Welche Eigenschaften Lehrkräfte besonders anfällig für einen Burnout machen – und was präventiv helfen kann

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WIESBADEN. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich ausgebrannt von der Arbeit. Folge kann ein Burnout-Syndrom sein. Durch präventive Maßnahmen und die richtigen Verhaltensweisen lassen sich akute Stressgefühle abbauen und psychische Folgeerkrankungen wie eine Depression vermeiden, betont der Psychiater Dr. med. Tobias Freyer.

Junger Mann mit Brille in der Hand am Schreibtisch massiert seine Nasenwurzel.
Die Belastung für Lehrkräfte hat drastisch zugenommen, nicht zuletzt aufgrund des Lehrermangels. Foto: Shutterstock

Sie lieben ihren Beruf und trotzdem fühlen sich immer mehr Lehrerinnen und Lehrer davon überfordert. Große Klassen, anspruchsvolle Eltern, häufige Mehrarbeit und wenig Erholungsphasen bestimmen den Alltag. In der Pandemie sind mit Digitalunterricht, Lernrückständen, Personalausfall und Angst um die eigene Gesundheit noch zusätzliche Belastungen hinzugekommen. Nicht selten ignorieren Pädagoginnen und Pädagogen, wie kräftezehrend ihre Arbeit ist und verausgaben sich. Andere ziehen sich resigniert zurück. Der ideale Nährboden für die Entstehung eines Burnout-Syndroms, stellt der Wiesbadener Facharzt für Angststörungen und Zwangserkrankungen Tobias Freyer fest.

Charakteristische Merkmale für diesen Risikozustand sind Müdigkeit, emotionale Erschöpfung und die fehlende Fähigkeit abzuschalten. Das anhaltende Gefühl des Ausgelaugtseins kann die Leistungsfähigkeit mindern, die Betroffenen sind oft freud- und antriebslos. Nervosität und Konzentrationsstörungen erschweren den Berufsalltag. Viele zweifelten an sich selbst oder empfänden Frust. Hinzu kämen körperliche Beschwerden, die von Kopfschmerzen über Schlafstörungen bis hin zu Verdauungsproblemen reichen können.

„Symptome, die man nicht übergehen sollte“, warnt Freyer, Ärztlicher Direktor der Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad und der Oberberg Tagesklinik Frankfurt am Main. „Werden die Anzeichen für einen Burnout nicht erkannt und behandelt, können sich daraus schwere psychische Folgeerkrankungen wie eine Depression, Angststörungen oder Suchterkrankungen entwickeln“, so der Psychiater. Gerade Lehrkräfte sollten wachsam sein und psychische wie physische Auffälligkeiten ernst nehmen.

Burnout: Lehrerinnen und Lehrer sind besonders gefährdet

Verschiedene Studien belegten, dass etwa 30 Prozent der Lehrenden Burnout-gefährdet sind. Laut Freyer ist der Auslöser für einen Burnout die mangelnde Fähigkeit der Stressbewältigung. Konkret bedeutet das, wie gut jemand in der Lage ist, sich zu erholen, wie fähig, den eigenen Arbeitstag zu organisieren und wie geschickt mit zwischenmenschlichen Problemen umzugehen, etwa mit schwierigen Schülerinnen und Schülern, fordernden Eltern oder Ärger im Kollegium.

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Hinzu komme, so Dr. Freyer, bei Lehrkräften auch ein bestimmtes Persönlichkeitsbild: „Unter den Lehrerinnen und Lehrern gibt es viele Idealisten und Perfektionisten mit großer Motivation und hoher Anspruchserwartung an sich selbst. Wenn es nicht gelingt, die Realität der Berufswelt mit den eigenen Vorstellungen in Einklang zu bringen, kann das auf Dauer nicht nur ernüchternd, sondern auch psychisch sehr belastend sein.“

Maßnahmen zur Burnout Prävention

Für Lehrerinnen und Lehrer sei es wichtig, dem Burnout-Syndrom aktiv entgegenwirken. „Wir verstehen das Burnout-Syndrom als individuelle Reaktion eines Menschen auf berufsbedingte, anhaltende Überforderungen und Konflikte. Diese zu hinterfragen und die eigenen Defizite zu identifizieren, hilft dabei, sinnvolle Wege aus der Stressfalle zu finden“, unterstreicht Freyers Kollege Lars Hölzel. Der Psychotherapeut empfiehlt, auf Signale von Überlastung zu achten und frühzeitig gegenzusteuern. Dazu geeignete Maßnahmen seien:

  • Arbeit und Privatleben voneinander trennen. Ein Arbeitszimmer, bei dem sich nach getaner Arbeit die Tür schließen lässt, ist eine gute Voraussetzung, um abzuschalten. Arbeitsmaterialien im Schlafzimmer verhindern dagegen häufig die notwendige Erholung.
  • Interkollegiale Beratung und Supervision nutzen. Das kann beim Umgang mit schwierigen Situationen im Klassenzimmer helfen.
  • Den Blickwinkel ändern. Ein Fokus auf positives Schülerverhalten schafft Anreize für erwünschtes Verhalten und führt auch bei der Lehrkraft zu einem Fokus auf positive Erlebnisse.
  • Gestaltungsspielräume im Schulalltag nutzen. Das hilft dabei, ein Gefühl der Kontrolle zu behalten – einer der wichtigsten Faktoren für das Erhalten der psychischen Gesundheit.
  • Erholungsphasen im Unterricht schaffen. Schule stellt auch für Kinder häufig einen starken sozialen Stressor dar. Gemeinsame Entspannungsübungen können SchülerInnen und LehrerInnen helfen, Stress zu reduzieren.
  • Den Umgang mit Konfliktsituationen üben, um Belastungen durch Konflikte abzubauen und einen möglichst konstruktiven Umgang mit Auseinandersetzungen zu finden.
  • Einen ehrlichen Umgang mit dem eigenen Befinden und den eigenen Grenzen pflegen.

Frühzeitig Hilfe suchen

Wer merkt, dass er nicht mehr zurechtkommt und immer öfter denkt „Ich kann nicht mehr“, sollte rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. „Die Betroffenen, die zu uns kommen,“, so Hölzel. Leitender Psychologe einer Wiesbadener Speziaklinik, „haben meist zu lange gewartet und bereits Folgeerkrankungen entwickelt“. Dabei sei die Prognose beim Burnout-Syndrom hervorragend: „Werden seelische Belastungen früh erkannt und sinnvoll behandelt, steht der Rückkehr in ein gesundes Berufsleben nichts im Weg.“

Außer die objektiv belastenden Arbeitsbedingungen im Schuldienst. News4teachers

Arbeitszeitstudie: Lehrkräfte arbeiten im Jahresmittel über drei Stunden zu viel – pro Woche

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74 Kommentare
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Konfutse
2 Monate zuvor

Wenn das Lehrpersonal einfach mal nur sein Kerngeschäft in Ruhe ausführen könnte, würde vom Arbeitgeber schon viel Präventivarbeit geleistet werden.

Ron
2 Monate zuvor
Antwortet  Konfutse

So sieht es aus. Vor zehn Jahren konnte man vieles noch einfach machen. Erfahrungshandeln, gesunder Menschenverstand und ökonomisches Arbeiten ist jedoch mittlerweile Old School. Stattdessen werden wir mit Evaluationsaufgaben, multiprofessionellen Dauersitzungen und mit Hunderten von Vorschriften gegängelt.

Georg
2 Monate zuvor
Antwortet  Ron

Dazu kommt die schwierigere Schülerschaft …

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

di schyler sint sowiso dass lestigste am beruf, getopt von närfigen Eltern

Indra Rupp
2 Monate zuvor

… und als Eltern nicht immer nur ankommen, wenn was schlecht läuft, sondern auch mitteilen, was man alles gut findet.

Klaus Lehmkuhl
2 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Eltern … Auch in diesem Jahr wieder der Klassiker : Exakt 12 Stunden nach dem Elternsprechtag ( Unterricht von 08.00 bis 13.25 , dann Termine bis 17.30 ) kommt eine Schülerin , die mir mitteilt , dass ihre Mutter unbedingt mit mir reden muss . Aber natürlich erst nach Feierabend , also gegen 19.00 . Diese “ Kleinigkeiten “ summieren sich und produzieren seelischen Dauerstress .

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Sowas mache ich nicht mehr. Wenn jemand Termine beim Anwalt/Sparkasse/Arzt/Rathaus etc. bucht, muß er sich nach den Sprechzeiten der jeweiligen Institution richten. Warum sollte das in Schule anders sein?

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Vieleicht weil die Mutter in der Zwischenzeit arbeitet und anderen gesellschaftliche Belangen nachkommt?
Es wäre komisch, wenn ein Arzt einen Patienten mit einer Lungenentzündung wegschickt, weil es 10 nach 19.00 Uhr ist.

Leseratte
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Bei uns geht es an den 2 Elternsprechtagen immer bis 20 Uhr, Unterricht vorher bei vielen bis 15.30.

DerDip
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Wieso verursacht diese Anfrage bei Ihnen Stress? Sie können doch einen Gegenvirschlag machen oder, noch besser und entspannter, auf die wöchentliche Sprechstunde verweisen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Bitte noch mal lesen!

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Genau! Suhlen wir uns alle gemeinsam hier in der niedergeschriebenen Sch….

Vorsicht wenn Studenten dabei sind: wenn sie Eltern haben, die „richtig arbeiten“ müssen, zeigen sie in der Regel kein Verständnis

Herr Lehmkuhl vorneweg. Von ihm kann man lernen.
2 x im Jahr Elternsprechtag! Zuviel.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  nichts ist super

Gähn!

Hornveilchen
2 Monate zuvor

Die Ratschläge sind doch alle nicht neu, sondern ein alter Hut. Warum hilft es den Betroffenen nicht ??

Last edited 2 Monate zuvor by Hornveilchen
dauerlüfterin
2 Monate zuvor

Es sind ja mittlerweile die Arbeitsbedingungen so, dass m.E. der Fokus des Artikels auf den Einzelnen und seine Handlungsoptionen eine unzulässige Verkürzung darstellt.

Beispielsweise Hessen: da in den kommenden Jahren die Sommerferien recht spät liegen, hat man die Herbstferien auf eine Woche verkürzt. Die „übrige“ Woche hat man den Osterferien zugeschlagen. Damit sind im April jetzt drei Wochen Ferien. Sehr sinnvoll.
Vorher sind von Januar bis April 12 Wochen Schule mit maximal den Faschingstagen (je nach Schulamt) frei. Die Herbstferienwoche hat der übergeordnete Bereich nicht in diese Zeit legen wollen. Ich empfinde das als sachfremd und reine Schikane.

Für die Gymnasien kommt noch hinzu: direkt nach den Osterferien starten die schriftlichen Abiturprüfungen. Diese müssen in engsten Fristsetzungen korrigiert werden (man muss noch darauf hoffen, dass niemand zum Nachtermin schreibt). Dann geht es sehr kurzfristig weiter mit den mündlichen Prüfungen (Aufgabenerstellung und massive Prüfertätigkeit in manchen Fächern).
Diese Organisation durch den übergeordneten Bereich hat hier zu einer massiven Verdichtung des Arbeitsanfalls geführt. Niemand der in der Schule Tätigen hat eine solche Verdichtung bereits erlebt.

Und das sind genau die Setzungen, die zu Überlastung und ggf. Burnout beitragen. Der übergeordnete Bereich hat hier dilettantisch und rücksichtslos organisiert m.E. Da kann man dann in diesen Rahmenbedingungen individuell nur noch sehr beschränkt agieren.

Klaus Lehmkuhl
2 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Es sind ja nicht nur die Abiturprüfungen : Es laufen ja parallel am Ende der 10 die ZPs in Deutsch , Englisch und Mathematik . Und natürlich die Arbeiten in den übrigen Jahrgängen . An mir rauscht der Frühling vorbei , ich verbringe ihn in der Schule und am Schreibtisch .

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Danke für die Ergänzungen, das war mir nur teilweise bewusst.

Leseratte
2 Monate zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Genau. Ich wundere mich im Juni immer, was im Garten schooooon so alles gewachsen ist…

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Klaus Lehmkuhl

Meine Freundin ist Gartenbauerin. Sie erlebt jede Jahreszeit hautnah.
Wäre das keine Option für Sie? Allerdings hat sie einen mickrigen Lohn und 24 Tage Jahresurlaub.

laromir
2 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Genau, das ist es. Wenn man innerhalb von 2 Wochen 75 h zusätzliche Stunden Abi korrektur leisten soll, bei normalem Unterrichtfortgang und Klausurenrunde, kann ich natürlich die oben genannten Dinge tun. Dann gibt es eben keine Noten für den Rest und keine Unterrichtsvorbereitung etc. Reine Anwesenheit und die Abi korrektur liegen dann ja schon bei 60 h. So witzig wieder alles auf persönliche Defizite der LuL in der Stressbewältigung zu schieben. Wie gut soll man sich denn bitte organisieren können, um mal eben die doppelte Arbeitszeit „wegzuatmen“???

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Die Leute werden ausfallen, die verbleibenden werden unter den Vertretungsstunden stöhnen, die Eltern werden ob des Unterrichstausfalls kurz vor Notenschluss Sturm laufen. Schulleitung darf ihre Arbeitszeit mit dem Abarbeiten von Beschwerden verbringen.
Das verstehe ich unter einer professionellen Organisation des Schulbetriebs durch die Übergeordneten! (Wer Ironie findet, darf sie behalten).

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Bitte, liebe Leute!!

Chirurgen im Krankenhaus arbeiten das regelmäßig, nicht nur in der Abi-Zeit. Stolpern von Dienst in der Notaufnahme zum Transplantatons-Dienst und regulären Dienst auf Station.
Verschweigen Sie im Krankenhaus lieber dass Sie Lehrer sind, falls Sie irgendwann in die Situation kommen sollten.

nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

zur Info: Urlaubszeiten für KindergärtnerInnen, VerkäuferInnen, Pfleger,
24 Tage im Jahr, kann bis 30 Tage im Jahr je nach Alter des Arbeitnehmers steigen.
Das heißt: allein für Weihnachten 2022 wären 7 Urlaubstage weg.
Übrig wären 17 Urlaubstage (wenn es ein sehr, sehr guter Arbeitsvertrag ist 23 Tage) für den Rest des Jahres.
Verkäufer arbeiten auch samstags, Pfleger auch sonntags, feiertags und in Schichten. Frühschicht beginnt 5.30 Uhr.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  nichts ist super

Anders rum wird ein Schuh draus –

machen Sie einen auf Quereinsteiger, wenn Sie uns die Wertschätzung, die Überbezahlung, die Halbtagsbeschäftigung und die viele freie Zeit nicht gönnen.

Wir haben Lehrkräftemangel.

Sie haben eine reelle Chance, in einem Kollegenkreis gut aufgenommen zu werden.

Sie werden gebraucht!

Lassen Sie uns nicht im Stich!

Walter Hasenbrot
2 Monate zuvor

Wenn 30 Prozent einer Berufsgruppe gefärdet sind, einen Burnout zu bekommen, dann ist die Individualisierung des Problems der falsche Weg und dient nur der Verschleierung der Verantwortungslosigkeit des Arbeitgebers.

Offensichtlich sind es die Arbeitsbedingungen, die massenhaft krank machen. An ihnen muss sich etwas ändern.

Realist
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Konsequenter Selbstschutz und die Fähigkeit noch konsequenter „Nein“ zu sagen, ist das einzige, was in diesem Beruf hilft. Jedenfalls dann, wenn man sich als „Notausgang“ nicht in die Dauer- oder Immer-Wieder-Erkrankung flüchten will. Auf übergeordnete Stellen kann man sich als Lehrkraft nicht verlassen. Auch nicht auf die „Gewerkschaften“, die teilweise den Realitätskontakt verloren haben und sich lieber um aktuelle gesellschaftstpolitische Themen kümmern als um die Beschäftigten an der Basis.

Der Vorteil von Corona ist, dass jetzt die meisten Lehrkräfte hinsichtlich dieser Thematik endlich aufgewacht sind: Es liegt NICHT am Individuum, sondern die äußeren Bedingungen und die Missachtung des Gesundheitsschutzes sind es, die in diesem Beruf krank machen.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Realist

„Konsequenter Selbstschutz“ – ganz genau.

Leider sorgt ein Großteil des Kollegiums für Dauertress, da sie meinen, es MUSS sein, immer und ewig zur Verfügung zu stehen – quasi Tag und Nacht für die Schülys und deren Eltern da zu sein.

Ich mache das nicht mehr und gehöre zu den unengagierten Lehrkräften, den Weicheiern und nicht belastbaren. Auch das nagt am Selbstbewusstsein und ist alles andere als gesundheitsförderlich.

xyz
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Was kümmert es die Eiche…?
Der Erste, dem es gutgehen muss, sind Sie selbst!
In diesem Berufsfeld, das zur Selbstausbeutung neigt, sollte man auch etwas von der Mentalität anderer Berufsgruppen übernehmen. Cash und Arbeitsbedingungen sind die Motivatoren, alles andere ist Klimbim. Maschinenbauer arbeiten auch nicht für die leuchtenden Augen der Konzernchefs, sondern sie ackern primär extrinsisch motiviert.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  xyz

Danke für die Eiche! 😉

Ich bin tatsächlich auf der Suche nach einem Vorbild auf ganz viele Vorbilder gestoßen – unsere Schülys!

Für die ist ganz schnell klar, was sie machen und was sie nicht machen. Im schlimmsten Fall sitzen sie es aus (jaaaa, pauschal….)

Aber da haben sie wirklich die Nase vorn und ich habe auch tatsächlich schon so manches ….. einfach gelassen.

Auch die Sache, dass die Kids erwarten (von den Eltern mal ganz zu schweigen), dass die Klassenarbeiten am Folgetag korrigiert zurückgegeben werden. Geht inzwischen viel entspannter, dauert halt länger.

„Die leuchtenden Augen des Konzernchefs“ – und die Portemonnaies – das trifft so richtig den Kern! 😉

tingel
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Bei mir standen einige Kinder schon einmal am selben Tag nach der nächsten großen Pause und fragten, ob ich die Arbeit in der Pause korrigiert habe und sie diese zurückbekommen

Nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  xyz

Es ist für Eltern bitter die Einstellung mancher Lehrer zu lesen.
Zum Glück sind nicht alle so.

Und wenn Herr Riesenzerg eines schönen Tages ins Krankenhaus muss, werden die Kollegen dort hoffentlich auch nicht nur an Cash denken.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Nichts ist super

Herr Riesenzwerg passt nur auf sich auf – damit den Schülys und deren Eltern gedient werden kann.

WEM nützt es, wenn Herr Riesenzwerg (langfristig wohlmöglich) ausfällt.

Auch Sie dürfen gerne einmal nachdenken und nicht einfach stänkern.

Ich kenne kein einziges Kollegy, das von Anfang an ein „fauler Sack“ war.

Alle haben eine Entwicklung dahin gemacht – und bestimmt nicht freiwillig!

Meine Güte aber auch!

Boomerin
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich wäre schon froh, eine Mittagspause zu haben, die den Namen auch verdient. An einem normalen Tag unterrichte ich in der SEK II oft von 8 bis 15 Uhr durchgehend, die kurzen Pausen sind nur für die wichtigsten körperlichen Bedürfnisse zu gebrauchen, alleine ist man nie und Ruhe herrscht im Lehrerzimmer auch nicht. Ganz Originelle kommen dann auch noch auf die Idee, Konferenzen von 15 bis 17 Uhr durchzuführen. Wenn ich Freunden aus der Wirtschaft davon erzähle, staunen die nur, weil alle denken, wir haben so gegen 13 Uhr aus und machen dann nix mehr. Diese körperliche Belastung mündet nach Jahren zwangsläufig in einer Dauererschöpfung, und ich frage mich zunehmend, warum das immer noch so sein muss und keiner schlauer wird.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Boomerin

Und bitte nicht vergessen – der Unterricht für den kommenden Tag muss individuell, digital anspruchsvoll und sehr interessant gestaltet werden. Sonst haben die Dauerverwöhnten keinen Bock!

Ach ja, korrigieren.

Irgendwas oder irgendwer bleibt auf der Strecke…..

Nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Boomerin

Wirklich? Und in den Ferien? Ich kann mir schwer vorstellen, daß ein erfolgreicher Wirtschaftler denkt, daß Sie 13.00 Uhr Feierabend haben.

Das haben Sie doch hoffentlich auch nicht erwartet, als Sie sich für den Beruf entschieden haben.

Ggfs hilft es die Branche zu wechseln, wenn es überall nach Gold glänzt.

Verkäufer und Pflegekräfte werden auch dringend gesucht.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Nichts ist super

Was sollen die persönlichen Angriffe?

Erfolgreicher Wirtschaftler – soso.

Last edited 1 Monat zuvor by Riesenzwerg
Dil Uhlenspiegel
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Vollkommen richtig. Mit dem ewigen Hinweis auf persönliche Einstellung, Entspannung und ausgleichende Selbstregulation tut man nichts anderes, als fortlaufend ein krankes, krankmachendes System vor der rigorosen Offenlegung zu verbergen.

Vielleicht ein Gesprächskreis in der Freizeit, ja? Wäre doch gut für die Nerven, damit man dann morgen sich noch viel besser erschöpfen kann.

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Ich habe gehört, dass in Sachen „Entspannung und ausgleichende Selbstregulation“ ein regelmäßiger, möglichst 3x täglich erfolgender Klangschalen-Weitwurf wahre Wunder bewirken soll … 😉

dickebank
2 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Ärger gibt es doch nur, wenn man mit der Klangschale nach den Störern wirft und dann diese auch noch trifft. Stößt die Klangschale gegen die Vakkuum gefüllte Kalotte entsteht das wundervolle Geräusch, das der klangschale den Namen verleiht.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Nee, man muss die Klangschalen selbst wiederholen – Kinderarbeit ist hier ja verboten 😉

Lieber sitzen und …. vollumfänglich chillen 🙂

So!?
2 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Und wenn man krank zu Hause liegt, wird einem vom nächsten und übernächsten Vorgesetzten nahegelegt, dass man ja mit Corona noch E-Mails von Eltern beantworten kann oder mit nem Beinbruch den ausgefallenen Elternsprechtag telefonisch von zu Hause aus bewerkstelligt. Kein Scherz- echt jetzt. Arbeit und Privates trennen? Haha, kennen die Vorgesetzten nicht.

Eselchen
2 Monate zuvor
Antwortet  So!?

Richtig. Liege mit Corona im Bett und wurde früh angeschrieben, wo denn die Vertretungsaufgaben sind. Es wäre keine Mail angekommen… Warum wohl???

Pit2020
2 Monate zuvor
Antwortet  Eselchen

@Eselchen

„Es wäre keine Mail angekommen… Warum wohl???“

Na, womöglich aus demselben Grund, aus dem bei Ihnen – obwohl früh angeschrieben – ebenfalls keine Mail angekommen ist? 😉

Nicht jede SL ist so „eingestellt“.
Allein das sollte zu denken geben.
Aber: Das alles lässt sich auch später überdenken, getreu dem Motto: „Wir gehen über die Brücke, wenn wir angekommen sind.“

In diesem Sinne: Gute Besserung! 🙂

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  Eselchen

Ich handhabe das so, dass ich nicht in meine Mails schaue, wenn ich entsprechend krank bin. Da können sie schreiben wie/was und wie lang/oft sie wollen.
Eine Kontaktaufnahme über das Handy habe ich mir verbeten. Sowohl von Schul- als auch von Elternseite. Wenn dies erwünscht ist möge man ein Diensthandy zur Verfügung stellen.
Aus die Maus.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Eselchen

WO ist der Personalrat?

Das geht gar nicht!

Ich vermeide das auch – bin zu krank. Dann ist eben U-Ausfall.

Viele Kollegys schicken aber Material und machen die Preise dadurch kaputt. Oft wird das Material nicht mal eingesetzt. Also krank umsonst an den Rechner geschleppt und Arbeitsaufträge aus den Fingern gesogen.

Gerade heute haben wir darüber gesprochen. Mein Vorschlag – kleine Vertretungsmappen mit Wiederholungsaufgaben für die Schülys mit Lösungen im Klassenraum. Ein Buch kann auch nicht schaden.

Das ist viel entspannter und nicht mal sinnentlehrt!

Zu den Mails an Eltern und von Eltern:
Solange die „Gegenseite“ nicht verschlüsselt und doppelt und dreifach mit einem Einmalpasswort gesichert ist, gibt es keine Mails an die Eltern. Datenschutz in SH.

Die sollen telefonieren – in der Schule anrufen.

Zuhause ist Zuhause und keine Außenstelle der Schule!

laromir
2 Monate zuvor
Antwortet  Eselchen

Genau. Ruft man an und meldet sich krank, soll man doch seinen SuS bitte über Schulportal oder email mit Material versorgen und informieren! Und noch Unterrichtsplanung mit Arbeitsblättern schicken. Das ist sicher totaaaal gesund. Meine Antwort ist bald zu allem nur noch nein. Die Forderungen sind mittlerweile so unverschämt.

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Im übrigen zweifle ich die Sinnhaftigkeit dieser dauernden Materialzurverfügungstellerei an.
Arbeitsaufträge müssen auch besprochen und korrigiert werden! Sicherlich können SuS auch mal Übungen mit Lösungsblättern bearbeiten, aber eben nicht auf Dauer.
Sonst werden die Arbeitsauträge eben nicht mehr sorgfältig oder gar nicht mehr erledigt und das völlig zu Recht.
Unterrichtsplanung habe ich noch nie geschickt (hat auch noch niemand verlangt). Wenn Unterricht gehalten werden soll, dann möge der Vertreter bitte planen, der auch dafür bezahlt wird.

Dreamghost
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich hätts nicht schöner sagen können

447
2 Monate zuvor

Meine private Beobachtungsliste (nachdem gerade wieder eine Kollegin ganz ausgeschieden ist):

1. Mangelhafter bis garkein Kontakt zum realen Leben ausserhalb des Sicherheitsnetzes von Schule, Universität, Beamtensystem. Ganz besonders: Fehlen konkreter Erfahrungen in irgendeiner Form physischer Arbeit oder Hobbytätigkeit oder irgendeiner Art von realem Risiko.

2. Hohe Affinität zu extremer Meinungskonformität, sehr gerne während sich dabei paradoxerweise „rebellisch“ oder „gut informiert“ gefühlt wird, häufig in Kombination mit Gratismut-Sachen. (Beispielsweise „pro Umweltschutz“ im risikolosen Lehrerumfeld, wo das eh jeder ist)

3. Unvermögen oder Unwillen, Beruf und das eigene Leben zu trennen – Monothema „Lehrer sein“ bestimmt auch privat das ganze Leben. Verwechseln von schulischer (Nicht-) Macht und der Tatsache, dass es halt auf großer Skala gesehen ein ganz stinknormaler Beruf ist, den zehntausende täglich machen.

4. Pseudo-Alternatives Äusseres (z. B. bunte Haare und Tättoo-Show oder Anzugträger-Auftreten mit überteuerter Kleidung) bei gleichzeitiger voller Staatsalimentierung.

Tjoa. Nr. 4 sicherlich strittig, kann Zufall sein… Rest halte ich für „bildungsforscherisch“ 😉 valide.

Sind irgendwie „immer die gleichen“. Hmmh…

Indra Rupp
2 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich denke, Sie finden in jedem Beruf vorrangig einen bestimmten Typ Menschen. Um einen pädagogischen Beruf auszuüben braucht es zB ein gewisses Maß an emotionaler Intelligenz. Somit kein Wunder, dass viele eher feinere Antennen haben oder sensibler sind. Die Schattenseiten dessen sind dann mitunter aber auch eine Neigung zur Depression und fehlendem Selbstwert, zur Berufung, Ideologisierung und somit auch fehlendem „Abschalten“,was den Burnout hervorrufen kann.
Mit „anderen“ Leuten wäre es dann aber nicht besser, weil zB diese emotionale Intelligenz oder Empathie dann fehlt. Alles hat halt auch seine Schattenseiten, deshalb sollte versucht werden das Arbeitsumfeld daran zu orientieren. Wenn also Lehrkräfte ein überproportionales Sicherheitsbedürfnis haben, dann schafft man halt Sicherheiten. In der Beziehung stimme ich mit Waldorf überein: “ Gleiches mit Gleichem heilen.“ – Setze ein stilles Kind neben ein anderes stilles Kind, bis beiden so langweilig wird, dass einer mal aus sich heraus kommen muss!
Wir brauchen nicht immer daran herum zu nölen, dass Menschen verschieden sind und ihre Eigenarten haben oder sie durch die harte Schule schicken bzw mit Gehirnwäsche eine Veränderung hervorrufen wollen. Das wäre auch töricht, weil wir uns gegenseitig ergänzen. Speziell die „Choleriker“ können ja die “ Melancholiker “ und “ Phleg.. FL… V.. Pflegm… ( Gott, wie schreibt man das? Meine Autokorrektur weiß ja garnichts!)… matiker“ nicht ausstehen und meinen, es wäre ein Segen für die Welt, wenn es nur Choleriker gäbe ( Choleriker = Aktiv, kann mit anpacken, braucht keine Badewanne, schläft in 5sec ein – träumt nix – steht innerhalb von 5 sec auf, schlecht in Psychologie,.. ).

Aber nebenbei : Wenn mir im privaten Umfeld einer so lehrermäßig kommt, dann lege ich (Pferdewirtin) die Ohren an! 😉

447
2 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Gebe Ihnen Recht, was die hohe Gefahr für sensible Menschen betrifft.

Ich glaube ernsthaft, dass der Lehrerberuf für z. B. hochsensible Menschen ein erhebliches Lebensrisiko darstellt.

Indra Rupp
2 Monate zuvor
Antwortet  447

Für Sensible mäßig, für Hochsensible geht’s garnicht! Ich weiß, warum ich keine Lehrerin sein will. Ich könnte nachts nicht mehr schlafen und würde nur noch Blicke, Aussagen, Reaktionen unter den vielen Menschen, die ich da tagsüber traf, aufschlüsseln und wäre umgehend krank. Krank wiederum käme ich mir vor der Klasse wie ein verletztes Tier im Rampenlicht vor. Das alles wäre auch zum Nachteil der Schüler und Eltern selbstverständlich. Problem ist, dass man mit solchen Eigenschaften geneigt ist, sich genau solche Berufe auszusuchen. Da passt was – aber anderes passt da garnicht, bzw ist schädlich. Ich weiß, wo meine Eigenschaften bzw Talente, nämlich Menschen zu interpretieren und zu hinterfragen, genau richtig sind : Beim Theater!
Und jetzt raten Sie einmal, aus welchen Berufsgruppen unser Laien-Waldbühnenensemble zu 75 % besteht…. 😉

Ron
2 Monate zuvor
Antwortet  447

Auch wenn Sie downgevotet werden, Ihr Beitrag ist nicht ganz so verkehrt. Ich habe herzlich gelacht. Über Nr. 4 kann man sicherlich geteilter Ansicht sein.

Hellus
2 Monate zuvor
Antwortet  447

Ich kenne aktuell einen Burnout-Fall, wo das alles definitiv nicht zutrifft. Und nu?

So!?
2 Monate zuvor

Ich höre eigentlichen von allen KuK, dass es zuviel ist: zu viele administrative Nebentätigkeiten wie wöchentliches Geldeinsammeln für Projekte, Ausflüge, etc. oder Listen zu führen über Erklärungen zum Datenschutz, Masernimpfungen, etc.; zu viele „besondere“ Tage, die sich dann supi auf der Homepage machen, aber zuvor auch besonderen Aufwand bei der Vorbereitung bedürfen; zu viele „besondere“ SuS, die nicht oder kaum in der Lage sich angemessen im Unterricht zu verhalten und daher viel Kraft und Energie rauben; zu viele Eltern, die sich ratzfatz beschweren, wenn ihr Kind irgendwie und angeblich zu unrecht „angefasst“ wurde und zu viele Infos und Nachrichten, die seit einigen Jahren über E-Mails und WhatsApp von Seiten der SL, der KuK oder der Eltern kommen, gerne täglich und auch am Wochenende.
Wie gesagt, ich höre es von allen Seiten und mit normaler Unterrichtsvor- und -nachbereitung haben diese Dinge nur noch wenig zu tun, fressen aber viel von der Energie und der Zeit, die auch bei LuL nur begrenzt ist. „Ich kann nicht mehr“ ist mittlerweile eher Standard als die Ausnahme. Gesundheitstage, Workshops, Beratungen bringen da nur kurzfristig Linderung. Wohl denen, die sich abgrenzen sowie Selbstfürsorge und ein gesundes Maß an Engagement für schulische Angelegenheiten bewahren können.

Last edited 2 Monate zuvor by So!?
PaPo
2 Monate zuvor

Als jmd., der bereits einen (schwereren) Burnout hatte (vor meinem Lehrerdasein), schreibe ich: Nie wieder! Meine Work-Life-Balance werde ich nie wieder derart erodieren (lassen), wenngleich dies negative Effekte auf die Qualität meines Unterrichts zeitigt. Aber diesen Schuh muss ich mir nicht anziehen (lassen):

Natürlich kenne ich Kollegen, die leben – wie es scheint – ausschl. für ihren Beruf, planen auch nach Jahren jede einzelne Stunde bis ins letzte Detail, konzipieren auch in den Sommerferien 2/3 der Ferienzeit über Unterrichtsreihe um Unterrichtsreihe, haben keinerlei Probleme mit unzähligen Konferenzen, die sie bisweilen auch selbst bis in den späten Abend überziehen etc. Ich kenne auch Kollegen, die unangebrachte Schuldgefühle haben, wenn sie sich nicht derart aufopfern (zum Wohle der Kinder/Jugendlichen, die ja für die verkorksten Rahmenbedingungen – s. im Folgenden – nichts können). Aber das ist aber nicht meine Auffassung der Lehrerprofession und ich lasse mich auch nicht in entsprechende Geiselhaft nehmen.
Ja, m.M.n. ist es wichtig, dass sich Lehrer endlich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Das Unterrichten bzw. Qualifikation, Selektion und Allokation. Das möchte ich auch. Ich ziehe den Wert meiner Profession aus der Relevanz der gesellschaftlichen Aufgabe, die ich eigtl. erfülle, nicht weil ich „all mein Fühlen, Denken und Handeln im Beruf auf das Wohl der mir anvertrauten Kinder hin“ (K. Zierer) ausrichten würde o.ä., das ist nicht meine Aufgabe (s. https://www.news4teachers.de/2022/11/neue-news4teachers-podcast-reihe-schulschwatz-der-bildungstalk-erste-folge-warum-lehrkraefte-jetzt-einen-sokratischen-eid-ablegen-sollen/#comment-484981). Aber die Bildungspolitik erschwert mir die Wahrnehmung dieser Aufgabe massiv, macht sie z.T. unmöglich.

Und das ist es, was mich frustriert. Das ist es, was auch viele Kollegen psychisch zermürbt. Die miserablen Rahmenbedingungen, die Torpedierung der Hauptaufgaben der Lehrerprofession. Was alles schief läuft, lässt sich anhand der folgenden Desiderata erahnen. Denn wir brauchen all das Folgende – in a nutshell (s. https://www.news4teachers.de/2022/10/oecd-bericht-zur-bildung-in-deutschland-schleicher-wie-der-lehrerberuf-fuer-junge-menschen-attraktiver-werden-koennte/#comment-476167)

Spoiler

• Deutlich(!) kleinere, leistungshomogenere Klassen; präventiv gg. evtl. Gegenargumente s. hier: https://www.news4teachers.de/2022/06/zweifel-daran-dass-sich-mehr-lehrer-lohnen-landesrechnungshof-draengt-auf-groessere-klassen/#comment-452413
• Deutliche Lehr- statt Lernorientierung (Link im letzten Punkt), damit einhergehend die Abschaffung inadäquater Binnendifferenzierung und Co.; zur Problematik s. hier: https://www.news4teachers.de/2022/03/die-mehrheit-sind-reformer-vier-von-fuenf-schulleitungen-stellen-den-althergebrachten-faecherkanon-infrage/#comment-440665
• Stellen einer adäquaten Vertretungsreserve.
• Deutliche Reduktion, Abschaffung bzw. Auslagerung von zusätzlichen Verwaltungsaufgaben, von der Erstellung von Förderplänen, über redundante Fachabsprachen zu Beginn eines jeden Schuljahres (bei uns gang und gäbe… geht jedes Mal ein ganzer Tag verloren, obwohl es doch nur copy & paste ist) und Konferenzen, die durch eine kurze E-Mail substitutiert werden könnten, bis zu im Wesentlichen der Profession fremden Zusatzaufgaben (wie z.B. die IT-Verwaltung an der Schule durch Lehrer), einschl. Aufsichten (Pausen; Klausuren etc.) und Co. Vielleicht könnte man sogar einen Teil der Korrekturen outsourcen (Blindkorrekturen wären wohl auch i.S.d. Bildungsgerechtigkeit).
• Deutliche Reduktion der zu unterrichtenden Klassen/Kurse (s.o.) i.V.m. deutlichen(!) Entlastungen für Lehrer, die von ihren Fächern her bereits mit einem deutlichen Mehraufwand bei der Konzeption und Korrektur von Klassenarbeiten/Klausuren belastet sind, die Klassenlehrertätigkeiten u.ä. übernehmen. Adäquate Entlastungen sind generell notwendig (*lol* eine Stunde für Digitalisierungsbeauftragte… ist klar).
• Deutliche Vereinfachungen der Anwendung von Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Wenn ich für das Nachsitzen eines Schüler (a) meine persönliche Freizeit opfern und (b) auch noch das Einverständnis der Personensorgeberechtigten einholen muss, verpufft Dergleichen…
• Deutliche Erschwerung von Widersprüchen u.ä.; zur Problematik s. (abermals) hier: https://www.news4teachers.de/2022/03/die-mehrheit-sind-reformer-vier-von-fuenf-schulleitungen-stellen-den-althergebrachten-faecherkanon-infrage/#comment-440665
• Verbindlichkeit der Schullaufbahnzuordnung durch die Grundschulen, nicht durch die Personensorgeberechtigten; zur Problematik s. hier: https://www.news4teachers.de/2022/05/debatte-wer-soll-ueber-die-weiterfuehrende-schule-entscheiden-eltern-oder-lehrer/#comment-446943. Ein Gros meiner Schüler ist definitiv nicht(!) für das Gymnasium geeignet, (intellektuell-)kognitiv, motivational u./o. psychisch (Stichworte: Frustrationstoleranz; Bewältigungsstrategien etc.), ich erwarte allerdings ihre Funktionstüchtigkeit für die entsprechende Schulform, wenn sie an unsere weiterführende Schule (ein Gymnasium) wechseln. Ich bin nicht Animateur, Seelsorger, Therapeut u./o. Wunderwirker mit funktionsfähigem Nürnberger Trichter
• Zusätzlich zum letzten Punkt (und im Einklang mit den ersten beiden Punkten): Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems und des Förderschulsystems, so dass auch de facto die Schulen durchlässig sind und es nicht (wie bei uns) zu der Situation kommen kann, dass bei zu schlechten Leistungen auf dem Gymnasium einem Schüler, der optimal für die Realschule geeignet wäre, tatsächlich nur noch die Hauptschule offensteht.
• Regelmäßige (bedarfsorientierte) Instandsetzungen und Modernisierungen der Schulgebäude, ihres Interieurs, ihrer infrastrukturellen Ausstattung (aber wenn ich da an die IT-Infrastruktur in Gesamtdeutschland denke… Kupferleitungen wtf?!), auch mit Lehr-/Lernmitteln etc.
• Eine garantierte hinreichende Versorgung mit Lehr-/Lernmitteln, so dass nicht ganze Jahrgänge ohne Lehr-/Lernmaterial dastehen, Lehrer ihre eigenen Bücher selbst kaufen müssen u.ä.; damit einhergehend: Reformierung der rechtlichen Regelungen für die Verfielfältigung von Kopien im Rahmen der Lehre (die Mengen, die ich eigtl. nur kopieren darf, sind absurd).
• Abschaffung der „Qualitätsanalysen“ u.ä. Quatsch.
• Mehr Autonomie für Schulen und Lehrer… inkl. Abschaffung des Zentralabiturs?! Führte jedenfalls zu mehr Planungssicherheit seitens der Lehrer, gezielter vorbereitenden Unterricht u.ä.
• Zurückhaltende, den Lehrern aber wohlgesonnene Kultusministerien/-minister, die einen (a) nicht für dumm verkaufen wollen (Stichwort: Schulen als „sichere Orte“ in der Pandemie; O-Ton Y. Gebauer), die (b) einfach mal die Füße still halten, statt wieder einem neuen pädagogischen/didaktischen Trend hinterherzulaufen (weil er kostengünstiger ist u./o. Wählerstimmen verspricht), die (c) zur Abwechslugn offen und ehrlich den Stand der Dinge kommunizieren, Schule nicht als Wohlfühlveranstaltung verklären, bei der jeder alles können und erreichen soll, sondern Schule als Selektions- und Allokationsinstanz würdigen und i.d.S. den Niveauverlust nicht weiter aktiv befeuern (s. „ausreichend minus“ statt schlechter bei 50 % falschen Leistungen). Wertschätzung und so… Bildungspolitik ernst nehmen und so…
• Natürlich: Mehr Geld wäre auch schön.
• Erleichterung des Seiteneinstiegs von Akademikern mit Diplom-, Magister- oder Masterabschluss; zur Porblematik s. hier: https://www.news4teachers.de/2022/01/keine-lehrer-paedagogik-professor-kritisiert-einsatz-von-quereinsteigern-an-schulen/#comment-424781
• Reform des Lehramtstudiums (Stichwort: Polyvalenz); zur Problematik s. hier: https://www.news4teachers.de/2022/05/die-kluft-zwischen-universitaet-und-schule-ist-zu-gross-warum-sich-ein-lehramtsstudent-schlecht-ausgebildet-fuehlt/#comment-447015. Gleichsam auch eine Reform oder gar Abschaffung des Referendariats: Lasst die Studienabsolventen drei Monate unterrichten, dann sieht ja jeder, ob das was wird oder nicht, den ganzen Bumms drumherum braucht es nicht.

Und weil all das nicht gegeben ist, geht es i.S.e. Abwärtsspirale… ja, abwärts halt, mit anhaltender Beschleunigung. Und da sind wir beim Ausgangspunkt: Die Desiderata zeigen uns, woran es fehlt und womit die Kernaufgabe der Lehrerprofession sukzessive unterminiert wird.
Die allerortens (auch politisch protegierte) Anpassung nach unten hin ist eines der Symptome. Man merkt es ja vielleicht auch selbst, z.B. in einem Jahr wie diesem, das deutlich verkürzt wird, ohne dass die Rahmenbedingungen angepasst werden:
Da müssen (hier in NRW bspw.) in der Unter-/Mittelstufe trotzdem noch drei Klassenarbeiten bis zu den Weihnachtsferien geschrieben werden, egal wie viele Klassen/Kurse man in den Stufen hat, egal wie viele Oberstufenkurse inkl. Klausuren man betreuen muss, egal wie hoch der Krankenstand ist, egal wieviele Stunden zusätzlich ausfallen, egal wie viele (redundante) Konferenzen einem gleichzeitig oktroyiert werden, egal ob noch Tage der offenTüren, Qualitätsanalysen und Co. ins Haus stehen… und wenn man dann nicht selbst krank wird, dann werden zumindest oftmals die Leistungsüberprüfungen angepasst, vulgo simplifiziert, einfach damit man die schiere Menge an Klassenarbeiten/Klausuren überhaupt noch vor Notenschluss korrigiert bekommt (bspw. lieber multiple-choice-Aufgaben zum Abhaken, statt Freitextformate) – ich kann mich davon nicht freimachen, aber es ist nicht das, was ich eigtl. im Sinn habe, was der Bedeutung meiner Aufgabe angemessen wäre.
Und gg. Ende des Schuljahres werden unzählige Defizite plötzlich wieder gerade noch so keine Defizite mehr sein… damit man nciht auch in den Sommerferien Bestehensprüfungen für Schüler konzipieren muss, die ja i.d.R. im Gros nicht ohne Grund nicht versetzt werden und bei denen regelmäßig auch eindeutig ist, dass sie die Bestehensprüfung nciht schaffen werden. So erlebe ich das regelmäßig: Von den ca. zwei Dutzend 9ern, die eigtl. nicht versetzt wären, bleibt nach den Zeugniskonferenzen dann, wie durch ein Wunder, noch ein halbes Dutzemd (die Hälfte davon dann wieder bei mir), weil man sich nciht mit Widersprüchen auseinandersetzen, weil man seine Freizeit nciht opfern will. Und ich kann es den Kollegen nciht verübeln, denn es ist eines der vielen systemischen Probleme, die zur massiven Erosion usneres Bildungssystems beitragen.
Und all das frustriert… und jmd. mit weniger Resilienz oder mit höheren (vulgo: illusorischen) Ansprüchen an seinen Unterricht und vielmehr die heutige Schülerschaft, mit mehr Mitgefühl für seine Schüler (und der Attitüde alle ‚retten‘ zu wollen o.ä.), mag da in den Burnout getrieben werden. Es ist ja auch zum verzweifeln.
Das Resultat ist dann am Ende auch das, was wohl ohnehin zunimmt: Nur noch Dienst nach Vorschrift (oder moderner: quiet quitting). Nicht falsch verstehen: Das ist nicht, was ich will… aber das sit ein Selbstschutzmechanismus, der wohl vielen der Ausweg sein wird, wenn das System nciht eine 180°-Drehung zu seinen Wurzeln vornimmt.

447
2 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Solide Auflistung.

Alter Grundsatz: Eigensicherung geht vor.

Mika
2 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Sissi
2 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Vielen Dank @ PaPo.

Ich glaube nicht, dass jemand, der sich und seinen Unterricht derart reflektiert wie Sie, auch nur ein Quäntchen Bedenken vor Ungenügen haben muss.
( auch für Ihren vorhergehenden Beitrag u.a. zu Lern- und Lehrzielen, dem ich nachträglich ausdrücklich zustimmen möchte – dankeschön )

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  PaPo

Ich bin mir sicher dass die Betroffenen (Kultusminister) mit der inhaltlichen Erfassung ihrer Ausführungen ziemlich überfordert wären. Leider lesen die so etwas gar nicht und ihre Berater und Mitarbeiter werden diese Anregungen verschweigen, damit sie ihre Geldquelle nicht vergraulen.

PaPo
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

So wird es leider sein. 🙁
Wir sind Zeitzeugen eines historischen Nieder-/Untergangs, aber leider nicht als Beobachter am Wegesrand, sondern als Passagiere in einem beschleunigenden Bus, der direkt auf eine steile Klippe zufährt und in dem der manische, grenzdebile Kraftfahrzeugführer unsere warnenden Schreie über sein eigenes Krakeelen („INKLUSION!“; „FÖRDERPLÄNE!“; „BINNENDIFFEREZIERUNG!“; „KONFERENZEN!“ etc.) nicht hört…

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Meine Erfahrung ist, dass die ganz genau Bescheid wissen. Es ist ihnen aber schlicht egal. Finde ich fast noch schlimmer.

kanndochnichtwahrsein
2 Monate zuvor

„Welche Eigenschaften Lehrkräfte besonders anfällig für einen Burnout machen – und was präventiv helfen kann…“

Wieso machen „Eigenschaften“ (der Lehrkräfte) anfällig für einen Burnout???

Will da jemand von der Situation und den eigentlichen Ursachen ablenken?

Man sollte die Thematik andersherum aufziehen:
„Welche Arbeitsumstände Lehrkräfte besonders anfällig für einen Burnout machen – und was präventiv helfen kann…“

Da hätte ich schon die eine oder andere Idee, was man ändern könnte – um nicht nur die Arbeitskraft der Lehrkräfte zu erhalten, sondern auch junge Menschen wieder ernsthaft über die Idee, Lehrer zu werden, nachdenken zu lassen.

All das würde auch den SuS zugute kommen und diese weniger anfällig für all das machen, das unseren Alltag von Schülerseite noch obendrein so verkompliziert.

447
2 Monate zuvor

Das ist einfach:
1. Genug richtiges Personal
2. Genug Zeit
3. Austattung und Bauzustand der Schulen

Die politische Führung hat allerdings wichtigetes zu tun. Wählergeschenke, Sozialkonsum, Fledermauskästen a 30k Euro das Stück.

Geliefert wie bestellt.

Ralf Pfleiderer
2 Monate zuvor

Vieles an diesem Artikel kann ich absolut teilen und unterstreichen und dennoch blieb mir beim Lesen ab und zu die Spucke weg. Als früher selbst Betroffener und jetzt als Coach, kann ich dazu ein bisschen was sagen. Doch erst einmal zu den Dingen, die ich mitgehen kann.
Ja, der große Arbeitsaufwand war damals nicht für mich ein riesiges Problem, sondern auch für viele meine Kolleginnen und Kollegen. Das scheint sich nicht verbessert zu haben, so viel dürfte feststehen. Dass man durch bestimmte Grundhaltungen und auch ungesundes Verhalten die Probleme oft noch verschlimmert, kenne ich auch. Klar, man sollte mehr schlafen, sich nicht unnötig in Konflikte begeben, nicht so perfektionistisch sein usw. usw. Alles zu tun, um mit all den Stressoren besser umgehen zu können, halte ich für ein sinnstiftendes Ziel, dann kommt jedoch schon das dicke Aber!
Was, wenn die Umgebung das nicht zulässt? Supervision, tolle Idee, leider von Schulleitungen selten unterstützt. Entspannungsübungen im Unterricht, ganz toll, nach der nächsten versemmelten und wiederholten Arbeit stehen dann aber die besorgten Eltern auf der Matte und machen über die Schulleitung klar, dass man so keinen Stoff durchkriegt. Gestaltungsspielräume klingt auch prima, aber was, wenn die Vorgaben keine mehr hergeben?
Rundheraus, was mir in diesem Artikel schmerzlich fehlt, ist die Rolle der Schuladministration, der Ministerien und all derer, die Lehrerinnen und Lehrern schon seit Jahrzehnten ihre Arbeit schwer machen. Von den katastrophalen Umständen die Ausstattung betreffend mal abgesehen. Mein Bild, das ich sofort im Kopf hatte, war das, eines maroden Atomuboots, mit löchrigem Reaktor, der von den Matrosen nur noch mit Ach und Krach am Laufen gehalten wird. Von Kapitän und Admiralität kommen dann immer absurdere Forderungen und der Schiffsarzt sagt dann den Matrosen, sie sollen lernen sich abzugrenzen und auch mal Spielräume nutzen. Was wenn in unseren Schulen von der Administration längst unmögliches verlangt wird und darüber hinaus auch noch die falschen Werte vorgegeben werden. Gute Noten, mehr zufriedene Schüler und Eltern, überhaupt immer mehr mit immer weniger Zeit und Ressourcen, contra Bildung, humanistische Werte und ein sicheres gesundes Umfeld. Willkommen im deutschen Bildungsalltag!

dauerlüfterin
2 Monate zuvor
Antwortet  Ralf Pfleiderer

Toller Beitrag, chapeau!

Walter Neuschitzer
2 Monate zuvor

Lebensberatung und Üben von Konfliktsituationen könnten durchaus etwas gegen die Burnout-Gefahr tun.
Die klassischen Psychiater mit ihren Psychopharmaka hingegen sind sicher keine Hilfe.

Michael Felten
2 Monate zuvor

Alles im Artikel Gesagte ist richtig und wichtig.

Aber es fehlt noch etwas.

Unterrichtsforscher Helmke: „Guter Unterricht (…) steigert die Zufriedenheit und das Erleben der Wirksamkeit der Lehrpersonen und ist somit zugleich ein wirksamer Schutz gegen Erkrankung, Enttäuschung und Burnout.“

Also Schluss mit Methodenfeuerwerk oder Selbstlerneuphorie!

‚Direkte Instruktion‘ (nicht zu verwechseln mit monotoner Frontalbelehrung) ist [nicht nur lt. Hattie] hocheffizient – und bei der Schülerschaft beliebt.

Lehrkräfte dürfen und sollen Regie führen – das tut ihnen und den Schülern* gut.

https://ludgerbruening.de/Veroeffentlichungen/Aufsaetze/Direkte-Instruktion

Nichts ist super
1 Monat zuvor
Antwortet  Michael Felten

Danke. Das seh ich genau so.
Vom guten Unterricht profitiert auch der Lehrende selbst. Hohe Zufriedenheit, hohe Anerkennung.

Ein Glück für Ihre Schüler.

Föl
2 Monate zuvor

Grundsätzlich muss sich das Verhalten der Schulämter, Regierungen, Kultusministerien ändern!! Der Begriff Menschenführung ist bei denen ein Fremdwort. Von oben herab und arrogant! Und vor allem glauben viele von denen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln zu sich genommen.

Neu hier
2 Monate zuvor

Ich kann den ganzen gelungenen Komme taren meiner Vorredner nur beipflichten. Eine Sache möchte ich noch ergänzen: Was mich besonders belastet, sind das Fehlen an Rückzugsräumen und Pausen, die wirklich auch den Namen verdienen.

Der Lärmpegel, dem man im Schulalltag ausgesetzt wird, ist immens. Mittlerweile gehe ich auch schon nicht gerne ins Lehrerzimmer (was leider bei einigen KuKs nicht gut ankommt) weil auch dort die Lautstärke und die negative Atmosphäre zu schaffen macht. Ich vermisse einen Ruheraum, der einen mit einer wohltuenden Stille empfängt, damit man wenigstens etwas vom Dauerstress herunterkommen kann. Aber ich verlange viel, da wir nicht einmal richtige Bürostühle haben, sondern im Lehrerzimmer und in den Unterrichtsräumen auf den gleichen Stühlen wie die SuS hocken…

Und in den Pausen hetze ich mich eigentlich nur ab, indem ich Versuche vorbereite, abbaue, Sachen kopiere, Telefongespräche führe etc. An manchen Tagen komme ich nicht mal zum Essen. Mache ich das nicht in den Pausen, sondern nach der Schule, stehe ich dann noch ewig lange in der Sammlung. Wenn ich also den Beitrag vom Psychologen lese, kann ich nur müde lächeln. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, dann sind diese Tipps schlichtweg unnütz.

Interessant zu wissen
1 Monat zuvor

Ich bin zwar nicht vom Fach, aber fasse es zusammen: Wenn Entlastung ins System kommt, dann ginge es den Lehrkräften in Sachen Burnout- Vermeidung besser. Ja, eine tiefgreifend intelligente Feststellung. Die Frage ist: Wie kann man Entlastungen schaffen? Ich lese immer wieder, das die nie Enden wollenden Arbeitszeiten durch Korrekturen und Sitzungen ein Problem sind. Bei den Sitzungen kenne ich mich zu wenig aus, um Vorschläge einzubringen.
Bezüglich der Korrekturzeiten hätte ich eine Idee:
Könnte man nicht an Schulen, z.B. Studierende als Hilfskräfte anstellen, welche Klausuren korrigieren? Ja, der Datenschutz ist immer ein Thema und ich bezweifle, dass ich jedem Studierendem Schülerklausuren mitgeben würde, aber Studierende haben auch zu Schulzeiten frei und könnten innerhalb der Schule korrigieren.
Jedenfalls gibt es in Kitas die Studierenden Aushilfskräfte schon als „Alltagshelfer“. Also direkt ausgedrückt: alle Arbeiten, außer die am Kind, dürfen von studentischen Aushilfskräften übernommen werden. Es liegt nahe, dass es in (weiterführenden) Schulen mehr als eine studentische Hilfskraft braucht, allein schon wegen der zu korrigierende Fächervielfalt. Aber wäre es nicht eine Möglichkeit? Alle Studierenden müssen Credit Points nachweisen (im Bundesland NRW!!!) Diese könnten als „Tauglichkeitsnachweis“/ zum Korrigieren befähigen in den unterschiedlichen Fächern. Das könnte auch die Zahl an Seiteneinsteigern erhöhen. Frei nach dem Motto “ einmal im System, immer im System“.
Thema Bezahlung: Es sind Studierende, also nicht ausgelernte Fachkräfte, welche gerne mal unterbezahlt werden und sich dafür an Wissen bereichern dürfen. Und eventuell gefallen am Beruf finden.

Und für alle Kritiker dieser Idee: Ich bin nicht vom Fach und versuche einen Impuls zu setzen.
Meckern und Schimpfen ist einfach. Nebenbei bemerkt auch förderlich beim Absinken der Laune.
Über den Tellerrand zu schauen ist schon schwieriger.
Und ein Erfahrungsaustausch ist nie zu unterschätzen!
Um aus diesem Arbeitssumpf wieder aufzutauchen müssen Ideen her.
Also bitte, nutzt meinen Impuls zur Ideenentwicklung und nicht zum zerhacken!

Last edited 1 Monat zuvor by Interessant zu wissen
Anna Niemöller
1 Monat zuvor

Sehr gute Idee. Warum eigentlich nicht?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Habe ich auch schon drüber nachgedacht.

Wäre auf jeden Fall objektiv.

Aber das will ja irgendwie niemand, da das Differenzieren fehlt….

Oder ausgeschiedene Kollegys, die zwar nicht mehr in die Klassen möchten, aber das Korrigieren übernehmen.

(Jaaaa, niemand kann beurteilen, ob die Übungs- und Vorbereitungszeit reichte, ob Stunden ausgefallen sind …. – trotzdem sollte man darüber nachdenken (dürfen)).