ist Trubel über Stunden nicht unbedingt das Beste.
Die meisten Menschen mit GdB bei Krebs fallen damit gar nicht auf. Und selbstverständlich kann man auch im Rollstuhl arbeiten. Um diese Menschen geht es mir hier eher nicht. Aber stärker beeinträchtigte Menschen sind in Chaos und Trubel überfordert und können auch, wie bei Lausemaus ganz oben in den Antworten beschrieben, andere durch Geräusche und Aktionen überfordern. Um diese aufwändiger zu fördernden Menschen geht es mir. Sie brauchen 1/1 Betreuung, Ruhe und zum Teil auch Pflege.
Das sollte Frau Rüffer bedenken bei ihrer Forderung, die Förderschulen zu schließen.
Die Regelschule ist allgemein in Deutschland nicht ausreichend ausgestattet, um einen für alle Kinder guten und dazu noch inkludierenden Unterricht zu gewährleisten, von der häufig notwendigen Pflege und den baulichen sowie hygienischen Zuständen ganz zu schweigen.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Bei uns im Stadthaus, Abteilung Wohngeld Zuschüsse, arbeitet u a eine schwerst mehrfach behinderte Person am Computer und hat an ihrem Rollstuhl ein Gerät, um von dort aus den Computer zu bedienen. Was sie da macht, weiß ich nicht, bin ein Computerdilletant.

uesdW
10 Monate zuvor

Die liebe Dame soll einfach mal ein mehrwöchiges Praktikum in einer Klasse mit einem Integratioskind machen, dass sich nicht so einfach intergrieren lässt.
Dann könnte sie sich mal die Realität anschauen.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  uesdW

Die lieben Kolleg*innen sollten mal zur Kenntnis nehmen: ESE Schüler*innen (ob Diagnostiert oder nicht) sind Teil des Schulalltages und anstatt sich in die Ecke zu setzen und zu jammern , was irgendwie was kleinkindliches hat einfach mal anschauen was es so an Konzepten gibt um damit umzugehen. Verkürzte Stundenpläne sind möglich, vertragsarbeit, vielleicht mal eine Fortbildung (kleiner Tipp: Sanktionen sind solchen Schüler*innen eher wurscht und als strategie unbrauchbar) uns systemisch haben wir noch einen Gesprächsraum, einen Trainingsraum und (für die Systemsprenger) ein Anker Projekt.

asablau
10 Monate zuvor

Dieser Artikel ist kaum auszuhalten … Wie bitteschön, sollen Kinder mit Beeinträchtigungen oder Lernbehinderungen in einer Klasse mit 25 Kindern und einer Lehrkraft beschult werden? Schön, dass andere Länder das schaffen, aber die sind personell auch viel breiter aufgestellt in den Schulen. Bei uns scheitert es zudem noch an viel zu kleine und zu wenig Räume. Ich bekomme wirklich Panik, wenn es mal wirklich keine Förderschulen mehr geben sollte…
Ich bin Lehrerin in Klassen 1+2!

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  asablau

Frau Rüffers Credo ist vermutlich dasselbe wie bei vielen anderen Politikern, die nie selbst die Konsequenzen ihrer eigenen Beschlüsse(/Phantasien) zu spüren bekommen: „Auf fremdem A… ist leicht durchs Feuer reiten.“

Da ist leider auch keine Besserung in Sicht. Alleine die Tatsache, dass Schule Ländersache ist, wird dafür sorgen, dass noch ein paar weitere Jahrzehnte hin und her geeiert wird. So dass Eltern ihre behinderten Kinder notfalls auf Internate in benachbarten Bundesländern geben müssen, wenn sie gute Förderung wollen und ihr eigenes BL die Förderschulen weg gespart hat.

Und auch die Regel-Familien werden, sobald es ihnen zu bunt wird, mit den Füßen abstimmen und in die Nachbarkommunen, Privatschulen etc. abwandern. Tun sie ja schon jetzt, weil die Schulen nicht mal mehr ihren Kindern und deren Recht auf Bildung, individuelle Förderung und Schutz auch nur ansatzweise gerecht werden.

Was mich so erstaunt ist die Tatsache, dass der intrinische Wert von Unterricht in einem gemeinsamen Klassenraum so dermaßen viel höher eingeschätzt wird als das eigentliche Recht auf Bildung, welches mittlerweile für _alle_ den Bach runter geht.

Jaja, „Kinder brauchen Kinder“ – hörte man ja auch oft während der Pandemie, als die Präsenzpflicht auf Kosten der Gesundheit durchgeprügelt wurde. Aber kein einziges Kind braucht jeden Tag 8 Stunden lang >30 Mann um sich herum. Die meisten gehen einander doch am Allerwertesten vorbei; von echter Bedeutung sind doch eh nur die eigenen kleinen Cliquen. Und die echten Freunde finden sich oft genug ganz woanders. In den Vereinen, der Nachbarschaft usw. Da allerdings hört man von Inklusion nicht mehr viel. In keinem Verein meiner Kinder habe ich je ein körperlich oder geistig behindertes Kind wahrgenommen.

Anne
10 Monate zuvor
Antwortet  asablau

Sind Sie sicher, „dass andere Länder das schaffen“?
Ich betrachte diese inflationäre Aussage inzwischen als Zweckbehauptung. Wer kann „andere Länder“ und was von ihnen behauptet wird schon nachprüfen?

SB HS Lehrer
10 Monate zuvor

Typische politische Aussage.

Integrieren statt abschaffen wäre der bessere Slogan – würde auch zum Gedanken der Inklusion passen.

Wer glaubt wirklich jedes Kind seinen Ansprüchen gerecht an jeder Schulart zu unterrichten muss entweder eine große Geldbörse haben oder weiter träumen.

Auch Politik muss verstehen, dass es erfolgreiche, nicht erfolgreiche, mögliche und nicht mögliche Inklusion

Mathteacher
10 Monate zuvor

Ein Schlag ins Gesicht aller engagierten Menschen, die an Förderschulen tätig sind. Zum Glück werden diese dämlichen Vorschläge in Sachsen nicht umgesetzt.
Frau Rüffer sollte vielleicht öfter in richtige Schulen gehen, um sich anzuschauen, welche katastrophalen Bedingungen dort herrschen. Inklusion kann man nicht einfach so von oben befehlen, ohne die Bedingungen dafür zu schaffen. Die Konsequenzen ihres Handelns muss Frau Rüffer auch nicht ausbaden sondern Lehrer, Einzelfallhelfer und vor allem alle Kinder in mit mehr als 25 Schülern vollgestopftne Klassen.

Toni
9 Monate zuvor
Antwortet  Mathteacher

Warum verstehen Förderschullehrer die Kritik am System immer persönlich? Es geht doch gar nicht um Sie und Ihre engagierte Arbeit! Es geht der UNO darum, dass Inklusion ausgebaut und gut ausgestattet wird. Jeder, der hier die aktuellen Bedingungen kritisiert, müsste das doch gut finden.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  Mathteacher

So viele engagierte Lehrer*innen sind gar nicht an den Förderschulen. Viele machen sich auch da scvhon seit Jahrzehnten (sie werden ja in keinsterweise kontrolliert und können (nicht) machen was sie wollen) einen extrem lauen Lenz.

TaMu
10 Monate zuvor

Abschaffung der Förderschulen… ich frage mich wirklich, ob dabei auch an schwerst mehrfach behinderte Kinder gedacht wird, also an Kinder mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen. Mit diesen Kindern, die in aufwändigen Spezialrollstühlen sitzen oder in auf ihre besonderen Bedürfnisse ausgerichteten Betten liegen, wird häufig in einer 1/1 Betreuung daran gearbeitet, dass sie sich überhaupt verständlich machen können, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, also dass sie mit Hilfsmitteln zeigen können, dass sie Hunger, Durst oder Schmerzen haben, dass es am Rücken juckt oder was sie gerne sehen oder hören oder essen möchten.
Für viele dieser Kinder ist ein Schulabschluss völlig unerheblich, weil sie nie einer Erwerbstätigkeit nachkommen können. Für sie ist häufig einfach wichtig, sich ausdrücken zu können und mit mehreren Menschen auf eine erlernte und immer wieder geübte Art kommunizieren zu können, um die Abhängigkeit von nur einer oder zwei vertrauten Bezugspersonen aufzulösen, was den Pflegenden mehr Freiraum gibt und dem Kind Ängste vor dem Allein- und Ausgeliefertsein nehmen kann. Viele dieser Kinder haben gar keine Zukunft, die ihnen genommen werden könnte, weil sie durch ihre multiplen Erkrankungen früh sterben und ihre Eltern in diesem Wissen jeden Tag mit ihnen leben.
In dieser menschlichen Ausnahmesituation spielen die Förderschulen eine wichtige und sinnvolle Rolle.
Ich war unter einem anderen Artikel schockiert, dass Kinder im Wachkoma beschult werden und habe mich nun informiert, dass dies in manchen Fällen tatsächlich so ist und den Kindern gut zu tun scheint, was an ihren Reaktionen erkennbar ist. Diese Kinder werden dafür in ihren Spezialbetten einige Tage im Monat zur Förderschule gefahren.
Schwerstbehinderte und Wachkomapatienten passen schon mit ihren Betten und Rollstühlen nicht durch normale Türen und brauchen im Klassenzimmer viel Platz. Es braucht auch spezielle Toiletten- und Waschräume wie in Pflegeheimen. Das wäre eventuell mit viel Geld zu schaffen.
Es erscheint mir aber völlig am Bedarf dieser schwerkranken Menschen vorbei, sie dem alltäglichen Trubel an den Regelschulen auszusetzen. Es scheint mir auch von der Menschenwürde her fragwürdig, sie ohne ihr Einverständnis, das sie rechtswirksam aufgrund ihrer mangelnden Einsichtfähigkeit gar nicht abgeben können, mit ihren Gebrechen unter die Gesunden zu setzen. Niemand von uns möchte beispielsweise direkt nach einer OP unter Vollnarkose mit Schläuchen und noch verwirrt in ein Klassenzimmer geschoben werden, nur weil OPs zum täglichen Leben gehören und man sich das gegenseitig auch zumuten sollte. Man braucht dann einen Schutzraum und niemanden, der auf die Urinflasche starrt. Schwerstbehinderte und Wachkomapatienten haben viele körperliche medizinische und pflegerische Merkmale, die gesunde Menschen nicht jedem zeigen wollen würden.
Diese mangelnde Intimsphäre muss doch bei der Forderung nach Schließung der Förderschulen mitgedacht werden. Es muss doch einen Raum geben, an dem Sabbern und unartikuliertes Schreien, häufig auch aus Freude, zu den normalen Lebensäußerungen gehören darf, ohne dass daneben andere Menschen sitzen, die mentale Leistung erbringen sollen. Zur Inklusion müssen Menschen auch fähig sein. Ich weiß auch von leichter behinderten Menschen, dass es ihnen peinlich ist, in der Öffentlichkeit einen Krampfanfall zu haben oder ihre Einschränkungen zu zeigen, gerade wenn diese Einschränkung mit Körperflüssigkeiten zusammen hängt.
Es sollte möglich bleiben, dass beeinträchtigte Menschen von sich aus an geschützten Orten und Schulen sein können, wo sie mit ihrer Behinderung nicht auffallen, wenn sie das wünschen oder wenn bei einer Schwerstmehrfachbehinderung klar ist, dass hier Pflege und Kommunikation zwischen Bezugspersonen und Kind das Hauptanliegen sind, gleichzeitig aber andere Kinder mit ähnlichen Anliegen im Umfeld sein sollten.
Da Behinderungen sehr vielfältig sind, sollte es auch weiterhin Schulen geben, die bei speziellen Einschränkungen wie Blindheit etc besonders fördern können. Das kann natürlich eine darauf spezialisierte Regelschule sein, aber auch eine Förderschule.
Das Abschaffen der Förderschulen würde meiner Meinung zu einer echten Exklusion der Schwerstmehrfachbehinderten und der behinderten Kinder mit besonderen Förderschwerpunkten wie beispielsweise Blindheit führen. Gerade für Schwerstmehrfachbehinderte gäbe es dann keine Schulen mehr und diese Kinder würden ohne Förderung und ohne Kontakte nach Außen zu Hause bleiben.

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer sagt’s Frau Rüffer? Ich glaube, sie ist diejenige, die da am ehesten Aufklärungsbedarf hat. ^^

Adele Horn
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Da ist viel Wahres dran. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass die UN an sich schon die Inklusion an Regelschulen nicht mit der Brechstange durchsetzen will. Sondern von sich aus eigens relativiert, dass man auf die sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten im jeweiligen Land Rücksicht nehmen muss. Peinlich ist nur, dass das ausgerechnet in einem der reichsten Länder der Erde ein entscheidender Faktor ist.

Ich sage nur: Fast 50 Milliarden Euro Sanierungsrückstand an den Schulen. Vom Ausbau der digitalen Infrastruktur oder den mangelnden Lehrmitteln fangen wir am besten gar nicht erst an.

Weil die Politik lieber für Automobilindustrie, Rüstung und sonstwas Geld ausgibt als für Bildung. Lindner hat ja auch gerade erst wieder den Etat dafür gekürzt. Was geht bitte in dessen Kopf vor?

Mathteacher
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Liebe Redaktion,
kommen Sie doch einfach einmal bei meiner Frau oder meiner Tochter vorbei und hospitieren Sie mal jeweils einen Tag in diesen Förderschulen, die es unbedingt abzuwickeln gilt. „Meine“ Frauen regen sich maßlos über die Aussagen dieser „Bildungsexpertin“ auf. Wenn Sie diese Schulen und die Arbeit, die dort geleistet wird, sehen, werden Sie nicht mehr für die Abschaffung dieser sehr sinnvollen Einrichtung sein.
Den Kontakt stelle ich gern her.
Herzliche Grüße
C.W.

ysnp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

In welchen Bundesländern gibt es noch Förderschulzwang? In Bayern nicht. Gesetzeslage:
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-41

Privatschulen scheinen ein ambivalentes Verhältnis zu behinderten Kindern zu haben bzw. sich nicht zuzutrauen gewisse? behinderte Kinder zu beschulen. Die Eltern des Kindes mit Downsyndrom in meiner Klasse hatten vor der Einschulung (nach dem Besuch eines normalen Kindergartens) und nach dem Übertritt sich vergebens um einen Platz in zwei Montessorischulen und einer konfessionellen Schule bemüht. Das Kind wurde aufgrund seiner Behinderung abgelehnt, obwohl eine Schulbegleitung sicher gestellt war.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber auch das nicht in ganz Deutschland!

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nicht in meinem Bundesland!
Deutschland ist bildungstechnisch sehr unterschiedlich organisiert. Man kann von daher nicht Gesamtdeutschland betrachten.
Ich möchte in diesem Kontext auch sagen, dass trotz einer sehr hohen Inklusionsrate die Inklusion in SH schlecht funktioniert. Wir dienen quasi für andere Bundesländer als Negativbeispiel.
Das ist alles sehr kompliziert. Und es wird nicht besser werden.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich verstehe nicht, wie das möglich sein soll, wenn für meine Schule allein sechs Förderschullehrkräfte abgestellt sind, der Mann einer Kollegin bereits vor über zehn Jahren nicht mehr an seiner Förderschule arbeiten konnte, weil es dort kaum noch jemanden zu unterrichten gab …
Und was Sie als „Umettikettieren“ bezeichnen, ignoriert Förderbedarfe, die real existieren, weil es immer mehr soziale Umfelder gibt, die Kinder von Geburt an kaputt machen. Aber das ist dann nicht „echt“?

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Immer mehr kaputte Elternhäuser bzw. vernachlässigte Kids?

ysnp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Okay, faktisch wegen der unzureichenden Vorraussetzungen an den Regelschulen. Man kann deswegen in meinen Augen nicht von einem Förderschulzwang ohne Wenn und Aber reden. Die Freiheit der Wahl haben dennoch die Eltern. Und sie wählen nach meinen Erfahrungen ganz unterschiedlich.

Ich habe als Lehrerin in den 80igern/90igern echten Förderschulzwang in Baden- Württemberg erlebt. Da mussten die Schüler, die auf Sonderschule getestet wurden, auch gegen den Willen der Eltern die Sonderschule besuchen. Die Kinder konnte man ohne Einverständnis der Eltern von Sonderpädagogen der entsprechenden Sonderschulen (so hießen sie damals) testen lassen.

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es sind auch nicht genügend Lehrkräfte da, um ein einziges System zu unterhalten. Ein Inklusionssystem sowieso nicht.
Das müsste demnach angegangen werden.
So oder so.

Cornelia
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Schwerst mehrfach behinderte“ Kinder, die räumlich gar nicht mobil sind, kenne ich eigentlich gar nicht. Eher junge Menschen im Wachkoma, die sogar mobil sind und auch durchaus etwas von ihrer Umwelt mitbekommen. Die Fortschritte machen, wenn sie in einer Gruppe sind und gefördert werden, wenn auch sehr minimal. Aber nonverbal ja oder nein ausdrücken können, zum Beispiel durch Augenbewegung, ist zwar extrem wenig Selbstwirksamkeit, für die Betroffenen jedoch ein Meilenstein.

Zwar sehe ich es auch so wie TaMu, dass man schwer mehrfach behinderte Menschen nicht “ vorführen“ sollte, aber wo ist die Grenze? Viele behinderte Menschen lieben das “ Bad in der Menge“. Zwanglos durch eine Fußgängerzone schlendern oder im Rollstuhl geschoben werden ist doch viel spannender als ein Waldspaziergang! Manche suchen geradezu diese intensiven Sinneseindrücke!
Wir haben das bei unserer Tochter beobachtet, und andere Eltern haben uns bestätigt, dass es bei ihren Kindern genauso ist. Sogar ein Elternpaar mit Tochter im Wachkoma macht diese Städtetouren, weil es der Tochter gefällt.
Die Grenzen sind da, wo man negative Reaktionen der Kinder erkennt.

Was die Beschulung betrifft, sollte im Einzelfall entschieden werden. Soweit ich informiert bin, wurde in Südtirol auch eine Schülerin im Wachkoma in einer inklusiven Klasse an manchen Tagen mit betreut. Jedenfalls darf nicht die Situation auftreten, dass schwerst mehrfach behinderte Schüler in ein Heim untergebracht werden müssen, weil es keine wohnortnahe Beschulung mehr gibt.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Auf diesen Fall in Tirol bezog ich mich auch. Wir hatten auch schon mal einen schwer krebskranken Schüler im GL (der seine Schulzeit nicht überlebt hat) . Solche Menschen wünschen sich eben auch ein Stück Normalität und dazugehören, ich wundere mich sehr das viele Kolleg*innen hier das „vorgeführt“ nennen und ganz selbstverständlich davon ausgehen das Menschen die krank sind ihre Erkrankung peinlich ist und sie sich schämen. Und man denen das ersparen muss (durch ghettoisierung). Ich bin ehrlich geschockt wie einige Kolleg*innen die hier mitschreiben hier so ticken.

Cornelia
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ich selbst bin mir da einfach nicht sicher, wie der betroffene Mensch das erlebt. Ich finde, beides ist möglich. Ich verstehe gut, was TaMu ausführt. In manchen Fällen wird es so sein. Es ist ja natürlich auch ein großer Unterschied, ob jemand gut versorgt im Rollstuhl sitzt und einen Ausflug in einer belebten Stadt macht, oder ob er in der Öffentlichkeit versorgt werden muss, zum Beispiel auch in einem Klassenzimmer.
Ich kenne einen jungen Mann mit Down Syndrom im Wachkoma, der ständig zu Hause ist und nirgends mehr teilnehmen kann,( obwohl das anfangs trotz Wachkoma noch möglich war), und eine junge Frau im Wachkoma, die täglich mit dem Bus in die Werkstatt gefahren wird und sich dort offensichtlich in einer kleinen betreuten Gruppe wohlfühlt .

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

Danke, Cornelia.

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Er war ja wohl ansprechbar und wenn er sich das gewünscht hat, war es gut, dass er es hat erleben können.
Ich kenne aber auch den Druck von Schulämtern und Jugendamt, dass unabhängig von der Erkrankung Kinder und Jugendliche sehr rasch wieder in die Beschulung gedrängt werden, immer zu „deren eigenem Besten“. Ich kann mir gut vorstellen, dass die allgemein als Allheilmittel für alles dargestellte Schule auch sehr schwer erkrankten Kindern so angepriesen wird, dass diese parallel zu Chemotherapie und Bestrahlung unterrichtet werden, Fatigue und Verbrennungen hin oder her. Auch Eltern scheinen eher mehr als weniger auf diesen Zug aufzuspringen.
Ich habe den Eindruck, dass Kindern und Jugendlichen weniger Schonung zugestanden wird, als erwachsenen Patienten.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Der Schüler ist aber gerne zur Schule gegangen und auch freiwillig, jeder Arzt hätte den krank geschrieben, die Prognose war eben schlecht, er wurde nur noch pallativ behandelt.

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wo gehen sie hin, wenn es keine Förderschulen in ihrer Nähe mehr gibt?

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Mal was anderes. Es gibt kleine und große, ländliche und städtische Schulen. Es gibt Regelklassen mit 11 Kindern und welche mit 25 Kindern. In NDS liegt der durchschnittliche Klassenteiler bei 18,8. In Osnabrück, siehe mein Kommentar in einem Nachbarartikel, bei 18,5. Dort gibt es eine (!) neue erste Klasse mit 25 Kindern, alle anderen 95 neue erste Klassen sind (weit) darunter. Und zwar im Stadt-Bereich! Im Landbereich (nicht mitgezählt) dann erst recht! Da es 7 % Kinder mit Förderbedarf geben soll von denen noch die Hälfte an Förderschulen ist, müssten in diesen 96 ersten Klassen der Stadt Osnabrück 61 Förderkinder sein – also in 2 von drei Klassen eines.
Ich bin die ganzen Einschulungsfotos der Erstklässler aus dem Stadt-Bereich Osnabrück durchgegangen, habe den Klassenteiler errechnet. Auch unter behinderten Kindern sind Extremfälle, wie Sie sie beschreiben, selten. Deshalb findet sich unter den etwa 1.700 Erstklässler auf den Bildern nur eines, das Ihrer Beschreibung entspricht.
Wieso meinen Sie, Inklusion bedeute, das Kind müsste in die 25er Klasse? Wieso suggerieren Sie, es gäbe mit Inklusion keine kleinen Klassen mehr, die man speziell für solche Kinder prioisieren könnte? In der GS Osnabrück Pye (wenn ich mich recht entsinne) bestehen beide erste Klassen aus 11-12 Kindern. Dort wäre so ein Kind richtig, es könnte seine 1:1 Betreuung mitnehmen und diese schauen, was es braucht.
Wenn ich gerade eine OP hinter mir habe, möchte ich vielleicht alleine sein. Wenn das für Jahrzehnte meine Lebenssituation ist, auch?

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

An den derzeitig noch existierenden Förderschulen in BW werden viele schwerstmehrfachbehinderte Kinder unterrichtet. Die Schulklassen bei uns sind mit ca. 20 Kindern in der Grundschule gut gefüllt. Ich kenne keine Schule in der Nähe der Förderschulen, die mit kleineren Klassen arbeitet und außerdem die räumlichen Voraussetzungen bietet.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Und wenn die FS stillgelegt würde, dürfte man die Räumlichkeiten dort nicht mehr gebrauchen?

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Anders gefragt: Hat das FS Gebäude ein Schild mit dem Namen FS mit Konrad-Spezialkleber dran und kann deshalb nicht für Regelschulzwecke, zB eine „kleine“ integrative Grundschule genutzt werden?

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Mit welchen Lehrkräften wollen Sie denn die zusätzlichen Schulen besetzen? Deshalb werden die Klassen ja immer größer: es gibt keine Lehrkräfte mehr. Das ist unabhängig von Inklusion. Je größer aber die Klassen, desto weniger Möglichkeiten für Förderung, egal ob kognitiv beeinträchtigt oder hochbegabt. So sieht’s nun mal aus!

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Und inwiefern ist das anders, wenn wir am Förderschulsystem festhalten? Gibt’s dann mehr Lehrer? Btw: Durchschnittliche Klassengröße in NDS 18,8!

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ist ja interessant, dass es möglich ist, nur anhand von Fotos in „behindert“ und „nicht behindert“ einzuteilen. Ach was soll’s, Frau Rupp kann’s halt. Sie 7st ja auch der Ansicht, dass alle behindert sind. Nur – was soll dann diese Einteilung, noch dazu nach Ansehen?

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Man kann auch kein Kind mit sozial-emotionaler Reifeverzögerung am Äußeren erkennen, und solch ein Kind kann einem wahrlich jeden Unterricht, jede Klassengemeinschaft pulverisieren. Es gibt halt leider nicht nur pflegeleichte Lehrerlieblinge mit Beeinträchtigungen, so wie Frau Rupps Tochter das zu sein scheint…
…der Tellerrand!

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Mensch, seid ihr alle schlau. Es ging gerade im Gespräch mit TaMu um schwerst mehrfach behinderte Menschen oder welche im Wachkoma. Und, jetzt kommt’s, die erkennt man…..
Warum nur? Frag die Maus!
Ansonsten gibt es laut N4T 7% Kinder mit Förderbedarf, von denen sich die Hälfte in Förderschulen befindet. Jetzt muss man rechnen können….
Das Ergebnis ist, dass sich in den 96 Osnabrücker Erst-Klassen mit etwa 1.700 Kindern 61 Kinder mit Förderbedarf befinden müssten.

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Und wohin genau gehen dann die schwerstmehrfachbehinderten Kinder zur Schule, wenn alle augenscheinlich „leichter“ behinderten Kinder in den Regelschulen sind und die Förderschulen schließen?
Meine Bedenken sind, dass sie dann gar nicht mehr in die Schule gehen können. Für diese Kinder braucht es bauliche Voraussetzungen, breite Türen, Waschräume mit speziellen Vorrichtungen und natürlich große, funktionierende Aufzüge, außerdem sehr kleine Klassen und eine permanente 1/1 Betreuung.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Wieso sollen die ihre 1:1 Betreuung nicht mitnehmen? Wieso sollen die Räumlichkeiten ehemaliger Förderschulen nicht genutzt werden? Wieso soll man die in eine 25er Klasse stecken und nicht in einer 11er Klasse (Beispiel Osnabrück) von denen es auch genug gibt? Der einzige Unterschied wäre, dass in der Klasse nicht alle behindert sind und es keine örtliche Abschottung zu gesunden Menschen gäbe.

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Woher haben Sie Ihre Informationen bzgl. Des Klassenteilers in Niedersachsen? Aus Fotos in der Zeitung? Das Kultusministerium in Niedersachsen hat andere Klassenteiler (maximale Klassengrößen):
Grund- und Oberschule 28
Hauptschule 26
Realschule und Gymnasium 30
Klar kann man mal Glück haben, und es sind 40 Kinder, die dann zwei zwanziger Klassen bilden. Es ist es aus Personalgründen in einigen Regionen aber bereits so, dass die „überzähligen“ Kinder an andere Schulen gehen müssen, um dort auf 30 aufzufüllen. Gibt nicht genug Lehrkräfte, um die Klassen zu teilen.

https://www.mk.niedersachsen.de/download/57653

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Das hatte ich erst aus den Einschulungsfotos in Osnabrück für Osnabrück errechnet und danach gab’s hier bei N4T einen Bericht über Klassengrößen, der auch dazu passte. Osnabrück 18,5. NDS 18,8.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Uns anderen ist völlig klar, wie die Kollegin das meint. Aber wir arbeiten ja auch tatsächlich in solchen Umständen, sind also auch echte Betroffene.

Victoria Petermann
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also wir sprechen von Kindern mit Förderbedarf, nicht von Behinderung…
Und noch immer ist es absolut verengend- vor allem in der öffentlichen Meinung- Inklusion nur defizitorientiert und auf Behinderung zu beziehen.
Das sind genau die Stereotype, die es aufzubrechen gilt. Bei meiner wissenschaftlichen Tätigkeit habe ich u.a. bei Prof. Kersten Reich gearbeitet und an der Kölner Heliosschule geforscht. Da wird Inklusion ganzheitlich verstanden.

Freiya
9 Monate zuvor

Toll! Mit erlesenen Kindern in erlesener Umgebung und auserlesener Betreuung. Was hat das mit der Realität zu tun?

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Nun, da es nicht in einem Paralleluniversum ist würde ich mal sagen: Das hat sehr viel mit Realität zu tun, ist ein Auschnitt aus der Realität.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn die richtig lesen, verstehen die das auch.
Es spielt eigentlich auch keine so große Rolle. Der Punkt ist, dass Inklusion die schlimmen Zustände an deutschen Schulen natürlich verschlimmert, weil sie on top kommt. Parallel zu mehr Kindern ohne Deutschkenntnisse und mehr Kids, denen es an den grundlegenden Softskills mangelt.
Allerdings gibt es eine Zwischenlösung für Kinder mit speziellen Bedürfnissen, die die anderen Kids nicht haben: Förderschulen, bis die Politik die Situation verbessert hat.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, meine echte Erfahrung im realen Leben kommt mit Ihren Studien nicht mit.
Ich finde es geradezu befremdlich, wie Sie echte Erfahrungen und Beobachtungen ignorieren.
Ich bin seit 16 Jahren an meiner jetzigen Schule. In den ersten fünf Jahren gab es pro Jahrgang zwei bis drei Kids mit Förderbedarf, jetzt haben wir pro Jahrgang (5-9) drei bis vier echte I-Klassen mit Schwerpunkt lernen „Lernen“, während die „ESE-Kids“ auf alle sechs Klassen verteilt sind. In der Stadt, wie allg. in meinem Bundesland üblich, gehen Kids mit Förderbedarf nur in Ausnahmefällen auf Förderschulen.
Das ist on top gekommen. Da können Sie mir sonstwas behaupten.

Mo3
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Fast alle, die hier diskutieren, haben das Wohl der Kinder und deren bestmögliche Förderung im Hinterkopf (um am Ende größtmögliche Teilhabe zu ermöglichen), wenn sie auf die Probleme bei der Inklusion aufmerksam machen. Und es sind immer die Rahmenbedingungen, die für eine gute Inklusion nicht passen. Sie haben ebenfalls schon mehrfach dargelegt, dass es an multiprofessionellen Teams und Rückzugsräumen usw. fehlt – aus ihrer Sicht, weil man kein Geld dafür ausgeben will oder weil es diese Fachkräfte am Markt einfach nicht gibt und die Kommunen so pleite sind, dass sie Schulgebäude ja schon kaum erhalten können geschweige denn auszubauen. Hier werden nur die realen Konsequenzen dieses Mangels beschrieben, und wie dieser zu Lasten aller geht. Dabei soll Inklusion doch eine Bereicherung für alle sein.

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Laut Statista ist zwar die Anzahl der Förderschüler seit 2017 leicht(!) angestiegen, aber die Anzahl der Inklusionskinder noch mehr. Wenn wir nun berücksichtigen, dass auch die Anzahl der Kinder mit Förderstatus insgesamt gestiegen ist, sieht der Trend doch etwas anders aus als im Artikel geschildert: Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach Schulart | Statista Somit können wir konstatieren: Doch, es kommt „on top“.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Faktisch sind Schüler*innen bei uns an der Hauptschule einfach umdeklariert worden. Was früher leistungsschwache und verhaltensauffällige Schüler*innen waren sind jetzt Ese oder LB Schüler*innen.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Ja? Was spricht denn dagegen? Verstehe ich nicht. Tatsächlich sind viele verhaltensauffällige Kids behindert. Deren Behinderung ist ihr soziales Umfeld.
Als Kollege müssten Sie das doch auch so sehen. Viele dieser Kids können einem nur leid tun.

Uwe
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es ist ein schlichter Etikettenschwindel, auf diese Art wurde die Inclusionsquote künstlich nach oben getrieben. Und ob ESE diagnostiziert wird oder nicht ist für die betroffenen Schüler*innen völlig wurscht, die Schule muss sich doch eh auf sie einstellen egal ob man das jetzt „ESE“ oder „schwierig“ nennt.

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Da besteht schon ein Unterschied, denn für attestierte „ESE-Kids“ gibt es in SH Maßnahmen. Z.B. ist die Klassengröße kleiner und es ist einfacher Begleitung, Doppelbesetzung usw. zu bekommen/einzurichten.
Das ist noch lange nicht optimal, aber es hilft ein wenig.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dagegen spricht, dass diese Kinder benutzt werden, um GE – und anderen Kindern den Garaus zu machen. Wegen dieser Kinder soll exkludiert werden. Es wird von Behinderten gesprochen. Die schwierigen und die, die exkludiert werden sollen, sind dann aber verschiedene. Heißt, wenn exkludiert wird, werden nur GE-und andere Kinder diskriminiert und die Lage in der Regelschule bleibt gleich. Würde man dann wiederum ALLE „beeinträchtigten“ exkludieren, bräuchten wir die Räume der Regelschulen dafür und die kleinen Förderschulen wären für den kleinen unproblematischen Rest. Es gäbe dann etwa 2% Glückspilze von Lehrern, die diese wenigen Unproblematischen unterrichten dürfen. Alle anderen Lehrer werden für die „Beeinträchtigten“ gebraucht. Aber schön, dass wir drüber geredet haben…

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie diskriminieren also lieber schwierige Kids, deren Behinderung ihr soziales Umfeld ist. Dachte ich mir.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dann erklären Sie mal, warum ich diskriminiere. 😉
Oder ist es jetzt Diskriminierung Gesunder , wenn Behinderte nicht diskriminiert werden? Inwiefern werden ESE’s diskriminiert, wenn ihr sie nicht als Beispiel nutzen könnt um GE’s loszuwerden?

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich denke, Sie wissen das selbst gut genug.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

IHRER Ansicht nach sind doch eh ALLE behindert (Ihr post in einem anderen thread). Außerdem will niemand jemanden „loswerden“! ALLE haben ein Recht auf angstfreien, förderlichen Schulbesuch.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  Freiya

Eltern von verhaltensauffälligen Kindern haben auch Angst, wenn diese dann zu einer Schule speziell für ESE-Kinder sollen. Dort sind keine Vorbilder, sondern nur Negativ – Beispiele. Aber das ist nicht das Hauptproblem.
Wir haben hier eine Schule, speziell für schwere ESE-Fälle. Es soll aber erreicht werden, dass diese Kinder wieder in die Regelschule integriert werden. Alle Kinder dort sind mehrfach von der Schule geflogen. Lehrer von anderen Schulen fragen dort an, aber die Plätze sind begrenzt. Da ist nichts mit „aufgrund des tollen Betreuungsschlüssel und individueller Förderung…“. Im Gegenteil : Die Lehrer dort sind viel mehr „auf“ als sonstwo, weil sie die geballten Probleme dort alle zusammen bekommen.
Und für die Kinder ist es auch nicht gut unter ihres gleichen zu sein.
Manche waren in der Regelschule aggressiv aus Angst(!) (Angriff/Abwehrtaktik) vor anderen und kommen nun in so einer ESE-Schule in die wahre „Hölle“, wo sich ihre Angst bestätigt. Andere sind Heimkinder, Missbrauchsopfer – und werden nun mit anderen Opfern zusammengepfercht (wie bekannt ist, sind sich Opfer gegenseitig keine Hilfe).
Dann gibt es dort auch noch „Täter“. Da kenne ich zwei Beispiele, von 13 bzw 15jährigen Missbrauchstätern.
Der 15jährige flog von der Schule, weil er seine 8jährige Cousine missbraucht hat und kam ins Heim, wo er laut Mutter der 8jährigen „gleich weiter gemacht hat…“

Ihr macht es euch hier viel zu einfach. Suggeriert euch, dass an speziellen Schulen alles möglich ist. Aus dem Auge, aus dem Sinn. Wie geht es den anderen Heimkindern denn mit diesem 15jährigen? Und wie geht es dem hochsensiblen Kind, dass aus Angst vor grausamen Kindern ein Theaterspiel veranstaltet und sich gewalttätig gibt, vielleicht nicht einmal ist, aber eine Show macht und Drohungen und Sprüche – damit andere von ihm Abstand halten und damit von Pädagogen für verrückt erklärt wird um dann bei genau den Kindern zu landen, vor denen es am meisten Angst hatte…

In einer Klasse mit acht Kindern und sechs Auffälligen ist es schlimmer als in einer Klasse mit zwanzig Kindern und zwei Auffälligen. Was ist mit den zwei nicht Auffälligen in dieser Achterklasse? Und auch die sechs anderen haben sich gegenseitig nicht „verdient“.

Wenn man an ALLE denkt, dann ist es am besten, wenn die große Gemeinschaft die Probleme trägt und nicht einzelne ausgesonderte Opfer. Meine Tochter ist übrigens wohlbehütet an der Regelschule und deshalb denke ich hier nicht egoistisch nur an mein Kind, im Gegenteil, ich bin ja dafür Sonderschule aufzulösen. Aber ihr denkt an eure Arbeitserleichterung und das Heimkind, dass dann mit den zwei Missbrauchstätern und den vier Gewalttätern zusammen wohnt und zur Schule geht, das ist euch egal. Ihr redet euch einfach ein, die Kollegen dort hätten alle Möglichkeiten….

Adele Horn
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die ganze Diskussion ist im Grunde müßig. Mittlerweile bin ich von drei Dingen überzeugt:

  1. Das staatliche System wird auch weiterhin auf Verschleiß gefahren werden, einfach weil man sich darauf verlässt, dass seine Insassen – Kinder, Lehrer, Betreuer, Familien – sich privat mächtig abstrampeln werden, um die Defizite auszugleichen. Sei es, weil sie eine ausgeprägte soziale Ader haben, sei es, dass sie externe, zusätzliche Bildungschancen nutzen können, oder sei es aus Liebe und Sorge ums eigene Kind. Und wenn all die Bemühungen dann nicht reichen, pervertiert man die Argumentation und erklärt die Fehler des Systems zum Charakterfehler der Betroffenen: „Ihr gebt euch bloß nicht genug Mühe! Ihr wollt bloß nicht wirklich!“. Kann man dann ernst nehmen, muss man aber nicht.
  2. Über die nächsten 20 – 30 Jahren (das ist der Zeitrahmen, für den die KMK selbst schwerwiegende und weiter zunehmende Probleme im Schulsystem vorhergesagt hat) wird der private Sektor sowohl bei Regel- als auch bei den Förderschulen an Bedeutung gewinnen. Nicht nur Elterninitiativen, sondern auch die Kirchen sowie Unternehmen aus Dienstleistung und Industrie werden die Chance erkennen und ergreifen. Sie werden auf die Wünsche der Familien bei den Rahmenbedingungen besser eingehen können, weil sie lokal und im direkten Dialog agieren können und die passenden Mittel schneller zusammen oder gar schon auf der Hinterhand haben. Desgleichen können sie den Lehrkräften passendere Arbeitsbedingungen bieten und damit eventuelle Einbußen bei der Bezahlung wett machen. Inklusive Arbeitszeiterfassung. Mindestens einigen Bundesländern können sie auch Schulgeld verlangen, soviel sie wollen, wenn sie auf staatliche Gelder verzichten und sich „nur“ als Ergänzungsschule anerkennen lassen.
  3. Bildung wird in Zukunft noch mehr als ohnehin schon vom Geldbeutel und der Bildungsaffinität der Familien abhängen. Wir werden bis 2050 – falls Europa stabil bleibt – Verhältnisse haben, die sich denen der USA oder Großbritanniens angeglichen haben. Sollte Europa instabil werden, wird dieser Effekt noch verstärkt bzw. beschleunigt.

Im Grunde kann man die ganze Diskussion hier einstellen, weil die Realität (a.k.a. Lehrermangel, Sanierungsrückstand und dergleichen mehr) ohnehin bei allen Familien mit dem dicken Hammer zuschlagen wird. Noch mindestens über zwei Schulgenerationen hinweg. Ob es ihnen passt oder nicht.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Und das Tragische ist, dass man das alles hätte schon sehen können. Aber man kopiert lieber Amerika, nun kopiert man eben auch die Konsequenzen. Nur sind die USA Deutschland etliche Jahre voraus, wie das so bei Kopiervorlagen ist. Man hätte also sehen können, wohin das führt, wenn man gewollt hätte.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bild muss man also auch einfach nur richtig lesen?

DerechteNorden
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, tatsächlich muss man das. Es ist sehr wichtig, die Artikel zuende zu lesen. Sehr oft steht ganz am Ende etwas, dass die Schlagzeile komplett zerlegt.

Indra Rupp
9 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es hat schon seinen Grund, warum es als Journalist einer anspruchsvollen Ausbildung bedarf.
Die Medien nennt man doch auch 4. Staatsmacht oder Staatsgewalt oder so – hatte mein Sohn gerade in der Schule.
Medien können ganz viel in der Gesellschaft anrichten und in Zeiten von Internetforen ist jeder Bürger dort ein kleiner Berichterstatter und macht Stimmung, nimmt Einfluss. Die negativen Folgen sind längst bekannt.

Pit2020
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion

Sie könnten ja auch einfach feststellen: Die Klassen sind zu groß – für alle Kinder.“

Sie als Redaktion könnten ja auch einfach gleich die gesamte Kommentarspalte selber „passend formuliert“ füllen, viel fehlt nicht mehr.
(Nee, diesmal kein 😉 weil nicht ironisch gemeint.)

Dennoch:
Herzliche Grüße

Pit2020
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion

Wer alles so lange dreht und wendet bis es kein Halten (in jeglicher Hinsicht) mehr gibt – ist in diesem Forum richtig.

Seit einigen Wochen beobachten und äußern das immer wieder etliche Foristen (und es werden immer mehr), die – Potztausend! – sonst ganz unterschiedliche Ansichten vertreten (und man muss in der Tat nicht alles akzeptabel finden) …

Es war hier allerdings nicht immer so (ein bissiges und verbissenes Schubladendenken und „in die Ecke stellen“) und vielleicht toben (sich) in der Redaktion auch andere Leute (aus) als vor längerer Zeit.
Warum auch nicht? – Ist ja die eigene Seite. 🙂

Gerne nochmal:
Herzliche Grüße

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also mal zu dem „anonyme Menschen“ … Sie wissen genau, warum viele hier anonym auftreten. Anders wäre es wohl einigen auch lieber. Das ist halt eben so eine Sache bei „Staatsdienern“. Traurig genug eigentlich.

Sind jetzt Menschen, welche hier den Klarnamen verwenden (für „die Redaktion“) in ihrer Meinung mehr wert? Wäre schon interessant zu wissen.

Und wenn man mal das „Anonym“ genauer betrachtet, dann ist „die Redaktion“ doch ebenfalls zumindest bedingt anonym, so lange man nicht genau weiß, wer von der Redaktion gerade schreibt. Ob das „ganze Team“ dahinter steht oder es eine Einzelmeinung ist.
Anders wäre es, wenn bspw. neben „Die Redaktion“ noch bspw. dabei stehen würde: „Gepostet von Thomas Zab“.

Ansonsten: Kein Problem, wenn „die Redaktion“ mit postet. Jeder Mensch sollte eine Meinung haben (dürfen). Ob jetzt „die Redaktion“ das postet unter „die Redaktion“ oder einen/ihren „normalen Nickname“ ist mir persönlich egal. Der Inhalt interessiert mich. Da muss man auch nicht übereinstimmen. Wenn ich das anders sehe als die Redaktion, dann ist halt ein Diskurs wie mit jedem anderen hier hoffentlich möglich und vielleicht sogar gewinnbringend.

Kann man doch auch irgendwie trennen …
Redaktion: Entscheidet die Artikel.
Sobald sie hier in den Kommentaren (subjektiv) schreibt, ist „die Redaktion“ halt wie jeder andere User. Wenn es sachdienlich als Redaktion geschrieben wird (da an Redaktion gepostet mit Bitte um xy), dann kann ich das für mich auch zuordnen und trennen.